VERWUNDETENSPITAL

VERWUNDETENSPITAL

Gestern nacht, Mitternacht, besuchte ich das Soldatenspital „Gartenbau“. Im Sommer war dort die Rosenausstellung, Rosen in allen Farben, umrahmt von weißen Holzgittern. Dreihundert Betten mit graugrünen Wolldecken, Bett an Bett. Man glaubt nicht, daß es Schwerverletzte sind. Todesstille, Nachtruhe, Nachtfriede. Die Kunst, dieMenschlichkeitder Ärzte! In einem großen Glaskasten dieLiebesspenden, Zigaretten, diesesandereMorphium des verwundeten Soldaten! Wir schleichen wie in Filzpatschen. Nichts rührt sich. ½7 morgens werden sie geweckt. O, lasset sie schlafen, in den Tag hinein! Das geht nicht. Frühstück und Waschen. Schade!


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