AUTOMNE

AUTOMNE

Es gibt viele Frauen, die es nicht vertragen, wenn man sie liebevoll und schwärmerisch behandelt. Sie haben recht. Wahrscheinlich halten sie den für einen ausgemachten Idioten, der solches tut. Sie kennen nämlich ihrenUnwertund sind naturgemäßempörtdarüber, daß jemand sie fürwertvollhält. Lieber sind ihnen die, die sich nichts aus ihnen machen, aber hingegen dennoch — — —. Sie fürchten sich,den zu enttäuschen, der ihnen trotz allem seine ganze intelligente Zartheit widmet. „Wie kommt denn der Arme dazu, mich Mistviech so nett zu behandeln?!“ Das ist der Untergrund ihrer Stimmung, ihr Unbewußtes. Im Obergrund jedoch sind sienurfrech, dumm und ungezogen! Sie haben keine Ahnung von den Pflichten der barmherzigen Pflege eines an ihnen malheureuserweise seelisch Erkrankten, eigentlichgeistig Erkrankten! Ihre ganze bodenlos dumme Roheit ergießt sich über den Starken, der einmal leiderschwachwurde. Wie der Esel in der Fabel dem kranken Löwen einen Fußtritt versetzt! Es sollte heißen dieEselin!

„Sie dürfen mich nicht so sehr verwöhnen, Peter,“ sagte eine Dame zu mir, „wissen Sie denn nicht, daß wir da leicht frech werden?!“

„Nein,“ erwiderte ich, „das wußte ich nicht; wird denn einBettlerfrech, wenn wir die Gnade haben, ihm einmal fünfzig Heller zu schenken?!“

„Wir sind eben keine Bettler, Peter!“

„O doch!“ erwiderte ich, „Ihr stellt euch nur so,als ob ihr keine wäret! Aber ihrseid es!“


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