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Nicht so rasch als man gedacht, rückten die beliebten Neununddreißiger wieder in ihre Garnison ein. Sie wurden noch immer erwartet, obgleich der Frühling schon mit Macht über Deutschland gekommen und des Rheines sonnenbeglänzte Wellen ruhig zwischen blühenden Ufern dahinflossen.

Im Düsseldorfer Hofgarten waren die Veilchen bereits verblüht, reichere Blumen drängten zur Entfaltung. Schon ließen die Kastanien auf der Königsallee die weißen Blättchen ihrer Blütenkerzen niederwehen und zeigten die Ansätze erster Früchte, da hieß es erst: sie kommen, sie kommen! Anfang Juni sollen sie hier sein, vielleicht auch ein paar Tage später. Aber sie kommen doch endlich, sie kommen!

So war noch nie zu einem Empfang gerüstet worden: geliebte Kinder kehrten ja heim, die Heldensöhne der Stadt. Wie sollte man sie nur würdig genug begrüßen?!Kanonendonner und Glockengeläute waren selbstverständlich. Und Flaggen sollten wehen von jedem Haus und lustige Wimpel auf der Rheinbrücke winken, Ehrenpforten sich wölben, das alte Zollthor selbst sollte sein düsteres Grau unter grünen Gewinden verbergen. Sogar das Pflaster der Straßen wurde jetzt schleunigst ausgebessert. Die Buchbinder kleisterten Inschriftenschilder, die Maler pinselten darauf: ›Herzlich willkommen!‹ Die Wirte schafften Fässer in die Keller, die Hausbesitzer ließen ihre Fassaden neu abputzen, die Hausfrauen scheuerten vom Speicher bis zum Keller, die Schuster stellten gestickte Pantoffeln in die Fenster – das Eiserne Kreuz darauf mit Eichenzweigen – die Gärtner düngten rasch ihre Lorbeerbäume noch einmal – die konnten ja nicht üppiges Grün genug haben – und auf dem Grafenberg wurden die Eichbäume ausgeräubert. Die Schreiner hämmerten an den Ehrenpforten, die Schneiderinnen nähten die Nächte durch an festlichem Weiß für die jungen Mädchen und Kinder, die Violinisten spannten neue Saiten, die Posaunisten probierten den Jubelchor, die Trommler übten die schönsten Wirbel, und die Dichter dichteten. Alles in Emsigkeit, in rüstender Geschäftigkeit, in festlicher Erwartung.

In der Kaserne hatte das Lazarett nun ein Ende. Wieder wurde dort geweißt und getüncht, gekehrt und gescheuert. Bald haftete kein Hauch der Wunden, des Leidens den Wänden mehr an; der frühere Knaster- und Schimmelduft, der alte Kasernengeruch, würde wieder einziehen, zusammen mit den wackeren Füsilieren.

Das Scheiden aus der Kaserne wurde Josefine schwer. Die letzten Genesenen hatten ihr die Hand geschüttelt und waren in die Heimat abgereist; da hatte sie noch lange einsam in der ehemaligen Feldwebelwohnung gestanden und vom Platz am Fenster auf den sonnigen Exerzierplatz hinausgestarrt. So viele Soldaten, so viele Soldaten würden dort bald wieder exerzieren, aber von denen, die sie liebte, war keiner mehr darunter!

Sie hielt sich mit der Hand am Fensterbrett, für einen Augenblick wurde ihr schwach. Hier an dieser Stelle, hinter den roten Geranienstöcken, die einstmals die Scheiben geziert, hier hatte sie oft als Kind und oft als Mädchen Auslug gehalten, hier hatte ihr der Vater das Märchen von Anno dreizehn erzählt – ei, wie hatte er doch gesagt?

›Und die keine goldenen Broschen und Armbänder hatten, ließen sich ihr schönes Haar abschneiden und opferten das für’s Vaterland.‹

Das hatte so herrlich geklungen, und – sie erinnerte sich dessen wohl – da hatte sie sich auch gern ihr Haar abschneiden lassen wollen für’s Vaterland.

»Ach –!«

Es war ein zitternder Seufzer, der jetzt ihrer Brust entfloh, beide Hände drückte sie gegen das hämmernde Herz – sie hatte mehr geopfert.

»Vater!« Sie wußte nicht, ob sie laut gerufen, sie wußte auch nicht, ob ihr Antwort ward, aber es hallte etwas durch die leeren Räume – horch! Ein Schauer überlief sie, kein Schauer der Furcht, ein Schauer heiliger Scheu.

Leise, auf den Zehenspitzen war sie hinabgeschlichen.

Nun rüstete auch sie zum Empfang. Kamen die Neununddreißiger wirklich jetzt bald, so sollten die guten Jungen auch alles finden, wie sie es liebten. Und wie sie’s liebten, das wußte sie ganz genau: kurze Pfeifen mit Porzellanköpfen und dem bunten Kaiser Wilhelm darauf; Knotenstöcke, recht derb in der Faust, stark, um’s Bündel dranzuhängen beim Wandern in die Heimat; und Taschentücher, Taschentücher, rot und gelb, groß wie Windeln, mit Schlachtenbildern und Pulverdampf und Kanonen und Franzosen und Preußen. Sie schaffte emsig in der Frühsommerwärme, ihre Wangen glühten dabei; sie dekorierte ihr Fensterchen, kroch auf einen Stuhl und ließ sich vom Bruder den Hammer reichen, um die Nägel einzuschlagen, dran die Guirlande hängen sollte. Grün, Grün in Menge wollte der Fritz aus dem Busch holen. Auch über die Thür sollte ein Kranz kommen, darin die Inschrift: ›Herzlich willkommen!‹ – O Gott, wie schön hätte der Peter das gemacht! Bitterliche Thränen schütteten ihr plötzlich über die heißen Wangen – ihr Peter, der kam nicht mit zurück!

Am letzten Sonntag, bevor die Truppen eintrafen erschien auf einmal Bruder Friedrich früh am Morgen. Mit Beginn des Friedens hatte er seine neue Stellung angetreten; er hatte es der Schwester geschrieben, aber Zeit zum Besuch hatte er bisher noch nicht gefunden. Nun kam er, in feierliches Schwarz gekleidet, einen Cylinder hatte er auf und feine Glacés an. Sie war erstaunt, wie stattlich er aussah; das war er nun wohlseiner neuen Stellung schuldig? Er trug einen Kranz aus Lorbeer gewunden, die ersten roten Rosen des Jahres darin.

»Finchen,« sagte er, zog den Handschuh ab und wischte sich mit der schwieligen Rechten gleichsam verlegen über die ernste Stirn, »nu is’t Friede, un ich hab’ en Stellung, wie ich se in meinem frechsten Traum mir nie hätt’ träumen können! Was unser Vater wohl dazu jesagt hätt’?! Heut’ is mein erster Feiertag. Komm, mach dich fertig, lassen wir all’ zusammen nach’m Kirchhof jehen!«

Sie machten sich auf den Weg. Schon war in vielen Straßen geflaggt. Die Bürger konnten es nicht mehr erwarten – bald, bald kamen sie ja! Es war heute milde, sanfte Luft, ein lichtgrau verhangener Himmel; noch schien die Sonne nicht, aber sie würde scheinen, man merkte es an der heller und heller sich färbenden Wolkenschicht. Grüner schimmerte das Grün der Bäume, erfrischt von einem köstlichen Getröpfel in der Frühe; die Kastanienbäume warfen schon breite Schatten, die Lindenbäume der Alleestraße strömten leisen Duft aus, ihre goldigen Blüten fingen an, sich zu öffnen.

In der Schaubschen Buchhandlung am Alleeplätzchen lauter Kriegsbilder und -Bücher: ›Dreißig schöne alte Lieder wider den Franzman‹ – ›Va banque Louis Napoléon‹ – ›Enthüllungen aus den Tuilerien‹ – ›Welche sollen des Deutschen Reiches Farben sein?‹ – ›Alldeutschland in Frankreich hinein! von Adolf Strodtmann‹– ›Wachenhusens Tagebuch vom Kriegsschauplatz‹. – Hier ein kleines, rotes Büchlein in leuchtender Farbe mit dem Eisernen Kreuz: ›Kriegsdepeschen‹ – und dort: ›Kriegsgefangen. Erlebtes 1870 von Th. Fontane‹.

Schmetterlinge, bis hierher verflogen, streiften mit ihren zarten Flügeln das Schaufenster. Bienen summten, angelockt von den Blumendüften der Häuser; alle Leute hatten ihre Gärten geplündert, jetzt mußte man Sträuße im Fenster haben: Rotdorn und Goldregen, Iris und Pfingstblumen, letzten Flieder und erste Rosen, schöner blühte es doch nie mehr im Jahr. Heitere Mädchengesichter blickten darüber weg; manch einer Jungen klopften die Pulse: er kam wieder, nun war er bald da! Ob er sie noch kannte? Den Chignon hatte sie abgeschafft – wer mochte den wohl noch tragen? Einen Strauß wollte sie dem Geliebten werfen, einen Rosenstrauß, und einen Kranz, einen Kranz von lauter Lorbeer. Sie konnte es nicht erwarten.

Und die Kinder spielten vor den Thüren: der Vater kommt. Je, wie die Mutter vor Freuden aufschrie, wenn der Vater in die Thür trat! Und ob er was mitbrachte? Eine Puppe im Tornister oder ein kleines Chassepot? Sie konnten es nicht erwarten.

Und Eltern fragten sich: wie wird er aussehen, der Junge? Er hat gewiß einen Bart! Sie konnten es nicht erwarten.

Die ganze Stadt konnte es nicht erwarten. Man fühlte es ihr an, es lag in der Luft, es vibrierteim unruhigen Gebimmel der Sonntagsglocken, die über dem Gewirr der alten Gassen von der Bolkerstraße und Ratingerstraße her ertönten. Auch sie konnten es nicht erwarten, sich auszuhallen im Freudengeläut. –

Die Geschwister gingen still, Josefine zwischen den Brüdern. Der Invalide war in voller Uniform, und den Fritz hatte er neben sich, dann brauchte er kaum seinen Stock.

Im Hofgarten tirilierten die Vögel, stark duftete der Jasmin und all die andern blühenden Büsche; jedes Unkraut am Wegrand blühte, jedes Ding, noch so bescheiden, trug heute sein bestes Kleid.

Der Rhein rauschte hinter’m Napoleonsberg, und das Rauschen der Wellen mischte sich mit dem Wind, der die Wasser kräuselte, zur Melodie.

Selbst hier draußen am fernen Kirchhof merkte man die Erwartung der Stadt. Die Wege waren geharkt, das Unkraut ausgejätet, die Gräber geschmückt. Manch einer der Heimkehrenden würde doch herkommen, einen guten Kameraden zu besuchen.

Die Geschwister wandelten erst den breiten Mittelweg bis zum großen Kreuz. Das war eine Pracht von Rosen rechts und links, ein berauschender Duft! Man ging wie zwischen lauter Gartenbeeten.

Josefine war lange nicht hier gewesen, nun blickte sie erstaunt – was war das dort für ein herrliches Monument? Auf dunklem Sockel, ganz aus weißem Marmor, leuchtete es hinter schmiedeeisernem Gitter undhob sich blendend aus einem Flor von Blumen. Unwillkürlich hemmte sie den Schritt – dort waren Leidtragende.

Vor dem weißen Monument kniete eine ganz mit langen Trauerschleiern verhüllte Frauengestalt. Jetzt erhob sie sich; den Kopf tief gesenkt, ganz gebrochen, kam sie langsam daher am Arm eines Offiziers.

Der Invalide machte Front; ernst aber freundlich dankte der Offizier. Ei, das war mal ein jugendlicher Oberst! Noch ein schlanker, schöner Mann mit blitzenden Augen!

»Habt ihr dat Kreuz auf seiner Brust jesehn? Dat war ’t Eiserne Kreuz erster Klass’,« tuschelte ganz aufgeregt der Invalide.

Josefine hatte es nicht gesehen; auch nicht den eleganten Herrn in Civil, der dem Paar folgte, zwei schwarzgekleidete junge Mädchen neben sich. Sie hatte auch die Dame unter all den Schleiern nicht erkannt; wohl aber hatte ihr Blick, seltsam angezogen, während der kurzen Begegnung auf dem Gesicht des Obersten geruht.

Wer war das?! Den mußte sie doch kennen? Und da – plötzlich durchfuhr es sie – die Erinnerung kam rasch wie ein Pfeil – jetzt wußte sie’s: das war der Viktor gewesen!

Sie trat auf das Monument zu. Unter dem jungen sterbenden Helden, den ein Engel zum Himmel weist, stand mit goldenen Buchstaben eingraviert:

Eugen Ernst August vom Werth

Sek.-Lt. im Niederrh. Füsilier-Regt. Nr. 39.

Ja, Viktor von Clermont hatte hier mit seiner Schwester das Grab des gefallenen Neffen besucht.

Arme Cilly, hatte sie noch immer keinen Trost gefunden? Wie sie dahinwankte!

Noch einmal sah sich Josefine um, aber von den Trauernden war nichts mehr zu erblicken; es war ihr nur, als sähe sie noch ein letztes Blinken der Epauletten zwischen den Büschen.

Der Viktor –! Ein zartes Lächeln spielte um ihre Lippen: wie stattlich noch – und schon Oberst! Aber sein liebes Gesicht hatte er noch wie früher, nur nicht mehr so strahlend heiter und so vergnügt! Ach, so viele Jahre lagen dazwischen! Sie seufzte leicht: ach ja, da war sie eben an ihrer Jugend vorbeigegangen!

Sie stand in Gedanken verloren – ja, ja, heute morgen, als sie vor’m Spiegel ihr Haar gekämmt, hatte sie die ersten grauen Fäden im noch vollen Blond gefunden.

Fritz zupfte sie am Ärmel und drängte voran, die Onkels waren schon weiter gegangen. Da raffte sie sich auf und machte große Schritte.

Das Grab von Feldwebel Rinke lag jetzt nicht mehr abseits und allein, mit wenigen ungepflegten Hügeln in der Nähe. Jetzt waren hier rund herum auch Blumen gepflanzt und die Hecke erweitert; es grünte Hügel bei Hügel, es ragte Kreuz bei Kreuz. Franzosen und Deutsche reihten sich dicht um des alten Preußen Grab.

Friedrich legte seinen Lorbeerkranz darauf nieder. Josefine bückte sich, um hier und da zu ordnen und einUnkräutchen auszurupfen; sie kniete dabei hin und blieb so knieend, eine lange Weile.

Um sie die große Stille. Kein Laut zwischen Himmel und Erde. Regungslos stehen die Büsche. Kein Säuseln in den Bäumen, die Wolken dicht. Doch jetzt ein starker Luftzug vom Rhein her, man hört die Wellen rauschen, der Wind ist umgesprungen. Und jetzt kommt er plötzlich daher und beugt die stolzen Kronen und bläst in die grauen, verhängenden Wolken, daß sie auseinanderfahren wie eilends geschobene Kulissen. Das geht mit Zauberschnelle – Hülle fällt auf Hülle – der letzte Vorhang weg – da steht sie, die Sonntagssonne, voll im Mittag, ohne Schleier, groß, blendend, leuchtend, und lacht hinunter auf die strahlende Erde.

›Jetzt scheint die Sonn’, Vater, siehst du?!‹ Es war Josefine fast, als müsse sie ihm das laut hinunterrufen in seine dunkle Kammer. Eine kindliche Liebe ergriff sie heiß zu dem Toten. Sie murmelte:

»Treue, Tapferkeit, Gehorsam, Pflichtgefühl und Ehre – lieber Vater, ich dank’ dir!«

Langsam richtete sie sich auf. Aber dann stand sie doch fest auf ihren Füßen und nahm ihren Knaben an die Hand. Der war nun ihr einziger, ihr letztes Glück – nein, noch ein Glück hatte sie, ein schmerzliches freilich, dem sie auch noch Thränen schenken würde in stillen Stunden, aber es war ein Glück. Sie hatte einmal etwas empfunden, eine Begeisterung, die sie über sich selbst erhoben. Ihr Bestes hatte sie hingegeben für’s Vaterland, so wie der Vater sie gelehrt.

Und wenn jetzt der König kam, wie damals in ihrem Traum, und seine Hand ausstreckte: ›Was giebst du mir?‹ Dann konnte sie auch ihre Hand ausstrecken und, über das Grab ihres Sohnes weg, weg über Gräber von Tausenden von Söhnen, ihm weite, schöne Länder zeigen: das ganze, große, geeinigte Deutschland im höchsten Mittagssonnenglanz, – und stolz zu ihm sagen:

»Das gab ich dir!«

Verlag von Egon Fleischel & Co., Berlin W 35.

Verlag von Egon Fleischel & Co., Berlin W 35.

Die stumme Mühle

Roman von

Otto von Leitgeb

Preis geh. M. 5.–; geb. M. 6.50

Aus den Besprechungen:

Münchener Neueste Nachrichten.Dieser Roman ist eine durchaus eigenartige, literarische Erscheinung, ein Werk voll großer Schönheiten, voll tiefen Ernstes und erfüllt von idealer künstlerischer Lebensauffassung. Vielleicht wird mancher sich nur zögernd entschließen, ein Buch zur Hand zu nehmen, das ihm für einen Roman etwas zu umfangreich erscheinen möchte. Es ist auch kein Buch für jene Kategorie von Lesern, denen es nur darum zu tun ist, mit möglichst aufregender Lektüre eine müßige Stunde auszufüllen. Der Verfasser, ein treuer Freund unseres unvergeßlichen Leibl, hat etwas von dessen Eigenart in sein Werk übertragen, und so wenig wir an Leibl Haß und Unvollkommenheiten kennen, so wenig werden wir auch hier Flüchtigkeiten entdecken; manchmal will es uns sogar erscheinen, als hätte sich der Verfasser hie und da allzu sorgfältige Ausmalung mancher Details schenken können. Über dem ganzen Werk aber liegt, was wir an Leibl schätzen: Naturtreue und Wahrhaftigkeit und innige Klarheit.

Neue Preußische (Kreuz) Zeitung.Der Roman, den wir mit Interesse gelesen haben, verdankt seinen ziemlich großen Umfang nicht der Mannigfaltigkeit der Figuren und häufigem Wechsel der Szenerieen, sondern dem auf die wenigen Gestalten verwendeten Fleiß und der Freude an stimmungsvollen Schilderungen. Die Handlung kann wohl menschlich ergreifen, und die Entwicklung vermag psychologische Vorgänge in anziehender und anschaulicher Weise nahe zu bringen. Immerhin ist der im Vordergrund stehende Charakter, ein Mann von Bildung, der jedoch seines Lebens ernste Aufgabe in der Jugend nicht streng genug erkannte und mit seinem verwundeten Herzen überhaupt nicht mehr in die scharfen Forderungen absoluter Sittlichkeit hineinzudringen versteht, eine etwas seltsame Natur, der auchin der Dichtung ein feiner Schleier umgehängt ist. Wir glauben, die Figur wäre wirkungsvoller, wenn seine Liebe zu Marieganzideal geblieben wäre. Es wäre etwas für die Menschheit gewonnen. So kommt eine doppelte Schwäche in die Sache hinein. Die Gestalt der Schwester ist tadellos gezeichnet, während das Ehepaar doch zuletzt aus der Skizzierung nicht herauskommt, auch Marie, die Frau, nicht, welche sich doch von Wolf, jenem erstgenannten Charakter, so sehr entwickeln und zum Schluß verwickeln läßt. Dem Dichter steht aber bei alledem Wahrheit und Sittlichkeit so hoch als wünschenswert; er ist infolgedessen auch gerecht und beschönigt nichts. Die beiden, welche schließlich den Rest des Lebensweges miteinander machen, sind die kernigen, wenig angefochtenen Naturen. Eine originelle Nebenfigur, sowie eine episodenartige Szenerie, die jedoch nicht ohne Verbindung mit der gesamten Entwicklung ist, kommt dem Eindruck zugute. Die Schreibweise ist einfach und entbehrt doch nicht großer Züge und poetischen Reichtums.

New-Yorker Staatszeitung.... Auch in »Die stumme Mühle« von Otto von Leitgeb sendet dieses Motiv (– die Ehe –) seinenbeängstigendfragenden Ruf. Tief unten im Flußtal, wohin die rings aufsteigenden Bergwände keinen Sonnenstrahl dringen lassen, liegt die Mühle, die noch keinem ihrer Besitzer Glück gebracht und oft lange Jahre hindurch stumm geruht, nur von Daniel, dem alten Müllerknecht, behütet, dem Hausgeist, der hin und wieder an die Mühlsteine klopft und die Schaufelräder streichelt und laut mit den Schlüsseln klirrt, die in den rostigen Schlössern knirschen, nur um doch einmal einen Laut zu hören in der Stille und dem Schweigen ringsum. Denn einsam war der Alte; sein Weib war ihm gestorben, sein Kind verdorben; und wie ein Unglücksrabe kreist er um die stumme Mühle und kündet denen, die sie an sich bringen, kein Glück. Auch Robert Willmut nicht, dem neuen Herrn, der einst als Kind mit dem Töchterlein des benachbarten Auhofs Mann und Frau gespielt, aber um das kräftig erwachsene, reiche Mädchen nicht zu werben wagt und eine zarte, feine Treibhausblume aus der Stadt als Weib heimführt: Marie. Aber die Kinderfreundschaft war nicht vergessen, und zwischen der stummen Mühle, wo die junge Frau neben dem nüchternen, rastlos tätigen Gatten sich in eine Traumwelt einspinnt und in die Vergangenheit versenkt, und dem einsamen Auhof, den die praktische, verständige Klara für den Bruder verwaltet, den Träumer Wolf, der eine Jugendschuld büßend die Welt flieht, entwickelt sich ein reger Verkehr. Denn diese Menschen sind aufeinander angewiesen; sie bedürfen einander. Eine Reihe entzückender Stilleben, wunderbar stimmungsvoller Naturbilderentrollt der Verfasser, aber fest und klar schlingt sich mitten durch der Faden der Tragödie, des Schicksals. Wird auch Marie, diese ideale Verkörperung des passiv Lust und Leid auf sich nehmenden Weibes sich dessen, was ihrer Ehe zum Glück fehlt, nicht bewußt; gesteht auch Klara, dieses arbeitstüchtige, mutige Mädchen, sich nicht ein, daß die schwesterliche Hingebung ihr Leben trotz seines Pflichtenreichtums nicht ausfüllt – tief unter der ruhigen Oberfläche dieser tragischen Idylle lauert das Schicksal auf den Augenblick, da es allgewaltig in das Leben dieser vier Menschen einschreitet und sie aufrüttelt aus ihrem stummen Dahindämmern und Dahinträumen.

Zu einer Tragödie der Selbsttäuschung spitzt sich die Handlung zu, als Marie, die sich in der sonnenlosen Mühle an der Seite des poesielosen Robert glücklich wähnt, allmählich verkümmert und dahinsiecht, bis die Ahnung eines echten Glücks ihr den Todesstoß versetzt. Seelenkundig hat Leitgeb die Wahlverwandtschaft angedeutet, die zwischen Marie und Wolf besteht, dieser fein gezeichneten, unruhigen Künstlernatur, und zwischen Robert und Klara, diesen beiden für das Alltagsleben geschaffenen Menschen. Es sind Gestalten von packender Lebendigkeit. Goldene Worte hat er Schmidt in den Mund gelegt, dem Fünften im Bunde; einem Lebensphilosophen von fesselnder Originalität und herzgewinnender Liebenswürdigkeit. Sympathisch berührt auch die Gestalt des Landarztes mit seiner aus der Kenntnis menschlicher Schwächen und Gebrechen gesogenen, viel verstehenden und verzeihenden, milden Lebensweisheit. Das welsche Wanderblut der schönen Hannah, der verbissene Proletariergroll Daniels, die prickelnde, lebensvolle und schaffensfreudige Atmosphäre des Münchener Künstlerkreises vollenden das wechselreiche Lebensbild. Sieghaft wie ein Sonnenblick durchbricht manchmal ein schalkhafter Humor die Wolken und die Schatten der stummen Mühle. Der Dichter versteht sich auf die Verteilung der Kontraste. Die Szene in der Künstlerrunde, wo in Gegenwart Wolfs von dem Bilde die Rede ist, dessen Modell Hannah gewesen, ist eine Prachtleistung. Leitgebs Kunst ist eine feinnervige. Schon in seinen Novellen offenbarte er sich als Meister im Erahnen und Erfassen der flüchtigsten und verborgensten Seelenregungen, im Empfinden und Wiederspiegeln der zartesten Naturstimmungen. Er schwelgt ordentlich in dieser seiner eigensten Kunst. Aber er ist zu sehr Künstler, um den Gang der Handlung dadurch aufhalten zu lassen; sie schreitet langsam vorwärts, steigert sich ganz allmählich zum tragischen Konflikt und bricht in dem Augenblick ab, da die alte Schuld gesühnt wird und ein neues Leben beginnen soll für die drei Überlebenden in der Tragödie der Wahlverwandtschaft, die sich uneingestanden in der stummen Mühle abspielt.

Berliner Morgenpost.Einen Band von nahezu vierhundert Seiten durchzulesen, dazu gehört heutzutage in der Zeit dershort storyschon ein Entschluß. Man traut sich kaum, mit der Lektüre anzufangen, und in den seltensten Fällen bringt man sie zu Ende. Hat man aber sich selbst überwunden, so kommt man sich wie ein Triumphator vor und hat beinahe die Empfindung, als schulde einem der Autor Dank. Nun, bei Leitgebs Roman bleibt man von solcher Überhebung weit entfernt. Trotzdem die Handlung durchaus nicht sensationell ist, also keinen stofflichen Reiz bietet, folgt man ihr mit sich stets steigernder Spannung. Dabei hat man immer wieder Gelegenheit, den großen Gesichtskreis des Dichters zu bewundern, der alle Verhältnisse des menschlichen Lebens, die Beziehungen des einzelnen zur Natur und zur Allgemeinheit behandelt und in einer Fülle von gedankenreichen Bemerkungen seine Menschen- und Weltkenntnis zeigt. Unter dem Nachdenklichen des Buches leidet aber die Plastik der Figuren durchaus nicht. In vollem blühenden Leben stehen sie vor uns, und die »unwahrscheinlichste« von allen, der Schwärmer Schmidt, am meisten. Mit einem Worte ein gutes Buch, das aber ernste Leser verlangt.

Buchdruckerei Roitzsch vorm. Otto Noack & Co.

Liste korrigierter DruckfehlerSeite 6: Punkt am Satzende ergänzt (... gleich darauf fuhr sein Blick wieder rollend über die Soldaten hin.)Seite 8: Punkt am Satzende ergänzt (Der armen, jungen Frau so den christlichen Taufnamen zu verschimpfieren.)Seite 20: Punkt am Satzende ergänzt (Hinter dem letzten Pfeiler trat Vater Zillges auf sie zu.)Seite 51: Punkt am Satzende ergänzt (Die Kleinsten konnten die Mutter noch nicht entbehren.)Seite 60: Schließendes doppeltes Anführungszeichen nach „Wiedersehen,‹“ entfernt (»›Adjö, Karline, auf’s Wiedersehen,‹ sagte er.)Seite 65: Öffnendes einfaches Anführungszeichen vor „Bunten“ ergänzt (Der Feldwebel machte sich eines Tages auf nach dem ›Bunten Vogel‹.Seite 70: Komma am Satzende durch Punkt ersetzt (Aber schon war er bei ihr und faßte ihr Handgelenk.)Seite 79: Schließendes doppeltes Anführungszeichen ergänzt (»Hörst du denn gar nicht?«)Seite 79: Apostroph hinter „als“ entfernt (... aber er thut mindestens schon so, als ob er Major wäre wie Papa.)Seite 81: „Freudin“ durch „Freundin“ ersetzt (Kräftig schlug sie die Freundin auf den Rücken.)Seite 84: Schließendes doppeltes Anführungszeichen ergänzt (»Frech Weit!«)Seite 93: Punkt am Satzende ergänzt (Selbst der Himmel ist sein; er hält den umarmt im grauen Dunst.)Seite 100: Schließendes doppeltes Anführungszeichen ergänzt (Bande! Verfassungsreform – was heißt das?!«)Seite 105: „gegesagt“ durch „gesagt“ ersetzt (»Ich begreife nicht, Rinke,« hatte der vertraulich gesagt, ...)Seite 115: „Tina“ durch „Trina“ ersetzt (Aber Frau Trina ließ sich jetzt so leicht nicht mehr einschüchtern, ...)Seite 115: „Tina“ durch „Trina“ ersetzt (»Rinke!« Frau Trina sprach es vorwurfsvoll und ...)Seite 134: Gedankenstrich eingefügt (... die hatte er ihnen abgejagt – aber beim Wilhelm, beim Wilhelm!)Seite 154: „Allerle“ durch „Allerlei“ ersetzt (Allerlei Burschen – rechte Lotterbuben – mit roten Halstuchzipfeln, ...)Seite 166: Komma ergänzt hinter „los“ (Es war nirgends etwas los, der Hofgarten zum sterben langweilig, ...)Seite 186: „flüsteree“ durch „flüsterte“ ersetzt (... und Conradi ihr in’s Ohr flüsterte, ob sie ...)Seite 211: Schließendes einfaches Anführungszeichen ergänzt (... und machte mit einem: ›ksch, ksch – puff!‹ die hungrigen Spatzen bange, ...)Seite 224: Schließendes doppeltes Anführungszeichen ergänzt (»Rinke, ich jeh’ ens kucken!«)Seite 234: Punkt am Satzende ergänzt (Die Morgensuppe schmeckte heute dem Feldwebel nicht.)Seite 237: „Gouverneuer“ durch „Gouverneur“ ersetzt (... Wenn nur erst der Prinz Wilhelm seinen Posten als Gouverneur der Rheinlande anträte, ...)Seite 243: „Straßenplaster“ durch „Straßenpflaster“ ersetzt (... finster bohrte sich sein Blick in’s Straßenpflaster.)Seite 256: Punkt am Satzende ergänzt (Sie hatte noch nie einen leibhaftigen preußischen König gesehen.)Seite 262: Öffnendes doppeltes Anführungszeichen ergänzt (»Na, na,« tröstete der Feldwebel ...)Seite 270: „Wirshaus“ durch „Wirtshaus“ ersetzt (War’s denn erlaubt, nach zehn Uhr noch das Wirtshaus offen zu halten?!)Seite 281: „Kaferne“ durch „Kaserne“ ersetzt (Ein schriller Mißton gellte durch die Kaserne.)Seite 298: „Konigsverräters“ durch „Königsverräters“ ersetzt (Du bist der Vater eines Rebellen, eines Königsverräters!)Seite 303: „abwährend“ durch „abwehrend“ ersetzt (Mit einem Angstschrei sprang sie auf und streckte abwehrend die Hände von sich in einem wilden Grauen:)Seite 303: Öffnendes doppeltes Anführungszeichen ergänzt (»Komm, Finchen,« flüsterte sie fast vorwurfsvoll, ...)Seite 338: Punkt am Satzende ergänzt (Sie trat davor und hielt das Lämpchen hoch.)Seite 338: „Klied“ durch „Kleid“ ersetzt (Seltsam genug stand das schwarze Kleid gegen das helle Gesicht.)Seite 359: „Feldwebelwohnnng“ durch „Feldwebelwohnung“ ersetzt (Auf einmal sah sie das Kasernenthor und den Hof und die Feldwebelwohnung ...)Seite 361: Punkt am Satzende ergänzt (Nun hielten die kräftigen Kinderarme sie fest.)Seite 363: „Kartätchenprinz“ durch „Kartätschenprinz“ ersetzt (Der Kartätschenprinz war ja nun König, ...)Seite 403: Punkt am Satzende ergänzt (... und machte das Zeichen des Kreuzes über seine Gemeinde.)Seite 421: „Laternenfahl“ durch „Laternenpfahl“ ersetzt (... da zog ihn ein ehrsamer Bürger am Schlaffitchen vom Laternenpfahl herunter ...)Seite 422: „Arzte“ durch „Ärzte“ ersetzt (... die gehetzten Ärzte reinigten ihre Sonden und griffen nach neuem Verbandzeug.)Seite 422: Schließendes doppeltes Anführungszeichen ergänzt (»Unsre Neununddreißiger, unsre braven Füsiliere!«)Seite 425: Punkt am Satzende ergänzt (Josefine fuhr so hastig empor, daß der Fahnenträger die Augen nach ihr rollte.)Seite 427: Doppelpunkt am Satzende ergänzt (Und dann des Oberstleutnants dringendes Zureden:)Seite 429: Gedankenstrich eingefügt („Josefine blieb stumm, aber sie zitterte am ganzen Leib – das war die schöne Frau vom Werth, die reiche Frau vom Werth?“)Seite 478: „beänstigend“ ersetzt durch „beängstigend“ (... seinen beängstigend fragenden Ruf.)

Liste korrigierter Druckfehler

Seite 6: Punkt am Satzende ergänzt (... gleich darauf fuhr sein Blick wieder rollend über die Soldaten hin.)

Seite 8: Punkt am Satzende ergänzt (Der armen, jungen Frau so den christlichen Taufnamen zu verschimpfieren.)

Seite 20: Punkt am Satzende ergänzt (Hinter dem letzten Pfeiler trat Vater Zillges auf sie zu.)

Seite 51: Punkt am Satzende ergänzt (Die Kleinsten konnten die Mutter noch nicht entbehren.)

Seite 60: Schließendes doppeltes Anführungszeichen nach „Wiedersehen,‹“ entfernt (»›Adjö, Karline, auf’s Wiedersehen,‹ sagte er.)

Seite 65: Öffnendes einfaches Anführungszeichen vor „Bunten“ ergänzt (Der Feldwebel machte sich eines Tages auf nach dem ›Bunten Vogel‹.

Seite 70: Komma am Satzende durch Punkt ersetzt (Aber schon war er bei ihr und faßte ihr Handgelenk.)

Seite 79: Schließendes doppeltes Anführungszeichen ergänzt (»Hörst du denn gar nicht?«)

Seite 79: Apostroph hinter „als“ entfernt (... aber er thut mindestens schon so, als ob er Major wäre wie Papa.)

Seite 81: „Freudin“ durch „Freundin“ ersetzt (Kräftig schlug sie die Freundin auf den Rücken.)

Seite 84: Schließendes doppeltes Anführungszeichen ergänzt (»Frech Weit!«)

Seite 93: Punkt am Satzende ergänzt (Selbst der Himmel ist sein; er hält den umarmt im grauen Dunst.)

Seite 100: Schließendes doppeltes Anführungszeichen ergänzt (Bande! Verfassungsreform – was heißt das?!«)

Seite 105: „gegesagt“ durch „gesagt“ ersetzt (»Ich begreife nicht, Rinke,« hatte der vertraulich gesagt, ...)

Seite 115: „Tina“ durch „Trina“ ersetzt (Aber Frau Trina ließ sich jetzt so leicht nicht mehr einschüchtern, ...)

Seite 115: „Tina“ durch „Trina“ ersetzt (»Rinke!« Frau Trina sprach es vorwurfsvoll und ...)

Seite 134: Gedankenstrich eingefügt (... die hatte er ihnen abgejagt – aber beim Wilhelm, beim Wilhelm!)

Seite 154: „Allerle“ durch „Allerlei“ ersetzt (Allerlei Burschen – rechte Lotterbuben – mit roten Halstuchzipfeln, ...)

Seite 166: Komma ergänzt hinter „los“ (Es war nirgends etwas los, der Hofgarten zum sterben langweilig, ...)

Seite 186: „flüsteree“ durch „flüsterte“ ersetzt (... und Conradi ihr in’s Ohr flüsterte, ob sie ...)

Seite 211: Schließendes einfaches Anführungszeichen ergänzt (... und machte mit einem: ›ksch, ksch – puff!‹ die hungrigen Spatzen bange, ...)

Seite 224: Schließendes doppeltes Anführungszeichen ergänzt (»Rinke, ich jeh’ ens kucken!«)

Seite 234: Punkt am Satzende ergänzt (Die Morgensuppe schmeckte heute dem Feldwebel nicht.)

Seite 237: „Gouverneuer“ durch „Gouverneur“ ersetzt (... Wenn nur erst der Prinz Wilhelm seinen Posten als Gouverneur der Rheinlande anträte, ...)

Seite 243: „Straßenplaster“ durch „Straßenpflaster“ ersetzt (... finster bohrte sich sein Blick in’s Straßenpflaster.)

Seite 256: Punkt am Satzende ergänzt (Sie hatte noch nie einen leibhaftigen preußischen König gesehen.)

Seite 262: Öffnendes doppeltes Anführungszeichen ergänzt (»Na, na,« tröstete der Feldwebel ...)

Seite 270: „Wirshaus“ durch „Wirtshaus“ ersetzt (War’s denn erlaubt, nach zehn Uhr noch das Wirtshaus offen zu halten?!)

Seite 281: „Kaferne“ durch „Kaserne“ ersetzt (Ein schriller Mißton gellte durch die Kaserne.)

Seite 298: „Konigsverräters“ durch „Königsverräters“ ersetzt (Du bist der Vater eines Rebellen, eines Königsverräters!)

Seite 303: „abwährend“ durch „abwehrend“ ersetzt (Mit einem Angstschrei sprang sie auf und streckte abwehrend die Hände von sich in einem wilden Grauen:)

Seite 303: Öffnendes doppeltes Anführungszeichen ergänzt (»Komm, Finchen,« flüsterte sie fast vorwurfsvoll, ...)

Seite 338: Punkt am Satzende ergänzt (Sie trat davor und hielt das Lämpchen hoch.)

Seite 338: „Klied“ durch „Kleid“ ersetzt (Seltsam genug stand das schwarze Kleid gegen das helle Gesicht.)

Seite 359: „Feldwebelwohnnng“ durch „Feldwebelwohnung“ ersetzt (Auf einmal sah sie das Kasernenthor und den Hof und die Feldwebelwohnung ...)

Seite 361: Punkt am Satzende ergänzt (Nun hielten die kräftigen Kinderarme sie fest.)

Seite 363: „Kartätchenprinz“ durch „Kartätschenprinz“ ersetzt (Der Kartätschenprinz war ja nun König, ...)

Seite 403: Punkt am Satzende ergänzt (... und machte das Zeichen des Kreuzes über seine Gemeinde.)

Seite 421: „Laternenfahl“ durch „Laternenpfahl“ ersetzt (... da zog ihn ein ehrsamer Bürger am Schlaffitchen vom Laternenpfahl herunter ...)

Seite 422: „Arzte“ durch „Ärzte“ ersetzt (... die gehetzten Ärzte reinigten ihre Sonden und griffen nach neuem Verbandzeug.)

Seite 422: Schließendes doppeltes Anführungszeichen ergänzt (»Unsre Neununddreißiger, unsre braven Füsiliere!«)

Seite 425: Punkt am Satzende ergänzt (Josefine fuhr so hastig empor, daß der Fahnenträger die Augen nach ihr rollte.)

Seite 427: Doppelpunkt am Satzende ergänzt (Und dann des Oberstleutnants dringendes Zureden:)

Seite 429: Gedankenstrich eingefügt („Josefine blieb stumm, aber sie zitterte am ganzen Leib – das war die schöne Frau vom Werth, die reiche Frau vom Werth?“)

Seite 478: „beänstigend“ ersetzt durch „beängstigend“ (... seinen beängstigend fragenden Ruf.)


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