XVI

Sie verstanden, antworteten aber, bei ihnen gäbe es keine »redsamen« Weiber, und eine solche Gewohnheit sei nicht eingeführt.

Der Linkser aber spricht:

»Desto angenehmer ist es auch. Wenn man sich mit solchen Dingen befaßt, so muß man das mit wirklicher Absicht tun; da ich aber dies zu einer fremden Nation nicht empfinde, weshalb soll man dann die Mädchen irreführen?«

Er gefiel den Engländern auch in diesen seinen Urteilen, so daß sie wiederum anfingen, ihm freundschaftlich auf Schulter und Knie mit der Hand zu schlagen, selber aber fragen sie:

»Wir« — sprechen sie — »wünschten einzig und allein aus Neugierde zu wissen: welche fehlerhaften Kennzeichen Ihr bei unsern Mädchen bemerkt habt, und weshalb Ihr sie meidet?«

Da antwortete ihnen der Linkser schon ganz offen:

»Ich tadle sie nicht, mir gefällt nur nicht, daß die Kleidung um sie herumschlottert, und man nicht herausbekommt, was da eigentlich angezogen ist und für welche Notwendigkeit; da ist irgend etwas, und weiterunten ist noch irgend etwas anderes angesteckt, an den Händen aber so eine Art Strümpfe. Ganz genau wie ein Affe — ‚sapajou‘ — ‚Plüschtalma‘!«

Die Engländer brachen in Lachen aus und sprechen:

»Was für ein Hindernis liegt denn für Euch darin?«

»Ein Hindernis« — antwortet der Linkser — »ist das nicht, ich fürchte nur, daß es schamvoll sein wird, zuzuschauen und zu erwarten, wie sie sich aus dem allen herausschälen wird!«

»Ist denn wirklich« — sprechen sie — »euere ‚Fasson‘ besser?«

»Unsere Fasson« — antwortet er — »ist in Tula einfach: jede geht in ihren selbstgefertigten Spitzen, und unsere Spitzen tragen sogar auch die großen Damen!«

Sie stellten ihn auch ihren Damen vor, und dort goß man ihm Tee ein und fragte:

»Weshalb verzieht Ihr Euer Gesicht?«

»Weil wir« — spricht er — »nicht gewohnt sind süß zu trinken!« Darauf gaben sie ihm auf russische Weise Zucker zum Zubeißen. Ihnen scheint es, daß es so schlechter sei, er aber spricht: »Nach unserm Geschmack ist es so wohlschmeckender.«

Durch gar nichts vermochten die Engländer ihn zu bestimmen, daß er sich an ihr Leben fessele; sie überredeten ihn nur, kurze Zeit bei ihnen als Gast zu bleiben, sie würden ihn in dieser Zeit durch verschiedene Werkstätten führen und ihm ihre Kunst zeigen.

»Darauf aber« — sprechen sie — »werden wir ihn auf unserm eigenem Schiff fahren und lebendig nach Petersburg bringen.«

Damit war er einverstanden.

Die Engländer nahmen den Linkser bei sich auf, den russischen Kurier aber schafften sie zurück nach Rußland. Obgleich der Kurier einen Rang hatte und mehrere Sprachen verstand, interessierten sie sich nicht für ihn, für den Linkser interessierten sie sich aber; und sie begannen ihn zu führen und ihm alles zu zeigen. Er beschaute ihre ganze Produktion, sowohl die Metallfabriken wie die Seifen- und Sägewerke, und alle ihre wirtschaftlichen Einrichtungen gefielen ihm sehr, besonders hinsichtlich der Lage der Arbeiter. Jeder Arbeiter ist bei ihnen ständig satt und nicht in Lumpen angezogen, vielmehr jeder trägt geeignete Kleidung und ist beschuht mit dicken benagelten Stiefeln, damit man sich nirgends den Fuß verletzen kann, er arbeitet nicht mit irgend einem Brecheisen, vielmehr mit einem Werkzeug, und er hat Verständnis. Jedem hängt eine Rechentabelle vor Augen, und unter der Hand hat er eine Abwischtafel: bei allem, was nur ein Meister macht — schaut er auf die Tabelle und vergleicht mit Verständnis, darauf aber schreibt er etwas auf dem Täfelchen, anderes streicht er aus und führt es akkurat aus: Was mit Zahlen geschrieben steht, das kommt auch in der Tat heraus. Ist es aber Feiertag, so nimmt jeder sein Liebchen und in die Hand ein Stöckchen, und dann gehen sie spazieren, ehrsam, wohlanständig, wie es sich gehört.

Der Linkser schaut auf ihr ganzes Leben, und auf alle ihre Arbeiten, aber am allermeisten Aufmerksamkeit verwandte er auf einen solchen Gegenstand, daß die Engländer sehr staunten. Nicht so sehr interessiert es ihn, wie man neue Gewehre macht, als in welchem Zustandsich die alten befinden. Überall geht er umher, lobt und spricht:

»Das können auch wir so.«

Wenn er aber zu einem alten Gewehr kommt — steckt er den Finger in den Lauf, fährt mit ihm an der Innenwand herum und seufzt:

»Das« — spricht er — »ist unvergleichlich besser als bei uns.«

Die Engländer vermochten durchaus nicht zu erraten, was da der Linkser bemerkt, er aber fragt:

»Kann ich nicht« — spricht er — »wissen, ob unsere Generäle dies irgendwann anschauten oder nicht?«

Man sagte ihm:

»Die hier waren, die müssen es wohl gesehen haben.«

»Wie aber« — spricht er »waren sie: in Handschuhen oder ohne?«

»Eure Generäle« — sprechen sie — »sind ausgeputzt, sie gehen immer in Handschuhen, so sind sie wohl auch hier so gewesen.«

Der Linkser sagte gar nichts. Plötzlich aber begann er unruhig zu werden und sich zu grämen und spricht zu den Engländern:

»Ergebenst danke ich euch für alle Bewirtung, und ich bin mit allem bei euch sehr zufrieden, und alles, was mir nötig war zu schauen, habe ich schon erschaut, jetzt aber möchte ich möglichst rasch nach Hause!«

Auf keine Weise vermochten sie ihn weiter zurückzuhalten. Zu Lande konnte man ihn nicht ziehen lassen, weil er keine Sprache kannte, auf dem Wasser zu schwimmen war aber nicht gut, weil es Herbstzeit war und stürmisch; er aber bestand darauf: »Laßt mich ziehen!«

»Wir« — sprechen sie — »haben auf den Sturmmesser geschaut: es wird Sturm geben, du kannst ertrinken: das ist ja nicht das, was bei euch der finnische Meerbusen ist, vielmehr ist da das wirkliche ‚festländische‘ Meer.«

»Dies ist alles einerlei« — antwortete er — »weshalb sterben — alles ist der Wille Gottes, ich aber wünsche möglichst rasch nach der Heimat zurückzukehren, weil ich mir sonst eine Art Geistesstörung holen kann.«

Man hielt ihn nicht mit Gewalt zurück: man fütterte ihn, belohnte ihn mit Geld, schenkte ihm zum Andenken eine goldene Uhr mit »Trepetir«, gegen die Frische des Meeres einen Friesmantel mit »Windkapuze« auf den Kopf. Sehr warm kleideten sie den Linkser und führten ihn auf das Schiff, das nach Rußland fuhr. Dort brachten sie den Linkser am besten Platz unter, wie einen wirklichen Herrn; er aber liebte es nicht, mit den übrigen Herrschaften in der Kajüte zu sitzen, und es war ihm peinlich. Er ging vielmehr auf das Deck, setzte sich unter das »Present« und fragte:

»Wo ist unser Rußland?«

Der Engländer, den er fragt, deutet ihm mit der Hand oder zeigt ihm mit dem Kopf, er aber wendet sich mit dem Gesicht dahin und schaut ungeduldig nach der heimatlichen Seite.

Als sie aus der Bucht ins »festländische« Meer kamen, da überkam ihn eine solche Sehnsucht nach Rußland, daß man ihn auf keine Weise beruhigen konnte. Die Wasserströmung war furchtbar, aber der Linkser geht immer nicht hinunter in die Kajüte — er sitzt unter dem ‚Present‘, hat die Kapuze vorgerückt und schaut nach dem Vaterland.

Oftmals kamen die Engländer, um ihn in den warmen Raum nach unten zu rufen, er aber, damit sie ihn nicht langweilen, begann sogar drauflos zu schimpfen.

»Nein« — antwortet er — »mir ist es besser hier draußen, sonst wird aus mir unter dem Dach von dem Schwanken noch ein Meerschweinchen werden.«

So ging er denn die ganze Zeit bis zu einem ganz besonderen Fall nicht hinunter, und dadurch gefiel er sehr einem Bootsmann, der zum Unglück unseres Linksers russisch zu sprechen verstand. Dieser Bootsmann konnte nicht genug darüber staunen, daß ein russischer Landmensch auch so alle Unwetter aushalte.

»Ein forscher Kerl« — spricht er — »der Russe. Laßt uns trinken!«

Der Linkser trank.

Der Bootsmann sagt:

»Noch!«

Der Linkser trank noch, und sie betranken sich.

Der Bootsmann fragt ihn auch:

»Was für ein Geheimnis bringst du von unserm Reich nach Rußland?«

Der Linkser antwortet: »Das ist meine Sache!«

»Aber wenn so« — antwortet der Bootsmann — »so laß uns eine englische Wette eingehen.«

Der Linkser fragt:

»Was für eine?«

»Eine solche: nichts allein zu trinken, vielmehr alles in gleicher Weise — was der eine, das unbedingt auch der andere, und wer den andern übertrinkt, der ist auch obenauf.«

Der Linkser denkt: »der Himmel bewölkt sich, denBauch treibt es auf — die Langeweile ist groß, der Weg ist lang, und die Heimat hinter der Welle nicht sichtbar — die Wette zu halten wird gleichwohl lustiger sein.«

»Schön« — spricht er — »es gilt!«

»Nur, daß es ehrlich zugehe!«

»Ja, schon darüber,« spricht er, »beunruhigt Euch nicht!«

Sie wurden einig und gaben einander die Hand.

Die Wette begann noch im »festländischen« Meere, und sie tranken bis zur Rigaschen Dünamünde, aber sie tranken immer gleich und gaben einer dem andern nicht nach, und bis dahin tat es einer dem andern gleich, daß, wenn der eine ins Meer blickte und sah, wie aus dem Wasser der Teufel hervorkriecht, sich sogleich auch dem andern ganz dasselbe offenbarte. Nur, daß der Bootsmann einen rothaarigen Teufel sieht, während der Linkser sagt, er sei dunkelhaarig, wie ein Mohr.

Der Linkser spricht:

»Bekreuze dich und drehe dich weg — das ist der Teufel aus der Meerestiefe.«

Der Engländer aber streitet:

»Das ist ein Taucher.«

»Willst du« — spricht er — »so will ich dich ins Meer schleudern, aber fürchte dich nur nicht, er wird dich mir sogleich zurückgeben.«

Der Linkser aber antwortet:

»Wenn das so ist, so wirf mich nur ins Wasser.«

Der Bootsmann nahm ihn auf den Rücken und trug ihn zum Bord.

Die Matrosen sahen dies, hielten sie an und teilten das dem Kapitän mit; der aber befahl, sie beide unten einzuschließen und ihnen Rum und Wein zu geben und kalte Speisen, damit sie essen und trinken und ihre Wette ausrichten könnten. Aber den heißen »Studing« ihnen brennend zu geben verbot er, damit bei ihnen im Innern der Spiritus sich nicht entzünden könne.

So brachten sie sie eingesperrt bis nach Petersburg, und jene Wette hatte keiner an den andern verloren, dort aber legte man sie auf gleiche Tragbahren und brachte den Engländer ins Gesandtenhaus auf dem »Englischen Quai«, den Linkser aber ins Polizeirevier.

Von da an begann ihr Schicksal sich gar sehr zu unterscheiden.

Als man den Engländer ins Gesandtenhaus gebracht hatte, rief man sogleich einen Arzt und einen Apotheker zu ihm. — Der Arzt befahl, ihn in seiner Gegenwart in eine warme Wanne zu setzen, der Apotheker aber drehte sogleich eine Guttaperchapille und steckte sie ihm in den Mund, darauf aber legten sie ihn beide zusammen auf ein Federbett, bedeckten ihn mit einem Pelz und ließen ihn schwitzen, damit ihn aber niemand störe, ward in der ganzen Gesandtschaft der Befehl gegeben, daß niemand zu niesen wage. Es warteten der Arzt und der Apotheker, bis der Bootsmann eingeschlafen war, und dann bereiteten sie ihm eine zweite Guttaperchapille, legten sie neben das Kopfende auf ein Tischchen und gingen hinaus.

Den Linkser dagegen legte man im Polizeihaus auf den Fußboden und man fragte ihn: Wer er ist, und von woher,und ob er einen Paß, oder ein anderes »Tugament« besitze?

Er aber war von der Krankheit, vom Trinken und vom langen Schwanken so schwach geworden, daß er kein Wort antwortet, vielmehr nur stöhnt.

Darauf suchten sie ihn sogleich aus, nahmen ihm sein Kleid ab, nahmen ihm auch die Trepetiruhr und das Geld, und ihn selber befahl der Polizeimeister in der ersten besten Droschke kostenlos ins Krankenhaus abzuliefern.

Der Schutzmann führte den Linkser hinaus, um ihn auf einen Schlitten zu setzen, lange konnte er aber keinen einzigen Kutscher festkriegen, weil sie alle vor dem Polizisten davonlaufen. Der Linkser aber lag diese ganze Zeit über auf dem kalten Boden der Auffahrt; alsdann erwischte der Schutzmann einen Fuhrmann, nur ohne die warme Pelzdecke, weil sie sie in solchem Falle unter sich zu verstecken pflegen, damit dem Polizisten möglichst rasch die Füße kalt werden sollen. Man fuhr den Linkser so, unbedeckt; wie sie ihn von einer Droschke auf die andere übersetzen, lassen sie ihn immer fallen, wenn sie ihn aber aufheben, dann reißen sie ihn an den Ohren, damit er zur Besinnung komme. Man brachte ihn in ein Krankenhaus, man nimmt ihn nicht an ohne Tugament; man bringt ihn in ein anderes — auch dort nimmt man ihn nicht auf, und so in ein drittes und in ein viertes — bis ganz zum Morgen schleppten sie ihn über alle entfernten Krummwege und setzten ihn immer so von einem Schlitten auf einen andern, daß er sich völlig zerschlug. Da sagte ein Unterarzt dem Schutzmann, man solle ihn in das Obuchowsche Armenkrankenhausbringen — wo man alle von unbekanntem Stande zum Sterben aufnimmt.

Dort befahl man eine Quittung zu geben, den Linkser aber bis zur Aufnahme auf den Boden im Korridor hinzulegen.

Der englische Bootsmann stand aber um diese selbe Zeit am andern Tage auf, verschluckte die andere Guttaperchapille, aß zum leichten Frühstück ein Huhn mit Reis, trank Schnaps und sprach:

»Wo ist mein russischer Kamerad? Ich werde ihn suchen gehen!«

Er zog sich an und lief davon.

Wunderbarerweise fand der Bootsmann sehr rasch den Linkser, man hatte ihn nur noch nicht ins Bett gelegt, er lag vielmehr im Korridor auf dem Fußboden und beklagte sich vor dem Engländer:

»Ich müßte« — spricht er — »unbedingt zwei Worte dem Kaiser sagen.«

Der Engländer lief zum Grafen Kleinmichel und machte Lärm.

»Kann man denn so! Wenn er auch einen Schafpelz trägt, so hat er doch eine Menschenseele.«

Den Engländer jagte man sogleich wegen dieser Bemerkung fort — damit er nur nicht wage, an die Menschenseele zu erinnern. Darauf aber sagte ihm irgend jemand:

»Geh’ du lieber zum Kosak Platow — er hat einfache Gefühle.«

Der Engländer traf Platow an, der jetzt wiederum aufder Kouschette lag. Platow hörte ihm zu und erinnerte sich des Linksers.

»Wie denn, Brüderchen« — spricht er — »ich bin sehr nahe mit ihm bekannt; ich habe ihn sogar an den Haaren gezogen; ich weiß nur nicht, wie ich ihm in einer so unglücklichen Lage helfen kann, weil ich schon ausgedient habe und völlige Entlassung erhielt. Jetzt achtet man nicht mehr auf mich. Du aber laufe möglichst rasch zum Kommandanten Skobelew, er ist in der Macht und gleichfalls auf diesem Gebiet erfahren — er wird irgend etwas tun.«

Der Bootsmann ging auch zu Skobelew und erzählte alles: was für eine Krankheit der Linkser hat und woher sie stammt. Skobelew spricht:

»Ich verstehe diese Krankheit, nur können sie die Deutschen nicht heilen, da braucht man vielmehr einen Arzt aus dem geistlichen Stande, weil die in diesen Sachen heranwachsen und zu helfen vermögen; ich werde sogleich den russischen Arzt Martyn-Solskij dahin schicken.«

Als aber Martyn-Solskij nur eben ankam, war der Linkser schon am Sterben, weil sein Nacken an der Eingangstreppe zerschlagen worden war. Und er vermochte nur eines vernehmlich zu sprechen:

»Sagt dem Kaiser, daß man bei den Engländern die Gewehre nicht mit Ziegel reinigt. Mögen sie auch bei uns sie nicht so reinigen, sonst, behüte Gott, sollte ein Krieg werden, so taugen sie nicht zum Schießen.«

Und mit dieser Wahrheit bekreuzte sich der Linkser und starb.

Martyn-Solskij ging sogleich, dies dem GrafenTschernyschow zu berichten, damit der es dem Kaiser hinterbringe. Graf Tschernyschow aber schrie ihn an:

»Wisse« — spricht er — »deine Brech- und Abführmittel, mische dich aber nicht in das, was nicht deine Sache ist — in Rußland gibt es dafür Generäle.«

Dem Kaiser hat man es so auch nicht gesagt, und diese Reinigung der Gewehre ward fortgesetzt bis zum Krimkriege. Als man damals die Gewehre lud, wackelten die Kugeln in ihnen hin und her, weil die Läufe mit Ziegel gereinigt waren. Da erinnerte Martyn-Solskij den Tschernyschow an den Linkser. Graf Tschernyschow aber spricht:

»Geh zum Teufel, ‚Plesirspitze‘, mische dich nicht in das, was nicht deine Sache ist, sonst werde ich ableugnen, daß ich von dir hierüber hörte — dann wirst du selber hereinfallen.«

Martyn-Solskij dachte nach: in der Tat wird er ableugnen, und so schwieg er auch.

Hätte man aber die Worte des Linksers zu seiner Zeit dem Kaiser hinterbracht, so hätte der Kampf mit dem Feinde in der Krim eine ganz andere Wendung genommen.

Heute ist dies alles schon — »Sache vergangener Zeiten« und »Überlieferung des Altertums«, wenn auch eines nicht weit zurückliegenden; es liegt indes keine Notwendigkeit vor, diese Überlieferungen rasch zu vergessen, ungeachtet des märchenhaften Zuschnitts der Legende und des epischen Charakters ihres Haupthelden. Der eigentliche Name des Linksers ging, gleichdem Namen vieler größter Genies, für immer für die Nachkommenschaft verloren; aber als durch die Volksphantasie verkörperte Mythe bleibt er interessant, und seine Taten können zur Erinnerung dienen an eine Epoche, deren allgemeiner Geist scharf und richtig erfaßt ward.

Solche Meister wie der sagenhafte Linkser gibt es jetzt, versteht sich, schon nicht mehr in Tula: die Maschinen glichen die Ungleichheit der Talente und Begabungen aus, und das Genie kommt nicht auf im Kampf gegen Fleiß und Genauigkeit. Die Maschinen sind indes zwar der Erhöhung des Arbeitslohnes günstig, nicht aber dem künstlerischen Wagemut, der freilich manchmal auch nicht Maß hielt, indem er die Volksphantasie zum Schaffen derartiger, heute märchenhafter Legenden begeisterte.

Die Arbeiter wissen natürlich die Vorteile zu schätzen, die ihnen durch die praktischen Vorrichtungen der mechanischen Wissenschaft geboten werden, an die frühere Zeit erinnern sie sich aber mit Stolz und Liebe. Das ist ihr Epos, und dabei mit einer sehr »menschlichen Seele«.

Seite 221.»Abolon von Polwedere« (statt Appolo von Belvedere) wörtlich »vom halben Eimer« (Schnapsmaß).Seite 224.»Chalva« dick eingekochter Zuckersyrup mit Zusatz von Nüssen.Seite 226.»Winzigschauer« für Mikroskop.Seite 230.Unter »Verwirrung« ist der Dekabristenaufstand gemeint.Seite 236.Das Bild »Der abendliche Klang« ist ein bekanntes Andachtsbild.Seite 244.»Tugament« gleich Dokument. (Eigentlich »Paß«).Seite 252.Graf »Kiselwrode« wörtlich »Fruchtbreiartig«, gemeint ist wohl Nesselrode.Seite 253.»Kleveton« gleich Feuilleton.Seite 255.»Jer« heißt ein unausgesprochener russischer Buchstabe, der die harte Aussprache einen Endkonsonanten bezeichnet. »Jerphiks« muß hier einen ähnlich klingenden englischen Schnaps bedeuten.Seite 262.Uhr mit »Trepetir« gleich Repetieruhr.Seite 262.»Present« soll heißen »Bresent«. Hier Winddach auf Deck.Seite 265.»Studing« gleich Puding.Seite 269.»Plesierspitze« gleich Klistierspitze.

Seite 221.»Abolon von Polwedere« (statt Appolo von Belvedere) wörtlich »vom halben Eimer« (Schnapsmaß).

Seite 224.»Chalva« dick eingekochter Zuckersyrup mit Zusatz von Nüssen.

Seite 226.»Winzigschauer« für Mikroskop.

Seite 230.Unter »Verwirrung« ist der Dekabristenaufstand gemeint.

Seite 236.Das Bild »Der abendliche Klang« ist ein bekanntes Andachtsbild.

Seite 244.»Tugament« gleich Dokument. (Eigentlich »Paß«).

Seite 252.Graf »Kiselwrode« wörtlich »Fruchtbreiartig«, gemeint ist wohl Nesselrode.

Seite 253.»Kleveton« gleich Feuilleton.

Seite 255.»Jer« heißt ein unausgesprochener russischer Buchstabe, der die harte Aussprache einen Endkonsonanten bezeichnet. »Jerphiks« muß hier einen ähnlich klingenden englischen Schnaps bedeuten.

Seite 262.Uhr mit »Trepetir« gleich Repetieruhr.

Seite 262.»Present« soll heißen »Bresent«. Hier Winddach auf Deck.

Seite 265.»Studing« gleich Puding.

Seite 269.»Plesierspitze« gleich Klistierspitze.

Hof-Buch- und -SteindruckereiDietsch & Brückner in Weimar

Anmerkungen zur TranskriptionIm Original g e s p e r r t hervorgehobener Text wurde in einemanderen Schriftstilmarkiert.Die folgenden Fehler wurden, teilweise unter Verwendung der russischen Originaltexte, wie hier aufgeführt korrigiert (vorher/nachher):... losreißenkonnnte. Es kam vor, daß der Bär, in den sich so ...... losreißenkonnte. Es kam vor, daß der Bär, in den sich so ...... Gabelmuskete dietötlicheKugel ab. ...... Gabelmuskete dietödlicheKugel ab. ...... Körperbau, so daß er eher einemrießengroßen Griffon ...... Körperbau, so daß er eher einemriesengroßen Griffon ...... Das war das Signal für den altenfränzösischenKammerdiener ...... Das war das Signal für den altenfranzösischenKammerdiener ...... der bevorstehenden Bärenjadals Reserveschützen einen ...... der bevorstehenden Bärenjagdals Reserveschützen einen ...... Nun begann man ihn mit Schneeballenzu bewerfen ...... Nun begann man ihn mit Schneebällenzu bewerfen ...... Vorhergehende undungewöhlichrührend war. ...... Vorhergehende undungewöhnlichrührend war. ...... undSgaranellmachte diese letztere Hypothese ...... undSganarellmachte diese letztere Hypothese ...... BeidejungeLeute waren gleich gewöhnlich und verdienen ...... BeidejungenLeute waren gleich gewöhnlich und verdienen ...... mit »AwgustMartwejitsch« anredete, seine Frage beantwortete: ...... mit »AwgustMatwejitsch« anredete, seine Frage beantwortete: ...... in Hemdärmeln da; dasselbe verlangtenSieaber auch ...... in Hemdärmeln da; dasselbe verlangtensieaber auch ...... Zuhörern zuschilden, wenn man auch selbst nicht mehr ...... Zuhörern zuschildern, wenn man auch selbst nicht mehr ...... Viele weinten, und derBurcheschluchzte laut ... Der ...... Viele weinten, und derBurscheschluchzte laut ... Der ......(Fehlende Überschrift)......XIII...... Der Schwiegervater und der Mann stehen in allerHergottsfrühe ...... Der Schwiegervater und der Mann stehen in allerHerrgottsfrühe ...(mehrfache Fälle)... »Soll ich dir nicht denSjergejherschicken?« fragte ...... »Soll ich dir nicht denSsergejherschicken?« fragte ...... Ich sehe jetztblosdarum so schlecht aus, weil mir nach ...... Ich sehe jetztbloßdarum so schlecht aus, weil mir nach ...... »Ach, du Böser!« antworteteKatarinaLwowna unter ...... »Ach, du Böser!« antworteteKaterinaLwowna unter ...... Der Wachtposten ging imKorriderauf und ab, blieb ...... Der Wachtposten ging imKorridorauf und ab, blieb ...... von seinerKuschette, warf die Pfeife fort und erschien ...... von seinerKouschette, warf die Pfeife fort und erschien ...... »Wir,« spricht er, »habenihmso hingelegt« — und er ...... »Wir,« spricht er, »habenihnso hingelegt« — und er ...

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