Am 8. December.
Sieh, wie buntes SchneegewimmelSpielet durch den öden Himmel,Und es heult der Stürme Wuth.Ob auch mit erstorb’nen LilienwangenDie Natur im Schlummer ruht,Ist mir doch ein Frühling aufgegangen,Und (ich fühl’ es an dem WogenDieser übersel’gen Brust)In mein frohes Herz gezogen,Reich an Blüthen, reich an Luft.War nicht heute, freudig tönt’s die Laute,Beben’s meine Saiten nach,War nicht heute jener frohe Tag,Wo Dein Blick dies schöne Leben schaute?Ach, Geliebte, war’s nicht heute?Wo ich, noch ein Knab’, an Deiner Wiege saß,Und mein Lieblingsspiel vergaß,Und der Schwester königlich mich freute,Selig dir ins Auge blickte,Ja, und dreimal glücklich war,Wenn ich auf Dein kleines LippenpaarDir den Kuß der Bruderliebe drückte?Vierzehn Lenze sind geschwunden,Doch des Knaben Liebe nicht.Was ich damals schon empfunden,Fühl’ ich noch in schönen Stunden,Wenn Dein sanftes AngesichtTreue Schwesterliebe spricht.Hätt’ ich Hölty’s Lautenklang,Ließe meine Saiten rauschen,Daß die Engel mir im Himmel lauschen,Säng’ ich meinen schönsten Hochgesang:Nimmer würd’ es mir gelingen,Meine Liebe Dir zu singen.Wandle froh und glücklich durch Dein Leben,Trau dem frommen, kindlich reinen Sinn,Von den Engeln, welche Dich umschweben,Sei die Sanftmuth Deine Führerin.Unschuld, an der Liebe Hand,Leite Dich zum bessern Land.Ach, noch keinem Menschen war’s verliehenImmer glücklich, immer froh zu sein!Und soll über Dir auch eine Wolke ziehen,Wohl, so sei’s im rosenfarbnen Schein,Und sie senk’ in Freudenthränen sichIn Dein stilles Leben nieder.Dann umlächle freundlich wiederDein entwölkter Himmel Dich!
Sieh, wie buntes SchneegewimmelSpielet durch den öden Himmel,Und es heult der Stürme Wuth.Ob auch mit erstorb’nen LilienwangenDie Natur im Schlummer ruht,Ist mir doch ein Frühling aufgegangen,Und (ich fühl’ es an dem WogenDieser übersel’gen Brust)In mein frohes Herz gezogen,Reich an Blüthen, reich an Luft.War nicht heute, freudig tönt’s die Laute,Beben’s meine Saiten nach,War nicht heute jener frohe Tag,Wo Dein Blick dies schöne Leben schaute?Ach, Geliebte, war’s nicht heute?Wo ich, noch ein Knab’, an Deiner Wiege saß,Und mein Lieblingsspiel vergaß,Und der Schwester königlich mich freute,Selig dir ins Auge blickte,Ja, und dreimal glücklich war,Wenn ich auf Dein kleines LippenpaarDir den Kuß der Bruderliebe drückte?Vierzehn Lenze sind geschwunden,Doch des Knaben Liebe nicht.Was ich damals schon empfunden,Fühl’ ich noch in schönen Stunden,Wenn Dein sanftes AngesichtTreue Schwesterliebe spricht.Hätt’ ich Hölty’s Lautenklang,Ließe meine Saiten rauschen,Daß die Engel mir im Himmel lauschen,Säng’ ich meinen schönsten Hochgesang:Nimmer würd’ es mir gelingen,Meine Liebe Dir zu singen.Wandle froh und glücklich durch Dein Leben,Trau dem frommen, kindlich reinen Sinn,Von den Engeln, welche Dich umschweben,Sei die Sanftmuth Deine Führerin.Unschuld, an der Liebe Hand,Leite Dich zum bessern Land.Ach, noch keinem Menschen war’s verliehenImmer glücklich, immer froh zu sein!Und soll über Dir auch eine Wolke ziehen,Wohl, so sei’s im rosenfarbnen Schein,Und sie senk’ in Freudenthränen sichIn Dein stilles Leben nieder.Dann umlächle freundlich wiederDein entwölkter Himmel Dich!
Sieh, wie buntes SchneegewimmelSpielet durch den öden Himmel,Und es heult der Stürme Wuth.Ob auch mit erstorb’nen LilienwangenDie Natur im Schlummer ruht,Ist mir doch ein Frühling aufgegangen,Und (ich fühl’ es an dem WogenDieser übersel’gen Brust)In mein frohes Herz gezogen,Reich an Blüthen, reich an Luft.War nicht heute, freudig tönt’s die Laute,Beben’s meine Saiten nach,War nicht heute jener frohe Tag,Wo Dein Blick dies schöne Leben schaute?Ach, Geliebte, war’s nicht heute?Wo ich, noch ein Knab’, an Deiner Wiege saß,Und mein Lieblingsspiel vergaß,Und der Schwester königlich mich freute,Selig dir ins Auge blickte,Ja, und dreimal glücklich war,Wenn ich auf Dein kleines LippenpaarDir den Kuß der Bruderliebe drückte?Vierzehn Lenze sind geschwunden,Doch des Knaben Liebe nicht.Was ich damals schon empfunden,Fühl’ ich noch in schönen Stunden,Wenn Dein sanftes AngesichtTreue Schwesterliebe spricht.
Sieh, wie buntes Schneegewimmel
Spielet durch den öden Himmel,
Und es heult der Stürme Wuth.
Ob auch mit erstorb’nen Lilienwangen
Die Natur im Schlummer ruht,
Ist mir doch ein Frühling aufgegangen,
Und (ich fühl’ es an dem Wogen
Dieser übersel’gen Brust)
In mein frohes Herz gezogen,
Reich an Blüthen, reich an Luft.
War nicht heute, freudig tönt’s die Laute,
Beben’s meine Saiten nach,
War nicht heute jener frohe Tag,
Wo Dein Blick dies schöne Leben schaute?
Ach, Geliebte, war’s nicht heute?
Wo ich, noch ein Knab’, an Deiner Wiege saß,
Und mein Lieblingsspiel vergaß,
Und der Schwester königlich mich freute,
Selig dir ins Auge blickte,
Ja, und dreimal glücklich war,
Wenn ich auf Dein kleines Lippenpaar
Dir den Kuß der Bruderliebe drückte?
Vierzehn Lenze sind geschwunden,
Doch des Knaben Liebe nicht.
Was ich damals schon empfunden,
Fühl’ ich noch in schönen Stunden,
Wenn Dein sanftes Angesicht
Treue Schwesterliebe spricht.
Hätt’ ich Hölty’s Lautenklang,Ließe meine Saiten rauschen,Daß die Engel mir im Himmel lauschen,Säng’ ich meinen schönsten Hochgesang:Nimmer würd’ es mir gelingen,Meine Liebe Dir zu singen.
Hätt’ ich Hölty’s Lautenklang,
Ließe meine Saiten rauschen,
Daß die Engel mir im Himmel lauschen,
Säng’ ich meinen schönsten Hochgesang:
Nimmer würd’ es mir gelingen,
Meine Liebe Dir zu singen.
Wandle froh und glücklich durch Dein Leben,Trau dem frommen, kindlich reinen Sinn,Von den Engeln, welche Dich umschweben,Sei die Sanftmuth Deine Führerin.Unschuld, an der Liebe Hand,Leite Dich zum bessern Land.Ach, noch keinem Menschen war’s verliehenImmer glücklich, immer froh zu sein!Und soll über Dir auch eine Wolke ziehen,Wohl, so sei’s im rosenfarbnen Schein,Und sie senk’ in Freudenthränen sichIn Dein stilles Leben nieder.Dann umlächle freundlich wiederDein entwölkter Himmel Dich!
Wandle froh und glücklich durch Dein Leben,
Trau dem frommen, kindlich reinen Sinn,
Von den Engeln, welche Dich umschweben,
Sei die Sanftmuth Deine Führerin.
Unschuld, an der Liebe Hand,
Leite Dich zum bessern Land.
Ach, noch keinem Menschen war’s verliehen
Immer glücklich, immer froh zu sein!
Und soll über Dir auch eine Wolke ziehen,
Wohl, so sei’s im rosenfarbnen Schein,
Und sie senk’ in Freudenthränen sich
In Dein stilles Leben nieder.
Dann umlächle freundlich wieder
Dein entwölkter Himmel Dich!