III.

Innen und Aussen der Kugel allein der Mittelpunkt ist es,Überall sonst, wo du weilst, Kugel-in, Punkt-aus du bist.Schiffst du im Meer des All ewig vom Ende zum Anfang,Ewig weiter im Nichts steuert dein Schiff seinen Curs.Sehnend schaust du vom Bug zur Insel des Nichts der Ankunft,Hinter dir – weltfern die Insel – liegt das Abfahrtsall.So von Sphäre zu Zentrum suchst du die Kugel zu queren –Wie die Sphäre nicht abwich, nähert das Zentrum nicht an.So von Insel zu Insel pflügt dein Schifflein die Wogen;Kommst von Nirgendwoher, steuerst nach Nirgendwohin.Immer im Irgendwo, nimmer am Ende: am Anfang!Punktall unbrückbar und du pendelnd im Kerkersegment.Ach! des weitesten Endes engstes Innen, des engstenAnfangs weitestes Aussen ist nur Mittelpunkt Gott.

Innen und Aussen der Kugel allein der Mittelpunkt ist es,Überall sonst, wo du weilst, Kugel-in, Punkt-aus du bist.

Schiffst du im Meer des All ewig vom Ende zum Anfang,Ewig weiter im Nichts steuert dein Schiff seinen Curs.

Sehnend schaust du vom Bug zur Insel des Nichts der Ankunft,Hinter dir – weltfern die Insel – liegt das Abfahrtsall.

So von Sphäre zu Zentrum suchst du die Kugel zu queren –Wie die Sphäre nicht abwich, nähert das Zentrum nicht an.

So von Insel zu Insel pflügt dein Schifflein die Wogen;Kommst von Nirgendwoher, steuerst nach Nirgendwohin.

Immer im Irgendwo, nimmer am Ende: am Anfang!Punktall unbrückbar und du pendelnd im Kerkersegment.

Ach! des weitesten Endes engstes Innen, des engstenAnfangs weitestes Aussen ist nur Mittelpunkt Gott.

Warum dreht sich bei euch Alles um eine Achse?Warum raubt ihr dem Punkt schnöde sein Mittelpunktsrecht?Mittelpunkt sei der Erde ihr allerinnerstes Zentrum?Aber der Nordpol ewig vom Südpol bleibt er getrennt.Schwingt der Äquator allein um des Äquators Mitte;Jegliche Latitud hat ihren Mittelpunkt.Alle sitzt ihr am Stiel, fest am Stiele der Zwietracht;Doch die Allunitas schwebt um den Mittelpunkt frei.Also befestigt der Knabe die Windvogelleine am Hölzchen;Wehe der Wind aus Nord, Osten, Süd, oder West,Weh' er aus Allen zugleich – nimmer wird er des DrachenNimmer der Drachen des Windes freier Herr oder Knecht.Immer die leidige Achse, immer das leidige Ipse,Nimmer das Kugelpunktzentrum, nimmer das einzige Tu.Ewig weben die Parzen der Endlichkeit Drachenleine,Aber Atropos Scheere schneidet sie ewig ab.Also reisst sich vom Stiel endlich der reifende Apfel;Aber im Kerngehäus treiben schon Stiele aufs neu.Von der Unendlichkeit Spindeln lösen sich endliche Fäden,Aber die Fäden verknüpft geben ein endloses Band.Liess dich Atropos frei, Atropos Dea Terrestris,Knüpft dich auf anderem Stern Atropos Altera an.Jupiter Discors der Narr lässt seinen Drachen steigen,Und die Mütter der Tiefe weben ihm Windvogelband.Endchen um Endchen verknüpft er zur endlosen Endlichkeitsleine,Aber am knotigen Strick hält auch der Vogel ihn fest.Also ist auch der Wille immer der Sklave des Willens;Nimmer noch liess den Willen der Wille dem Willen mit Gunst.Immer noch war der Gehorsam verzichtenwollen auf Willen;Herr und Sklave des Sklaven, des Sklaven Sklave und Herr.Geben und Nehmen: zur Einheit ist es getrennt in Zwietracht –Geben und Nehmen: zur Vielheit ist es in Eintracht vereint.Aber was red ich von Vielheit! mit Hülfe der Elle der ZwietrachtAuszumessen das Urselbst – wahrlich ein Narrenstück.Urselbsteiniges Wesens schwebt allwissend das Tu-Rund,Aber das Ipsesegment zehrt von Erinnerung.Abgebröckelt vom Urselbst sucht das Teilselbst die Heimat,Jupiter Discors der Narr hält am Knotenstrick fest es der Zahl.Fliegt ein Eins zum Zweiten, sucht beim Dritten und Vierten,In sich selber sogar findet es forschend das Viel.Aber das Eins im Vielen ahnt es, das Tu der Erfüllung –Stürzt sich das Ipse ins Nichts, steigt das Tu auf zum All.

Warum dreht sich bei euch Alles um eine Achse?Warum raubt ihr dem Punkt schnöde sein Mittelpunktsrecht?

Mittelpunkt sei der Erde ihr allerinnerstes Zentrum?Aber der Nordpol ewig vom Südpol bleibt er getrennt.

Schwingt der Äquator allein um des Äquators Mitte;Jegliche Latitud hat ihren Mittelpunkt.

Alle sitzt ihr am Stiel, fest am Stiele der Zwietracht;Doch die Allunitas schwebt um den Mittelpunkt frei.

Also befestigt der Knabe die Windvogelleine am Hölzchen;Wehe der Wind aus Nord, Osten, Süd, oder West,

Weh' er aus Allen zugleich – nimmer wird er des DrachenNimmer der Drachen des Windes freier Herr oder Knecht.

Immer die leidige Achse, immer das leidige Ipse,Nimmer das Kugelpunktzentrum, nimmer das einzige Tu.

Ewig weben die Parzen der Endlichkeit Drachenleine,Aber Atropos Scheere schneidet sie ewig ab.

Also reisst sich vom Stiel endlich der reifende Apfel;Aber im Kerngehäus treiben schon Stiele aufs neu.

Von der Unendlichkeit Spindeln lösen sich endliche Fäden,Aber die Fäden verknüpft geben ein endloses Band.

Liess dich Atropos frei, Atropos Dea Terrestris,Knüpft dich auf anderem Stern Atropos Altera an.

Jupiter Discors der Narr lässt seinen Drachen steigen,Und die Mütter der Tiefe weben ihm Windvogelband.

Endchen um Endchen verknüpft er zur endlosen Endlichkeitsleine,Aber am knotigen Strick hält auch der Vogel ihn fest.

Also ist auch der Wille immer der Sklave des Willens;Nimmer noch liess den Willen der Wille dem Willen mit Gunst.

Immer noch war der Gehorsam verzichtenwollen auf Willen;Herr und Sklave des Sklaven, des Sklaven Sklave und Herr.

Geben und Nehmen: zur Einheit ist es getrennt in Zwietracht –Geben und Nehmen: zur Vielheit ist es in Eintracht vereint.

Aber was red ich von Vielheit! mit Hülfe der Elle der ZwietrachtAuszumessen das Urselbst – wahrlich ein Narrenstück.

Urselbsteiniges Wesens schwebt allwissend das Tu-Rund,Aber das Ipsesegment zehrt von Erinnerung.

Abgebröckelt vom Urselbst sucht das Teilselbst die Heimat,Jupiter Discors der Narr hält am Knotenstrick fest es der Zahl.

Fliegt ein Eins zum Zweiten, sucht beim Dritten und Vierten,In sich selber sogar findet es forschend das Viel.

Aber das Eins im Vielen ahnt es, das Tu der Erfüllung –Stürzt sich das Ipse ins Nichts, steigt das Tu auf zum All.

Suche dich selbst; du findest die Menschheit,Gott und Welt – und schwindest ins Nichts.Da wurzelt die Strahlenkugel der Eintracht,Die sich im Punkt verneintUnd in der Sphäre bejaht.Fliehe dich selbst; am ewigen EtwasRüttelst du ratlos, am vielen Vielleicht.Das weicht nicht aussen noch innen; in ZwietrachtPendelnd von Sphäre zum PunktBleibst du ein Zwischensegment.Jedes: Punkt, Kugel: eint Aussen und Innen,Beide: Punkt, Kugel: sind parallelMitander, mitselbst, und sind eins. – Kein Etwas:Oder sich selbst divergentKlemmt's zwischen Nichts und All.

Suche dich selbst; du findest die Menschheit,Gott und Welt – und schwindest ins Nichts.Da wurzelt die Strahlenkugel der Eintracht,Die sich im Punkt verneintUnd in der Sphäre bejaht.

Fliehe dich selbst; am ewigen EtwasRüttelst du ratlos, am vielen Vielleicht.Das weicht nicht aussen noch innen; in ZwietrachtPendelnd von Sphäre zum PunktBleibst du ein Zwischensegment.

Jedes: Punkt, Kugel: eint Aussen und Innen,Beide: Punkt, Kugel: sind parallelMitander, mitselbst, und sind eins. – Kein Etwas:Oder sich selbst divergentKlemmt's zwischen Nichts und All.

»Grade aus liegt die Wahrheit; folge nur deiner Nase!«Aber die Nase sie steht im Gesichte mir schief.Also gehe du schief, und mache du einen Umweg;Führt doch jeglicher Weg immer im Kreise herum.Wo du auch hingehst, geh nur vorwärts, kommst du doch immerVon der anderen Seite zum Ausgangspunkt zurück.Also siehst du, wie recht jener Weltweise hatte,Als er sprach: Das Ding ist immer ein Widerspruch.Sein und Nichtsein am Ort .... wahrlich um nicht zu sein dortWo du nicht bist, musst du an eben dem Orte sein.Denn wie könntest du wissen, dass dieses Ding nicht am Ort ist,Bist du nicht selber am Ort, wo du das Ding nicht findst.Aber ichmussdort nicht sein, um dieses Ding nicht zu sehen.Aber ist Sehen etwa weniger anwesend sein?Doch ich brauch nicht zu sehen, brauche nur eben zu denken;Bist du selber auch hier, ist dein Denken doch dort.Bist du in A, so bist du nicht in B selbsteigen;Aber mein Freund nur dann – wenn du in B dich nicht fandst,Bist du mehr nun in A, denn als du in B warst auf Kundschaft?Häh, mein Freund, da sind wir wieder beim Ipse und Tu.Hat dir solches gepredigt Hänschen im Puppenkasten,Predigt die Weisheit dir Hans, selbst bis zum Überdruss.Also ist es gewesen immer in deutschen Landen:Soll man dir glauben, so sage unbeirrt deinen Spruch.Sage ihn einmal und zweimal, sage ihn heute und morgen;Was du dem Vater gesagt, glaubt dir am Ende der Sohn.

»Grade aus liegt die Wahrheit; folge nur deiner Nase!«Aber die Nase sie steht im Gesichte mir schief.

Also gehe du schief, und mache du einen Umweg;Führt doch jeglicher Weg immer im Kreise herum.

Wo du auch hingehst, geh nur vorwärts, kommst du doch immerVon der anderen Seite zum Ausgangspunkt zurück.

Also siehst du, wie recht jener Weltweise hatte,Als er sprach: Das Ding ist immer ein Widerspruch.

Sein und Nichtsein am Ort .... wahrlich um nicht zu sein dortWo du nicht bist, musst du an eben dem Orte sein.

Denn wie könntest du wissen, dass dieses Ding nicht am Ort ist,Bist du nicht selber am Ort, wo du das Ding nicht findst.

Aber ichmussdort nicht sein, um dieses Ding nicht zu sehen.Aber ist Sehen etwa weniger anwesend sein?

Doch ich brauch nicht zu sehen, brauche nur eben zu denken;Bist du selber auch hier, ist dein Denken doch dort.

Bist du in A, so bist du nicht in B selbsteigen;Aber mein Freund nur dann – wenn du in B dich nicht fandst,

Bist du mehr nun in A, denn als du in B warst auf Kundschaft?Häh, mein Freund, da sind wir wieder beim Ipse und Tu.

Hat dir solches gepredigt Hänschen im Puppenkasten,Predigt die Weisheit dir Hans, selbst bis zum Überdruss.

Also ist es gewesen immer in deutschen Landen:Soll man dir glauben, so sage unbeirrt deinen Spruch.

Sage ihn einmal und zweimal, sage ihn heute und morgen;Was du dem Vater gesagt, glaubt dir am Ende der Sohn.

Philosophus Hanswurst, der Weise,Dreht auf dem Absatz sich im Kreise.Das Welten Weit-rund kennt er nun,Bleibt noch das Allrund abzutun,Das Oben und Unten im Kugelraum –Hans Wurst schlägt einen Purzelbaum.Das Innen will er noch durchquerenZur Insel Nichts im Meer des Leeren.Da krümmt und windet sich der WeiseAuf eine ganz verzwickte WeiseUnd beisst sich in den grossen ZehInbrünstiglich aus Demutsweh.So Kugel-Igel-kontrahiert,Wie er sich einzieht, schrumpft, und schnürt,Und abstrahiert, und dividiert,Zum Schluss den Nabel noch negiert –Da kommt des Wegs ein Düngerkarren,Der hätt ihn beinah überfahren;Dieweil der punktgeschrumpfte WeiseGanz körperhaft im FahrgeleiseWie ein Paket am Wege lag.Der Fuhrmann aber fluchte sehr,Und hat noch schnell sein Pferd gezügelt:Was das für ein Gebaren wär,Dass einer gar am hellen TagBetrunken sich am Boden kügelt!?Und ho! und he! nicht sehr zivilTraktiert ihn mit dem Peitschenstiel.Da fühlt der Narr, was ihn verdross,Sich körperhaft an Schlag und Stoss;Hat sich die wunde Haut gerieben.An der Erkenntniss trug er schwer,Die Insel aber im leeren Meer –Ist diesmal unentdeckt geblieben.

Philosophus Hanswurst, der Weise,Dreht auf dem Absatz sich im Kreise.Das Welten Weit-rund kennt er nun,Bleibt noch das Allrund abzutun,Das Oben und Unten im Kugelraum –Hans Wurst schlägt einen Purzelbaum.Das Innen will er noch durchquerenZur Insel Nichts im Meer des Leeren.Da krümmt und windet sich der WeiseAuf eine ganz verzwickte WeiseUnd beisst sich in den grossen ZehInbrünstiglich aus Demutsweh.So Kugel-Igel-kontrahiert,Wie er sich einzieht, schrumpft, und schnürt,Und abstrahiert, und dividiert,Zum Schluss den Nabel noch negiert –Da kommt des Wegs ein Düngerkarren,Der hätt ihn beinah überfahren;Dieweil der punktgeschrumpfte WeiseGanz körperhaft im FahrgeleiseWie ein Paket am Wege lag.Der Fuhrmann aber fluchte sehr,Und hat noch schnell sein Pferd gezügelt:Was das für ein Gebaren wär,Dass einer gar am hellen TagBetrunken sich am Boden kügelt!?Und ho! und he! nicht sehr zivilTraktiert ihn mit dem Peitschenstiel.Da fühlt der Narr, was ihn verdross,Sich körperhaft an Schlag und Stoss;Hat sich die wunde Haut gerieben.An der Erkenntniss trug er schwer,Die Insel aber im leeren Meer –Ist diesmal unentdeckt geblieben.

Nennt mich nicht einsam, wenn ich angstvoll lauscheDem Rätselraunen des, der Grösser ist,Vor dem ich widerstrebend schrumpfe, dem ichNiemals entrinne, der mich niederbeugt,Und ist mein ander selbst – nennt mich nicht einsam.Da flieh ich in die Einsamkeit vor ihmZu andern Menschen, die kein ich kein Du sind.Ich einsam unter ihnen als ein ErBin ledig meines Du's – das ist das Weltmeer;Es soll mich trinken ach! und ist so leer;Mich füllen ach! zu voll ist seine Fülle.Doch überm Weltmeer schwebt das Du und füllt esUnd füllt und füllt; und trinkt die Leere; ist;Du bist, Du bist; das Er war Lüge; lassMich sterben demutsvoll vor Dir, mein Du!Bin Nichts schon und bald fass ich deine Fluten,Dein Rätselraunen rauscht zum Urchoral,Oh Du, oh Du – mein Ich lauscht in der Stille.

Nennt mich nicht einsam, wenn ich angstvoll lauscheDem Rätselraunen des, der Grösser ist,Vor dem ich widerstrebend schrumpfe, dem ichNiemals entrinne, der mich niederbeugt,Und ist mein ander selbst – nennt mich nicht einsam.

Da flieh ich in die Einsamkeit vor ihmZu andern Menschen, die kein ich kein Du sind.Ich einsam unter ihnen als ein ErBin ledig meines Du's – das ist das Weltmeer;Es soll mich trinken ach! und ist so leer;Mich füllen ach! zu voll ist seine Fülle.

Doch überm Weltmeer schwebt das Du und füllt esUnd füllt und füllt; und trinkt die Leere; ist;Du bist, Du bist; das Er war Lüge; lassMich sterben demutsvoll vor Dir, mein Du!Bin Nichts schon und bald fass ich deine Fluten,Dein Rätselraunen rauscht zum Urchoral,Oh Du, oh Du – mein Ich lauscht in der Stille.

Riesengross wuchs meine Liebe ins quellende Rund,Schwellend umschlang sie die Fülle der Welt,Alles zu einen in einem, vom Gipfel zum Grund,Weit zu dehnen ins Weite ein ZeltÜber das Volle und Leere, sich selbst zu umschliessen. Ach! aber die LiebeAlles umschliessend schloss sie sich aus.Folgte die Ebbe der Flut und trank ihre sickernden WogenSehnsucht saugend in Demut, verschrumpft;Enger und enger des Dus umklammernde Bogen;Naht des Vergehens urwerdende Kunst.All-einstrahlend im Brennpunkt welcher sich selber verbrennt,bejaht sich das LebenWeil es im Tode sich selber verneint.

Riesengross wuchs meine Liebe ins quellende Rund,Schwellend umschlang sie die Fülle der Welt,Alles zu einen in einem, vom Gipfel zum Grund,Weit zu dehnen ins Weite ein ZeltÜber das Volle und Leere, sich selbst zu umschliessen. Ach! aber die LiebeAlles umschliessend schloss sie sich aus.

Folgte die Ebbe der Flut und trank ihre sickernden WogenSehnsucht saugend in Demut, verschrumpft;Enger und enger des Dus umklammernde Bogen;Naht des Vergehens urwerdende Kunst.All-einstrahlend im Brennpunkt welcher sich selber verbrennt,bejaht sich das LebenWeil es im Tode sich selber verneint.

Wirfst mir den Apfel in Schooss, den Apfel vom Baum der Erkenntniss,Vom Baume der Zwietracht; auch dieser Sündenapfel sei rund.Sitzt er am Stiele doch, Freund, hat Löcher: eins oben und unten;Freund, er ist nur ein Kreis der um die Tangente rotiert.

Wirfst mir den Apfel in Schooss, den Apfel vom Baum der Erkenntniss,Vom Baume der Zwietracht; auch dieser Sündenapfel sei rund.

Sitzt er am Stiele doch, Freund, hat Löcher: eins oben und unten;Freund, er ist nur ein Kreis der um die Tangente rotiert.

Da zählen wir es an den Fingern abNach Jahr und Monat, Woche, Tag und StundeVom Tag an, den uns unsere Mutter gab,Bis heut – und glauben solcher ZahlenkundeMit Zehnern, Einern, Komma, Dezimal:So wäre unser Leben = eine Zahl?Was ist, das ist, trotz Prüfen, Zählen, Messen,Zurück und hier und vorwärts, nah und weit;Ob du noch nicht sie zähltest, ob vergessen,Anwesend ist [und war doch nie] die Zeit.Ob sie in Wolken liegt noch unerreicht,Ob du sie greifst, ob sie von dannen fleucht;Ist Alles, Alles nur die Ewigkeit,Punkt-Kugel. Ob du deine Flügel breitestUnd fliegst im All, du bleibst doch in der Zeit.Und ob im Punkt du tief und tiefer gleitestMilliardendezimal vom Punkt ..... Im AllIm Nichts .... was du erkennst, ist nur die Zahl.Und doch ists Ewigkeit, die Gott gepresstZur Zeit auf dass dein Witz davon erkenne,Was in dein enges Hirn sich stopfen lässt,Dein elend Hirn. So Menschlein – lustig nenne,Was du zu fassen meinst: nur Zahl, nur Zeit.Bist du am End, beginnt die Ewigkeit.Du fragst: was nütze dir die Zahl, die nurEin Triebsand, wo kein Anker haften bliebe?So schwing ich aus der Zahlen Unnatur!Jenseits der Sandbank Zeit die Insel LiebeIm Meer der Ewigkeit – ist Ankergrund.Du stehst, und Alles andere dreh' sich rund.

Da zählen wir es an den Fingern abNach Jahr und Monat, Woche, Tag und StundeVom Tag an, den uns unsere Mutter gab,Bis heut – und glauben solcher ZahlenkundeMit Zehnern, Einern, Komma, Dezimal:So wäre unser Leben = eine Zahl?

Was ist, das ist, trotz Prüfen, Zählen, Messen,Zurück und hier und vorwärts, nah und weit;Ob du noch nicht sie zähltest, ob vergessen,Anwesend ist [und war doch nie] die Zeit.Ob sie in Wolken liegt noch unerreicht,Ob du sie greifst, ob sie von dannen fleucht;

Ist Alles, Alles nur die Ewigkeit,Punkt-Kugel. Ob du deine Flügel breitestUnd fliegst im All, du bleibst doch in der Zeit.Und ob im Punkt du tief und tiefer gleitestMilliardendezimal vom Punkt ..... Im AllIm Nichts .... was du erkennst, ist nur die Zahl.

Und doch ists Ewigkeit, die Gott gepresstZur Zeit auf dass dein Witz davon erkenne,Was in dein enges Hirn sich stopfen lässt,Dein elend Hirn. So Menschlein – lustig nenne,Was du zu fassen meinst: nur Zahl, nur Zeit.Bist du am End, beginnt die Ewigkeit.

Du fragst: was nütze dir die Zahl, die nurEin Triebsand, wo kein Anker haften bliebe?So schwing ich aus der Zahlen Unnatur!Jenseits der Sandbank Zeit die Insel LiebeIm Meer der Ewigkeit – ist Ankergrund.Du stehst, und Alles andere dreh' sich rund.

Kannst du ein Ganzes teilen? Was unterfängst du dich Menschlein?Ehe den Nenner du nennst, zeugt für den Zähler dein Mund.*    *    *Doch der Allunitas gar meinst du Kinder zu zeugen;Ordnest die Spiegel im Kreis, drin sich die Eins beschaut.*    *    *Da seh ich: in Zwietracht die Dinge der Welt,Wie jedes Ganze zum Teil zerfällt,Und doch das Ganze zusammen hält! –Da seh ich: in Eintracht die Dinge stehn,Sich suchen, sich finden, im Kreise – drehn!Von aussen oder von innen gesehn:Es dividiert sich die Welt des ScheinsZum einen ewigen Urselbsteins;Und auch die Eintracht trägt als FruchtDas eine Sein als Urprodukt.

Kannst du ein Ganzes teilen? Was unterfängst du dich Menschlein?Ehe den Nenner du nennst, zeugt für den Zähler dein Mund.

*    *    *

Doch der Allunitas gar meinst du Kinder zu zeugen;Ordnest die Spiegel im Kreis, drin sich die Eins beschaut.

*    *    *

Da seh ich: in Zwietracht die Dinge der Welt,Wie jedes Ganze zum Teil zerfällt,Und doch das Ganze zusammen hält! –Da seh ich: in Eintracht die Dinge stehn,Sich suchen, sich finden, im Kreise – drehn!Von aussen oder von innen gesehn:Es dividiert sich die Welt des ScheinsZum einen ewigen Urselbsteins;Und auch die Eintracht trägt als FruchtDas eine Sein als Urprodukt.

Was die Seele dir drückt, wirf es hinaus im Rhythmus.Was kein Dampfkrahn hebt, spielend lüftet's der Vers.Auf dem Strome der Zeit vom Urquell der ewigen WeisheitSchwimmen bewimpelte Kähne ins Meer der Poesie.Ewige Finsterniss liegt im unbewegten Raume,Aber der Dichtkunst Fackel wandert von Hand zu Hand.Närrische Erdengötter, Fackeljongleure der Weisheit,Wandernde Lichtguirlanden fliegen von Kahn zu Kahn.

Was die Seele dir drückt, wirf es hinaus im Rhythmus.Was kein Dampfkrahn hebt, spielend lüftet's der Vers.

Auf dem Strome der Zeit vom Urquell der ewigen WeisheitSchwimmen bewimpelte Kähne ins Meer der Poesie.

Ewige Finsterniss liegt im unbewegten Raume,Aber der Dichtkunst Fackel wandert von Hand zu Hand.

Närrische Erdengötter, Fackeljongleure der Weisheit,Wandernde Lichtguirlanden fliegen von Kahn zu Kahn.

Kenne dich selbst, dass ist der Wahrheit innerstes Zentrum,Wo sich Anfang und Ende mit der Mitte vereint.Kenne dich selbst im Selbst, kenne dich wieder im Aussen;Aussen und Innen umspannt ewig das einzige Tu.Könntest du aussen wohl sein, wärest du selbst nicht innen?Wäre wohl einsam dein Herz, schlüge im Zweiten nicht deins?Droben auf tausend Sternen singt die Sehnsucht ihr Urlied.Einsam träumst du und lauschest – kennst du dein Wiegenlied nicht?

Kenne dich selbst, dass ist der Wahrheit innerstes Zentrum,Wo sich Anfang und Ende mit der Mitte vereint.

Kenne dich selbst im Selbst, kenne dich wieder im Aussen;Aussen und Innen umspannt ewig das einzige Tu.

Könntest du aussen wohl sein, wärest du selbst nicht innen?Wäre wohl einsam dein Herz, schlüge im Zweiten nicht deins?

Droben auf tausend Sternen singt die Sehnsucht ihr Urlied.Einsam träumst du und lauschest – kennst du dein Wiegenlied nicht?

Es ist ein Ton geklungenVon Ruhland übers Meer,In meinen Traum geklungen –Warum klingt es und singt es nicht mehr?»Die Welt ist gut, die Welt ist eins,Der Traum ist Urmusik;Und Gott ist Liebe, Sohn, und Geist ....Und eins ist Gott und ich.«

Es ist ein Ton geklungenVon Ruhland übers Meer,In meinen Traum geklungen –Warum klingt es und singt es nicht mehr?

»Die Welt ist gut, die Welt ist eins,Der Traum ist Urmusik;Und Gott ist Liebe, Sohn, und Geist ....Und eins ist Gott und ich.«

Weit! – Weit! – Drüben in RuhlandHängt eine Harfe am goldenen Baum;Da streicht der Wind durch die silbernen Saiten,Die klingen in meinen Traum.Weit! – weit übers LichtmeerGleitet ein schweigender Kahn.Und eine einsame TaubeDie kommt von Ruhland geflogenÜber die Wasserbahn.Es zieht eine wandernde WelleAuf glatter träumender Flut,Die hat ein silbernes StirnbandDas glitzert wie Maienschnee.Es schwimmt ein goldener ApfelVom goldenen Harfenbaum,Den hat der Wind gebrochenDer über die Saiten strich;Er ist ins Meer gefallenUnd treibt auf endloser FlächeEinsam uferverlorn.Da kam ein Sturm geflogenSausend und brausend daherVon Reuland über der Wüste –Da sank gebrochenes FittichsDie Taube trostlos ins Meer,Da ist die einsame WelleGequollen himmelanUnd hat das Meer verschlungenUnd Taube und Apfel und Kahn.Da haben die Saiten geklungenSo klagend übers Meer,Da ist eine Saite gesprungenUnd riss eine Wunde in meinen Traum,Als wenn mein Herz zersprungen wär.Die Harfe im goldenen ApfelbaumKlingt nun und nimmermehr.Ich hab im Traum geweinet,Das war ein Schmerz so weh,Und meine Tränen flossenWie Öl aufs wogende Meer.Da glätteten sich die Wogen,Da sass ich im kleinen Kahn,Den trieb die einsame WelleÜber die Fläche dahin.Da nahm ich den goldenen ApfelUnd auch die Taube in KahnUnd liess im Kahn mich treiben.....Und war eine Stille in LüftenEin Frieden wunderklar.Weit! – Weit! – drüben in RuhlandUnter dem goldenen ApfelbaumSingt ein Kindlein ein Wiegenlied.Leise, leise, gleitet mein KahnZur AllerseeleninselÜber die schweigende Flut.Blonder Knabe im lockigen Haar,Traum der Seele, die schuldlos war,Süsses Jesukindlein!Singst das eine urewige Lied,Singst der Menschheit Wiegenlied,Das ich in Ruhland gesungen.Liebes lächelndes Brüderlein,Warum liessest du mich allein?Warum nur im Traum der NachtDarf ich bei dir sein?Warum sang ich mein Wiegenlied,Warum sang ich in Ruhland nichtUnter dem Apfelbaum?Warum sing ich im Traum der NachtWarum sing ich mein WiegenliedAch! so ganz allein?»Brüderlein in Sünde,Warum bist du ein Mensch geworden,Mensch der Zwietracht, Mensch der Schuld?Warum Brüderlein?Schau die silberne Saite riss,Schau dein Herz ist wund,Kommst du nun zu mir zurück, Brüderlein?«Klingt so süss und klingt so weh,Sündenwissend sündenrein,Wieder mein Kinderstimmchen:Es ist ein Ton geklungenVon Ruhland übers Meer,Es ist eine Saite gesprungen,Die klingt nicht mehr.Es ist ein Echo gewandertNach Ruhland über das Meer,Das hat eine Botschaft verkündetIn Reuland über der Wüste,Nun ist es heimwärts flogenNach Ruhland übers Meer,Da wird ein Lied gesungenVon Ewigkeit her.Die Welt ist gut, die Welt ist eins,Der Traum ist Urmusik.Und Gott ist Liebe, Sohn, und GeistUnd eins ist Gott und ich.«

Weit! – Weit! – Drüben in RuhlandHängt eine Harfe am goldenen Baum;Da streicht der Wind durch die silbernen Saiten,Die klingen in meinen Traum.Weit! – weit übers LichtmeerGleitet ein schweigender Kahn.Und eine einsame TaubeDie kommt von Ruhland geflogenÜber die Wasserbahn.Es zieht eine wandernde WelleAuf glatter träumender Flut,Die hat ein silbernes StirnbandDas glitzert wie Maienschnee.Es schwimmt ein goldener ApfelVom goldenen Harfenbaum,Den hat der Wind gebrochenDer über die Saiten strich;Er ist ins Meer gefallenUnd treibt auf endloser FlächeEinsam uferverlorn.Da kam ein Sturm geflogenSausend und brausend daherVon Reuland über der Wüste –Da sank gebrochenes FittichsDie Taube trostlos ins Meer,Da ist die einsame WelleGequollen himmelanUnd hat das Meer verschlungenUnd Taube und Apfel und Kahn.Da haben die Saiten geklungenSo klagend übers Meer,Da ist eine Saite gesprungenUnd riss eine Wunde in meinen Traum,Als wenn mein Herz zersprungen wär.Die Harfe im goldenen ApfelbaumKlingt nun und nimmermehr.

Ich hab im Traum geweinet,Das war ein Schmerz so weh,Und meine Tränen flossenWie Öl aufs wogende Meer.Da glätteten sich die Wogen,Da sass ich im kleinen Kahn,Den trieb die einsame WelleÜber die Fläche dahin.Da nahm ich den goldenen ApfelUnd auch die Taube in KahnUnd liess im Kahn mich treiben.....

Und war eine Stille in LüftenEin Frieden wunderklar.

Weit! – Weit! – drüben in RuhlandUnter dem goldenen ApfelbaumSingt ein Kindlein ein Wiegenlied.

Leise, leise, gleitet mein KahnZur AllerseeleninselÜber die schweigende Flut.

Blonder Knabe im lockigen Haar,Traum der Seele, die schuldlos war,Süsses Jesukindlein!Singst das eine urewige Lied,Singst der Menschheit Wiegenlied,Das ich in Ruhland gesungen.Liebes lächelndes Brüderlein,Warum liessest du mich allein?Warum nur im Traum der NachtDarf ich bei dir sein?Warum sang ich mein Wiegenlied,Warum sang ich in Ruhland nichtUnter dem Apfelbaum?Warum sing ich im Traum der NachtWarum sing ich mein WiegenliedAch! so ganz allein?

»Brüderlein in Sünde,Warum bist du ein Mensch geworden,Mensch der Zwietracht, Mensch der Schuld?Warum Brüderlein?Schau die silberne Saite riss,Schau dein Herz ist wund,Kommst du nun zu mir zurück, Brüderlein?«

Klingt so süss und klingt so weh,Sündenwissend sündenrein,Wieder mein Kinderstimmchen:

Es ist ein Ton geklungenVon Ruhland übers Meer,Es ist eine Saite gesprungen,Die klingt nicht mehr.Es ist ein Echo gewandertNach Ruhland über das Meer,Das hat eine Botschaft verkündetIn Reuland über der Wüste,Nun ist es heimwärts flogenNach Ruhland übers Meer,Da wird ein Lied gesungenVon Ewigkeit her.

Die Welt ist gut, die Welt ist eins,Der Traum ist Urmusik.Und Gott ist Liebe, Sohn, und GeistUnd eins ist Gott und ich.«

Schluss des ersten Bandes der »KUGEL.«

Schluss des ersten Bandes der »KUGEL.«

Anmerkungen zur Transkription:Auflistung aller gegenüber dem Originaltext vorgenommenen Korrekturen:p 44: Schwingt der Aquator -> Äquatorp 46: Aber das Jpsesegment zehrt -> Ipsesegmentp 49: Aber mein Frennd -> Freundp 49: da sind wir wieder beim Ispe -> Ipsep 53: umschliesend -> umschliessendp 55: trotz Prüfen, Zählen Messen, -> trotz Prüfen, Zählen, Messen, (Komma hinzugefügt)Ue wurde im gesamten Text durch Ü ersetzt.Die Originalschreibweise und kleinere Inkonsistenzen in der Formatierung wurden prinzipiell beibehalten.

Anmerkungen zur Transkription:Auflistung aller gegenüber dem Originaltext vorgenommenen Korrekturen:

p 44: Schwingt der Aquator -> Äquatorp 46: Aber das Jpsesegment zehrt -> Ipsesegmentp 49: Aber mein Frennd -> Freundp 49: da sind wir wieder beim Ispe -> Ipsep 53: umschliesend -> umschliessendp 55: trotz Prüfen, Zählen Messen, -> trotz Prüfen, Zählen, Messen, (Komma hinzugefügt)

Ue wurde im gesamten Text durch Ü ersetzt.

Die Originalschreibweise und kleinere Inkonsistenzen in der Formatierung wurden prinzipiell beibehalten.

Transcriber’s Notes:List of all corrections applied to the original text:p 44: Schwingt der Aquator -> Äquatorp 46: Aber das Jpsesegment zehrt -> Ipsesegmentp 49: Aber mein Frennd -> Freundp 49: da sind wir wieder beim Ispe -> Ipsep 53: umschliesend -> umschliessendp 55: trotz Prüfen, Zählen Messen, -> trotz Prüfen, Zählen, Messen, (Comma added)Ue was replaced by Ü throughout the text.The original spelling and minor inconsistencies in the formatting have been maintained.

Transcriber’s Notes:List of all corrections applied to the original text:

p 44: Schwingt der Aquator -> Äquatorp 46: Aber das Jpsesegment zehrt -> Ipsesegmentp 49: Aber mein Frennd -> Freundp 49: da sind wir wieder beim Ispe -> Ipsep 53: umschliesend -> umschliessendp 55: trotz Prüfen, Zählen Messen, -> trotz Prüfen, Zählen, Messen, (Comma added)

Ue was replaced by Ü throughout the text.

The original spelling and minor inconsistencies in the formatting have been maintained.


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