Was ist des Deutschen Vaterland?[9]
Wie hat das Lied so schön geklungen,Das einst Herr Arndt, der Dichter, sang,Und das wir Alle mitgesungenBei drei und dreißig Jahre lang?Das Lied vorn deutschen Vaterlande,Wo an dem Rhein die Rebe blüht,Und wo, dem deutschen Rhein zur Schande,Am fernen Belt die Möve zieht.Und wo wir mit Vergnügen sehen,Daß alle Länder, groß und klein,Wie sie im Buch bei Deutschland stehen,Das Vaterland des Deutschen sein.Der Deutsche Bund – Gott geb’ ihm Friede –Hat immer, seit der Völkerschlacht,Bei diesem geograph’schen LiedeEin fürchterlich Gesicht gemacht.Und als der Deutsche Bund entschlafen,Wie ist das Lied dahergebraust!Wie ist’s den Fürsten und den GrafenGleich Sturmwind um den Kopf gebraust!Boch-Buschmann, unser Deputirte,Sang’s oft zu Frankfurt auf der Zeil,Und wenn er jetzt sich nicht genirte,Er säng’ das Lied noch alleweil.Gesungen ward’s in allen Städten,In allen Gassen ist’s erschallt,Auch haben zwischendurch MusketenAls Accompagnement geknallt.Wohin ich mocht’ durch Deutschland wandern,Am Rhein und an der Donau Strand,Hat einer stets gefragt den andern:Was ist des Deutschen Vaterland?Da sprach an einem schönen TageZu Wien Herr Raveaux frank und frei:Daß nunmehr auf die ew’ge FrageDie Antwort schon gefunden sei.Doch dieses war nur eine Flause, –Noch heute ist es unbekannt,Noch singen sie bei jedem Schmause:Was ist des Deutschen Vaterland?Arndt saß hernach im Parlamente– Inzwischen war ergraut sein Haar –Sein Votum zeigte, daß am EndeSein Lied auch eine Lüge war.Ja, eine rechte schöne Lüge,Viel schöner als die Verse sind.Ich wünsche wohl, daß ich mich trüge,Wenn mir die Thrän’ vom Auge rinnt.
Wie hat das Lied so schön geklungen,Das einst Herr Arndt, der Dichter, sang,Und das wir Alle mitgesungenBei drei und dreißig Jahre lang?Das Lied vorn deutschen Vaterlande,Wo an dem Rhein die Rebe blüht,Und wo, dem deutschen Rhein zur Schande,Am fernen Belt die Möve zieht.Und wo wir mit Vergnügen sehen,Daß alle Länder, groß und klein,Wie sie im Buch bei Deutschland stehen,Das Vaterland des Deutschen sein.Der Deutsche Bund – Gott geb’ ihm Friede –Hat immer, seit der Völkerschlacht,Bei diesem geograph’schen LiedeEin fürchterlich Gesicht gemacht.Und als der Deutsche Bund entschlafen,Wie ist das Lied dahergebraust!Wie ist’s den Fürsten und den GrafenGleich Sturmwind um den Kopf gebraust!Boch-Buschmann, unser Deputirte,Sang’s oft zu Frankfurt auf der Zeil,Und wenn er jetzt sich nicht genirte,Er säng’ das Lied noch alleweil.Gesungen ward’s in allen Städten,In allen Gassen ist’s erschallt,Auch haben zwischendurch MusketenAls Accompagnement geknallt.Wohin ich mocht’ durch Deutschland wandern,Am Rhein und an der Donau Strand,Hat einer stets gefragt den andern:Was ist des Deutschen Vaterland?Da sprach an einem schönen TageZu Wien Herr Raveaux frank und frei:Daß nunmehr auf die ew’ge FrageDie Antwort schon gefunden sei.Doch dieses war nur eine Flause, –Noch heute ist es unbekannt,Noch singen sie bei jedem Schmause:Was ist des Deutschen Vaterland?Arndt saß hernach im Parlamente– Inzwischen war ergraut sein Haar –Sein Votum zeigte, daß am EndeSein Lied auch eine Lüge war.Ja, eine rechte schöne Lüge,Viel schöner als die Verse sind.Ich wünsche wohl, daß ich mich trüge,Wenn mir die Thrän’ vom Auge rinnt.
Wie hat das Lied so schön geklungen,Das einst Herr Arndt, der Dichter, sang,Und das wir Alle mitgesungenBei drei und dreißig Jahre lang?
Wie hat das Lied so schön geklungen,
Das einst Herr Arndt, der Dichter, sang,
Und das wir Alle mitgesungen
Bei drei und dreißig Jahre lang?
Das Lied vorn deutschen Vaterlande,Wo an dem Rhein die Rebe blüht,Und wo, dem deutschen Rhein zur Schande,Am fernen Belt die Möve zieht.
Das Lied vorn deutschen Vaterlande,
Wo an dem Rhein die Rebe blüht,
Und wo, dem deutschen Rhein zur Schande,
Am fernen Belt die Möve zieht.
Und wo wir mit Vergnügen sehen,Daß alle Länder, groß und klein,Wie sie im Buch bei Deutschland stehen,Das Vaterland des Deutschen sein.
Und wo wir mit Vergnügen sehen,
Daß alle Länder, groß und klein,
Wie sie im Buch bei Deutschland stehen,
Das Vaterland des Deutschen sein.
Der Deutsche Bund – Gott geb’ ihm Friede –Hat immer, seit der Völkerschlacht,Bei diesem geograph’schen LiedeEin fürchterlich Gesicht gemacht.
Der Deutsche Bund – Gott geb’ ihm Friede –
Hat immer, seit der Völkerschlacht,
Bei diesem geograph’schen Liede
Ein fürchterlich Gesicht gemacht.
Und als der Deutsche Bund entschlafen,Wie ist das Lied dahergebraust!Wie ist’s den Fürsten und den GrafenGleich Sturmwind um den Kopf gebraust!
Und als der Deutsche Bund entschlafen,
Wie ist das Lied dahergebraust!
Wie ist’s den Fürsten und den Grafen
Gleich Sturmwind um den Kopf gebraust!
Boch-Buschmann, unser Deputirte,Sang’s oft zu Frankfurt auf der Zeil,Und wenn er jetzt sich nicht genirte,Er säng’ das Lied noch alleweil.
Boch-Buschmann, unser Deputirte,
Sang’s oft zu Frankfurt auf der Zeil,
Und wenn er jetzt sich nicht genirte,
Er säng’ das Lied noch alleweil.
Gesungen ward’s in allen Städten,In allen Gassen ist’s erschallt,Auch haben zwischendurch MusketenAls Accompagnement geknallt.
Gesungen ward’s in allen Städten,
In allen Gassen ist’s erschallt,
Auch haben zwischendurch Musketen
Als Accompagnement geknallt.
Wohin ich mocht’ durch Deutschland wandern,Am Rhein und an der Donau Strand,Hat einer stets gefragt den andern:Was ist des Deutschen Vaterland?
Wohin ich mocht’ durch Deutschland wandern,
Am Rhein und an der Donau Strand,
Hat einer stets gefragt den andern:
Was ist des Deutschen Vaterland?
Da sprach an einem schönen TageZu Wien Herr Raveaux frank und frei:Daß nunmehr auf die ew’ge FrageDie Antwort schon gefunden sei.
Da sprach an einem schönen Tage
Zu Wien Herr Raveaux frank und frei:
Daß nunmehr auf die ew’ge Frage
Die Antwort schon gefunden sei.
Doch dieses war nur eine Flause, –Noch heute ist es unbekannt,Noch singen sie bei jedem Schmause:Was ist des Deutschen Vaterland?
Doch dieses war nur eine Flause, –
Noch heute ist es unbekannt,
Noch singen sie bei jedem Schmause:
Was ist des Deutschen Vaterland?
Arndt saß hernach im Parlamente– Inzwischen war ergraut sein Haar –Sein Votum zeigte, daß am EndeSein Lied auch eine Lüge war.
Arndt saß hernach im Parlamente
– Inzwischen war ergraut sein Haar –
Sein Votum zeigte, daß am Ende
Sein Lied auch eine Lüge war.
Ja, eine rechte schöne Lüge,Viel schöner als die Verse sind.Ich wünsche wohl, daß ich mich trüge,Wenn mir die Thrän’ vom Auge rinnt.
Ja, eine rechte schöne Lüge,
Viel schöner als die Verse sind.
Ich wünsche wohl, daß ich mich trüge,
Wenn mir die Thrän’ vom Auge rinnt.