DORA 1

DORA 1

In tiefe Freundschaft, Rücksicht, Fürsorge, warich eingebettet,eingelullt; nein, eingekerkert!Um als Undankbarer nicht zu gelten mußt ich kuschen!EinHund der Dankbarkeit!Nun drang mir in meine Kerkermauern ein hellerRuf: „Ich heißeDora! Und ich verdanke Ihren Büchernalles!“Ich lauschte diesem adeligen Ruf,der nochso frei klangvon dem Druck persönlichen Empfindens!Sie gab noch nichts, sie wollte noch nichts geben,und hatte schonempfangenundgenossen!Sie war nochunenttäuscht! Sie hatte die Glatzenoch nicht gesehn und die verhärmten Züge — — —.Sie wußte noch nicht, daß man wegen fünfzig Mark,die der Simplizissimus einem als Monatsgage kürzlich entzogen hatte,in sich zusammenstürzen könne und zerfallen,greisenhaft-zaghaft werden könne über Nacht!Sie konnte noch denRahm abschöpfeneiner Menschenseele,und die wässerig-fade Milchwegschütten!Eine Lebenskünstlerin!Sie konnte nochaus Fernenschreiben:„Ich heißeDoraund verdanke Ihren Büchernalles!“Es klang ein heller fremder lichter Rufin meine Kerkermauern derAlltäglichkeit!

In tiefe Freundschaft, Rücksicht, Fürsorge, warich eingebettet,eingelullt; nein, eingekerkert!Um als Undankbarer nicht zu gelten mußt ich kuschen!EinHund der Dankbarkeit!Nun drang mir in meine Kerkermauern ein hellerRuf: „Ich heißeDora! Und ich verdanke Ihren Büchernalles!“Ich lauschte diesem adeligen Ruf,der nochso frei klangvon dem Druck persönlichen Empfindens!Sie gab noch nichts, sie wollte noch nichts geben,und hatte schonempfangenundgenossen!Sie war nochunenttäuscht! Sie hatte die Glatzenoch nicht gesehn und die verhärmten Züge — — —.Sie wußte noch nicht, daß man wegen fünfzig Mark,die der Simplizissimus einem als Monatsgage kürzlich entzogen hatte,in sich zusammenstürzen könne und zerfallen,greisenhaft-zaghaft werden könne über Nacht!Sie konnte noch denRahm abschöpfeneiner Menschenseele,und die wässerig-fade Milchwegschütten!Eine Lebenskünstlerin!Sie konnte nochaus Fernenschreiben:„Ich heißeDoraund verdanke Ihren Büchernalles!“Es klang ein heller fremder lichter Rufin meine Kerkermauern derAlltäglichkeit!

In tiefe Freundschaft, Rücksicht, Fürsorge, war

ich eingebettet,eingelullt; nein, eingekerkert!

Um als Undankbarer nicht zu gelten mußt ich kuschen!

EinHund der Dankbarkeit!

Nun drang mir in meine Kerkermauern ein heller

Ruf: „Ich heißeDora! Und ich verdanke Ihren Büchernalles!“

Ich lauschte diesem adeligen Ruf,

der nochso frei klangvon dem Druck persönlichen Empfindens!

Sie gab noch nichts, sie wollte noch nichts geben,

und hatte schonempfangenundgenossen!

Sie war nochunenttäuscht! Sie hatte die Glatze

noch nicht gesehn und die verhärmten Züge — — —.

Sie wußte noch nicht, daß man wegen fünfzig Mark,

die der Simplizissimus einem als Monatsgage kürzlich entzogen hatte,

in sich zusammenstürzen könne und zerfallen,

greisenhaft-zaghaft werden könne über Nacht!

Sie konnte noch denRahm abschöpfeneiner Menschenseele,

und die wässerig-fade Milchwegschütten!

Eine Lebenskünstlerin!

Sie konnte nochaus Fernenschreiben:

„Ich heißeDoraund verdanke Ihren Büchernalles!“

Es klang ein heller fremder lichter Ruf

in meine Kerkermauern derAlltäglichkeit!


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