Chapter 26

[2045]S. Frauenrock.

[2046]S. abschreiben.

[2047]S. anschauen.

[2048]S. Rathausuhr.

[2049]ZuGengle= Uhr (u. dazu dieZus.Genglespflanzer= Uhrmacher)zu vgl.in derschwäb. Händlerspr.(487)Gängling= Uhr undGänglingpflanzer= Uhrmacher, wo die Schreibung mit ä deutlicher auf die Ableitung des Wortes von „Gang“ (mit Bez. auf das „Gehen“ der Uhr) hinweist; s.Groß’Archiv, Bd. 46, S. 31 sowie auchFischer, Schwäb. W.-B. III, Sp. 46; vgl. auch die ähnliche Auslegung des Synon.Luper(oben unter „Rathausuhr“).

[2050]S. (betr.Kitt) Abort.

[2051]S. Halskette.

[2052]S. Dietrich.

[2053]S. Bauch.

[2054]S. ermorden.

[2055]S. abfahren.

[2056]S. abfallen.

[2057]S. abgehen.

[2058]S. aufspielen.

[2059]S. abtragen.

[2060]S. absterben.

[2061]S. Dietrich.

[2062]S. arg.

[2063]S. (betr.ankluftet) ankleiden.

[2064]S. (betr.gneis) erkennen; vgl. „Vorbemerkung“,S. 15,Anm. 36a. E.

[2065]S. (betr.dof) angenehm.

[2066]S. abgerahmte Milch.

[2067]S. abkochen.

[2068]S. Filzlaus.

[2069]S. Katholik.

[2070]S. evangelisch.

[2071]S. Jude.

[2072]S. (betr.Fläderling) Adler.

[2073]S. unter „elend“; vgl. „Vorbemerkung“,S. 15,Anm. 36a. E.

[2074]S. aberwitzig.

[2075]S. Satan u. Gemüse. — Sachlich übereinstimmend auch die Zigeunerspr.; s.Liebich127 u. 249 vbd. mitFinck, S. 55 (bengéskĕro[od. -ri]trāb[od. drāw], d. h. „des Teufels Kraut“ od. noch genauer „teuflische Wurzel“, = Unkraut); vgl. auch „Vorbemerkung“,S. 18.

[2076]S. absterben.

[2077]S. abgerahmte Milch.

[2078]S. Kalb bezw. Bulle u. Bratkartoffeln.

[2079]Vgl. „Vorbemerkung“,S. 15,Anm. 36a. E. sowie auch bei den Zigeun.:nāno merēla(d. h. „stirbt nicht“) = unsterblich; s.Liebich, S. 249.

[2080]S. Fußsohle.

[2081]S. abgehen.

[2082]S. (betr.Kluft) ankleiden.

[2083]S. Frauenrock.

[2084]S. abschreiben.

[2085]S. anreden.

[2086]S. ansagen.

[2087]Sachl. übereinstimmend auch die Zigeunerspr.; s.Liebich, S. 154, 250, 252 (putschäpenn, d. h. „die Frage, Fragerei“, = Verhör, Untersuchung).

[2088]S. Ehe.

[2089]S. Dummheit.

[2090]S. Ärger.

[2091]S. unter „elend“.

[2092]S. austreten (leicht).

[2093]S. (betr.Flu[h]te) abbrühen.

[2094]S. Bierglas.

[2095]S. Fleischhafen.

[2096]S. Attest.

[2097]S. Eltern.

[2098]S. (betr.Kitt) Abort.

[2099]S. Stadt.

[2100]S. abbetteln.

[2101]S. Blut.

[2102]S. abbrennen.

[2103]S. bezahlen.

[2104]S. abzahlen.

[2105]Vgl. dazu auch in der Zigeunerspr.:pleisserpenn, d. h. „Bezahlung, Lohn“, = Verdienst; s.Liebich, S. 251 vbd. mit S. 152.

[2106]S. Aas.

[2107]S. anbrennen.

[2108]S. aufschlagen.

[2109]S. schlagen.

[2110]S. Ast.

[2111]S. anreden; vgl. (betr. die Zigeunerspr.) obenAnm. 2087.

[2112]S. (zu allen drei Ausdr.) abkaufen.

[2113]S. handeln.

[2114]S. ankleiden.

[2115]S. anlachen.

[2116]S. abbetteln.

[2117]S. Adler u. anbrennen.

[2118]S. abgehen.

[2119]S. belügen.

[2120]Vgl. (betr. den Gebrauch des Subst. als Adj.) „Vorbemerkung“,S. 15,Anm. 38E.

[2121]S. abbrennen.

[2122]S. Adler u. abbiegen bezw. Brücke.

[2123]S. ermorden.

[2124]S. besonnen.

[2125]S. Konkurs.

[2126]Substant. Partiz. vonverdibern; vgl. „Vorbemerkung“,S. 15,Anm. 36.

[2127]S. arg.

[2128]S. aberwitzig.

[2129]S. angenehm.

[2130]S. abschließen.

[2131]S. Ärger.

[2132]S. absterben.

[2133]S. Amme.

[2134]S. essen.

[2135]S. (zu allen drei Ausdr.) Abendessen.

[2136]S. Brücke.

[2137]S. Mastpulver.

[2138]S. Adler.

[2139]S. Gewerbeschein.

[2140]S. (betr.Kitt) Abort.

[2141]S. Entenstall.

[2142]S. Ei.

[2143]S. Fleischhafen.

[2144]S. abschießen.

[2145]S. anbeten.

[2146]S. Entenfuß.

[2147]S. Angesicht.

[2148]S. abbeißen.

[2149]S. alljährlich.

[2150]S. belügen.

[2151]S. anreden.

[2152]S. ansagen.

[2153]S. abgeben.

[2154]S. abschreiben.

[2155]S. absingen.

[2156]S. aufspielen.

[2157]S. Stadt.

[2158]S. alltäglich.

[2159]S. Abend u. Abort.

[2160]S. Adler u. Gendarm; vgl. Bischof.

[2161]S. (betr.Schrende) Frauenstube.

[2162]S. Degen u. anbrennen.

[2163]S. Eisenbahnwagen.

[2164]S. abfahren.

[2165]S. Betrug.

[2166]S. (zu beiden Ausdr.) Ananas.

[2167]S. Haselnuß.

[2168]S. Aschenbecher.

[2169]S. Bauch.

[2170]S. Aas u. Filzlaus; — Bei den Zigeunern wird (nachLiebich, S. 258 vbd. m. S. 166) die Wanze durchplatti tschūwod.lōli tschuw, d. h. „platte“ od. „rote Laus“, umschrieben; vgl. auch schon „Vorbemerkung“,S. 18,Anm. 47

[2171]S. Brücke.

[2172]S. (betr.Pflader-[pfladeren]) abwaschen.

[2173]S. Bauernfrau.

[2174]S. Abort.

[2175]S. abbrühen.

[2176]S. Hahn.

[2177]S. Henne.

[2178]S. Fleischhafen.

[2179]S. Mühle.

[2180]S. Metzelsuppe.

[2181]S. Adler.

[2182]S. daher a. E. u. davongehen.

[2183]S. Chaussee.

[2184]S. (betr.Bich) Almosen.

[2185]S. abfahren.

[2186]S. abgehen.

[2187]S. abbeißen.

[2188]S. anschauen.

[2189]S. anfassen.

[2190]S. ausstehlen.

[2191]S. abtragen.

[2192]S. böse Frau.

[2193]S. Frau.

[2194]S. Bauernfrau.

[2195]S. Amme.

[2196]S. (betr.Malfes) Frauenrock.

[2197]S. Frucht u. Apfelbaum.

[2198]S. Flurschütz.

[2199]S. Apfelwein

[2200]S. Ananas.

[2201]S. (betr.Sore) Brücke.

[2202]S. ausweinen.

[2203]S. Bierglas.

[2204]S. Abort.

[2205]S. Fleischhafen.

[2206]S. Baumholz.

[2207]S. Apfelbaum.

[2208]S. angenehm u. Bäcker.

[2209]S. (zu beiden Ausdr.) Frucht.

[2210]S. (zu beiden Ausdr.) Aas.

[2211]S. Dietrich u. Adler.

[2212]S. bewerfen.

[2213]S. abfallen.

[2214]S. brauchbares Kind u. Bett. — Vgl. bei den Zigeunern (nachLiebich, S. 260):tschawéskĕro schukklepenn, d. h. etwa „Kinderschaukel“, = Wiege.

[2215]S. (zu beiden Ausdr.) Gasthaus.

[2216]S. abwaschen.

[2217]S. Aas.

[2218]S. gebären.

[2219]S. (betr.begerisch) absterben.

[2220]S. (betr.Rande) Bauch.

[2221]S. Hauswirt.

[2222]S. Abort.

[2223]S. Hammel u. Augenbrauen. — Sachlich übereinstimmend auch die Zigeunerspr.; s.Liebich, S. 261 (bakoréngere balla, d. h. „Schafhaare“, = Wolle); vgl. auchFinck, S. 49 (bakréskero bal= Schafwolle).

[2224]S. Ärger.

[2225]S. absterben u. Amtmann.

[2226]S. (betr.Dupf-) stechen.

[2227]S. Leberwurst.

[2228]S. (betr.Achilerei) essen.

[2229]S. Abendessen.

[2230]S. Aas.

[2231]S. Brücke.

[2232]S. Metzelsuppe.

[2233]S. arg.

[2234]S. bezahlen; vgl. auch „Vorbemerkg.“,S. 15,Anm. 35(Bereime[u.Zeine] wohl = subst. Infinitive).

[2235]S. (zu beiden Ausdr.) abzahlen; vgl. (betr.Zeine) auch die vor. Anm. a. E.

[2236]S. abbeißen.

[2237]S. (betr.Sins) Amtmann.

[2238]S. Aas.

[2239]S. behext.

[2240]S. Betrug.

[2241]S. Amme.

[2242]S. Entenfuß u. Daumen.

[2243]Diese merkwürdige Bezeichnung findet sich schon in demDolm. der Gaunerspr.93 (in der FormSchofnaseu. mit der Bedeutg. „Groschen“); sonst ist sie m. Wiss. unbekannt im Rotwelsch u. in den Geheimsprachen. Ob es sich um eine Metapher handelt oder wie die Umschreibung sonst zu erklären ist (ob vielleicht nach einem mit einer „Schafnase“ ausgestatteten Regentenkopfe auf einer Münze [Hypothese von Dr.A. Landau, Wien]), bleibt zweifelhaft.

[2244]S. (betr.Linz-) anschauen.

[2245]S. Attest.

[2246]S. Kaffee.

[2247]S. (betr.Schottel) Aschenbecher.

[2248]S. abbrennen u. Apfelkern. — Sachlich übereinstimmend damit auch die Zigeunerspr.; s.Liebich, S. 262 (chadschēdo parr, d. h. „gebrannter Stein“ = Ziegelstein; Syn:lōlo parr, d. h. „roter Stein“).BeideAusdr. auch beiLieblich, S. 180 unter „Backstein“, während inWittichsJenischdafür nur Kittleskiesangeführt ist; vgl. „Vorbemerkg.“,S. 19,Anm. 48.

[2249]S. Pfeife.

[2250]S. Pfeife u. abbiegen.

[2251]S. (betr.Reiber) Beutel.

[2252]S. (betr.Rande) Bauch.

[2253]S. Löwenzahn.

[2254]ZuSende= Zigeuner vgl. (aus demverw. Quellenkr.):Sulzer Zigeunerliste1787 (252:die Sende= die Zigeuner);W.-B. des Konst. Hans257 (die Sente[ebenfallsplur.]);Schwäb. Gauner- u. Kundenspr.77 (Sendo= Zigeuner);Schwäb. Händlerspr.(Lütz.[215]:Sĭndo). Auch in der sonstigen Gauner- u. Kundenspr., bes. d. 19. Jahrh. (seitPfister1812 [206]) öfter in versch. Formen (Sende,Sente,Sande,Sindeusw.) angeführt u. bis in die Neuzeit erhalten s.Groß494 [Sinte; Nebenbedtg.: Genosse];Rabben123 [Sinter; auch hier Nebenbedtg.: Genosse, Komplize);Ostwald[Ku.] 143 [hier getrennt:Sinde= Zigeuner;Sinter= Komplize). ZurEtymologiedes aus derZigeunerspr.entlehnten Wortes (vgl. „Einleitung“,S. 30) von nochunsichererHerkunft s. Näh. beiPottI, S. 32 ff. vbd. m.Liebich, S. 7, Anm. 1. Die Form lautet bei den deutsch. Zig. nach den meisten Vokab.sínto(plur.sīnte); s. (außerPott, a. a. O. u. II, S. 239 u.Liebich, S. 159 u. 262) auchMiklosich, Beitr. III, S. 19 u.Finck, S. 85; beiJühling, S. 226 dagegen:Sendo, plur.Sendi; fem.Sendaza; vgl.Sendeaza= „Volk der Sendi“. — Über das zigeun. Synon.rom(eigtl. „Mann“) s. oben unter „Frau“ (Anm. zuRomanea. E.). Die ebenfalls gleichbed. Bezeichnungmānuš(„mānusch“), d. h. eigtl. „Mensch“ (vgl. darüber Näh. beiPottII, S. 446;Liebich, S. 145 u. 262;Miklosich, Beitr. III, S. 15 u. Denkschriften, Bd. 27, S. 10;Jühling, S. 224;Finck, S. 72), fehlt inWittichs„Jenisch“, obwohl sie mit veränderter Form mehrfach im Rotwelsch des 19. Jahrh. (seitPfister bei Christensen1814 [326]) anzutreffen und auch in dieschwäb. Händlerspr.eingedrungen ist (s.Lütz.[215]:Manischer= Zigeuner; vgl. 488:mônisch= zigeunerisch); vgl.Fischer, Schwäb. W.-B. IV, Sp. 1440 sowie noch Archiv, Bd. 59, S. 263, 64.

[2255]S. (betr.Fi(e)sel) Bettelbube.

[2256]S. Haushund.

[2257]S. Beischläferin.

[2258]S. Eisenbahnwagen.

[2259]S. Frauenstube.

[2260]S. (betr.-pflanzer) anbrennen.

[2261]Zu Rochus vgl.(aus demverw. Quellenkr.):Schwäb. Gaun.- u. Kundenspr.77 (Rochesod.Broches= Zorn);Schwäb. Händlerspr.488 (hier nur das Adj.prouches= zornig; vgl. inPfedelb.[215]:broches= trotzig). Im sonst. Rotw. kommt die Vokabel vorwiegend als Adjektiv vor (s. z. B.Pfister1812 [286:brooges= bös, feind] u. dann so öfter, mit lateinisch. Endung —brochus= böse — inKrünitz’ Enzyklopädie1820 [349], in derHandthierka1820 [354]:braukes= böse, beiThiele236 undFröhlich1851 [395]:brauges, das auch A.-L. 592 — nebenb[e]roges[= zornig, tobend] — hat, desgl. auchGroß459 [= böse, erzürnt]), jedoch vereinzelt auch als Hauptwort (s. A.-L. 592 u.Groß487:Roges= Unruhe, Zorn, Toben, desgl.Ostwald123 [Bedeutg.: Zorn]).Etymologie:Rochus(gleichsam latinisiert), richtigerRoges, stammt her vom hebr.rôgez= „Unruhe, Zorn“, das Adj.b(e)rogesusw. ausbe rôges, d. h. „im Zorn“. Vgl. A.-L. 592 (unter „Roges“) u. 454 (unter „Rogas“) vbd. mitFischer, Schwäb. W.-B. I, Sp. 1433.

[2262]NachFischer, Schwäb. W.-B. IV, Sp. 1519, Nr. 2 bedeutetmassigim Schwäbischen (ähnlich wie auch in anderen südd. Mundarten, z. B. im Elsaß) so viel wie: unzuverlässig, störrisch (von Menschen u. Tieren, z. B. Pferden, gebr.), eigensinnig,zornig, wütend, ungestüm, wild, derb, grob, mürrisch, widerwärtig, zänkisch u. a. m. und wird auch als Subst. für „roher, derber Mensch“ gebraucht. SeinerEtymologienach gehört der Ausdruck wohl zu dem neuhebr.mazziq= „böser Geist, verderbenbringendes Wesen“ (vom hebr. Stammnâzaq[vgl. A.-L., S. 410 unter „Nĕsack“]), das alsMassigod.Massik= Teufel ins Rotwelsch eingedrungen sowie (in der FormMassingund mit gleicher Bedeutg.) auch derschwäb. Händlerspr.bekannt ist. S.Dolm. der Gaunerspr.100 (Massig= Teufel);Pfulld. J.-W.-B.345 (Massik);Schwäb. Händlerspr.487 (Massing). Vgl.Fischer, a. a. O.

[2263]S. Arrest; vgl. Gefängnis.

[2264]S. arg u. Abort; vgl. Arrest sowie „Einleitung“,S. 28u.S. 25,Anm. 61.

[2265]S. (betr.Lehm) Bäcker.

[2266]S. Fingerhut.

[2267]S. abbrühen.

[2268]S. abbrennen.

[2269]S. (betr.Spreisle) Baumholz.

[2270]S. abgehen.

[2271]S. anschauen.

[2272]S. abgeben.

[2273]S. aufschlagen.

[2274]S. Ast.

[2275]S. abschließen.

[2276]S. Dietrich, Adler u. Bauer. — Die Zigeuner umschreiben (nachLiebichS. 264) den Begriff etwas einfacher durchdikkno gādscho, d. h. „kleiner Mann“; vgl. oben unter „Riese“.

[2277]MitBlauhanze(od.-hanse) sind zusammengesetzt:Blauhanzestöber= Zwetschenbaum,Blauhanzekies,-brandlingu.-g’finkelterod.-soruf= Zwetschgenkern (-stein), -kuchen u. -wasser.Zu vgl.(aus demverw. Quellenkr.):Schwäb. Händlerspr.488 (Blauhansen= Zwetschgen neben dem gleichbed.Blauhosen[das auch dasPfulld. J.-W.-B.346 sowie (in der FormBlohosen) schon derDolm. der Gaunerspr.102 kennt]); s. auchMetzer Jenisch218 (Blauhänsche= Zwetschge). Über Belege (fürBlauhan[n]se) im Rotw. (des 19. u. 20. Jahrh.) s.Groß’Archiv, Bd. 51, S. 145, Anm. 3. Ebds. zurEtymologie(gleichsam Personifizierung durch Verbindung mit dem EigennamenHans); vgl. auchPottII, S. 9 u. 36 u.Günther, Rotwelsch, S. 84. = ÜberBlauling= Pflaume s. schon oben.

[2278]S. (betr.Stöber) Apfelbaum.

[2279]S. Apfelkern.

[2280]S. Apfelkuchen.

[2281]S. (zu beiden Ausdr.) Branntwein; vgl. (betr.G’finkelter) auch behext.

[2282]S. Brücke.

[2283]Schon in meiner „Vorbemerkung“ (S. 3) habe ich erwähnt, daß die „Sprachproben“ — aus dort näher angegebenen Gründen — nicht unwesentlich gekürzt worden sind. Sie umfaßten ursprünglich 46 Nummern, die auf 35 reduziert werden konnten; außerdem wurden aber auch nochinnerhalbeinzelner Nummern (s. bes. in Nr. 25) mehrfache Streichungen vorgenommen. Bei der Übersetzung der jenischen Gespräche ins Deutsche habe ich grundsätzlich soweit wie möglich denWittichschenWortlaut beibehalten und nur hier und da einzelne Stellen in eine etwas flüssigere Form gebracht. Der jenische Text stellt sich als wichtige Ergänzung zu dem „Wörterbuch“ dar, nicht nur durch die Verwendung mancher dort ursprünglich fehlender (und erst von mir mit dem Zusatz „Spr.“ hinzugefügter) Vokabeln, sondern namentlich auch insofern, als wir erst hier erfahren, wie die einzelnen Wörter in einer konkreten Satzverbindung gebraucht zu werden pflegen. Während z. B. im Wörterbuch über dasGeschlecht der Hauptwörternur ganz ausnahmsweise etwas zu entnehmen ist, erscheinen sie hier regelmäßig in Verbindung mit dem (bestimmten oder unbestimmten) Artikel, also unter Geschlechtsbezeichnung. Diese aber weicht in zahlreichen Fällen von der in unserer Gemeinsprache üblichen ab (vgl. z. B.derGalm =dasKind,derFunk =dasFeuer,derFlu[h]te =dasWasser [vgl.dieFlut],derStichling =dieGabel [aber — in Übereinstimmg. mit dem Deutsch. u. Französ. —dieFurschet],dieModel =dasMädchen,dieKitt =dasHaus usw.). Zuweilen scheint auch der Sprachgebrauch zu schwanken. So findet sich z. B. in Nr. 7derSore =dieSache (in Übereinstimmg. u. a. mit demW.-B. des Konst. Hans[254]), während an einer anderen Stelle (Nr. 26) das Wort alsfemin.gebraucht wird (pflanzte Sore= die gemachte Ware), was auch in derneuerenGaunersprache der Fall ist (vgl. z. B.ΩΣin Z. V, 429 u.Rabben124). In einzelnen Fällen ist aberkeinArtikel gesetzt worden, während wir nach dem deutschen Text einen solchen erwarten würden, so z. B. in Nr. 23 (Schefft Schnall nobis bibrisch?= IstdieSuppe nicht kalt?); Nr. 25 (Wo schefft Fehte?= Wo istdieHerberge?; ...pflanzet Schaffel auf= ... machtdieScheune auf;bohlet Säuftling in Rädling= tut [eigtl. werft]dieBetten in den Wagen; ...pflanzet Strauberts= ... macht [euch]dieHaare), namentlich auch dann, wenn schon einanderes,mit(dem bestimmten od. unbestimmten) Artikel versehenes Hauptwortvorangestellt worden; vgl. z. B. Nr. 11 (Ich schniff’ ein Rande und Stenz= Ich nehme einen Sack undeinenStock mit); Nr. 19 (mit der dof Beizere und Beizer... = ... mit der guten Wirtin unddemWirt ...); Nr. 25 (Linze die dof Latt und Klass= Schau [nur] den schönen Hirschfänger unddasGewehr).

Obwohl sonst — wie beim Rotwelsch —GrammatikundSyntaxsich auch beim Gebrauch des „Jenischen“ grundsätzlich den allgemeinen Regeln unserer Muttersprache anschließen, enthalten naturgemäß Gespräche, die zwischen Leuten aus dem niederen Volke geführt werden, auch in dieser Beziehung mancherlei Abweichungen von der Schriftsprache.

I. Zunächst seien hierfür zwei (nicht bloß auf einzelne Mundarten beschränkte, vielmehr) wohl durch ganz Deutschland verbreitete Besonderheiten der volkstümlichen Redeweise erwähnt, nämlich:

1. daß „des Nachdrucks halberVerneinungen doppelt(ja dreifach) gesetzt werden können,ohne einanderaufzuheben“ (Polle-Weise, Wie denkt das Volk über die Sprache?, 3. Aufl., Leipzig 1904, S. 108; vgl. Näh. noch beiR. Hildebrand, Ges. Aufsätze, Leipzig 1890, S. 214 ff.).Beispiele: in Nr. 20 (...der kemeret nobis keine Stiebe... = ... der kauft keine Bürsten ...) u. Nr. 25 (...ich spann’ nobis kei Kenem= ... ich sehe keine Laus);

2. die Verwechselung desDativsu.Akkusativsbei denpersönlichen Fürwörtern(also mir statt mich, dir statt dich usw. und umgekehrt).Beispiel: in Nr. 16 (Ich baus’ mir= ich fürchte mich).

II. Folgende Eigentümlichkeiten sind dagegen auf dieMundartennamentl. die süddeutschen (bayr.-schwäb. Dialekt) beschränkt:

1. der Gebrauch desNominativs stattdesAkkusativsbei Hauptwörtern. Während sich für denumgekehrtenFall (also Gebrauch des Akkus. für den Nomin.), der z. B. auch im Schwäbischen vorkommt (s.Fischer, Schwäb. W.-B. II, Sp. 579 unter „ein“ Nr. I: das ist einengutenMann) m. Wiss. inWittichsJenisch kein Beispiel findet, enthält es für diezuerstgenannte Besonderheit — außer einigen unsicheren Fällen (in denen der unbestimmte Artikeleinev. auch als Akkusativ eines Neutrums aufgefaßt werden könnte) — mehrerezweifelsfreie, so z. B. Nr. 11 (...vielleicht bestiebemer ein Schmaler= ... vielleicht bekommen wir eine Katze), Nr. 18 (...spann’ sein dofer Oberman= ... schau seinen schönen Hut), Nr. 24 (...ich schwäch’ ein Stielingsjohle= ... ich trinke einen Birnenmost; ...schwächt ... Gefinkelter= ... trinket ... Branntwein), Nr. 25 (...ich bestieb’ ein Stumpf= ... ich bekomme einen Zorn; ...der Ruch pflanzt ein linker Giel= ... der Bauer macht einen wüsten Mund) usw.; 2) der Gebrauch des relat. räuml. Adv.wostatt des Relativpronomenswelcher(-e -es) bezw. der (die das), worüber zu vgl. u. a.v. Schmid, Schwäb. W.-B. S. 536/37 u.Schmeller, Bayer. W.-B. II, Sp. 828 (unter „wo“, lit. c).Beispiele: Nr. 21 (...in dem Mochem, wo man spannt= in dem Dorfe, das man ḍ sieht); Nr. 25 (...Ulme, wo kasperet= Leute, die zaubern).

III.Zum Teilgleichfalls auf dieMundartenbeschränkt,zum Teilaber auchallgemeinvolkstümlich erscheinen gewisse (übrigens nurnebenden schriftdeutschen Formen auftretende)Veränderungen(namentlichKürzungen) verschiedener (kurzer) Wertgattungen) so: 1)des(bestimmten und [häufiger] des unbestimmten)Artikels; s. Nr. 11 (d’ Schmaler= die Katzen); Nr. 18 (in de’ Griffling= in der Hand;auf’em Kiebes= auf dem Kopfe); Nr. 19 (vor’m Jahne= vor einem Jahre); Nr. 25 (s’ Glied= der Sohn;in’s Steinhäufle= in die Stadt); bes. aber (betr. a’ =ein[einer, eine]; vgl. dazuv. Schmid, Schwäb. W.-B., S. 1 u.Fischer, Schwäb. W.-B. II, Sp. 578): Nr. 24a’ jenisches Model;a’ jenischer Fiesel); Nr. 25 (a’ Schuberle;a’ Schafnas’;a’ Finkelmoss); 2) desadj. Zahlpronomens kein(-ner, -ne) =kei’(vgl. dazuFischer, Schwäb. W.-B. IV, Sp. 310); s. Nr. 25 (kei’ Kenem= keine Laus); 3)des besitzanzeigenden Fürworts mein(-ner, -ne) =mei’; s. z. B. Nr. 11 (mei’ Keiluf); Nr. 14 (mei’ Patris); Nr. 15 (mei’ Moss); Nr. 35 (mei’ Kluper); 4)der persönlichen Fürwörterin Verbindung mit Zeitwörtern; vgl. z. B. a)du= d’; s. z. B. Nr. 13 (bis d’ umbohlst= bis du umfällst); b)dir=der; s. Nr. 27 (Schmusder nobis= sag’ dir[’s] nicht); c)dich=tein der (z. B. in Nr. 20, 25 [öfter] begegnenden) Imperativformschupfte(für: schupf dich) = hör’ auf (schweig’ still); d)ihm= (e)m; s. Nr. 20 (ich schmusem’s= ich sage es ihm); e)sie(Nom. u. Akkus.) = s(e); s. z. B. 23 (hauretse...? = ist sie ...?); Nr. 25 (ich ... bukles’= ich trage sie); Nr. 28 (schniffse= nimm sie); Nr. 32 (gneistse lore...?); f)es(Nom. u. Akkus.) = ’s; s. Nr. 8, 9, 18 (s’ schefftod.s’ hauret ein Sins= es ist ein Herr;ich spann’s= ich sehe es;er gneist’s= er merkt es); Nr. 19, 25 (s’ hauret= es ist) u. a. m.; g)man=mer(vgl. dazuv. Schmid, Schwäb. W.-B., S. 382 unter „mer“, Nr. 1;Fischer, Schwäb. W.-B. IV, Sp. 1433 unter „man“; auchSchmeller, Bayer. W.-B. I, Sp. 1642 unter „mir“, lit. c); s. Nr. 22 (...da bestiebtmer nobis= ... da bekommt man nichts); h)wir=meroder (etwas seltener)mir(vgl.v. Schmid, a. a. O., S. 382 unter „mer“, Nr. 2 u. S. 533 unter „wir“;Fischer, a. a. O. IV, Sp. 1433 unter „man“ a. E.;Schmeller, a. a. O. I, Sp. 1641 unter „mir“, lit. b);Beispiele:α) fürmer: Nr. 11 (bostemer= gehen wir;bestiebemer= bekommen wir); Nr. 19 (ruedlemer...? = fahren wir ...?;buttemer...? = essen wir ...?); Nr. 25 (Wo schlaunetmer= Wo schlafen wir?) u. a. m.;β) fürmir: Nr. 25 (Dann [Jetzt] pfichet mir in Sauft[linge]= dann (jetzt) gehen wir zu Bett;bostet mir= gehen wir;pflanzet mir Blatt= übernachten wir im Freien;bestiebet mir= bekommen wir); i)ihr=er; s. Nr. 25 (durmeter noch nobis?= schlaft ihr noch nicht?); Nr. 27 (haureter?= seid ihr?); k)euch=ich; s. Nr. 25 (schupfetich= seid still;der Koele mussich bukele= der Teufel muß [soll] euch holen). — Oft werden auch die persönl. Fürwörter ganz weggelassen; s. z. B. Nr. 4 (hauerst begerisch?= bist du krank?); Nr. 6 (was sicherst?= was kochst du?); Nr. 13 (in Nolle hauret= im Krug ist er [näml. d. Most]); Nr. 25 (spannst nobis= siehst du nichts;dann scheffte schiebes= dann gehe ich fort;pflanze= mache ich) u. a. m.


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