HELFEN
Wir wollen von den Mitmenschen, von uns selbst, nichtmehr, nichtSchwierigeresverlangen, als dem menschlichen Nervensystem einmalleichtfaßlichist! Opfer, ja, aber in der Sphäre der Opferfähigkeit! Der eine bemitleidet malträtierte Pferde, der andere Hunde, die zu schwer am Karren zu ziehen haben, der eine hungernde mißhandelte braune Knaben, der andere hungernde mißhandelte blonde Mäderln. Ein jeder hat seine Privatseele, sein Privatmitleid, das er mit dem objektiven Weltenmitleid ineinen diplomatischen Zusammenhang zu bringen sich bemüht! Seien wir nicht radikal, nicht engherzig, wenn einer für die Freiwillige Kinderschutz- und Rettungsgesellschaft lieber ein flachsblondes schönes stumpfnasiges Mäderl zu erretten wünscht von ihren Peinigern als eine Schwarze mit einer häßlichen Nase! Möge manprivateVorliebe mitallgemeinerMenschlichkeit in einennatürlichen Akkordbringen, und von den Menschen, und sogar von sich selbst, nichtsÜbermenschlichesverlangen! Als ich 24 K. heute hinterlegte zur vier Wintermonate langen Ausspeisung eines blonden stumpfnasigen Mäderls, sagte der Sekretär zu mir: „Glauben S’, die Schwarzen haben kan Hunger?!“ „O ja,“ erwiderte ich, „da werden sich halt hoffentlich auch Liebhaber finden!“