VERFOLGUNGSWAHN

VERFOLGUNGSWAHN

Ein junger Offizier ließ sich, inprivaterAngelegenheit, ein Jahr vor einem Kriege beim General melden: „Exzellenz, ich lebe in einerkrankhaftenUnruhe. Böse Schreckgespenster verfolgen mich bei Tag und Nacht, was wohl fürheimtückische Falleneine feindliche Macht einem stellen könnte! Z. B. erwache ich heute aus dem Traum, und es fällt mir ein, daß Kinoaufnahmen in unseren Gegenden, unter dem Deckmantel von Schauerromanen, von feindlichen Offizieren ausgeführt werden könnten, um das Terrain ganz genau photographisch nach Haus zu bringen!“

„Mein lieber netter junger Freund, Sie haben infolge von SchularbeitüberreizteNerven! Eine leichte Wasserkur dürfte für Sie sehr angezeigt sein! Da könnte man ja überhaupt nicht mehr existieren, mit Halluzinationen! Immerhin ganz nett, daß Sie sich Sorgen machen!“

Ein Jahr später waren die Schreckgespenster des jungen Offiziers Fleisch und Bein geworden!

Da sagte der General zu ihm: „Ich glaube von nun an wirklich an dieGespenster der Realität!“

Später erzählte man ihm, seiner jungen schönen Frau werde von Herrn W. in gefährlicher Art der Hof gemacht — — —.

„I wo?!“ sagte er und lächelte.


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