STREITLOSE ABZEICHEN

»Wie aber wird man, ihr Brüder, ohne anzuhangen nicht erschüttert? Da hat einer, ihr Brüder, als erfahrener heiliger Jünger das Heilige gemerkt, ist der heiligen Lehre kundig, der heiligen Lehre wohlzugänglich, hat das Edle gemerkt, ist der Lehre der Edlen kundig, der Lehre der Edlen wohlzugänglich und betrachtet die Form nicht als sich selbst, noch sich selbst als formähnlich, noch in sich selbst die Form, noch in der Form sich selbst.{384}Nun wandelt sich ihm seine Form um, verändert sich. Wie sich ihm die Form umwandeltund verändert, dreht sich ihm das Bewusstsein um den Wandel der Form nicht herum. Ohne Herumdrehn um den Wandel der Form gehn Erschütterungen, wie es die Dinge mit sich bringen, nicht hervor, umspannen ihm nicht das Herz. Weil ihm das Herz nicht umspannt ist, kommt ihn kein Zittern, keine Quaal, kein Verzagen an: und ohne anzuhangen wird er nicht erschüttert. Das Gefühl, die Wahrnehmung, die Unterscheidungen, das Bewusstsein betrachtet er nicht als sich selbst, noch sich selbst als bewusstseinähnlich, noch in sich selbst das Bewusstsein, noch im Bewusstsein sich selbst. Nun wandelt sich ihm sein Bewusstsein um, verändert sich. Wie sich ihm das Bewusstsein umwandelt und verändert, dreht sich ihm das Bewusstsein um den Wandel des Bewusstseins nicht herum. Ohne Herumdrehn um den Wandel des Bewusstseins gehn Erschütterungen, wie es die Dinge mit sich bringen, nicht hervor, umspannen ihm nicht das Herz. Weil ihm das Herz nicht umspannt ist, kommt ihn kein Zittern, keine Quaal, kein Verzagen an: und ohne anzuhangen wird er nicht erschüttert. Also wird man, ihr Brüder, ohne anzuhangen unerschütterlich.

»Das, ihr Brüder, scheinen mir die ausgeführten Abzeichen jenes Stämpels zu sein, den uns der Erhabene im Umrisse dargestellt hat: ›Mehr und mehr, ihr Mönche, mag der Mönch Obacht üben, dass ihm da wie er Obacht übt nach außen das Bewusstsein nicht zerstreut, nicht zerfahren werde, innen nicht zuständig, ohne anzuhangen unerschütterlich sei; ist nach außen, ihr Mönche, das Bewusstsein nicht zerstreut, nicht zerfahren, innen nicht zuständig, wird man ohne anzuhangen unerschütterlichein Entstehn und Hervorgehn von Geburt und Alter, Tod und Leiden künftig nicht mehr finden.‹{385}Wenn es euch Ehrwürdigen nun recht ist, so gehet hin und befragt den Erhabenen selbst hierüber: wie es uns der Erhabene erklärt wollet es behalten.«

Da waren denn jene Mönche über des ehrwürdigen Mahākaccāno Rede erfreut, erhoben sich befriedigt von ihren Sitzen und begaben sich dorthin wo der Erhabene weilte, begrüßten den Erhabenen ehrerbietig und setzten sich seitwärts nieder. Seitwärts sitzend berichteten nun{386}jene Mönche dem Erhabenen Wort um Wort die ganze Begegnung, die sie mit dem ehrwürdigen Mahākaccāno gehabt hatten. »Da hat uns, o Herr, der ehrwürdige Mahākaccāno auf solche Weise, in solcher Art, mit solchen Bestimmungen den Inhalt dargestellt.«

»Weise, ihr Mönche, ist Mahākaccāno, wissensmächtig, ihr Mönche, ist Mahākaccāno. Wolltet ihr mich, ihr Mönche, um Aufklärung angehn, ich würde den Gegenstand genau so erläutern, wie ihn Mahākaccāno erläutert hat: denn eben das ist der Inhalt, und den sollt ihr derart bewahren.«

Also sprach der Erhabene. Zufrieden freuten sich jene Mönche über das Wort des Erhabenen.[184]

139.

Vierzehnter Theil

Neunte Rede

{387}Das hab’ ich gehört. Zu einer Zeit weilte der Erhabene bei Sāvatthī, im Siegerwalde, im Garten Anāthapiṇḍikos. Dort nun wandte sich der Erhabene an die Mönche: »Ihr Mönche!« — »Erlauchter!« antworteten da jene Mönche dem Erhabenen aufmerksam. Der Erhabene sprach also:

»Streitlose Abzeichen will ich euch Mönchen weisen: das höret und achtet wohl auf meine Rede.«

»Ja, o Herr!« antworteten da jene Mönche dem Erhabenen aufmerksam. Der Erhabene sprach also:

»Keinem Begierdenwohle sich hingeben, dem gewöhnlichen, gemeinen, alltäglichen, unheiligen, unheilsamen, und auch keiner Selbstkasteiung sich hingeben, der leidigen, unheiligen, unheilsamen: eben diese beiden Enden hat der Vollendete beiseite gelassen und den mittleren Pfad aufgefunden, auf dessen Fährte man sehend und wissend wird, der zur Ebbung, Durchschauung, Erwachung, Erlöschung führt. Zurede kennen und Abrede kennen; weil man Zurede kennt und Abrede kennt, weder zureden noch abreden: die Satzung eben aufweisen. Wohl ergründen verstehn; weil man Wohl ergründen versteht, innigem Wohle sich hingeben. Heimlich keine Rede führen, öffentlich keine flüsternde Sprache; und ohne sich zu eilen reden und nicht eilfertig. Was die Leute zu sagen belieben keiner Beachtung würdigen, den Namen nicht überschätzen. Das ist der Stämpel der streitlosen Abzeichen.

»‚Keinem Begierdenwohle sich hingeben, dem gewöhnlichen, gemeinen, alltäglichen, unheiligen, unheilsamen, und auch keiner Selbstkasteiung sich hingeben, der leidigen, unheiligen, unheilsamen‘: das ist gesagt worden; und warum ist das gesagt worden?{388}Wann Begierden ergetzen vergnüglich sich hingeben, gewöhnlich, gemein, alltäglich, unheilig, unheilsam, das ist ein leidiges Ding, ist quaalvoll, ist jammervoll, reich an Schmerzen, verkehrtes Vorgehn. Wann Begierden ergetzen vergnüglicher Hingabe sich nicht ergeben, der gewöhnlichen, gemeinen, alltäglichen, unheiligen, unheilsamen, das ist ein Ding ohne Leid, ist ohne Quaal, ohne Jammer, ohne Schmerz, rechtes Vorgehn. Der Selbstkasteiung sich hingeben, der leidigen, unheiligen, unheilsamen, das ist ein leidiges Ding, ist quaalvoll, ist jammervoll, reich an Schmerzen, verkehrtes Vorgehn. Der selbstkasteienden Hingabe sich nicht ergeben, der leidigen, unheiligen, unheilsamen, das ist ein Ding ohne Leid, ist ohne Quaal, ohne Jammer, ohne Schmerz, rechtes Vorgehn. ‚Keinem Begierdenwohle sich hingeben, dem gewöhnlichen, gemeinen, alltäglichen, unheiligen, unheilsamen, und auch keiner Selbstkasteiung sich hingeben, der leidigen, unheiligen, unheilsamen‘: wurde das gesagt, so war es darum gesagt.

»‚Eben diese beiden Enden hat der Vollendete beiseite gelassen und den mittleren Pfad aufgefunden, auf dessen Fährte man sehend und wissend wird, der zur Ebbung, Durchschauung, Erwachung, Erlöschung führt‘: das ist gesagt worden; und warum ist das gesagt worden? Um ebendiesen heiligen achtfältigen Weg, der da ist rechte Erkenntniss, rechte Gesinnung, rechte Rede,rechtes Handeln, rechtes Wandeln, rechtes Mühn, rechte Einsicht, rechte Einigung. ‚Eben diese beiden Enden hat der Vollendete beiseite gelassen und den mittleren Pfad aufgefunden, auf dessen Fährte man sehend und wissend wird, der zur Ebbung, Durchschauung, Erwachung, Erlöschung führt‘:{389}wurde das gesagt, so war es darum gesagt.

»‚Zurede kennen und Abrede kennen; weil man Zurede kennt und Abrede kennt, weder zureden noch abreden: die Satzung eben aufweisen‘: das ist gesagt worden; und warum ist das gesagt worden? Wie redet man also, ihr Mönche, zu, und wie redet man ab, und wie weist man die Satzung nicht auf? ‚Wann Begierden ergetzen vergnüglicher Hingabe sich ergeben, der gewöhnlichen, gemeinen, alltäglichen, unheiligen, unheilsamen, das ist für jeden leidig, ist quaalvoll, ist jammervoll, reich an Schmerzen, verkehrt vorgegangen‘: also sprechend redet man so manchen ab. ‚Wann Begierden ergetzen vergnüglicher Hingabe sich nicht ergeben, der gewöhnlichen, gemeinen, alltäglichen, unheiligen, unheilsamen, das ist für jeden ohne Leid, ist ohne Quaal, ohne Jammer, ohne Schmerz, recht vorgegangen‘: also sprechend redet man so manchen zu. ‚Der selbstkasteienden Hingabe sich ergeben, der leidigen, unheiligen, unheilsamen, das ist für jeden leidig, ist quaalvoll, ist jammervoll, reich an Schmerzen, verkehrt vorgegangen‘: also sprechend redet man so manchen ab. ‚Der selbstkasteienden Hingabe sich nicht ergeben, der leidigen, unheiligen, unheilsamen, das ist für jeden ohne Leid, ist ohne Quaal, ohne Jammer, ohne Schmerz, recht vorgegangen‘: also sprechend redet manso manchen zu. ‚Wer es auch sei, der die Fessel des Daseins nicht abgestreift hat, ein jeder solche hat Leid, hat Quaal, hat Jammer, hat Schmerz, ist verkehrt vorgegangen‘: also sprechend redet man so manchen ab. ‚Wer es auch sei, der die Fessel des Daseins abgestreift hat, ein jeder solche hat kein Leid, keine Quaal, keinen Jammer, keinen Schmerz, ist recht vorgegangen‘[185]: also sprechend redet man so manchen zu. Also, ihr Mönche, redet man zu, und redet man ab, und weist man die{390}Satzung nicht auf.

»Wie aber wird, ihr Mönche, weder zugeredet noch abgeredet, nur die Satzung aufgewiesen? ‚Wann Begierden ergetzen vergnüglicher Hingabe sich ergeben, der gewöhnlichen, gemeinen, alltäglichen, unheiligen, unheilsamen, das ist für jeden leidig, ist quaalvoll, ist jammervoll, reich an Schmerzen, verkehrt vorgegangen‘: das sagt man nicht. ‚Die Hingabe freilich, das ist ein leidiges Ding, ist quaalvoll, ist jammervoll, reich an Schmerzen, verkehrtes Vorgehn‘: also sprechend weist man eben die Satzung auf. ‚Wann Begierden ergetzen vergnüglicher Hingabe sich nicht ergeben, der gewöhnlichen, gemeinen, alltäglichen, unheiligen, unheilsamen, das ist für jeden ohne Leid, ist ohne Quaal, ohne Jammer, ohne Schmerz, recht vorgegangen‘: das sagt man nicht. ‚Keine Hingabe freilich, das ist ein Ding ohne Leid, ist ohne Quaal, ohne Jammer, ohne Schmerz, rechtes Vorgehn‘: also sprechend weist man eben die Satzung auf. ‚Der selbstkasteienden Hingabe sich ergeben, der leidigen, unheiligen, unheilsamen, das ist für jeden leidig, ist quaalvoll, ist jammervoll, reich an Schmerzen, verkehrt vorgegangen‘: das sagt man nicht.‚Die Hingabe freilich, das ist ein leidiges Ding, ist quaalvoll, ist jammervoll, reich an Schmerzen, verkehrtes Vorgehn‘: also sprechend weist man eben die Satzung auf. ‚Der selbstkasteienden Hingabe sich nicht ergeben, der leidigen, unheiligen, unheilsamen, das ist für jeden ohne Leid, ist ohne Quaal, ohne Jammer, ohne Schmerz, recht vorgegangen‘: das sagt man nicht. ‚Keine Hingabe freilich, das ist ein Ding ohne Leid, ist ohne Quaal, ohne Jammer, ohne Schmerz, rechtes Vorgehn‘: also sprechend weist man eben die Satzung auf. ‚Wer es auch sei, der die Fessel des Daseins nicht abgestreift hat, ein jeder solche hat Leid, hat Quaal, hat Jammer, hat Schmerz, ist verkehrt vorgegangen‘: das sagt man nicht. ‚Ist freilich die Fessel des Daseins nicht abgestreift, ist das Dasein nicht abgestreift worden‘: also sprechend weist man eben die Satzung auf. ‚Wer es auch sei, der die Fessel des Daseins abgestreift hat, ein jeder solche hat kein Leid, keine Quaal, keinen Jammer, keinen Schmerz, ist recht vorgegangen‘: das sagt man nicht. ‚Ist freilich die Fessel des Daseins abgestreift, ist das Dasein abgestreift worden‘:{391}also sprechend weist man eben die Satzung auf. Also wird, ihr Mönche, weder zugeredet noch abgeredet, nur die Satzung aufgewiesen. ‚Zurede kennen und Abrede kennen; weil man Zurede kennt und Abrede kennt, weder zureden noch abreden: die Satzung eben aufweisen‘: wurde das gesagt, so war es darum gesagt.

»‚Wohl ergründen verstehn; weil man Wohl ergründen versteht, innigem Wohle sich hingeben‘: das ist gesagt worden; und warum ist das gesagt worden? Fünf Begehrungen, ihr Mönche, giebt es: welche fünf? Diedurch das Gesicht ins Bewusstsein tretenden Formen, die ersehnten, geliebten, entzückenden, angenehmen, dem Begehren entsprechenden, reizenden; die durch das Gehör ins Bewusstsein tretenden Töne, die ersehnten, geliebten, entzückenden, angenehmen, dem Begehren entsprechenden, reizenden; die durch den Geruch ins Bewusstsein tretenden Düfte, die ersehnten, geliebten, entzückenden, angenehmen, dem Begehren entsprechenden, reizenden; die durch den Geschmack ins Bewusstsein tretenden Säfte, die ersehnten, geliebten, entzückenden, angenehmen, dem Begehren entsprechenden, reizenden; die durch das Getast ins Bewusstsein tretenden Tastungen, die ersehnten, geliebten, entzückenden, angenehmen, dem Begehren entsprechenden, reizenden. Das sind, ihr Mönche, die fünf Begehrungen. Was da, ihr Mönche, Wohl und Erwünschtes diesen fünf Begehrungen gemäß geht, das nennt man Begierdenwohl, kothiges Wohl, gemeines Menschenwohl, unheiliges Wohl.[186]Nicht zu pflegen, nicht zu hegen, nicht zu mehren ist es: zu hüten hat man sich vor solchem Wohle, sag’ ich. — Da weilt, ihr Mönche, ein Mönch, gar fern von Begierden, fern von unheilsamen Dingen, in sinnend gedenkender ruhegeborener säliger Heiterkeit, in der Weihe der ersten Schauung. Nach Vollendung des Sinnens und Gedenkens erwirkt er die innere Meeresstille, die Einheit des Gemüthes, die von sinnen, von gedenken freie, in der Einigung geborene sälige Heiterkeit, die Weihe der zweiten Schauung. In heiterer Ruhe verweilt er gleichmüthig, einsichtig, klar bewusst, ein Glück empfindet er im Körper, von dem die Heiligen sagen: ›Der gleichmüthig Einsichtige lebt beglückt‹; so erwirkt er die Weihe derdritten Schauung. Nach Verwerfung der Freuden und Leiden, nach Vernichtung des einstigen Frohsinns und Trübsinns erwirkt er die Weihe der leidlosen, freudlosen, gleichmüthig einsichtigen vollkommenen Reine, die vierte Schauung.{392}Das nennt man Wohl der Entsagung, Wohl der Einsamkeit, Wohl der Beruhigung, Wohl der Erwachung. Zu pflegen und zu hegen und zu mehren ist es: nicht zu hüten hat man sich vor solchem Wohle, sag’ ich. ‚Wohl ergründen verstehn; weil man Wohl ergründen versteht, innigem Wohle sich hingeben‘: wurde das gesagt, so war es darum gesagt.

»‚Heimlich keine Rede führen, öffentlich keine flüsternde Sprache‘: das ist gesagt worden; und warum ist das gesagt worden? Wer da, ihr Mönche, von einer heimlichen Rede weiß, dass sie unwahr, unächt, unheilsam ist, soll diese heimliche Rede gewiss nicht sagen. Weiß man aber von einer heimlichen Rede, dass sie wahr und ächt und unheilsam ist, soll man eben bestrebt sein, sie nicht zu sagen. Weiß man dagegen von einer heimlichen Rede, dass sie wahr und ächt und heilsam ist, mag man da die Zeit ermessen, diese heimliche Rede zu sagen. Wer da, ihr Mönche, von öffentlichem Geflüster weiß, dass es unwahr, unächt, unheilsam ist, soll dieses öffentliche Geflüster gewiss nicht sagen. Weiß man aber von einem öffentlichen Geflüster, dass es wahr und ächt und unheilsam ist, soll man eben bestrebt sein, es nicht zu sagen. Weiß man dagegen von einem öffentlichen Geflüster, dass es wahr und ächt und heilsam ist, mag man da die Zeit ermessen, dieses öffentliche Geflüster zu sagen. ‚Heimlich keine Redeführen, öffentlich keine flüsternde Sprache‘: wurde das gesagt, so war es darum gesagt.[187]

»‚Und ohne sich zu eilen reden und nicht eilfertig‘: das ist gesagt worden; und warum ist das gesagt worden? Wer da, ihr Mönche, in Eile redet, wird körperlich müde, geistig matt, die Stimme versagt, die Kehle wird heiser: undeutlich ist und unverständlich des Eilfertigen Rede. Wer da, ihr Mönche, ohne Eile redet, wird nicht körperlich müde, nicht geistig matt, die Stimme versagt nicht, die Kehle wird nicht heiser:{393}deutlich ist und verständlich die Rede dessen, der nicht eilt. ‚Und ohne sich zu eilen reden und nicht eilfertig‘: wurde das gesagt, so war es darum gesagt.[188]

»‚Was die Leute zu sagen belieben keiner Beachtung würdigen, den Namen nicht überschätzen‘: das ist gesagt worden; und warum ist das gesagt worden? Wie also wird, ihr Mönche, was die Leute zu sagen belieben der Beachtung gewürdigt und der Name überschätzt? Da wird man, ihr Mönche, wie es eben in mancherlei Gegenden üblich ist, ‚Beschützer‘ genannt, ‚Behüter‘ genannt, ‚Behälter‘ genannt, ‚Geschirr‘ genannt, ‚Geschmeiß‘ genannt, ‚Schmarotzer‘ genannt, ‚Geziefer‘ genannt, ‚Gesindel‘ genannt. Wie man bald so und bald so in diesen und jenen Gegenden genannt wird, giebt man da mehr und mehr genau und geflissentlich acht: ‚Dies nur ist Wahrheit, Unsinn anderes.‘ Also wird, ihr Mönche, was die Leute zu sagen belieben der Beachtung gewürdigt und der Name überschätzt.

»Wie aber wird, ihr Mönche, was die Leute zu sagen belieben keiner Beachtung gewürdigt und der Name nicht überschätzt? Da wird man, ihr Mönche, wie eseben in mancherlei Gegenden üblich ist, ‚Beschützer‘ genannt, ‚Behüter‘ genannt, ‚Behälter‘ genannt, ‚Geschirr‘ genannt, ‚Geschmeiß‘ genannt, ‚Schmarotzer‘ genannt, ‚Geziefer‘ genannt, ‚Gesindel‘ genannt. Wie man bald so und bald so in diesen und jenen Gegenden genannt wird, giebt man in dem Gedanken ›Das bringen wohl die Ehrwürdigen in Beziehung auf mich vor‹ minder und minder geflissentlich acht.{394}Also wird, ihr Mönche, was die Leute zu sagen belieben keiner Beachtung gewürdigt und der Name nicht überschätzt. ‚Was die Leute zu sagen belieben keiner Beachtung würdigen, den Namen nicht überschätzen‘: wurde das gesagt, so war es darum gesagt.

»Da ist nun, ihr Mönche, wann Begierden ergetzen vergnüglich sich hingeben, gewöhnlich, gemein, alltäglich, unheilig, unheilsam, ein leidiges Ding, ist quaalvoll, ist jammervoll, reich an Schmerzen, verkehrtes Vorgehn, ist darum ein streithaftes Ding. Da ist nun, ihr Mönche, wann Begierden ergetzen vergnüglicher Hingabe sich nicht ergeben, der gewöhnlichen, gemeinen, alltäglichen, unheiligen, unheilsamen, ein Ding ohne Leid, ist ohne Quaal, ohne Jammer, ohne Schmerz, rechtes Vorgehn, ist darum ein streitloses Ding. Da ist nun, ihr Mönche, der Selbstkasteiung sich hingeben, der leidigen, unheiligen, unheilsamen, ein leidiges Ding, ist quaalvoll, ist jammervoll, reich an Schmerzen, verkehrtes Vorgehn, ist darum ein streithaftes Ding. Da ist nun, ihr Mönche, der selbstkasteienden Hingabe sich nicht ergeben, der leidigen, unheiligen, unheilsamen, ein Ding ohne Leid, ist ohne Quaal, ohne Jammer, ohneSchmerz, rechtes Vorgehn, ist darum ein streitloses Ding.

»Da ist nun, ihr Mönche, der mittlere Pfad, den der Vollendete aufgefunden, auf dessen Fährte man sehend und wissend wird, der zur Ebbung, Durchschauung, Erwachung, Erlöschung führt, ein Ding ohne Leid, ist ohne Quaal, ohne Jammer, ohne Schmerz, rechtes Vorgehn, ist darum ein streitloses Ding.

»Da ist nun, ihr Mönche, zureden und abreden und nicht die Satzung aufweisen ein leidiges Ding, ist quaalvoll, ist jammervoll, reich an Schmerzen, verkehrtes Vorgehn, ist darum ein streithaftes Ding.{395}Da ist nun, ihr Mönche, weder zureden noch abreden, nur die Satzung aufweisen ein Ding ohne Leid, ist ohne Quaal, ohne Jammer, ohne Schmerz, rechtes Vorgehn, ist darum ein streitloses Ding.

»Da ist nun, ihr Mönche, Begierdenwohl, kothiges Wohl, gemeines Menschenwohl, unheiliges Wohl ein leidiges Ding, ist quaalvoll, ist jammervoll, reich an Schmerzen, verkehrtes Vorgehn, ist darum ein streithaftes Ding. Da ist nun, ihr Mönche, Wohl der Entsagung, Wohl der Einsamkeit, Wohl der Beruhigung, Wohl der Erwachung ein Ding ohne Leid, ist ohne Quaal, ohne Jammer, ohne Schmerz, rechtes Vorgehn, ist darum ein streitloses Ding.

»Da ist nun, ihr Mönche, heimliche Rede, die unwahr, unächt, unheilsam ist, ein leidiges Ding, ist quaalvoll, ist jammervoll, reich an Schmerzen, verkehrtes Vorgehn, ist darum ein streithaftes Ding. Da ist nun, ihr Mönche, heimliche Rede, die wahr und ächt und unheilsam ist, ein leidiges Ding, ist quaalvoll, ist jammervoll,reich an Schmerzen, verkehrtes Vorgehn, ist darum ein streithaftes Ding. Da ist nun, ihr Mönche, heimliche Rede, die wahr und ächt und heilsam ist, ein Ding ohne Leid, ist ohne Quaal, ohne Jammer, ohne Schmerz, rechtes Vorgehn, ist darum ein streitloses Ding.

»Da ist nun, ihr Mönche, öffentliches Geflüster, das unwahr, unächt, unheilsam ist, ein leidiges Ding, ist quaalvoll, ist jammervoll, reich an Schmerzen, verkehrtes Vorgehn, ist darum ein streithaftes Ding. Da ist nun, ihr Mönche, öffentliches Geflüster, das wahr und ächt und unheilsam ist, ein leidiges Ding, ist quaalvoll, ist jammervoll, reich an Schmerzen, verkehrtes Vorgehn, ist darum ein streithaftes Ding. Da ist nun, ihr Mönche, öffentliches Geflüster, das wahr und ächt und heilsam ist, ein Ding ohne Leid,{396}ist ohne Quaal, ohne Jammer, ohne Schmerz, rechtes Vorgehn, ist darum ein streitloses Ding.

»Da ist nun, ihr Mönche, in Eile reden ein leidiges Ding, ist quaalvoll, ist jammervoll, reich an Schmerzen, verkehrtes Vorgehn, ist darum ein streithaftes Ding. Da ist nun, ihr Mönche, ohne Eile reden ein Ding ohne Leid, ist ohne Quaal, ohne Jammer, ohne Schmerz, rechtes Vorgehn, ist darum ein streitloses Ding.

»Da ist nun, ihr Mönche, was die Leute zu sagen belieben der Beachtung würdigen und den Namen überschätzen ein leidiges Ding, ist quaalvoll, ist jammervoll, reich an Schmerzen, verkehrtes Vorgehn, ist darum ein streithaftes Ding. Da ist nun, ihr Mönche, was die Leute zu sagen belieben keiner Beachtung würdigen und den Namen nicht überschätzen ein Ding ohne Leid, ist ohne Quaal, ohne Jammer, ohne Schmerz, rechtes Vorgehn, ist darum ein streitloses Ding.

»Darum aber, ihr Mönche: ›Streithaftes Ding wollen wir verstehn und streitloses Ding; haben wir streithaftes Ding verstanden und streitloses Ding, werden wir auf streitlosem Pfade vorschreiten‹: so habt ihr, Mönche, euch wohl zu üben.«

Also sprach der Erhabene. Zufrieden freuten sich jene Mönche über das Wort des Erhabenen.[189]

140.

Vierzehnter Theil

Zehnte Rede

{397}Das hab’ ich gehört. Zu einer Zeit wanderte der Erhabene im Lande Magadhā von Ort zu Ort weiter und kam nach Rājagaham, begab sich zu Bhaggavo[190]dem Hafner, sprach Bhaggavo den Hafner also an:

»Wenn es dir, Bhaggaver, nicht ungelegen ist, bleiben wir über Nacht im Vorsaale.«

»Es ist mir, o Herr, nicht ungelegen; doch ist ein Pilger da, der schon sein Lager hier aufgeschlagen hat: wenn es dem recht ist, mögt ihr bleiben, o Herr, nach Belieben.«

Um diese Zeit nun war ein edler Sohn, Pukkusāti mit Namen, um des Erhabenen willen, von Zutrauen bewogen, aus dem Hause in die Hauslosigkeit gezogen. Der hatte im Vorsaale bei jenem Hafner sein Lager schon aufgeschlagen. Da schritt nun der Erhabene an den ehrwürdigen Pukkusāti heran und sprach also zu ihm:

»Wenn es dir, Mönch, nicht ungelegen ist, bleiben wir über Nacht im Vorsaale.«

»Geräumig, Bruder, ist der Vorsaal des Hafners: bleibe der Ehrwürdige nach Belieben.«

Da trat nun der Erhabene in den Vorsaal des Hafners ein, spreitete an der einen Wand die Strohmatte auf und setzte sich nieder, die Beine verschränkt, den Körper gerade aufgerichtet, der Pflege der Einsicht oblegen. Und der Erhabene brachte einen großen Theil der Nacht im Sitzen zu. Und auch der ehrwürdige Pukkusāti brachte einen großen Theil der Nacht im Sitzen zu. Da gedachte denn der Erhabene bei sich: ›Ob wohl dieser edle Sohn fröhlich beflissen ist? Wie, wenn ich ihn nun fragte?‹ Und der Erhabene wandte sich also an den ehrwürdigen Pukkusāti:

»Um wessen willen, o Mönch, bist du hinausgezogen?{398}Wer ist wohl dein Meister? Oder zu wessen Lehre bekennst du dich?«

»Es ist, o Bruder, der Asket Gotamo, der Sakyersohn, der dem Erbe der Sakyer entsagt hat! Diesen Herrn Gotamo aber begrüßt man allenthalben mit dem frohen Ruhmesrufe, so zwar: ›Das ist der Erhabene, der Heilige, vollkommen Erwachte, der Wissens- und Wandelsbewährte, der Willkommene, der Welt Kenner, der unvergleichliche Leiter der Männerheerde, der Meister der Götter und Menschen, der Erwachte, der Erhabene.‹ Um des Erhabenen willen bin ich hinausgezogen, Er, der Erhabene ist mein Meister, und zu seiner, zu des Erhabenen Lehre bekenne ich mich.«

»Wo aber, Mönch, weilt Er jetzt, der Erhabene, der Heilige, vollkommen Erwachte?«

»Es ist, o Bruder, oben im nördlichen Reiche eine Stadt gelegen, die Sāvatthī heißt: dort hat Er, der Erhabene gegenwärtig seinen Aufenthalt, der Heilige, vollkommen Erwachte.«

»Hast du aber, Mönch, Ihn, den Erhabenen schon einmal gesehn, und würdest du ihn, wenn du ihn sähest, erkennen?«

»Nein, Bruder, ich habe Ihn, den Erhabenen noch nicht gesehn, und sähe ich ihn, würd’ ich ihn nicht erkennen.«

Da gedachte denn der Erhabene bei sich: ›Um meinetwillen ist dieser edle Sohn hinausgezogen; wie, wenn ich ihm nun die Lehre darlegte?‹ Und der Erhabene wandte sich an den ehrwürdigen Pukkusāti und sprach:

»Die Lehre will ich dir, Mönch, darlegen: höre sie und achte wohl auf meine Rede.«

»Gern, Bruder!« sagte da zustimmend der ehrwürdige Pukkusāti dem Erhabenen. Der Erhabene sprach also:

»Sechsfache Artung, Mönch, hat der Mensch an sich, sechsfache Berührung, achtzehn geistige Angehungen, vier Belehnungen; Weisheit soll er nicht preisgeben, Wahrheit bewahren, Entsagung vollziehn, den Frieden eben zu finden suchen; auf dass ihn wo er steht kein dünkendes Wähnen ankommen kann: kann aber kein dünkendes Wähnen ankommen, wird er der ›Stille Denker‹ genannt. Das ist der Stämpel der Abzeichen sechsfacher Artung.

»‚Sechsfache Artung, Mönch, hat der Mensch an sich‘: das ist gesagt worden; und warum ist das gesagt worden?{399}Sechs giebt es, Mönch, der Artungen: Art derErde, Art des Wassers, Art des Feuers, Art der Luft, Art des Raumes, Art des Bewusstseins. ‚Sechsfache Artung, Mönch, hat der Mensch an sich‘: wurde das gesagt, so war es darum gesagt.

»‚Sechsfache Berührung, Mönch, hat der Mensch an sich‘: das ist gesagt worden; und warum ist das gesagt worden? Gesicht ist Berührung, Gehör ist Berührung, Geruch ist Berührung, Geschmack ist Berührung, Getast ist Berührung, Gedenken ist Berührung. ‚Sechsfache Berührung, Mönch, hat der Mensch an sich‘: wurde das gesagt, so war es darum gesagt.

»‚Achtzehn geistige Angehungen, Mönch, hat der Mensch an sich‘: das ist gesagt worden; und warum ist das gesagt worden? Hat man mit dem Gesichte eine Form erblickt, so geht man die erfreulich bestehende Form an, geht die unerfreulich bestehende Form an, geht die gleichgültig bestehende Form an. Hat man mit dem Gehöre einen Ton gehört, hat man mit dem Geruche einen Duft gerochen, hat man mit dem Geschmacke einen Saft geschmeckt, hat man mit dem Getaste eine Tastung getastet, hat man mit dem Gedenken ein Ding erkannt, so geht man das erfreulich bestehende Ding an, geht das unerfreulich bestehende Ding an, geht das gleichgültig bestehende Ding an. So giebt es sechs erfreuliche Angehungen, sechs unerfreuliche Angehungen, sechs gleichgültige Angehungen. ‚Achtzehn geistige Angehungen, Mönch, hat der Mensch an sich‘: wurde das gesagt, so war es darum gesagt.

»‚Vier Belehnungen, Mönch, hat der Mensch an sich‘: das ist gesagt worden; und warum ist das gesagt worden? Um die Belehnung mit Weisheit, die Belehnungmit Wahrheit, die Belehnung mit Entsagung, die Belehnung mit Beruhigung. ‚Vier Belehnungen, Mönch, hat der Mensch an sich‘: wurde das gesagt, so war es darum gesagt.

{400}»‚Weisheit soll er nicht preisgeben, Wahrheit bewahren, Entsagung vollziehn, den Frieden eben zu finden suchen‘: das ist gesagt worden; und warum ist das gesagt worden? Wie also, Mönch, giebt man die Weisheit nicht preis? Sechs Artungen sind da, Mönch, vorhanden: Art der Erde, Art des Wassers, Art des Feuers, Art der Luft, Art des Raumes, Art des Bewusstseins. Was ist nun, Mönch, Art der Erde? Art der Erde mag innerlich sein oder äußerlich. Was ist aber, Mönch, innerliche Erdenart? Was sich innerlich einzeln fest und hart dargestellt hat, als wie Kopfhaare, Körperhaare, Nägel, Zähne, Haut, Fleisch, Sehnen, Knochen, Mark, Nieren, Herz, Leber, Zwerchfell, Milz, Lunge, Magen, Eingeweide, Weichtheile, Koth, oder was sich irgend sonst noch innerlich einzeln fest und hart dargestellt hat: das nennt man, Mönch, innerliche Erdenart. Was es nun da an innerlicher Erdenart und was es an äußerlicher Erdenart giebt, ist eben Art der Erde. Und: ›Das gehört mir nicht, das bin ich nicht, das ist nicht mein Selbst‹: so ist das, der Wahrheit gemäß, mit vollkommener Weisheit anzusehn. Hat man das also, der Wahrheit gemäß, mit vollkommener Weisheit erkannt, wird man der Erdenart satt, löst den Sinn von der Erdenart ab.

»Was ist nun, Mönch, Art des Wassers? Art des Wassers mag innerlich sein oder äußerlich. Was ist aber, Mönch, innerliche Wasserart? Was sich innerlich einzeln flüssig und wässerig dargestellt hat, als wieGalle, Schleim, Eiter, Blut, Schweiß, Lymphe, Thränen, Serum, Speichel, Rotz, Gelenköl, Harn, oder was sich irgend sonst noch innerlich einzeln flüssig und wässerig dargestellt hat: das nennt man, Mönch, innerliche Wasserart. Was es nun da an innerlicher Wasserart und was es an äußerlicher Wasserart giebt,{401}ist eben Art des Wassers. Und: ›Das gehört mir nicht, das bin ich nicht, das ist nicht mein Selbst‹: so ist das, der Wahrheit gemäß, mit vollkommener Weisheit anzusehn. Hat man das also, der Wahrheit gemäß, mit vollkommener Weisheit erkannt, wird man der Wasserart satt, löst den Sinn von der Wasserart ab.

»Was ist nun, Mönch, Art des Feuers? Art des Feuers mag innerlich sein oder äußerlich. Was ist aber, Mönch, innerliche Feuerart? Was sich innerlich einzeln flammig und feurig dargestellt hat, als wie wodurch Wärme erzeugt wird, wodurch man verdaut, wodurch man sich erhitzt, wodurch gekaute Speise und geschlürfter Trank einer vollkommenen Umwandlung erliegen, oder was sich irgend sonst noch innerlich einzeln flammig und feurig dargestellt hat: das nennt man, Mönch, innerliche Feuerart. Was es nun da an innerlicher Feuerart und was es an äußerlicher Feuerart giebt, ist eben Art des Feuers. Und: ›Das gehört mir nicht, das bin ich nicht, das ist nicht mein Selbst‹: so ist das, der Wahrheit gemäß, mit vollkommener Weisheit anzusehn. Hat man das also, der Wahrheit gemäß, mit vollkommener Weisheit erkannt, wird man der Feuerart satt, löst den Sinn von der Feuerart ab.

»Was ist nun, Mönch, Art der Luft? Art der Luft mag innerlich sein oder äußerlich. Was ist aber, Mönch,innerliche Luftart? Was sich innerlich einzeln flüchtig und luftig dargestellt hat, als wie die aufsteigenden und die absteigenden Winde, die Winde des Bauches und Darmes, die Winde, die jedes Glied durchströmen, die Einathmung und die Ausathmung: dies, oder was sich irgend sonst noch innerlich einzeln flüchtig und luftig dargestellt hat,{402}das nennt man, Mönch, innerliche Luftart. Was es nun da an innerlicher Luftart und was es an äußerlicher Luftart giebt, ist eben Art der Luft. Und: ›Das gehört mir nicht, das bin ich nicht, das ist nicht mein Selbst‹: so ist das, der Wahrheit gemäß, mit vollkommener Weisheit anzusehn. Hat man das also, der Wahrheit gemäß, mit vollkommener Weisheit erkannt, wird man der Luftart satt, löst den Sinn von der Luftart ab.

»Was ist nun, Mönch, Art des Raumes? Art des Raumes mag innerlich sein oder äußerlich. Was ist aber, Mönch, innerliche Raumart? Was sich innerlich einzeln räumlich und örtlich dargestellt hat, als wie die Ohrhöhle, die Nasenhöhle, die Mundöffnung, wodurch man gekaute Speise und geschlürften Trank einnimmt, wo gekaute Speise und geschlürfter Trank sich aufhält, wodurch gekaute Speise und geschlürfter Trank unten abgeht, oder was sich irgend sonst noch innerlich einzeln räumlich und örtlich dargestellt hat, das nennt man, Mönch, innerliche Raumart. Was es nun da an innerlicher Raumart und was es an äußerlicher Raumart giebt, ist eben Art des Raumes. Und: ›Das gehört mir nicht, das bin ich nicht, das ist nicht mein Selbst‹: so ist das, der Wahrheit gemäß, mit vollkommener Weisheit anzusehn. Hat man das also, der Wahrheit gemäß,mit vollkommener Weisheit erkannt, wird man der Raumart satt, löst den Sinn von der Raumart ab.

»Es bleibt nunmehr noch das Bewusstsein übrig, das geläuterte, das geklärte. Mit diesem Bewusstsein wird man wessen bewusst?[191]Wohles wird man da bewusst, Wehes wird man da bewusst, weder Wehes noch Wohles wird man da bewusst. Auf eine Berührung, Mönch, die wohlig zu empfinden ist, erfolgt ein wohliges Gefühl.{403}Und ein wohliges Gefühl empfindend erkennt man: ›Ein wohliges Gefühl empfind’ ich.‹ Weil aber die wohlig zu empfindende Berührung aufhört, hört ein dadurch fühlbar gewordenes, auf wohlig empfundene Berührung erfolgtes wohliges Gefühl auf, und man erkennt: ›Es löst sich auf.‹ Auf eine Berührung, Mönch, die wehe zu empfinden ist, erfolgt ein wehes Gefühl. Und ein wehes Gefühl empfindend erkennt man: ›Ein wehes Gefühl empfind’ ich.‹ Weil aber die wehe zu empfindende Berührung aufhört, hört ein dadurch fühlbar gewordenes, auf wehe empfundene Berührung erfolgtes wehes Gefühl auf, und man erkennt: ›Es löst sich auf.‹ Auf eine Berührung, Mönch, die weder wehe noch wohl zu empfinden ist, erfolgt ein weder wehes noch wohliges Gefühl. Und ein weder wehes noch wohliges Gefühl empfindend erkennt man: ›Ein weder wehes noch wohliges Gefühl empfind’ ich.‹ Weil aber die weder wehe noch wohlig zu empfindende Berührung aufhört, hört ein dadurch fühlbar gewordenes, auf weder wehe noch wohlig empfundene Berührung erfolgtes weder wehes noch wohliges Gefühl auf, und man erkennt: ›Es löst sich auf.‹

»Gleichwie etwa, Mönch, wann da zwei Scheite mit einander gerieben, mit einander geraspelt werden,Wärme entsteht, Feuer hervorbricht; und wann ebendiese beiden Scheite auseinandergerathen, sich trennen, die erst entstandene Wärme wieder vergeht und sich auflöst[192]: ebenso nun auch, Mönch, erfolgt auf eine Berührung, die wohlig zu empfinden ist, ein wohliges Gefühl. Und ein wohliges Gefühl empfindend erkennt man: ›Ein wohliges Gefühl empfind’ ich.‹ Weil aber die wohlig zu empfindende Berührung aufhört, hört ein dadurch fühlbar gewordenes, auf wohlig empfundene Berührung erfolgtes wohliges Gefühl auf, und man erkennt: ›Es löst sich auf.‹ Auf eine Berührung, Mönch, die wehe zu empfinden ist, erfolgt ein wehes Gefühl.{404}Und ein wehes Gefühl empfindend erkennt man: ›Ein wehes Gefühl empfind’ ich.‹ Weil aber die wehe zu empfindende Berührung aufhört, hört ein dadurch fühlbar gewordenes, auf wehe empfundene Berührung erfolgtes wehes Gefühl auf, und man erkennt: ›Es löst sich auf.‹ Auf eine Berührung, Mönch, die weder wehe noch wohlig zu empfinden ist, erfolgt ein weder wehes noch wohliges Gefühl. Und ein weder wehes noch wohliges Gefühl empfindend erkennt man: ›Ein weder wehes noch wohliges Gefühl empfind’ ich.‹ Weil aber die weder wehe noch wohlig zu empfindende Berührung aufhört, hört ein dadurch fühlbar gewordenes, auf weder wehe noch wohlig empfundene Berührung erfolgtes weder wehes noch wohliges Gefühl auf, und man erkennt: ›Es löst sich auf.‹

»Es bleibt nunmehr noch der Gleichmuth übrig, der geläuterte, der geklärte, der geschmeidige, biegsame, durchleuchtige. Gleichwie etwa, Mönch, wenn ein geschickter Goldschmidt oder Goldschmidtgeselle ein Schmelzfeuer anmachte, und hat er das Schmelzfeuer angemachtden Schmelztiegel zusetzte, und hat er den Schmelztiegel zugesetzt mit der Zange ein Stück Gold fasste und in den Schmelztiegel hineinlegte, und es nun von Zeit zu Zeit auftriebe, von Zeit zu Zeit mit Wasser beträufelte, von Zeit zu Zeit in Augenschein nähme: da wird dieses Stück Gold dann bald getrieben sein, gut getrieben, fein getrieben, fein gesäubert, gereinigt von Unrath, geschmeidig, biegsam, durchleuchtig geworden; und zu was für Schmucksachen auch immer er es verarbeiten will, sei es zu einem Armreifen oder einem Ohrringe, zu einem Halsbande oder einer güldenen Kette, es wird seinem Zwecke entsprechen: ebenso nun auch, Mönch, bleibt nunmehr noch der Gleichmuth übrig, der geläuterte, der geklärte, der geschmeidige, biegsame, durchleuchtige.

{405}»Also gewahrt man da: ›Mag ich nun diesen Gleichmuth, den also geläuterten, also geklärten, der unbegränzten Raumsphäre zukehren und dementsprechend das Gemüth ausbilden, mag mir also dieser Gleichmuth, daran gewohnt, daran gehangen, geraume lange Zeiten hindurch ausdauern. Mag ich nun diesen Gleichmuth, den also geläuterten, also geklärten, der unbegränzten Bewusstseinsphäre zukehren und dementsprechend das Gemüth ausbilden, mag mir also dieser Gleichmuth, daran gewohnt, daran gehangen, geraume lange Zeiten hindurch ausdauern. Mag ich nun diesen Gleichmuth, den also geläuterten, also geklärten, der Nichtdaseinsphäre zukehren und dementsprechend das Gemüth ausbilden, mag mir also dieser Gleichmuth, daran gewohnt, daran gehangen, geraume lange Zeiten hindurch ausdauern. Mag ich nun diesen Gleichmuth, den also geläuterten,also geklärten, der Gränzscheide möglicher Wahrnehmung zukehren und dementsprechend das Gemüth ausbilden, mag mir also dieser Gleichmuth, daran gewohnt, daran gehangen, geraume lange Zeiten hindurch ausdauern.‹

»Also gewahrt man da: ›Mag ich nun diesen Gleichmuth, den also geläuterten, also geklärten, der unbegränzten Raumsphäre zukehren und dementsprechend das Gemüth ausbilden: es ist zusammengesetzt. Mag ich nun diesen Gleichmuth, den also geläuterten, also geklärten, der unbegränzten Bewusstseinsphäre zukehren und dementsprechend das Gemüth ausbilden: es ist zusammengesetzt. Mag ich nun diesen Gleichmuth, den also geläuterten, also geklärten, der Nichtdaseinsphäre zukehren und dementsprechend das Gemüth ausbilden: es ist zusammengesetzt. Mag ich nun diesen Gleichmuth, den also geläuterten, also geklärten, der Gränzscheide möglicher Wahrnehmung zukehren und dementsprechend das Gemüth ausbilden: es ist zusammengesetzt.‹

»Man setzt aber nichts zusammen und sinnt nichts zusammen, weder an Sein noch an Nichtsein.{406}Weil man nichts zusammensetzt, nichts zusammensinnt, an Sein oder Nichtsein, ist man an nichts in der Welt gehangen. An nichts gehangen ist man unerschütterlich. Unerschütterlich erlangt man eben die eigene Wahnerlöschung: ›Versiegt ist die Geburt, vollendet das Asketenthum, gewirkt das Werk, nicht mehr ist diese Welt‹ versteht man da.

»Empfindet man nun ein wohliges Gefühl, so erkennt man ›es ist vergänglich‹, erkennt ›ist unangelegen‹, erkennt ›ist unangenommen‹. Empfindet man ein wehesGefühl, so erkennt man ›es ist vergänglich‹, erkennt ›ist unangelegen‹, erkennt ›ist unangenommen‹. Empfindet man ein weder wehes noch wohliges Gefühl, so erkennt man ›es ist vergänglich‹, erkennt ›ist unangelegen‹, erkennt ›ist unangenommen‹.

»Empfindet man nun ein wohliges Gefühl, so empfindet man es als ein Losgelöster. Empfindet man ein wehes Gefühl, so empfindet man es als ein Losgelöster. Empfindet man ein weder wehes noch wohliges Gefühl, so empfindet man es als ein Losgelöster.

»Empfindet man nun ein körpergefährdendes Gefühl, so erkennt man: ›Ein körpergefährdendes Gefühl empfind’ ich.‹ Empfindet man ein lebengefährdendes Gefühl, so erkennt man: ›Ein lebengefährdendes Gefühl empfind’ ich.‹ Man erkennt: ›Wann der Körper sich auflöst, bis das Leben verbraucht ist, wird noch hienieden alles was empfinden und annehmen heißt erloschen sein‹.

»Gleichwie etwa, Mönch, das Oel und der Docht eine Oellampe leuchten lassen; wann aber Oel und Docht verbraucht sind und neue Nahrung nicht zugeführt wird, sie ohne Nahrung erlischt: ebenso nun auch, Mönch, erkennt man, ein körpergefährdendes Gefühl empfindend, ›Ein körpergefährdendes Gefühl empfind’ ich‹; erkennt man, ein lebengefährdendes Gefühl empfindend, ›Ein lebengefährdendes Gefühl empfind’ ich‹; erkennt man ›Wann der Körper sich auflöst, bis das Leben verbraucht ist,{407}wird noch hienieden alles was empfinden und annehmen heißt erloschen sein‹.

»So ist nun ein dahin gelangter Mönch mit dieser höchsten Weisheit belehnt. Das ist ja, Mönch, diehöchste, heilige Weisheit, nämlich alles Leiden versiegt wissen. Der hat eine Freiheit gefunden, die wahrhaft besteht, unantastbar. Das ist ja, Mönch, falsch, was eitel ist: und das ist wahr, was ächt ist, Wahnerlöschung.

»So ist nun ein dahin gelangter Mönch mit dieser höchsten Wahrheit belehnt. Das ist ja, Mönch, die höchste, heilige Wahrheit, nämlich was ächt ist, die Wahnerlöschung.

»Was er aber da einst als Unwissender für Anhaftungen vollzogen und vollbracht hatte, die hat er überstanden, an der Wurzel abgeschnitten, einem Palmstumpf gleichgemacht, so dass sie nicht mehr keimen, nicht mehr sich entwickeln können.

»So ist nun ein dahin gelangter Mönch mit dieser höchsten Entsagung belehnt. Das ist ja, Mönch, die höchste, heilige Entsagung, nämlich aller Anhaftungen sich entäußern.

»Was er aber da einst als Unwissender für Begier hatte und Willen und Eigensucht, die hat er überstanden, an der Wurzel abgeschnitten, einem Palmstumpf gleichgemacht, so dass sie nicht mehr keimen, nicht mehr sich entwickeln können.

»Was er aber da einst als Unwissender für Aerger hatte und Hass und Verbitterung, die hat er überstanden, an der Wurzel abgeschnitten, einem Palmstumpf gleichgemacht, so dass sie nicht mehr keimen, nicht mehr sich entwickeln können.

»Was er aber da einst als Unwissender für Unkenntniss hatte und Blödigkeit und Verblendung, die hat er überstanden, an der Wurzel abgeschnitten, einem Palmstumpfgleichgemacht, so dass sie nicht mehr keimen, nicht mehr sich entwickeln können.

»So ist nun ein dahin gelangter Mönch mit dieser höchsten Beruhigung belehnt. Das ist ja, Mönch, die höchste, heilige Beruhigung, nämlich Gier, Hass und Irre aufgelöst haben. —{408}‚Weisheit soll er nicht preisgeben, Wahrheit bewahren, Entsagung vollziehn, den Frieden eben zu finden suchen‘: wurde das gesagt, so war es darum gesagt.

»‚Auf dass ihn wo er steht kein dünkendes Wähnen ankommen kann: kann aber kein dünkendes Wähnen ankommen, wird er der ›Stille Denker‹ genannt‘: das ist gesagt worden; und warum ist das gesagt worden? ›Ich bin‹ ist, Mönch, ein Dünken, ›Ich bin nicht‹ ist ein Dünken, ›Ich werde sein‹ ist ein Dünken, ›Ich werde nicht sein‹ ist ein Dünken; ›Formhaft werde ich sein‹ ist ein Dünken, ›Formlos werde ich sein‹ ist ein Dünken; ›Bewusst werde ich sein‹ ist ein Dünken, ›Unbewusst werde ich sein‹ ist ein Dünken, ›Weder bewusst noch unhewusst werde ich sein‹ ist ein Dünken. Dünken, Mönch, ist krank sein, Dünken ist wund sein, Dünken ist weh sein: ist aber alles Dünken, Mönch, überstanden, so wird man ›Stiller Denker‹ genannt. Und der Denker nun, Mönch, der stille, entsteht nicht, vergeht nicht, erstirbt nicht, erbebt nicht, verlangt nicht. Das eben, Mönch, giebt’s nicht bei ihm, dass er entstände; weil er nicht entsteht, wie sollt’ er vergehn? weil er nicht vergeht, wie sollt’ er ersterben? weil er nicht erstirbt, wie sollt’ er erbeben? weil er nicht erbebt, wonach sollt’ er verlangen? — ‚Auf dass ihn wo er steht kein dünkendes Wähnen ankommen kann: kann aber kein dünkendesWähnen ankommen, wird er der ›Stille Denker‹ genannt‘: wurde das gesagt, so war es darum gesagt.

»Das magst du nun, Mönch, als kurz von mir umrissene Abzeichen sechsfacher Artung betrachten.«

Da wusste ja der ehrwürdige Pukkusāti: ›Der Meister, wahrlich, hat mich besucht, der Willkommene, wahrlich, hat mich besucht, der vollkommen Erwachte, wahrlich, hat mich besucht‹; und er stand auf, entblößte die eine Schulter, fiel dem Erhabenen zu Füßen und sprach also[193]:

»Möchte mir, o Herr, der Erhabene selbst die Ordensweihe{409}ertheilen!«

»Hast du denn, Mönch, Mantel und Almosenschaale schon erhalten?«

»Noch nicht erhalten, o Herr, hab’ ich Mantel und Almosenschaale.«

»Nicht mögen, o Mönch, Vollendete ohne Mantel und Almosenschaale die Ordensweihe ertheilen.«

Und der ehrwürdige Pukkusāti, durch des Erhabenen Rede erfreut und befriedigt, stand auf, begrüßte den Erhabenen ehrerbietig, ging rechts herum und zog von dannen, Mantel und Almosenschaale sich zu verschaffen.

Wie nun der ehrwürdige Pukkusāti nach Mantel und Almosenschaale umherzog, wurde er durch eine Kuh des Lebens beraubt.[194]

Da begaben sich denn viele Mönche zum Erhabenen hin, begrüßten den Erhabenen ehrerbietig und setzten sich seitwärts nieder. Seitwärts sitzend sprachen nun die Mönche zum Erhabenen also:

»Der da, o Herr, Pukkusāti hieß, der edle Sohn, den der Erhabene in kurzer Aufklärung aufgeklärt hatte, der ist gestorben. Wo ist er jetzt, was ist aus ihm geworden?«

»Weise, ihr Mönche, ist Pukkusāti der edle Sohn gewesen, nachgefolgt ist er der Lehre gelehrig, und nicht hat er an meiner Belehrung Anstoß genommen. Pukkusāti, ihr Mönche, der edle Sohn, ist nach Vernichtung der fünf niederzerrenden Fesseln emporgestiegen,{410}um von dort aus zu erlöschen, nicht mehr zurückzukehren nach jener Welt.«

Also sprach der Erhabene. Zufrieden freuten sich jene Mönche über das Wort des Erhabenen.[195]

141.

Vierzehnter Theil

Elfte Rede

Das hab’ ich gehört. Zu einer Zeit weilte der Erhabene bei Benāres, am Sehersteine, im Wildparke. Dort nun wandte sich der Erhabene an die Mönche: »Ihr Mönche!« — »Erlauchter!« antworteten da jene Mönche dem Erhabenen aufmerksam. Der Erhabene sprach also:

»Der Vollendete, ihr Mönche, der Heilige, vollkommen Erwachte hat zu Benāres, am Sehersteine, im Wildparke das höchste Reich der Wahrheit dargestellt: und darwiderstellen kann sich kein Asket und kein Priester, kein Gott, kein böser und kein heiliger Geist, nochirgend wer in der Welt; es ist das Anzeigen, Aufweisen, Darlegen, Darstellen, Enthüllen, Entwickeln, Offenbarmachen der vier heiligen Wahrheiten. Welcher vier? Der heiligen Wahrheit vom Leiden, der heiligen Wahrheit von der Leidensentwicklung, der heiligen Wahrheit von der Leidensauflösung, der heiligen Wahrheit von dem zur Leidensauflösung führenden Pfade. Der Vollendete, ihr Mönche, der Heilige, vollkommen Erwachte hat zu Benāres,{411}am Sehersteine, im Wildparke das höchste Reich der Wahrheit dargestellt: und darwiderstellen kann sich kein Asket und kein Priester, kein Gott, kein böser und kein heiliger Geist, noch irgend wer in der Welt; es ist das Anzeigen, Aufweisen, Darlegen, Darstellen, Enthüllen, Entwickeln, Offenbarmachen dieser vier heiligen Wahrheiten.

»Wendet euch, Mönche, an Sāriputto und Moggallāno, haltet euch, Mönche, an Sāriputto und Moggallāno: weise Mönche sind Wohlthäter ihrer Ordensgenossen. Wie ein Erzeuger, ihr Mönche, ist Sāriputto, wie des Erzeugten Ernährer Moggallāno zu gewahren. Sāriputto, ihr Mönche, führt euch dem Ziele der Hörerschaft zu, Moggallāno bestem Gewinne. Sāriputto, ihr Mönche, ist imstande die vier heiligen Wahrheiten je einzeln anzuzeigen, aufzuweisen, darzulegen, darzustellen, zu enthüllen, zu entwickeln, offenbar zu machen.«

Also sprach der Erhabene. Als der Willkommene das gesagt hatte, stand er auf und zog sich in das Wohnhaus zurück.

Da wandte sich denn der ehrwürdige Sāriputto, bald nachdem der Erhabene fortgegangen war, an die Mönche:»Brüder Mönche!« — »Bruder!« antworteten da jene Mönche dem ehrwürdigen Sāriputto aufmerksam. Der ehrwürdige Sāriputto sprach also:

»Der Vollendete, ihr Brüder, der Heilige, vollkommen Erwachte hat zu Benāres, am Sehersteine, im Wildparke das höchste Reich der Wahrheit dargestellt: und darwiderstellen kann sich kein Asket und kein Priester, kein Gott, kein böser und kein heiliger Geist, noch irgend wer in der Welt; es ist das Anzeigen, Aufweisen, Darlegen, Darstellen, Enthüllen, Entwickeln, Offenbarmachen der vier heiligen Wahrheiten. Welcher vier? Der heiligen Wahrheit vom Leiden, der heiligen Wahrheit von der Leidensentwicklung,{412}der heiligen Wahrheit von der Leidensauflösung, der heiligen Wahrheit von dem zur Leidensauflösung führenden Pfade.

»Was ist aber, Brüder, die heilige Wahrheit vom Leiden? Geburt ist Leiden, Alter ist Leiden, Sterben ist Leiden, Kummer, Jammer, Schmerz, Gram und Verzweiflung sind Leiden, was man begehrt nicht erlangen, das ist Leiden, kurz gesagt: die fünf Stücke des Anhangens sind Leiden. — Was ist nun, Brüder, die Geburt? Der jeweiligen Wesen in jeweilig wesender Gattung Geburt, Gebärung, Bildung, Keimung, Empfängniss, das Erscheinen der Theile, das Ergreifen der Gebiete: das nennt man, Brüder, Geburt. Was ist nun, Brüder, das Alter? Der jeweiligen Wesen in jeweilig wesender Gattung altern und abnutzen, gebrechlich, grau und runzelig werden, der Kräfteverfall, das Abreifen der Sinne: das nennt man, Brüder, Alter. Was ist nun, Brüder, das Sterben? Der jeweiligen Wesen in jeweilig wesender Gattung Hinschwund, Auflösung, Zersetzung,Untergang, Todessterben, Zeiterfüllung[196], das Zerfallen der Theile, das Verwesen der Leiche: das nennt man, Brüder, Sterben. Was ist nun, Brüder, der Kummer? Was da, Brüder, bei solchem und solchem Verluste, den man erfährt, bei solchem und solchem Unglücke, das einen betrifft, Kummer, Kümmerniss, Bekümmerung, innerer Kummer, innere Verkümmerung ist: das nennt man, Brüder, Kummer. Was ist nun, Brüder, der Jammer? Was da, Brüder, bei solchem und solchem Verluste, den man erfährt, bei solchem und solchem Unglücke, das einen betrifft,{413}Klage und Jammer, Beklagen und Bejammern, Wehklage, Wehjammer ist: das nennt man, Brüder, Jammer. Was ist nun, Brüder, der Schmerz? Was da, Brüder, körperlich schmerzhaft, körperlich unangenehm ist, durch körperhafte Berührung schmerzhaft, unangenehm empfunden wird: das nennt man, Brüder, Schmerz. Was ist nun, Brüder, der Gram? Was da, Brüder, geistig schmerzhaft, geistig unangenehm ist, durch gedankenhafte Berührung schmerzhaft, unangenehm empfunden wird: das nennt man, Brüder, Gram. Was ist nun, Brüder, die Verzweiflung? Was da, Brüder, bei solchem und solchem Verluste, den man erfährt, bei solchem und solchem Unglücke, das einen betrifft, Verzagen und Verzweifeln, Verzagtsein und Verzweifeltsein ist: das nennt man, Brüder, Verzweiflung. Was ist nun, Brüder, was man begehrt nicht erlangen für Leiden? Die Wesen, Brüder, der Geburt unterworfen, kommt das Begehren an: ›O dass wir doch nicht der Geburt unterworfen wären, dass uns doch keine Geburt bevorstände!‹; aber das kann man durch Begehren nicht erreichen: das nun eben nicht erlangen, was man begehrt,ist Leiden. Die Wesen, Brüder, dem Alter, dem Sterben, dem Kummer, Jammer, Schmerz, dem Gram, der Verzweiflung unterworfen, kommt das Begehren an: ›O dass wir doch nicht dem Alter, dem Sterben, dem Kummer, Jammer, Schmerz, dem Gram, der Verzweiflung unterworfen wären, dass uns doch kein Altern und Sterben, kein Kummer und Jammer und Schmerz, kein Gram und keine Verzweiflung bevorstände!‹; aber das kann man durch Begehren nicht erreichen: das nun eben nicht erlangen, was man begehrt, ist Leiden.[197]Was sind nun, Brüder, kurz gesagt, die fünf Stücke des Anhangens für Leiden? Es ist da ein Stück Anhangen an der Form, ein Stück Anhangen am Gefühl, ein Stück Anhangen an der Wahrnehmung,{414}ein Stück Anhangen an der Unterscheidung, ein Stück Anhangen am Bewusstsein: das nennt man, Brüder, kurz gesagt, die fünf Stücke des Anhangens als Leiden. — Das heißt man, Brüder, heilige Wahrheit vom Leiden.

»Was ist aber, Brüder, die heilige Wahrheit von der Leidensentwicklung? Es ist dieser Durst, der Wiederdasein säende, gnügensgierverbundene, bald da bald dort sich ergetzende, ist der Geschlechtsdurst, der Daseinsdurst, der Wohlseinsdurst. Das heißt man, Brüder, heilige Wahrheit von der Leidensentwicklung.

»Was ist aber, Brüder, die heilige Wahrheit von der Leidensauflösung? Es ist ebendieses Durstes vollkommen restlose Auflösung, ihn abstoßen, austreiben, fällen, vertilgen. Das heißt man, Brüder, heilige Wahrheit von der Leidensauflösung.

»Was ist aber, Brüder, die heilige Wahrheit von dem zur Leidensauflösung führenden Pfade? Dieser heiligeachtfältige Weg ist es, der zur Leidensauflösung führende Pfad, nämlich: rechte Erkenntniss, rechte Gesinnung, rechte Rede, rechtes Handeln, rechtes Wandeln, rechtes Mühn, rechte Einsicht, rechte Einigung. — Was ist nun, Brüder, rechte Erkenntniss? Das Leiden kennen, ihr Brüder, die Entwicklung des Leidens kennen, die Auflösung des Leidens kennen, den zur Auflösung des Leidens führenden Pfad kennen: das nennt man, Brüder, rechte Erkenntniss. Was ist nun, Brüder, rechte Gesinnung? Entsagung sinnen, keinen Groll hegen, keine Wuth hegen: das nennt man, Brüder, rechte Gesinnung. Was ist nun, Brüder, rechte Rede? Lüge vermeiden, Verleumdung vermeiden, barsche Worte vermeiden, Geschwätz vermeiden: das nennt man, Brüder, rechte Rede. Was ist nun, Brüder, rechtes Handeln? Lebendiges umzubringen vermeiden, Nichtgegebenes zu nehmen vermeiden, Ausschweifung zu begehn vermeiden: das nennt man, Brüder, rechtes Handeln. Was ist nun, Brüder, rechtes Wandeln? Da hat, Brüder, der heilige Jünger falschen Wandel verlassen und fristet sein Leben auf rechte Weise:{415}das nennt man, Brüder, rechtes Wandeln. Was ist nun, Brüder, rechtes Mühn? Da weckt, Brüder, der Mönch seinen Willen, dass er unaufgestiegene üble, unheilsame Dinge nicht aufsteigen lasse, er müht sich darum, muthig bestrebt, rüstet das Herz, macht es kampfbereit; weckt seinen Willen, dass er aufgestiegene üble, unheilsame Dinge vertreibe, er müht sich darum, muthig bestrebt, rüstet das Herz, macht es kampfbereit; weckt seinen Willen, dass er unaufgestiegene heilsame Dinge aufsteigen lasse, er müht sich darum, muthig bestrebt, rüstet das Herz, macht es kampfbereit; wecktseinen Willen, dass er aufgestiegene heilsame Dinge sich festigen, nicht lockern, weiterentwickeln, erschließen, entfalten, erfüllen lasse, er müht sich darum, muthig bestrebt, rüstet das Herz, macht es kampfbereit: das nennt man, Brüder, rechtes Mühn. Was ist nun, Brüder, rechte Einsicht? Da wacht, Brüder, ein Mönch beim Körper über den Körper, unermüdlich, klaren Sinnes, einsichtig, nach Verwindung weltlichen Begehrens und Bekümmerns; wacht bei den Gefühlen über die Gefühle, unermüdlich, klaren Sinnes, einsichtig, nach Verwindung weltlichen Begehrens und Bekümmerns; wacht beim Gemüthe über das Gemüth, unermüdlich, klaren Sinnes, einsichtig, nach Verwindung weltlichen Begehrens und Bekümmerns; wacht bei den Erscheinungen über die Erscheinungen, unermüdlich, klaren Sinnes, einsichtig, nach Verwindung weltlichen Begehrens und Bekümmerns: das nennt man, Brüder, rechte Einsicht. Was ist nun, Brüder, rechte Einigung? Da weilt, Brüder, ein Mönch, gar fern von Begierden, fern von unheilsamen Dingen, in sinnend gedenkender ruhegeborener säliger Heiterkeit, in der Weihe der ersten Schauung. Nach Vollendung des Sinnens und Gedenkens erwirkt er die innere Meeresstille[198], die Einheit des Gemüthes, die von sinnen, von gedenken freie, in der Einigung geborene sälige Heiterkeit, die Weihe der zweiten Schauung. In heiterer Ruhe verweilt er gleichmüthig, einsichtig, klar bewusst, ein Glück empfindet er im Körper, von dem die Heiligen sagen: ›Der gleichmüthig Einsichtige lebt beglückt‹; so erwirkt er die Weihe der dritten Schauung. Nach Verwerfung der Freuden und Leiden, nach Vernichtung des einstigen Frohsinns und Trübsinns erwirkter die Weihe der leidlosen, freudlosen, gleichmüthig einsichtigen vollkommenen Reine, die vierte Schauung. Das nennt man, Brüder, rechte Einigung. — Das heißt man, Brüder, heilige Wahrheit von dem zur Leidensauflösung führenden Pfade.

»Der Vollendete, ihr Brüder, der Heilige, vollkommen Erwachte hat zu Benāres, am Sehersteine, im Wildparke das höchste Reich der Wahrheit dargestellt:{416}und darwiderstellen kann sich kein Asket und kein Priester, kein Gott, kein böser und kein heiliger Geist, noch irgend wer in der Welt; es ist das Anzeigen, Aufweisen, Darlegen, Darstellen, Enthüllen, Entwickeln, Offenbarmachen dieser vier heiligen Wahrheiten.«

Also sprach der ehrwürdige Sāriputto. Zufrieden freuten sich jene Mönche über das Wort des ehrwürdigen Sāriputto.[199]

142.

Vierzehnter Theil

Zwölfte Rede

Das hab’ ich gehört. Zu einer Zeit weilte der Erhabene im Lande der Sakker, bei Kapilavatthu, im Park der Feigenbäume.

Da begab sich denn Mahāpajāpatī die Gotamidin mit einem neuen Stücke Tuches zum Erhabenen hin, bot ehrerbietigen Gruß dar und setzte sich seitwärts nieder. Seitwärts sitzend sprach nun Mahāpajāpatī die Gotamidin also zum Erhabenen:

»Dieses neue Stück Tuch, o Herr, hab’ ich für den Erhabenen selbst gesponnen, selbst gewebt: das möge, o Herr, der Erhabene von mir annehmen, aus Mitleid zu mir.«

Auf diese Bitte sprach der Erhabene Mahāpajāpatī der Gotamidin also zu:

»Der Jüngerschaft gieb es, Gotamī; giebst du ’s der Jüngerschaft, wirst du mich verehrt haben und die Jüngerschaft.«

{417}Und ein zweites Mal, und ein drittes Mal bat Mahāpajāpatī die Gotamidin den Erhabenen:

»Dieses neue Stück Tuch, o Herr, hab’ ich für den Erhabenen selbst gesponnen, selbst gewebt: das möge, o Herr, der Erhabene von mir annehmen, aus Mitleid zu mir.«

Und ein zweites Mal, und ein drittes Mal sprach der Erhabene Mahāpajāpatī der Gotamidin also zu:

»Der Jüngerschaft gieb es, Gotamī; giebst du ’s der Jüngerschaft, wirst du mich verehrt haben und die Jüngerschaft.«

Da wandte sich der ehrwürdige Ānando, auf diesen Bescheid hin, also an den Erhabenen:

»Annehmen möge, o Herr, der Erhabene Mahāpajāpatī der Gotamidin ihr neues Stück Tuch: viel gethan, o Herr, hat Mahāpajāpatī die Gotamidin für den Erhabenen, hat als Muhme Nahrung, Speise, Milch dargeboten, den Erhabenen, da die Mutter gestorben war, an ihrer Brust aufgesäugt. Und auch der Erhabene, o Herr, hat viel gethan für Mahāpajāpatī die Gotamidin: zum Erhabenen, o Herr, gekommen, hat Mahāpajāpatī die Gotamidin beim Erwachten Zuflucht gefunden, bei derLehre Zuflucht gefunden, bei der Jüngerschaft Zuflucht gefunden; zum Erhabenen, o Herr, gekommen, hat Mahāpajāpatī die Gotamidin Lebendiges umbringen meiden gelernt, Nichtgegebenes nehmen meiden gelernt, Ausschweifung meiden gelernt, Lüge meiden gelernt, berauschende und berückende Getränke, betäubende und bethörende Mittel meiden gelernt; zum Erhabenen, o Herr, gekommen, hat Mahāpajāpatī die Gotamidin ihre Liebe zum Erwachten erprobt, ihre Liebe zur Lehre erprobt, ihre Liebe zu den Jüngern erprobt, hat Eigenschaften erworben, wie sie Heiligen lieb sind; zum Erhabenen, o Herr, gekommen, hat Mahāpajāpatī die Gotamidin den Zweifel am Leiden verloren, den Zweifel an der Leidensentwicklung verloren, den Zweifel an der Leidensauflösung verloren, den Zweifel am Pfade verloren, der zur Leidensauflösung führt: auch der Erhabene, o Herr, hat viel gethan für Mahāpajāpatī die Gotamidin.«

{418}»So ist es, Ānando, so ist es, Ānando. Denn hat man, Ānando, einander begegnet und beim Erwachten Zuflucht gefunden, bei der Lehre Zuflucht gefunden, bei der Jüngerschaft Zuflucht gefunden, so kann man, sag’ ich, Ānando, einander schwerlich genugthun, indem man da höflichen Gruß entbietet, geziemende Achtung erweist, Kleidung, Nahrung, Obdach und Arzenei für den Fall einer Krankheit darreicht. Denn hat man, Ānando, einander begegnet und Lebendiges umbringen meiden gelernt, Nichtgegebenes nehmen meiden gelernt, Ausschweifung meiden gelernt, Lüge meiden gelernt, berauschende und berückende Getränke, betäubende und bethörende Mittel meiden gelernt, so kann man, sag’ ich, Ānando, einander schwerlich genugthun, indem manda höflichen Gruß entbietet, geziemende Achtung erweist, Kleidung, Nahrung, Obdach und Arzenei für den Fall einer Krankheit darreicht. Denn hat man, Ānando, einander begegnet und seine Liebe zum Erwachten erprobt, seine Liebe zur Lehre erprobt, seine Liebe zu den Jüngern erprobt, Eigenschaften erworben, wie sie Heiligen lieb sind, so kann man, sag’ ich, Ānando, einander schwerlich genugthun, indem man da höflichen Gruß entbietet, geziemende Achtung erweist, Kleidung, Nahrung, Obdach und Arzenei für den Fall einer Krankheit darreicht. Denn hat man, Ānando, einander begegnet und den Zweifel am Leiden verloren, den Zweifel an der Leidensentwicklung verloren, den Zweifel an der Leidensauflösung verloren, den Zweifel am Pfade verloren, der zur Leidensauflösung führt, so kann man, sag’ ich, Ānando, einander schwerlich genugthun, indem man da höflichen Gruß entbietet, geziemende Achtung erweist, Kleidung, Nahrung, Obdach und Arzenei für den Fall{419}einer Krankheit darreicht.[200]

»Vier Arten, Ānando, von Lauterkeit giebt es da bei Spenden: und welche vier?{421}Es giebt, Ānando, eine Spende, wobei der Geber geläutert wird, nicht der Empfänger. Es giebt, Ānando, eine Spende, wobei der Empfänger geläutert wird, nicht der Geber. Es giebt, Ānando, eine Spende, wobei nicht der Geber geläutert wird und nicht der Empfänger. Es giebt, Ānando, eine Spende, wobei der Geber geläutert wird und der Empfänger.

»Wie aber wird, Ānando, bei einer Spende der Geber geläutert, nicht der Empfänger? Da ist, Ānando, der Geber sittenrein, edelgeartet, und die Empfänger sindsittenlos, übelgeartet: so wird, Ānando, bei einer Spende der Geber geläutert, nicht der Empfänger. Wie aber wird, Ānando, bei einer Spende der Empfänger geläutert, nicht der Geber? Da ist, Ānando, der Geber sittenlos, übelgeartet, und die Empfänger sind sittenrein, edelgeartet: so wird, Ānando, bei einer Spende der Empfänger geläutert, nicht der Geber. Wie aber wird, Ānando, bei einer Spende nicht der Geber geläutert und nicht der Empfänger? Da ist, Ānando, der Geber sittenlos, übelgeartet, und die Empfänger sind sittenlos, übelgeartet: so wird, Ānando, bei einer Spende nicht der Geber geläutert und nicht der Empfänger. Wie aber wird, Ānando, bei einer Spende der Geber geläutert und der Empfänger? Da ist, Ānando, der Geber sittenrein, edelgeartet, und die Empfänger sind sittenrein, edelgeartet: so wird, Ānando, bei einer Spende der Geber geläutert und der Empfänger.{422}Das sind, Ānando, bei Spenden vier Arten von Lauterkeit.«

Also sprach der Erhabene. Als der Willkommene das gesagt hatte, sprach fernerhin also der Meister:


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