AN DIE FRAUEN!

AN DIE FRAUEN!

Anno Domini 1914.

Wehe dem Luxus!

Ich weiß es nicht, ob diese bedrängten Kriegszeiten euch noch helfen können, Frauen! Ob ihr nicht durch diese feige schändlicheVerwöhnungdurch die Männer, die von euchirgendwie(!?)abhängigsind, schon endgültig in eurerPsycheruiniert, verkümmert, zerrüttet seid! Aber wenn noch ein Funke „idealen Lebens“ in euchIrregeleiteten, durch MannesSchwäche(angeblichKraft), schlummert, sobeweist es nun, indem ihr euchjegliches Unnötigensogleich entäußert, und es erfasset, daß ihr das Glück, dieGnadeder Selbstlosigkeit, dieallerReligioneneinzig wertvollerKern ist, jetzt wieder erringen könnt, und, wenn auch mais un peu tard,in Betätigungumsetzen könnt! Eine richtig, zart, schmackhaft, billig gekochte, nahrhafte, leichtverdauliche Suppe istwertvolleralsalles, was ihr von Dichtern und Künstlernfalsch aufgeschnappthabt! Ihr habt euch geschmückt mit den,wirklichen Geisternfrech naseweis ausgerupften Federn! Ihr habt es stetsausgenützt, daß der Mann euchbraucht! Aberdienen,helfen,fördern,stärken, habt ihrnichterlernt! Sondernschwächen!!!Erlernt?! Es liegt von jeher in euch!

Der Mann hatnachgegeben, nachgegeben, immer, immer,man weiß warum! Und ihr,angeblichZartestes in der Welt, habt das nurausgenützt!Ungezogen,frechundunreligiös!

Ein zart und besonders zubereitetes Gemüse istwertvollerals alle eure feigen Träumereien, für die Welt! Für denMannvor allem, diesenGeist, dieseKraftdesLebens! Daß maneuchin dieser Weltmaschine „Mann“ als Tonikum, alsBelebendes,braucht, soll euredemütige sanfte Ehresein! Nicht eurefreche Überhebung! Jedes zarte Rädchen in dieser kompliziert-genialen Maschinerie „Mann“ sei sichseines Anteilesam Ganzenfroh-dankbarbewußt! Aber zusagen, zudenken, zuempfinden: etsch, wennichstehen bleibe und michversage, ist der ganze Krempelhinundwertlos— — —dasist eineGemeinheit!Wehedem Mann, derwirklich davonabhängt — — — ersterbe, als ein Unnötiger! Als einer, der seinePflichtalsHerr der Welt versäumt, verletzthat!


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