REFORMATIONSZEITALTER

REFORMATIONSZEITALTER

Die Reform der Mode habennichtunwissende geschäftsgierige Schneider, sondernhöchstkultivierteHygieniker zu dekretieren! Ich dekretiere also für Frühling, Sommer, Herbst 1914: GehenohneKopfbedeckung! Der „Steirische Janker“,ohneGilet zu tragen, in aparten modernenenglischenMustern, homespunartig! Breite kurze Bauernhose, mit Ledergürtel! Es ist eine einfache, hübsche, gesunde, billige Tracht! Für hübsche, gutgewachsene, alsomagereDamen (die anderen sollen gehen wie sie wollen!): Fußfreier Glockenrock, weite Seidenbluse, kein Hut! Dein Haar, o Fraue, sei dein schönster, apartester, elegantester undbilligsterHut, der nie „aus der Mode kommt“! „Die Schneider und Modisten wollen auch existieren!“ Diesem Schlachtruf schreien wir entgegen: „Wir wollen keine Schulden machen!“ „Wir wollen leicht gekleidet, gesund und hübsch und apart zugleich gekleidet sein!“ Alle Vögel des Waldes sind gesund, hübsch und apart gekleidet. Aber bei uns dekretierte ein moderner Architekt: „Gehet so gekleidet, wie derKönig von Englandgekleidet geht!“ Solche Blödsinne sagen die Vögel des Waldes nie: Gehet wie der Adler gekleidet, unser König!


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