RELIGION

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Esgibtkein Vernarben „seelischer Wunden“. Der, bei dem esgeschieht, derhattekeine. Es war,mit Respekt zu sagen, ein oberflächlicher Hautritzer, eine Rißquetschwunde, etwas, was gefährlicher zu sein scheint als es ist! Esheilt! Das ist der Beweis, daß es nichttiefging, nicht ins Zentrum der „heiligen Unheilbarkeiten“! Washeilenkann, enthält noch Konzessionen an das feige Leben; lasse dich nicht täuschen vonsolchenWunden, so schrecklich sie auch aussehen mögen, schon ist die mitleidige Natur am Werke, alles wieder schön zu reparieren, und dich,Feigling, dem Leben und seinemtätigen Frohsinnwiederzugeben!Wehe euch, die ihr wieder friedlich lächeln könnet, denen Gott in seiner gnädigen Ungnade nicht denewigen Schmerzin die Seelen gesenkt hat! Ihrentziehteuch einer „heiligen Mission“, die euchauferlegtwurde, um eigenwillig lieberein Geschäftauf Erden zu effektuieren, das sichnichtrentieren kann! Von dem Wäschekasten eures verstorbenen Töchterchens müßt ihrewig lebenkönnen, von den sorgsam mit seidenem Bande zusammengebundenen Hemdchen, von den Sockerln, von dem Kleidchen ihres ersten Kinderballes! An eurer Trauer müßt ihr friedvoll werden! Entziehet euch nicht, falsch und feig beraten, eurem Schmerze, der euchverklärtund erst zu „Menschen“, zu „Dichtern“ macht, zu „Gott-ähnlichen“ Wesen! Solange duklagst,lebtder,um dendu klagst! Denn Gott läßt ihn in deinem wehen Jammerschreiwiederauferstehen! Wenn du aber wiederlächelnkannst und „dem Leben gerecht werden und seinen Anforderungen“,dann erstist er tot, zum zweitenmal gestorben undfür immer!Dein Lächelnhat dir ihn getötet!


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