Chapter 23

[1334]S. Amme.

[1335]S. Aas.

[1336]S. Fleischer.

[1337]S. Entenstall.

[1338]S. arg.

[1339]S. Almosen.

[1340]ZuBoschert= Kupfergeld (bes. Pfennig)vgl.(aus d.verw. Quellenkr.):Schwäb Gaun.- u. Kundenspr.70 (Boscher= Pfennig);Schwäb. Händlerspr.485 (Bôscheru.Bôschet= Pfennig, inLütz.[215] dafür:Bōschem); s. auchPleißlen der Killertaler434 (Bôscher= Pfennig) u.Pfälz. Händlerspr.437 (Bôsche, Bdtg. ebenso). Über weitere Belege aus dem Rotw. usw. sowie dieEtymologie(wohl vom neuhebr.paschut, jüdischposchutod.poschit= „Kleingeld“) s. Näh. inGroß’Archiv, Bd. 33, S. 268/69 u. Anm. 2 ff.; vgl. auchWeber-Günther, S. 154. BeiFischer, Schwäb. W.-B. I, Sp. 1310 ist keine Erklärung gegeben.

[1341]S. Fingerhut u. anbrennen.

[1342]S. angenehm u. Eisenbahnwagen.

[1343]S. (betr.-pflanzer) anbrennen.

[1344]S. Frauenrock.

[1345]S. anlachen.

[1346]S. Bett.

[1347]S. absterben.

[1348]S. (betr.bosten) abgehen.

[1349]S. alltäglich.

[1350]S. Adler u. Amtmann; vgl. Bischof.

[1351]S. Adler u. arg; vgl. die Anmkgn. zu „Kriminalgericht“.

[1352]S. Abort.

[1353]S. Kerl.

[1354]S. (zu beiden Ausdr.) Bauer.

[1355]S. Adler.

[1356]S. aberwitzig.

[1357]S. (betr.Giel) Affengesicht.

[1358]S. abtragen.

[1359]S. arg.

[1360]S. Ärger.

[1361]S. (betr.Flu[h]te) abbrühen.

[1362]S. Filzlaus.

[1363]S. (betr.Benges[Benk] u.Fi[e]sel) brauchbarer Bursche u. Bettelbube.

[1364]S. Hauptmann, absterben u. Abort; vgl. Krankenhaus.

[1365]S. Aas u. Käse.

[1366]MitRondling=Rundling(im Sinne von „Wurst“ schlechthin) sind folgendeZus.gebildet:Rondlingachilereiod.-bikus= Wurstessen,Rondlingbossert= Wurstfleisch,Rondlingsore= Wursthaut,Rondlingschnall= Wurstsuppe.Zu vgl.(aus demverw. Quellenkr.): nurSchwäb. Händlerspr.488 (Rundling= Wurst; Synon.Darmlingu.Schling). Sonst kommt der (natürlich von „rund“ abzuleitende) Ausdruck noch vor: a) in der (neueren)Gaunerspr.für Kugel, b) in derKundenspr.(im Plural) für Kartoffeln (vgl.Günther, Rotwelsch, S. 60), während das übliche Gauner- u. Kundenwort für Wurst u. a.Länglingist (so z. B. auch schon imDolm. der Gaunerspr.90 [Lengling= Bratwurst]), das jedoch auch noch Nebenbedeutungen hat; vgl. dazuGroß’, Archiv, Bd. 46, S. 313 u. Anm. 1 vbd. mitWeber-Günther, S. 186.

[1367]S. Kaffee und Apfelkuchen. — Eine ähnliche Umschreibung für den Lebkuchen kennt auch die Zigeunersprache, nämlichgūlo maro, d. h. „süßes Brot“ (s.Liebich, S. 138 u. 218).

[1368]S. absterben.

[1369]S. After.

[1370]Zujannen= leckenvgl.(aus demverw. Quellenkr.):Dolm. der Gaunerspr.96 (janne mich= „lecke mich im Hintern“). ZurEtymologies.Fischer, Schwäb. W.-B. IV, Sp. 75 mit Hinweis auf das Vorkommen des Ausdr. in den deutsch. Mundarten, z. B. imElsaß(s.Martin-Lierhardt, Els. W.-B. I, 407) und in derSchweiz(s. Schweiz. Idiotikon III, Sp. 45).Hierlautet die Formjenne[n]und kommt nur in der Redensart „du cha[nn]st mer jenne[n]“ als „schnöder Abfertigung“ vor. Dazu ist bemerkt, daß es sich vielleicht nur scheinbar um ein Zeitwort, in Wirklichkeit dagegen um ein Pronomen („jenen“) im Sinne von „Hinteren“ handle (wobei zu ergänzen „lecken“), so daß das Ganze sich als eineelliptischeRedeweise darstelle.

[1371]S. Dietrich u. Ehe.

[1372]S. (betr.Benges) brauchbarer Bursche.

[1373]S. belügen.

[1374]S. Ei u. Hahn.

[1375]S. (betr.Stierer) Henne.

[1376]S. abgerahmte Milch.

[1377]S. brauchbares Kind u. aufschlagen.

[1378]MitPlauderersindzusammengesetzt:Plaudererskitt= Lehrershaus (auch: Schule) u.Plauderersmalfes, Lehrersrock. EineAbleitungdavon istPlauderei= Schule.Zu vergl.(aus demverw. Quellenkr.):Schwäb. Gaun.- u. Kundenspr.72, 75 (Plauderer= Lehrer, Schullehrer [s’ Plauderle= Herr Lehrer],Plauderwinde= Schulhaus);Schwäb. Händlerspr.483 (Plauderer= Lehrer). Über weitere Belege im Rotw. u. in der Kundenspr. sowie dieEtymologie(von unserm Zeitw. „plaudern“) s.Groß’Archiv, Bd. 42, S. 64; vgl. auchFischer, Schwäb. W.-B. I, Sp. 1182 (unter „Plauder“).

[1379]S. (betr.Kitt) Abort.

[1380]S. Frauenrock.

[1381]S. absterben; vgl. „Vorbemerkung“,S. 15,Anm. 36u.38.

[1382]S. Kerl.

[1383]S. Bauer.

[1384]S. Bett.

[1385]S. Bauernfrau.

[1386]S. Abendessen.

[1387]S. Apfelkern.

[1388]S. Barchent.

[1389]S. aufspielen u. abbiegen.

[1390]S. borgen u. Borg (auf —).

[1391]S. Halskette.

[1392]Barchent u. anbrennen.

[1393]ZuRawinevgl.(aus demverw. Quellenkr.):Dolm. der Gaunerspr.96 (Revine= Leiter);W.-B. des Konst. Hans253, 258 (Rawine);Pfulld. J.-W.-B.342 (Rabine); in derschwäb. Kunden- u. Händlerspr.unbekannt. Im sonst. Rotw. findet sich die Vokabel in recht verschied. Formen, s. z. B. schonKoburg. Designation1735 (204:Trapin); fernerHildburgh. W.-B.1753 ff. (228:Harbine= Stiege);Pfister bei Christensen1814 327 (Rawine);v. Grolman55, 71 u.T.-G.109 (Rawineod.Trapin= Leiter; zu vgl. auch 72 u.T. G.127:Treppine,Treppone= Treppe);Karmayer G.-D.214 u. 221 (im wesentl. ebenso).Etymologie: Die Bezeichnung stammt her von dem gleichbed. poln.drabina. S.Landauin d. Mitteilgn. zur jüd. Volkskunde, Jahrg. 10 (1908), S. 37.

[1394]S. Kerl.

[1395]S. arme Leute.

[1396]S. angenehm.

[1397]ZuJak= Lichtvgl.(aus demverw. Quellenkr.):Dolm. der Gaunerspr.96 (Fak= Licht [doch wohl =Jak, wenn nicht =Funk]);W.-B. des Konst. Hans255, 258 (Jak= Licht);Schöll271 (Jak= Feuer).Pfulld. J.-W.-B.341, 342 (Jak= Licht, Kerzenlicht). Auch sonst noch im Rotw. des 19. Jahrh. seitPfisterbeiChristensen1814 [322:Jak= Feuer]. ZurEtymologie(aus derZigeunerspr.[vgl. „Einleitung“,S. 30]) s.Fischer, Schwäb. W.-B. IV, Sp. 65 vbd. mitPottII, S. 47 (unter „Ack“),Liebich, S. 140 u. 197 (jāk= Feuer, Flamme),Miklosich, Beitr. I/II, S. 15, III, S. 11, 22 u. Denkschriften, Bd. 26, S. 225 (unter „jag“: bei d.deutsch.Zig.:jāk),Jühling, S. 223 (Jag= Feuer) u.Finck, S. 61 (jāk= Feuer).

[1398]S. alltäglich.

[1399]S. (betr.-pflanzer) anbrennen.

[1400]S. Bettelbube.

[1401]S. Beischläferin.

[1402]S. brauchbarer Bursche.

[1403]S. aufwachen.

[1404]S. ausschlafen.

[1405]S. Herberge.

[1406]S. Brücke.

[1407]S. (betr.Schottel) Aschenbecher.

[1408]S. Affengesicht.

[1409]S. Attest.

[1410]S. angenehm u. anreden.

[1411]S. (betr.schmusen) ansagen.

[1412]S. Augenbrauen u. Angesicht.

[1413]Zu vgl.dazu (aus demverw. Quellenkr.):Dolm. der Gaunerspr.96 (Schnabel[-lapp]= Löffel,Kesurener Schnabel= silberne Löffel);Pfulld. J.-W.-B.341, 342 (Schnabel= Kochlöffel,Schnabelholz= Löffel). Auch sonst noch im Rotw. des 19. Jahrh. (seitPfisterbeiChristensen1814 [229]). ZurEtymologie: Wie ausSchnabelholzzu entnehmen, handelt es sich beiSchnabelwohl nur um Abkürzung (Apokope) dieser od. einer ähnl. längeren Form (vgl. beiSchintermicherl1807 [290:Schnapelberger= Löffel]); s.Günther, Rotwelsch, S. 46.

[1414]S. abschaffen u. Almosen bezw. Bankier u. Bank.

[1415]S. abbrennen u. anbrennen.

[1416]MitSchmelemer= Zigeuner sind nochzusammengesetzt:Schmelemerfi(e)selu.-model= Zigeunerbursche u. -mädchen,Schmelemerkib= Zigeunerhund,Schmelemerrädling= Zigeunerwagen. EineAbleitg.davon ist:schmelemerisch= zigeunerisch.Zu vgl.(aus demverw. Quellenkr.):Dolm. der Gaunerspr.101 (Schmelemer= Zigeuner);Pfulld. J.-W.-B.340 (Schmälemer= „Heide“ [während es unter „Zigeuner“ fehlt]);Schwäb. Gaun.- u. Kundenspr.69 (Schmälemer= „fahrende Leute“);Schwäb. Händlerspr.(inLütz.215:Schmēlemer= Zigeuner). S. auch schonBruchsaler Liste1770 (248: „dieschmählemoder Zigeuner-Sprach“); ferner nochEberhardts Poliz. Nachrichten1828 ff. (364: „DieSchmelmer- oder Zigeunersprache“). ZurEtymologie: Unhaltbar erscheint die Hypothese A.-L.’s, der (601 unter „Schmal“ vbd. mit 606/7 unter „Schwelemer“) den Ausdr.Schmelemer(oderSchmälinger[vgl. auchGroß491 (nebenSchmelinger)]) zu „schmal“ in Beziehung gesetzt hat, während er betr. der NebenformSchwelemerod.Schwählemer(s.PfisterbeiChristensen1814 [330];v. Grolman65 u.T.-G.135Karmayer G.-D.218) zu keinem festen Ergebnis gelangt ist. Richtig erscheint dagegen seine Bemerkung (544 unter „Gischmol“), daßSchmälingerwohl „gleicher Abstammung“ sei wieGischmolu. ä., das als Synon. dafür ebenfalls hier und da vorkommt (s. z. B.Christensen1814 [330:Gischschmolod.Geschmeilen];v. Grolman24 u.T.-G.135 [Geschmol(l), plur.:Geschmeilim];KarmayerG.-D. 199 [ebenso];Derenbourgs Glossar1856 [414: desgl.]). VondieserForm ist nämlich bei der Erklärung auszugehen. Sie ist entstanden aus dem jüd.Jischmô(e)l, vom hebr.jischmâ’êl= Ismaël. Die früher nicht nur in England, Spanien und Griechenland, sondern auch in Deutschland (vgl.Fischer, Schwäb. W.-B. II, Sp. 544) verbreitete Meinung von der Herkunft der Zigeuner ausÄgyptenwird noch von den Juden geteilt. Sie haben nun offenbar diese Annahme auch geneologisch zu begründen versucht, indem sieIsmaël, dessen Mutter und Frau nach 1. Mos. 16, 1 u. 21, 21 Ägypterinnen waren, zum Stammvater der Zigeuner machten. Aus dem oben angeführten Plur.Geschmeilim, d. h. eigtl. „Ismasēliter“, ist dannSchmelemeru. ä. hervorgegangen (nach gefl. Mittlg. von Dr.A. Landau).

[1417]Bestätigt ist dies auch schon vonLiebich, S. 86; vgl. ebds. (im Vokab.) S. 147 u. 220.

[1418]S. Aas.

[1419]S. belügen. — Das Zeitw.kohlen= lügen fehlt hier wohl nur aus Versehen.

[1420]S. anbrennen.

[1421]S. Adler.

[1422]S. (betr.nobis) Dietrich.

[1423]S. Beischläferin.

[1424]Zu vgl.dazu (aus demverw. Quellenkr.):Dolm. der Gaunerspr.91 u. 101 (Tschai= Weib;Grünt’schaj= Ehefrau);Schwäb. Händlerspr.(U. 214:Tschoj[od. Tschigi] = Mädchen). Über weitere rotw. Belege sowie dieEtymologie(aus derZigeunersprache[vgl. „Einleitung“,S. 30u.31]) s. Näheres inGroß’Archiv, Bd. 50, S. 366 u. Anm. 2 u. „Anthropophyteia“, Bd. IX, S. 19 (unter „Guidillerschey“) u. dazu nochFischer, Schwäb. W.-B. II, S. 431, 432 (unter „Tschoj“ u. „Tschigi“) vbd. mitFinck, S. 90 (tšai= Mädchen, Tochter). NachJühling, S. 227 istTschainur als Anrede bei den Zigeunern untereinander gebräuchlich; vgl. oben unter „Frau“ betr.Romni.

[1425]S. (betr.jenisch) Bachstelze; vgl. „Vorbemerkung“,S. 4,5,Anm. 6ff.

[1426]S. abschaffen.

[1427]S. essen.

[1428]S. (zu allen drei Ausdr.) Abendessen.

[1429]S. Füllen.

[1430]S. abbrennen u. Frucht. — Betr. die Übereinstimmg. mit der Zigeunerspr. (vgl. „Vorbemerkung“,S. 17) s.Liebich, S. 130 u. 220:chadschēdo gib(d. h. „gebranntes Getreide“) = Malz, wozu noch zu betonen, daß nachFinck, S. 59 das zigeun.gīw̱(= gib) u. a. auchspeziellerfür „Gerste“ gebraucht wird (vgl. oben unter „Frucht“).

[1431]S. abbetteln; vgl. „Vorbemerkung“,S. 15,Anm. 38.

[1432]S. Bauer.

[1433]S. Kerl u. Frauenrock.

[1434]S. Ei.

[1435]S. (zu beiden Ausdr.) Glied (männliches).

[1436]S. abbiegen.

[1437]S. (betr.Kluft[erei]) ankleiden.

[1438]S. (betr.Glied) Bruder.

[1439]S. Bratkartoffeln.

[1440]Zu vgl.zu dieser Vokabel (aus demverw. Quellenkr.): nurW.-B. des Konst. Hans254, 259 (Beta= Jahrmarkt, Markt,grandig beta= Messe). Danach würde es sich offenbar bei der Bedeutung „Mark“ (als Geldstück) um eine Begriffsübertragung auf Grund des (fast völligen) Gleichklangs derdeutschenWörter „Markt“ u. „Mark“ handeln, wie sie auch bei dem (auch rotw.)Schuk(s. untenAnm. 1443) vorgenommen worden. NachWittich(„Einleitung“,S. 29) sollBet= MarkzigeunerischenUrsprungs sein, ich finde aber in den zigeun. Vokabularien (außer beiJühling, S. 220:Beti[Bete] = Mark) nichts Ähnliches angeführt.

[1441]Die Vokabel ist u. a. bekannt auch in derschwäb. Händlerspr., S. 484 (Flachs,Flächsle[inPfedelb.(210) auchFlucksod.Flux] = Mark). Über sonstige Belege (aus dem Rotw. u. der Kundenspr.) sowie zurErklärungdes Ausdrucks s. das Näh. inGroß’Archiv, Bd. 33, S. 245 u. Anm. 6.Fischer, Schwäb. W.-B. II, Sp. 1553 schweigt über die Deutung.

[1442]S. dazu die Verbdgn.drei Räp(p)le= Taler.Räpple= Mark ist auch derschwäb. Händlerspr.in U. (214) bekannt. ZurEtymologie(Dimin. vonRappen) s. d. Näh. inGroß’Archiv, Bd. 33, S. 302 u. Anm. 5 vbd. mit S. 305, Anm. 3 u. dazu nochWeigand, W.-B. II, Sp. 528 (unter „Rappen“), wo bemerkt ist, daß das Wort nachE. Schröder„ursprünglich eine spöttische Bezeichnung der schlechten Pfennige“ gewesen, „die der Herrvon Rappoltsteinbei Kolmar 1291 unbefugterweise prägte“; vgl. Schweiz. Idiot. VI, Sp. 1178.

[1443]Zu vgl.(aus demverw. Quellenkr.):Schwäb. Gaun.- u. Kundenspr.70 (Schuk= Mark);Schwäb. Händlerspr.484 (ebenso); s. auchMetzer Jenisch216 (Schockum= Mark).Etymologie.Hier liegt (gleichwie wohl auch beiBet[s.Anm. 1440]) zweifelsohne eine auf Grund der Ähnlichkeit von „Markt“ und „Mark“ vorgenommene Begriffsübertragung, nämlich von dem hebr.schûq= „Straße, Markt, Jahrmarkt“, vor. S. Näh. hierzu sowie über die Belege fürSchock(Geschock, G’schuk) u. ä. = (Jahr-)Markt im Rotw. u. (das seltenere)Schuk(od. Schock) = Mark in der neueren Gaun.- u. Kundenspr. inGroß’Archiv, Bd. 33, S. 283/84 u. Anm. 5 vbd. m. Bd. 59, S. 285; vgl. auch nochFischer, Schwäb. W. B. III, Sp. 490 (unter „G[e]schock“).

[1444]S. aberwitzig u. Affengesicht.

[1445]S. Bratkartoffeln u. Bulle.

[1446]MitKuiete= Pulver ist zusammengesetztKuieterolleu.-roller= Pulvermühle, -müller. Das Wort, das m. W. im Rotw. usw.nichtvorkommt, stammt wohl aus derZigeunersprache(s. „Einleitung“,S. 30); vgl. Näh. beiPottII, S. 159 (unter „Churdo“ [Adj. = klein, zerbröckelt]),Liebich, S. 230 (gurdi= Pulver [Schießpulver]) vbd. mit S. 131, 206, 242 (churdin= Spreu, Häcksel),Miklosich, Denkschriften, Bd. 26, S. 223 (unter „churdo“: bei dendeutsch.Zig.:churdin[Bedtg. wie beiLiebich], bei denböhm.Zigeun.:churdo= klein, mürbe, bei den span.:churdi= Pulver;Etym.wohl zu altind.khud= brechen),Jühling, S. 221 (Chuiärti= Pulver) u.Finck, S. 69 (xúrdi[n], Bedtg. wie beiLiebich).

[1447]S. Bierglas u. Fleischhafen.

[1448]S. Beischläferin.

[1449]S. arg u. Beischläferin.

[1450]S. Affengesicht.

[1451]S. aufhören.

[1452]S. Adler u. abbrühen; vgl. Bischof.

[1453]S. (betr.Kupfer) Frucht.

[1454]S. Eber.

[1455]S. hierzu dieZusammensetzgn.:Staubertsäftling= Mehlbeere (-stöber= Mehlbeerbaum),Staubertschottel= Mehlschüssel,Staubertrande= Mehlsack.Zu vgl.(aus demverw. Quellenkr.):Dolm. der Gaunerspr.96 (Staupert= Mehl);Pfulld. J.-W.-B.342 (ebenso);Schwäb. Händlerspr.(inPfedelb.[211]:Staubertu.Staub, inLütz.[215]:Staubert). Die einfachere FormStaub= Mehl kennt auch dieschwäb. Gaun.- u. Kundenspr.72, dieHändlerspr.484 (abgesehen vonLützenhardt) sowie dasPleißlen der Killertaler436. Über weitere Belege des sehr alten rotw. (schon imLib. Vagat.55 in der FormStupartvorkommenden) Wortes, das natürlich zu unserem gemeinspr. Staub gehört, s. Näh. inGroß’Archiv, Bd. 42, S. 77 (unter „Stöber“).

[1456]S. (betr.Säftling) Ananas.

[1457]S. Apfelbaum. — Bemerkt sei hierzu beiläufig, daß der Mehlbeerbaum (zig.jarriéngĕro rukk, zujár[r]o= Mehl [s.Liebich, S. 140 u. 221]) bei den Zigeunern fürheiliggilt, weshalb die Mehlbeere u. a. auchdeweléngēro brōl, d. i. „Götterbirne“, heißt (Liebich, S. 38 u. 221).

[1458]S. Aschenbecher.

[1459]S. Bauch.

[1460]S. Adler.

[1461]S. Chaussee u. Gestein.

[1462]S. (betr.Kies) Apfelkern. — Auch bei den Zigeunern wird der Meilenstein wohl bezeichnet alstroméskĕro parr(d. h. „Wegstein“) od. auch alstschiréskĕro parr(d. h. „Zeitstein“); s.Liebich, S. 162 u. 221.

[1463]S. abgerahmte Milch u. Fleischhafen. — Dieselbe Ausdrucksweise kennen die Zigeuner; s.Liebich, S. 221 vbd. m. S. 162 (thūteskĕri pīri, d. h. eigtl. „Milchnapf“, = Melkfaß).

[1464]S. (betr.Schottel) Aschenbecher. — Auch hiermit fast übereinstimmend das Zigeunerische; s.Liebich, S. 221 u. 162 (thūteskĕri turdli[n], d. h. eigtl. „Milchfaß“, = Melkgefäß).

[1465]S. Adler u. arme Leute; vgl. auch Bischof. — Die Zigeuner sagen für „Menge“būt kettenè, d. h. „viele zusammen“; s.Liebich, S. 221.

[1466]S. erkennen.

[1467]S. Dolch.

[1468]Zu vgl.dazu (aus demverw. Quellenkr.):Dolm. der Gaunerspr.96 (Tschuri= Messer);Pfulld. J.-W.-B.342, 345 (ebenso [u. dazuTschuripflanzer= Messerschmied]; Nebenformen:Schury[= Scheermesser; Syn.;Flader-Schury] od.Schuri[= Stilett]). ZurEtymologie: Es handelt sich hiernichtetwa bloß um eine etwas veränderte Schreibung des (ja allerdings inWittichsJenisch sehr speziell verwendeten) WortesSchure, sondern um eine Entlehnung aus derZigeunersprache(vgl. „Einleitung“,S. 31). S. darüber die näh. Angaben (einschl. weiterer Belege im Rotw.) inGroß’Archiv, Bd. 46, S. 22 u. Anm. 1 (unter „Tschuripflanzer“) u. dazu nochFinck, S. 93 (tšuri[n]= Messer). NachMiklosich, Denkschriften, Bd. 26, S. 197 (unterčurī) läßt sich die Vokabel bis ins Altindische (čhurīod.kšurī) zurückverfolgen.

[1469]S. Gestein.

[1470]S. Klinge.

[1471]S. (betr.-planzer) anbrennen.

[1472]S. anbeten u. Bauer.

[1473]S. (betr.Mos[s]) Bauernfrau.

[1474]S. arme Leute.

[1475]S. Abort.

[1476]S. (betr.Kaflereiu. ä.) Fleischer. — MitSchnall= Suppe sind ferner nochzusammengesetzt:Gleisschnall= Milchsuppe (Dimin.:Gleisschnälle= Milchsüppchen [Spr.]),Hegesleschnall= Spätzlessuppe (Spr.) u.Rondlingschnall= Wurstsuppe.Zu vgl.(aus demverw. Quellenkr.):Pfulld. J.-W.-B.345, 347 (Schnallen= Suppe,Gleisschnalla= Milchsuppe);Schwäb. Gaun.- u. Kundenspr.76, 77 (Schnalle= Suppe,Wasserschnalle= Wassersuppe);Schwäb. Händlerspr.480, 487 (Schnall= Suppe,Wasserschnall= Brotsuppe; vgl. auch [484]Gräbeschnalle= Fallobst); s. auch nochPfälz. Händlerspr.438 (Schnellod.Schneltse= Suppe); auch im sonst. Rotw. bekannt in versch. Formen (s. z. B schon imBasl. Gloss.v. 1733 [202]:Schnallen, im 19. Jahrh. [seitPfisterbeiChristensen[329]) öfter auchSchnelle). ZurEtymologie(vom mundartl.schnallen= „geräuschvoll schlürfen“ [Schmeller, Bayer. W.-B. II, Sp. 574 u.Grimm, D. W.-B. IX, Sp. 1163 unter „Schnalle“, Nr. 7, 6 u. Sp. 1164 unter „schnallen“, Nr. 2] s.Weber-Günther, S. 180; vgl. auch Wiss. Beih. zur Z. der Allg. Deutsch. Sprachv., 5. Reihe, Heft 36 (1913), S. 186.

[1477]S. Affengesicht.

[1478]S. abgerahmte Milch.

[1479]ZuKechelte= Brötchen (Semmel, Weck)vgl.(aus demverw. Quellenkr.):Dolm. der Gaunerspr.91, 95 (gehechelter Lechem,Lehmod.Marum= weißes Brot,Gehechelter= Kuchen);W.-B. des Konst. Hans258 (Kächelterleam= Weißbrot);Pfulld. J.-W.-B.338 (Kächeltermano[sic] = Bäckerbrot);Schwäb. Händlerspr.488 (Kĕchelte[inPfedelb.(214):Ghechelter] = Weck, Semmel). Über weitere Belege im Rotw. (wo das Wort zum Teil arg verunstaltet worden] sowie in sonst. Geheimspr. (s. z. B.Frickhöfer Sprache442 [Gehæ̂chelter= Brötchen]) s. Näh. beiWeber-Günther, S. 189; ebds. auch über dieEtymologiedes Ausdrucks, über die hier folgendes bemerkt sei.Kechelte(r)ist die schlechte (mundartl.) Aussprache vonGehechelte(r)u. dieses ein substantiviertes Partizip, bei dem eigentl.Lechem(= Brot) od. dergl. zu ergänzen ist (s.W.-B. v. St. Georgen1750 [219:gehechelter Legumod.Löben= Weißbrot] sowie die oben angeführten älteren schwäb. Quellen). Zu denken ist aber dabei (nachPottII, S. 24) „an die Beutelung des Mehls, die sich entfernt mit der Aushechelung desFlachsesvergleichen läßt“, wie dennhechelnim allgemeinen Sinne (etwa von „schön machen“) früher auch sonst gebraucht worden, so z. B. sogar in der Verbindg.gehechelter Weinfür einen solchen, der irgendwie künstlich behandelt war. S.Fischer, Schwäb. W.-B. III, Sp. 190 vbd. mitGrimm, D. W.-B. IV, 1, Sp. 2335; vgl. auchSchmeller, Bayer. W.-B. I, Sp. 1041.

[1480]S. (betr.Glansert) Bierglas.

[1481]S. Fleischhafen.

[1482]S. Aschenbecher.

[1483]S. Hauptmann.

[1484]S. Abort.

[1485]S. abgerahmte Milch.

[1486]S. (betr.Stichlingu.Furschet) Gabel.

[1487]S. (betr.Flederling) Adler.

[1488]S. Dietrich, angenehm u. alljährlich — Auch die Zigeuner haben die sachlich gleiche Umschreibung (kek ladscho bersch) für „Mißjahr“; s.Liebich, S. 222.

[1489]S. abtragen.

[1490]S. (zu beiden Ausdr.) Abend.

[1491]Diese eigenartige Metapher ist auch bekannt derschwäb. Gaun.- u. Kundenspr.74 (Bedtg.: Rüben) sowie derschwäb. Händlerspr.(inPfedelb.[210], Bedtg.: gelbe Rüben). Sie ist ferner sonst im neueren Rotw. (schon seitPfisterbeiChristensen1814 [320] u. noch beiRabben53) u. in der Kundenspr. (s.Ostwald[Ku.] 55) beliebt, desgl. auch bei den Soldaten. S.Günther, Rotwelsch, S. 15 u. in d. Wiss. Beih. zur Z. d. Allg. Deutsch. Sprachv., 5. Reihe, Heft 36 (1913), S. 189;Fischer, Schwäb. W.-B. III, Sp. 29, Nr. 3;Horn, Soldatensprache, S. 91; vgl. i. allg. auch nochGrimm, D. W.-B. IV, 1, 1, Sp. 1176.

[1492]Zu vgl.hierzu (aus demverw. Quellenkr.):Schwäb. Gaun.- u. Kundenspr.72 (Froschod.Fröschchen= Monat) u.Schwäb. Händlerspr.484 (Frösch= Monate). Nach der letzteren Stelle dürfte der sonderbare Ausdruck besonders für die Angabe der Dauer einer Freiheitsstrafe gebraucht werden, wie dies — nachOstwald(Ku.) 53 (6Frösch= 6 Monate Gefängnis) — auch in der allgemeinen Kundenspr. üblich zu sein scheint. Die Entstehung bleibt dunkel; auch beiFischer, Schwäb. W.-B. II, Sp. 1791, Nr. 8 ist darüber keine Erklärung gegeben.

[1493]S. Abend u. alltäglich. — Bei den Zigeunern heißt der Mond — ähnlich — die „Nachtsonne“,rattiskĕro kamm(s.Liebich, S. 141 u. 223).

[1494]S. Hauptmann u. ankleiden. — Sachlich übereinstimmend auch die Zigeunersprache (s. Näh. beiLiebich, S. 223).

[1495]S. ermorden.

[1496]ZuGrabagautschertod.Grabegautschert= Most (u. s.Zus.Gr.-glansert,Gr.-nolle= Mostglas, Mostkrug)vgl.(aus demverw. Quellenkr.):Schwäb. Gaun.- u. Kundenspr.72 (Grabbengautscher) u.Schwäb. Händlerspr.488 (Grabbegautschert[inPfedelb.(211):-scher]); s. auchPleißlen der Killertaler436 (Rappegautscher); wieder anders, nämlichKrabberkautscherbeiOstwald(Ku.) 87. ZurEtymologie: Dagautschenin der schwäb. Mundart allgemein gebräuchlich ist für „schaukeln, (sich)schaukelndhin- und herbewegen, wiegen, schwanken“ (s.Fischer, Schwäb. W.-B. III, Sp. 109), so erscheint es sehr verführerisch, den ersten Bestandteil inGrabegautschertu. ä. mit unserem „Graben“ in einen Zusammenhang zu bringen, weil ja der Most den Zecher leicht in den Graben wirft; jedoch hat der Ausdruck damit nichts zu tun, er soll vielmehr (wie die FormRappegautscherbei denKillertalernam deutlichsten erkennen läßt) herzuleiten sein vonRappod.Krapp(Krabb, Grab) = Rabe, Krähe (s.Fischer, Schwäb. W.-B. IV, Sp. 690/91 unter „Krapp[e]“) und würde demnach (weil die Raben häufig auf den Obstbäumen sitzen) soviel bedeuten wie „das Ergebnis des ‚Gautschens‘ der Raben auf den Obstbäumen“, d. i. Obst, Obstmost, Most (nach gefl. Mittlg. von Prof. Dr.O. Meisingerin Karlsruhe); vgl. auch Wiss. Beih. zur Zeitschr. des Allg. Deutsch. Sprachv., 5. Reihe, Heft 36, S. 187 u. Anm. 1. —Fischer, Schwäb. W.-B. IV, Sp. 691 (unter „Krappe[n]gautscher“) weist noch (für die allgemeinere Bedeutg. „saurer Wein“) hin auf den Anklang an „Rachenputzer“; vgl. ebds. V, Sp. 139.

[1497]S. Bierglas.

[1498]S. Fleischhafen.

[1499]MitRollesindzusammengesetzt: a)im Anfang:Rollehertlingoder-kies= Mühlstein; b)am Ende:Kuieterolle= Pulvermühle u.Flu(h)terolle= Wassermühle.Ableitg.:Roller= Müller (dazuKuieteroller= Pulvermüller), fem.:Rollerin.Zu vgl.(aus demverw. Quellenkr.):Pfulld. J.-W.-B.342 (Roll= Mühle,Roller= Müller);Schwäb. Händlerspr.484 (ebenso). Über weitere Belege der schon früh im Rotw. weitverbreiteten Vokabeln sowie dieEtymologies. das Näh. inGroß’Archiv, Bd. 42, S. 65 u. Anm. 2 u. S. 66.

[1500]S. Gestein.

[1501]S. Apfelkern.

[1502]S. Affengesicht.

[1503]S. Almosen u. abschaffen.

[1504]S. (betr.Kies) Bankier, (betr.Lobe) Bank u. (betr.-pflanzer) anbrennen. Nicht erwähnt ist hierBichpflanzerals Synon., auf dessen Vorkommen jedoch aus derZus.Bichpflanzerskitt= Münze (Münzwerkstätte) zu schließen ist; vgl. auchnobis dofer Bichpflanzer(Kies-od.Lobepflanzer) = Falschmünzer.

[1505]S. Barschaft.

[1506]S. (betr.Kitt) Abort.

[1507]S. (betr.grandich) Adler.

[1508]S. (betr.Sins) Amtmann.

[1509]S. aufspielen.

[1510]S. Büchse.

[1511]S. Amme.

[1512]S. (betr.Glied) Bruder.

[1513]S. Eber.

[1514]S. Fingerhut.

[1515]S. (betr.-pflanzer) anbrennen.

[1516]S. anbeten.

[1517]S. abfahren.

[1518]S. abfallen.

[1519]S. abgehen.

[1520]S. (zu beiden Ausdr.) brauchbares Kind.

[1521]S. abschießen.

[1522]S. Dietrich; vgl. angenehm.

[1523]S. abschreiben.

[1524]S. anschauen.

[1525]S. absingen.

[1526]S. anreden.

[1527]S. ansagen.

[1528]S. Abend.

[1529]S. (betr.Schenagel) abschaffen.

[1530]S. essen.

[1531]S. (zu beiden Ausdr.) Abendessen.

[1532]S. Abort u. Fleischhafen.

[1533]S. (betr.Schein) alltäglich.

[1534]S. Bank.

[1535]S. (betr.Schund) abgerahmte Milch.

[1536]S. austreten (leicht).

[1537]S. Bauer.

[1538]S. brauchbarer Bursche.

[1539]S. bewerfen.

[1540]S. (zu beiden Ausdr.) ankleiden.

[1541]S. aufnähen.

[1542]S. abbeißen.

[1543]S. Dummheit.


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