WELTENBUMMLER 1914
DerKriegsgottund derTodschlenderten selbander einige Wochen vorher, als elegante Kavaliere verkleidet, so durch die verschiedenen Lokale und belauschten die Gespräche. Da vernahmen sie, daß esnoch sehrdie Frage sei, ob der „Tango“ sich werdedurchsetzenkönnen und ob er überhauptsalonfähigsei!? Ferner, obReiherfedernheuer modern bleiben würden!? Ja, der amerikanische Geschmack setze sich, Gott sei Dank, immer mehr durch, aber bei aller Einfachheit sei der Stoff selbst eben um das wieder teurer! An dem Stammtisch des Dichters vernahmen die beiden Herren eine schreckliche Eifersuchtsszene, weil einer der Gäste der goldblonden Tschechin selbstgepflückte Bergblumen mitgebracht hatte. Der Dichter schrie erbost: „Principiis obsta! Gleich am Anfang kann man noch erretten!Späteristzu spät!“ Alle schrien: „Bravo, Peter, hast es dem Kerl gut gegeben!“ Weil nämlich alle wegen der süßen Tschechin eifersüchtig waren. Woanders hörten sie, daß man sich eigentlich nur mehr in Zimmern mit modernem Marmor und Mahagoni so recht gemütlich undheimischfühlen könne. Da schlichen die beiden Kavaliere traurig von dannen —.
Da kamen sie an einer Armenhütte vorbei. Da sagte der Mann zu seinem jungen Weibe: „Schlimmer kann’s doch nimmer werden! Ein Gewitter sollt niedergehn, dasreinfegt!“
Da ließen die beiden Kavaliere ihre Masken fallen und standen in blinkendem Stahl und weißem Knochenbein da — — —.