Elftes KapitelKrisis
Die bisherige Schilderung des Entwickelungsganges der A. E. G. seit der Überwindung der Krisis des Jahres 1887 wird bei dem Leser den Eindruck einer unaufhaltsamen, im Innern von mächtiger, manchmal ungestümer Triebkraft bewegten, von den äußeren Verhältnissen im großen und ganzen begünstigten Vorwärts- und Aufwärtsbewegung gemacht haben. Dieser Eindruck war auch vom Verfasser gewollt, denn er gibt ein richtiges Spiegelbild von dem inneren Schwung und dem Tempo, die Rathenaus Persönlichkeit wie das von seinem Geist geschaffene und erfüllte Werk stets, doch vielleicht nie so feurig beflügelten wie in jenem Zeitraum. Es waren die Jahre, in denen die Persönlichkeit sich am reichsten und freiesten entfaltete, in denen die Schöpfung den Ausdruck der Persönlichkeit und der Eigenart des Schöpfers annahm, in denen sie die bestimmenden Formen ihres Charakters, ihrer äußeren und inneren Gestalt, kurz ihres Entwickelungsgesetzes fand. Der Besitz der A. E. G. ist in späteren Perioden vielleicht noch stärker gemehrt worden, die Expansion noch vielgestaltiger fortgeschritten. Das geschah aber dann zum Teil infolge der automatisch nach Erweiterung drängenden Schwerkraft des kernhaft gewordenen Unternehmens, nicht mehr so sehr durch höchstpersönliche Leistung am werdenden Werk. Die Entwickelungnach 1902hätte man sich zur Not auch ohne Emil Rathenau vorstellen können, dievor 1900aber keinesfalls. Alle Keime begannen in dieser schöpferischen Periode bereits aufzugehen, alle Möglichkeiten traten bereits in den Kreis des Unternehmens, alle Fundamente wurden gefestigt und alle Grenzen fingen an, sich abzuzeichnen. Die Ideen traten hervor, ohne sich allerdings bereits ganz zu erfüllen, oder gar zu erschöpfen. Aber das Werk ließ bereits die Umrisse erkennen, das Wesenhafte an Rathenaus Art und Leistung hatte sich ausgeprägt. Seine Art der Industriepolitik, der Unternehmerpolitik, der Finanzpolitik und der Sozialpolitik ist grundsätzlich hier bereits festgelegt. Was dann noch kam, war gewiß keineswegs bloße Wiederholung oder nur Anwendung und Ausbau im Quantitativen, keineswegs nur das Abrollen und Anschwellen einer im Lauf befindlichen Lawine, aber es war doch das Fortschreiten auf dem bereits gebahnten und gerichteten Wege. Die Verfeinerungsarbeit, die nun folgte, die eine naturgemäß im Expansionsgange liegende Häufung der Mengen und Mittel vor einer Ausartung ins Nichts-als-Kolossale bewahren, und darum einer ganz besonders eindringlichen inneren Verarbeitung unterziehen mußte, warf tagtäglich neue Probleme auf, erforderte ständig eine Verjüngung und Erneuerung der Methoden. Sie stellte an die Individualität immer frische geistige Anforderungen, damit die Gefahr der Schematisierung und Mechanisierung vermieden wurde, die eine unbeherrscht so stark anschwellende Masse schließlich starr und unproduktiv gemacht hätte. Eine Organisation, die nur vergrößert, nicht stets kontrolliert und erneuert wird, muß schließlich zur Bürokratie werden und leidet unter ihrem eigenen Gewicht. Dies im zunehmenden Tagesdrang der kleinen und großen Geschäfte vermieden, daneben jedoch neuen Problemen frisches Augenmaß gegeben zu haben, bleibt die geistige Leistung der nachfolgenden Schaffensperiode Rathenaus.
Das große Bild jener Grundlegung in den Entwickelungsjahren bis 1900 durfte nicht durch zu starkes Betonen der Retardations- und Rückschlagsmomente, der Nebenwirkungen, Auswüchse, der richtigen und falschen Nachahmungen beschwert und beunruhigt werden, wenn es voll wirken sollte. An solchen Zügen hat es natürlich auch in jenen Zeiten des Aufschwungs nicht gefehlt, weder innerhalb, noch außerhalb des A. E. G.-Kreises. Auf sie ist gelegentlich auch bereits hingewiesen worden, so besonders auf die langsame, kühle Verwirklichung mancher heiß und kühn konzipierten technischen und wirtschaftlichen Erkenntnisse, auf den Überschwang mancher Projekte und die falsche Abschätzung mancher Dimensionen, schließlich auch auf die falsche, mißverstandene Anwendung mancher Methoden durch dritte. Wir haben gesehen, daß in der vergangenen Epoche die Führung und Tonangabe, wenn auch nicht in der elektrischen Industrie,so doch in ihrer Fortentwickelungstendenz von der Firma Siemens & Halske auf die A. E. G. übergegangen war. Ihre Schwungkraft, ihr Expansionswille und die Art seiner Betätigung gaben der ganzen Industrie die bestimmende Note. Auf ihrem Fluge war sie bald von einem ganzen Schwarm von Mitläufern umringt, die ihr Tempo mitzuhalten, wenn gar noch zu übertreffen versuchten. Überspannung, heftiger Konkurrenzkampf, der noch durch die Energie und Eifersucht, mit der sich die früher allein herrschende Firma Siemens & Halske aus ihrem bereits etwas satt gewordenen Entwickelungstemperament heraus zur Wehr setzte, gesteigert und vertieft wurde, gaben schon in den letzten Jahren des zu Ende gehenden neunzehnten Jahrhunderts den Verhältnissen in der Elektrizitätsindustrie immer stärker das Gepräge. Überproduktion und Preisrückgänge waren die Folgen. Sie traten umso schärfer in Erscheinung, als die großen Anregungen der Elektrizitätsbewegung, die von der Konstruktion der Dynamomaschine, der Erfindung des Bogen- und Glühlichts ihren Ausgang genommen und ihre Kraft zwei Jahrzehnte hindurch in ständig anschwellendem Strom betätigt hatten, ihren Höhepunkt überschritten zu haben und in die Periode des Auslaufs zu kommen schienen, ohne daß zunächst neue motorische Kräfte an ihre Stelle traten. Die Krise kündigte sich durch mehr als ein Zeichen an, und es kam jetzt darauf an, ob alle Unternehmungen der Industrie ebenso wie die A. E. G. trotz des Sturmschritts des letzten Jahrzehnts ausreichende Sicherheitsventile gegen die Wucht plötzlichen Überdrucks, innere Kraftausgleichsquellen gegen Rückschläge geschaffen hatten.
Von Emil Rathenau war mit der Wahrscheinlichkeit, ja Notwendigkeit eines Rückschlages immer gerechnet worden. Trotz allem Optimismus für die große Zukunft und die unverwüstliche Lebenskraft der elektrischen Idee überließ sich seine praktische Arbeit nie unbeherrscht diesem felsenfesten Vertrauen in den Enderfolg, sondern sie wurde auf Schritt und Tritt von dem latenten Pessimismus überwacht, der die Durchführung dieser Idee gegen alle nur denkbare Zufälle und Mißhelligkeiten nicht genug versichern konnte. „Ich traue auf meinen Stern, also brauche ich mich nicht vorzusehen,“ diese beliebte Devise der Optimisten war Rathenau ganz und gar fremd. Bereits in den letzten Jahren des zu Ende gehenden Jahrhunderts hat Rathenau die Krisis nahen gefühlt, während die Konkurrenz sich noch mit ungeminderter Leidenschaft dem Gründungstaumel hingab.Ganz besonders auf dem scharf umstrittenen Gebiete des elektrischen Straßenbahnbaus legte sich die A. E. G. sichtbare Zurückhaltung auf. Dem Handelsredakteur eines großen süddeutschen Blattes vertraute Emil Rathenau bereits längere Zeit vor Ausbruch der Krisis seine Befürchtungen an. „Flaumacherei, Baissemanöver, Neid gegenüber der ihn überflügelnden Konkurrenz“ wurden Rathenau damals von anderen Elektrizitätsfachleuten in der Presse vorgeworfen, als seine Äußerungen an die Öffentlichkeit gelangten. In den offiziellen Kundgebungen der A. E. G. wird zum ersten Male im Geschäftsbericht für das Jahr 1898/99 das Nahen der Krisis angedeutet, nachdem bereits in der oben wiedergegebenen Generalversammlungsrede im Jahre 1898 gelegentlich des Erwerbes der Elektrobank-Aktien auf die ungesunden Gründungen in der Elektrizitätsindustrie, und auf die Wahrscheinlichkeit eines früher oder später eintretenden Rückschlags hingewiesen worden war. Die Gesellschaft spricht im Jahre 1898/99 von eventuell bevorstehenden schlechteren Zeiten und einer für die Elektrizitätsindustrie drohenden Überproduktion. Im Bericht für das Jahr 1899/1900 wird schon ein deutlicheres Warnungssignal gegeben. Nachdem konstatiert worden ist, daß die Geschäftslage noch günstig sei, daß die Summe der auf das laufende Jahr übertragenen Aufträge den Umsatz des abgelaufenen Jahres wesentlich übersteige und die Gesellschaft auch im neuen Jahre mit lohnenden Arbeiten bisher reichlich versehen worden sei, heißt es: „Ungeachtet dessen mahnt die schwindende Zuversicht in den Fortbestand der industriellen Hochkonjunktur zu verstärkter Vorsicht bei Aufnahme neuer Geschäfte, die zu ihrer Entwickelung erfahrungsgemäß einer Reihe von Jahren bedürfen.“ — Weiter unten wird aber schon die tröstliche Versicherung gegeben: „Gegen die Nachteile einer etwaigen Überproduktion im Lande hoffen wir, durch die Einrichtungen unserer Fabriken und deren Bewertung uns wirksam schützen zu können.“ In der Generalversammlung vom 6. Dezember des Jahres 1900 unterstrich Rathenau diese Mitteilungen noch, indem er ausführte, es könne niemand leugnen, daß die Konjunktur ihren Höhepunkt überschritten habe. Vorläufig sei allerdings der Rückgang noch mäßig. Als einer der Gründe für den Rückschlag wurde angegeben, daß zu viele neue Unternehmungen gegründet seien. Am frühesten zeigten sich Spuren der beginnenden Stauung denn auch imUnternehmergeschäft. Der Geschäftsbericht der Bank für elektrischeUnternehmungen für das Jahr 1899/1900 geht diesen Spuren nach und schildert sie folgendermaßen, zugleich zeigend, daß die Trustorganisation für das Unternehmergeschäft nach Versagen des Kapitalmarktes genau so funktioniere und wirke, wie das von Emil Rathenau gedacht worden war:
„Die nicht unerhebliche Steigerung der Preise fast sämtlicher, für die elektrische Industrie in Betracht fallender Rohprodukte und die daraus sich ergebende Preiserhöhung der Fabrikate, hat glücklicherweise den Umfang der geschäftlichen Tätigkeit der großen Elektrizitätsgesellschaften bisher nicht beeinträchtigt. Im Gegenteil wird von vielen Seiten während des ganzen Berichtsjahres eine erfreuliche Andauer der Beschäftigung und eine Steigerung der Umsätze gemeldet, welche häufig sogar den Gewinn-Ausfall auszugleichen vermocht hat, der dadurch entstand, daß die Preise der Fabrikate nicht im gleichen Verhältnis hinaufgesetzt werden konnten, wie die Preise der Rohstoffe und Hilfsmaterialien für die Konstruktion der elektrotechnischen Produkte sich steigerten.Diese Preissteigerung der Rohstoffe und Hilfsmaterialien hat sich aber, mehr noch als beim Bau, beim Betrieb der elektrotechnischen Maschinen und Anlagen fühlbar gemacht. Man denke nur an die sehr erhebliche Erhöhung der Selbstkosten des elektrischen Stromes, wie sie sich für diejenigen Zentralen, die auf Dampfkraft angewiesen sind, aus der Preissteigerung der Kohle um rund 50% ergeben mußten. Eine Reihe von diesen Anlagen ist dadurch in ihrer finanziellen Entwickelung im abgelaufenen Jahr gehemmt worden, und da infolgedessen den großen Elektrizitätsgesellschaften die definitive Abstoßung ihrer finanziellen Beteiligungen an von ihnen ins Leben gerufenen Unternehmungen nicht erleichtert worden ist, so hat sich in neuester Zeit eine gewisse Zurückhaltung in der Übernahme von Aufträgen, mit welchen finanzielle Leistungen seitens der Unternehmerfirmen verknüpft sind, geltend gemacht. Daß die großen Gesellschaften diesen Standpunkt, jedenfalls nicht zum Nachteil des eigentlichen legitimen Unternehmer- und Fabrikations-Geschäftes, einnehmen können, erleichtert und ermöglicht ihnen gerade der erfreuliche Umstand, daß sie bis jetzt auch ohnedies auf allen Gebieten vollauf und zu lohnenden Preisen beschäftigt zu sein scheinen.Unter solchen Umständen finden Banken, welche, wie die unsrige, sich speziell mit der Übernahme und Durchführung von Finanzgeschäften auf elektrotechnischem Gebiet abgeben, Gelegenheit genug, sich zu betätigen, und es hat der Umfang unserer Geschäftsverbindungen und die Anlage unserer Betriebsmittel in Beteiligungen aller Art bei elektrotechnischen Unternehmungen auch im abgelaufenen Jahr wieder zugenommen. Immerhin genügten hierfür die von uns schon früher beschafften Mittel, während wir von der Begebung weiterer Obligationen unserer Bank bei der im ganzen ungünstigen Disposition des Geldmarktes glaubten absehen zu sollen.“
„Die nicht unerhebliche Steigerung der Preise fast sämtlicher, für die elektrische Industrie in Betracht fallender Rohprodukte und die daraus sich ergebende Preiserhöhung der Fabrikate, hat glücklicherweise den Umfang der geschäftlichen Tätigkeit der großen Elektrizitätsgesellschaften bisher nicht beeinträchtigt. Im Gegenteil wird von vielen Seiten während des ganzen Berichtsjahres eine erfreuliche Andauer der Beschäftigung und eine Steigerung der Umsätze gemeldet, welche häufig sogar den Gewinn-Ausfall auszugleichen vermocht hat, der dadurch entstand, daß die Preise der Fabrikate nicht im gleichen Verhältnis hinaufgesetzt werden konnten, wie die Preise der Rohstoffe und Hilfsmaterialien für die Konstruktion der elektrotechnischen Produkte sich steigerten.
Diese Preissteigerung der Rohstoffe und Hilfsmaterialien hat sich aber, mehr noch als beim Bau, beim Betrieb der elektrotechnischen Maschinen und Anlagen fühlbar gemacht. Man denke nur an die sehr erhebliche Erhöhung der Selbstkosten des elektrischen Stromes, wie sie sich für diejenigen Zentralen, die auf Dampfkraft angewiesen sind, aus der Preissteigerung der Kohle um rund 50% ergeben mußten. Eine Reihe von diesen Anlagen ist dadurch in ihrer finanziellen Entwickelung im abgelaufenen Jahr gehemmt worden, und da infolgedessen den großen Elektrizitätsgesellschaften die definitive Abstoßung ihrer finanziellen Beteiligungen an von ihnen ins Leben gerufenen Unternehmungen nicht erleichtert worden ist, so hat sich in neuester Zeit eine gewisse Zurückhaltung in der Übernahme von Aufträgen, mit welchen finanzielle Leistungen seitens der Unternehmerfirmen verknüpft sind, geltend gemacht. Daß die großen Gesellschaften diesen Standpunkt, jedenfalls nicht zum Nachteil des eigentlichen legitimen Unternehmer- und Fabrikations-Geschäftes, einnehmen können, erleichtert und ermöglicht ihnen gerade der erfreuliche Umstand, daß sie bis jetzt auch ohnedies auf allen Gebieten vollauf und zu lohnenden Preisen beschäftigt zu sein scheinen.
Unter solchen Umständen finden Banken, welche, wie die unsrige, sich speziell mit der Übernahme und Durchführung von Finanzgeschäften auf elektrotechnischem Gebiet abgeben, Gelegenheit genug, sich zu betätigen, und es hat der Umfang unserer Geschäftsverbindungen und die Anlage unserer Betriebsmittel in Beteiligungen aller Art bei elektrotechnischen Unternehmungen auch im abgelaufenen Jahr wieder zugenommen. Immerhin genügten hierfür die von uns schon früher beschafften Mittel, während wir von der Begebung weiterer Obligationen unserer Bank bei der im ganzen ungünstigen Disposition des Geldmarktes glaubten absehen zu sollen.“
Nichtsdestoweniger wird für das Jahr 1899/1900 bei der A. E. G. noch die unverminderte Dividende von 15% ausgeschüttet. Das folgende Jahr bringt einen Rückgang auf 12%, wobei allerdings zu berücksichtigen ist, daß diesmal 13 Millionen Mark junge Aktien, die im Vorjahre nur die Hälfte der Dividende erhielten, voll daran teilnehmen. So wird noch immer eine Dividendensumme von 7,2 Millionen Mark gegen 8025000 Mark im Vorjahre herausgewirtschaftet. Der Niedergang kann nun von niemandem mehr geleugnet werden. Die starken wohlfundierten Unternehmungen halten den Stoß bewunderungswürdig gut aus, aber in dem leichten Gebälk der schwächer gezimmerten Gesellschaften kracht und knirscht es bereits. Der Geschäftsbericht des Jahres 1900/1901 setzt sofort mit Krisenstimmung ein. „Fast zwei Jahrzehnte lang hat die elektrotechnische Industrie immer neue lohnende Aufgaben gefunden und sich einer stetigen Entwickelung erfreut; die bekannten Vorgänge in unserem Wirtschaftsleben mußten eine vorläufige Unterbrechung dieser Bewegung mit Notwendigkeit herbeiführen. Auf die Anzeichen drohender Überproduktion und ungesunder Übertreibung haben wir in den letzten Jahren oftmals hingewiesen. Wie schmerzlich auch der scharfe Rückgang in der Konjunktur empfunden wird und wie berechtigt die Klagen über Schäden und Einbußen sind: der auf Vervollkommnung der Arbeitsmethoden bedachte Fabrikant und Techniker wird zugeben, daß nur normal beschäftigte Werkstätten Zeit und Muße zu Verbesserungen und Verbilligungen finden, während die zwei- und dreifachen Schichten, wie sie jahrelang zur Notwendigkeit geworden waren, Ausgestaltungen und Neuerungen der Fabrikationsmethoden erschwerten.“ — Von Resignation oder Waffenstreckung also trotz der Enttäuschungen und Rückschläge keine Spur. Auch hier der feste Wille, sich von Mißhelligkeiten nicht unterkriegen zu lassen und sogar aus ihnen noch Vorteil für die Zukunft zu ziehen. ZurVerzweiflung lag allerdings bei der A. E. G. auch noch kein Anlaß vor: „Wir konnten annähernd den gleichen Umsatz wie im Vorjahre abrechnen und waren in den meisten Abteilungen unseres Geschäftsbetriebes und der Fabrikation befriedigend beschäftigt; neuen Unternehmungen gegenüber legen wir uns aber große Beschränkungen auf.“ — Auch die Aussichten werden nicht als direkt ungünstig geschildert, wenigstens was die Arbeitsquantitätanlangt: „Nach den ultimo September gemachten Aufstellungen erreichen die fakturierten Umsätze nahezu die der gleichen Periode des Vorjahres, ebenso die vorliegenden Aufträge, soweit Bahnunternehmungen und Bestellungen für die Berliner Elektrizitätswerke, deren Bautätigkeit einstweilen zum Abschluß gelangt ist, nicht in Betracht kommen.“ Nun aber kommt der wunde Punkt:
„Diese Ziffern wären unter den gegenwärtigen Zeitverhältnissen befriedigend, wenn die Akquisitionstätigkeit der Konkurrenz, welche ohne Rücksicht auf Herstellungskosten um jeden Auftrag kämpft, nicht zu andauerndem Rückgang der Preise führte. Da unter diesen Umständen ein Urteil über die zukünftige Gestaltung des wirtschaftlichen Lebens schwer zu gewinnen ist, müssen wir damit rechnen, daß ein Aufschwung gleich dem der letzten Jahre, dem die Elektrotechnik ihre Größe verdankt, sich nicht sogleich erneuern werde. Vielfach haben Unternehmungen, welche in der Hochflut der Konjunktur ohne innere Notwendigkeit entstanden und mit ungenügender Sachkenntnis geleitet waren, das Vertrauen in die Ergiebigkeit unserer Industrie erschüttert. Es wird die Aufgabe der auf solider Grundlage errichteten und mit Umsicht und Verständnis geleiteten Werke sein, dieses Vertrauen wieder herzustellen. Aber hierdurch allein wird die Schwierigkeit der Lage, die teilweise auf notorischer Überproduktion der Fabriken beruht, nicht beseitigt. Die mißlichen Verhältnisse werden schwinden, und die deutsche Elektrotechnik wird ihre Macht und Bedeutung, welche sie im Wettbewerbe der Nationen in Chicago und Paris gezeigt hat, erfolgreich auf dem Weltmarkt betätigen, wenn neue Handelsverträge, wie wir hoffen, unseren Waren die Märkte befreundeter Nationen offen halten, und wenn die kräftigeren Unternehmungen durch zweckmäßige Organisation und rationelle Arbeitsteilung die Versuchs-, Fabrikations- und Verkaufsspesen auf das geringste Maß herabmindern. Im eigenen Interesse, wie in dem der elektrotechnischen Industrie ist deshalb unser Bestreben darauf gerichtet, in dem angedeuteten Sinne zu wirken, und wir halten uns die Initiative hierfür zu ergreifen für berechtigt, weil die innere und äußere Lage unserer Gesellschaft die Vermutung ausschließen sollte, daß sie auf das Zustandekommen derartiger Projekte angewiesen ist.“
„Diese Ziffern wären unter den gegenwärtigen Zeitverhältnissen befriedigend, wenn die Akquisitionstätigkeit der Konkurrenz, welche ohne Rücksicht auf Herstellungskosten um jeden Auftrag kämpft, nicht zu andauerndem Rückgang der Preise führte. Da unter diesen Umständen ein Urteil über die zukünftige Gestaltung des wirtschaftlichen Lebens schwer zu gewinnen ist, müssen wir damit rechnen, daß ein Aufschwung gleich dem der letzten Jahre, dem die Elektrotechnik ihre Größe verdankt, sich nicht sogleich erneuern werde. Vielfach haben Unternehmungen, welche in der Hochflut der Konjunktur ohne innere Notwendigkeit entstanden und mit ungenügender Sachkenntnis geleitet waren, das Vertrauen in die Ergiebigkeit unserer Industrie erschüttert. Es wird die Aufgabe der auf solider Grundlage errichteten und mit Umsicht und Verständnis geleiteten Werke sein, dieses Vertrauen wieder herzustellen. Aber hierdurch allein wird die Schwierigkeit der Lage, die teilweise auf notorischer Überproduktion der Fabriken beruht, nicht beseitigt. Die mißlichen Verhältnisse werden schwinden, und die deutsche Elektrotechnik wird ihre Macht und Bedeutung, welche sie im Wettbewerbe der Nationen in Chicago und Paris gezeigt hat, erfolgreich auf dem Weltmarkt betätigen, wenn neue Handelsverträge, wie wir hoffen, unseren Waren die Märkte befreundeter Nationen offen halten, und wenn die kräftigeren Unternehmungen durch zweckmäßige Organisation und rationelle Arbeitsteilung die Versuchs-, Fabrikations- und Verkaufsspesen auf das geringste Maß herabmindern. Im eigenen Interesse, wie in dem der elektrotechnischen Industrie ist deshalb unser Bestreben darauf gerichtet, in dem angedeuteten Sinne zu wirken, und wir halten uns die Initiative hierfür zu ergreifen für berechtigt, weil die innere und äußere Lage unserer Gesellschaft die Vermutung ausschließen sollte, daß sie auf das Zustandekommen derartiger Projekte angewiesen ist.“
Noch weiter werden die hier angedeuteten Gesichtspunkte betreffend die ruinöse Konkurrenz und das Mißtrauen des Kapitals, von dem gerade die Elektrizitätsindustrie in den letzten Jahren außerordentlich verwöhnt worden war, ausgesponnen und daneben noch andere negative Momente, so die langsame Verwirklichung der von der Elektrizitätsindustrie mit Ungeduld erwarteten Elektrisierung der Vollbahnstrecken, in dem Geschäftsbericht der Elektrobank für das Jahr 1900/01 geschildert:
„Die von kompetenten Fachleuten schon vor geraumer Zeit gemachte und geäußerte, anfänglich aber vielfach bestrittene Wahrnehmung, daß die Konjunktur in der elektrischen Industrie für einmal ihren Höhepunkt erreicht habe, hat durch den Geschäftsgang in dem Zeitraum, über welchen wir Bericht und Rechnung zu erstatten haben, eine Bestätigung gefunden, welche an der Richtigkeit dieser Tatsache heute wohl niemanden mehr zweifeln läßt. Zwar sind wenigstens die größeren Etablissements der elektrischen Industrie noch immer befriedigend beschäftigt. Aber der Bau neuer elektrischer Anlagen, sowohl für Beleuchtung, als für Straßenbahnen und für Kraftübertragung, hat doch insofern eine fühlbare Einschränkung erfahren, als es den Unternehmerfirmen nicht mehr so leicht gemacht ist, durch gleichzeitige Finanzierung der zu erstellenden Werke sich vorteilhafte Bestellungen zu sichern: Das Kapital drängt sich zu Anlagen in elektrischen Werten nicht mehr so heran, wie vor einigen Jahren. Das hat zur Folge, daß die Konstruktionsfirmen diejenigen Aufträge bevorzugen, welche für sie keine finanziellen Leistungen involvieren, selbst wenn die dabei zu erzielenden Preise weniger günstig sind. Daneben kommt das eigentliche Fabrikationsgeschäft, welches sich die Erzeugung der vielfältigen Verbrauchsgegenstände für die bereits bestehenden Anlagen zur Aufgabe stellt, immer mehr zur Geltung. Die Zeit muß lehren, ob alle die großen Konstruktionsunternehmungen, welche die elektrische Industrie namentlich in Deutschland und der Schweiz zu so hoher Blüte gebracht haben, auch auf dieser reduzierten Basis genügende und lohnende Beschäftigung finden, namentlich wenn neben der gegenseitigen inländischen auchdie ausländische, speziell amerikanische Konkurrenz in der Folge sich noch intensiver geltend machen sollte. Jedenfalls ist die heutige Situation ein Ansporn, allen Bestrebungen, welche neue Arten der Verwendung der elektrischen Energie zu finden bezwecken, die größte Aufmerksamkeit zu widmen. Angesichts der unbestrittenen Höhe, welche die Leistungsfähigkeit unserer elektrischen Industrie, wissenschaftlich und praktisch, erreicht hat, darf man zuversichtlich hoffen, daß es ihr gelingen wird, die Aufgabe zu lösen, der Elektrizität Anwendung auf immer weiteren Gebieten zu sichern und sich damit die Möglichkeit ausreichender Tätigkeit auch in Zukunft zu wahren. So dürfte eine neue, der frühern nahekommende Blütezeit für die elektrische Industrie namentlich dann zu erwarten sein, wenn es gelingen sollte, das Problem eines rationellen elektrischen Vollbahn-Betriebes endgültig zu lösen, ein Problem, welches namentlich für kohlenarme, aber wasserkraftreiche Länder, wie die Schweiz, von sehr großer Bedeutung ist und bleiben wird.Für unsere Bank ist der eingetretene Unterbruch in der mehrjährigen glänzenden Entwicklung der Elektrizitätsbranche bis jetzt nur insofern von Einfluß gewesen, als auch wir uns mehr mit unseren bisherigen Geschäften und deren weiteren Forderung, als mit neuen Unternehmungen abgegeben haben.“
„Die von kompetenten Fachleuten schon vor geraumer Zeit gemachte und geäußerte, anfänglich aber vielfach bestrittene Wahrnehmung, daß die Konjunktur in der elektrischen Industrie für einmal ihren Höhepunkt erreicht habe, hat durch den Geschäftsgang in dem Zeitraum, über welchen wir Bericht und Rechnung zu erstatten haben, eine Bestätigung gefunden, welche an der Richtigkeit dieser Tatsache heute wohl niemanden mehr zweifeln läßt. Zwar sind wenigstens die größeren Etablissements der elektrischen Industrie noch immer befriedigend beschäftigt. Aber der Bau neuer elektrischer Anlagen, sowohl für Beleuchtung, als für Straßenbahnen und für Kraftübertragung, hat doch insofern eine fühlbare Einschränkung erfahren, als es den Unternehmerfirmen nicht mehr so leicht gemacht ist, durch gleichzeitige Finanzierung der zu erstellenden Werke sich vorteilhafte Bestellungen zu sichern: Das Kapital drängt sich zu Anlagen in elektrischen Werten nicht mehr so heran, wie vor einigen Jahren. Das hat zur Folge, daß die Konstruktionsfirmen diejenigen Aufträge bevorzugen, welche für sie keine finanziellen Leistungen involvieren, selbst wenn die dabei zu erzielenden Preise weniger günstig sind. Daneben kommt das eigentliche Fabrikationsgeschäft, welches sich die Erzeugung der vielfältigen Verbrauchsgegenstände für die bereits bestehenden Anlagen zur Aufgabe stellt, immer mehr zur Geltung. Die Zeit muß lehren, ob alle die großen Konstruktionsunternehmungen, welche die elektrische Industrie namentlich in Deutschland und der Schweiz zu so hoher Blüte gebracht haben, auch auf dieser reduzierten Basis genügende und lohnende Beschäftigung finden, namentlich wenn neben der gegenseitigen inländischen auchdie ausländische, speziell amerikanische Konkurrenz in der Folge sich noch intensiver geltend machen sollte. Jedenfalls ist die heutige Situation ein Ansporn, allen Bestrebungen, welche neue Arten der Verwendung der elektrischen Energie zu finden bezwecken, die größte Aufmerksamkeit zu widmen. Angesichts der unbestrittenen Höhe, welche die Leistungsfähigkeit unserer elektrischen Industrie, wissenschaftlich und praktisch, erreicht hat, darf man zuversichtlich hoffen, daß es ihr gelingen wird, die Aufgabe zu lösen, der Elektrizität Anwendung auf immer weiteren Gebieten zu sichern und sich damit die Möglichkeit ausreichender Tätigkeit auch in Zukunft zu wahren. So dürfte eine neue, der frühern nahekommende Blütezeit für die elektrische Industrie namentlich dann zu erwarten sein, wenn es gelingen sollte, das Problem eines rationellen elektrischen Vollbahn-Betriebes endgültig zu lösen, ein Problem, welches namentlich für kohlenarme, aber wasserkraftreiche Länder, wie die Schweiz, von sehr großer Bedeutung ist und bleiben wird.
Für unsere Bank ist der eingetretene Unterbruch in der mehrjährigen glänzenden Entwicklung der Elektrizitätsbranche bis jetzt nur insofern von Einfluß gewesen, als auch wir uns mehr mit unseren bisherigen Geschäften und deren weiteren Forderung, als mit neuen Unternehmungen abgegeben haben.“
Das Jahr 1901/1902 bringt noch eine Vertiefung der Krisis. Die Dividende der A. E. G. sinkt bis auf 8% und neben der Kritik der äußeren Dinge wird auch die Selbstkritik schärfer, wird die Notwendigkeit anerkannt, aus den begangenen Fehlern und Irrtümern zu lernen, aber doch zugleich eingestanden, daß ein Ende des Niederganges noch nicht abzusehen und eine volle Erkenntnis der Heilmittel noch nicht möglich ist. Lassen wir wieder den Geschäftsbericht in Rathenaus diesmal besonders scharf geprägten Worten sprechen:
„Wie der wirtschaftliche Aufschwung des letzten Jahrzehntes sich um die aufblühende elektrotechnische Industrie konzentrierte, so steht diese in der gegenwärtigen Periode im Mittelpunkte des allgemeinen Niederganges; ja es darf heute kaum mehr geleugnet werden, daß die elektrische Krisis eher eine der Ursachen als eine Folge der wirtschaftlichen Gesamterkrankung darstellt.Die Ursachen der Krisis waren übermäßige Investitionen bei Betriebsunternehmungen, die weder mit der Kapitalskraft des Landesnoch mit den landesüblichen Ansprüchen an Verzinsung im Einklang standen, mangelhafte Prüfung und Überkapitalisation dieser Unternehmungen; ungerechtfertigteErweiterung der Fabrikationsstättenauf Grund derAufträge, die ausLieferung für eigene Unternehmungen stammtenund daher nur einmalige waren, Ausbreitung der Geschäfts- und Verkaufsorganisationen über dasjenige Maß hinaus, das durch die Basis der Fabrikation gegeben war.Die Bedeutung und Zukunft der Elektrotechnik als Faktor des modernen Lebens wird durch die Kalamität der Industrie nicht verringert; im Gegenteil ist zu erwarten, daß die durch Besorgnis gesteigerte Emsigkeit neue Gebiete und neue Anwendungen erschließen und die Kenntnis und Beherrschung der vorhandenen erweitern wird. Wenn auch diese Rückwirkung der elektrotechnischen Industrie zugute kommen wird, eine Gesundung wird schwerlich sofort erfolgen. Fürs erste handelt es sich darum, dem vorhandenen Zustand ins Auge zu sehen und das Mißverhältnis zwischen Produktionsfähigkeit und Konsum rückhaltlos zu konstatieren. Dies wird dem Kapitalisten heute leichter sein als vor einem Jahre, nachdem inzwischen vielfach Ergebnisse und Bewertungen in scharfen Kontrast zu mannigfachen hoffnungsvollen Erklärungen und Voraussagen getreten sind. Welche Mittel zu ergreifen sein werden, um unsere Industrie zu konsolidieren, haben wir wiederholt ausgesprochen. Ein engeres Zusammenschließen der großen Firmen wird sich kaum vermeiden lassen, wenn die Verkaufspreise der Erzeugnisse wieder auf ein der Fabrikation lohnendes Niveau gebracht werden sollen. Daß aber eine Beschleunigung des Zusammenschlusses leicht zu Übereilungen führen könnte, scheint uns durch die Tatsache erwiesen, daß noch imVerlauf des letzten JahreserheblicheVerschiebungen in der relativen Bewertung der einzelnen Unternehmungenstattgefunden haben und anscheinend dauernd sich vollziehen. Schon aus diesem Grunde scheint uns ein klares Erfassen der Situation die nächstliegende Vorbedingung für spätere Sanierung.“
„Wie der wirtschaftliche Aufschwung des letzten Jahrzehntes sich um die aufblühende elektrotechnische Industrie konzentrierte, so steht diese in der gegenwärtigen Periode im Mittelpunkte des allgemeinen Niederganges; ja es darf heute kaum mehr geleugnet werden, daß die elektrische Krisis eher eine der Ursachen als eine Folge der wirtschaftlichen Gesamterkrankung darstellt.
Die Ursachen der Krisis waren übermäßige Investitionen bei Betriebsunternehmungen, die weder mit der Kapitalskraft des Landesnoch mit den landesüblichen Ansprüchen an Verzinsung im Einklang standen, mangelhafte Prüfung und Überkapitalisation dieser Unternehmungen; ungerechtfertigteErweiterung der Fabrikationsstättenauf Grund derAufträge, die ausLieferung für eigene Unternehmungen stammtenund daher nur einmalige waren, Ausbreitung der Geschäfts- und Verkaufsorganisationen über dasjenige Maß hinaus, das durch die Basis der Fabrikation gegeben war.
Die Bedeutung und Zukunft der Elektrotechnik als Faktor des modernen Lebens wird durch die Kalamität der Industrie nicht verringert; im Gegenteil ist zu erwarten, daß die durch Besorgnis gesteigerte Emsigkeit neue Gebiete und neue Anwendungen erschließen und die Kenntnis und Beherrschung der vorhandenen erweitern wird. Wenn auch diese Rückwirkung der elektrotechnischen Industrie zugute kommen wird, eine Gesundung wird schwerlich sofort erfolgen. Fürs erste handelt es sich darum, dem vorhandenen Zustand ins Auge zu sehen und das Mißverhältnis zwischen Produktionsfähigkeit und Konsum rückhaltlos zu konstatieren. Dies wird dem Kapitalisten heute leichter sein als vor einem Jahre, nachdem inzwischen vielfach Ergebnisse und Bewertungen in scharfen Kontrast zu mannigfachen hoffnungsvollen Erklärungen und Voraussagen getreten sind. Welche Mittel zu ergreifen sein werden, um unsere Industrie zu konsolidieren, haben wir wiederholt ausgesprochen. Ein engeres Zusammenschließen der großen Firmen wird sich kaum vermeiden lassen, wenn die Verkaufspreise der Erzeugnisse wieder auf ein der Fabrikation lohnendes Niveau gebracht werden sollen. Daß aber eine Beschleunigung des Zusammenschlusses leicht zu Übereilungen führen könnte, scheint uns durch die Tatsache erwiesen, daß noch imVerlauf des letzten JahreserheblicheVerschiebungen in der relativen Bewertung der einzelnen Unternehmungenstattgefunden haben und anscheinend dauernd sich vollziehen. Schon aus diesem Grunde scheint uns ein klares Erfassen der Situation die nächstliegende Vorbedingung für spätere Sanierung.“
Noch pessimistischer klingt’s im Geschäftsbericht der Elektrobank:
„Der Rückschlag auf dem Gebiete der Elektrizitätsindustrie, der sich schon im Vorjahre als recht intensiv erwies, hat im Berichtsjahre leider weitere Fortschritte gemacht, und es ist noch nicht abzusehen, wann die rückläufige Bewegung einem wiederkehrenden Aufschwunge weichen wird. Speziell das Unternehmergeschäft, das für Institute, wie das unsrige, in erster Linie in Betracht fällt, hat an Umfang noch mehr eingebüßt. Zweifelsohne trägt daran die allgemeine Depression der wirtschaftlichen Lage in Europa, welche durch den ungewissen Ausgang der Verhandlungen über den Abschluß neuer Zoll- und Handelsverträge noch verstärkt wird, eine Hauptschuld. Daneben wirkt aber mit, daß die Anlagen auf dem Gebiete der elektrischen Zentralstationen und Straßenbahnen, soweit es sich wenigstens um hinsichtlich ihrer Ertragsfähigkeit gerechtfertigte Projekte handelt, in den hierfür einstweilen in Betracht fallenden Ländern zum guten Teil bereits ausgeführt sein dürften. Eine weitere Betätigung nach dieser Richtung wird sich also entweder auf entferntere, politisch und wirtschaftlich weniger entwickelte Länder erstrecken oder durch eine Verbilligung der Anlagekosten und des Betriebes die Vorteile der elektrischen Beleuchtung und Traktion auch solchen Gemeinwesen zugänglich zu machen suchen müssen, die man für derartige Einrichtungen bis anhin nicht als genügend lohnende Objekte betrachten konnte. Wohl hat sich die deutsche und schweizerische Elektrizitätsindustrie auch schon wiederholt an große ausländische Beleuchtungs- und Transport-Unternehmungen herangemacht, und wir selbst haben uns finanziell an solchen interessiert; die Frage bleibt aber noch offen, ob namentlich die daherige überseeische Tätigkeit überall eine mit den vermehrten Risiken aller Art im Einklang stehende Entlohnung dabei findet. Und was die Ausdehnung elektrischer Einrichtungen im Beleuchtungs- und Traktionswesen auf wirtschaftlich minder entwickelte Gemeinwesen anbetrifft, so scheint man auch da schon jetzt oft bis an die äußerste Grenze des Berechtigten gegangen zu sein.Solange die Elektrizitäts- und deren Hilfsgesellschaften über, wie es damals schien, unerschöpfliche Geldmittel verfügten, wurden die ihnen sich bietenden Unternehmungen häufig mit einem, den tatsächlichen Verhältnissen widersprechenden Optimismus eingeschätzt, und die an der Erteilung von Konzessionen interessierten Organe nahmen nicht selten zum eigenen Nachteil keinen Anstand, Bewerber nur deshalb zu bevorzugen, weil sie glänzende Zugeständnisse machten und hohe Erträge in Aussicht stellten. Nach dieser Richtungwird die jetzt zuweilen beklagte Zurückhaltung des Kapitals Wandel schaffen, indem es die Bedingungen des Zustandekommens und die Chancen neu zu schaffender Elektrizitätsunternehmungen sorgfältiger prüft als bisher. Andererseits werden aber auch die Kreise, welche die Hebung der Gemeinden und die Förderung des Verkehrs durch Einführung von elektrischem Licht und elektrischen Bahnen mit fremden Mitteln anstreben, im eigenen Interesse auf die zukünftige Prosperität dieser Schöpfungen bedacht sein und den privaten Unternehmungen durch Gewährung günstiger Bedingungen das mit Übernahme derselben verbundene Risiko erleichtern müssen.Unter den gegenwärtigen Verhältnissen liegt einstweilen nach wie vor das Schwergewicht der Tätigkeit der großen elektrischen Konstruktionsfirmen in der Fabrikation aller Einrichtungen für den täglichen, laufenden Gebrauch und Verbrauch der elektrischen Bedarfsgegenstände aller Art. Hier aber zeigt sich immer mehr, daß die vorhandenen Fabrikationseinrichtungen für die gegenwärtigen Bedürfnisse mehr als genügend sind. Daraus resultiert ein ungemein intensiver Wettbetrieb und ein Preisniveau für die Erzeugnisse, das kaum mehr den richtigen industriellen Nutzen läßt. Daß dabei diejenigen Gesellschaften, welche in den guten Zeiten auf möglichst hohe Rücklagen und Abschreibungen Bedacht genommen und vor allem für die höchste technische Vervollkommnung ihrer Fabrikationseinrichtungen Sorge getragen haben, im Konkurrenzkampf am günstigsten dastehen, ja vielleicht diesen allein zu überdauern vermögen, ist selbstverständlich. Vielleicht wird auch für unsere europäischen Elektrizitäts-Gesellschaften ein engerer Zusammenschluß nach amerikanischem Vorbild zur Notwendigkeit, bei dem die weniger günstig produzierenden Anlagen einstweilen zum Stillstand verurteilt werden könnten, bis die Verhältnisse sich wieder gebessert haben werden. Aber wenn auch verschiedene Gruppen ihre Interessen vereinigen, so wird eine durchgreifende Besserung erst allmählich und in dem Maße eintreten, wie die heutigen Anwendungsarten der elektrischen Industrie auf neue Gebiete sich erweitern. Wird auch in dieser Richtung unablässig gearbeitet, und dürfen wir auch in die Fähigkeit, Intelligenz und Energie der Vertreter unserer elektrischen Wissenschaft und Praxis für die Zukunft alles Zutrauen haben, so müssen wir doch zugestehen, daß speziell im abgelaufenen Jahr neue, epochemachende Erfindungen auf elektrischem Gebiete nicht gemacht,auch längst anhängige wichtige Probleme, wie insbesondere der elektrische Vollbahnbetrieb, sehr weit nicht gefördert worden sind.“
„Der Rückschlag auf dem Gebiete der Elektrizitätsindustrie, der sich schon im Vorjahre als recht intensiv erwies, hat im Berichtsjahre leider weitere Fortschritte gemacht, und es ist noch nicht abzusehen, wann die rückläufige Bewegung einem wiederkehrenden Aufschwunge weichen wird. Speziell das Unternehmergeschäft, das für Institute, wie das unsrige, in erster Linie in Betracht fällt, hat an Umfang noch mehr eingebüßt. Zweifelsohne trägt daran die allgemeine Depression der wirtschaftlichen Lage in Europa, welche durch den ungewissen Ausgang der Verhandlungen über den Abschluß neuer Zoll- und Handelsverträge noch verstärkt wird, eine Hauptschuld. Daneben wirkt aber mit, daß die Anlagen auf dem Gebiete der elektrischen Zentralstationen und Straßenbahnen, soweit es sich wenigstens um hinsichtlich ihrer Ertragsfähigkeit gerechtfertigte Projekte handelt, in den hierfür einstweilen in Betracht fallenden Ländern zum guten Teil bereits ausgeführt sein dürften. Eine weitere Betätigung nach dieser Richtung wird sich also entweder auf entferntere, politisch und wirtschaftlich weniger entwickelte Länder erstrecken oder durch eine Verbilligung der Anlagekosten und des Betriebes die Vorteile der elektrischen Beleuchtung und Traktion auch solchen Gemeinwesen zugänglich zu machen suchen müssen, die man für derartige Einrichtungen bis anhin nicht als genügend lohnende Objekte betrachten konnte. Wohl hat sich die deutsche und schweizerische Elektrizitätsindustrie auch schon wiederholt an große ausländische Beleuchtungs- und Transport-Unternehmungen herangemacht, und wir selbst haben uns finanziell an solchen interessiert; die Frage bleibt aber noch offen, ob namentlich die daherige überseeische Tätigkeit überall eine mit den vermehrten Risiken aller Art im Einklang stehende Entlohnung dabei findet. Und was die Ausdehnung elektrischer Einrichtungen im Beleuchtungs- und Traktionswesen auf wirtschaftlich minder entwickelte Gemeinwesen anbetrifft, so scheint man auch da schon jetzt oft bis an die äußerste Grenze des Berechtigten gegangen zu sein.
Solange die Elektrizitäts- und deren Hilfsgesellschaften über, wie es damals schien, unerschöpfliche Geldmittel verfügten, wurden die ihnen sich bietenden Unternehmungen häufig mit einem, den tatsächlichen Verhältnissen widersprechenden Optimismus eingeschätzt, und die an der Erteilung von Konzessionen interessierten Organe nahmen nicht selten zum eigenen Nachteil keinen Anstand, Bewerber nur deshalb zu bevorzugen, weil sie glänzende Zugeständnisse machten und hohe Erträge in Aussicht stellten. Nach dieser Richtungwird die jetzt zuweilen beklagte Zurückhaltung des Kapitals Wandel schaffen, indem es die Bedingungen des Zustandekommens und die Chancen neu zu schaffender Elektrizitätsunternehmungen sorgfältiger prüft als bisher. Andererseits werden aber auch die Kreise, welche die Hebung der Gemeinden und die Förderung des Verkehrs durch Einführung von elektrischem Licht und elektrischen Bahnen mit fremden Mitteln anstreben, im eigenen Interesse auf die zukünftige Prosperität dieser Schöpfungen bedacht sein und den privaten Unternehmungen durch Gewährung günstiger Bedingungen das mit Übernahme derselben verbundene Risiko erleichtern müssen.
Unter den gegenwärtigen Verhältnissen liegt einstweilen nach wie vor das Schwergewicht der Tätigkeit der großen elektrischen Konstruktionsfirmen in der Fabrikation aller Einrichtungen für den täglichen, laufenden Gebrauch und Verbrauch der elektrischen Bedarfsgegenstände aller Art. Hier aber zeigt sich immer mehr, daß die vorhandenen Fabrikationseinrichtungen für die gegenwärtigen Bedürfnisse mehr als genügend sind. Daraus resultiert ein ungemein intensiver Wettbetrieb und ein Preisniveau für die Erzeugnisse, das kaum mehr den richtigen industriellen Nutzen läßt. Daß dabei diejenigen Gesellschaften, welche in den guten Zeiten auf möglichst hohe Rücklagen und Abschreibungen Bedacht genommen und vor allem für die höchste technische Vervollkommnung ihrer Fabrikationseinrichtungen Sorge getragen haben, im Konkurrenzkampf am günstigsten dastehen, ja vielleicht diesen allein zu überdauern vermögen, ist selbstverständlich. Vielleicht wird auch für unsere europäischen Elektrizitäts-Gesellschaften ein engerer Zusammenschluß nach amerikanischem Vorbild zur Notwendigkeit, bei dem die weniger günstig produzierenden Anlagen einstweilen zum Stillstand verurteilt werden könnten, bis die Verhältnisse sich wieder gebessert haben werden. Aber wenn auch verschiedene Gruppen ihre Interessen vereinigen, so wird eine durchgreifende Besserung erst allmählich und in dem Maße eintreten, wie die heutigen Anwendungsarten der elektrischen Industrie auf neue Gebiete sich erweitern. Wird auch in dieser Richtung unablässig gearbeitet, und dürfen wir auch in die Fähigkeit, Intelligenz und Energie der Vertreter unserer elektrischen Wissenschaft und Praxis für die Zukunft alles Zutrauen haben, so müssen wir doch zugestehen, daß speziell im abgelaufenen Jahr neue, epochemachende Erfindungen auf elektrischem Gebiete nicht gemacht,auch längst anhängige wichtige Probleme, wie insbesondere der elektrische Vollbahnbetrieb, sehr weit nicht gefördert worden sind.“
Doch gerade hier werden die Interessenten nicht ohne Hoffnungsschimmer entlassen:
„So düster das vorstehend entworfene Bild sein mag, so fehlen doch auch gewisse Lichtblicke nicht, die leicht eine Wendung zum Besseren einleiten könnten: Die starke Verbilligung vieler für die Elektrotechnik wichtiger Rohmaterialien, insbesondere von Kupfer und Eisen, hat bereits mit zur Herabsetzung der Preise elektrischer Maschinen, Kabel usw. beigetragen und wird die Erstellung neuer elektrischer Einrichtungen, sowie die Ausdehnung des Anwendungsgebietes der elektrischen Energie zweifelsohne fördern. Auch die ganz außerordentliche Geldflüssigkeit, die sich seit längerer Zeit geltend macht, muß früher oder später das Kapital veranlassen, sich wieder eine höhere Verzinsung bei der Industrie zu suchen. Das kann auch der Elektrizitätsbranche zugute kommen. Wie bald, das ist freilich schwer vorauszusagen.“
„So düster das vorstehend entworfene Bild sein mag, so fehlen doch auch gewisse Lichtblicke nicht, die leicht eine Wendung zum Besseren einleiten könnten: Die starke Verbilligung vieler für die Elektrotechnik wichtiger Rohmaterialien, insbesondere von Kupfer und Eisen, hat bereits mit zur Herabsetzung der Preise elektrischer Maschinen, Kabel usw. beigetragen und wird die Erstellung neuer elektrischer Einrichtungen, sowie die Ausdehnung des Anwendungsgebietes der elektrischen Energie zweifelsohne fördern. Auch die ganz außerordentliche Geldflüssigkeit, die sich seit längerer Zeit geltend macht, muß früher oder später das Kapital veranlassen, sich wieder eine höhere Verzinsung bei der Industrie zu suchen. Das kann auch der Elektrizitätsbranche zugute kommen. Wie bald, das ist freilich schwer vorauszusagen.“
Das Jahr 1902/03 bringt endlich den ersten Schritt zur Lösung und Überwindung der Krise. Die Dividende der A. E. G. kann zwar noch nicht wieder über 8% hinaus erhöht werden, aber bei der Elektrobank und der Elektrizitäts-Lieferungsgesellschaft werden Steigerungen von 6 auf 6½ und 7 auf 7½% vorgenommen. Das Wesentlichste aber ist, daß das Mittel nicht nur gefunden, sondern auch zum erstenmal in durchgreifender Weise zur Anwendung gebracht wird, das den schlimmsten und am bösesten verwucherten Keim der Krisis, die Überproduktion und den ruinösen Konkurrenzkampf, zu ertöten geeignet ist. Dieses Mittel heißtKonzentration. Bis dahin in der Elektrizitätsindustrie mit ihren völlig dezentralisierenden, durch keinerlei Kontrollvereinbarungen abgedämpften Absatzmethoden völlig unbekannt, ergriff der Gedanke der Konzentration diese Industrie, geboren aus der Not des Zusammenbruches und der Kraft des Kontrastes, nun stärker als jedes andere Gewerbe, die Macht der Schwachen völlig erschütternd, die der Starken aus der Erbschaft jener außerordentlich mehrend. Er hat die ganze Entwickelung des folgenden Jahrzehntes beherrscht, aber auch diesen ganzen Zeitraum gebraucht, um die Reste der früheren individualistischen Entwicklungsära völlig aufzusaugen und zu verdauen. Bevor wir diesen Weg weiterverfolgen, wird es notwendig sein, zu untersuchen, wie sich die Situation dergesamten Industriein dem Hexenkessel der Krisis gestaltet und verändert hat. Was wir bisher von ihr gesehen haben, war aus dem Spiegel der A. E. G. zurückgeworfen und gab — abgesehen von subjektiv gefärbten, übrigens immerhin zurückhaltenden Darstellungen der Lage des Allgemeingewerbes — nur die Wirkungen auf das A. E. G.-Unternehmen selbst wieder. Dieses Bild muß durch die Schicksale der anderen in der Industrie tätigen Unternehmungen, ihre Ursachen und ihre Folgen, ergänzt werden. Erst dann wird das Verständnis der Krise und das Verständnis ihrer Überwindung ganz erschlossen werden können.
Wie wirkte nun der Niedergang auf die übrigen Unternehmungen der Elektrizitätsindustrie? — Wenden wir uns zunächst zu der FirmaSiemens & Halske, die erst im Jahre 1897 — nach dem Tode Werner Siemens — in eine Aktiengesellschaft umgewandelt worden war. Das Kapital dieser Gesellschaft hatte bei der Gründung 35 Millionen Mark betragen, hatte also genau dieselbe Höhe wie das damalige Aktienkapital der A. E. G., auf das allerdings zu jener Zeit nur 32586000 Mark eingezahlt waren. In den Jahren 1898 und 1899 trug die Gesellschaft dem stürmischen Expansionstempo in der Elektrizitätsindustrie durch Erhöhungen von je 5 Millionen Mark Rechnung, und im April 1900, also in einer Zeit, in der der kluge und vorsichtige Emil Rathenau bereits warnend von der schwindenden Zuversicht in die Konjunktur sprach und sich wohlweislich hütete, den Kapitalmarkt noch in Anspruch zu nehmen (nachdem er sich allerdings vorher zu geeigneter Zeit reichlich mit Mitteln versehen hatte), erfolgte bei Siemens & Halske noch eine dritte größere Kapitalvermehrung um 9500000 Mark. Die Aktien wurden allerdings nur teilweise — in Höhe von 4,5 Millionen Mark — auf dem Kapitalmarkt untergebracht, 5 Millionen Mark übernahm die Familie Siemens, die der Aktiengesellschaft dafür Aktien der Siemens Brothers & Co. in London und der russischen elektrotechnischen Werke Siemens & Halske überließ. Damit war das Kapitalbedürfnis der Siemens & Halske Akt.-Ges. in jener Zeit der Hochspannung aber noch keineswegs gedeckt. Im Jahre 1898 wurde eine Obligationenanleihe von 20 Millionen Mark, im Jahre 1900 eine weitere von 10 Millionen Mark aufgenommen. Auch auf dem Gebiete des Obligationenkredits hatte Emil Rathenau seine Bedürfnisse in jener vor-kritischen Periodeniedriger zu halten verstanden und im Jahre 1900 eine Anleihe von 15 Millionen Mark, also nur die Hälfte der von Siemens & Halske beanspruchten Obligationen-Mittel ausgegeben. — Die Folge der von Siemens & Halske gerade in der kritischen Zeit auf sich genommenen neuen Zinslasten war, daß dieses alte, historisch und technisch viel tiefer als die A. E. G. verwurzelte Unternehmen dennoch von der Krisis schärfer angefaßt wurde als die jüngere Konkurrenzgesellschaft. Die Aktiengesellschaft Siemens & Halske, die in den ersten beiden Jahren ihres Bestehens Dividenden von 10% ausgeschüttet hatte, mußte im Jahre 1900/01 auf 6%, im Jahre 1901/02 sogar auf 4% heruntergehen, zum Teil auch deswegen, weil sie das Unternehmer- und Beteiligungsgeschäft, das bei der A. E. G. schon durch jahrelangen Ausbau gefestigt worden war, erst in den letzten Jahren vor der Krisis eingerichtet, und infolgedessen noch nicht hinlänglich geschützt hatte.
Immerhin hielt sich die Siemens & Halske Akt.-Ges. naturgemäß doch ganz anders als die übrigen Elektrizitätsunternehmungen, die der zweiten und dritten Kategorie angehörten. Sie blieb nicht nur lebenskräftig und unerschüttert, sondern auch aufnahmefähig zur Übernahme schwachgewordener Elemente der Elektrizitätsindustrie und konnte, gestützt auf ihren unverwüstlichen Fundus, trotz einer nicht gerade elastischen, sondern eine freie Bewegung erschwerenden Organisation an der gewaltigen Konzentrationsbewegung, die nach Überwindung der Krisis einsetzte, mit erstaunlicher Aktivität teilnehmen. Für alle anderen Unternehmungen, — mit Ausnahme der A. E. G. und der Siemens & Halske-Akt.-Ges. — waren die destruktiven Einwirkungen der Krisis aber derart schwer, daß sie nicht nur von dem akuten Rückschlag in ihren Grundfesten erschüttert wurden, sondern auch die Reorganisationskraft für alle Dauer einbüßten. Bei ihnen wurden — ob nun die volle Schwere der Krisis sogleich, oder erst später nach außenhin hervortrat — nicht nur die Bezirke an der Peripherie, sondern der Lebensnerv von der Krisis getroffen. Zum offenen Zusammenbruch kam es sofort bei derElektrizitätsgesellschaft vormals Schuckert in Nürnberg, bei derAkt.-Ges. Elektrizitätswerk (vorm. O. L. Kummer)inDresdenund bei derHelios-Akt.-Ges. für ElektrizitätinKöln. Die Schuckert-Gesellschaft in Nürnberg war — wie wir schon gesehen haben — ein Unternehmen, daseine ausgezeichnete technische Leistungsfähigkeit und einen vorzüglichen Ruf in der Fachwelt besaß und sich diese auch trotz aller späteren Fehlschläge und Mißerfolge, die sie auf organisatorisch-finanziellem Gebiet erlitt, bewahren konnte. Ihre Anfänge und die Persönlichkeit ihres grundtüchtigen Gründers haben wir bereits an früherer Stelle geschildert, und späterhin auch gesehen, wie sich die Firma in den achtziger und am Anfang der neunziger Jahre die vertragliche Gebundenheit der A. E. G. und der Siemens & Halske-Ges. im Zentralenbau derart zunutze zu machen verstand, daß sie zeitweilig mehr Elektrizitätswerke bauen konnte, als die beiden Berliner Unternehmungen zusammen. Ihre Dynamomaschinen besaßen vorzügliche technische Eigenschaften, auf dem Gebiete der kombinierten Bogen- und Glühlichtbeleuchtung gelangen ihr treffliche Konstruktionen. Bereits in den Jahren 1883–1886 baute die Gesellschaft elektrische Straßenbahnen (zwischen Schwabing bei München und Ungarbad) und Industriebahnen (bei Rosenheim). 1887, also wenige Jahre nach der Errichtung der Berliner Elektrizitätswerke, wurde in Lübeck die erste Elektrizitätszentrale von Schuckert gebaut, seine Scheinwerferkonstruktionen (mit parabolischen Spiegeln) wurden zeitweilig in der deutschen Marine ausschließlich verwendet. Kurzum eine Zeitlang hatte es den Anschein, als ob die Gesellschaft sich als drittes großes Gestirn neben der A. E. G. und Siemens & Halske am Elektrizitätshimmel dauernd behaupten würde. Der gesellschaftliche Entwickelungsgang des Unternehmens führte im Jahre 1888 zur Bildung einer Kommanditgesellschaft mit einem Kapital von 2 Millionen Mark, an der neben Johann Siegismund Schuckert auch Hugo Ritter von Maffei von der Maschinenfabrik Maffei in München, die Maschinenfabrik Augsburg-Nürnberg und der A. Schaaffhausensche Bankverein beteiligt waren. In demselben Jahre wurde die Elektrotechnische Fabrik Spieker & Co. in Köln aufgenommen. Im Jahre 1893, also in demselben Jahre, in dem sich die A. E. G. endgültig von Siemens & Halske frei machte, erfolgte die Umwandlung des Schuckert-Unternehmens in eine Aktiengesellschaft, an der auch die Firma Felten & Guilleaume, die in Mülheim am Rhein ein Kabelwerk betrieb, Anteil nahm. Das Kapital betrug 12 Mill. M., es wurde im Jahre 1896 bereits auf 18 Mill. M., im Jahre 1897 weiter auf 22,5 Mill. M. erhöht, wobei ein Teil der jungen Aktien zu dem hohen Kurse von 265% an die FirmaGebr. Naglo als Kaufpreis für deren Fabrikunternehmen gegeben wurde; im Jahre 1898 stieg das Kapital weiter auf 28 Millionen Mark und im Jahre 1899 auf 42 Millionen Mark, bei welcher Gelegenheit das noch im Umlauf befindliche Kapital derContinentalen Gesellschaft für elektrische Unternehmungen, der Trust- und Beteiligungsgesellschaft des Schuckert-Konzerns, erworben wurde. Anleihen von 10, 10 und 15 Millionen Mark wurden in den Jahren 1898, 1899 und 1901 aufgenommen und standen in schlechtem Verhältnis zu der Höhe des Aktienkapitals. Die bald nach der Aktiengründung einsetzende Periode der schnellen Expansion hatte der ruhige und solide, allen phantastischen Plänen abholde Joh. Siegismund Schuckert, der, solange er lebte, die technische Seele und das Gewissen des Unternehmens gewesen war, nicht mehr miterlebt. An seine Stelle trat Alexander Wacker, der zuerst die Generalvertretung der Firma Schuckert für Mittel- und Norddeutschland innegehabt, dann mit der zunehmenden Ausdehnung des Geschäfts die kaufmännische Leitung in Nürnberg übernommen hatte. Alexander Wacker schloß sich der Hochkonjunktur in der Elektrizitätsindustrie mit vollen Segeln an. Er nahm das Unternehmergeschäft nach Rathenauschem System auf und betrieb die fabrikatorische Expansion in großem Stile. Die Dividenden der Gesellschaft steigerten sich schnell von 9 auf 15%, bei den Kapitaltransaktionen wurde das sich aus den hohen Dividenden ergebende Agio des Aktienkurses bis zur letzten Neige ausgenutzt, ohne daß dabei aber auf die innere Stärkung des Unternehmens Rücksicht genommen worden wäre. Die hohen offenen Agio-Reserven vermochten das Unternehmen nicht vor dem Niederbruch zu bewahren. Für das Jahr 1900/01 war im Geschäftsbericht noch eine Dividende von 10% vorgeschlagen. Weil aber als Folge des Krachs der Leipziger Bank 4,2 Millionen Mark für den Erwerb von Aktien der Bosnischen Elektrizitätswerke seitens der Gesellschaft sofort zu zahlen waren, die nach den ursprünglichen Abmachungen erst in 2 Jahren hätten fällig sein sollen, wurde die Dividendenzahlung von der Generalversammlung sistiert. 714602 Mark Unkosten und Disagio aus der Begebung der letzten noch im Krisisjahre 1901 aufgenommenen Anleihe von 15 Millionen Mark belasteten überdies den Abschluß, die Erträgnislosigkeit der Continentalen Gesellschaft für elektrische Unternehmungen beeinträchtigte ihn weiterhin. Die Vorgänge bei der Gesellschaftwurden im Bayerischen Abgeordnetenhause einer abfälligen Kritik unterzogen, was die geschäftliche Entwickelung natürlich keineswegs förderte. Im Jahre 1901/02 fiel der Umsatz von 72 auf 49 Millionen Mark und das Resultat dieses Jahres gipfelte nach Aufzehrung des Gewinnvortrages von 5549689 Mark in einem Verlust von nicht weniger als 15399317 Mark, durch den auch der Reservefonds in Anspruch genommen wurde. Die Gesellschaft war in ihren Grundlagen erschüttert und „fusionsreif“ geworden.
Ganz ähnlich entwickelten sich die Verhältnisse bei derKummer-Gesellschaft. Sie war als Aktiengesellschaft im Jahre 1894 errichtet worden und aus der Firma O. L. Kummer, die in den achtziger Jahren durch den Marineingenieur gleichen Namens gegründet worden war, hervorgegangen. Auch hier eine stürmische Kapitalssteigerung von 1,5 Millionen Mark auf 2,5 Millionen Mark im Jahre 1896, auf 4,5 Millionen Mark im Jahre 1897, auf 7,5 Millionen Mark im Jahre 1898, auf 10 Millionen Mark im Jahre 1899, hohe Dividenden bis zu 10%, Ausnutzung des Aktienkurses zur Agiotage und eine über den engen Rahmen des Unternehmens weit hinausgehende Beteiligung am Unternehmergeschäft. Am 31. Dezember 1900 waren die offenen Schulden einschließlich der Bankschulden infolge des in den letzten Jahren schon verringerten Emissionskredites bis auf 9150239 Mark angewachsen, erreichten also fast die Höhe des Aktienkapitals. Die von den Gesellschaftern beabsichtigte Geldbeschaffung zur Finanzierung schwebender Projekte auf dem Gebiet des Bahnen- und Zentralenwesens konnte nicht mehr durchgeführt werden, nachdem die Begebung einer Obligationenanleihe von 2,5 Millionen Mark nur teilweise geglückt war. Zuerst glaubte die Verwaltung mit einer Sistierung der Dividendenzahlungen über die Krisis hinwegzukommen. Der Geschäftsbericht für das Jahr 1900 berichtet sogar noch über die Schaffung von Ingenieurbureaus in Hannover, Bielefeld, München, Breslau und von mehreren in Japan und China errichteten Vertretungen. Bald aber wurde es klar, daß die Verhältnisse des Unternehmens nicht ohne Sanierung zu ordnen waren, doch auch dieser Ausweg war nach kurzer Zeit nicht mehr gangbar. Die Situation verschlimmerte sich rapide. Das Finanzinstitut, auf das sich die Gesellschaft seit ihrer Gründung gestützt hatte, die Creditanstalt für Industrie und Handel, geriet selbst in Schwierigkeiten, und es schwand die Möglichkeit, mit seiner Hilfedie Sanierung durchzuführen. Anderweitig eingeleitete Verhandlungen zerschlugen sich und am 15. Juni 1901 mußte wegen Zahlungsunfähigkeit derKonkursüber die Gesellschaft eröffnet werden. Aus ihren Trümmern entstand späterhin auf gänzlich neuer Grundlage die Sachsenwerk-Akt.-Ges., ein Elektrizitätsunternehmen, das sich sehr langsam zu einer mäßigen Rentabilität entwickelte, bis ihm die Kriegskonjunktur zu außerordentlich günstigen Verhältnissen verhalf.
Ein ähnliches Schicksal erlebte dieHelios Elektrizitäts-Akt.-Ges.Ihr Ursprung geht zurück auf die im Jahre 1882 mit 200000 Mark Aktienkapital gegründete Kommanditgesellschaft für elektrisches Licht und Telegraphenbau P. Berghausen in Köln. Im Jahre 1884 wurde diese Firma mit einem Kapital von 1 Million Mark in eine Aktiengesellschaft umgewandelt; 1886 erfolgte eine Erhöhung auf 2 Millionen Mark, 1890 eine zweite auf 3,1 Millionen Mark. Das Jahr 1894 führte zu einer Sanierung des Unternehmens durch Herabsetzung des Kapitals auf 2056000 Mark, das Jahr 1895 bereits wieder zu einer Erhöhung auf 3 Millionen Mark. Nunmehr geht es wie bei allen übrigen Gesellschaften im stürmischen Tempo weiter. Das Jahr 1897 sieht sogar zwei Kapitalerhöhungen, um 1 und 4 Millionen Mark, das Jahr 1898 eine Erhöhung um 2 Mill. M. und das Jahr 1899 schließlich eine solche um 6 Millionen Mark, so daß das Kapital der Gesellschaft beim Ausbruch der Krisis auf 16 Millionen Mark angewachsen war. Daneben wurden in den Jahren 1896 und 1898 Obligationsanleihen von 1 und 3 Millionen Mark, im Jahre 1900 eine solche von 10 Millionen Mark und im Jahre 1901 noch eine von 6 Millionen Mark aufgenommen. Dividenden von 11 und 12% stützten das auf so schmaler Grundlage hochgetürmte Kapitalgebäude eine Zeitlang. Die Gesellschaft war in ganz besonders starkem Maße bestrebt, das Rathenausche Unternehmergeschäft nachzuahmen und sie schuf sich zu seiner Unterstützung eine ganze Reihe von Finanz- und Beteiligungsgesellschaften, so die Akt.-Ges. für Elektrizitätsanlagen in Köln, die Bayerische Elektrizitäts-Ges. Helios, die Elektrizitätsgesellschaft Felix Singer in Berlin, die Bank für elektrische Industrie in Wien. Aber die Krisis warf alle diese Gebilde über den Haufen. Die Betriebe und Tochterunternehmungen vermochten den Anprall des Konjunkturrückschlages nicht auszuhalten, das Jahr 1900/01 schloß mit einer Unterbilanz von4906417 Mark, die im folgenden Jahre auf 8853094 Mark stieg. Eine im Jahre 1902 beschlossene Sanierung konnte das Unternehmen nicht lebensfähig machen, das Jahr 1903/04 ergab eine neue Unterbilanz von 5283953 Mark und die Gesellschaft mußte in Liquidation treten, nachdem mit den Obligationären und Bankengläubigern ein kompliziertes Abkommen zur Rettung der Masse getroffen worden war und die großen Elektrizitätskonzerne eine Anzahl von Beteiligungen übernommen hatten.
Nicht ganz so scharf wie die vorstehend geschilderten Unternehmungen wurden einige andere von der Krisis gefaßt, wenigstens gelang es ihnen, den offenen Zusammenbruch zu vermeiden. DieUnion Elektrizitäts-Akt.-Ges.in Berlin, die im Jahre 1892 gegründet worden war, verdankt ihre Existenz starken Kapital- und Industriekräften, die allerdings damals noch bei weitem nicht die Bedeutung und Macht erlangt hatten, die sie heute besitzen. An ihrer Gründung waren beteiligt die Akt.-Ges. Ludw. Loewe & Co. in Berlin, die damals noch außer ihrer Werkzeugmaschinenfabrik die später auf die Deutschen Waffen- und Munitionsfabriken übergegangene Waffenfabrik Martinikenfelde besaß, ferner die Dresdner Bank, die Firma Thyssen & Co. in Mülheim, deren Industriemacht zu jener Zeit gleichfalls noch nicht so entwickelt war wie jetzt, schließlich die Thomson Houston Electric Co. in Boston, die im Jahre 1892 aus einer Fusion zwischen der Thomson Houston Co. mit der — uns schon aus den Rathenauschen, allerdings nur vorübergehend geknüpften Beziehungen bekannt gewordenen — General Edison Electric Co. hervorgegangen war. Die beiden Hauptgründer, die Firma Ludw. Löwe und die Thomson Houston Electric Co. hatten mit der Errichtung der „Union“ ganz bestimmte Zwecke verfolgt und daher das junge Unternehmen durch langfristige Verträge an sich gefesselt. Löwe sicherte sich — ähnlich wie dies in dem Vertrage zwischen Siemens & Halske und der Deutschen Edison-Ges. der Fall gewesen war — bei der neuen Gesellschaft auf 25 Jahre ein Monopolrecht für den Bau und die Lieferung aller von ihr benötigten elektrischen Maschinen, die Firma Thomson Houston Electric Co. übertrug der Union ihre bekannten und ausgezeichneten Straßenbahnbau-Patente, nach denen bis zum Jahre 1897 etwa 70% aller elektrischen Straßenbahnen in Amerika und 50% aller europäischen Straßenbahnen gebaut waren.Dem Straßenbahnbau widmete sich die junge Gesellschaft auch vornehmlich und auf diesem Gebiete übertraf sie bald die anderen, auch die größten deutschen Elektrizitätsgesellschaften in dem Umfang ihrer Tätigkeit. Ihr eigenes Anfangskapital war nur klein, es betrug 1,5 Millionen Mark. Da ihre Fabrikation nur gering war und der Straßenbahnbau, ihr Spezialfach, sie hauptsächlich auf das Unternehmergeschäft hinwies, gliederte sie sich schon im Jahre 1894 in der „Gesellschaft für elektrische Unternehmungen“ ein Finanzunternehmen an, das mit dem Zehnfachen ihres Kapitals, nämlich 15 Millionen Mark, arbeitete. Bald aber wurde auch die Union E. G. von dem Expansionstaumel in der Elektrizitätsindustrie erfaßt. Ihr Aktienkapital wurde im Jahre 1896 auf 3 Millionen Mark, und bis zum Jahre 1900 in schnellen Sprüngen auf 24 Millionen Mark gesteigert. Daneben wurden noch 10 Millionen Mark Obligationen aufgenommen. Auch diese Gesellschaft vermochte es in der kurzen Zeit ihrer Schnellentwickelung nicht zu einer soliden inneren Durchbildung zu bringen. Ihre Dividenden von 12% gingen im Jahre 1899/1900 auf 10%, im nächsten Jahre auf 6% und in 1901/02 auf 4% zurück. Immerhin schien es, als ob diese Gesellschaft die Krisis besser überwinden würde als manche anderen Unternehmungen der Industrie, ja sie benutzte sogar die Zeit stillerer Beschäftigung, um die maschinellen Einrichtungen ihrer Fabrik durch Einführung besonders trefflicher Werkzeugmaschinen und vorteilhafte Anordnung und Anwendung „in einer Weise zu vervollkommnen, wie sie ihresgleichen kaum finden.“ (Geschäftsbericht für 1900/01.) Aber gerade die Kosten dieser inneren Umwälzung und die drückende Bürde des schlechtrentierenden Effektenbesitzes, den die Gesellschaft im Gegensatz zur A. E. G. nicht durch Vornahme innerer Abschreibungen auf einen gefahrlos niedrigen Stand herabgeschrieben hatte, und der daher in der Krisis immer weitere Kursabbuchungen verlangte, führte auch bei dieser Gesellschaft einen Schwächezustand herbei. Dieser veranlaßte sie, nachdem das Bilanzgleichgewicht bis in das Jahr 1901/02 künstlich aufrecht erhalten worden war, in dem Anschluß an die A. E. G. Hilfe zu suchen. Dem kritischen Prüferauge Emil Rathenaus hielt das notdürftig gezimmerte Bilanzgerüst nicht stand, und bevor die endgültige Übernahme der Union durch die A. E. G. erfolgte, mußte die Bilanz noch im Juni 1903 in einer Zwischenaufstellung einer gründlichen Säuberung unterzogen werden. Einbuchmäßiger Verlust von 2549933 Mark war das äußere Zeichen dieser verspäteten Krisen-Reaktion.
Noch länger konnte dieElektrizitätsgesellschaft vorm. Lahmeyer in Frankfurt a. M.den vollen Umfang der Schäden verschleiern, den ihr die Krisis verursacht hatte. Diese Gesellschaft führte ihren Ursprung zurück auf die im Jahre 1896 als offene Handelsgesellschaft gegründeten Deutschen Elektrizitätswerke Garbe, Lahmeyer & Co. Von dieser bezw. von dem Ingenieur W. Lahmeyer wurde im Jahre 1890 mit 1,2 Millionen Mark Kapital die Kommanditgesellschaft W. Lahmeyer gegründet, die hauptsächlich große Dynamos bauen sollte. Diese Firma wieder errichtete im Jahre 1893 die „Elektrizitätsgesellschaft vorm. W. Lahmeyer in Frankfurt a. M.“ mit einem Kapital von 500000 Mark sowie die „Aktiengesellschaft für den Bau und Betrieb elektrischer Anlagen“, die eine für die Fabrikation, die andere für die Ausführung von Elektrizitätsanlagen. Später wurden beide Unternehmungen, da sich der getrennte Betrieb organisatorisch nicht bewährte, wieder miteinander fusioniert. Das Kapital der Gesellschaft, das im Jahre 1893 1,7 Millionen Mark betrug, wurde 1896 auf 3 Millionen Mark, 1897 auf 4 Millionen Mark, 1899 auf 6 Millionen Mark und 1900 auf 10 Millionen Mark erhöht. Im Jahre 1901 wurde das Aktienkapital gelegentlich der Angliederung der „Deutschen Gesellschaft für elektrische Unternehmungen“, der Finanzgesellschaft des Lahmeyer-Konzerns, auf rund 20 Millionen Mark erhöht, daneben wurden im Jahre 1898, 1901 und 1902 Anleihen von 2, 4 und 10 Millionen Mark aufgenommen. Bei dieser Gesellschaft liegt also das Schwergewicht der Kapitalsvermehrung schon direkt in der Krisenzeit. Die Gesellschaft zahlte auch ihre Höchstdividende von 11% noch im Jahre 1899/1900, im Jahre 1900/01 ging sie auf 10% herab, und erst die beiden folgenden Jahre brachten die völlige Einstellung der Dividendenzahlungen. Das Jahr 1901/02 ergab einen Verlust von 2493871 Mark, das Jahr 1902/03 einen solchen von 371698 Mark, wodurch der Reservefonds so gut wie vollständig aufgezehrt wurde. Wenn es dieser Gesellschaft gelang, die Bilanzreinigung länger als andere Unternehmungen hinauszuschieben, so war dies auf den Umstand zurückzuführen, daß eine verhältnismäßig gute, aber auf Kosten zu niedriger Konkurrenzpreise erreichte Beschäftigung und ein relativ befriedigender Geldbestand die latente Schwäche zeitweilig zu übertünchen gestatteten unddie akute Gefahr hinausschoben. Auf die Dauer war eine derartige Bilanzierung aber natürlich nicht aufrechtzuerhalten. Auch die Verlustjahre 1901/02 und 1902/03 brachten keine wirkliche Gesundung. Eine im Jahre 1905 vorgenommene Vereinigung des Fabrikationsgeschäfts der Gesellschaft mit dem Kabelwerk Felten & Guilleaume in Mülheim am Rhein, einem in sich durchaus kräftigen und lebensfähigen Unternehmen, gestattete eine Aufrechterhaltung der Scheingesundheit für ein paar weitere Jahre. Erst im Jahre 1910 ließ sich die innere Schwäche der Gesellschaft nicht länger verbergen und die Gesellschaft fiel als Fusionsobjekt der A. E. G. anheim.
Günstiger als diese Unternehmungen, die den großen führenden Konzernen nach zur Universalität in der elektrischen Fabrikation strebten und sich von Emil Rathenau auf das gefährliche Gebiet der Unternehmergeschäfte locken ließen, überstanden die guten elektrotechnischen Spezialfabriken die Krise der Jahre 1900–1903. Kabel- und Drahtwerke, Apparatefabriken, Dynamowerke, Instrumentenfabriken, die ihre Spezialität sorgfältig ohne Großmannssucht und ohne Übergriffe auf andere Gebiete ausbildeten, konnten sich auch späterhin gegen die erdrückende und aufsaugende Übermacht der großen Konzerne behaupten, der sich die „gemischten Unternehmungen“ zweiten und dritten Ranges ohne Ausnahme nicht gewachsen zeigten.
Es bleibt noch zu untersuchen, weswegen dieKrisisdes Jahres 1900/01 die Elektrizitätsindustriestärker mitnahm als jede andere gewerbliche Depressionvorher und nachher, wenigstens soweit die von uns vornehmlich behandelte Periode von der Gründung der A. E. G. bis zur Gegenwart in Betracht kommt. Wohl stand der Anfang der achtziger Jahre in der Elektrizitätsindustrie, namentlich in der englischen, unter dem Zeichen einer Kabelkrisis, die durch die vielen Gründungen von Telegraphen- und Kabelgesellschaften entstanden war. Gerade aber die beginnende Epoche der Starkstromindustrie und die Erfindung des elektrischen Bogen- und Glühlichts trugen dazu bei, diese Krisis verhältnismäßig schnell zu überwinden. Indem man sich in England unter dem Eindruck der Schäden und Verluste, die eine übermäßige Gründungstätigkeit auf dem Gebiete der Schwachstromtechnik dort verursacht hatte, vor ähnlichen Gefahren und Auswüchsen auf dem Gebiete der Lichtelektrizität in Zukunft durch gesetzliche Hemmungen und Kontrollenschützen zu müssen meinte, trug man dazu bei, das Schwergewicht der Starkstromtechnik nach anderen Ländern zu verlegen, von denen besonders Deutschland, dank der Voraussicht und der Energie Emil Rathenaus, die Führung auf dem neuen Gebiete übernahm. Die kurze Krisis von 1891/92 berührte natürlich auch die Elektrizitätsindustrie, aber sie hinterließ keine tieferen Spuren. Die Entwickelungskräfte, von denen die Industrie damals getrieben wurde, der Zentralenbau, der Straßenbahnbau und die Anfänge der Kraftübertragung, waren noch frisch, und zeigten bislang keine Spuren von Erschöpfung. Das Unternehmergeschäft war noch nicht allzusehr umstritten, und überhaupt die Konkurrenz in der Elektrizitätsindustrie noch verhältnismäßig gering, die Expansionsfreiheit bei großen Unternehmungen wie bei Siemens & Halske und der A. E. G. beschränkt und durch Verträge gehindert. Diese Verhältnisse hatten sich in dem folgenden Jahrzehnt gründlich verändert. Die großen Erfindungen und Entwickelungsprobleme der achtziger Jahre hatten einen starken und zahlreichen Wettbewerb auf den Plan gelockt, der sich fast ganz frei betätigen und ausbreiten konnte, denn die Dynamomaschine und die Glühlampe, die technischen Träger dieser Entwickelung, hatten sich durch Patente nicht monopolisieren lassen. Dadurch wurden diese Erfindungen und die ihnen innewohnenden industriellen Möglichkeiten sehr schnell aus- und abgenützt, alle der Anwendung zugänglichen Objekte in kurzer Zeit herausgesucht und bearbeitet und zwar unter Bedingungen, die mit dem zunehmenden Wettbewerb sich für die Industrie verschlechterten. Die Zeit von 1890 bis 1900 war eine Periode der schnellen, umfassenden und gründlichen Durchführung, Verbesserung und Ausbildung früherer Erfindungen, keine Periode neuer schöpferischer und befruchtender Gedanken, eine Periode der Industrialisierung, keine der technischen Grundlegung. Der Zentralenbau hatte noch nicht den großen Schritt zur Überlandzentrale und erst recht noch nicht den größeren zu der Montan- oder Wasserkraftzentrale mit weiterem Fernübertragungsradius getan. Der Lichtelektrizität erstand in der scheinbar schon stark zurückgedrängtenGastechnikein alter, aber verjüngter Wettbewerber wieder, der mit Zähigkeit, Geschick und Glück dem elektrischen Eindringling die Spitze zu bieten, ja ihn zurückzuschlagen suchte. Das Gasglühlicht, die geniale Erfindung Auer v. Welsbachs, mit seinem großen technischen und ökonomischen Fortschrittgegenüber der alten Gaslampe nahm den Kampf gegen die stagnierende Technik der Kohlenfadenlampe auf. In der Mitte der neunziger Jahre war es, als die damals gegründeteDeutsche Gasglühlicht-Akt.-Ges.(Auer-Gesellschaft) Dividenden von 100 und 130% ausschüttete und das märchenhafte Phantom am deutschen Börsenhimmel wurde, bis die Krisis auch diesen Kometen vorerst wieder verdunkelte. Jene Konstruktion hatte gleichfalls dem Versuch, sie in die Fesseln des Patentes zu schlagen, gespottet. Die Patentfreiheit hatte das Monopol der Auer-Gesellschaft zwar vernichtet, die Konkurrenz des Gasglühlichts gegenüber dem elektrischen Glühlicht aber wesentlich gesteigert. Später bedeutete das hängende Gasglühlicht einen weiteren bedeutenden Fortschritt an Lichthelle, Lichtschönheit und Gasersparnis. Selbst das an die elektrische Bogenlampe verlorene Terrain suchte die Gaslampe durch neue gelungene Konstruktionen wiederzuerobern. Demgegenüber gelang der Lichtelektrizität in dieser Zeit kein ganz großer Wurf. Die elektrische Metallfadenlampe, mit der Auer v. Welsbach seiner Deutschen Gasglühlicht-Ges. die durch die Überproduktion im Gasglühlichtgebiete erschütterte Sonderstellung wiederzugeben versuchte, war noch nicht auf dem Plan erschienen; die Nernstlampe, so ingeniös ihre Idee auch war und so enormen Aufwand an Kapital und Arbeit in der Konstruktion und Propaganda die A. E. G. ihr auch widmete, blieb eine Sonderlichtquelle von schönem, reichem und stromsparendem Licht. Sie bedeutete für gewisse Zwecke einen beachtenswerten Fortschritt, es fehlte ihr aber doch das Zündende und Einfache, das sie zu einem Massenbeleuchtungsartikel hätte machen können. Der Optimismus Emil Rathenaus sollte sich diesmal nicht ganz als gerechtfertigt erweisen. „Wiederum stehen wir,“ so hatte Rathenau in der Generalversammlung der A. E. G. vom November 1899 prophezeit, „wie damals in Paris an der Wiege einer neuen Beleuchtungsart.“ Gerade aber das, was Rathenau von der Erfindung der elektrolytischen Beleuchtungskörper erwartet hatte, daß „das elektrische Licht mit ihr nicht länger seinen Triumphzug auf Paläste und vornehme Häuser beschränken würde, sondern vielmehr in die Hütten und Werkstätten Minderbemittelter eindringen und den Wettbewerb mit untergeordneten Beleuchtungsmitteln auch ökonomisch bestehen würde,“ hat sich mit der Nernstlampe noch nicht erfüllt. Diese Aufgabe wurde erst mit der Metallfadenlampe gelöst. — Auch auf dem Gebiet derelektrischen Bahnen schien ein Stillstand einzutreten. ImStrassenbahnbaumußte sich der Kreis dermöglichenAufträge mit ihrer Erledigung allmählich erschöpfen, und je stürmischer die Elektrifizierung der Straßenbahnen in der vorangegangenen Periode vor sich gegangen war, desto stärker war der Abfall in der Beschäftigung, nachdem der größte Teil der lokalen Pferdebahnen in den elektrischen Betrieb überführt war. Dieser Geschäftszweig schrumpfte zusammen und stellte bald kein ergiebiges Tätigkeitsfeld mehr für eine so umfangreich gewordene Industrie wie die elektrische dar. Was jetzt noch an Aufträgen einging, setzte sich aus der Nachlese der Straßenbahnbau-Tätigkeit und dem im Verhältnis zu den großen Fabrikationsanlagen der Werke geringen Reparatur- und Ergänzungsgeschäft zusammen. Der Bau vonUntergrundbahnenwollte noch nicht so recht vorwärts schreiten, und die Unternehmung im Reiche hielt es für richtig, fürs erste einmal die Erfahrungen abzuwarten, die man mit der Elektrischen Hoch- und Untergrundbahn in Berlin machen würde. Vollends dieElektrifizierung der Vollbahnen, die von den Elektrizitätsfachleuten, voran Emil Rathenau, als das große, ertragreiche Zukunftsgebiet bezeichnet wurde, stieß auf schwer zu überwindende Hemmungen. Die Staatsbahnverwaltungen, die über die ökonomische Frage, und die militärischen Behörden, die über die Betriebssicherheit im Kriege recht skeptisch dachten, standen den großen, stürmisch geäußerten Plänen der Industrie sehr zurückhaltend gegenüber, und waren nur für eine langsame, vorbereitende Versuchsarbeit auf kurzen Strecken zu gewinnen. Alles, was in dieser Epoche auf elektrischem Gebiet geleistet wurde, war somit — oft sehr wertvolle und verdienstliche — Kleinarbeit, bot aber keine großen, in die Zukunft weisenden, die Phantasie und das Kapital anregenden Ausblicke. Der bisher stürmisch dahinsausende Wagen der Entwickelung verlangsamte seinen Lauf, es traten Reibungen und Hemmungen auf und der Schwung drohte verloren zu gehen.
Als letztes, die Krisis auslösendes und verschärfendes Moment traten dieAuswüchse des Unternehmergeschäftshinzu, das von einer Rathenauschen Spezialität zu einer allgemeinen Übung der Industrie geworden war, ohne aber in dieser allgemeinen Anwendung die Solidität, Sicherheit und Rückendeckung zu besitzen, die ihr der Erfinder und Meister für seinen Sonderfall gegeben hatte.Eine Zeitlang hatte dieses Unternehmergeschäft der Industrie verstärktes Leben einhauchen können, gerade diese künstliche Belebung des Pulsschlages mußte aber umso früher zu einer Erschöpfung und Erschlaffung führen. Die Fabriken waren, wie die A. E. G. es in ihrem Geschäftsbericht ausgedrückt hatte, auf Grund von Aufträgen, die aus Lieferungen für eigene Unternehmungen stammten, und darum nur einmalige waren, ungerechtfertigt erweitert worden. Von dieser falschen Einschätzung des Verhältnisses zwischen Unternehmer- und Fabrikationsgeschäft hatte sich sogar die A. E. G. nicht ganz freihalten können; die meisten übrigen Gesellschaften der elektrotechnischen Industrie hatten ihre ganze Schwerkraft darauf eingestellt.
Rathenaus System war zwar in seinen Äußerlichkeiten nachgeahmt, aber nicht in seinem organischen Wesen begriffen und übernommen worden. Was Emil Rathenau in jahrelanger geduldiger Arbeit Stein auf Stein setzend, vom Kleineren zum Größeren schreitend, keinen Schritt tuend, ohne den vorigen gesichert und gefestigt zu haben, aufgebaut hatte, sollte von den anderen in der raschen Arbeit weniger Jahre zu gleicher Höhe geführt werden. Der industrielle Baugedanke, der bei Rathenau die Hauptsache gebildet hatte, aus dessen Durchführung erst alle anderen gefolgt, die Auftragsgewinne, die Effektengewinne usw. als Früchte langsam gereift waren, trat bei den anderen mehr und mehr in den Hintergrund. Sie bauten ihre Unternehmungen nicht so selbstlos wie möglich, damit sie als dauernde Rentenquellen ihren späteren, dann aber endgültigen Wert erhielten, sondern sie suchten sich schon an der Ausführung zu bereichern. Sie hielten die Effekten nicht vorsichtig zurück, bis sie wirklich emissionsreif geworden waren, sondern wollten den Emissions- und Finanzgewinn schnell pflücken. Die Banken, die ihnen nahestanden, drängten zu häufigen und schnellen Transaktionen, bei denen auch die Finanzinstitute umsetzen und verdienen konnten. Sie machten sich so zu den Herren der Finanzpolitik, während sie bei Rathenau stets die Diener geblieben waren. Das Mißverhältnis der Finanzkapitalien zu den Industriekapitalien, das wir bei einigen der jüngeren Gesellschaften oben festgestellt haben, ist charakteristisch für die falsche Anwendung der Methode Rathenau. So gelangen den Nachahmern zwar vielleicht am Anfang einige Transaktionen — wenigstens scheinbar. Die schlechten Erfahrungen, die das Kapitalistenpublikumaber schließlich mit der Mehrzahl der erworbenen Werte machte, diskreditierte bald ihren Emissionskredit und den der Elektrizitätsindustrie überhaupt. Denn es ist verständlich, daß für die zu Tage getretenen Enttäuschungen und Auswüchse nicht die falsche Anwendung des Systems Rathenau, sondern das System an sich verantwortlich gemacht wurde. Gerade in Hausseperioden wie in Krisenzeiten unterscheidet und sichtet das Publikum nicht ruhig und unbefangen, sondern es ist geneigt, zu verallgemeinern, statt zu unterscheiden. Der Rausch wie der Katzenjammer führen zu stimmungsmäßigem, nicht zu kritischem Urteil.
Auch hier wieder machte die Firma Siemens & Halske eine rühmliche Ausnahme. Das Finanzierungssystem, das auch sie schließlich gezwungen war anzunehmen, hat sie nicht leichtfertig gehandhabt. Daran hinderte sie die anerzogene Gründlichkeit und Ehrlichkeit ihrer industriellen Methoden. Aber die Tatsache, daß sie sich erst verhältnismäßig spät entschloß, Rathenau auf den von ihm eingeschlagenen Wegen zu folgen, hat es ihr nicht gestattet, den Vorsprung des Rivalen, wenn er auch vielleicht nur 3–4 Jahre alt war, einzuholen. Das zeigt die Rentabilität ihrer Finanzgesellschaften deutlich. Die „Schweizerische Gesellschaft für elektrische Industrie“, die das Siemens & Halskesche Gegenstück zu der Rathenauschen Bank für elektrische Unternehmungen bildete, hat nur eine Rente von durchschnittlich 6% erreicht gegenüber einer solchen von 12% der Elektrobank. — Die „Elektrische Licht- und Kraftanlagen-Gesellschaft“, die denselben Zwecken diente wie die Elektrizitätslieferungsgesellschaft der A. E. G., zahlte, nachdem sie lange Zeit nur eine bescheidene Rente von durchschnittlich 5% erbracht hatte, in den letzten Friedensjahren 7% gegen 10 und 12% der Elektrizitätslieferungsgesellschaft. Ein ähnliches bescheidenes Erträgnis haben auch die Siemenssche „Akt.-Ges. für Elektrizitätsanlagen“ und die „Siemens Elektrische Betriebe Akt. Ges.“ bisher nicht überschritten.