Fußnoten:[1]Vom 18. September 1895 bis zum 3. Juni 1900 (seinem Todestage) Oberführer und charakterisierter Major der Kaiserlichen Schutztruppe in Ostafrika.[2]Der graue Papagei heißt im Kiswahili „Kassuku“.[3]Der Dorfschulze trägt nämlich eine großartige, englische Husarenuniform.[4]Das ganz lange Gras, 3 evtl. 4m, kenne ich nur an der Ulanga-Niederung ingrößerenPartien.[5]Einige Monate später wurde er mit Speerstich verwundet und erlag bald darauf dem Würgengel Afrikas, der Malaria.[6]Auch dieser tapfere Offizier und liebenswürdige Kamerad nahm im Kolonialdienst ein tragisches Ende: am 5. Februar 1903 wurde er bei Marrua in Kamerun als Oberleutnant der Kaiserlichen Schutztruppe während einer Expedition ins Innere des Schutzgebietes, vor seinem Zelte sitzend, von einem Neger überfallen, der zwei vergiftete Pfeile auf ihn abschoß; der zweite Schuß traf in den rechten Oberschenkel; der Pfeil wurde zwar sofort entfernt, aber schon binnen fünfzehn Minuten erlag Graf Fugger der tödlichen Wirkung des Pfeilgiftes. Bis zu seinem letzten Atemzug bei vollem Bewußtsein, hat er noch an seine Braut geschrieben. Seine letzten Worte sind würdig, der Erinnerung erhalten zu werden: „Nehmt nicht Rache an diesen Schwarzen, sie wissen nicht, was sie taten. — —“ Man hat so vieles Schlechte von Afrika in die Welt posaunt, aber von solchem Adel der Gesinnung erfährt man nichts.[7]Kanzu = langes weißes Negerhemd.[8]Seitdem an Malaria gestorben.[9]Wenige Jahre später war dieser kleine Kreis stark gelichtet. Präfekt Maurus erlag in Medibira dem Fieber, was er sich wohl von der Küste mitgebracht hatte, zwei Schwestern fielen der Pest zum Opfer bei Ausübung ihrer barmherzigen Krankenpflege, und Schwester Gabriele, die mich mit großer Aufopferung gepflegt hatte, starb an Lungenentzündung.[10]Wurde, weil er treu zu uns hielt, bei dem Aufstand 1906 ermordet.[11]Ein halbes Jahr später raffte diesen hoffnungsvollen Offizier das perniziöse Fieber auf seinem Heimatsurlaub dahin.[12]Wurde bei Lupembe verwundet und verunglückte vor einem Jahre auf einer Elefantenjagd.[13]Durch die Freundlichkeit des Herrn Professor Dr. Velten, der sich um die Erforschung der Eigenart unserer Neger so hoch verdient gemacht hat, erhielt ich dies Gedicht. Es wurde wohl 1894 nach dem Wahehezug des Gouverneurs Exz. v. Schele gedichtet, als mein Mann seinen ersten Urlaub nach 5jährigem Aufenthalt in Afrika antrat.
Fußnoten:[1]Vom 18. September 1895 bis zum 3. Juni 1900 (seinem Todestage) Oberführer und charakterisierter Major der Kaiserlichen Schutztruppe in Ostafrika.[2]Der graue Papagei heißt im Kiswahili „Kassuku“.[3]Der Dorfschulze trägt nämlich eine großartige, englische Husarenuniform.[4]Das ganz lange Gras, 3 evtl. 4m, kenne ich nur an der Ulanga-Niederung ingrößerenPartien.[5]Einige Monate später wurde er mit Speerstich verwundet und erlag bald darauf dem Würgengel Afrikas, der Malaria.[6]Auch dieser tapfere Offizier und liebenswürdige Kamerad nahm im Kolonialdienst ein tragisches Ende: am 5. Februar 1903 wurde er bei Marrua in Kamerun als Oberleutnant der Kaiserlichen Schutztruppe während einer Expedition ins Innere des Schutzgebietes, vor seinem Zelte sitzend, von einem Neger überfallen, der zwei vergiftete Pfeile auf ihn abschoß; der zweite Schuß traf in den rechten Oberschenkel; der Pfeil wurde zwar sofort entfernt, aber schon binnen fünfzehn Minuten erlag Graf Fugger der tödlichen Wirkung des Pfeilgiftes. Bis zu seinem letzten Atemzug bei vollem Bewußtsein, hat er noch an seine Braut geschrieben. Seine letzten Worte sind würdig, der Erinnerung erhalten zu werden: „Nehmt nicht Rache an diesen Schwarzen, sie wissen nicht, was sie taten. — —“ Man hat so vieles Schlechte von Afrika in die Welt posaunt, aber von solchem Adel der Gesinnung erfährt man nichts.[7]Kanzu = langes weißes Negerhemd.[8]Seitdem an Malaria gestorben.[9]Wenige Jahre später war dieser kleine Kreis stark gelichtet. Präfekt Maurus erlag in Medibira dem Fieber, was er sich wohl von der Küste mitgebracht hatte, zwei Schwestern fielen der Pest zum Opfer bei Ausübung ihrer barmherzigen Krankenpflege, und Schwester Gabriele, die mich mit großer Aufopferung gepflegt hatte, starb an Lungenentzündung.[10]Wurde, weil er treu zu uns hielt, bei dem Aufstand 1906 ermordet.[11]Ein halbes Jahr später raffte diesen hoffnungsvollen Offizier das perniziöse Fieber auf seinem Heimatsurlaub dahin.[12]Wurde bei Lupembe verwundet und verunglückte vor einem Jahre auf einer Elefantenjagd.[13]Durch die Freundlichkeit des Herrn Professor Dr. Velten, der sich um die Erforschung der Eigenart unserer Neger so hoch verdient gemacht hat, erhielt ich dies Gedicht. Es wurde wohl 1894 nach dem Wahehezug des Gouverneurs Exz. v. Schele gedichtet, als mein Mann seinen ersten Urlaub nach 5jährigem Aufenthalt in Afrika antrat.
Fußnoten:
[1]Vom 18. September 1895 bis zum 3. Juni 1900 (seinem Todestage) Oberführer und charakterisierter Major der Kaiserlichen Schutztruppe in Ostafrika.
[1]Vom 18. September 1895 bis zum 3. Juni 1900 (seinem Todestage) Oberführer und charakterisierter Major der Kaiserlichen Schutztruppe in Ostafrika.
[2]Der graue Papagei heißt im Kiswahili „Kassuku“.
[2]Der graue Papagei heißt im Kiswahili „Kassuku“.
[3]Der Dorfschulze trägt nämlich eine großartige, englische Husarenuniform.
[3]Der Dorfschulze trägt nämlich eine großartige, englische Husarenuniform.
[4]Das ganz lange Gras, 3 evtl. 4m, kenne ich nur an der Ulanga-Niederung ingrößerenPartien.
[4]Das ganz lange Gras, 3 evtl. 4m, kenne ich nur an der Ulanga-Niederung ingrößerenPartien.
[5]Einige Monate später wurde er mit Speerstich verwundet und erlag bald darauf dem Würgengel Afrikas, der Malaria.
[5]Einige Monate später wurde er mit Speerstich verwundet und erlag bald darauf dem Würgengel Afrikas, der Malaria.
[6]Auch dieser tapfere Offizier und liebenswürdige Kamerad nahm im Kolonialdienst ein tragisches Ende: am 5. Februar 1903 wurde er bei Marrua in Kamerun als Oberleutnant der Kaiserlichen Schutztruppe während einer Expedition ins Innere des Schutzgebietes, vor seinem Zelte sitzend, von einem Neger überfallen, der zwei vergiftete Pfeile auf ihn abschoß; der zweite Schuß traf in den rechten Oberschenkel; der Pfeil wurde zwar sofort entfernt, aber schon binnen fünfzehn Minuten erlag Graf Fugger der tödlichen Wirkung des Pfeilgiftes. Bis zu seinem letzten Atemzug bei vollem Bewußtsein, hat er noch an seine Braut geschrieben. Seine letzten Worte sind würdig, der Erinnerung erhalten zu werden: „Nehmt nicht Rache an diesen Schwarzen, sie wissen nicht, was sie taten. — —“ Man hat so vieles Schlechte von Afrika in die Welt posaunt, aber von solchem Adel der Gesinnung erfährt man nichts.
[6]Auch dieser tapfere Offizier und liebenswürdige Kamerad nahm im Kolonialdienst ein tragisches Ende: am 5. Februar 1903 wurde er bei Marrua in Kamerun als Oberleutnant der Kaiserlichen Schutztruppe während einer Expedition ins Innere des Schutzgebietes, vor seinem Zelte sitzend, von einem Neger überfallen, der zwei vergiftete Pfeile auf ihn abschoß; der zweite Schuß traf in den rechten Oberschenkel; der Pfeil wurde zwar sofort entfernt, aber schon binnen fünfzehn Minuten erlag Graf Fugger der tödlichen Wirkung des Pfeilgiftes. Bis zu seinem letzten Atemzug bei vollem Bewußtsein, hat er noch an seine Braut geschrieben. Seine letzten Worte sind würdig, der Erinnerung erhalten zu werden: „Nehmt nicht Rache an diesen Schwarzen, sie wissen nicht, was sie taten. — —“ Man hat so vieles Schlechte von Afrika in die Welt posaunt, aber von solchem Adel der Gesinnung erfährt man nichts.
[7]Kanzu = langes weißes Negerhemd.
[7]Kanzu = langes weißes Negerhemd.
[8]Seitdem an Malaria gestorben.
[8]Seitdem an Malaria gestorben.
[9]Wenige Jahre später war dieser kleine Kreis stark gelichtet. Präfekt Maurus erlag in Medibira dem Fieber, was er sich wohl von der Küste mitgebracht hatte, zwei Schwestern fielen der Pest zum Opfer bei Ausübung ihrer barmherzigen Krankenpflege, und Schwester Gabriele, die mich mit großer Aufopferung gepflegt hatte, starb an Lungenentzündung.
[9]Wenige Jahre später war dieser kleine Kreis stark gelichtet. Präfekt Maurus erlag in Medibira dem Fieber, was er sich wohl von der Küste mitgebracht hatte, zwei Schwestern fielen der Pest zum Opfer bei Ausübung ihrer barmherzigen Krankenpflege, und Schwester Gabriele, die mich mit großer Aufopferung gepflegt hatte, starb an Lungenentzündung.
[10]Wurde, weil er treu zu uns hielt, bei dem Aufstand 1906 ermordet.
[10]Wurde, weil er treu zu uns hielt, bei dem Aufstand 1906 ermordet.
[11]Ein halbes Jahr später raffte diesen hoffnungsvollen Offizier das perniziöse Fieber auf seinem Heimatsurlaub dahin.
[11]Ein halbes Jahr später raffte diesen hoffnungsvollen Offizier das perniziöse Fieber auf seinem Heimatsurlaub dahin.
[12]Wurde bei Lupembe verwundet und verunglückte vor einem Jahre auf einer Elefantenjagd.
[12]Wurde bei Lupembe verwundet und verunglückte vor einem Jahre auf einer Elefantenjagd.
[13]Durch die Freundlichkeit des Herrn Professor Dr. Velten, der sich um die Erforschung der Eigenart unserer Neger so hoch verdient gemacht hat, erhielt ich dies Gedicht. Es wurde wohl 1894 nach dem Wahehezug des Gouverneurs Exz. v. Schele gedichtet, als mein Mann seinen ersten Urlaub nach 5jährigem Aufenthalt in Afrika antrat.
[13]Durch die Freundlichkeit des Herrn Professor Dr. Velten, der sich um die Erforschung der Eigenart unserer Neger so hoch verdient gemacht hat, erhielt ich dies Gedicht. Es wurde wohl 1894 nach dem Wahehezug des Gouverneurs Exz. v. Schele gedichtet, als mein Mann seinen ersten Urlaub nach 5jährigem Aufenthalt in Afrika antrat.