Chapter 10

Nur aus der sekundären Natur dieses Instinktes erklären sich endlich die erstaunlichen Rösselsprünge, welche das mehr oder weniger entwickelte Schamgefühl macht. Bei den sehr wenig bekleideten Mortlockinsulanern geht die Wahrung des äusseren Anstandes so weit, dass man in Gegenwart einer Frau, deren Stammesgenosse zugegen ist, sich nicht erlauben darf, irgend welche freien Redensarten zu führen, ja man darf dann nicht einmal das Wort Nabel, Bauch, den Namen des Gürtels, „Kinsak“, oder des die Hüften deckenden „Arvar“ nennen. Ein Europäer, durch das geschickte Muster des letzteren oder die gelungene Ausführung des Kinsak zu einem Ausdruck der Bewunderung verleitet, würde argen Anstoss erregen; die beiden Stammesgenossen würden sich schamrot abwenden und den unschuldigen Fremdling verachten. Würden die Gegenstände seines Lobes sich aber nicht an dem Leibe der Frau befunden, sondern etwa auf der Erde gelegen haben, so würde deren Nennung kein Vergehen gegen den Anstand gewesen sein.[152]Auf den Markesas schämt man sich durchaus nicht nackt zu gehen, aber es gilt für äusserst unanständig, das Praeputium nicht zuzubinden; ebenso auch auf Neuseeland und auf vielen andern Inseln der Südsee, wo die sonst ganz nackten Männer es schamlos fänden, sich ohne den Bambubehälter, das zusammengerollte Blatt, den Kürbis oder die Muschel (Bulla ovum) zu zeigen, in denen sie das Geschlechtswerkzeug verstecken. Dasselbe gilt von den sonst ausschweifenden Patagonen. Die Tubariweiber in Mittelafrika gehen ganz nackt bis auf einen schmalen Leibriemen, an welchem ein nur nach hinten herabhängender Zweig befestigt ist, bei dessen Verlust sie in Gesellschaft von der äussersten Scham ergriffen werden.[153]Die sehr mässig bekleideten Hottentottinnentragen stets ein Tuch als Haube auf dem Kopfe und manche lassen sich durch nichts bewegen, es zu entfernen; umgekehrt erachten es die Palauinsulanerinnen für unanständig, einen Hut aufzusetzen. Der Schamhaftigkeit mancher Malayenvölker ist Genüge geleistet, wenn nur der Nabel bedeckt ist. Für eine grosse Frechheit wird es in dem alten Kulturlande China angesehen, wenn eine Frau einem Manne ihren künstlich verkümmerten Fuss zeigt; ja es ist sogar unschicklich von ihm zu sprechen und auf züchtigen Gemälden bleibt er immer unter dem Kleide versteckt. Die Frauen der germanischen Langobarden hielten sich ebenfalls für tötlich beschimpft, wenn Männer ihre Füsse bis zu den Knieen sahen; feine Europäerinnen denken heute über diesen Punkt viel weniger strenge.

Was aber einer grossen Reihe von Völkern am allermeisten der Verhüllung bedürftig erscheint, das ist das Antlitz der Frau! In Maskat sieht nicht einmal mehr die Mutter nach dem zwölften Jahre ihre Tochter mit unbedecktem Gesichte, dagegen lassen die durchsichtigen Gewänder Leib und Glieder deutlich erkennen.[154]Auch die häusliche Tracht der Perserinnen lässt den Busen vollständig durchscheinen, den Bauch und die Beine aber ganz frei und unbedeckt;[155]dagegen darf sich das Weib nur vor ihrem Manne und einigen nächsten Anverwandten unverschleiert sehen lassen; selbst dem Arzte ist das allerletzte, was ihm die Kranke zeigt, ihr Gesicht, sie glaubt sich dadurch zu prostituieren. Freilich weiss die wahre Tochter Evas auch dafür ein Auskunftsmittel; sie hat zuerst an den Zähnen etwas zu verbessern und hebt den Schleier bis zur Nase; dann findet sich ein Fleck auf der Stirn und sie senkt die obere Hälfte des Schleiers, so dass der Arzt nur zu addieren braucht, um die Totalsumme zu erhalten.[156]Muhammedanerinnen zu Basra, ja selbst zu Konstantinopel, die imBade von Männern überrascht werden, verhüllen gleichfalls nur das Gesicht. Ebenso entblössen sich in Ägypten die Frauen der Fellahin vor Männern ohne Scheu, wenn nur das Antlitz verhüllt bleibt. Die Araberin, sagtEbers, wird Fuss, Bein und Busen ohne Verlegenheit sehen lassen, dagegen gilt die Entblössung des Hinterhauptes für noch unanständiger als die des Gesichtes, welches letztere jede ehrbare Frau sorgsam verbirgt. Beleidigt der enganschliessende Anzug europäischer Frauen das Anstandsgefühl des Chinesen, dem jene als nackt erscheinen, so würde ein frommer Moslim aus Ferghana, wenn er auf unseren Bällen die Entblössungen unserer Frauen und Töchter, die halben Umarmungen bei unseren Rundtänzen wahrnähme, im Stillen nur die Langmut Allahs bewundern, der nicht schon längst über dieses sündhafte und schamlose Geschlecht Schwefelgluten habe herabregnen lassen. In der That liegt keinerlei Logik darin, wenn dieselbe Dame, die Herrn So und So vormittags nicht empfangen zu können meinte, da sie noch nicht — angekleidet sei, ihm abends im hellerleuchteten Ballsaale oder in der Opernloge ohne ein Zucken der Verlegenheit weit weniger bekleidet als sie es morgens war, entgegentritt. Auch die sehr koketten Französinnen stellen an öffentlichen Orten ihre allerdings anmutig geformten Schultern und Arme, ihre feinen Knöchel und noch etwas darüber bloss. Freilich, wollte man sich in ihrem Hause erlauben, auch nur die Spitze ihres Ellbogens zu bewundern, Entrüstung würde ihnen das Blut in die Wangen jagen.[157]Sie finden es ganz natürlich, ihre Reize der Gesamtheit preiszugeben, um sie sodann jedem einzelnen zu versagen. Gefallsucht und Buhlkunst veranlassen eben überall manchen Verzicht auf die Schamhaftigkeit. Aus einem Beweggrunde, den man bei uns Koketterie nennen würde, legen z. B. die schwarzen Mädchen von Quitta in Westafrika an Stelle der sonst üblichen breiten, den grössten Teil des Körpers bedeckenden Hüftentücher, lieber unverhältnismässig schmale an.[158]Ein ganz ähnlicher sinnlicher Gedankengang schlummert aber am Urgrunde der vorhin besprochenen Sitte, welche im Kreise der schamhaften Kulturnationen widerspruchsvoll verlangt, dass eine Dame, um salonfähig zu erscheinen, Arme und Büste entblösst tragen müsse — eine beklagenswerte Versündigung gegen den guten Geschmack und den ästhetischen Sinn, da nur in Ausnahmefällen die Schaustellung dem Salon zur Zierde und den Beschauern zum Vergnügen gereicht!

Aus den Beispielen, welche ich hier angehäuft habe, ersieht man wohl sattsam, dass das Schamgefühl an gar vielen Stellen des Körpers haften kann, befestigt durch Sitte und Gewohnheit. Bei allem Schwanken desselben in einzelnem darf man aber immerhin ein doppeltes behaupten:Das Erwachen des geschlechtlichen Schamgefühls bedeutet eine Erhebung bei jeder Völkerschaft;[159]und ferner:Das Schamgefühl hält gleichen Schritt mit der Kulturentwicklung der Menschheit.

[55]Carus Sterne.Werden und Vergehen. Eine Entwicklungsgeschichte des Naturganzen in gemeinverständlicher Fassung. Zweite Aufl. Berlin, 1880. S. 483.[56]Charles Darwin.Der Ausdruck der Gemütsbewegungen bei dem Menschen und den Tieren. Stuttgart, 1887. S. 293.[57]Carus Sterne.Die Krone der Schöpfung. Wien u. Teschen, o. J. S. 79.[58]Lippert.Kulturgeschichte. Bd. I. S. 16.[59]Hugo Zöller.Forschungsreisen in Kamerun. Bd. II. S. 86.[60]Oskar Peschel.Völkerkunde. Fünfte Aufl. Leipzig, 1881. S. 173.[61]Lippert.Kulturgeschichte. Bd. I. S. 17.[62]Globus.Bd. XLIV. S. 106.[63]Revue d’anthropologie.1872. S. 209.[64]Prof. Dr.Friedrich Ratzel. Völkerkunde. Leipzig, 1885. Bd. I. Grundzüge der Völkerkunde. S. 63.[65]Mantegazza.Anthropologisch-kulturhistorische Studien. S. 28.[66]Peschel.Völkerkunde. S. 173.[67]Alex. von HumboldtsReise in die Äquinoktial-Gegenden des neuen Kontinents. Bd. III. S. 96.[68]Karl von den Steinen.Durch Centralbrasilien. Expedition zur Erforschung des Schingu im Jahre 1884. Leipzig, 1886. S. 192. 195.[69]Globus.Bd. XXIX. S. 207.[70]Ausland 1867. S. 892.[71]Globus.Bd. XXV. S. 165.[72]Ferdinand Blumentritt.Versuch einer Ethnographie der Philippinen. Gotha, 1882. S. 15.[73]Frederic J. Mouat.Adventures and researches among the Andaman Islanders.London, 1863. S. 122.[74]H. H. Johnston.Der Kilima-Ndscharo. Forschungsreise im östlichen Äquatorialafrika. Leipzig, 1886. S. 409.[75]A. a. O. S. 412.[76]Victor de Rochas.La Nouvelle Calédonie et ses habitants.Paris, 1862. S. 237.[77]Georg Schweinfurth.Im Herzen von Afrika. Reisen und Entdeckungen im äquatorialen Centralafrika. Leipzig, 1874. Bd. I. S. 163.[78]Sir John Lubbock.Pre-historic Times as illustrated by ancient remains and the manners and customs of modern Savages.London, 1869. S. 533.[79]Paul Mantegazza.Indien. Aus dem Italienischen vonH. Meister. Jena, 1885. S. 207.[80]Merkwürdigerweise werden hauptsächlichmännlicheGottheiten ganz nackt dargestellt, oder die Gewandung erscheint, wie beim Apoll vom Belvedere, dort, wo sie nach unseren Begriffen überflüssig wäre. Ganz ähnlich verhalten sich, um nur einige Beispiele zu nennen, die Sylvanusstatue in derBlundellschen Sammlung, die Bronzestatue von Herculaneum, der Eros im Pariser Louvre, der vatikanische Apoll (imMuseo Pio-Clementino) und das Marmorstandbild des erst spät aufgekommenen Gottes Atys in derLandsdowneschen Sammlung. Letzterer hat nicht die allergeringste Spur von Bekleidung, nur den das Geschlechtswerkzeug verdeckenden üblichen Blätterschmuck, welcher an sich schon ein Beweis ist, dass das Schamgefühl sich dessen bewusst geworden, was der Verhüllung bedürftig. Der im Hause des Augustus gefundene Apollo Sauroktonos verzichtet aber sogar darauf und prangt als splitternacktes Menschenkind mit dem völlig unverhüllten Wahrzeichen seiner Männlichkeit. Seltener sind ganz nackte Göttinnen. Ausser Venus in ihren mannigfachen Gestalten und den Grazien erscheinen die übrigen Göttinnen nicht leicht ohne irgend eine Gewandung. Liegt in dieser auffallenden Bevorzugung des männlichen Körpers in der Darstellung des Nackten durch die antike Kunst nicht etwa ein Fingerzeig, dass die Alten das menschliche Schönheitsideal in der männlichen und nicht in der weiblichen Gestalt erblickten?[81]Ich will indess nicht unbemerkt lassen, dass die alten byzantinischen Kruzifixe, wie z. B. jenes, welches im Dom zu Braunschweig aufbewahrt wird, Christus in eine lange Kutte gekleidet darstellen.[82]So z. B. der Hermes-Augustus im Museum zu Rennes, die Kolossalstatue aus Bronze, welche Augustus als Jupiter darstellt (Museum zu Neapel), Britannikus als Bacchus, gefunden zu Tivoli. Ganz nackt ist ein Mars Ultor, eine Marmorstatue, welche aber eher einen Römer des ersten Jahrhunderts als Mars Ultor vorstellen dürfte, denn gerade die Gottheit an sich.[83]Max Buchner.Reise durch den Stillen Ozean. Breslau, 1878. S. 352–354.[84]Georges Bousquet.Le Japon de nos jours et les échelles de l’extrème Orient.Paris, 1877. Bd. I. S. 87.[85]Hugo Zöller.Pampas und Anden. Sitten- und Kulturschilderungen aus dem spanisch redenden Südamerika mit besonderer Berücksichtigung des Deutschtums. Stuttgart u. Berlin, 1884, S. 364.[86]Ausland, 1870. S. 294.[87]Mantegazza.Anthropologisch-kulturgesch. Studien. S. 36–37.[88]Rudolf Bergner.Rumänien. Eine Darstellung des Landes und der Leute. Breslau, 1887. S. 61.[89]Anatole Leroy-Beaulien.L’empire des Tsars et les Russes.Paris, 1881. Bd. I. S. 132.[90]Gustaf Retzius.Finska kranier jämte några Natur- och Literatur-Studier inom andra områden af finsk antropologie. Stockholm, 1878. S. 119.[91]G. G. Winkler.Island, seine Bewohner, Landesbildung und vulkanische Natur. Braunschweig, 1861. S. 107–111.[92]Dies hindert freilich nicht, dass die Künstler, Maler wie Bildhauer, sich mit Vorliebe das Nackte und insbesondere das nackte Weib zum Vorwurfe ihrer Darstellungen wählen und dass solche Kunstleistungen von Herren und Damen gemeinsam besichtigt und ohne Erröten bewundert und besprochen werden, wie denn auch die Kunstläden Nuditäten der Schaulust ausstellen, welche alt und jung mit Behagen betrachten. Jedenfalls auch ein Widerspruch, den selbst das „Göttliche in der Kunst“ nicht zu erklären vermag.[93]Dr.Otto Kuntze.Um die Erde. Reiseberichte eines Naturforschers. Leipzig, 1881. S. 487.[94]Zöller.Pampas und Anden. S. 64. Treffend fügt der Verfasser hinzu: „Es ist in der That seltsam, wie viel weniger die Nacktheit eines Farbigen unserem Auge auffällt, als diejenige eines Europäers. Erzählt man einem Mitreisenden, der noch niemals wilde oder halbwilde Länder besucht hat, von der Nacktheit der sogenannten Naturkinder, deutet man namentlich dem weiblichen Teil der Passagiere dergleichen an, so denken sie sich darunter etwas Fürchterliches. Naht der betreffende Augenblick, so ist es höchst interessant, jenen eigentümlichen Kampf zwischen Zurückhaltung, Furcht, Übermut und Neugierde zu beobachten, der stets mit dem Siege der letzteren endet. Und lebt man nun gar in Ländern, wo die Mehrzahl der eingeborenen Bevölkerung den grössten Teil des Körpers unbedeckt lässt, so gewöhnt man sich so schnell daran, dass man schon nach wenigen Tagen die Sache weit weniger komisch findet, als das gemeinsame Baden der Geschlechter in belgischen, französischen und italienischen Seeplätzen. Ich habe auf Timor, in den Bergen von Java, in Hinterindien u. s. w. junge Damen so ungeniert und augenscheinlich so unschuldig und arglos einem Dutzend nackter Eingeborener ihre Befehle erteilen sehen, als ob es europäische Wäscherinnen oder Dienstmädchen gewesen wären.“[95]Peschel.Völkerkunde. S. 173.[96]HumboldtsReise nach den Äquinoktialgegenden des neuen Kontinents. Bd. II. S. 19.[97]Wilsonu.Felkin. Uganda und der ägyptische Sudan. Stuttgart, 1883. Bd. II. S. 33.[98]A. a. O. S. 75.[99]Gestorben am 10. Oktober 1884.[100]Peschel.A. a. O.[101]Dr.Gustav Nachtigal. Sahara und Sudan. Ergebnisse sechsjähriger Reisen in Afrika. Berlin, 1881. Bd. II. S. 574.[102]Ausland 1858. S. 261.[103]Paul Duchaillu.Explorations and adventures in equatorial Africa.S. 444.[104]Ausland. A. o. O.[105]Joseph Thomson.Durch Massailand. Erforschungsreisen in Ostafrika. Leipzig, 1885. S. 422.[106]Globus.Bd. XIV. S. 38.[107]Fenton Aylmer.A cruise in the Pacific.London, 1860. Bd. I. S. 209.[108]G. H. von Langsdorff.Bemerkungen auf einer Reise um die Welt. Frankfurt, 1813. Bd. I. S. 125.[109]Moerenhout.Voyage aux îles du grand océan.Paris, 1837. Bd. I. S. 219.[110]Bulletin de la Société de géographie de Paris.1873. Bd. II. S. 252.[111]Zöller.Forschungsreisen in Kamerun. Bd. I. S. 133.[112]Lippert.Kulturgeschichte. Bd. I. S. 433.[113]Mantegazza.Anthropologisch-kulturhistorische Studien. S. 30.[114]Dr.Charles Letourneau.La Sociologie d’après l’éthnographie.Paris, 1880. S. 48.[115]Zöller.Forschungsreisen in Kamerun. Bd. I. S. 79. 185.[116]Langsdorff.Bemerkungen auf einer Reise um die Welt. Bd. I. S. 127.[117]Zeitschrift für Ethnologie. Berlin, 1880. S. 318.[118]Buchner.Reise durch den Stillen Ozean. S. 129.[119]Letourneau.Sociologie. S. 59.[120]Lippert.Kulturgeschichte. Bd. I. S. 18.[121]A. a. O. Bd. I. S. 19.[122]A. a. O. S. 407.[123]Lippert.A. a. O. S. 18.[124]Karl Semper.Die Palauinseln im Stillen Ozean. Reiseerlebnisse. Leipzig, 1873. S. 35.[125]Globus.Bd. XLIV. S. 106.[126]Lippert.A. a. O. S. 408.[127]Peschel.Völkerkunde. S. 176.[128]Johnston.Der Kilima-Ndscharo. S. 389.[129]Vgl. die Abbildung bei: Dr.Karl von den Steinen. Durch Centralbrasilien. S. 195. Im Text bemerkt der Verfasser, dass diese Indianer sich in sehr primitiver Weise gegen eindringende Insekten schützen:praeputium filo gossypii rubro ante glandem farciminis instar constringunt, was nicht nötig wäre, wenn eine Verhüllung die Stelle schützte.[130]Lippert.A. a. O. S. 410.[131]HumboldtsReise in die Äquinoktialgegenden. Bd. III. S. 92.[132]Lippert.Kulturgesch. Bd. I. S. 432–433.[133]Ausland 1872. S. 802–803.[134]Theodor Waitz.Anthropologie der Naturvölker. Zweite Aufl. von Dr.G. Gerland. Leipzig, 1877. Bd. I. S. 356.[135]Emil Bessels.Die amerikanische Nordpolexpedition. Leipzig, 1879. S. 358.[136]Verhandlungen d. Berl. Gesellsch. f. Anthropologie. 1880. S. 62.[137]So die HerrenHouzéundJacques, welchen wir umständliche Mitteilungen über dieselben verdanken imBulletin de la Société d’anthropologie de Bruxelles1885. S. 53–156, ganz besonders auf S. 124.[138]Johnston.Der Kilima-Ndscharo. S. 409.[139]Zöller.Forschungsreisen in Kamerun. Bd. II. S. 86–87.[140]Ausland 1858. S. 261.[141]Mouat.Adventures and researches among the Andaman islanders.S. 284.[142]Charakteristisch, ja typisch und ungemein drollig ist die Geschichte seines Rückfalles ins Negertum, wie Dr.Max Buchnersie erzählt: „Als er noch nicht zwanzig Jahre alt, von Bristol zurückkam, hatte er auf dem Kopf einen schwarzen Cylinderhut, am Halse zwei Vatermörder und eine schwarze Kravatte, auf dem Leibe aber einen strenggläubigen schwarzen Anzug, an den Füssen gewichste Stiefel. Selbst ein Veloziped soll er damals besessen und hie und da kunstgerecht getummelt haben. Sogleich auch liess er sich von den Missionären ein eheliches Weib, eine untadelhafte Negerlady, kirchlich antrauen. Es dauerte nicht lange, da spotteten seine Kameraden, dass ein so hoher Jüngling wie Manga doch unmöglich mit einer einzigen Gattin auskommen könne, und siehe, er nahm eine zweite. Kirchlich konnte er sich diese allerdings nicht mehr antrauen lassen, er nahm sie aber doch, und zugleich zog er für immer die Stiefel aus. Bald folgte eine dritte, und die Vatermörder nebst der schwarzen Halsbinde schwanden dahin. Eine vierte kam und mit ihr gingen Frack und Hose. Heute hat Manga Bell ungefähr zwanzig Weiber und geht wieder ebenso nackt oder halbnackt wie sein Vater.“ (M.Buchner. Kamerun. Skizzen und Betrachtungen. Leipzig, 1887. S. 49).[143]Peschel.Völkerkunde. S. 176.[144]Thomson.Durch Massailand. S. 435.[145]Verhdlgen. d. Berl. Gesellsch. f. Anthropologie. 1880. S. 88.[146]Lib. II Samuelis. Cap. 16. V. 22.[147]Dr. H.Ploss. Das Weib in der Natur- und Völkerkunde. Anthropologische Studien. Leipzig, 1885. Bd. I. S. 224.[148]G. A. Wilken.Over de Verwantschap en het Huwelijks-en Erfrecht by de volken van den indischen Archipel.Leiden, 1883. S. 7.[149]Mouat.Adventures and researches among the Andaman Islanders.S. 294.[150]Carus Sterne.Die Krone der Schöpfung. S. 101.[151]Ludwig Büchner.Thatsachen und Theorieen aus dem naturwissenschaftlichen Leben der Gegenwart. Berlin, 1887. S. 216–217.[152]J. Kubary.Die Bewohner der Mortlock-Inseln, in den Mitteil. der geographischen Gesellschaft in Hamburg. 1878–79. S. 252.[153]Petermanns.Geographische Mitteilungen. 1857. S. 138.[154]Gräfin Pauline Nostitz.Reisen in Vorderasien und Indien. Leipzig, 1873. Bd. II. S. 13.[155]Dr.Jak. Ed. Polak. Persien. Das Land und seine Bewohner. Leipzig, 1865. Bd. I. S. 160.[156]A. a. O. S. 224.[157]Quelle femme du monde ne rougirait, si elle était surprisechez elledécolletée comme elle se montre au bal?sagtA. de Quatrefagesin derRevue d’anthropologie. 1872. S. 209.[158]Zöller.Forschungsreisen in Kamerun. Bd. I. S. 16.[159]Peschel.Völkerkunde. S. 176.

[55]Carus Sterne.Werden und Vergehen. Eine Entwicklungsgeschichte des Naturganzen in gemeinverständlicher Fassung. Zweite Aufl. Berlin, 1880. S. 483.

[55]Carus Sterne.Werden und Vergehen. Eine Entwicklungsgeschichte des Naturganzen in gemeinverständlicher Fassung. Zweite Aufl. Berlin, 1880. S. 483.

[56]Charles Darwin.Der Ausdruck der Gemütsbewegungen bei dem Menschen und den Tieren. Stuttgart, 1887. S. 293.

[56]Charles Darwin.Der Ausdruck der Gemütsbewegungen bei dem Menschen und den Tieren. Stuttgart, 1887. S. 293.

[57]Carus Sterne.Die Krone der Schöpfung. Wien u. Teschen, o. J. S. 79.

[57]Carus Sterne.Die Krone der Schöpfung. Wien u. Teschen, o. J. S. 79.

[58]Lippert.Kulturgeschichte. Bd. I. S. 16.

[58]Lippert.Kulturgeschichte. Bd. I. S. 16.

[59]Hugo Zöller.Forschungsreisen in Kamerun. Bd. II. S. 86.

[59]Hugo Zöller.Forschungsreisen in Kamerun. Bd. II. S. 86.

[60]Oskar Peschel.Völkerkunde. Fünfte Aufl. Leipzig, 1881. S. 173.

[60]Oskar Peschel.Völkerkunde. Fünfte Aufl. Leipzig, 1881. S. 173.

[61]Lippert.Kulturgeschichte. Bd. I. S. 17.

[61]Lippert.Kulturgeschichte. Bd. I. S. 17.

[62]Globus.Bd. XLIV. S. 106.

[62]Globus.Bd. XLIV. S. 106.

[63]Revue d’anthropologie.1872. S. 209.

[63]Revue d’anthropologie.1872. S. 209.

[64]Prof. Dr.Friedrich Ratzel. Völkerkunde. Leipzig, 1885. Bd. I. Grundzüge der Völkerkunde. S. 63.

[64]Prof. Dr.Friedrich Ratzel. Völkerkunde. Leipzig, 1885. Bd. I. Grundzüge der Völkerkunde. S. 63.

[65]Mantegazza.Anthropologisch-kulturhistorische Studien. S. 28.

[65]Mantegazza.Anthropologisch-kulturhistorische Studien. S. 28.

[66]Peschel.Völkerkunde. S. 173.

[66]Peschel.Völkerkunde. S. 173.

[67]Alex. von HumboldtsReise in die Äquinoktial-Gegenden des neuen Kontinents. Bd. III. S. 96.

[67]Alex. von HumboldtsReise in die Äquinoktial-Gegenden des neuen Kontinents. Bd. III. S. 96.

[68]Karl von den Steinen.Durch Centralbrasilien. Expedition zur Erforschung des Schingu im Jahre 1884. Leipzig, 1886. S. 192. 195.

[68]Karl von den Steinen.Durch Centralbrasilien. Expedition zur Erforschung des Schingu im Jahre 1884. Leipzig, 1886. S. 192. 195.

[69]Globus.Bd. XXIX. S. 207.

[69]Globus.Bd. XXIX. S. 207.

[70]Ausland 1867. S. 892.

[70]Ausland 1867. S. 892.

[71]Globus.Bd. XXV. S. 165.

[71]Globus.Bd. XXV. S. 165.

[72]Ferdinand Blumentritt.Versuch einer Ethnographie der Philippinen. Gotha, 1882. S. 15.

[72]Ferdinand Blumentritt.Versuch einer Ethnographie der Philippinen. Gotha, 1882. S. 15.

[73]Frederic J. Mouat.Adventures and researches among the Andaman Islanders.London, 1863. S. 122.

[73]Frederic J. Mouat.Adventures and researches among the Andaman Islanders.London, 1863. S. 122.

[74]H. H. Johnston.Der Kilima-Ndscharo. Forschungsreise im östlichen Äquatorialafrika. Leipzig, 1886. S. 409.

[74]H. H. Johnston.Der Kilima-Ndscharo. Forschungsreise im östlichen Äquatorialafrika. Leipzig, 1886. S. 409.

[75]A. a. O. S. 412.

[75]A. a. O. S. 412.

[76]Victor de Rochas.La Nouvelle Calédonie et ses habitants.Paris, 1862. S. 237.

[76]Victor de Rochas.La Nouvelle Calédonie et ses habitants.Paris, 1862. S. 237.

[77]Georg Schweinfurth.Im Herzen von Afrika. Reisen und Entdeckungen im äquatorialen Centralafrika. Leipzig, 1874. Bd. I. S. 163.

[77]Georg Schweinfurth.Im Herzen von Afrika. Reisen und Entdeckungen im äquatorialen Centralafrika. Leipzig, 1874. Bd. I. S. 163.

[78]Sir John Lubbock.Pre-historic Times as illustrated by ancient remains and the manners and customs of modern Savages.London, 1869. S. 533.

[78]Sir John Lubbock.Pre-historic Times as illustrated by ancient remains and the manners and customs of modern Savages.London, 1869. S. 533.

[79]Paul Mantegazza.Indien. Aus dem Italienischen vonH. Meister. Jena, 1885. S. 207.

[79]Paul Mantegazza.Indien. Aus dem Italienischen vonH. Meister. Jena, 1885. S. 207.

[80]Merkwürdigerweise werden hauptsächlichmännlicheGottheiten ganz nackt dargestellt, oder die Gewandung erscheint, wie beim Apoll vom Belvedere, dort, wo sie nach unseren Begriffen überflüssig wäre. Ganz ähnlich verhalten sich, um nur einige Beispiele zu nennen, die Sylvanusstatue in derBlundellschen Sammlung, die Bronzestatue von Herculaneum, der Eros im Pariser Louvre, der vatikanische Apoll (imMuseo Pio-Clementino) und das Marmorstandbild des erst spät aufgekommenen Gottes Atys in derLandsdowneschen Sammlung. Letzterer hat nicht die allergeringste Spur von Bekleidung, nur den das Geschlechtswerkzeug verdeckenden üblichen Blätterschmuck, welcher an sich schon ein Beweis ist, dass das Schamgefühl sich dessen bewusst geworden, was der Verhüllung bedürftig. Der im Hause des Augustus gefundene Apollo Sauroktonos verzichtet aber sogar darauf und prangt als splitternacktes Menschenkind mit dem völlig unverhüllten Wahrzeichen seiner Männlichkeit. Seltener sind ganz nackte Göttinnen. Ausser Venus in ihren mannigfachen Gestalten und den Grazien erscheinen die übrigen Göttinnen nicht leicht ohne irgend eine Gewandung. Liegt in dieser auffallenden Bevorzugung des männlichen Körpers in der Darstellung des Nackten durch die antike Kunst nicht etwa ein Fingerzeig, dass die Alten das menschliche Schönheitsideal in der männlichen und nicht in der weiblichen Gestalt erblickten?

[80]Merkwürdigerweise werden hauptsächlichmännlicheGottheiten ganz nackt dargestellt, oder die Gewandung erscheint, wie beim Apoll vom Belvedere, dort, wo sie nach unseren Begriffen überflüssig wäre. Ganz ähnlich verhalten sich, um nur einige Beispiele zu nennen, die Sylvanusstatue in derBlundellschen Sammlung, die Bronzestatue von Herculaneum, der Eros im Pariser Louvre, der vatikanische Apoll (imMuseo Pio-Clementino) und das Marmorstandbild des erst spät aufgekommenen Gottes Atys in derLandsdowneschen Sammlung. Letzterer hat nicht die allergeringste Spur von Bekleidung, nur den das Geschlechtswerkzeug verdeckenden üblichen Blätterschmuck, welcher an sich schon ein Beweis ist, dass das Schamgefühl sich dessen bewusst geworden, was der Verhüllung bedürftig. Der im Hause des Augustus gefundene Apollo Sauroktonos verzichtet aber sogar darauf und prangt als splitternacktes Menschenkind mit dem völlig unverhüllten Wahrzeichen seiner Männlichkeit. Seltener sind ganz nackte Göttinnen. Ausser Venus in ihren mannigfachen Gestalten und den Grazien erscheinen die übrigen Göttinnen nicht leicht ohne irgend eine Gewandung. Liegt in dieser auffallenden Bevorzugung des männlichen Körpers in der Darstellung des Nackten durch die antike Kunst nicht etwa ein Fingerzeig, dass die Alten das menschliche Schönheitsideal in der männlichen und nicht in der weiblichen Gestalt erblickten?

[81]Ich will indess nicht unbemerkt lassen, dass die alten byzantinischen Kruzifixe, wie z. B. jenes, welches im Dom zu Braunschweig aufbewahrt wird, Christus in eine lange Kutte gekleidet darstellen.

[81]Ich will indess nicht unbemerkt lassen, dass die alten byzantinischen Kruzifixe, wie z. B. jenes, welches im Dom zu Braunschweig aufbewahrt wird, Christus in eine lange Kutte gekleidet darstellen.

[82]So z. B. der Hermes-Augustus im Museum zu Rennes, die Kolossalstatue aus Bronze, welche Augustus als Jupiter darstellt (Museum zu Neapel), Britannikus als Bacchus, gefunden zu Tivoli. Ganz nackt ist ein Mars Ultor, eine Marmorstatue, welche aber eher einen Römer des ersten Jahrhunderts als Mars Ultor vorstellen dürfte, denn gerade die Gottheit an sich.

[82]So z. B. der Hermes-Augustus im Museum zu Rennes, die Kolossalstatue aus Bronze, welche Augustus als Jupiter darstellt (Museum zu Neapel), Britannikus als Bacchus, gefunden zu Tivoli. Ganz nackt ist ein Mars Ultor, eine Marmorstatue, welche aber eher einen Römer des ersten Jahrhunderts als Mars Ultor vorstellen dürfte, denn gerade die Gottheit an sich.

[83]Max Buchner.Reise durch den Stillen Ozean. Breslau, 1878. S. 352–354.

[83]Max Buchner.Reise durch den Stillen Ozean. Breslau, 1878. S. 352–354.

[84]Georges Bousquet.Le Japon de nos jours et les échelles de l’extrème Orient.Paris, 1877. Bd. I. S. 87.

[84]Georges Bousquet.Le Japon de nos jours et les échelles de l’extrème Orient.Paris, 1877. Bd. I. S. 87.

[85]Hugo Zöller.Pampas und Anden. Sitten- und Kulturschilderungen aus dem spanisch redenden Südamerika mit besonderer Berücksichtigung des Deutschtums. Stuttgart u. Berlin, 1884, S. 364.

[85]Hugo Zöller.Pampas und Anden. Sitten- und Kulturschilderungen aus dem spanisch redenden Südamerika mit besonderer Berücksichtigung des Deutschtums. Stuttgart u. Berlin, 1884, S. 364.

[86]Ausland, 1870. S. 294.

[86]Ausland, 1870. S. 294.

[87]Mantegazza.Anthropologisch-kulturgesch. Studien. S. 36–37.

[87]Mantegazza.Anthropologisch-kulturgesch. Studien. S. 36–37.

[88]Rudolf Bergner.Rumänien. Eine Darstellung des Landes und der Leute. Breslau, 1887. S. 61.

[88]Rudolf Bergner.Rumänien. Eine Darstellung des Landes und der Leute. Breslau, 1887. S. 61.

[89]Anatole Leroy-Beaulien.L’empire des Tsars et les Russes.Paris, 1881. Bd. I. S. 132.

[89]Anatole Leroy-Beaulien.L’empire des Tsars et les Russes.Paris, 1881. Bd. I. S. 132.

[90]Gustaf Retzius.Finska kranier jämte några Natur- och Literatur-Studier inom andra områden af finsk antropologie. Stockholm, 1878. S. 119.

[90]Gustaf Retzius.Finska kranier jämte några Natur- och Literatur-Studier inom andra områden af finsk antropologie. Stockholm, 1878. S. 119.

[91]G. G. Winkler.Island, seine Bewohner, Landesbildung und vulkanische Natur. Braunschweig, 1861. S. 107–111.

[91]G. G. Winkler.Island, seine Bewohner, Landesbildung und vulkanische Natur. Braunschweig, 1861. S. 107–111.

[92]Dies hindert freilich nicht, dass die Künstler, Maler wie Bildhauer, sich mit Vorliebe das Nackte und insbesondere das nackte Weib zum Vorwurfe ihrer Darstellungen wählen und dass solche Kunstleistungen von Herren und Damen gemeinsam besichtigt und ohne Erröten bewundert und besprochen werden, wie denn auch die Kunstläden Nuditäten der Schaulust ausstellen, welche alt und jung mit Behagen betrachten. Jedenfalls auch ein Widerspruch, den selbst das „Göttliche in der Kunst“ nicht zu erklären vermag.

[92]Dies hindert freilich nicht, dass die Künstler, Maler wie Bildhauer, sich mit Vorliebe das Nackte und insbesondere das nackte Weib zum Vorwurfe ihrer Darstellungen wählen und dass solche Kunstleistungen von Herren und Damen gemeinsam besichtigt und ohne Erröten bewundert und besprochen werden, wie denn auch die Kunstläden Nuditäten der Schaulust ausstellen, welche alt und jung mit Behagen betrachten. Jedenfalls auch ein Widerspruch, den selbst das „Göttliche in der Kunst“ nicht zu erklären vermag.

[93]Dr.Otto Kuntze.Um die Erde. Reiseberichte eines Naturforschers. Leipzig, 1881. S. 487.

[93]Dr.Otto Kuntze.Um die Erde. Reiseberichte eines Naturforschers. Leipzig, 1881. S. 487.

[94]Zöller.Pampas und Anden. S. 64. Treffend fügt der Verfasser hinzu: „Es ist in der That seltsam, wie viel weniger die Nacktheit eines Farbigen unserem Auge auffällt, als diejenige eines Europäers. Erzählt man einem Mitreisenden, der noch niemals wilde oder halbwilde Länder besucht hat, von der Nacktheit der sogenannten Naturkinder, deutet man namentlich dem weiblichen Teil der Passagiere dergleichen an, so denken sie sich darunter etwas Fürchterliches. Naht der betreffende Augenblick, so ist es höchst interessant, jenen eigentümlichen Kampf zwischen Zurückhaltung, Furcht, Übermut und Neugierde zu beobachten, der stets mit dem Siege der letzteren endet. Und lebt man nun gar in Ländern, wo die Mehrzahl der eingeborenen Bevölkerung den grössten Teil des Körpers unbedeckt lässt, so gewöhnt man sich so schnell daran, dass man schon nach wenigen Tagen die Sache weit weniger komisch findet, als das gemeinsame Baden der Geschlechter in belgischen, französischen und italienischen Seeplätzen. Ich habe auf Timor, in den Bergen von Java, in Hinterindien u. s. w. junge Damen so ungeniert und augenscheinlich so unschuldig und arglos einem Dutzend nackter Eingeborener ihre Befehle erteilen sehen, als ob es europäische Wäscherinnen oder Dienstmädchen gewesen wären.“

[94]Zöller.Pampas und Anden. S. 64. Treffend fügt der Verfasser hinzu: „Es ist in der That seltsam, wie viel weniger die Nacktheit eines Farbigen unserem Auge auffällt, als diejenige eines Europäers. Erzählt man einem Mitreisenden, der noch niemals wilde oder halbwilde Länder besucht hat, von der Nacktheit der sogenannten Naturkinder, deutet man namentlich dem weiblichen Teil der Passagiere dergleichen an, so denken sie sich darunter etwas Fürchterliches. Naht der betreffende Augenblick, so ist es höchst interessant, jenen eigentümlichen Kampf zwischen Zurückhaltung, Furcht, Übermut und Neugierde zu beobachten, der stets mit dem Siege der letzteren endet. Und lebt man nun gar in Ländern, wo die Mehrzahl der eingeborenen Bevölkerung den grössten Teil des Körpers unbedeckt lässt, so gewöhnt man sich so schnell daran, dass man schon nach wenigen Tagen die Sache weit weniger komisch findet, als das gemeinsame Baden der Geschlechter in belgischen, französischen und italienischen Seeplätzen. Ich habe auf Timor, in den Bergen von Java, in Hinterindien u. s. w. junge Damen so ungeniert und augenscheinlich so unschuldig und arglos einem Dutzend nackter Eingeborener ihre Befehle erteilen sehen, als ob es europäische Wäscherinnen oder Dienstmädchen gewesen wären.“

[95]Peschel.Völkerkunde. S. 173.

[95]Peschel.Völkerkunde. S. 173.

[96]HumboldtsReise nach den Äquinoktialgegenden des neuen Kontinents. Bd. II. S. 19.

[96]HumboldtsReise nach den Äquinoktialgegenden des neuen Kontinents. Bd. II. S. 19.

[97]Wilsonu.Felkin. Uganda und der ägyptische Sudan. Stuttgart, 1883. Bd. II. S. 33.

[97]Wilsonu.Felkin. Uganda und der ägyptische Sudan. Stuttgart, 1883. Bd. II. S. 33.

[98]A. a. O. S. 75.

[98]A. a. O. S. 75.

[99]Gestorben am 10. Oktober 1884.

[99]Gestorben am 10. Oktober 1884.

[100]Peschel.A. a. O.

[100]Peschel.A. a. O.

[101]Dr.Gustav Nachtigal. Sahara und Sudan. Ergebnisse sechsjähriger Reisen in Afrika. Berlin, 1881. Bd. II. S. 574.

[101]Dr.Gustav Nachtigal. Sahara und Sudan. Ergebnisse sechsjähriger Reisen in Afrika. Berlin, 1881. Bd. II. S. 574.

[102]Ausland 1858. S. 261.

[102]Ausland 1858. S. 261.

[103]Paul Duchaillu.Explorations and adventures in equatorial Africa.S. 444.

[103]Paul Duchaillu.Explorations and adventures in equatorial Africa.S. 444.

[104]Ausland. A. o. O.

[104]Ausland. A. o. O.

[105]Joseph Thomson.Durch Massailand. Erforschungsreisen in Ostafrika. Leipzig, 1885. S. 422.

[105]Joseph Thomson.Durch Massailand. Erforschungsreisen in Ostafrika. Leipzig, 1885. S. 422.

[106]Globus.Bd. XIV. S. 38.

[106]Globus.Bd. XIV. S. 38.

[107]Fenton Aylmer.A cruise in the Pacific.London, 1860. Bd. I. S. 209.

[107]Fenton Aylmer.A cruise in the Pacific.London, 1860. Bd. I. S. 209.

[108]G. H. von Langsdorff.Bemerkungen auf einer Reise um die Welt. Frankfurt, 1813. Bd. I. S. 125.

[108]G. H. von Langsdorff.Bemerkungen auf einer Reise um die Welt. Frankfurt, 1813. Bd. I. S. 125.

[109]Moerenhout.Voyage aux îles du grand océan.Paris, 1837. Bd. I. S. 219.

[109]Moerenhout.Voyage aux îles du grand océan.Paris, 1837. Bd. I. S. 219.

[110]Bulletin de la Société de géographie de Paris.1873. Bd. II. S. 252.

[110]Bulletin de la Société de géographie de Paris.1873. Bd. II. S. 252.

[111]Zöller.Forschungsreisen in Kamerun. Bd. I. S. 133.

[111]Zöller.Forschungsreisen in Kamerun. Bd. I. S. 133.

[112]Lippert.Kulturgeschichte. Bd. I. S. 433.

[112]Lippert.Kulturgeschichte. Bd. I. S. 433.

[113]Mantegazza.Anthropologisch-kulturhistorische Studien. S. 30.

[113]Mantegazza.Anthropologisch-kulturhistorische Studien. S. 30.

[114]Dr.Charles Letourneau.La Sociologie d’après l’éthnographie.Paris, 1880. S. 48.

[114]Dr.Charles Letourneau.La Sociologie d’après l’éthnographie.Paris, 1880. S. 48.

[115]Zöller.Forschungsreisen in Kamerun. Bd. I. S. 79. 185.

[115]Zöller.Forschungsreisen in Kamerun. Bd. I. S. 79. 185.

[116]Langsdorff.Bemerkungen auf einer Reise um die Welt. Bd. I. S. 127.

[116]Langsdorff.Bemerkungen auf einer Reise um die Welt. Bd. I. S. 127.

[117]Zeitschrift für Ethnologie. Berlin, 1880. S. 318.

[117]Zeitschrift für Ethnologie. Berlin, 1880. S. 318.

[118]Buchner.Reise durch den Stillen Ozean. S. 129.

[118]Buchner.Reise durch den Stillen Ozean. S. 129.

[119]Letourneau.Sociologie. S. 59.

[119]Letourneau.Sociologie. S. 59.

[120]Lippert.Kulturgeschichte. Bd. I. S. 18.

[120]Lippert.Kulturgeschichte. Bd. I. S. 18.

[121]A. a. O. Bd. I. S. 19.

[121]A. a. O. Bd. I. S. 19.

[122]A. a. O. S. 407.

[122]A. a. O. S. 407.

[123]Lippert.A. a. O. S. 18.

[123]Lippert.A. a. O. S. 18.

[124]Karl Semper.Die Palauinseln im Stillen Ozean. Reiseerlebnisse. Leipzig, 1873. S. 35.

[124]Karl Semper.Die Palauinseln im Stillen Ozean. Reiseerlebnisse. Leipzig, 1873. S. 35.

[125]Globus.Bd. XLIV. S. 106.

[125]Globus.Bd. XLIV. S. 106.

[126]Lippert.A. a. O. S. 408.

[126]Lippert.A. a. O. S. 408.

[127]Peschel.Völkerkunde. S. 176.

[127]Peschel.Völkerkunde. S. 176.

[128]Johnston.Der Kilima-Ndscharo. S. 389.

[128]Johnston.Der Kilima-Ndscharo. S. 389.

[129]Vgl. die Abbildung bei: Dr.Karl von den Steinen. Durch Centralbrasilien. S. 195. Im Text bemerkt der Verfasser, dass diese Indianer sich in sehr primitiver Weise gegen eindringende Insekten schützen:praeputium filo gossypii rubro ante glandem farciminis instar constringunt, was nicht nötig wäre, wenn eine Verhüllung die Stelle schützte.

[129]Vgl. die Abbildung bei: Dr.Karl von den Steinen. Durch Centralbrasilien. S. 195. Im Text bemerkt der Verfasser, dass diese Indianer sich in sehr primitiver Weise gegen eindringende Insekten schützen:praeputium filo gossypii rubro ante glandem farciminis instar constringunt, was nicht nötig wäre, wenn eine Verhüllung die Stelle schützte.

[130]Lippert.A. a. O. S. 410.

[130]Lippert.A. a. O. S. 410.

[131]HumboldtsReise in die Äquinoktialgegenden. Bd. III. S. 92.

[131]HumboldtsReise in die Äquinoktialgegenden. Bd. III. S. 92.

[132]Lippert.Kulturgesch. Bd. I. S. 432–433.

[132]Lippert.Kulturgesch. Bd. I. S. 432–433.

[133]Ausland 1872. S. 802–803.

[133]Ausland 1872. S. 802–803.

[134]Theodor Waitz.Anthropologie der Naturvölker. Zweite Aufl. von Dr.G. Gerland. Leipzig, 1877. Bd. I. S. 356.

[134]Theodor Waitz.Anthropologie der Naturvölker. Zweite Aufl. von Dr.G. Gerland. Leipzig, 1877. Bd. I. S. 356.

[135]Emil Bessels.Die amerikanische Nordpolexpedition. Leipzig, 1879. S. 358.

[135]Emil Bessels.Die amerikanische Nordpolexpedition. Leipzig, 1879. S. 358.

[136]Verhandlungen d. Berl. Gesellsch. f. Anthropologie. 1880. S. 62.

[136]Verhandlungen d. Berl. Gesellsch. f. Anthropologie. 1880. S. 62.

[137]So die HerrenHouzéundJacques, welchen wir umständliche Mitteilungen über dieselben verdanken imBulletin de la Société d’anthropologie de Bruxelles1885. S. 53–156, ganz besonders auf S. 124.

[137]So die HerrenHouzéundJacques, welchen wir umständliche Mitteilungen über dieselben verdanken imBulletin de la Société d’anthropologie de Bruxelles1885. S. 53–156, ganz besonders auf S. 124.

[138]Johnston.Der Kilima-Ndscharo. S. 409.

[138]Johnston.Der Kilima-Ndscharo. S. 409.

[139]Zöller.Forschungsreisen in Kamerun. Bd. II. S. 86–87.

[139]Zöller.Forschungsreisen in Kamerun. Bd. II. S. 86–87.

[140]Ausland 1858. S. 261.

[140]Ausland 1858. S. 261.

[141]Mouat.Adventures and researches among the Andaman islanders.S. 284.

[141]Mouat.Adventures and researches among the Andaman islanders.S. 284.

[142]Charakteristisch, ja typisch und ungemein drollig ist die Geschichte seines Rückfalles ins Negertum, wie Dr.Max Buchnersie erzählt: „Als er noch nicht zwanzig Jahre alt, von Bristol zurückkam, hatte er auf dem Kopf einen schwarzen Cylinderhut, am Halse zwei Vatermörder und eine schwarze Kravatte, auf dem Leibe aber einen strenggläubigen schwarzen Anzug, an den Füssen gewichste Stiefel. Selbst ein Veloziped soll er damals besessen und hie und da kunstgerecht getummelt haben. Sogleich auch liess er sich von den Missionären ein eheliches Weib, eine untadelhafte Negerlady, kirchlich antrauen. Es dauerte nicht lange, da spotteten seine Kameraden, dass ein so hoher Jüngling wie Manga doch unmöglich mit einer einzigen Gattin auskommen könne, und siehe, er nahm eine zweite. Kirchlich konnte er sich diese allerdings nicht mehr antrauen lassen, er nahm sie aber doch, und zugleich zog er für immer die Stiefel aus. Bald folgte eine dritte, und die Vatermörder nebst der schwarzen Halsbinde schwanden dahin. Eine vierte kam und mit ihr gingen Frack und Hose. Heute hat Manga Bell ungefähr zwanzig Weiber und geht wieder ebenso nackt oder halbnackt wie sein Vater.“ (M.Buchner. Kamerun. Skizzen und Betrachtungen. Leipzig, 1887. S. 49).

[142]Charakteristisch, ja typisch und ungemein drollig ist die Geschichte seines Rückfalles ins Negertum, wie Dr.Max Buchnersie erzählt: „Als er noch nicht zwanzig Jahre alt, von Bristol zurückkam, hatte er auf dem Kopf einen schwarzen Cylinderhut, am Halse zwei Vatermörder und eine schwarze Kravatte, auf dem Leibe aber einen strenggläubigen schwarzen Anzug, an den Füssen gewichste Stiefel. Selbst ein Veloziped soll er damals besessen und hie und da kunstgerecht getummelt haben. Sogleich auch liess er sich von den Missionären ein eheliches Weib, eine untadelhafte Negerlady, kirchlich antrauen. Es dauerte nicht lange, da spotteten seine Kameraden, dass ein so hoher Jüngling wie Manga doch unmöglich mit einer einzigen Gattin auskommen könne, und siehe, er nahm eine zweite. Kirchlich konnte er sich diese allerdings nicht mehr antrauen lassen, er nahm sie aber doch, und zugleich zog er für immer die Stiefel aus. Bald folgte eine dritte, und die Vatermörder nebst der schwarzen Halsbinde schwanden dahin. Eine vierte kam und mit ihr gingen Frack und Hose. Heute hat Manga Bell ungefähr zwanzig Weiber und geht wieder ebenso nackt oder halbnackt wie sein Vater.“ (M.Buchner. Kamerun. Skizzen und Betrachtungen. Leipzig, 1887. S. 49).

[143]Peschel.Völkerkunde. S. 176.

[143]Peschel.Völkerkunde. S. 176.

[144]Thomson.Durch Massailand. S. 435.

[144]Thomson.Durch Massailand. S. 435.

[145]Verhdlgen. d. Berl. Gesellsch. f. Anthropologie. 1880. S. 88.

[145]Verhdlgen. d. Berl. Gesellsch. f. Anthropologie. 1880. S. 88.

[146]Lib. II Samuelis. Cap. 16. V. 22.

[146]Lib. II Samuelis. Cap. 16. V. 22.

[147]Dr. H.Ploss. Das Weib in der Natur- und Völkerkunde. Anthropologische Studien. Leipzig, 1885. Bd. I. S. 224.

[147]Dr. H.Ploss. Das Weib in der Natur- und Völkerkunde. Anthropologische Studien. Leipzig, 1885. Bd. I. S. 224.

[148]G. A. Wilken.Over de Verwantschap en het Huwelijks-en Erfrecht by de volken van den indischen Archipel.Leiden, 1883. S. 7.

[148]G. A. Wilken.Over de Verwantschap en het Huwelijks-en Erfrecht by de volken van den indischen Archipel.Leiden, 1883. S. 7.

[149]Mouat.Adventures and researches among the Andaman Islanders.S. 294.

[149]Mouat.Adventures and researches among the Andaman Islanders.S. 294.

[150]Carus Sterne.Die Krone der Schöpfung. S. 101.

[150]Carus Sterne.Die Krone der Schöpfung. S. 101.

[151]Ludwig Büchner.Thatsachen und Theorieen aus dem naturwissenschaftlichen Leben der Gegenwart. Berlin, 1887. S. 216–217.

[151]Ludwig Büchner.Thatsachen und Theorieen aus dem naturwissenschaftlichen Leben der Gegenwart. Berlin, 1887. S. 216–217.

[152]J. Kubary.Die Bewohner der Mortlock-Inseln, in den Mitteil. der geographischen Gesellschaft in Hamburg. 1878–79. S. 252.

[152]J. Kubary.Die Bewohner der Mortlock-Inseln, in den Mitteil. der geographischen Gesellschaft in Hamburg. 1878–79. S. 252.

[153]Petermanns.Geographische Mitteilungen. 1857. S. 138.

[153]Petermanns.Geographische Mitteilungen. 1857. S. 138.

[154]Gräfin Pauline Nostitz.Reisen in Vorderasien und Indien. Leipzig, 1873. Bd. II. S. 13.

[154]Gräfin Pauline Nostitz.Reisen in Vorderasien und Indien. Leipzig, 1873. Bd. II. S. 13.

[155]Dr.Jak. Ed. Polak. Persien. Das Land und seine Bewohner. Leipzig, 1865. Bd. I. S. 160.

[155]Dr.Jak. Ed. Polak. Persien. Das Land und seine Bewohner. Leipzig, 1865. Bd. I. S. 160.

[156]A. a. O. S. 224.

[156]A. a. O. S. 224.

[157]Quelle femme du monde ne rougirait, si elle était surprisechez elledécolletée comme elle se montre au bal?sagtA. de Quatrefagesin derRevue d’anthropologie. 1872. S. 209.

[157]Quelle femme du monde ne rougirait, si elle était surprisechez elledécolletée comme elle se montre au bal?sagtA. de Quatrefagesin derRevue d’anthropologie. 1872. S. 209.

[158]Zöller.Forschungsreisen in Kamerun. Bd. I. S. 16.

[158]Zöller.Forschungsreisen in Kamerun. Bd. I. S. 16.

[159]Peschel.Völkerkunde. S. 176.

[159]Peschel.Völkerkunde. S. 176.


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