Sechstes Buch.

Thor, wo du siehst die Noth und die Plag,Erblick ich des Lebens hellen Tag.

Thor, wo du siehst die Noth und die Plag,Erblick ich des Lebens hellen Tag.

Thor, wo du siehst die Noth und die Plag,Erblick ich des Lebens hellen Tag.

Thor, wo du siehst die Noth und die Plag,

Erblick ich des Lebens hellen Tag.

[2]Ein Getränk, mit Würzen und Süßigkeiten zubereitet.

Wir sahen, daß die Räthe der Sultanin in Darkulla fleißig einander den Platz streitig machten, woraus für das Ganze nicht viel Segen zu keimen pflegt. Man kann die Staatsführung allenfalls mit einem Wagen vergleichen. Die vorgespannten Rosse sind die oberen Diener, der Souverain lenkt ihre Zügel, achtet auf des rechten Weges Geleis. Gut, wenn die Rosse stark sind, muthig schnaubend vorwärts dringen, daß es eher nöthig wird, den Zaum aufzuhalten, als ihn bei anderweitiger Antreibung zu lockern; mögen sie auch ein wenig eigenwillig, wiewohl dem obern Willen gehorchend, lenkbar seyn, denn Shakespearsagt sinnreich genug: verdrießlich ein Roß, das nicht in den Zügel beißt. Herrlich geht alles von Statten, wenn die ausgreifenden Kräfte vorneTalent, und die Lenkenden hintenGeniegenannt werden können. Es mangelte sogar nicht an Beispielen eines gar lobenswerthen Fortgangs unter so angethanen Umständen. Auch darf man nur in den bunten Gukkasten der Geschichte blicken, wo die Tragikomödie der Vergangenheit aufgeführt wird, und man wird da manchen Zügler gewahr, dem das Lenken unbequem wird, und der sich also einen Stellvertreter anordnet, dem er nur bisweilen auf die Hände sieht. Auch kann es gedeihlich ergehn, ermangelt diesem nur nicht Kunde des Wegs und Kraft der Fäuste, schlimm aber wenn der Zügel nachgelassen wird, eines der Thiere springt im wilden Gallop an, das Zweite will sich im trägen Trott schonen, auch gelegentlich Gras an der Seite des Weges rupfen. Am Kreuzpfad biegt eins rechts, das andre links. Oder dem eigentlichen Bilde, worauf es hier angesehen ist, näher zu kommen: ein Hochbeamter will rüstig fort ins Gebiet derNeuerung, wird entzückt von den Phrasen der Projektenmacher, freuet sich der Zahlen eines Law, hofft für jede papierne Saat Goldärndten, und der andre gleichet solchen, wovon Herr von Held ein meisterhaft possierliches Gemälde lieferte:

Wohl mancher läßt an der Geschäfte Spitze,Von dem erhabenen Ministersitze,Die Staatsmaschine leiernd gehn,Das Schnarrwerk tanzt, und endlich lohnenDen invaliden Leirer, Pensionen,Dann mag ein Andrer weiter drehn.

Wohl mancher läßt an der Geschäfte Spitze,Von dem erhabenen Ministersitze,Die Staatsmaschine leiernd gehn,Das Schnarrwerk tanzt, und endlich lohnenDen invaliden Leirer, Pensionen,Dann mag ein Andrer weiter drehn.

Wohl mancher läßt an der Geschäfte Spitze,Von dem erhabenen Ministersitze,Die Staatsmaschine leiernd gehn,Das Schnarrwerk tanzt, und endlich lohnenDen invaliden Leirer, Pensionen,Dann mag ein Andrer weiter drehn.

Wohl mancher läßt an der Geschäfte Spitze,

Von dem erhabenen Ministersitze,

Die Staatsmaschine leiernd gehn,

Das Schnarrwerk tanzt, und endlich lohnen

Den invaliden Leirer, Pensionen,

Dann mag ein Andrer weiter drehn.

Wie geht es da? Man gelangt auf Irrwege. Bald bricht etwas am Wagen, bald kömmt er nicht von der Stelle, man wirft um u. s. w. u. s. w.

Floren machte es gewaltigen Verdruß, da sie sah, daß Alonzo, Perotti und der Darkullaner ungleich und gegen einander wirkten. Und das Lenken selbst nun so schwieriger, gewährte ihr um so weniger Vergnügen, als die Blutszene ihr das sonst reitzende Land verhaßt gemacht hatten, und die Sehnsucht den Blick nur ins Vaterland rief. Mitheißer Ungeduld erwartete sie Musa zurück, und schöneren Traum konnte sie nicht träumen, als Kukus Einwilligung in ihre Vorschläge.

Unterdessen kam Alonzo öfters, und stellte ihr vor: für die Arme einer Dame wären die Zügel des Regiments zu beschwerlich. Ein Premierminister würde ihre Sorge am freundlichsten erleichtern. Dann hatte er diesen oder jenen glänzenden ausschweifenden Entwurf, welchen er zur Stelle vollzogen wissen wollte. Denn obschon unthätig im Tagewerk, lebte ihm doch eine rege Phantasie, er hielt den Charakter des Hispaniers fest. Allein Flore fand die Entwürfe selten nach ihrem Geschmack, und der Alte ward dann murrlaunig.

Perotti erschien noch häufiger, immer festlich geschmückt, die ziemlich greisen Haare mit einer Farbe geschwärzt. Wenn er Floren nun eine Menge angenehmer Dinge, und süßer Lügen vorgebracht hatte, stellte er ihr vor, wie nöthig ihr in dem dermaligen Verhältnisse ein Gatte sei, ein Gatte, nicht zu jung, um noch ein Sklave der Unbesonnenheiten zu sein, nicht zu alt, umnoch das Feuer der Liebe empfinden zu können. Dann gab er die Rolle des Zerstreuten, Nachsinnenden, Unglücklichen.

Flore lachte in sich, da sie seine Plane ahnte.

Nicht lange, so erschien auch ein Brieflein voll der zärtlichsten Wendungen. Flore lachte noch mehr, und beantwortete es nicht.

Doch wenige Tage nachher spielten ihre Frauen auf eine Verheirathung der Sultanin an, die Stadt war plötzlich eines Abends erleuchtet, und Alonzo erschien noch ganz spät, warf sich Floren zu Füßen, und warnte mit den dringendsten Gründen, gegen den neuen Vorsatz. Flore war vor Erstaunen außer sich.

„Nein, ehe du dem arglistigen gauklerischen Italiener die Hand reichst, weiß ich einen Gemahl für dich, edelmüthig, tapfer, jung, liebenswerth, und dem du eben so viel verdankest —“

Aber ums Himmels Willen, wurde er unterbrochen, wer hat euch gesagt, daß mir so ein Gedanke einkam?

„Wer? Jedermann. Die gesammte Stadt istvoll davon. Darum die Erleuchtung. Morgen werden Abgeordnete dir im Namen des Volkes Glück wünschen.“

Hieraus ergab sich, daß Perotti die Neuigkeit selbst verbreitet hatte, Floren desto eher für die Ausführung zu stimmen. So läßt man in den Zeitungen verkündigen, man habe ein gewisses Geschenk, eine Stelle, eine Ehrenbezeugung erhalten, und Einigemal hat das die Wirklichkeit zur Folge gehabt.

Nicht so bei Floren. Sie ließ den Wälschen rufen, und sagte ihm gemessen: Signor Perotti, war ich euch Dank schuldig, so bedenkt, daß ich ihn durch Vertrauen, und durch Vergessen eurer ehemaligen Untreue, entrichtet habe. Spielt ihr jemals auf diese eure thörigte Absicht wieder an, geht ihr eures Amtes verlustig.

Perotti versetzte: Sultanin, wohin führt Liebe!

„Wie, in eurem Alter?“

Medea verjüngte den Greis Aeson, ihr, eine größere Zauberin, werdet doch den Mann ausden Mitteljahren ins Jünglingsalter zurückführen —

„O erlaßt mir das! Ich meinte, jene Isabelle sei eure Geliebte. Schlecht lös’t ihr euer Wort, sie bis ans Ende der Welt zu suchen.“

Im Wetteifer mit Coutances gab ich dies Wort. Er ist todt, was brauche ich es nun zu lösen.

„Also Eitelkeit, elende Eitelkeit, der Listigste gelten zu wollen, nicht kräftige Leidenschaft spornte euch?“

Flore gab ihm noch manchen ernsthaften Verweis, dann trat auf ein gegebenes Zeichen der Wachtoffizier herein, und Perotti wurde verhaftet. Nur auf vier Wochen, sprach Flore. Jener mußte alles Sträubens ungeachtet mit fort.

Diesen Abend war die Stadt noch weit heller erleuchtet. Das hatte Alonzo besorgt. Flore, die ihn rufen ließ, erhielt auf ihre Frage folgenden Bescheid:

„Das Volk ist doppelt froh. Einmal, daß Perottis Sage unwahr ist, ferner daß ein Minister,der seinen vollen Haß trägt, hat ins Gefängniß wandern müssen.“

Das sind, erwiederte Flore, alles Dinge, wovon dies gute Volk nichts wußte, ehe wir die Hand an seine Verfeinerung legten. Ich sehe gar wohl, daß jede Unze des Guten, die es durch mich empfing, reichlich durch eine Unze Uebel aufgewogen wird, und das ist es, was mir die ganze Beherrschung höchst zuwider, mit jedem Tage mehr zuwider macht. An all das geflossene Blut darf ich vollends nicht denken, oder mich befallen Gram und Trübsinn.

O, fiel der andre ein, ein Gemahl, ein Gemahl, nur Perotti nicht.

Schweigt, ich besitze schon einen! — Doch Apropos! Ihr erwähntet vor Kurzem eines rühmlichen jungen Mannes. — Faßt ja keinen unrichtigen Gedanken, wenn ich frage. Es hieß, ich verdankte ihm viel, und das mag ich nicht schuldig bleiben.

Alonzo fing eben lächelnd an:

Es ist —

Da trat ein Diener ins Zimmer, und meldeteMusas Zurückkunft. Dies unterbrach das Gespräch völlig, denn Florens ganzer Antheil war dem Neger zugewendet, der auch gleich vorkam.

Was sagt Kuku? wackerer Dschelab, rief Flore dem Ankömmling entgegen.

Er erwiederte folgendes:

Da ich zu dem Sultan kam, erhabene Nene, und mich als deinen Gesandten offenbarte, warf er sich jammernd und winselnd auf den Teppich. Alle Liebe ist von den Weibern gewichen, rief er, auch diese Nene, die ich zur Eselin der Eselinnen erhob, wollte nicht sterben.

O der Barbar! fiel Flore ein.

Jener fuhr fort: Nun mußte ich deinen Krieg gegen den Bruder berichten, und wie Tata fiel. Da zürnte er nicht. Mein Bruder war ein Krieger, sprach er, rühmlich ist Tata gesunken.Nun erzählte ich, wie du sein Grab geehrt, sein Denkmal erhöht hast, da weinte er vor Freude.

Edler Rittersinn, rief Flore. Kuku verleugnet sich nicht. Das Gute und Böse liegt in seiner Seele beieinander. Ich aber mag hier weder tilgen noch entwickeln. Weiter!

Da ich nun antrug, du wolltest ihm sein Land zurückstellen, wenn er dich mit sicherem Geleite ziehen ließe, war er halb zufrieden, halb nicht, doch erklärte er sich endlich: er müsse vor allen Dingen erst Osmanns Kopf, womit er betrogen worden sei, bekommen, diese Bedingung würde Nene nicht versagen.

Osmanns Kopf? rief Flore. Osmanns Kopf! Betrogen sagst du? Hat er ihn nicht? Mit meinem Willen zwar nimmer. Alonzo, was sagt ihr?

Ich weiß nicht anders, stockte dieser.

Musa fuhr fort: Der Sultan behauptet, einen anderen Kopf erhalten zu haben. Er besteht auf den ächten; dann sollst du ihm auch noch einen geschickten Caffern zusenden, der ihm das schwarze Pulver bereitet. Er will es wider Gigigebrauchen, mit der es immer noch nicht zu der lange erwarteten entscheidenden Schlacht kam, denn man unterhandelt noch mit Habesch um die Mittel, jene unfehlbar zu verderben.

Der Caffer soll ihm werden, ich hab ihn schon ersehen. — Es ist ein Irrthum. Der Kopf wurde ihr zugeschickt. Doch stände der Franzose auch lebend vor mir, ich würde nimmer in die Forderung willigen.

Sie ließ hierauf Perotti aus dem Gefängnisse bringen.

Signor, erklärte sie ihm, ihr geht zum Sultan Kuku! Verseht ihn mit Kunst, mit List, so viel ihr wisset und ihm Noth thut. Wenn ihr das gehörig ins Werk gerichtet habt, so vollendet meinen Frieden mit ihm. Der ehrliche Musa wird euch begleiten. Vielleicht ziehen wir am Ende froh nach Europa.

Nach Europa? rief Perotti. Ich habe es schon vergessen, und darauf verzichtet.

„Ich nicht, Signor, ich nicht!“

Laßt uns doch in Darkulla bleiben. Zum Paradiese fehlt ihm ja nichts mehr, als eine Operabuffa, und ein maskirt Carneval. Doch Geduld, ich richte alles noch ein.

„O meinetwegen künftig bei Sultan Kuku. Genug, ich höre keinen Widerspruch, keine Bitte.“

Aber mein Amt, mein Amt!

„Werde ich einstweilen schon verwalten lassen, auch mich beim Sultan einlegen, daß es euch vorbehalten bleibt.“

O keinem Sultan mag ich dienen, einer Monarchin. Wie Essex der Elisabeth. Das bringt vortrefflich Regiment.

„Dies waren eure Abschiedsworte. Kameele vor. Glück auf die Reise!“

Er mußte gehorchen.

Alonzo wurde wieder allein befragt: Welchen jungen Mann meintet ihr?

Er gerieth in Verlegenheit. Ich bitte um Nachsicht, Sultanin. Ich weiß keinen. Es war mir nur darum, zu erfahren, wie du einen Antrag der Art beantworten würdest.

„So? — Ei! — Und Osmanns Kopf? Ihr stokt. Ihr bergt mir ein Geheimniß, auch magich es nicht entschleiern. In einem Fall bin ich aber unzufrieden mit euch. Das sollt ihr einst erfahren. Die Verkettung der Ereignisse, welche uns treffen, ist sonderbar. Gebe das Schicksal nur eine endliche freundliche Lösung.“

Alonzo mußte Perottis Geschäfte mit versehn. Flore drängte ihn, da durfte er seiner Trägheit weniger nachhängen. Ehrlicher wie Perotti, hing das Volk ihm lebhaft an, wiewohl es bald darauf auch genug an seinen Einrichtungen zu tadeln fand, denn mit den ersten Eindrücken der Verfeinerung, hatte sich der Geist des Widerspruchs, der in aller Busen wohnt, der uns als moralisches Vertheidigungsmittel von der Natur zugelegt zu sein scheint, auch ziemlich bei den Darkullanern ausgebreitet. Von ihm sagt Morellet, einer der geistvollsten unter den neueren französischen Autoren:

Supposons qu’on appelle au Ministère un génie élevé, d’une probité qui décourage la calomnie même, plein de la passion du bien public, et de tous les sentimens qu’on peut desirer et exiger dans un homme en place; jevais dire ce qui arrivera. S’il regarde autour de lui avant d’entreprendre; s’ilétudie, non pas les principes de l’administration quel’expérience et de profondes réflexions lui ont rendus familiers, mais les moyens par lesquels on peut les mettre en pratique et vaincre les obstacles que la corruption élèvede toutes parts; s’il marche avec cette sage lenteur qui conduit plus sûrement et plus promptement au but, on dira:il ne fait rien;nous ne voyons rien; c’est qu’on sera au desespoir de n’avoir rien à blâmeret à contredire; mais à la première de ses opérations, des milliers de voixs’élèveront; l’un critiquera la forme, l’autre le fonds, non pasd’après des principes réfléchis, mais uniquement par esprit d’opposition. Si le ministre eût fait tout le contraire, on se fût simplement abstenu de corriger tel abus de faire telle loi, ces mêmes gens l’auraient désapprouvé avec la même violence. On eût dit: pourquoi ne réforme-t-il pas ceciou cela? Pourquoi ne fait-il ce bien au peuple, cette faveur à l’agriculture? S’il réforme, s’il change,s’il s’efforce d’améliorer toutes les parties de l’administration, ons’écriera: pourquoi toucher à ce qui est? Ne sommes-nous pas bien? L’esprit desystème, la constitution de l’Etat, lesprivilèges des différens corps,le caractère de la nation, les dangers d’une liberté, qui deviendrait bientôt licence, seront les mots deralliement que se donnera l’esprit de contradiction, et bientôt sera renversée, la statue au pied de laquelle on avait brûlé quelque encens.

Dieser Geist des Widerspruchs, tief verfolgt zur Wurzel, und dann wieder einen vielzweigigen Stamm aus der Tiefe erzogen, lieferte gar wohl den Stoff einer neuen Erklärung des gesellschaftlichen Lebens. Doch scheint die Sucht, philosophische Systeme aufzustellen, bei den Deutschen in Abnahme zu gerathen. Bliebe es dabei! Denn wohin führen sie alle? Den Mann bis zum Grabe zur Pein des Schülers zu verdammen; denn will er nicht das sogenannte Hinken nach dem Zeitalterals Vorwurf hören, muß er immerfort lernen. Und darf man Schätzen einenWerth zuerkennen, von denen es ausgemacht ist, die Mode wird früher oder später gebieten, sie wieder wegzuwerfen. Oder soll der Teutone die Weisheit inniger umschlingen, da die Klugheit sich seinem Arm so viel entwindet?

Wenden wir den Blick nach dem Kriegesgetümmel.

Immer hatte Gigi Unterhandlungen anknüpfen wollen, doch kein Gehör bei Kuku gefunden. In seiner festen Stellung trotzte er ihren Angriffen, wie wir bereits wissen, und übte daneben seine Truppen mit vieler Klugheit. Eilboten gingen fleißig nach Habesch, und kamen von daher. Der Entfernung halber, und da es nothwendig war, beträchtliche Umwege zu nehmen, verliefen aber mehrere Monate, ehe die Unterhandlung am Ziele stand. Endlich aber sagten die Verbündeten zu, Gigi mit einem großen Heerein den Rücken zu gehn, und es wurde ein Tag beraumt, wo Kuku seine Verschanzung meiden, und die Amazone im offenen Felde angreifen sollte. Der Feldherr der Verbündeten rechnete darauf, um diese Zeit auch nahe zu sein, so gerieth die Feindin zwischen zwei Angriffe, und um desto eher hoffte man sie zu verderben.

Eben war man auf das ernsthafteste mit Waffenübungen beschäftigt, da Perotti in Kukus Lager kam. Aber welche Waffenübungen. Nicht etwa so bequem wie in Deutschland, wo man die freundliche Jahreszeit, den Tag, und fein flache Gefilde dazu auswählt, dazu jedermann auf dem Papiere hat, welche Szenen aufgeführt, welche Truppen vorwärts rücken, und welche fliehen sollen. Nein, Sturm, Regen, Wolkenbruch, wie sie die nasse Jahreszeit dort viele im Gebürge gab, tiefe Nacht, hohe Felsen, Wald und Sümpfe liebte Kuku zu diesem Behuf. Immer wurden zwei Partheien aufgestellt, deren Führer nach Urtheil handelten. Daß es dabei auf blutige Köpfe nicht ankam, auf dem ExerzierplatzeTodte zu begraben,ins Spital Verwundete zu bringen waren, versteht sich von selbst.

Perotti kam in der übelsten Laune von der Welt im Lager an. Er hatte so schöne Träume geträumt, und war so übel davon erwacht. Zwar besaß er viele Schätze, denn es war ihm vergönnt worden, ein Kameel mit seinen Habseligkeiten zu beladen, und was er erpreßt, und durch Bestechungen gewonnen hatte, nahm darauf Platz; gleichwohl aber sah er wenige Sicherheit für den Reichthum voraus, und dem Kriegsruhm hatte er in Europa nimmer Geschmack abgewonnen, um wie viel weniger in dieser Erdgegend. Bei dem allen mußte er der Nothwendigkeit weichen, und es galt ihm nur, sich in die Gunst des Sultans zu schmeicheln.

Das geschah denn nach aller Kraft, es wurde Pulver verfertigt, auch Kanonen, ob sie gleich zu nichts taugten, als Schrecken einzujagen, was freilich schon viel taugen heißt, besonders wenn man schreckhafte Feinde vor sich hat. Kuku wollte ihm eine Unterbefehlshaberstelle bei den Truppen anvertrauen, die er aber demüthig verbat,und dafür antrug, die eines Feldhistoriographen anzuordnen, welche er mit nicht geringem Eifer zu versehn anfing. Dabei stutzte er Zeitungsschreiber zu, und ließ alle Tage ein Palmblatt ausgeben, worauf die Kriegsvorfälle geschildert wurden. Hatte ein Darkullaner einen Fluch oder Schimpf gegen die Beduinen ausgestoßen, so sprach diese Zeitung von der begeisterten Stimmung, die das ganze Heer durchglühe. Kriegslieder enthielt sie zu Dutzenden, sie wurden in der Expedition gut bezahlt, also fand sich alles damit ein, was nur in der Landessprache reimen konnte. Hatte ein Krieger in der NachtWer da!gerufen, hieß es in Perottis Zeitung: ein Ueberfall sey mit großem Verlust des Feindes zurückgeschlagen. Eine ausgeschickte Patroll wurde zum Scharmützel gemacht, und eine größere Zahl von Beduinen war auf dem Platze geblieben, als ihr Heer stark seyn konnte. Da sagte Kuku aber: du bist ein Narr mit deiner Zeitung, höre auf!

Bald darauf fiel des Sultans Geburtstag ein. Perotti machte, daß im ganzen Lager Gastmahle gehalten wurden, man streute Blumen,Raketen und Schwärmer stiegen am Abend leuchtend in die Höhe. Ueber dies Fest wurde eine eigne Schrift herausgegeben, worin man den Patriotismus und die Unterthanenliebe der Darkullaner bis zu den Wolken erhob. Kuku lachte aber gar sehr, wie er die Schrift sah, und sagte zu Perotti: also meinst du, ich soll an dem Darkullaner Tugenden des Unterthans erblicken, wenn mein Geburtstag ihm einen Anlaß giebt, sich bei Mahl und Fröhligkeit zu ergötzen? Nein, da will ich andre Beweise, am meisten in der nahen Schlacht. — So gescheut war Kuku.

Einmal lag Perotti in seinem Zelte. Schon war es tiefe Nacht. Da nahte etwas durch die Stränge, womit das Haus von Linnen befestigt war. Perotti horchte bange, und wollte eben nach der Wache rufen, als eine Stimme ihm leis zuflisterte: Sei ruhig, es naht ein Freund, der dir große Schätze nachweisen kann. Dies machte, daß der Italiener die Furcht überwand. Der Fremde kam ins Zelt. Ich bin von Gigi gesandt, sprach er. Sie weiß, daß Mehemed beimSultan gilt. Liefere ihr die beiden Caffern Mustapha und Osmann lebendig in die Hand.

Mustapha? erwiederte Perotti, das wäre so unmöglich nicht, aber Osmann ist todt. Der Sultan hat ja sein Haupt abholen lassen.

Glaubst du das Mährchen auch? entgegnete die Stimme. Osmann lebt im Felsenlande.

Osmann lebt? lebt? fuhr Perotti auf.

„Gewiß.“

Und wie kömmt es, daß Gigi das weiß?

„Man schickte ihr einen Kopf, der Osmann gehören sollte, sie erkannte ihn aber falsch.“

Falsch? Wenn sah denn diese Gigi Osmann? Fremdling, ist mir doch, als hätte ich deine Stimme schon einmal gehört.

Das wüßte ich doch nicht, versetzte die Stimme.

Seltsame, seltsame Gedanken stiegen bei Perotti auf. Endlich rief er: wie weit ist es von hier nach Gigis Lager?

„Nur wenige Tausend Schritt.“

Kannst du mich unbemerkt hinübergeleiten, und wieder zurückbringen?

„Das ginge wohl an, doch aus welchem Grunde?“

Ich muß selbst mit Gigi reden.

„Kannst du mir deinen Willen nicht vertrauen?“

Laß mich zu ihr, dann verständigen wir uns leichter. Verdacht kann sie nimmer gegen mich bergen, wie wagte ich mich zu ihr, und hier mein Leben, fühlte ich nicht gegen sie warme Anhänglichkeit. Ich habe so viel von ihren Thaten gehört, und bin schon lange ihr Bewunderer. Nicht nur die Caffern sollen ihr werden, sondern wenn sie mir Folge leistet, auch Sieg über Kuku.

Wohlan, schleiche mir nach, sagte der Fremde. Ich kann unbemerkt durch die Außenwachen finden.

Nicht ohne Zittern willigte Perotti ein. Aber eine gewisse Ahnung in seiner Seele bestimmte ihn zur Entschlossenheit.

Man tappte hinaus. Die einzelnen Wächter der Lagerkette sangen, dies verbarg das leise Rauschen der Fußtritte im Sand. Nicht lange darauf kam man bei einigen Reutern an, die denunternehmenden Späher erwarteten. Einer von ihnen mußte sein Pferd an Perotti geben, und so ging es im schnellen Galopp davon.

Wie man in das fremde Lager angekommen war, mußte Perotti etwas zurückbleiben, da sein Führer ihn erst anmelden wollte. Jener brauchte diese Zeit dazu, sich das Gesicht mit Erde zu beschmutzen, und sich möglich unkenntlich zu machen, denn er meinte:es sei wohl möglich, daß er hier gekannt wäre.

Es währte einige Zeit, bis der Beduin wiederkam. Er trug eine Fackel in der Hand. Neugierig blickte Perotti nach seinem Gesichte, aber ein tief in die Stirn gedrückter Turban, und ein bis über die Brust herabfließender Bart machten, daß nur wenige Züge kenntlich waren.

Die Fürstin ist geweckt, und ihr deine Ankunft berichtet worden, sprach Jener; folge zu ihrem Zelte.

Er ging mit der Fackel voran. Man kam durch lange Reihen von Pferden, welche theils schnarchend ausgestreckt lagen, theils wachend ihr Gras käuten, die Reuter lagen mitten unter ihnen,denn sowohl die Beduinen wie die Kalmucken halten mit dem edelsten der Hausthiere enge Freundschaft. Wachen waren in diese Gassen vertheilt, bei denen kleine Feuer brannten. Die Zelte der Vornehmen erhoben sich geordnet, und wurden durch Laternen, welche an ihrem Eingang hingen, auch in der Nacht sichtbar. Endlich gewahrte man der Königin Gezelt. Wie der Dom eines prachtvollen Tempels, zu einer Festlichkeit erleuchtet, ragte es empor, denn nicht nur seine Höhe erregte Staunen, sondern überall waren auch Laternen angebracht, welche rund umher den Platz erhellten, und alle Schildwachen zu Pferde, welche umhergestellt waren, und die blinkende Harnische bekleideten, sichtbar machten.

Die Stangen dieses Zeltes waren gerüstartig übereinander gestellt und gefügt, kunstreich die Thierhäute, welche seine Wände bildeten, verbunden. Der inwendige Theil bestand aus persischen Tapeten, und Fußteppiche in Natolien gefertigt, deckten den Boden. Die Anlage eigener Manufakturen hatte Gigi, wie wir wissen, noch wenig glücken wollen, sie ließ also die Kostbarkeitenvon der Fremde hereinbringen. Einstweilen aber, bis ihre Städte eine vollendetere Gestalt zeigten, hatte sie Erfindungsgeist und Geschmack auf die Verfeinerung des nomadischen Lebens gewendet. Ein wandelnder Pallast war ihr Wohngebäude aus Häuten und Tapeten; stattlich prangten die ihrer vornehmen Beamten; bequeme und nette Einrichtung hatten die der Arbeiter; die Soldaten trugen ihre Kasernen stückweis mit fort, und so die Pferde ihre Stallungen. Nur jetzt, da man gegen den Feind stand, durfte letztere kein Obdach enthärten, und auch die Bereitschaft auf Kampf duldete kein Hinderniß.

In der That hat das Nomadisiren für die Einbildungskraft viel Anziehendes. Wenn man dieTavernier,Niebuhr,Savary, über die Wanderer in Egypten und Arabien liest, und mehr noch dieWytsen,Georgi,Haygold,Reineggs,Pallasu. s. w. über die am Caucasus, im kabardinischen und Truchmenen-Lande, Turkestan, der Bucharei, so gewinnt das Bild einer reisenden Stadt einen wesentlichen Vorzug, gegen das traurige Einerlei unserer festen dumpfen Wohnplätze.Welch ein heiteres, gesundes, an mannichfacher Abwechslung reiches Leben, unter Zelten, auch in der kultivirten Welt! Grade hier könnten die Künste ja seine Bequemlichkeit so erhöhn. So schützte z. B. das Tränken mit elastischem Harz die Leinwand gegen Nässe. Im Winter lagerte man zwischen Bergen, die die rauhe Luft abwehrten, bei Wäldern, um keinen Mangel an Feuerung zu leiden. Camine lassen sich gar wohl in Zelten anbringen, oder man gräbt in dieser Jahreszeit sich etwas in die Erde. Im Frühjahr bezöge man anmuthige Höhen, den Anblick der Naturverjüngung ins Weite zu genießen, und nicht durch die viele Feuchtigkeit belästigt zu sein. Der Sommer würde an See- oder Stromufern hingebracht, Kühlung und Bad in der Nähe zu sehen — — doch es tönen so viele Aber entgegen, daß man gern von dem Traume endet.

Perotti wurde nun in einen Vorsaal des Zeltes geführt, der wohl erleuchtet war. Die Leibwache der Heldin schimmerte in leuchtenden Kürassen, denn Gigi hatte zu viel Geschmack, Krieger mit rothen, weissen, gelben Lappen herauszuputzen,und so unkräftig wenn sie nicht, wie die Europäer, die feiger gegen die Last einer heilsamen Trutzwaffe sind, wie gegen den Schuß einer Flinte oder Stich und Hieb der Seitengewehre.

Nachher gelangte man in das innre Zimmer. Auf einem erhöheten Polster saß Gigi, angethan mit einem mehr männlichen als weiblichen Nachtkleide, von ausgewählter Eleganz. Ueber ihr Gesicht hing aber ein dichter Schleier nieder. Nur ein Helldunkel war verbreitet, also konnte man die Umrisse der Gestalt nicht deutlich erkennen.

Wie nennest du dich? fragte sie, mit einer Stimme, in der sich eine erkünstelte Veränderung wahrnahm.

Perotti antwortete mit verstellter Sprache: Ich heiße Mehemed.

„Von welchem Lande der Caffern bist du?“

Von der Halbinsel Morea.

„So — — Renegat, oder als Muselmann geboren?“

Als Muselmann geboren.

„Du fandest Gnade bei Sultan Kuku?“

Er vertraut mir Geschäfte.

„Die Sultanin sandte dich zu ihm?“

Sultanin Nene.

„So — — werden Kuku und Nene sich versöhnen?“

Sultan Kuku ist grausam und wild, sanft und gut, voll von störrischem Eigensinn, und gefälliger Nachgiebigkeit. Man kommt ihm schwer und leicht bei.

„Welche Züge aber wirken hier ein?“

Die freundlicheren. Alles ist ausgeglichen, bis auf ein oder zwei Köpfe — —

„Was? — wie? — Ein oder zwei — wie —“

Köpfe von Caffern. Lange hat Nene einen verweigert, und das kostete Tausend von schwarzen. Nun aber wird sie wohl —

„Wird sie — was, was?“

Der Klugheit nachgeben, wenigstens einen, wo nicht beide Köpfe senden.

Gigi sank etwas auf ihren Teppich zurück. Der Beduin fuhr heraus: Nein, nein, das wird sie nicht!

Perotti, der ohne Aufmerksamkeit sichtbar zu machen, alles scharf wahrnahm, fuhr nachläßigfort: Freilich wird es ihr hart angehen, am meisten bei Osmann. Dieser liebt sie und liebt beglückt.

Perotti log hier höchst unverschämt, doch hatte er Gründe.

Gigi machte eine abermalige Bewegung des Schreckens; der Beduin rief: Lüge, Verläumdung! hielt aber bald wieder an, und sagte ruhig und freundlich: Unsre Sultanin bittet dich, ihr in ihren Absichten beizustehn. Der Dienst, welchen du ihr leistest, wird das Maas deiner Belohnungen bestimmen.

Perotti versetzte mit Lebhaftigkeit: Der Thatenruf Gigis hat mir lange schon Bewunderung auferlegt, ihre Nähe begeistert mich, reißt mein Gemüth hin in ihre Sklaverei. Sie gebiete.

Ist es dein Ernst, rief die Fürstin, so sinne auf Mittel, Mustapha und Osmann lebendig in meine Hand zu liefern.

Schnell setzte der Andere hinzu: Gewisse Kunstfertigkeiten, die beide besitzen, und die sonst in diesen Gegenden nicht zu finden sind, machen der Sultanin diese Männer so theuer.

Und wo sollen diese Kunstfertigkeiten wuchern? fragte Perotti nach einigem Bedenken, und fuhr fort: Schon fielen die von Habesch in Gigis Land. Ein Feind steht hier vor ihr, der sich täglich verstärkt, und die Kunst der Schlachten übt. Zwischen zwei Angriffe gepreßt, kann sie leicht Thron und Land einbüßen.

Gigi fiel ein, obgleich nicht ohne Stocken: O dagegen bürgt mein Schwert.

Der Beduin sagte: Daß du zeitig entdeckest, was uns gefährlich überraschen soll, beweist Treue an dir. Aber schon sind wir unterrichtet, daß neue Feinde in unserem Rücken auftreten, und Anstalten dagegen sind vorgekehrt.

Perotti ging einige Schritte auf und nieder, dann brach er aus: Sultanin, die Zeit ist kurz, du mußt mich vor Anbruch des Morgens zurückbringen lassen, oder das Verständniß wird offenbar, dein Getreuer hole mich aber in der folgenden Nacht wieder ab. Bis dahin werde ich überlegt haben, was zu deinem Nutzen geschehen kann.

Dies war man zufrieden, und entließ denItaliener, den schnelle Rosse wieder in Kukus Lager brachten, wo Niemand ihn vermißt hatte.

Gegen die Mitte der folgenden Nacht holte ihn der Beduin auf die vorige Art ab, und die Heimlichkeit der Ausführung gelang vollkommen. Da er nun wieder im Gezelt erschien, hub er an:

Sultanin, ohne Zweifel hörtest du von dem inneren felsenumschlossenen Darkulla.

Es soll das schönste Land der Welt sein, versetzte Gigi.

Dort, fuhr Perotti fort, dort müßte Gigi herrschen, und das Paradies der Natur würden bald die gewähltesten Zaubereien der Kunst schmücken. Die Bahn der Verfeinerung ist gebrochen, deine Caffern, noch meistens am Leben, würden unter deiner Leitung das Wundervolle darstellen, wogegen Nene zwar hohe Entwürfe faßt, aber auch bald wieder in Ueberdruß sinkt, und nur ein Gefühl noch im Busen trägt, das Heimweh.

Gigi hörte sehr aufmerksam zu.

Perotti fuhr fort: Und welcher unendliche Vortheil in der festen Sicherheit des Ländchens.Eine geringe Wache am Paß, und inwendig ist der ewige Friede nimmer zu stören. Sultan Kuku beging die ärgste Thorheit, nur einen Fuß über die Klippengränze zu setzen. Suche dich zur Meisterin des kleinen Paradieses zu machen. Kuku hat Schlimmes um dich verdient. Nicht werth ist er des Köstlichen, sonst hätte er seinen Entschluß von damals nicht geändert. Den Tod wollte er dir geben, den Bruder unterstützte er in seinem Hohn gegen dich, er versagt deinen billigen Anträgen, Frieden, und Entehrung würde dein Loos, so er dich gefangen nähme. Deine Getreuen haben meistens Weib und Kind daheim. Gar wohl nimmt das innere Darkulla diese Bevölkerung noch auf, der harte Krieg von neulich tödtete große Schaaren, und die Fruchtbarkeit ist ungemessen.

Die Amazonin sprach: Das innere Darkulla gehört Nene, welche durch Schönheit, Muth und gewandten Sinn es erwarb. Könnt ich auch, wie dürft ich sie darum bringen!

O, gab Perotti zur Antwort, Nene tritt dir mit Freuden das Reich ab. Um ein sicher Geleitnach Egypten, will sie ja alles Kuku zurückgeben. Vergiß deine Steppen, die wilde Nachbarn unsicher machen, die Krieger von Habesch jetzt überschwemmen, und richte deine Absichten auf das innre Darkulla.

Ich gestehe unverhohlen, bekam er zur Antwort, daß dein Rath mir gefällt. Doch alle Hindernisse, die noch zwischen ihm und der Ausführung liegen —

Besiegt List, fiel der Italiener ein. Vertraue meinen Planen.

Etwas schnell entgegnete Gigi: O viel wäre auf deine List zu bauen, könnte man deiner Redlichkeit gewiß sein.

Der Beduin sprach: Zwischen unserm Lager und dem schönen Lande steht Kukus Heer, in dem wohlvertheidigten Felsenneste, das nicht anzugreifen ist.

Doch nicht lange mehr, erwiederte der Italiener. Bald wird er zum Kampf hinausstürmen. Schlägt ihn Gigi, dann ist der Weg offen, und durch den Paß bringe ich sie.

Wie aber, wenn ich geschlagen werde? fragte die weise Heerführerin.

„Das muß nicht geschehn. Kuku muß fallen. Ich werde machen, daß ein hohes weisses Fähnlein getragen wird, wo er sich beim Kampfe aufhält. Dahin mögen deine Schützen unverdrossen zielen. Sind sie demungeachtet nicht glücklich, denke ich selbst — im Gedränge — ein behender Dolchstich macht kein Aufsehn — und sank der Führer, ist gemeinlich das Heer verloren.“

Nein, pfui, nein! schrie Gigi heftig. Nur in guter Schlacht will ich siegen, nicht durch Verrath und Meuchelmord des Feindes.

Du bist ein Ungeheuer! Weg von mir!

Perotti erwiederte kalt: Wenn mich Bewunderung dir so ergeben machte, daß ich selbst das Zürnen deines Edelmuthes nicht fürchte, so ist es die Schuld deines Ruhmes. Und wußte ich ein ander Mittel, die Caffern zu retten —

Die Caffern! die Caffern! rief Gigi mit Bewegung. Höre Mehemed! Meine Schlacht mit Kuku laß mich kämpfen, und sein Leben sei dir theuer. Kann deine List mich aber nach gewonnenemSiege in den Paß führen, nehme ich sie an und lohne sie reichlich. Erobere, denke ich, man durch List, wenn der Eroberung, des Landes Heil folgen soll. Tödten aber nimmer. Würde ich aber geschlagen — geschlagen —

Dann gieb dich getrost an Kuku gefangen.

„Wie, du hast behauptet, mein Loos würde beklagenswerth seyn.“

Doch meinen Einfluß auf ihn nicht genannt. Ich werde ihm rathen, dich als Sklavin an Nene zu senden, und du wirst dort eine Freundin finden, die willig dir ihren Thron räumt. Du findest deine Caffern dort —

„Meine Caffern!“

Ich werde ihm vorstellen, nur so könne er Nenes Liebe gewinnen, sie vermögen, in Darkulla zu bleiben, an seiner Seite, wenn du ihr als Sklavin — doch mit zarter Achtung vor aller Welt Blick behandelt — zur Stelle abgeschickt — — du magst verstehen —

Gigi eine Sklavin! Wie keck der Caffer mit Einbildungen spielt! Der Gedanke könnte ihm wo anders das Haupt kosten, rief der Beduin.

Gigi lächelte aber, und beschenkte vorerst den Italiener. Käme das Schlimmste zum Schlimmen, rief sie, bleibt mir mein Ring mit dem rettenden Tropfen. Sonst mag die Zeit entscheiden, wie ich von Mehemeds Hülfe Gebrauch machen kann.

Hier wurde er entlassen, und wie in den vorigen Nächten zurückgebracht. Der Beduin redete noch Zeichenverständigung mit ihm ab, und sagte beim Abschiede: Nur Verrath lasse dir nicht einkommen, sonst bin ich es, der ihn straft.

Perotti lag Kuku mit Vorstellungen an, in jedem Fall Nene ziehn zu lassen. Dann, sprach er, bist du deines Landes zwischen den Felsen am sichersten. Wer stände sonst ein, daß sie dir, wenn du zurückgekehrt wärest, nicht die Herzen wieder entzieht, denn sie ist eine große Zauberin. Gieb mir einige hundert Mann, und Briefe andie Herrscher, deren Land zwischen hier und Egypten liegt, daß sie sicher bis zur Gränze reisen kann. Ich geleite sie und komme dann wieder. Eben jetzt, da du der eigentlichen Hauptschlacht entgegen siehst, ist der Gedanke wichtig. Denn träfe dich Unheil, könntest du ohne Sorge Rettung finden.

Der Sultan that, was die Sultane nicht immer pflegen, er gab Gründen Gehör. Allein im Lager und unter dem fortwährenden Waffengetöse, hatte seine Leidenschaft, so heißafrikanisch sie auch ursprünglich war, an Feuer abgenommen. Ziehe sie hin, hieß die Antwort, ich werde dir die Krieger geben.

Dann, versetzte Perotti, sendet sie dir auch gewiß aus Dankbarkeit die Köpfe. Es ist ein eigensinnig Gemüth, aus Zwang will sie nichts, alles mit Freiheit thun.

Er empfing nun dreihundert wohl gewaffnete und berittene Neger, die die Weisung hatten, ihm unbedingt Gehorsam zu leisten. Auch die Briefe fehlten nicht. Sein Plan war nun, Gigi zu bewegen, daß sie ihr Heer verließ, um eineReise nach dem innern Darkulla zu machen. Die Sehnsucht, ihre Caffern zu sehn, meinte er, würde sie leicht den Entschluß ergreifen lassen. Er theilte dem Beduinen, welcher in einer der folgenden Nächte wieder bei ihm erschien, den Plan mit. Grade da die Unterredung statt hatte, nahte auch Musa dem Zelte. Er hörte gedämpfte Stimmen, verhielt sich ruhig, und lauschte. Nichts Zusammenhängendes konnte er verstehn, doch aber sahe er ein, wie ein Verständniß mit Gigi angezettelt war, und so viel war ihm wohl deutlich geworden, daß Gigi nach dem innern Darkulla kommen sollte. Ha, Mehemeds Rache! dachte er. Leicht konnte er Lärmen erregen, und den Treulosen wie den fremden Späher verhaften lassen. Doch urtheilte er, das könne vielleicht noch zu keinem vollen Lichte führen, da beide Theile hartnäckig läugnen würden. Er nahm sich daher vor, auch in künftigen Nächten aufmerksam zu sein, und die Unterredungen näher zu behorchen. Gleich aber schickte er am Morgen einen Eilboten an Nene, mit der Warnung, ja auf ihrer Hut zu sein, und den Paß noch zu verstärken.Denn Gigi würde sie vielleicht zu bekriegen suchen.

Es kam aber zu keiner weitern Unterhandlung zwischen Perotti und Gigi, denn eine Stunde, nachdem Musas Eilbote weggeeilt war, langte auch einer bei Kuku an, den der Feldherr von Habesch abgefertigt hatte. Er brachte die Botschaft, daß man eine Abtheilung der Beduinen geschlagen habe, und nun dichte im Rücken Gigis stehe. Zugleich erfolgte die Einladung, sofort anzugreifen, und das Versprechen, kraftvoll und nachdrücklich den Kampf zu unterstützen.

Kuku gab also seine Befehle, und Perotti blieb mit seinen Negern in der Nähe, um den Ausgang des Tages abzuwarten.

Allgemein war bald die Schlacht, und hartnäckiger wie je eine in Europa geliefert wurde. Gigi ließ ihre Reuterei einbrechen, ehe noch Kukus Truppen gehörig entwickelt waren. Bei jener herrschte aber der Gebrauch, den Pferden die Ohren zu verstopfen, und die Augen zu verbinden, damit weder das Getöse der Schlacht, noch der Anblick widerstehender Reihen und gefährlicherWaffen sie schrecke. Nur das Gefühl blieb ihnen, und je näher an den Feind, je mehr empfanden sie des muthigen Reuters Sporn, wogegen in einem gewissen andern Welttheil der antreibende Stachel immer weniger, und der wuthmäßigende Zügel immer mehr gebraucht werden soll. Vorgestreckte Lanzen, wenn gleich noch einmal so lang, wie die Bajonetflinte der Europäer, galten diesen Beduinen ein lächerliches Hinderniß, denn hart an der Spitze, ließ der vorderste Reuter sein wohlgeübtes Pferd einen mannhohen Satz machen, und zerbrach beim Niedersenken die Stangen, indem die Träger zu Boden geworfen wurden, oder es wurde auch das Thier aufgeopfert, und mit seiner durchbohrten Brust angerannt, um dann einen unfehlbaren Streich zu führen. Dann sprang sein Hintermann über ihn. Allein die Neger waren auch gegen solchen kühnen Angriff bereit. Sie schreckte der Anblick der Vermessenen nicht, noch weniger kehrten sie um, weil das grade der Reuterei den Sieg in die Hände geben heißt. Jeder trug zwei Lanzen, was ja auch recht wohl angeht, da die freigebige Natur denMenschen mit zwei Händen versah. Eine hielt er niedrig, die andre hoch, eine zum beliebigen Aufspießen des Pferdes beim graden Anrennen, eine beim Sprung. Daß ihn die Gewalt des Thieres nicht hinwarf, unterstützten ihn die Kameraden. Sonst war eine Lanze dem Pferde, die andere dem Reuter zugedacht. Auch wenn demungeachtet die Linie gebrochen wurde, verzagten diese Neger nicht. Sie wußten, daß es nur einen leichten Griff nach dem Beine des Reuters kostet, um ihn über das Pferd zu werfen, ein Griff, den der Mangel an Fassung sonst so selten wagt. Ein gelenker Mann kann auch schneller aus dem Wege springen, als das Pferd ihn niederwirft. Des Reuters Stiche und Hiebe sind ungewisser, als die des Fußgängers. Wie bald ist das Thier hingestreckt. Die Neger krümmten sich gern unter seinen Bauch, wo sie vor dem Reuter geschützt waren, und stachen es so mit einem Messer nieder. Andre sprangen über den Schweif desselben, und warfen den durchbohrten Feind über den Kopf, wodurch sie das Pferd gleich behielten. Die neuen Stücke des Kukutaugten gar wenig, der Materie und dem Bau nach, versagten vielfältig den Dienst, sprangen und verletzten die eignen Leute, waren schwierig von der Stelle zu bringen, das Pulver hatte schlechte Kraft, statt der Kugeln wurden auch Steine genommen, bei denen wenig auf sichern Schuß zu zählen war. Demungeachtet leisteten sie weit mehr, wie da, wo sie ganz vortrefflich sind, die Kanoniere aber in großer Entfernung zu schießen beginnen, wo nur sehr selten getroffen wird, und je näher der Feind kömmt, je ungewisser sie zielen, endlich, wenn sie ihm das Weiße im Auge sehn, davonlaufen. Im letztern Abstand fingen die Darkullaner erst zu feuern an, aber so kaltblütig, so ihr Ziel fassend, daß sie nimmer fehlten. Doch hatten die Beduinen sich wieder darauf eingerichtet. Sie sprengten in schmalen Kolonnen pfeilschnell daher. Zuvor wurde das Loos gezogen, welche Reuter die ersten sein sollten. Diese bekamen denn ein Ehrenzeichen, und die Zusicherung eineshochrühmlichen Grabes. Dies Loosziehen war darum Nothwendigkeit, weil Jeder der Vordere, Niemand hinten sein wollte.Ueber die Gefallenen setzte die Schaar unaufgehalten fort, und in wenig Minuten befanden sich die Uebriggebliebenen zwischen den Stücken. Die Beduinen suchten gern ihren Feind in die sogenannten Flanken oder Seiten der Reihen anzufallen. Leicht führten sie auch vermöge des Eilflugs ihrer Pferde die Bewegungen aus, die zu einem solchen Zweck leiten konnten. Aber der Sultan von Darkulla, Kriegern mit eisernem Sinn gebietend, sah gar keine Gefahr, wo Europäer verzweifeln. Die Truppen standen immer doppelt dick an den Enden. Wie eine Linie sich zeigte, gingen sie selbst auf diese los, durchbrachen sie als Colonne, und indem sie sich zu beiden Seiten wandten, bekämpften sie nun zwei Flanken der Angreifenden.

Wo so geschlagen wird, glänzen schöne Rückzüge nicht, sondern der Kämpfer Tod endet nur die Schlacht. Gigi führte Ueberall in die schlimmste Gefahr. Kuku zeigte sich an der Spitze, wo der Streit am hitzigsten war. Vielleicht hätte man ohne Entscheidung fortgemordet, allein die Truppen aus Habesch rissen die Schaale nieder.Gigi hatte sich ihre Zahl nicht so groß vorgestellt und nur eine geringe Abtheilung entgegen gesandt.

Diese war durch die Menge überwältigt worden, und zugleich so umzingelt, daß keine Nachricht von dem üblen Erfolg zu der Gebieterin dringen konnte. Selbst wurden einige Beduinen Verräther, und berichteten fälschlich einen günstigen Erfolg. So sahe Gigi endlich eine sehr große Anzahl neuer Feinde in ihrem Rücken, und da sie nun urtheilte, der ungleiche Kampf könne nicht mit Vortheil geführt werden, so gebot sie selbst ihren Haufen, sich zu zerstreuen, und nannte einen Ort an der Wüste, wo man sich wieder sammeln wollte. Sie selbst spornte ihr Roß, um diesen Ort so bald wie möglich zu erreichen.

Auf diesem Ritte aber ward ihr Pferd tödlich getroffen, sank, und die Amazonin fiel einem nacheilenden Negerhaufen in die Hände. Schon riß sie den Ring vom Finger, um das Leben zu enden, doch fiel ihr in diesem Augenblicke Perotti ein. Wie, wenn er es treu meinte, dachte sie bei sich, zum Sterben ist es immer noch Zeit.Sie gab also das Vorhaben auf, und den Negern ihr Schwert zum Zeichen der Ergebung.

Sie wollten ihr den Ring nehmen, sie sagte aber: ihr seht, er ist ohne Werth, aber das Andenken einer Zauberin. Ich will ihn euch zehnfach bezahlen. Das wurde geglaubt, und Gigi nach Kukus Zelt gebracht.

Dort ertönten aber Jammer und Klage. Die Siegsgesänge schwiegen traurig, und alles lief erschrocken und trostlos umher, denn eben zu Ende der Schlacht hatte Kuku eine tödtliche Wunde empfangen, an der er ohne Hoffnung auf dem Teppich lag. Die Generale jubelten indeß auf, da sie Gigi bringen sahn, auch erhob sich der Sultan ein wenig bei dem Anblick der überwundenen Feindin, allein Freude und Leid hatten mit ihm ihre Rechnung gemacht. Kaum hörbar, rief er Perotti, der auch zugegen war. Mehemed, sprach er, bringe diese Gefangene zu Nene, ihr gehört all mein Land außen und innen der Gebürge, ich bitte sie es nicht zu meiden, sie beherrscht es weise.

Hier starb der Sultan. Perotti warf sichmit heissen Thränen auf seinen Leichnam, und dennoch hatte er selbst den Sultan hinterrücks verwundet. Der Arme kam um, wie es von Gustav Adolph und Carl XII. vermuthet wird. Desto eher glaubtePerotti seine Absichten durchzusetzen. Er wollte nun auch über alles beim Heere gebieten, das ließen aber die alten Männer nicht zu, sondern errichteten einen Rath, der bis auf Weiteres die Angelegenheiten leiten sollte. Sie zeigten auch schlechte Lust, Nene zu gehorchen, welche hier viel getadelt ward, und Perotti ließ das Vorhaben in ihnen erwachen, selbst einen Sultan zu wählen, welches einer in den anderen bestärkte.

Der Rath beschloß noch, den Rest der Beduinen aufzureiben, und Sultan Kukus Leichnam in das Felsenland zu schicken, um dort neben Tata begraben zu werden; denn den Wunsch hatte der Verstorbene einst geäußert.

Perotti sah noch bei der ihm anvertraut gewesenen Kasse möglichst zu seinem Vortheil, dann machte er sich mit den zugetheilten Reutern, und der schönen Gefangenen auf den Weg.Er hatte sie in dem Zelte des Sultans nun ohne allen Schleier gesehn, und kein Zweifel bestand mehr, wer sie sey.

Zwei Tagereisen ging es dem Felsenlande zu. Er ließ Gigi mit aller Bequemlichkeit reisen, ihr ein prachtvolles Zelt geben, und hohe Ehre beweisen. Sich selbst zeigte er aber nicht, doch den Sklavinnen, die ihr auch zur Aufwartung gegeben waren, schärfte er ein, sie kräftig über ihr Schicksal zu trösten, und sie zu versichern, Nene würde ihr die Herrschaft abtreten. Eine aber unter den Sklavinnen hatte er auf seine Seite gebracht.

Gigi wußte nicht, ob sie den Zusicherungen Glauben beimessen sollte, schwebte in verlegener Unruhe, und wagte die ersten Nächte keinen Schlaf. Endlich aber behauptete die Natur ihre Rechte, sie streckte sich ein wenig auf einen Teppich, undgebot den Frauenzimmern, sie, wenn irgend Jemand nahte, sogleich zu wecken. Die Verrätherin aber nahm den Augenblick wahr, entfernte unter einem ersonnenen Vorwande die übrigen, und zog, wie Perotti ihr aufgetragen hatte, Gigi den Ring leise vom Finger. Vor großer Ermüdung war ihr Schlummer ungewöhnlich fest, und sie bemerkte den Raub nicht. Am Morgen, da man schon Anstalten zum Aufbruch machte, stellte die Sklavin ihre Beute dem erwachten Perotti zu.

Sogleich schrieb dieser einen mit Spott und Bitterkeiten erfüllten Brief an Nene. „In meiner Gewalt stand es,“ sagte er in diesem Briefe, „dich nach Egypten, nach Europa zu bringen, denn ich gebiete Dreihundert Reutern unbeschränkt, und besitze Sicherheitsbriefe, allein du hast mich durch Verbannung von meiner Stelle, durch Kaltsinn gegen meine Liebe gehöhnt, und nun magst du ewig unter den Negern bleiben. Denn kein Geleit werden dir die Darkullaner außer dem Gebirge geben, die dich hassen, und die meine Racheselbst aufmunterte, sich einen andern Gebieter zu wählen.“

Dem sogenannten Osmann schrieb er Worte, welche ihn auch auf das bitterste verwunden konnten, und schickte einen der Neger mit den Briefen ab.

Nun wurde aber sogleich sein Weg verändert, und der nach Egypten eingeschlagen. Die Reuter wußten von Kukus Befehl, Gigi in das innre Darkulla zu bringen, nichts, sondern hatten nur Weisung, Mehemed zu gehorchen, was solche Menschen denn blindlings thun.

Gigi saß auf ihrem Dromedare, noch kein Unheil ahnend, da kam Perotti lachend herangeritten, und rief: „Nach Egypten zieht die Karavane. Die stolze Königin der Beduinen schläft diese Nacht in Perottis Zelt. Endlich werden Recht und Klugheit siegen!“ Er sprengte weg.

Sie gerieth außer sich vor Schrecken, wollte den Ring vom Finger reissen — er war dahin. Sie wollte sich von dem Dromedar hinabstürzen, man hielt sie ab, und hinderte jeden Ausbruch ihrer Verzweiflung. —

Der Leser lasse sich gefallen, daß die Szene des Romans wieder in das innre Darkulla verlegt werde, und wende den Blick einstweilen von Perotti und Gigi.

Flore hatte unterdessen von Perottis Unterhandlungen vieles gehofft. So wenig sie auf seinen Charakter baute, meinte sie doch, auch er würde wohl des Lebens unter den Negern müde sein, und gern nach der Heimath zurückkehren. Das mußte ihn denn bestimmen, alles zur gemeinschaftlichen Abreise einzuleiten.

Es währte aber lange, ehe eine befriedigende Nachricht einlief, Flore theilte sich unterdessen mit Alonzo und jenem treuen Neger in die Regierungsgeschäfte, deren sie aber mit jedem Tage müder ward, denn mit jedem Tage drangen mehr Bitten und Gesuche auf sie ein, weil des Volkes Begriffe so erweitert worden waren. Stolz und Habsucht forderten überall Ehrenstellen und Reichthümer, und wie konnten sie immer befriedigt werden. So häuften sich auch die Klagen, da der Verbrechen immer mehr ins Leben gerufen wurden. Oft gedachte Flore der Worte ihrer altenRäthe, wenn sie sie damals schon verlacht hatte, und sahe ein, daß: wie einmal die menschliche Natur angethan ist, Monarchengewalt, verbrüdert mit der heiligsten Religion des edelsten Willens, dennochkeine Glückliche zu erschaffen vermag. Nein, nein, in der Mansarde des Palais Royal wäre mirs besser, wie in diesem Pallast, dachte sie, denn es ist unter andern mit dem Glücke auch, wie mit dem Regenbogen, nur wenn er vor oder hinter uns steht sehen wir ihn, mitten darin nicht.

Es giebt bei dem allen Gemüther, welche in der Volkserziehung große Ausdauer zeigen, wie z. B. Numa Pompilius, (nachdem Romulus, den die Sache etwas zu langweilen begann,) den kühnen Entwurf eines neuen Reiches geboren, und die Riesenschritte eingeleitet hatte. Flattersinn geht bald in eine gewisse Philosophie über, die zwar weise Wahrheit genug in sich trägt, allein der anhaltenden Arbeit nicht frommt.

Genug, Flore war des Regierens müde, und harrte ihrer Erlösung. Da kam der Eilbote Musas an, durch welchen der Dschelab kund thunließ, Mehemed übe Verrätherei, und wolle wie es schien, Gigi in das Innre von Darkulla führen, um Nene zu bekämpfen, und vom Thron zu werfen. Das letztere klingt auch dem hart, der freiwillig vom Thron zu steigen gewilligt wäre. Des Thrones Höhe durchglüht mit einem gar empfindlichen Stolz, und die Lear, oder Carl V würden gleich ihre volle Gewalt entgegnet haben, wenn Jemand in dem Augenblicke, da sie das Szepter niederlegen wollten, es ihnen zu entwinden versucht hätte. So empfing Flore auch kaum jenen Bericht, als sie Alonzo zu sich rufen ließ, und ihm aufgab, zur Sicherheit des Landes doppelt zu sehn.

Das geschieht ohnehin, gab er zur Antwort, es ist nicht nur der Paß wie immer besetzt, sondern es steht auch noch ein Heer nahe an demselben bereit. Der Treue, welcher es anführt, meint: Kuku könne, auch Friede heuchelnd, Arges im Schilde führen, und man müsse deshalb unter den Waffen sein.

Von Kuku fürchte ich nichts, versetzte Flore, doch Gigis wegen seid auf eurer Hut. Sie könntejenen schlagen, und dann zu uns eindringen wollen, und ihre Rache wegen der vorenthaltenen Caffern, die Unschuldigen empfinden lassen.

So verstrich einige Zeit, bis das Gerücht einlief: Kuku habe in einer großen Schlacht das Leben verloren. Bald darauf erfuhr man, sein Leichnam würde nach der Hauptstadt gebracht werden, weil der Verstorbene ein Grab neben Tata gewünscht hätte. Dem Gerücht folgte eine förmliche Meldung, denn der Offizier, welcher den Leichnam geleitete, sendete zum Paß voraus, und begehrte Eingang. Es wurde bei Floren angefragt, und diese beschloß, mit Alonzo selbst dem Zuge entgegen zu reisen, und begab sich zur Gränze. Diese Ehrenbezeugung geschah, um das Volk noch mehr zu gewinnen, denn seine Gunst ist bei allem, was man vorhaben mag, wichtig.

Der Zug hatte mit dem Leichnam einige Tage außerhalb warten müssen, da Flore ankam. Sie wollte ihm zuerst auf der innern Gränze ein Todtenopfer darbringen.

Schon in einiger Entfernung kam ihr ein wohlgekannter Beamter entgegen, der ihr von dem letzten Willen des Sultans Nachricht gab. Die Sultanin konnte nicht anders, wie sich wahrhaft gerührt dabei zeigen. Der Neger setzte anhänglich hinzu, das Erbe außerhalb der Felsen mögte dir vielleicht streitig gemacht werden. Vornehme Krieger, von denen einige durch Heirathen ihrer Väter mit dem Sultansstamme verwandt sind, zeigen sich schwierig, und der Caffer Mehemed selbst redete ihnen zu, einen Rath niederzusetzen, der vermuthlich aus ihrer Mitte ein Oberhaupt wählt. Doch giebt es auch eine Parthei für dich, und nach der dir so eigenen Kunst, die Herzen zu gewinnen, wirst du auch da wohl durchdringen. Floren reizte diese Aussicht wenig, dochempörte sie die Falschheit des treulosen Perotti, welche sie vernommen hatte. Noch erfuhr sie, daß Gigis Truppen sämmtlich zerstreut wären, und die Feindin selbst ihr würde gefangen eingeliefert werden. Du hast die Gelegenheit deiner Rache bald in der Hand, setzte jener Neger hinzu, denn Mehemed bringt nach einem Auftrage Kukus die Gefangene.

Alles wünschte Floren Glück zu so vielen günstigen Ereignissen, mit kluger Politik aber erwiederte sie: das alles tröstet meinen Kummer über des edlen Kuku Hintritt nicht.

In geringer Entfernung vom Felsenpaß sahe sie das Heer, von dem Alonzo ihr gemeldet hatte. Darf der Führer sich dir nahen? fragte letzterer. Und warum nicht, erwiederte sie, schon lange wünscht ich ihn zu sehen, der sich meinem Anblick entzog, und dem ich den Sieg über Tata verdanke.

Ein Wink Alonzos, und der Führer ritt heran. Froh überrascht rief die Französin: Coutances! Ihr? ihr lebt? Ich glaubte dir manche Unruhe zu ersparen, sagte Alonzo, wenn du ihntodt, und seinen Kopf dem Sultan überliefert wähntest.

O meine Ahnung! versetzte Flore, wohl habe ich ihn unter den Lebenden vermuthet. Es gab eine Szene großer Freude, von allen Seiten.

Wohlan, nahm Flore wieder das Wort, nachdem sie Coutances herzlich begrüßt und ihm gerührte Dankbarkeit erwiesen hatte, wohlan meine Freunde, nun mögen diese Krieger auseinander gehn, denn keinen Feind fürchten wir mehr.

Viele davon zerstreuten sich auch sogleich; doch einen Theil davon, behielt Coutances noch beisammen, um die Begleitung des Leichnams zu machen.

Jetzt gab man am Felsenpaß das Zeichen, dem Zuge den Weg zu öffnen, und die Wache ließ die Brücken nieder. Doch wurde in der großen Sicherheit, worin man sich befand, die Masregel versäumt, welche sonst in der Gewohnheit war, nämlich einen Theil der Ankömmlinge zuvörderst über die erste Brücke zu lassen, und diese sodann wieder aufzuziehn, ehe die folgende erhoben ward, und so von einer zur andern. DasGefolge des Leichenzuges war bekannt und nicht zahlreich genug, um von ihm, hätte es auch tückische Absichten genährt, etwas zu fürchten; sonst entdeckte sich außerhalb der Felsen Niemand, die Brücken sanken also alle nieder, langsam und feierlich ging der zusammenhängende Kondukt fort.

Flore wartete seiner, in tiefer Trauer, von ihren Höflingen umgeben; in einiger Entfernung standen Truppen mit gesenkten Waffen und rührten ihr dumpfes Spiel. Feierlich war die Anordnung.

Alonzo gab auf den Zug wenig Acht, sondern hatte sich während der Zeit zu Coutances begeben. Was meint ihr, sprach er zu diesem, wird eure Landsmännin noch daran denken, diesen reizenden Aufenthalt zu verlassen, nachdem sie hier so sicher, und keine Feinde mehr fürchtend, thronen kann?

„Vermuthlich dennoch. Ein geheimer Zug ins Vaterland zieht sie unwiderstehlich an. Und vielleicht kann sie ihm nun um so eher folgen. Denn was hindert sie nun, eine starke Bedeckungauszuwählen, und mit dieser ihre Reise anzutreten?“

Hm — wer weiß, wäre das Volk dabei gleichgültig. Es dürfte die Regierung nicht gern wieder verändert sehen, weil das nicht ohne Erschütterungen erfolgt.

„O da helfen Erdichtungen.“

Ich gestehe offen, daß ich gern den übrigen Abend meiner Tage hier verlebte.

„Auch ich. Jemehr die Spuren der Barbarei ausgetilgt werden, jemehr verdient dies Land den Namen eines Paradieses.“

Bewerbt euch um die Liebe eurer Landsmännin. Großen Anspruch habt ihr auf ihren Dank. Das Volk wünscht sie vermählt zu sehn. So ist ihr Sein an Darkulla zu fesseln. Ich deutete schon oft bei ihr dahin.

„Ich? Ihr wißt — — nein, nein!“

Ihr denkt immer noch an Isabellen, und das rührt mich innig. Allein sie schlummert im Grabe. Ihr seid jung. Denkt an die Prophezeihung, ihr würdet hier den Thron besteigen.

„Wie, an die Prophezeiung?“

Hier wurden sie durch den Anblick eines Getümmels unterbrochen, das sich da erhob, wo die Sultanin betend kniete, indem grade der Leichnam an ihr vorüber kam. Dies Getümmel war mit einem wilden unverständlichen Geschrei begleitet, und Alonzo und Coutances spornten ihre Thiere an, um dahin zu eilen.

Die Ursache dieser Bewegungen war folgende:

Langsam war der Kondukt durch den Paß gegangen, und wie das Ende desselben dem innern Ausgang nahe war, sahen die Wachen mit Schrecken und Befremdung, daß ein Trupp Beduinen vorwärts sprengte, um sich daran zu schließen. Man wollte abwehren, zu spät, sie hatten sich dieser Gelegenheit, einzuschleichen, mit vollem Glück bedient, schon waren die vorderen über alle Brücken, ein zahlreicherer Schwarm drang nach, die Wachen sahen sich geworfen, und jene dehnten sich im Innern aus.

Alles flüchtete in einen nahen Wald, Coutances flog zu den Truppen, um sie heran zu führen. Er war aber zu schwach bei der GegnerMenge, mußte vorerst auch auf einen Rückzug bedacht seyn, um die jüngst Zerstreuten in einer vortheilhaften Stellung zu sammeln. Unter dieser Zeit wuchs die Zahl der Beduinen immer stärker an.

Flore berathete mit Alonzo. Ohne Zweifel meinte dieser, sind diese Reuter von dem geschlagenen Heere Gigis, und sie treibt wilde Abentheurerei umher. Es ist großer Unfug von ihnen zu fürchten, wenn hier nicht kräftig widerstanden wird. Man traf also alle Anstalten, ein zahlreiches Heer in kurzem beisammen zu haben.

Da die Zerstreuten noch keinen weiten Weg zurückgelegt hatten, so fanden sie sich, nachdem ihnen Boten nachgeschickt waren, bald wieder ein, und Coutances konnte daran denken, dem Feinde die Spitze zu bieten. Flore und Alonzo blieben beim Heere, theils, um die Tapferkeit aufzumuntern, theils weil der Weg zur Hauptstadt durch die herumschwärmenden Feinde unsicher gemacht war. Von den Anhöhen, auf welchen nun Coutances die wieder zusammen gebrachten Truppen ordnete, erblickte man bald darauf die jetztauch in regelmäßige Schlachtordnung gestellten Feinde, die durch die Ebene zum Kampf heranzogen. Coutances rückte ihnen entgegen, und bald standen die Heereslinien in einer geringen Entfernung von Einander.

Ein Herold erschien vor der Mitte, und gab das Verlangen nach Unterhandlung kund. Coutances ritt ihm mit Bedeckung entgegen, und fragte, was den Haufen so vermessen machte, in dies Land zu dringen?

Der Herold erwiederte: Bist du Feldherr?

„Ich bin es!“

Sultanin Gigi fordert dich auf, die Waffen zu strecken!

„Diese Aufforderung darf mir Niemand thun. Aber deine Sendung, Herold, beginnt auch noch mit einer Lüge. Gefangen ist deine Sultanin.“

Dorthin wende den Blick. Die hohe Gestalt mit der weissen Feder auf dem Helm ist Gigi. Willst du kämpfen, so sind wir bereit. Aber noch soll ich dir vorschlagen, von beiden Theilen die Waffen ruhn zu lassen, bis Gigi Bothschaft an deine Sultanin geschickt hat.

„Nicht fern ist sie von hier. Sie soll durch mich erfahren, was an sie zu bestellen ist. Doch ihr Räuber wollt nur Zeit gewinnen. Schon zu lange hauset ihr hier. Von Kuku schon seit ihr geschlagen. Vor mir streckt das Schwerdt, oder keiner wird lebend davon kommen.“

Nicht mögt ich wagen, dies an Gigi zu bestellen. Mache aber erst deiner Sultanin kund, was ihr Gigi sagt: „Ich komme in dies Land, Wohnplätze für mein Heer zu finden. Es giebt deren noch genug hier. Gieb mir meine mir lange verweigerten Caffern, vor allen Mustapha und Osmann, von denen ich weiß, daß sie noch leben, dann wollen wir friedlich zusammen wohnen. Gleich zum Zeichen des freundlichen Willens muß aber das Heer mir die Waffen liefern, und dann auseinanderziehn.“

Coutances war nicht wenig verwundert. Der Antrag, erwiederte er, ist Nene nicht zu machen. Wer würde auch mit treulosen Beduinen einen thörigten Bund eingehn. Die Caffern, wovon du sprichst, befinden sich wohl unter dem Szepter ihrer edlen Gebieterin.

Indem kam Flore selbst herzu, und vernahm den Antrag des Herolds mit Verwunderung. Ich begreife nicht, rief sie, wie mir von Gigi eine Sendung zukommen kann, die ich gefangen weiß; wäre es aber, so sage ihr: sie soll ihre Krieger die Waffen niederlegen lassen, und sich selbst mir als Geissel übergeben, dann sage ich Freundschaft und Wohnplätze zu. Wo nicht, so entscheide das Schwert.

Der Herold eilte kopfschüttelnd hinweg, und kehrte nach einer Stunde wieder. So entbietet meine Herrin der Sultanin von Darkulla, sprach er: Mich jammert des Blutes, das in dieser Fehde strömen soll, doch giebt mein hoher Sinn nicht nach, und räumen kann ich dies Land nicht mehr, denn das meinige ging verloren, und überlegene Feinde harren draußen meiner. Es mag aber der Feldherr des Heeres sich gegen mich in tapferem Zweikampf stellen, ich bin bereit, in Person das Schwert gegen ihn zu ziehn. Sinkt er, so gebiete ich im innern Darkulla, trifft mich der Tod, sind meine Beduinen Nenes Sklaven.

Ich nehme die Ausforderung an, schrie Coutances.Flore wollte abmahnen. Laßt mich, laßt mich, versetzte er, um so unblutiger wird die Entscheidung nahen. Er wartete nicht erst ab, was die Sultanin aufs Neue einwenden wollte, sondern spornte den muthigen Barbarhengst, und flog vor die Linie hinaus.

Gigi von der andern Seite, ersah ihn kaum, als auch ihr Thier angetrieben wurde. Kaum schien sein Huf den Staub zu berühren. Der Reiterin Schwerdt glänzte im Schein der heissen Sonne, hoch wallte der Federbusch an ihrem Helm empor.

Beide kamen sich näher. Gigi trug einen Wurfspieß in der rechten Hand, und wußte so fertig damit umzugehn, wie ein Beduin. Da sie nun aber auf funfzig Schritte heran war, rief sie: Wie? kein Neger, ein Weisser führt dies Heer? Wohlan, Europäerwaffen! Sie schleuderte den Spieß hin, und zückte einen breiten Degen. Coutances hatte den Griff des seinigen schon in der Hand, und hob ihn hoch über den Kopf, einen wüthenden Streich damit auf die Gegnerin zu führen.

Bis auf wenige Sprünge sind sie sich nah, da blicken sie einander an, und in plötzlicher Erstarrung reißt jede linke Hand den Zügel zurück, jede rechte läßt die Waffe sinken. Dennoch stehen die Rosse dichte zusammen, weil der Sprung sich nicht jähling anhalten läßt. Bald darauf eilen beide, hinab vom Sattel zu kommen, und sinken sich in die Arme.

Die Heere, in deren Angesicht das vorgeht, staunen, Flore, wenig von den Kämpfern entfernt, sagte zu Alonzo: Coutances umarmt die Feindin, er ist ein Verräther, oder — oder —

Kein Verräther! ruft dieser aus, und flieht bestürzt zu dem Paare. Da sprengt auch von jener Linie ein Beduin herzu. Auch mir eine Umarmung, ruft Alonzo, die stattliche, mehr herangewachsene schöner gewordene Heroin erkennend, auch mir Isabelle, und reißt sie Coutances weg. Da greift der Beduin in des Franzosen Hand. Erinnerst du dich des Mannes, Frank, dem du in der Wüste das Leben rettetest? Ich sagte dir Lohn zu, endlich kann ich zahlen. Coutances fiel ihm an die Brust.

Flore, die von fern die umarmende Gruppe sah, eilte auch hinzu, da stellte Alonzo die Tochter, Coutances die Geliebte, Gigi Vater und Geliebten vor, daß jeder Funke der Kriegesflamme erstarb. Daß die Weiber, welche durch das Gerücht schon lange Antheil aneinander genommen hatten, auch sich in den Arm fielen, ahnet der Leser schon, aber es sollte die Gruppe noch dichter werden. Denn von der andern Seite kam Musa, einen Esel führend, worauf ein sehr gebrechlich scheinender Kranker saß. Es war Perotti.

An dem Fleck, wo der Zweikampf hatte vor sich gehen sollen, wurde ein prächtig Zelt aufgeschlagen, worin die Gesellschaft Erfrischungen nahm, und sich ihre Begebenheiten mittheilte. Beide Heere traten zu einander über, und wurden köstlich bewirthet.


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