ALBERT
Ich erhielt eine Krone, 1893, deren Kopfseite poliert war und den Namen „Albert“ eingraviert hatte. Ich fühlte es sogleich, daß Dichter die Verpflichtung hätten, in einem solchen aparten Fall ihre Phantasie „schweifen“ zu lassen. Jedenfalls hatte eine „Sie“ die durch irgendeine uns unbekannte Begebenheit geweihte Krone, vielleicht die erste gespendete oder die letzte, so transformieren lassen, und in einem Augenblick materieller Not oder aus Haß, Eifersucht, Verzweiflung, Verachtung oder dergleichen sie eines Tages wieder ins Rollen gebracht, ins Leben hinein, bis endlich, 1914, zu mir.
Ich hielt sie lange in Ehren, und Maeterlinck hätte daraus längst einen Einakter gemacht:Krone1893. Aber als der Lohndiener Anton die Bezahlung der Zigaretten verlangte und ich sagte, ich hätte momentan nichts flüssig, wies er auf diese auf dem Schreibtisch liegende Krone 1893 und sagte: „Da haben wir ja noch eine!“ — „Sie ist ungültig!“ sagte ich, „schauen Sie!“ — „Dös wer’n mer schon machen, da verlassen’s Ihnen auf meine Geschicklichkeit, dös blöde Wort ‚Albert‘ wird kaner sehn!“ Und so verschwand die Krone 1893 aus meinem Besitze und begann wieder ihren Kurs in die Welt hinein, den ich in einer Anwandlung von „falscher Romantik“ eine Zeitlang aufgehalten hatte — — —.