BLICKE
O diese armen müden Blicke!Die euren und die meinen!Die nicht mehr sind und die noch kommen werden!Die niemals kommen und die dennoch sind!Die Sonntags Kranke zu besuchen scheinen;Und manche sind wie Kranke ohne Haus,Wie Lämmer auf der Bleiche voller Linnen.Und diese ungewohnten Blicke!In deren Wölbung eine Jungfrau hingerichtet wirdHinter verschlossner Tür und man muss zusehn!Und die an unbekannte Trübsal uns gemahnen!An Bauern in den Fenstern der Fabrik,An einen Gärtner, der zum Weber wurde,An einen Sommernachmittag im Wachsfigurenkabinett,Und an der Königin Gedanken, die einen Kranken sieht im Garten!An Kampfergeruch im Walde!Und an ein Fürstenkind, das Feiertags in einen Turm geworfen wird,An wochenlange Fahrt auf schwülem Kanal.Erbarmt euch derer, die mit kleinen Schritten ausgehn,So wie Genesende zur Erntezeit!Erbarmt euch derer, die wie Kinder blicken,Die sich zur Essenszeit verliefen!Habt Mitleid mit dem Blick des Wunden zu dem Arzt,Er ist wie Zelte im Orkan!Habt Mitleid mit dem Blick der Jungfrau in Versuchung,Und mit dem Blick, der Jungfrau, die erliegt!Wie Fürstentöchter, die im ausweglosen Sumpf verirrt sind!(O wie die Milch in Strömen durch das Dunkel flieht,Und wie die Schwäne sterben mitten unter Schlangen!)Und jene Blicke, die wie Schiffe mit vollen Segeln, lichterstrahlend, hinausziehn in den Sturm!Das Klägliche in all den Blicken, weil sie nicht wo anders sind!So viele Leiden, kaum zu unterscheiden, und dennoch so verschieden!Und die, die niemand je verstehen wird!Und diese armen, fast verstummten Blicke!Und diese armen Blicke, die da flüstern!Und diese armen fast erstickten Blicke!Die einen wie ein Schloss, zum Krankenhaus verwandelt!Und so viel andre sind wie Zelte, Lilien des Krieges auf dem kleinen Rasenplatz des Klosters!Und viele sind wie Kranke, die im Treibhaus liegen!Und viele sind wie Krankenschwestern ohne Kranke auf hoher See!O dass ich alle diese Blicke sah!O dass ich alle diese Blicke aufnahm!Die meinen, die sie kreuzten, sind erschöpft,Und seit der Zeit kann ich die Augen nicht mehr schliessen!
O diese armen müden Blicke!Die euren und die meinen!Die nicht mehr sind und die noch kommen werden!Die niemals kommen und die dennoch sind!Die Sonntags Kranke zu besuchen scheinen;Und manche sind wie Kranke ohne Haus,Wie Lämmer auf der Bleiche voller Linnen.Und diese ungewohnten Blicke!In deren Wölbung eine Jungfrau hingerichtet wirdHinter verschlossner Tür und man muss zusehn!Und die an unbekannte Trübsal uns gemahnen!An Bauern in den Fenstern der Fabrik,An einen Gärtner, der zum Weber wurde,An einen Sommernachmittag im Wachsfigurenkabinett,Und an der Königin Gedanken, die einen Kranken sieht im Garten!An Kampfergeruch im Walde!Und an ein Fürstenkind, das Feiertags in einen Turm geworfen wird,An wochenlange Fahrt auf schwülem Kanal.Erbarmt euch derer, die mit kleinen Schritten ausgehn,So wie Genesende zur Erntezeit!Erbarmt euch derer, die wie Kinder blicken,Die sich zur Essenszeit verliefen!Habt Mitleid mit dem Blick des Wunden zu dem Arzt,Er ist wie Zelte im Orkan!Habt Mitleid mit dem Blick der Jungfrau in Versuchung,Und mit dem Blick, der Jungfrau, die erliegt!Wie Fürstentöchter, die im ausweglosen Sumpf verirrt sind!(O wie die Milch in Strömen durch das Dunkel flieht,Und wie die Schwäne sterben mitten unter Schlangen!)Und jene Blicke, die wie Schiffe mit vollen Segeln, lichterstrahlend, hinausziehn in den Sturm!Das Klägliche in all den Blicken, weil sie nicht wo anders sind!So viele Leiden, kaum zu unterscheiden, und dennoch so verschieden!Und die, die niemand je verstehen wird!Und diese armen, fast verstummten Blicke!Und diese armen Blicke, die da flüstern!Und diese armen fast erstickten Blicke!
Die einen wie ein Schloss, zum Krankenhaus verwandelt!Und so viel andre sind wie Zelte, Lilien des Krieges auf dem kleinen Rasenplatz des Klosters!Und viele sind wie Kranke, die im Treibhaus liegen!Und viele sind wie Krankenschwestern ohne Kranke auf hoher See!
O dass ich alle diese Blicke sah!O dass ich alle diese Blicke aufnahm!Die meinen, die sie kreuzten, sind erschöpft,Und seit der Zeit kann ich die Augen nicht mehr schliessen!