ACHTER THEILBUCH DER PILGER

71.

Achter Theil

Erste Rede

Das hab’ ich gehört. Zu einer Zeit weilte der Erhabene bei Vesālī, im Großen Walde, in der Halle der Einsiedelei. Um diese Zeit nun hielt sich der Pilger Vacchagotto im Pilgergarten der Weißen Lotusrose auf. Und der Erhabene, zeitig gerüstet, nahm Mantel und Schaale und wanderte gegen Vesālī, um Almosenspeise. Und es gedachte der Erhabene: ›Allzu früh ist’s noch, in der Stadt um Almosen zu stehn; wie, wenn ich nun in den Pilgergarten der Weißen Lotusrose einträte und den Pilger Vacchagotto besuchte?‹ Und der Erhabene trat in den Pilgergarten der Weißen Lotusrose ein und begab sich dorthin wo der Pilger Vacchagotto weilte. Da sah der Pilger Vacchagotto den Erhabenen von ferne herankommen, und als er den Erhabenen gesehn sprach er also zu ihm:

»Es komme, o Herr, der Erhabene, gegrüßt sei, o Herr, der Erhabene! Lange schon, o Herr, hat der Erhabene hoffen lassen, mich einmal hier zu besuchen. Möge sich, o Herr, der Erhabene setzen: dieser Sitz ist bereit.«

Es setzte sich der Erhabene auf den dargebotenenSitz. Vacchagotto aber, der Pilger, nahm einen von den niederen Stühlen zur Hand{482}und setzte sich an die Seite. An der Seite sitzend sprach nun Vacchagotto der Pilger also zum Erhabenen:

»Gehört hab’ ich solches, o Herr: ›Der Asket Gotamo weiß alles, versteht alles, bekennt unbeschränkte Wissensklarheit: ‚Ob ich geh’ oder stehe, schlaf’ oder wache, jederzeit hab’ ich die gesammte Wissensklarheit gegenwärtig.‘‹[65]Die da solches, o Herr, gesagt haben, haben die wirklich, o Herr, des Erhabenen Worte gebraucht und den Erhabenen nicht mit Unrecht angeführt und der Lehre gemäß geredet, so dass sich kein entsprechender Folgesatz als ungehörig erweisen kann?«

»Die da, Vaccho, solches gesagt haben: ›Der Asket Gotamo weiß alles, versteht alles, bekennt unbeschränkte Wissensklarheit: ‚Ob ich geh‘ oder stehe, schlaf‘ oder wache, jederzeit hab’ ich die gesammte Wissensklarheit gegenwärtig’‹, die haben nicht meine Worte gebraucht und haben mich also ohne Grund und mit Unrecht angeführt.«

»Wie dann, o Herr, sollten wir reden, um eben die Worte des Erhabenen zu gebrauchen und den Erhabenen nicht mit Unrecht anzuführen und der Lehre gemäß zu reden, so dass sich kein entsprechender Folgesatz als ungehörig erweisen könnte?«

»‚Drei Wissen weiß der Asket Gotamo‘: also redend, Vaccho, würde man eben meine Worte gebrauchen und mich nicht mit Unrecht anführen und der Lehre gemäß reden, so dass sich kein entsprechender Folgesatz als ungehörig erweisen könnte. Denn nach Belieben, Vaccho, erinnere ich mich an manche verschiedene frühereDaseinsform, als wie an ein Leben, dann an zwei Leben, dann an drei Leben, dann an vier Leben, dann an fünf Leben, dann an zehn Leben, dann an zwanzig Leben, dann an dreißig Leben, dann an vierzig Leben, dann an fünfzig Leben, dann an hundert Leben, dann an tausend Leben, dann an hunderttausend Leben, dann an die Zeiten während mancher Weltenentstehungen, dann an die Zeiten während mancher Weltenvergehungen, dann an die Zeiten während mancher Weltenentstehungen-Weltenvergehungen. ›Dort war ich, jenen Namen hatte ich, jener Familie gehörte ich an, das war mein Stand, das mein Beruf, solches Wohl und Wehe habe ich erfahren, so war mein Lebensende; dort verschieden trat ich anderswo wieder ins Dasein: da war ich nun, diesen Namen hatte ich, dieser Familie gehörte ich an, dies war mein Stand, dies mein Beruf, solches Wohl und Wehe habe ich erfahren, so war mein Lebensende; da verschieden trat ich hier wieder ins Dasein.‹ So erinnere ich mich mancher verschiedenen früheren Daseinsform, mit je den eigenthümlichen Merkmalen, mit je den eigenartigen Beziehungen. Und nach Belieben, Vaccho, seh’ ich mit dem himmlischen Auge, dem geläuterten, über menschliche Gränzen hinausreichenden, die Wesen dahinschwinden und wiedererscheinen, gemeine und edle, schöne und unschöne, glückliche und unglückliche, ich erkenne wie die Wesen je nach den Thaten wiederkehren. ›Diese lieben Wesen sind freilich in Thaten dem Schlechten zugethan, in Worten dem Schlechten zugethan, in Gedanken dem Schlechten zugethan, tadeln Heiliges, achten Verkehrtes, thun Verkehrtes; bei der Auflösung des Körpers, nach dem Tode, gelangen sie abwärts, aufschlechte Fährte, zur Tiefe hinab,in untere Welt. Jene lieben Wesen sind aber in Thaten dem Guten zugethan, in Worten dem Guten zugethan, in Gedanken dem Guten zugethan, tadeln nicht Heiliges, achten Rechtes, thun Rechtes; bei der Auflösung des Körpers, nach dem Tode, gelangen sie auf gute Fährte,in sälige Welt.‹ So seh’ ich mit dem himmlischen Auge, dem geläuterten, über menschliche Gränzen hinausreichenden, die Wesen dahinschwinden und wiedererscheinen, gemeine und edle, schöne und unschöne, glückliche und unglückliche, ich erkenne wie die Wesen je nach den Thaten wiederkehren. Und ich habe, Vaccho, den Wahn versiegt und die wahnlose Gemütherlösung, Weisheiterlösung noch bei Lebzeiten mir offenbar gemacht, verwirklicht und errungen. ‚Drei Wissen weiß der Asket Gotamo‘: also redend, Vaccho,{483}würde man eben meine Worte gebrauchen und mich nicht mit Unrecht anführen und der Lehre gemäß reden, so dass sich kein entsprechender Folgesatz als ungehörig erweisen könnte.«

Nach diesen Worten sprach Vacchagotto der Pilger zum Erhabenen also:

»Giebt es nun wohl, o Gotamo, irgend einen Hausgewohnten, der ohne die häuslichen Bande gelassen zu haben, bei der Auflösung des Körpers, dem Leiden ein Ende macht?«

»Nicht giebt es, Vaccho, irgend einen Hausgewohnten, der, ohne die häuslichen Bande gelassen zu haben, bei der Auflösung des Körpers, dem Leiden ein Ende macht.«

»Giebt es aber, o Gotamo, irgend einen Hausgewohnten, der, ohne die häuslichen Bande gelassen zuhaben, bei der Auflösung des Körpers, in himmlische Welt gelangt?«

»Nicht giebt es, Vaccho, nur etwa hundert oder zweihundert oder dreihundert oder vierhundert oder fünfhundert sondern noch mehr Hausgewohnte, die, ohne die häuslichen Bande gelassen zu haben, bei der Auflösung des Körpers, in himmlische Welt gelangen.«

»Und giebt es, o Gotamo, irgend einen Nackten Büßer, der, bei der Auflösung des Körpers, dem Leiden ein Ende macht?«

»Nicht giebt es, Vaccho, irgend einen Nackten Büßer, der, bei der Auflösung des Körpers, dem Leiden ein Ende macht.«

»Doch giebt es, o Gotamo, irgend einen Nackten Büßer, der, bei der Auflösung des Körpers, in himmlische Welt gelangt?«

»Von heute, Vaccho, zurück bis zum einundneunzigsten Weltalter, dessen ich gedenke, weiß ich von keinem Nackten Büßer, der in himmlische Welt gelangt wäre, einen ausgenommen: der aber glaubte an eigene That und eigenes Handeln.«

»So ist freilich, o Gotamo, jenes Büßerthum eitel, sogar um in himmlische Welt zu gelangen?«

»So ist freilich, Vaccho, jenes Büßerthum eitel, sogar um in himmlische Welt zu gelangen.«

Also sprach der Erhabene. Zufrieden freute sich Vacchagotto der Pilger über das Wort des Erhabenen.[66]

72.

Achter Theil

Zweite Rede

Das hab’ ich gehört. Zu einer Zeit weilte der Erhabene bei Sāvatthī, im Siegerwalde, im Garten Anāthapiṇḍikos.

{484}Da nun begab sich Vacchagotto der Pilger dorthin wo der Erhabene weilte, wechselte höflichen Gruß und freundliche, denkwürdige Worte mit dem Erhabenen und setzte sich zur Seite nieder. Zur Seite sitzend sprach nun Vacchagotto der Pilger also zum Erhabenen:

»Wie doch wohl, o Gotamo: ‚Ewig ist die Welt; dies nur ist Wahrheit, Unsinn anderes‘: hegt Herr Gotamo solche Ansicht?«

»Nicht heg’ ich, Vaccho, solche Ansicht: ‚Ewig ist die Welt; dies nur ist Wahrheit, Unsinn anderes.‘«

»Wie dann, o Gotamo: ‚Zeitlich ist die Welt; dies nur ist Wahrheit, Unsinn anderes‘: hegt Herr Gotamo solche Ansicht?«

»Nicht heg’ ich, Vaccho, solche Ansicht: ‚Zeitlich ist die Welt; dies nur ist Wahrheit, Unsinn anderes.‘«

»Und wie nun, o Gotamo: ‚Endlich ist die Welt; dies nur ist Wahrheit, Unsinn anderes‘: hegt Herr Gotamo solche Ansicht?«

»Nicht heg’ ich, Vaccho, solche Ansicht: ‚Endlich ist die Welt; dies nur ist Wahrheit, Unsinn anderes.‘«

»Wie dann, o Gotamo: ‚Unendlich ist die Welt; dies nur ist Wahrheit, Unsinn anderes‘: hegt Herr Gotamo solche Ansicht?«

»Nicht heg’ ich, Vaccho, solche Ansicht: ‚Unendlich ist die Welt; dies nur ist Wahrheit, Unsinn anderes.‘«

»Und wie nun, o Gotamo: ‚Leben und Leib ist ein und dasselbe; dies nur ist Wahrheit, Unsinn anderes‘: hegt Herr Gotamo solche Ansicht?«

»Nicht heg’ ich, Vaccho, solche Ansicht: ‚Leben und Leib ist ein und dasselbe; dies nur ist Wahrheit, Unsinn anderes.‘«

»Wie dann, o Gotamo: ‚Anders ist das Leben und anders der Leib; dies nur ist Wahrheit, Unsinn anderes‘: hegt Herr Gotamo solche Ansicht?«

»Nicht heg’ ich, Vaccho, solche Ansicht: ‚Anders ist das Leben und anders der Leib; dies nur ist Wahrheit, Unsinn anderes.‘«

»Und wie nun, o Gotamo: ‚Der Vollendete besteht nach dem Tode; dies nur ist Wahrheit, Unsinn anderes‘: hegt Herr Gotamo solche Ansicht?«

»Nicht heg’ ich, Vaccho, solche Ansicht: ‚Der Vollendete besteht nach dem Tode; dies nur ist Wahrheit, Unsinn anderes.‘«

»Wie dann, o Gotamo: ‚Der Vollendete besteht nicht nach dem Tode; dies nur ist Wahrheit, Unsinn anderes‘: hegt Herr Gotamo solche Ansicht?«

»Nicht heg’ ich, Vaccho, solche Ansicht: ‚Der Vollendete besteht nicht nach dem Tode; dies nur ist Wahrheit, Unsinn anderes.‘«

»Und wie nun, o Gotamo: ‚Der Vollendete besteht und besteht nicht nach dem Tode; dies nur ist Wahrheit, Unsinn anderes‘: hegt Herr Gotamo solche Ansicht?«

{485}»Nicht heg’ ich, Vaccho, solche Ansicht: ‚Der Vollendete besteht und besteht nicht nach dem Tode; dies nur ist Wahrheit, Unsinn anderes.‘«

»Und wie nun, o Gotamo: ‚Weder besteht noch besteht nicht der Vollendete nach dem Tode; dies nur ist Wahrheit, Unsinn anderes‘: hegt Herr Gotamo solche Ansicht?«

»Nicht heg’ ich, Vaccho, solche Ansicht: ‚Weder besteht noch besteht nicht der Vollendete nach dem Tode; dies nur ist Wahrheit, Unsinn anderes.‘«

»Wie denn nun, o Gotamo: zu keiner dieser Ansichten bekennst du dich! Was findet wohl Herr Gotamo für arg daran, um sich also dieser Anschauungen gänzlich zu begeben?«

»‚Ewig ist die Welt‘: das ist, Vaccho, eine Gasse der Ansichten, Höhle der Ansichten, Schlucht der Ansichten, ein Dorn der Ansichten, Hag der Ansichten, Garn der Ansichten, voll von Leid und Quaal, Verzweiflung und Jammer, führt nicht zur Abkehr, nicht zur Wendung, nicht zur Auflösung, nicht zur Aufhebung, nicht zur Durchschauung, nicht zur Erwachung, nicht zur Erlöschung. ‚Zeitlich ist die Welt‘, ‚Endlich ist die Welt‘, ‚Unendlich ist die Welt‘, ‚Leben und Leib ist ein und dasselbe‘, ‚Anders ist das Leben und anders der Leib‘, ‚Der Vollendete besteht nach dem Tode‘, ‚Der Vollendete besteht nicht nach dem Tode‘, ‚Der Vollendete besteht und besteht nicht nach dem Tode‘, ‚Weder besteht noch besteht nicht der Vollendete nach dem Tode‘:{486}das ist, Vaccho, eine Gasse der Ansichten, Höhle der Ansichten, Schlucht der Ansichten, ein Dorn der Ansichten, Hag der Ansichten, Garn der Ansichten, voll von Leid undQuaal, Verzweiflung und Jammer, führt nicht zur Abkehr, nicht zur Wendung, nicht zur Auflösung, nicht zur Aufhebung, nicht zur Durchschauung, nicht zur Erwachung, nicht zur Erlöschung. Das find’ ich, Vaccho, für arg daran, um mich also dieser Anschauungen gänzlich zu begeben.«

»Bekennt nun aber Herr Gotamo irgend eine Ansicht?«

»‚Eine Ansicht‘, Vaccho, die kommt dem Vollendeten nicht zu. Denn der Vollendete, Vaccho, hat es gesehn: ›So ist die Form, so entsteht sie, so löst sie sichauf: so ist das Gefühl, so entsteht es, so löst es sich auf; so ist die Wahrnehmung, so entsteht sie, so löst sie sich auf; so sind die Unterscheidungen, so entstehn sie, so lösen sie sich auf; so ist das Bewusstsein, so entsteht es, so löst es sich auf.‹ Darum, sag’ ich, ist der Vollendete durch aller Meinungen und aller Vermuthungen, durch aller Ichheit und Eigenheit und Dünkelsucht Versiegung, Abweisung, Aufhebung, Ausrodung, Entäußerungohne Hangen erlöst.«[67]

»Und ein also gemütherlöster Mönch, o Gotamo, wo ersteht der auf?«

»‚Auferstehn‘, Vaccho, das trifft nicht zu.«

»Dann also, o Gotamo, ersteht er nicht auf?«

»‚Nichtauferstehn‘, Vaccho, das trifft nicht zu.«

»Dann also, o Gotamo, ersteht er auf und nicht aufersteht er?«

»‚Auferstehn und Nichtauferstehn‘, Vaccho, das trifft nicht zu.«

»Dann also, o Gotamo, ersteht er weder auf, noch ersteht er nicht auf?«

»‚Auferstehn so wenig wie Nichtauferstehn‘, Vaccho, das trifft nicht zu.«

»So giebst du mir nun, o Gotamo, auf meine Fragen immer die Antwort:{487}›Das trifft nicht zu.‹ Jetzt bin ich, o Gotamo, in Unwissenheit gerathen, bin jetzt in Verwirrung gerathen, und was ich da bei dem früheren Gespräche mit Herrn Gotamo an Vertrauen gewonnen hatte, das ist mir nun wieder verloren gegangen.«[68]

»Genug denn, Vaccho, deiner Unwissenheit, genug der Verwirrung! Gar tief ist, Vaccho, diese Lehre, schwer zu entdecken, schwer zu gewahren, still, erlesen,unbekrittelbar, innig, Weisen erfindlich: die wirst du schwer verstehn ohne Deutung, ohne Geduld, ohne Hingabe, ohne Anstrengung, ohne Lenkung. So will ich dir, Vaccho, eben darüber Fragen stellen: wie es dir gutdünkt magst du sie beantworten. Was meinst du wohl, Vaccho: wenn da vor dir ein Feuer brennte, wüsstest du: ›Hier brennt ein Feuer vor mir‹?«

»Wenn da vor mir, o Gotamo, ein Feuer brennte, wüsst’ ich: ›Hier brennt ein Feuer vor mir‹.«

»Wenn dich nun, Vaccho, jemand fragte: ›Dieses Feuer, das da vor dir brennt, wodurch brennt es?‹ Also gefragt, Vaccho, würdest du was antworten?«

»Wenn mich, o Gotamo, jemand fragte: ›Dieses Feuer, das da vor dir brennt, wodurch brennt es?‹, würd’ ich auf solche Frage also antworten: ›Dieses Feuer, das da vor mir brennt, das brennt indem es durch Heu und Holz unterhalten wird‹.«

»Wenn da, Vaccho, dieses Feuer vor dir ausginge, wüsstest du: ›Dieses Feuer vor mir ist ausgegangen‹?«

»Wenn da, o Gotamo, dieses Feuer vor mirausginge, wüsst’ ich: ›Dieses Feuer vor mir ist ausgegangen.‹«

»Wenn dich nun, Vaccho, jemand fragte: ›Dieses Feuer, das da vor dir ausgegangen ist, wo ist es hingegangen, nach welcher Richtung, nach Osten oder nach Westen, nach Norden oder nach Süden?‹ Also gefragt, Vaccho, würdest du was antworten?«

»Das trifft nicht zu, o Gotamo, weil ja das Feuer, o Gotamo, das durch Heu und Holz unterhalten brannte, dieses verzehrt hat und, nicht weiter genährt, eben ohne Nahrung ausgegangen heißt.«

»Ebenso nun auch ist, Vaccho, jede Form, durch welche man den Vollendeten bezeichnend bezeichnen wollte, vom Vollendeten überstanden, an der Wurzel abgeschnitten, einem Palmstumpf gleichgemacht worden, so dass sie nicht mehr keimen, nicht mehr sich entwickeln kann: von der Art der Form abgelöst, Vaccho, ist der Vollendete, tief, unermesslich, schwer zu erforschen, gleichwie etwa der Ozean: ‚Auferstehn‘, das trifft nicht zu, ‚Nichtauferstehn‘, das trifft nicht zu, ‚Auferstehn und Nichtauferstehn‘, das trifft nicht zu, ‚Auferstehn so wenig wie Nichtauferstehn‘, das trifft nicht zu.{488}Jedes Gefühl, durch welches man den Vollendeten bezeichnend bezeichnen wollte, ist vom Vollendeten überstanden, an der Wurzel abgeschnitten, einem Palmstumpf gleichgemacht worden, so dass es nicht mehr keimen, nicht mehr sich entwickeln kann: von der Art des Gefühls abgelöst, Vaccho, ist der Vollendete, tief, unermesslich, schwer zu erforschen, gleichwie etwa der Ozean; ‚Auferstehn‘, das trifft nicht zu, ‚Nichtauferstehn‘, das trifft nicht zu, ‚Auferstehn undNichtauferstehn‘, das trifft nicht zu, ‚Auferstehn so wenig wie Nichtauferstehn‘, das trifft nicht zu. Jede Wahrnehmung, durch welche man den Vollendeten bezeichnend bezeichnen wollte, ist vom Vollendeten überstanden, an der Wurzel abgeschnitten, einem Palmstumpf gleichgemacht worden, so dass sie nicht mehr keimen, nicht mehr sich entwickeln kann: von der Art der Wahrnehmung abgelöst, Vaccho, ist der Vollendete, tief, unermesslich, schwer zu erforschen, gleichwie etwa der Ozean; ‚Auferstehn‘, das trifft nicht zu, ‚Nichtauferstehn‘, das trifft nicht zu, ‚Auferstehn und Nichtauferstehn‘, das trifft nicht zu, ‚Auferstehn so wenig wie Nichtauferstehn‘, das trifft nicht zu. Jede Unterscheidung, durch welche man den Vollendeten bezeichnend bezeichnen wollte, ist vom Vollendeten überstanden, an der Wurzel abgeschnitten, einem Palmstumpf gleichgemacht worden, so dass sie nicht mehr keimen, nicht mehr sich entwickeln kann: von der Art der Unterscheidungen abgelöst, Vaccho, ist der Vollendete, tief, unermesslich, schwer zu erforschen, gleichwie etwa der Ozean; ‚Auferstehn‘, das trifft nicht zu, ‚Nichtauferstehn‘, das trifft nicht zu, ‚Auferstehn und Nichtauferstehn‘, das trifft nicht zu, ‚Auferstehn so wenig wie Nichtauferstehn‘, das trifft nicht zu. Jedes Bewusstsein, durch welches man den Vollendeten bezeichnend bezeichnen wollte, ist vom Vollendeten überstanden, an der Wurzel abgeschnitten, einem Palmstumpf gleichgemacht worden, so dass es nicht mehr keimen, nicht mehr sich entwickeln kann: von der Art des Bewusstseins abgelöst, Vaccho, ist der Vollendete, tief, unermesslich, schwer zu erforschen, gleichwie etwa der Ozean; ‚Auferstehn‘, das trifft nicht zu, ‚Nichtauferstehn‘, das trifftnicht zu, ‚Auferstehn und Nichtauferstehn‘, das trifft nicht zu, ‚Auferstehn so wenig wie Nichtauferstehn‘, das trifft nicht zu.«

Nach dieser Rede sprach Vacchagotto der Pilger zum Erhabenen also:

»Gleichwie etwa, o Gotamo, wenn sich da in der Nähe eines Dorfes oder einer Stadtein großer Kronbaum befände, und vergänglich wechselnd fielen Blätter und Zweiglein von ihm ab, fiele Geäst und Rinde und Grünholz ab, so dass er späterhin, frei von Blättern und Zweiglein, frei von Geäst und Rinde, frei von Grünholz, rein aus Kernholz bestände: ebenso nun auch ist hier des Herrn Gotamo Darstellung, frei von Blättern und Zweiglein, frei von Geäst und Rinde, frei von Grünholz, rein aus Kernholz bestanden. — Vortrefflich, o Gotamo, vortrefflich, o Gotamo! Gleichwie etwa, o Gotamo, als ob man Umgestürztes aufstellte, oder Verdecktes enthüllte, oder Verirrten den Weg wiese, oder ein Licht in die Finsterniss hielte:{489}›Wer Augen hat wird die Dinge sehn‹: ebenso auch hat Herr Gotamo die Lehre gar vielfach gezeigt. Und so nehm’ ich bei Herrn Gotamo Zuflucht, bei der Lehre und bei der Jüngerschaft: als Anhänger möge mich Herr Gotamo betrachten, von heute an zeitlebens getreu.«

73.

Achter Theil

Dritte Rede

Das hab’ ich gehört. Zu einer Zeit weilte der Erhabene bei Rājagaham, im Bambusparke, am Hügel der Eichhörnchen.

Da nun begab sich Vacchagotto der Pilger dorthin wo der Erhabene weilte, wechselte höflichen Gruß und freundliche, denkwürdige Worte mit dem Erhabenen und setzte sich zur Seite nieder. Zur Seite sitzend sprach nun Vacchagotto der Pilger also zum Erhabenen:

»Seit langem pfleg’ ich mit Herrn Gotamo Gespräch. O wohl, wenn mir Herr Gotamo in Kürze das Gute und das Böse darlegen möchte!«

»In Kürze kann ich dir, Vaccho, das Gute und das Böse darlegen, und ausführlich kann ich dir, Vaccho, das Gute und das Böse darlegen; aber ich will es dir, Vaccho, in Kürze künden, das Gute und das Böse: das höre und achte wohl auf meine Rede.«

»Ja, Herr!« erwiderte da aufmerksam Vacchagotto der Pilger dem Erhabenen. Der Erhabene sprach also:

»Sucht ist, Vaccho, das Böse: Suchtlosigkeit das Gute. Hass ist, Vaccho, das Böse: Hasslosigkeit das Gute. Irre ist, Vaccho, das Böse: Irrlosigkeit das Gute. So sind hier, Vaccho, drei Dinge bös und drei Dinge gut. Tödten ist, Vaccho, das Böse: Ueberwindung des Tödtens das Gute. Stehlen ist, Vaccho, das Böse: Ueberwindung des Stehlens das Gute. Ausschweifen ist, Vaccho, das Böse:Ueberwindung des Ausschweifens das Gute. Lüge ist, Vaccho, das Böse: Ueberwindung der Lüge das Gute. Verleumdung ist, Vaccho, das Böse:{490}Ueberwindung der Verleumdung das Gute. Barsche Rede ist, Vaccho, das Böse: Ueberwindung barscher Rede das Gute. Schwätzen ist, Vaccho, das Böse: Ueberwindung des Schwätzens das Gute. Gier ist, Vaccho, das Böse: Gierlosigkeit das Gute. Wuth ist, Vaccho, das Böse: Wuthlosigkeit das Gute. Falsche Erkenntniss ist, Vaccho, das Böse: rechte Erkenntniss das Gute. So sind hier, Vaccho, zehn Dinge bös und zehn Dinge gut. Wenn da nun, Vaccho, ein Mönch den Lebensdurst verleugnet, an der Wurzel abgeschnitten, einem Palmstumpf gleichgemacht hat, so dass er nicht mehr keimen, nicht mehr sich entwickeln kann, dann ist er ein heiliger Mönch, ein Wahnversieger, Endiger, hat das Werk gewirkt, die Bürde abgelegt, das Heil errungen, die Daseinsfesseln zerstört, ist in vollkommener Weisheit erlöst.«

»Sei es Herr Gotamo: giebt es aber bei Herrn Gotamo auch nur einen Mönch als Jünger, der den Wahn versiegt und die wahnlose Gemütherlösung, Weisheiterlösung noch bei Lebzeiten sich offenbar gemacht, verwirklicht und errungen hat?«

»Nicht giebt es, Vaccho, nur etwa hundert oder zweihundert oder dreihundert oder vierhundert oder fünfhundert sondern noch mehr der Mönche, die als meine Jünger den Wahn versiegt und die wahnlose Gemütherlösung, Weisheiterlösung noch bei Lebzeiten sich offenbar gemacht, verwirklicht und errungen haben.«

»Sei es Herr Gotamo, seien es die Mönche: giebt es aber bei Herrn Gotamo auch nur eine Nonne alsJüngerin, die den Wahn versiegt und die wahnlose Gemütherlösung, Weisheiterlösung noch bei Lebzeiten sich offenbar gemacht, verwirklicht und errungen hat?«

»Nicht giebt es, Vaccho, nur etwa hundert oder zweihundert oder dreihundert oder vierhundert oder fünfhundert sondern noch mehr der Nonnen, die als meine Jüngerinen den Wahn versiegt und die wahnlose Gemütherlösung, Weisheiterlösung noch bei Lebzeiten sich offenbar gemacht, verwirklicht und errungen haben.«

»Sei es Herr Gotamo, seien es die Mönche, seien es die Nonnen: giebt es aber bei Herrn Gotamo auch nur einen Anhänger als Jünger, der, im Hause lebend, weiß gekleidet, keusch entsagend, nach Vernichtung der fünf niederzerrenden Fesseln emporsteigt, um von dort aus zu erlöschen, nicht mehr zurückzukehren nach jener Welt?«

»Nicht giebt es, Vaccho, nur etwa hundert oder zweihundert oder dreihundert oder vierhundert oder fünfhundert sondern noch mehr der Anhänger, die als meine Jünger, im Hause lebend, weiß gekleidet, keusch entsagend, nach Vernichtung der fünf niederzerrenden Fesseln emporsteigen, um von dort aus zu erlöschen,{491}nicht mehr zurückzukehren nach jener Welt.«

»Sei es Herr Gotamo, seien es die Mönche, seien es die Nonnen, seien es die Anhänger, im Hause lebend, weiß gekleidet, keusch entsagend: giebt es aber bei Herrn Gotamo auch nur einen Anhänger als Jünger, der, im Hause lebend, weiß gekleidet, Wünsche genießend, ordensgetreu ist, der Belehrung zugänglich, zweifelentronnen,ohne Schwanken, keinem anderen trauend, in erfahrener Zuversicht zum Orden des Meisters verweilt?«

»Nicht giebt es, Vaccho, nur etwa hundert oderzweihundert oder dreihundert oder vierhundert oder fünfhundert sondern noch mehr der Anhänger, die als meine Jünger, im Hause lebend, weiß gekleidet, Wünsche genießend, ordensgetreu sind, der Belehrung zugänglich, zweifelentronnen, ohne Schwanken, keinem anderen trauend, in erfahrener Zuversicht zum Orden des Meisters verweilen.«

»Sei es Herr Gotamo, seien es die Mönche, seien es die Nonnen, seien es die Anhänger, im Hause lebend, weiß gekleidet, keusch entsagend, seien es die Anhänger, im Hause lebend, weiß gekleidet, Wünsche genießend: giebt es aber bei Herrn Gotamo auch nur eine Anhängerin als Jüngerin, die, im Hause lebend, weiß gekleidet, keusch entsagend, nach Vernichtung der fünf niederzerrenden Fesseln emporsteigt, um von dort aus zu erlöschen, nicht mehr zurückzukehren nach jener Welt?«

»Nicht giebt es, Vaccho, nur etwa hundert oder zweihundert oder dreihundert oder vierhundert oder fünfhundert sondern noch mehr der Anhängerinen, die als meine Jüngerinen, im Hause lebend, weiß gekleidet, keusch entsagend, nach Vernichtung der fünf niederzerrenden Fesseln emporsteigen, um von dort aus zu erlöschen, nicht mehr zurückzukehren nach jener Welt.«

»Sei es Herr Gotamo, seien es die Mönche, seien es die Nonnen, seien es die Anhänger, im Hause lebend, weiß gekleidet, keusch entsagend, seien es die Anhänger, im Hause lebend, weiß gekleidet, Wünsche genießend, seien es die Anhängerinen, im Hause lebend, weiß gekleidet, keusch entsagend: giebt es aber bei Herrn Gotamo auch nur eine Anhängerin als Jüngerin, die im Hause lebend, weiß gekleidet, Wünsche genießend,ordensgetreu ist, der Belehrung zugänglich, zweifelentronnen, ohne Schwanken, keinem anderen trauend, in erfahrener Zuversicht zum Orden des Meisters verweilt?«

»Nicht giebt es, Vaccho, nur etwa hundert oder zweihundert oder dreihundert oder vierhundert oder fünfhundert sondern noch mehr der Anhängerinen, die als meine Jüngerinen, im Hause lebend, weiß gekleidet, Wünsche genießend, ordensgetreu sind, der Belehrung zugänglich, zweifelentronnen, ohne Schwanken, keinem anderen trauend, in erfahrener Zuversicht zum Orden des Meisters verweilen.«

»Wenn, freilich, o Gotamo, diese Lehre nur von Herrn Gotamo erlangt worden wäre und nicht von den Mönchen,{492}dann wäre dieses Asketenthum unvollkommen, eben insofern; weil nun aber, o Gotamo, diese Lehre von Herrn Gotamo sowohl wie von den Mönchen erlangt worden ist, ist dieses Asketenthum vollkommen, eben insofern. Wenn, freilich, o Gotamo, diese Lehre nur von Herrn Gotamo und den Mönchen erlangt worden wäre und nicht von den Nonnen, dann wäre dieses Asketenthum unvollkommen, eben insofern; weil nun aber, o Gotamo, diese Lehre von Herrn Gotamo sowohl wie von den Mönchen und den Nonnen erlangt worden ist, ist dieses Asketenthum vollkommen, eben insofern. Wenn, freilich, o Gotamo, diese Lehre nur von Herrn Gotamo und den Mönchen und den Nonnen erlangt worden wäre und nicht von den Anhängern, im Hause lebend, weiß gekleidet, keusch entsagend, dann wäre dieses Asketenthum unvollkommen, eben insofern; weil nun aber, o Gotamo, diese Lehre von Herrn Gotamo sowohl wie von den Mönchen und den Nonnen und denAnhängern, im Hause lebend, weiß gekleidet, keusch entsagend, erlangt worden ist, ist dieses Asketenthum vollkommen, eben insofern. Wenn, freilich, o Gotamo, diese Lehre nur von Herrn Gotamo und den Mönchen und den Nonnen und den Anhängern, im Hause lebend, weiß gekleidet, keusch entsagend, erlangt worden wäre und nicht von den Anhängern, im Hause lebend, weiß gekleidet, Wünsche genießend, dann wäre dieses Asketenthum unvollkommen, eben insofern; weil nun aber, o Gotamo, diese Lehre von Herrn Gotamo sowohl wie von den Mönchen und den Nonnen und den Anhängern, im Hause lebend, weiß gekleidet, keusch entsagend, und den Anhängern, im Hause lebend, weiß gekleidet, Wünsche genießend, erlangt worden ist, ist dieses Asketenthum vollkommen, eben insofern. Wenn, freilich, o Gotamo, diese Lehre nur von Herrn Gotamo und den Mönchen und den Nonnen und den Anhängern, im Hause lebend, weiß gekleidet, keusch entsagend, und den Anhängern, im Hause lebend, weiß gekleidet, Wünsche genießend, erlangt worden wäre und nicht von den Anhängerinen,{493}im Hause lebend, weiß gekleidet, keusch entsagend, dann wäre dieses Asketenthum unvollkommen, eben insofern; weil nun aber, o Gotamo, diese Lehre von Herrn Gotamo sowohl wie von den Mönchen und den Nonnen und den Anhängern, im Hause lebend, weiß gekleidet, keusch entsagend, und den Anhängern, im Hause lebend, weiß gekleidet, Wünsche genießend, und den Anhängerinen, im Hause lebend, weiß gekleidet, keusch entsagend, erlangt worden ist, ist dieses Asketenthum vollkommen, eben insofern. Wenn, freilich, o Gotamo, diese Lehre nur von Herrn Gotamo undden Mönchen und den Nonnen und den Anhängern, im Hause lebend, weiß gekleidet, keusch entsagend, und den Anhängern, im Hause lebend, weiß gekleidet, Wünsche genießend, und den Anhängerinen, im Hause lebend, weiß gekleidet, keusch entsagend, erlangt worden wäre und nicht von den Anhängerinen, im Hause lebend, weiß gekleidet, Wünsche genießend, dann wäre dieses Asketenthum unvollkommen, eben insofern; weil nun aber, o Gotamo, diese Lehre von Herrn Gotamo sowohl wie von den Mönchen und den Nonnen und den Anhängern, im Hause lebend, weiß gekleidet, keusch entsagend, und den Anhängern, im Hause lebend, weiß gekleidet, Wünsche genießend, und den Anhängerinen, im Hause lebend, weiß gekleidet, keusch entsagend, und den Anhängerinen, im Hause lebend, weiß gekleidet, Wünsche genießend, erlangt worden ist, ist dieses Asketenthum vollkommen, eben insofern.

»Gleichwie etwa, o Gotamo, der Gangesstrom nach dem Meere sich neigt, nach dem Meere sich beugt, nach dem Meere sich hinsenkt und angekommen am Meere stillesteht: ebenso auch ist hier des Herrn Gotamo Gefolge, so Pilger wie Bürger, zur Erlöschunggeneigt, zur Erlöschung gebeugt, zur Erlöschung hingesenkt und bleibt angekommen bei ihr stillestehn. — Vortrefflich, o Gotamo, vortrefflich, o Gotamo! Gleichwie etwa, o Gotamo, als ob einer Umgestürztes aufstellte, oder Verdecktes enthüllte, oder Verirrten den Weg wiese, oder ein Licht in die Finsterniss hielte: ›Wer Augen hat wird die Dinge sehn‹: ebenso auch hat Herr Gotamo die Lehre gar vielfach gezeigt. Und so nehm’ ich bei Herrn Gotamo Zuflucht, bei der Lehre und bei derJüngerschaft: möge mir Herr Gotamo Aufnahme gewähren, die Ordensweihe ertheilen!«

{494}»Wer da, Vaccho, erst einem anderen Orden angehörte und in diese Lehre und Zucht aufgenommen werden, die Weihe erhalten will, der bleibt vier Monate bei uns; und nach Verlauf von vier Monaten wird er, wenn er also verblieben ist, von innig erfahrenen Mönchen aufgenommen und eingeweiht in das Mönchthum: denn ich habe hier manche Veränderlichkeit erfahren.«

»Wenn, o Herr, die früheren Anhänger anderer Orden, welche in diese Lehre und Zucht aufgenommen werden, die Weihe erhalten wollen, vier Monate bleiben, und nach Verlauf von vier Monaten, wenn sie also verblieben sind, von innig erfahrenen Mönchen aufgenommen und eingeweiht werden in das Mönchthum, so will ich vier Jahre bleiben: und nach Verlauf von vier Jahren sollen mich, wenn ich also verblieben bin, innig erfahrene Mönche aufnehmen und einweihen in das Mönchthum.«

Es wurde Vacchagotto der Pilger vom Erhabenen aufgenommen, wurde mit der Ordensweihe belehnt.

Nicht lange aber war der ehrwürdige Vacchagotto in den Orden aufgenommen, vierzehn Tage war er in den Orden aufgenommen, da ging er zum Erhabenen hin, begrüßte den Erhabenen ehrerbietig und setzte sich zur Seite nieder. Zur Seite sitzend sprach nun der ehrwürdige Vacchagotto also zum Erhabenen:

»So viel man, o Herr, mit kämpfender Weisheit, mit kämpfendem Wissen gewinnen kann, das hab’ ich gewonnen: weiter möge mir der Erhabene die Lehre darlegen!«

»Dann also, Vaccho, erwirb dir noch weiter zwei Dinge: Ruhe und Klarsicht. Und hast du dir, Vaccho, diese zwei Dinge noch weiter erworben, Ruhe und Klarsicht, so werden sie dir zurZerlegung der einzelnen Artungen taugen.

»Wie du eben, Vaccho, es wünschen magst: ›Geläng’ es mir doch auf manigfaltige Weise Machtentfaltung zu erfahren, als nur einer etwa vielfach zu werden, und vielfach geworden wieder einer zu sein, oder sichtbar und unsichtbar zu werden[69], auch durch Mauern, Wälle, Felsen hindurchzuschweben wie durch die Luft; oder auf der Erde auf- und unterzutauchen wie im Wasser; auch auf dem Wasser zu wandeln ohne unterzusinken wie auf der Erde; oder auch durch die Luft sitzend dahinzufahren wie der Vogel mit seinen Fittichen; auch etwa diesen Mond und diese Sonne, die so mächtigen, so gewaltigen, mit der Hand zu befühlen und zu berühren[70], etwa gar bis zu den Brahmawelten den Körper in meiner Gewalt zu haben‹: was da je zu verwirklichen ist wirst du gewinnen, je nach der Wirkensart.

{495}»Wie du eben, Vaccho, es wünschen magst: ›Wenn ich doch mit dem himmlischen Gehör, dem geläuterten, über menschliche Gränzen hinausreichenden, beide Arten der Töne hörte, die himmlischen und die irdischen, die fernen und die nahen‹: was da je zu verwirklichen ist wirst du gewinnen, je nach der Wirkensart.

»Wie du eben, Vaccho, es wünschen magst: ›Wär’ es mir doch gegeben, der anderen Wesen, der anderen Personen Herz im Herzen zu schauen und zu erkennen, das begehrliche Herz als begehrlich und das begehrlose Herz als begehrlos, das gehässige Herz als gehässig unddas hasslose Herz als hasslos, das irrende Herz als irrend und das irrlose Herz als irrlos, das gesammelte Herz als gesammelt und das zerstreute Herz als zerstreut, das hochstrebende Herz als hochstrebend und das niedrig gesinnte Herz als niedrig gesinnt, das edle Herz als edel und das gemeine Herz als gemein, das beruhigte Herz als beruhigt und das ruhelose Herz als ruhelos, das erlöste Herz als erlöst und das gefesselte Herz als gefesselt‹: was da je zu verwirklichen ist wirst du gewinnen, je nach der Wirkensart.

»Wie du eben, Vaccho, es wünschen magst: ›Wär’ ich doch imstande, mich an manche verschiedene frühere Daseinsform zu erinnern, als wie an ein Leben, dann an zwei Leben, dann an drei Leben, dann an vier Leben, dann an fünf Leben, dann an zehn Leben, dann an zwanzig Leben, dann an dreißig Leben, dann an vierzig Leben, dann an fünfzig Leben, dann an hundert Leben, dann an tausend Leben, dann an hunderttausend Leben, dann an die Zeiten während mancher Weltenentstehungen, dann an die Zeiten während mancher Weltenvergehungen, dann an die Zeiten während mancher Weltenentstehungen-Weltenvergehungen, ‚Dort war ich, jenen Namen hatte ich, jener Familie gehörte ich an, das war mein Stand, das mein Beruf, solches Wohl und Wehe habe ich erfahren, so war mein Lebensende; dort verschieden trat ich anderswo wieder ins Dasein: da war ich nun, diesen Namen hatte ich, dieser Familie gehörte ich an, dies war mein Stand, dies mein Beruf, solches Wohl und Wehe habe ich erfahren, so war mein Lebensende; da verschieden trat ich hier wieder ins Dasein‘, wär’ ich doch also imstande, mich an mancheverschiedene frühere Daseinsform zu erinnern, mit je den eigenthümlichen Merkmalen, mit je den eigenartigen Beziehungen‹[71]: was da je zu verwirklichen ist wirst du gewinnen,{496}je nach der Wirkensart.

»Wie du eben, Vaccho, es wünschen magst: ›Hätt’ ich doch das himmlische Auge, das geläuterte, über menschliche Gränzen hinausreichende, die Wesen zu sehn, wie sie dahinschwinden und wiedererscheinen, gemeine und edle, schöne und unschöne, glückliche und unglückliche, säh’ ich doch wie die Wesen je nach den Thaten wiederkehren, ‚Diese lieben Wesen sind freilich in Thaten dem Schlechten zugethan, in Worten dem Schlechten zugethan, in Gedanken dem Schlechten zugethan, tadeln Heiliges, achten Verkehrtes, thun Verkehrtes, bei der Auflösung des Leibes, nach dem Tode, gerathen sie auf den Abweg, auf schlechte Fährte, zur Tiefe hinab, in untere Welt; jene lieben Wesen sind aber in Thaten dem Guten zugethan, in Worten dem Guten zugethan, in Gedanken dem Guten zugethan, tadeln nicht Heiliges, achten Rechtes, thun Rechtes, bei der Auflösung des Leibes, nach dem Tode, gelangen sie auf gute Fährte, in sälige Welt‘, könnt’ ich doch also mit dem himmlischen Auge, dem geläuterten, über menschliche Gränzen hinausreichenden, die Wesen erkennen, wie sie dahinschwinden und wiedererscheinen, gemeine und edle, schöne und unschöne, glückliche und unglückliche, säh’ ich doch wie die Wesen je nach den Thaten wiederkehren[72]: was da je zu verwirklichen ist wirst du gewinnen, je nach der Wirkensart.

»Wie du eben, Vaccho, es wünschen magst: ›O könnte ich doch den Wahn versiegen und die wahnloseGemütherlösung, Weisheiterlösung noch bei Lebzeiten mir offenbar machen, verwirklichen und erringen‹: was da je zu verwirklichen ist wirst du gewinnen, je nach der Wirkensart.«

Und der ehrwürdige Vacchagotto war durch des Erhabenen Rede erfreut und befriedigt; und er stand von seinem Sitze auf, begrüßte den Erhabenen ehrerbietig, ging rechts herum und entfernte sich.

Und der ehrwürdige Vacchagotto, einsam, abgesondert, unermüdlich, in heißem, innigem Ernste verweilend, hatte gar bald was edle Söhne gänzlich vom Hause fort in die Hauslosigkeit lockt, jenes höchste Ziel des Asketenthums noch bei Lebzeiten sich offenbar gemacht, verwirklicht und errungen. ›Versiegt ist die Geburt, vollendet das Asketenthum, gewirkt das Werk, nicht mehr ist diese Welt‹ verstand er da. Auch einer war nun der ehrwürdige Vacchagotto der Heiligen geworden.

Um diese Zeit nun waren viele Mönche unterwegs, den Erhabenen zu besuchen. Es sah aber der ehrwürdige Vacchagotto jene Mönche wie sie von ferne heranzogen, und als er sie gesehn ging er ihnen entgegen und{497}sprach also zu ihnen:

»Wohlan, wo geht ihr, Ehrwürdige, denn hin?«

»Den Erhabenen, o Bruder, wollen wir besuchen.«

»So geht, ihr Brüder, und bringt dem Erhabenen zu Füßen meinen Gruß dar: ›Vacchagotto, o Herr, der Mönch, bringt dem Erhabenen zu Füßen Gruß dar, und er lässt sagen:

Bedient von mir ist unser Herr,Bedient von mir der hohe Held.‹«

Bedient von mir ist unser Herr,Bedient von mir der hohe Held.‹«

Bedient von mir ist unser Herr,Bedient von mir der hohe Held.‹«

Bedient von mir ist unser Herr,

Bedient von mir der hohe Held.‹«

»Gern, o Bruder!« sagten da jene Mönche, dem ehrwürdigen Vacchagotto zustimmend.

Und jene Mönche begaben sich dorthin wo der Erhabene weilte. Dort angelangt begrüßten sie den Erhabenen ehrerbietig und setzen sich zur Seite nieder. Zur Seite sitzend sprachen nun jene Mönche zum Erhabenen also:

»Der ehrwürdige Vacchagotto, o Herr, bringt dem Erhabenen zu Füßen Gruß dar, und er lässt sagen:

›Bedient von mir ist unser Herr,Bedient von mir der hohe Held.‹«

›Bedient von mir ist unser Herr,Bedient von mir der hohe Held.‹«

›Bedient von mir ist unser Herr,Bedient von mir der hohe Held.‹«

›Bedient von mir ist unser Herr,

Bedient von mir der hohe Held.‹«

»Schon hab’ ich, ihr Mönche, Vacchagotto den Mönch, im Geiste geistig erfassend, erkannt: ›Drei Wissen weiß Vacchagotto der Mönch, hat hohe Macht, hohe Gewalt.‹ Und auch Gottheiten haben es mir angezeigt: ›Drei Wissen weiß, o Herr, Vacchagotto der Mönch, hat hohe Macht, hohe Gewalt.‹«

Also sprach der Erhabene. Zufrieden freuten sich jene Mönche über das Wort des Erhabenen.

74.

Achter Theil

Vierte Rede

Das hab’ ich gehört. Zu einer Zeit weilte der Erhabene bei Rājagaham, am Geierkulm, zu Eberswühl.

Da nun begab sich Dīghanakho, ein Pilger, dorthin wo der Erhabene weilte, wechselte höflichen Gruß und freundliche, denkwürdige Worte mit dem Erhabenen und stellte sich seitwärts hin. Seitwärts stehend sprach nun Dīghanakho der Pilger also zum Erhabenen:

»Ich aber, o Gotamo, sage und lehre: ›Nichts gefällt mir.‹«

»Und auch die Lehre da, Aggivessano[73], die du behauptest, ›Nichts gefällt mir‹, gefällt dir auch diese nicht?«

»Und wenn mir, o Gotamo, diese Lehre gefiele, so wär’s doch nur dasselbe, so wär’s doch nur dasselbe!«

{498}»Nun giebt es freilich, Aggivessano, viel mehr der Menschen in der Welt, die mit dir sagen ›So wär’s doch nur dasselbe, so wär’s doch nur dasselbe‹, und die zwar diese Lehre nicht lassen und doch eine andere annehmen. Nun giebt es freilich, Aggivessano, viel weniger Menschen in der Welt, die mit dir sagen ›So wär’s doch nur dasselbe, so wär’s doch nur dasselbe‹, und die eben diese Lehre lassen und eine andere nicht annehmen.

»Manche Asketen und Priester, Aggivessano, sagen und lehren: ›Alles gefällt mir.‹ Manche Asketen und Priester, Aggivessano, sagen und lehren: ›Nichts gefällt mir.‹ Manche Asketen und Priester, Aggivessano, sagen und lehren: ›Manches gefällt mir, manches missfällt mir.‹ Den Asketen und Priestern nun, Aggivessano, die da sagen und lehren ›Alles gefällt mir‹, denen gereicht diese Lehre zum Reize, zur Lockung, zur Freude, zum Behagen, zum Anhalt. Den Asketen und Priestern nun, Aggivessano, die da sagen und lehren ›Nichts gefälltmir‹, denen gereicht diese Lehre nicht zum Reize, nicht zur Lockung, nicht zur Freude, nicht zum Behagen, nicht zum Anhalt.«

Auf diese Worte hin wandte sich Dīghanakho der Pilger also an den Erhabenen:

»Meinen Lehrsatz lobt Herr Gotamo, meinen Lehrsatz belobt Herr Gotamo!«

»Den Asketen und Priestern nun, Aggivessano, die da sagen und lehren ›Manches gefällt mir, manches missfällt mir‹, was denen ihrer Lehre gemäß gefällt gereicht ihnen zum Reize, zur Lockung, zur Freude, zum Behagen, zum Anhalt: und was denen ihrer Lehre gemäß missfällt gereicht ihnen nicht zum Reize, nicht zur Lockung, nicht zur Freude, nicht zum Behagen, nicht zum Anhalt.

»Bei den Asketen und Priestern, Aggivessano, die da sagen und lehren ›Alles gefällt mir‹, wird ein verständiger Mann also überlegen: ›Diese Lehre da, ‚Alles gefällt mir‘, wenn ich diese beharrlich pflegte, mir aneignete, behauptete ‚Dies nur ist Wahrheit, Unsinn anderes‘, so erführ’ ich doppelten Widerspruch, von dem Asketen oder dem Priester,{499}der da sagt und lehrt ›Nichts gefällt mir‹, und von dem Asketen oder dem Priester, der da sagt und lehrt ›Manches gefällt mir, manches missfällt mir‹, von diesen beiden erführ’ ich Widerspruch, und aus Widerspruch erfolgte Widerstreit, aus Widerstreit Widerstand, aus Widerstand Widerwille‹; und weil er Widerspruch und Widerstreit, Widerstand und Widerwillen in sich merkt, lässt er eben diese Lehre und nimmt eine andere nicht an: also werden diese Lehren verworfen, also werden diese Lehren verleugnet.Bei den Asketen und Priestern, Aggivessano, die da sagen und lehren ›Nichts gefällt mir‹, wird ein verständiger Mann also überlegen: ›Diese Lehre da, ‚Nichts gefällt mir‘, wenn ich diese beharrlich pflegte, mir aneignete, behauptete ‚Dies nur ist Wahrheit, Unsinn anderes‘, so erführ’ ich doppelten Widerspruch, von dem Asketen oder dem Priester, der da sagt und lehrt ›Alles gefällt mir‹, und von dem Asketen oder dem Priester, der da sagt und lehrt ›Manches gefällt mir, manches missfällt mir‹, von diesen beiden erführ’ ich Widerspruch, und aus Widerspruch erfolgte Widerstreit, aus Widerstreit Widerstand, aus Widerstand Widerwille‹; und weil er Widerspruch und Widerstreit, Widerstand und Widerwillen in sich merkt, lässt er eben diese Lehre und nimmt eine andere nicht an: also werden diese Lehren verworfen, also werden diese Lehren verleugnet. Bei den Asketen und Priestern, Aggivessano, die da sagen und lehren ›Manches gefällt mir, manches missfällt mir‹, wird ein verständiger Mann also überlegen: ›Diese Lehre da, ‚Manches gefällt mir, manches missfällt mir‘, wenn ich diese beharrlich pflegte, mir aneignete, behauptete ‚Dies nur ist Wahrheit, Unsinn anderes‘, so erführ’ ich doppelten Widerspruch, von dem Asketen oder dem Priester, der da sagt und lehrt ›Alles gefällt mir‹, und von dem Asketen oder dem Priester, der da sagt und lehrt ›Nichts gefällt mir‹, von diesen beiden erführ’ ich Widerspruch, und aus Widerspruch erfolgte Widerstreit, aus Widerstreit Widerstand, aus Widerstand Widerwille‹; und weil er Widerspruch und Widerstreit, Widerstand und Widerwillen in sich merkt, lässt er eben diese Lehre und nimmt eine andere nicht an: alsowerden diese Lehren verworfen, also werden diese Lehren verleugnet.

{500}»Hier aber ist nun, Aggivessano, der Körper, der geformt, aus den vier Hauptstoffen entstanden, von Vater und Mutter gezeugt, durch Speise und Trank entwickelt, dem Vergehn, dem Untergang, der Aufreibung, Auflösung, der Zerstörung verfallen ist, als wandelbar, wehe, siech, bresthaft, schmerzhaft, übel, gebrechlich, ohnmächtig, hinfällig, eitel, als nichtig zu betrachten.[74]Wer diesen Körper als wandelbar, wehe, siech, bresthaft, schmerzhaft, übel, gebrechlich, ohnmächtig, hinfällig, eitel, als nichtig betrachtet, dem vergeht was beim Körper Körperlust, Körperliebe, Körperverlangen ist.

»Drei Arten von Gefühlen, Aggivessano, giebt es: das wohlige Gefühl, das wehe Gefühl und das weder wohlig noch wehe Gefühl. Zu einer Zeit, Aggivessano, wo man ein wohliges Gefühl empfindet, zu dieser Zeit empfindet man kein wehes Gefühl und empfindet kein weder wohlig noch wehes Gefühl, eben ein wohliges Gefühl empfindet man zu dieser Zeit. Zu einer Zeit, Aggivessano, wo man ein wehes Gefühl empfindet, zu dieser Zeit empfindet man kein wohliges Gefühl und empfindet kein weder wohlig noch wehes Gefühl, eben ein wehes Gefühl empfindet man zu dieser Zeit. Zu einer Zeit, Aggivessano, wo man ein weder wohlig noch wehes Gefühl empfindet, zu dieser Zeit empfindet man kein wohliges Gefühl und empfindet kein wehes Gefühl, eben ein weder wohlig noch wehes Gefühl empfindet man zu dieser Zeit. Wohlige Gefühle sind aber, Aggivessano, wandelbar, zusammengesetzt,bedingt entstanden, müssen versiegen und versagen, müssen aufhören unduntergehn. Und auch wehe Gefühle sind, Aggivessano, wandelbar, zusammengesetzt, bedingt entstanden, müssen versiegen und versagen, müssen aufhören und untergehn. Und auch weder wohlig noch wehe Gefühle sind, Aggivessano, wandelbar, zusammengesetzt, bedingt entstanden, müssen versiegen und versagen, müssen aufhören und untergehn. In solchem Anblick, Aggivessano, wird der erfahrene heilige Jünger des wohligen Gefühles überdrüssig und wird des wehen Gefühles überdrüssig und wird des weder wohlig noch wehen Gefühles überdrüssig. Ueberdrüssig wendet er sich ab. Abgewandt löst er sich los. ›Im Erlösten ist die Erlösung‹, diese Erkenntniss geht auf. ›Versiegt ist die Geburt, vollendet das Asketenthum, gewirkt das Werk, nicht mehr ist diese Welt‹ versteht er da.

»Ein also gemütherlöster Mönch, Aggivessano, spricht keinem zu, spricht keinem ab, und was in der Welt geredet wird lässt er unberührt.«

Um diese Zeit nun hatte der ehrwürdige Sāriputto hinter dem Erhabenen gestanden{501}und dem Erhabenen Kühlung gefächelt. Und der ehrwürdige Sāriputto gedachte da: ›Diese und jene Dinge soll man, sagt der Erhabene, durchschauen und lassen, diese und jene Dinge soll man, sagt der Willkommene, durchschauen und verleugnen!‹ Und als der ehrwürdige Sāriputto solches im Geiste erwog, löste sich ihm das Herz vom Wahne haftlos ab.

Dīghanakho aber, dem Pilger, ging das abgeklärte, abgespülte Auge der Wahrheit auf:


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