VII.Kramerlehrling und Gehilfe.
Wenn man jetzt, in unserer Zeit der Gewerbefreiheit, der Freizügigkeit, aber auch des Börsenschwindels, und vielfachen unsoliden Geschäftsgebahrens, in unserer Zeit, welche an Stelle despraktischenErlernens der Kaufmannschaft fast nur dietheoretischeAusbildung gesetzt hat, und dadurchüberhauptdiese Ausbildung zumfermen, inallenZweigen gewandten Kaufmann geradezu zur Seltenheit macht, zurückdenkt, wie sorgfältig selbst in kleinen Geschäften vor 40 Jahren diese Ausbildung erfolgte, so kann man nicht umhin, ob der jetzigen Oberflächlichkeit den Kopf zu schütteln. Wohl giebt es auch jetzt noch eine große Anzahl von Kaufleuten, welche ihre Kenntnisse in allen Zweigen kaufmännischen Wissens möglichst zu vervollkommnen streben, allein dieselben bilden jetzt eine wahrhaft erschreckende Minderzahl. Nicht jeder Lehrling ist in der pekuniär glücklichen Lage, eine Handelsschule während seiner Lehrzeit besuchen zukönnen, und da die Chefs jetzt entweder selbst nur einseitig gebildet sind, oder sich nicht die Mühe nehmen, ihre Kenntnisse auch im Laufe der Lehrzeit dem Lehrling mitzutheilen, weil sie entweder selbst zu beschäftigt sind oder dies überhaupt für überflüssig halten, so kommt es, daß der jetzige Handlungsgehilfe oft von den Zweigen der Handelswissenschaften, in welchen er während seiner Lehrzeit nicht beschäftigt wurde, nicht einmal die einfachsten Kenntnisse besitzt. Commis, welche tüchtige Decorateure oder Verkäufer und Reisende sind, haben oft nur ganz mangelhafte Ausbildung in der Buchführung etc., und ebenso ist es umgekehrt der Fall. Daher kommt es auch, daß so viele, eben nur ineinemFache, alsoeinseitigausgebildete junge Kaufleute schnell herunter kommen, wenn sie einmal stellenlos werden, weil sie eben vermöge ihrereinseitigenAusbildung andere Stellungen als die gewöhnten nicht auszufüllen vermögen.
Etwas ganz Anderes war dies in den Zeiten vor der Gewerbefreiheit, wo die Ausbildung des Lehrlingsnach allen Seitenzwischen Lehrherrn und Lehrling einecontractlich ausgedungenewar, und daß der Lehrherr auch seinen Verpflichtungen nachkam, dafür sorgte die Oberaufsicht und die Gehilfenprüfung durch die Oberhäupter der »Kramer-Innung«.
Freilich waren damals die Lehrherren selbstnach allen Seitenhin kaufmännisch gebildet, und der Fall, daß ein solcher sich lediglich deshalb einen Buchhalter hielt, weil er selbst eben nicht viel von der doppelten Buchführung verstand, war damals fast undenkbar. Ebenso hatte sich das allgemeine Geschäft noch nicht in so viele Specialitäten getheilt wie jetzt, dazu kamen damals viel verwickeltere Geld-, Maß- und Gewichtsverhältnisse, deren Kenntniß eine unbedingt nothwendige war und welche den Jüngling zum fortwährendenRechnen geradezu zwangen. Selbst dem simplen Lehrling eines kleinen Materialwaarengeschäftes blieb z. B. das Bankwesen nicht fremd. Er mußte wissen, daß vier Thaler Conventionsmünze sieben süddeutsche Gulden werth waren, ebenso mußte er preußische und andere Goldstücke genau nach ihrem jeweiligen Cours kennen, ebenso den Cours der Hunderterlei in- und ausländischen Cassenscheine, Banknoten und Coupons, er mußte mit der Goldwaage Bescheid wissen, wenn ihm ein von irgend einem menschenfreundlichen Cravattenfabrikanten (Wucherer) beschnittener Ducaten zur Zahlung vorgelegt wurde, er mußte schnell die an dem Goldstück fehlenden »Aß« und daraus wieder den geringeren Werth (vom Courswerth) desselben zu ermitteln verstehen etc. etc. Und andererseits, im Manufacturwaarenfach mußte er wissen, daß das Yard = 1⅞ Leipziger Ellen, das »Schock« Leinwand und Handtücher 60 Ellen, 6 Berliner = 7 Leipziger, 5 Brabanter = 7 Leipziger Ellen, daß das »Pack« seidener schweizer Taschentücher 7 Stück derselben enthielt, daß ein »Stein« Wolle = 20 Pfund und eine »Tonne« = 20 Centner war, er mußte blitzschnell ausrechnen können, welchen Einkaufspreis die Leipziger Elle in Neugeld hatte, wenn die Berliner Elle Buckskin 42 gute Groschen (24 = einen Thaler) zu stehen kam. Auch das damals bedeutend höhere Porto, welches in den verschiedenen Staaten Deutschlands stets differirte, zwang ihn zum Rechen; lag ihm doch als Lehrling die alleinige Führung und Verantwortung über die Portocasse ob. Und nun erst die Cassenscheine und Banknoten der vielen Einzelstaaten und Privatgesellschaften, da gab es welche, die heute mit ¼, morgen mit ⅜ und übermorgen mit ⅙% unter dem Nennwerth angenommen wurden, die Oesterreicher mit ihrem schwankenden Cours, die wilden und — — die gefährlichsten — die verfallenen. Der Courszettel mußtealso damals schon vom Lehrling sehr fleißig studirt werden.
Alles dies aber machte den Lehrlingumsichtig. Aber was ihm dabei ein gewisses Selbstgefühl gab, war das Bewußtsein, einer mächtigen, alten und hochangesehenen Corporation, wenn auch zunächst nur als deren niedrigstes Glied anzugehören. Er wußte, daß, wenn er seine Pflichten getreu erfüllte, auch sein Lehrherr ihm gegenüber sehr ernst verpflichtet war, und Beide nahmen daher die Sache nicht so leicht, wie dies zum großen Teil jetzt geschieht.
Das Kramerhaus zu Leipzig.
Das Kramerhaus zu Leipzig.
Kurz nach Ostern jeden Jahres, wenn die Confirmationsfeierlichkeiten vorüber waren, fand auf demKramerhaus im Saale desselben in feierlicher Sitzung der versammelten Innungsmitglieder unter Leitung des »amtsführenden Kramermeisters« zunächst die Freisprechung der »ausgelernten« Lehrlinge und darauf in einer zweiten Sitzung die ebenso feierliche »Verpflichtung und Aufnahme« der neueintretenden Lehrlinge statt. Zu diesem Behufe begaben sich die Angehörigen des Knaben mit demselben und seinem zukünftigen Lehrherrn an dem bestimmten Tage und zu der bestimmten Stunde in das genannte Sitzungslocal, wo die Knaben auf einigen Holzbänken neben einander Platz nahmen. Wie manchem von ihnen, die erst vor wenigen Tagen die trauliche Schule verlassen hatten und nun auch das Elternhaus, wenigstens zum Theil, verlassen sollten, denn meist wohnten die Lehrlinge in der Familie des Principals, klopfte es etwas ängstlich in der Brust, angesichts der stattlichen Reihe alter, theilweise noch mit mächtiger Allongeperrücke oder herausfordernden steifen Vatermördern angethanen und streng aus ihrem einfachen Holzrahmen auf den jungen Nachwuchs herabblickenden Bilder früherer Kramermeister, welche die Wände des Saales zierten.
Mit einem einfachen Gebet ward die Sitzung eröffnet, und nachdem der amtsführende Meister die Anwesenden begrüßt, legte er sowohl den Lehrherren wie den Lehrlingen ihre gegenseitigen Pflichten dar, worauf er dieselben fragte, ob sie bereit seien, denselben jederzeit und in allen Stücken nachzukommen. War dies von den Betheiligten bejaht worden, so nahm der Vorsitzende die neuen Lehrlinge als nunmehrige Glieder der Innung mittelst Handschlages jedes Einzelnen in Pflicht, worauf wiederum ein kurzes Gebet die Feier schloß.
Der Knabe war nun Lehrling und diente von der Pike an, doch war die jeweilige Zeit seiner verschiedenenVerwendung im Laufe der Lehrzeit genau contractlich formulirt und festgesetzt.
Die Lehrzeit betrug in der Regel vier Jahre, das Lehrgeld, welches an den Principal, jedoch nur dann gezahlt wurde, wenn der Lehrling bei ihm Kost und Logis genoß, schwankte, je nach der Größe des Geschäftes, zwischen 300 und 900 Mark, außerdem mußte er noch ein vollständiges Gebett guter Betten mitbringen, welches er während seiner Lehrzeit benutzte, das aber nach Beendigung derselben Eigenthum des Lehrherrn verblieb. Im ersten Jahre mußte der junge Handlungsbeflissne so ziemlich alle Arbeiten machen, welche in der niederen Region, in der er sich befand, vorkamen. War er Materialist, so mußte er bei der täglichen Oeffnung und Reinigung des Ladens helfen, erlernte die Geheimnisse des Zuckerschlagens und richtigen Schwenkens des Kaffeesiebes, er mußte Düten kleben und Kaffee, Rosinen und Mandeln lesen und sah mit Neid auf denAeltesten(Lehrling), der verzweifelt einige unter seinen Ohren sprossende Haare zu einem Anfluge von Backenbart pflegte und beim Erscheinen feinerer Kundschaft blitzschnell aus dem Contor hervorschoß, um dieselbe mit einem Schwall süßer Reden zu bedienen, wobei er denKleinenstetig kommandirte oder bei Seite schob. In Manufacturwaaren erlernte er die Aus- und Umpackung der Waaren, die Auszeichnung derselben und das Geheimniß mit der Scheerefadenrechtzu schneiden, die Waarenstöße in schnurgerader Linie aufzuführen und drang in die Anfangsgründe der Wissenschaft der Appretur und des Unterschiedes zwischen Seide, Wolle, Baumwolle und Leinen, sowie der Mysterien vom Gebrauche des Fadenzählers. Dabei gab es Facturen kunstgerecht in die richtige Fächerbreite zu falzen, Briefe zu copiren, Wege zu laufen, das Portobuch und die Portocasse richtig zu führen, allmälig in die Geheimnisse der Farben-Nüancen und dasrichtige Zusammenpassen derselben einzudringen — und so ging es von Morgens früh bis Abends spät, immer arbeiten, immer Neues zu erlernen, Sonntags und Wochentags, und die Zeit flog dabei schnell vorüber.
Im zweiten Jahre lernte der Materialist selbstständig verkaufen, er begann barfüßige Jungen, die er noch im ersten Jahre voll Hochachtung nach ihren Wünschen fragte, ziemlich von oben herab zu behandeln und ließ sich, wenn dieselben für »n’en Dreier Pfeffer« holten, nicht mehr preußische Dreier für vollwerthig aufhängen; er lernte mit Grazie mit der einen Hand einen Hering und mit der anderen eine sauere Gurke aus den Fässern nehmen, handhabte gewandt den Oeltrichter und verstand der Waage das richtige »Schnippchen« zu geben. Der Manufacturist wurde zur Bedienung bescheiden auftretender Bauersleute oder baumwollene Cravatten kaufender Dienstmädchen zugelassen, er lernte Tuche nach dem Faden reißen, machte die Anfangsgründe der Decoration der Schaufenster durch, überwand jetzt spielend die complicirten Verhältnisse der »Wiener, Brabanter, Berliner und Leipziger Elle, der Yards und der Meter« zueinander, knüpfte allmälig sein halbseidenes Halstuch immer zierlicher um die bescheidenen Vatermörder und spielte kleinen Mädchen gegenüber, die für die Mutter (Mamas gab es damals noch wenig) anderthalb Elle Franzleinwand zur Taillenfütterung holten, den angehenden Schwerenöther.
Im dritten Jahre siedelte der Materialist »aufs Lager« über, erlernte die riesigen Zuckerfässer nachwiegen, den verschiedenen Inhalt der Nudelkisten von außen erkennen, drang tief in die Geheimnisse der Behandlung des »Schweizerkäses« mit Rum ein, zankte sich mit den zahlreichen Frachtfuhrleuten und stellte denselben ihre Frachtbriefe aus, wußte verblaßten Rosinen und Corinthen neuen Glanz aufzuwichsen, röstete den Kaffee in schulgerechter Weise und wußte genau »blauen Menado« von»Perl-Kaffee« zu unterscheiden. Er führte das Lagerbuch, und die während seiner Anwesenheit im Geschäfte nie sein Ohr verlassende Feder gab ihm eine gewisse Würde.
Der Manufacturist hatte die Geheimnisse der Gewebe- und Farbenverschiedenheiten jetzt vollständig überwunden, er verstand, etwas mundfaulen Kunden ihre Wünsche so ziemlich vom Gesicht abzulesen, lernte ein der Kundschaft gefallendes Muster, wenn das Stück nicht mehr genug Inhalt besaß, um den voraussichtlichen Bedarf der Kundin zu decken, rechtzeitig unter der Ladentafel verschwinden zu lassen und der Käuferin oft das Gegentheil des Gewünschten aufzuschwatzen, er entwickelte große Kühnheit und Entschiedenheit in seinen Behauptungen über das, was der Kundin »stehen« und »kleiden« müsse und wußte bescheidene Widersprüche durch ein fast mitleidiges Lächeln auf das Siegreichste zu überwinden.
Im vierten Jahre empfing der junge Kaufmann, entweder von der Hand des Chefs selbst oder dessen erstem Vertreter, die Schlußpolitur, indem er »ins Contor« versetzt wurde.
Da jederPrincipalgenau wußte, daß damals beijedemStellenwechsel eines jungen Mannes stets die erste Frage war: »Wo haben Sie gelernt?« und somit sein Renommee als Kaufmann und als Lehrherr im Besonderen auf dem Spiele stand, so war es Ehrensache für ihn, den jungen Mann gut auszubilden. War er doch nach dem Lehrvertrag verpflichtet, dem »Ausgelernten« eine Stelle als Commis zu beschaffen oder ihn selbst mindestens ein Jahr als solchen mit einer bestimmten Summe zu salairiren.
Der »Dreijährige« oder »Große« lernte nun von der simplen Strazze bis zum Hauptbuch, vom Geschäftsunkostenconto bis zum Bilanzconto die Buchführung gründlich kennen, er drang in die Geheimnisse derCorrespondenz, indem er nach Feierabend zahllose stilgerechte Briefe an nur in seiner Phantasie existirende Firmen richtete, in denen er alle nur denkbaren Vorkommnisse von der einfachen Bestellung eines Fasses Schmierseife bis zur Uebersendung complicirter Contoauszüge und der Anzeige discontirter Kundenwechsel mit »Damno«, Zinsenberechnung etc. etc. zur Ausführung brachte, welche Briefe dann sein Chef gewissenhaft prüfte und gemachte Fehler rügte. Der »Dreijährige« Manufakturist verstand jetzt kunstvoll Chales und Saloppen in den vollendetsten Falbenwurf zu bringen, nahm eine Gönnermiene gegen jüngere Markthelfer und Burschen an, verwendete stets von seinen acht guten Groschen Wochentaschengeld 25 Pfennige, um sich Sonntags die Haare kräuseln zu lassen und machte an denselben Tagen weite Spaziergänge in möglichst menschenleere Gegenden, um eine Dreipfennigcigarre aus Propsthaidaer Deckblatt und Stötteritzer Einlage zu maltraitiren, was diese ihm mit rührender Gewissenhaftigkeit wieder vergalt. Er bewegte sich, den ob seiner Weisheit staunenden »neuen« Lehrlingen gegenüber, mit Vorliebe in kaufmännischen Kunstausdrücken, warf mit »Sconto«, »Bilanzen«, »Credit und Debet« um sich und ärgerte sich über sein Rothwerden, wenn ihn eine hübsche Kundin schelmisch anlachte. Die Hauptsache aber war und blieb Lernen, ernstes, eifriges Lernen und — so war es in allen Branchen.
Hatte sich nun aber der Lehrling tadellos gehalten und war der Lehrherr nicht besonders skeptischer Natur, so rief er wohl schon zur Weihnachtsfeier vor Ostern des vierten Jahres den Lehrling ins Contor und theilte dem Hocherfreuten mit, daß er ihm in Anbetracht seiner guten Führung den Rest der Lehrzeit erlasse und von heute ab als Commis betrachte und als solchen salairire.
Das Personal, welches aber in der Regel bereits Wind von dem Vorhaben des Chefs bekommen hatte,trat nach Geschäftsschlußin corporevor den frischgebackenen Commis und überreichte ihm als Zeichen der Anerkennung seiner neuen Würde und treuer Collegialität Cylinderhut und Spazierstock, sowie eine blumengeschmückteCigarrenspitze mit darin steckender Cigarre. Diese neue Attribute eines »Commis« mußte der Ueberraschte nun zur allgemeinen Freude sofort anlegen und die Cigarre anstecken, worauf obligates Gratuliren und Händeschütteln und schließlich ein kleines Zechgelage folgte, bei dem der »neue Commis« oft einen kleinen Haarbeutel davon trug.
Die Ueberreichung der Attribute eines Commis!Die Ueberreichung der Attribute eines Commis!
Die Ueberreichung der Attribute eines Commis!
Zu Ostern aber saß der junge Commis wieder in der feierlichen Versammlung im »Kramerhause« (in Leipzig, Ecke des Neumarktes und Kupfergäßchens), aber die alten Herren da oben schienen ihm diesmal um Vieles freundlicher auf ihn herabzublicken; gewandt beantwortete er die prüfenden Fragen des amtsführenden Kramermeisters, dann erfolgte seine und der übrigen Genossen feierliche Lossprechung, die Ueberreichung seines Lehrbriefes, und erhobenen Herzens stimmte der junge Gehilfe in das gemeinschaftliche Gebet ein, welches die ernste und würdige Feierlichkeit schloß.
Der junge Mann trat nun hinaus in das Getriebe des kaufmännischen Lebens, aber nicht hin- und hertastend und schwankend, sondern festen Fußes, denn er wußte, daß er etwas Ordentliches gelernt hatte und zwarpraktischgelernt, was sich um Vieles fester einprägt als das theoretisch Erlernte. Er war weder an einen bestimmten Theil des Geschäftsbetriebes, nochunbedingtan eine Branche gebunden, und all’ dieses verlieh ihm eine Sicherheit, die seinem weiteren Fortkommen große Vortheile brachte.
Längst sind jene Zeiten mit ihren ehrwürdigen Gebräuchen in das Meer der Ewigkeit versunken. In den Räumen des alten Kramerhauses haben sich Miethbewohner eingerichtet. Gleichgültig geht jetzt der kaum der Schule entwachsene Kaufmannslehrling mit qualmender Cigarette an jener Pforte vorüber, welche vor 40Jahren sein Standes- und Altersgenosse nur zagend und schon auf der Straße den Hut ziehend, überschritt.
Die Bilder der alten Herren Kramermeister sind aus jenen Räumen verschwunden und fristen unter allerlei Gerümpel in irgend einer abgelegenen Bodenkammer ihr fragwürdiges Dasein. Ohne Achtung vor ihren strengen Mienen, ihren steifen Gesichtern und ihren vollen, weißen Perrücken spielen die Mäuse auf ihren Rahmen und nagen an ihnen herum, bis sie zerfallen und vermodern, wie schon längst ihre eigenen Körper zerfallen und vermodert sind.
Alles ist anders geworden. Ob auch besser? Wir glaubens nicht!