PHILOSOPHIE

PHILOSOPHIE

Die Geliebte, in gesunden und in kranken Tagen, nämlich in unseren!

IngesundenTagen fällt es unsmehroderwenigerleicht, ihr es ununterbrochen zubeweisen, daß sie dieSonneunseres Seins, unserLabsal, unsere einzigeStütze, unsereErrettungsei! Aber in kranken Tagenspießt es sich, obzwar sie malheureuserweise geradein diesenals Rettungsengel, Betreuerin, Helferin, ideale Stütze eineRolle spielen möchte! Gerade jetzt soll ihr,mußihr der arme Kranke, der nur absoluteRuhe,Schlaf,Darmfunktion,Konzentrationauf daseigenegeschwächte Ich brauchte,beweisen, daß sie ihmunentbehrlich sei, und muß sich oft stundenlang vom brechen und sch. zurückhalten; aus Angst sie zuenttäuschen!

Wasnütztes, daß sie bleich und selbstlos erklärt, sie wolle für ihn dieniedrigsten Diensteverrichten?! Von ihr esanzunehmenstörtihn,hindertihn,demütigtihn, macht ihn unglückseliger, als er esso schon ist!

Sie sitzt stundenlang an seinem Bette, betreut seinen Schlaf, macht dabei hundert unwillkürliche und willkürliche Geräusche, die ihnaufschrecken, jedenfalls die Tiefe des Schlummers, die absolute Sorgenlosigkeit, das gänzliche regenerierende Versinkenbeträchtlich verhindern! Ein Kavalier mitMagen- und Darmkatarrhist eine Unmöglichkeit! UndkeinKavalier sein, ist aber eineebensolcheUnmöglichkeit! Uns es abererleichternscheint eine noch größere Unmöglichkeit zu sein für „liebende Frauen“!!!


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