Chapter 10

Nach der religiösen Anschauung ist demjenigen, welcher mit verstümmeltem Körper das Totenreich betritt, eine Vereinigung mit den Vorfahren nicht möglich. Aus diesem Grunde werden sogar von den Operierten die amputierten Körperteile (z. B. von den Eunuchen die Geschlechtsorgane) aufbewahrt und nach dem Tode ins Grab mitgenommen. Eine Leichensektion widerspräche der Pietät und wäre geradezu eine Beleidigung des Toten, eine Unzukömmlichkeit gegenüber den Lebenden. Nur in ganz vereinzelten Fällen dürfte mit Verbrecherleichen eine Ausnahme gemacht worden sein. Vielleicht bildeten solche gelegentliche Uebertretungen des religiösen Verbots in älterer Zeit, hauptsächlich aber wohl die Beobachtungen an gemarterten Verbrechern oder bei zufälligen schweren Verletzungen Quellen für die oberflächliche Kenntnis der Gestalt und Lage der Eingeweide; die Osteologie konnte auch dadurch gewinnen, daß man alle Ueberreste der Toten sorgsam aufbewahrte. Zergliederungen von Tieren scheinen nicht zum Vergleich herangezogen worden zu sein.Die anatomischen Beschreibungen der Chinesen sind infolge ihrer schwülstigen Nomenklatur oft schwer zu deuten; sie beziehen sich, da die Zwecke der praktischen Medizin allein in Betracht kommen, vorwiegend auf die Lehre von den Eingeweiden (wobei Maße und Gewichte angegeben werden) und auf das Gefäßsystem. Einen Vorzug der einschlägigen Literatur würden die beigefügten anatomischen Abbildungen ausmachen, wenn sie durch ihren groben Schematismus von der Naturwahrheit nicht zu weit entfernt wären. Nach chinesischer Darstellung beträgt die Zahl der Knochen 365; dabei gelten der Schädel, der Vorderarm, der Unterschenkel, dasBecken als je ein Knochen. Ueber das Muskel- und Nervensystem, desgleichen über die Sinnesorgane scheinen keine näheren Kenntnisse vorhanden zu sein. Merkwürdigerweise wird vom Gehirn behauptet, daß es nur einen kleinen Raum in der Schädelhöhle einnehme; das Rückenmark soll in den Testikeln enden. Das Herz, in welches man den Larynx münden läßt, wird mit der Blüte einer Wasserlilie verglichen; es besitzt 7 Löcher und 3 Spalten und stützt sich gegen den 5. Wirbel; die Lunge ist am 3. Wirbel angeheftet, hat 8 Lappen und ist von 80 kleinen Löchern durchbohrt; die Leber besteht aus 7 Lappen und stützt sich gegen den 9. Wirbel; die Gallenblase ähnelt einem Weingefäß; die Milz ist am 11. Wirbel befestigt; der Dünndarm, ebenso wie der Dickdarm, macht 16 Krümmungen; die bohnenförmigen Nieren sind am 14. Wirbel aufgehängt. Außer den erwähnten Organen, an welche sich die Beschreibungen des Magens, der Blase mit den Harnleitern anreihen, kennt die chinesische Anatomie noch ein aus drei Abschnitten bestehendes Hohlorgan, ohne welches die Eingeweide ihre Funktionen nicht auszuüben vermöchten, es ist dies dasSan-tsiao, das vielleicht mit dem Brust- und Bauchfell zu identifizieren sein dürfte. Der Verlauf der Gefäße wird ganz phantastisch geschildert.Der Versuch des Kaisers Kang-hi (1662-1723), der chinesischen Medizin die abendländische Anatomie aufzupflanzen — er veranlaßte eine Uebersetzung der Anatomie des Pierre Dionis durch den Jesuiten P. Perennin —, scheiterte an dem Widerstande der einheimischen Aerzte. Seit dem 19. Jahrhundert sind in China zwar Kopien europäischer anatomischer Abbildungen verfertigt worden, von einem tieferen Einfluß auf die Anschauungen ist jedoch bisher nichts zu merken.Was die Entwicklungsgeschichte anlangt, so findet sich darüber folgende Ansicht verbreitet: Im ersten Monate gleicht der Fötus einem Wassertropfen; im zweiten einem Pfirsichblatte; im dritten differenziert sich das Geschlecht; im vierten nimmt die Frucht menschliche Gestalt an; im fünften lassen sich Knochen und Gelenke, im sechsten die Haare erkennen. Wenn es ein Knabe ist, so bewegt sich am Ende des siebenten Monats die rechte Hand links im Mutterleibe, ist es ein Mädchen, so bewegt sich am Ende des achten Monats die linke Hand rechts im Mutterleibe; am Ende des neunten Monats bemerkt man beim Palpieren des Unterleibs drei Veränderungen in der Lage der Frucht; am Anfang des zehnten Monats ist die Entwicklung beendigt. Die Dauer der Schwangerschaft beträgt 270 Tage. Das Geschlecht der Kinder läßt sich aus dem Pulse der Mutter erkennen: ist der rechte Puls derselben erhoben, so deutet dies auf einen Knaben, ist es der linke, so deutet es auf ein Mädchen.Knaben entstehen auf der linken, Mädchen auf der rechten Seite der Gebärmutter.

Nach der religiösen Anschauung ist demjenigen, welcher mit verstümmeltem Körper das Totenreich betritt, eine Vereinigung mit den Vorfahren nicht möglich. Aus diesem Grunde werden sogar von den Operierten die amputierten Körperteile (z. B. von den Eunuchen die Geschlechtsorgane) aufbewahrt und nach dem Tode ins Grab mitgenommen. Eine Leichensektion widerspräche der Pietät und wäre geradezu eine Beleidigung des Toten, eine Unzukömmlichkeit gegenüber den Lebenden. Nur in ganz vereinzelten Fällen dürfte mit Verbrecherleichen eine Ausnahme gemacht worden sein. Vielleicht bildeten solche gelegentliche Uebertretungen des religiösen Verbots in älterer Zeit, hauptsächlich aber wohl die Beobachtungen an gemarterten Verbrechern oder bei zufälligen schweren Verletzungen Quellen für die oberflächliche Kenntnis der Gestalt und Lage der Eingeweide; die Osteologie konnte auch dadurch gewinnen, daß man alle Ueberreste der Toten sorgsam aufbewahrte. Zergliederungen von Tieren scheinen nicht zum Vergleich herangezogen worden zu sein.

Die anatomischen Beschreibungen der Chinesen sind infolge ihrer schwülstigen Nomenklatur oft schwer zu deuten; sie beziehen sich, da die Zwecke der praktischen Medizin allein in Betracht kommen, vorwiegend auf die Lehre von den Eingeweiden (wobei Maße und Gewichte angegeben werden) und auf das Gefäßsystem. Einen Vorzug der einschlägigen Literatur würden die beigefügten anatomischen Abbildungen ausmachen, wenn sie durch ihren groben Schematismus von der Naturwahrheit nicht zu weit entfernt wären. Nach chinesischer Darstellung beträgt die Zahl der Knochen 365; dabei gelten der Schädel, der Vorderarm, der Unterschenkel, dasBecken als je ein Knochen. Ueber das Muskel- und Nervensystem, desgleichen über die Sinnesorgane scheinen keine näheren Kenntnisse vorhanden zu sein. Merkwürdigerweise wird vom Gehirn behauptet, daß es nur einen kleinen Raum in der Schädelhöhle einnehme; das Rückenmark soll in den Testikeln enden. Das Herz, in welches man den Larynx münden läßt, wird mit der Blüte einer Wasserlilie verglichen; es besitzt 7 Löcher und 3 Spalten und stützt sich gegen den 5. Wirbel; die Lunge ist am 3. Wirbel angeheftet, hat 8 Lappen und ist von 80 kleinen Löchern durchbohrt; die Leber besteht aus 7 Lappen und stützt sich gegen den 9. Wirbel; die Gallenblase ähnelt einem Weingefäß; die Milz ist am 11. Wirbel befestigt; der Dünndarm, ebenso wie der Dickdarm, macht 16 Krümmungen; die bohnenförmigen Nieren sind am 14. Wirbel aufgehängt. Außer den erwähnten Organen, an welche sich die Beschreibungen des Magens, der Blase mit den Harnleitern anreihen, kennt die chinesische Anatomie noch ein aus drei Abschnitten bestehendes Hohlorgan, ohne welches die Eingeweide ihre Funktionen nicht auszuüben vermöchten, es ist dies dasSan-tsiao, das vielleicht mit dem Brust- und Bauchfell zu identifizieren sein dürfte. Der Verlauf der Gefäße wird ganz phantastisch geschildert.

Der Versuch des Kaisers Kang-hi (1662-1723), der chinesischen Medizin die abendländische Anatomie aufzupflanzen — er veranlaßte eine Uebersetzung der Anatomie des Pierre Dionis durch den Jesuiten P. Perennin —, scheiterte an dem Widerstande der einheimischen Aerzte. Seit dem 19. Jahrhundert sind in China zwar Kopien europäischer anatomischer Abbildungen verfertigt worden, von einem tieferen Einfluß auf die Anschauungen ist jedoch bisher nichts zu merken.

Was die Entwicklungsgeschichte anlangt, so findet sich darüber folgende Ansicht verbreitet: Im ersten Monate gleicht der Fötus einem Wassertropfen; im zweiten einem Pfirsichblatte; im dritten differenziert sich das Geschlecht; im vierten nimmt die Frucht menschliche Gestalt an; im fünften lassen sich Knochen und Gelenke, im sechsten die Haare erkennen. Wenn es ein Knabe ist, so bewegt sich am Ende des siebenten Monats die rechte Hand links im Mutterleibe, ist es ein Mädchen, so bewegt sich am Ende des achten Monats die linke Hand rechts im Mutterleibe; am Ende des neunten Monats bemerkt man beim Palpieren des Unterleibs drei Veränderungen in der Lage der Frucht; am Anfang des zehnten Monats ist die Entwicklung beendigt. Die Dauer der Schwangerschaft beträgt 270 Tage. Das Geschlecht der Kinder läßt sich aus dem Pulse der Mutter erkennen: ist der rechte Puls derselben erhoben, so deutet dies auf einen Knaben, ist es der linke, so deutet es auf ein Mädchen.Knaben entstehen auf der linken, Mädchen auf der rechten Seite der Gebärmutter.

Die Physiologieist geradezu ein Teilgebiet der allgemeinen Naturphilosophie, ohne die sie gar nicht verstanden werden kann; es sind dieselben Prinzipien, welche im Weltall, wie im menschlichen Organismus, der nur eine Manifestation des universellen Lebens darstellt, zur Geltung gelangen.

Der Kosmos ist nach chinesischer Anschauung aus dem Zusammenwirken zweier heterogener Urkräfte(Polaritäten)hervorgegangen, der männlichen, Yâng, und der weiblichen, Yin — sein Gleichgewicht beruht auf der harmonischen Tätigkeit beider.

Yang (das aktive, positive Prinzip, Urwärme, Licht) ist vorwiegend repräsentiertdurch den Himmel, Yin (das passive, negative Prinzip, Urfeuchtigkeit, Finsternis) durch die Erde. Vermöge beständiger, gegenseitiger, graduell verschiedener Einwirkung der männlichen (zeugenden, entwickelnden) auf die weiblichen (rückgängigen, auflösenden) Kräfte entsteht die große Mannigfaltigkeit der Dinge; die Verschiedenheit der Geschlechter, Charaktere, der hervorstechenden Eigenschaften und Formen ist im letzten Grunde die Folge des Ueberwiegens des Yang oder des Yin. Ersteres ist wirksam in der Sonne, im Licht, im Frühling und Sommer, in der Jugend, als Stärke, als Hitze, Trockenheit, Härte etc. ... letzteres im Mond, im Schatten, im Herbst und Winter, im Greisenalter, als Schwäche, Kälte, Feuchtigkeit, Weichheit etc. ... (die Analogie stellt also gemäß den beiden heterogenen Prinzipien dualistische Reihen auf). —

Yang (das aktive, positive Prinzip, Urwärme, Licht) ist vorwiegend repräsentiertdurch den Himmel, Yin (das passive, negative Prinzip, Urfeuchtigkeit, Finsternis) durch die Erde. Vermöge beständiger, gegenseitiger, graduell verschiedener Einwirkung der männlichen (zeugenden, entwickelnden) auf die weiblichen (rückgängigen, auflösenden) Kräfte entsteht die große Mannigfaltigkeit der Dinge; die Verschiedenheit der Geschlechter, Charaktere, der hervorstechenden Eigenschaften und Formen ist im letzten Grunde die Folge des Ueberwiegens des Yang oder des Yin. Ersteres ist wirksam in der Sonne, im Licht, im Frühling und Sommer, in der Jugend, als Stärke, als Hitze, Trockenheit, Härte etc. ... letzteres im Mond, im Schatten, im Herbst und Winter, im Greisenalter, als Schwäche, Kälte, Feuchtigkeit, Weichheit etc. ... (die Analogie stellt also gemäß den beiden heterogenen Prinzipien dualistische Reihen auf). —

Die Materie besteht aus 5(Urgrundstoffen)Elementen, nämlich Holz, Feuer, Erde, Metall und Wasser; jedes Ding ist aus ihnen (in mannigfachen Verhältnissen) zusammengesetzt.

Wie beim Schöpfungsakt aus dem Wasser das Holz (die Pflanzen), aus dem Holz (Reibung) das Feuer, aus dem Feuer die Erde (Asche) hervorging und die Erde das Metall aus sich entstehen ließ, so setzt sich im Weltgeschehen der Kreislauf des Stoffwechsels in gleicher Richtung fort. Daraus leitet die chinesische Naturphilosophie die Beziehungen der Elemente zueinander ab, nämlich:Deszendenz,Freundschaft,Feindschaft. So hat z. B. dasFeuerdasHolzzurMutter(weil es aus dem Holz hervorgeht),ErdezumSohne(Asche ist das Produkt des Feuers),WasserzumFeinde(weil dieses das Feuer auslöscht), dasMetallzumFreunde(weil das Metall keine Wirkung auf das Feuer ausübt). Die gleichen Beziehungen werden bei jedem Grundstoff angegeben, wobei immer die Freundschaft mit Feindschaft erwidert wird (Feuer ist der Freund des Wassers [d. h. es kann diesem nichts anhaben], hingegen ist Wasser Feind des Feuers; Feuer ist der Feind des Metalls [weil es dieses zerstört], hingegen ist das Metall der Freund des Feuers).

Wie beim Schöpfungsakt aus dem Wasser das Holz (die Pflanzen), aus dem Holz (Reibung) das Feuer, aus dem Feuer die Erde (Asche) hervorging und die Erde das Metall aus sich entstehen ließ, so setzt sich im Weltgeschehen der Kreislauf des Stoffwechsels in gleicher Richtung fort. Daraus leitet die chinesische Naturphilosophie die Beziehungen der Elemente zueinander ab, nämlich:Deszendenz,Freundschaft,Feindschaft. So hat z. B. dasFeuerdasHolzzurMutter(weil es aus dem Holz hervorgeht),ErdezumSohne(Asche ist das Produkt des Feuers),WasserzumFeinde(weil dieses das Feuer auslöscht), dasMetallzumFreunde(weil das Metall keine Wirkung auf das Feuer ausübt). Die gleichen Beziehungen werden bei jedem Grundstoff angegeben, wobei immer die Freundschaft mit Feindschaft erwidert wird (Feuer ist der Freund des Wassers [d. h. es kann diesem nichts anhaben], hingegen ist Wasser Feind des Feuers; Feuer ist der Feind des Metalls [weil es dieses zerstört], hingegen ist das Metall der Freund des Feuers).

Mit den 5 Elementen stehen in Wechselbeziehung(Sympathie, Korrespondenz),die 5 Planeten(Jupiter, Mars, Saturn, Venus, Merkur),die 5 Luftarten(Wind, Hitze, Feuchtigkeit, Dürre, Kälte),die 5 Weltgegenden(Osten, Süden, Mittag, Westen, Norden),die 5 Jahresabschnitte(neben unseren 4 Jahreszeiten werden die letzten 18 Tage des Frühlings, Sommers, Herbst und Winters als eigene Jahreszeit unterschieden),die 5 Tageszeiten, die 5 Farben(grün-blau, rot, gelb, weiß, schwarz),die 5 Töne u. s. w.[22].

Die Zahlensymbolik spielt in der chinesischen Naturphilosophie — so, wie überhaupt in der orientalischen und der durch sie beeinflußten Spekulation — eine große Rolle; die Fünfzahlentheorie ist besonders charakteristisch.

Die Zahlensymbolik spielt in der chinesischen Naturphilosophie — so, wie überhaupt in der orientalischen und der durch sie beeinflußten Spekulation — eine große Rolle; die Fünfzahlentheorie ist besonders charakteristisch.

Wie im Kosmos, so sind auch im Menschen die beiden Urkräfte Yâng und Yin Grundbedingungen aller Vorgänge; wie die Materie überhaupt, so ist auchder menschliche Leib aus den 5 Elementen gebildet, und diese finden in bestimmten Organen ihre vornehmste Vertretung;auf dem Gleichgewicht des männlichen und weiblichen Prinzips, auf dem richtigen quantitativen Verhältnis der Grundstoffe beruht die Gesundheit.

Das männliche Prinzip — die Lebenswärme — regiert, entsprechend seiner Tendenz zur Expansion, namentlich die kontraktilen Hohlorgane, „Kammern“ (wie Dick- und Dünndarm, Harnblase, Gallenblase, Magen); das weibliche Prinzip — die Grundfeuchtigkeit — sitzt in den solideren „Eingeweiden“ (Leber, Herz, Lunge, Milz, Niere); jedes der Prinzipien besitzt ein Sammelbecken, und beide zusammen zirkulieren mit dem Blut und der Lebensluft, die ihnen als Vehikel dienen, im Gefäßsystem; durch dieses werden sie den Organen und sodann allen Körperteilen zugeführt; gestörte Zirkulation (durch Schwere, Reibung etc.) bedingt Krankheit.

Das Gefäßsystem besteht aus 12 Hauptadern (king), von diesen enthalten 6 den positiven Urstoff (yang), 6 andere den negativen Urstoff (yin); teils beginnen, teils enden sie an den Händen oder Füßen. Vervollständigt werden die 12 Adern noch durch 2 Hauptsammelkanäle, von denen der eine, an der Rückseite des Körpers verlaufend, den positiven, der andere, an der Vorderseite verlaufend, den negativen Urstoff führt. Die 14 Adern haben 23 Aeste; außerdem werden noch eine Reihe anderer kleiner Gefäße beschrieben.Interessant ist es, daß die chinesische Physiologie eine Zirkulation des Blutes und der Lebensluft annimmt, und behauptet, daß in 24 Stunden 50 Umläufe stattfinden, während eines Atemzuges legen Luft und Blut 6 Zoll zurück. Die Bewegung äußert sich im Puls, welcher in 24 Stunden 54000-67000mal schlage.

Das Gefäßsystem besteht aus 12 Hauptadern (king), von diesen enthalten 6 den positiven Urstoff (yang), 6 andere den negativen Urstoff (yin); teils beginnen, teils enden sie an den Händen oder Füßen. Vervollständigt werden die 12 Adern noch durch 2 Hauptsammelkanäle, von denen der eine, an der Rückseite des Körpers verlaufend, den positiven, der andere, an der Vorderseite verlaufend, den negativen Urstoff führt. Die 14 Adern haben 23 Aeste; außerdem werden noch eine Reihe anderer kleiner Gefäße beschrieben.

Interessant ist es, daß die chinesische Physiologie eine Zirkulation des Blutes und der Lebensluft annimmt, und behauptet, daß in 24 Stunden 50 Umläufe stattfinden, während eines Atemzuges legen Luft und Blut 6 Zoll zurück. Die Bewegung äußert sich im Puls, welcher in 24 Stunden 54000-67000mal schlage.

Die 5 Elemente sind im menschlichen Körper durch 5 Hauptorgane (Eingeweide) repräsentiert, denen 5 andere (Hohlorgane, „Kammern“) als Gehilfen (Brüder) zur Seite stehen resp. eine verwandte Funktion besitzen.Dem Holz entspricht der Qualität nach — die Leber; dem Feuer — das Herz; der Erde — die Milz; dem Metall — die Lungen; dem Wasser — die Nieren. Die Leber hat zum Gehilfen die Gallenblase, und beide dienen zur Filtration der Säfte; das Herz empfängt den Chylus und verwandelt ihn in Blut, sein Gehilfe, der Dünndarm, verwandelt die Nahrung in Chylus; Milzund Magen besorgen die Verdauung; die Lunge läßt das Blut laufen und reinigt es vom Schleim, ihr Gehilfe, der Dickdarm, hat die Aufgabe, die groben und unreinen Stoffe zu entleeren; die Niere mit dem Ureter teilt sich in die Sekretion des Harns, der in die Blase gelangt. Im besonderen wird der rechten Niere, der „Pforte des Lebens“, die Rolle zugewiesen, den Samen zu bilden (Sitz der Kraft), während die Leber als Sitz der Seele, die Galle als Sitz des Mutes gilt, und die Lungen die Stimmung regulieren sollen.

Gemäß der Elementarbeschaffenheit läßt die chinesische Physiologie jedes der 5 Hauptorgane mit einer kosmisch-tellurischen Erscheinung (Gestirn, Himmelsgegend, Luftart, Jahres-, Tageszeit etc.), und ebenso mit einem der 5 Töne, Gerüche, mit einer der 5 Farben, Geschmacksarten u. s. w., korrespondieren; außerdem beeinflußt jedes Organ neben der Hauptfunktion noch ein entferntes Körpergebiet (z. B. einen bestimmten Gesichtsteil, eine bestimmte Gewebsart) und steht zu anderen Organen im Verhältnis der Sympathie oder Antipathie (Deszendenz, Freundschaft, Feindschaft).Das wichtigste Charakteristikum findet es aber in einer nur ihm eigentümlichen Pulsgattung.Diese bis ins Maßlose gezogenen Analogien sind nach chinesischer Anschauung auch von größter praktischer Bedeutung, weil sich jede krankhafte Störung durch eine Abweichung von dem als Norm geltenden Korrespondenzsystem bemerkbar macht.

Die Diagnostik und Prognostiklegt relativ wenig Wert auf die Anamnese und basiert vorwiegend auf sorgfältiger objektiver Untersuchung des ganzen Körpers; jedoch handelt es sich — obwohl einzelne erfahrungsgemäß erworbene gute Beobachtungen unterlaufen — hauptsächlich um allerlei ausgeklügelte Subtilitäten, die den Irrgängen der mystischen Korrespondenzlehre entstammen. Der chinesische Arzt nimmt Kenntnis vom Habitus und Allgemeinbefinden, von der Gemütsbeschaffenheit, von den Geruch- und Geschmacksempfindungen, ja sogar von der Appetitrichtung und den Träumen des Patienten, er verfolgt die Atmung und die Schalläußerungen (Stimme, Weinen, Lachen, Seufzen etc.), er prüft die Temperatur (durch Palpation) und die Art der Ausscheidungen (Menge, Farbe, Konsistenz des Nasenschleims, Sputums, Harns, der Fäces), er achtet auf die Farbe gewisser Venen und läßt selbst die Beschaffenheit der Behaarung nicht aus dem Auge. All dies, wobei auf die Uebereinstimmung oder Dissonanz der Zeichen, sowie auf den Einfluß der Atmosphäre, der Jahreszeit, Tagesstunde u. s. w. Rücksicht genommen wird, bildet aber nur die Ergänzung der Untersuchungsergebnisse, welche durchdie beiden wichtigsten diagnostischen Methodengewonnen werden, durchdie Prüfung des Pulses und die Inspektion des Gesichtes und der Zunge.

Die chinesische Pulslehre ist ungemein kompliziert und erfordert in der Praxis ein äußerst umständliches Verfahren, das schon im einfachsten Falle 10 Minuten, bisweilen aber selbst einige Stunden in Anspruch nimmt.

Man kennt 11 Stellen, an denen der Puls gefühlt werden kann, jede derselben hat ihren eigenen Namen.

Man kennt 11 Stellen, an denen der Puls gefühlt werden kann, jede derselben hat ihren eigenen Namen.

Gewöhnlich wird die Betastung an der Radialis vorgenommen und zwar in der Weise, daß man zuerst den Mittelfinger auf das Köpfchen des Radius, sodann neben ihn den Zeige- und Ringfinger anlegt, während der Daumen sich auf das Dorsum des Carpus stützt. Die Untersuchung findet auf beiden Seiten statt, wobei der Arzt mit seiner rechten Hand die linke Radialis, mit seiner linken die rechte prüft. Die jederseits ermittelten 3 Stellen werden als 3 Pulse aufgefaßt und mit den Namen „Zoll“,tsuen, „Engpaß“,kouan, und „Schuh“,tché, bezeichnet, von denen der erste unter dem Ringfinger, der zweite unter dem Mittelfinger, der dritte unter dem Zeigefinger fühlbar ist. Auf beiden Seiten untersucht, ergeben sich somit 6 Pulse, von denen jeder einzelne mit einem bestimmten Organe korrespondiert und dessen normalen oder pathologischen Zustand verrät. So entspricht z. B. der „Engpaß“, kouan, rechts palpiert dem Magen und der Milz, links der Leber und Gallenblase. Jeder Puls muß 3mal für sich allein, zuerst mit schwachem, dann mittlerem, endlich starkem Drucke während der Dauer von 9 Atemzügen untersucht werden, wobei auf Qualität, Frequenz und etwaige Intermissionen zu achten ist. Die Zahl der Pulsvarietäten ist eine kaum übersehbare.

Da nach der chinesischen Sphygmologie jedes Organ neben seinem natürlichen noch einen entgegengesetzten, mit den Jahreszeiten wechselnden Puls besitzt, die Pulse schon unter normalen Verhältnissen je nach dem Einfluß der Gestirne, Jahres- und Tageszeiten, je nach Alter, Konstitution und Geschlecht differieren, in krankhaften Zuständen aber störend ineinander eingreifen, so kommt bei der verwirrenden Fülle von Kombinationen eine Unzahl von Varietäten zu stande, deren — uns illusorisch erscheinende — Kenntnis ein stupendes Gedächtnis, einen erstaunlichen Tastsinn voraussetzt. Eine Vorstellung davon gibt schon dieeineTatsache, daß nicht weniger als 51 Haupttypen, nämlich 7 „äußere“ Pulse (entsprechend dem positiven Urprinzip), 8 innere (entsprechend dem negativen Urprinzip), 9 „Weg“-Pulse (entsprechend den großen Kommunikationskanälen) und 27 Pulse, welche letalen Ausgang anzeigen, die elementare Grundlage der Untersuchung bilden.Bezüglich der Frequenz wäre zu erwähnen, daß 4-5 Schläge während eines Atemzuges als normal gelten, 3 Schläge deuten auf eine, durch das Vorwalten des weiblichen Prinzips (Kälte), 6-7 Schläge auf eine, durch das Vorwalten des männlichen Prinzips (Hitze) entstandene Krankheit, 1-2 oder 8-9 Pulse geben eine letale Prognose. Was den aussetzenden Puls anlangt, so ist ein einmaliges Aussetzen nach 50 Schlägen mit der Gesundheit vereinbar, ein Aussetzen nach 40, 30, 20, 10 Schlägen weist darauf hin, daß 1, 2, 3, 4 Eingeweide ohne Lebensluft sind und der Tod binnen 4, 3, 2, 1 Jahr erfolgen wird.Die Pulslehre ist übrigens von den einzelnen Autoren verschiedenartig bearbeitet worden und sogar hinsichtlich der vermeintlichen Beziehungen der Organe zu den drei Handgelenkspulsen links und rechts herrschen bedeutende Differenzen in den Angaben.

Da nach der chinesischen Sphygmologie jedes Organ neben seinem natürlichen noch einen entgegengesetzten, mit den Jahreszeiten wechselnden Puls besitzt, die Pulse schon unter normalen Verhältnissen je nach dem Einfluß der Gestirne, Jahres- und Tageszeiten, je nach Alter, Konstitution und Geschlecht differieren, in krankhaften Zuständen aber störend ineinander eingreifen, so kommt bei der verwirrenden Fülle von Kombinationen eine Unzahl von Varietäten zu stande, deren — uns illusorisch erscheinende — Kenntnis ein stupendes Gedächtnis, einen erstaunlichen Tastsinn voraussetzt. Eine Vorstellung davon gibt schon dieeineTatsache, daß nicht weniger als 51 Haupttypen, nämlich 7 „äußere“ Pulse (entsprechend dem positiven Urprinzip), 8 innere (entsprechend dem negativen Urprinzip), 9 „Weg“-Pulse (entsprechend den großen Kommunikationskanälen) und 27 Pulse, welche letalen Ausgang anzeigen, die elementare Grundlage der Untersuchung bilden.

Bezüglich der Frequenz wäre zu erwähnen, daß 4-5 Schläge während eines Atemzuges als normal gelten, 3 Schläge deuten auf eine, durch das Vorwalten des weiblichen Prinzips (Kälte), 6-7 Schläge auf eine, durch das Vorwalten des männlichen Prinzips (Hitze) entstandene Krankheit, 1-2 oder 8-9 Pulse geben eine letale Prognose. Was den aussetzenden Puls anlangt, so ist ein einmaliges Aussetzen nach 50 Schlägen mit der Gesundheit vereinbar, ein Aussetzen nach 40, 30, 20, 10 Schlägen weist darauf hin, daß 1, 2, 3, 4 Eingeweide ohne Lebensluft sind und der Tod binnen 4, 3, 2, 1 Jahr erfolgen wird.

Die Pulslehre ist übrigens von den einzelnen Autoren verschiedenartig bearbeitet worden und sogar hinsichtlich der vermeintlichen Beziehungen der Organe zu den drei Handgelenkspulsen links und rechts herrschen bedeutende Differenzen in den Angaben.

Aus dem Pulse allein glaubt man die Art und den Sitz der Krankheit diagnostizieren zu können.Nach einem beliebten Gleichnis stellt der menschliche Körper ein Saiteninstrument dar, dessen einzelne Teile ihre bestimmte Klangfarbe (Organpulse) besitzen und dessen Töne (Pulse) die Harmonie (Gesundheit) oder Disharmonie (Krankheit) zum Ausdruck bringen.

Mit der Pulsuntersuchung wetteifert an Bedeutung die Inspektion des Gesichtes und der Zunge, wobei vornehmlich auf dieFarbegeachtet wird. Die Glossosemiotik verfügt über 37 Typen.

Wie aus folgender Tabelle hervorgeht, entspricht jedem der Organe eine bestimmte Farbe, wobei das zugrundeliegende Element wohl den Ausschlag gibt. Im menschlichen Körper entstehen die Farben durch die in die Eingeweide eindringende Luft. Für diagnostische Zwecke wird es verwertet, daß die Organfarben aufsteigend auf dem Antlitz erscheinen. Bei krankhaften Störungen zeigt die prävalierende Farbe den Sitz der Krankheit an. Die Prognose richtet sich danach, ob der dominierende Organpuls mit der dominierenden Farbe im Einklang ist oder nicht. Im ersteren Falle steht die Prognose günstig, im letzteren hängt es davon ab, ob die Farbe einem freundlichen oder feindlichen Organ entspricht. Vergl. die Tabelle zu folgendem Beispiel: Es sei der dominierende Puls der Milzpuls, die vorherrschende Farbe gelb — Prognose günstig. Wird die Farbe rot oder schwarz, so besteht keine große Gefahr, denn dies bedeutet, daß das Herz oder die Niere prävaliert, d. h. die „Mutter“ oder der „Freund“ der Milz; wird die Farbe aber weiß oder grün, so ist die Prognose letal, denn dies bedeutet, daß Lunge oder Leber, der „Sohn“ oder der „Feind“, die Oberherrschaft erlangt hat. Das Eintreten der „Mutter“ (also hier des Herzens für die Milz) gilt nämlich als natürlicher Vorgang, hingegen das Prävalieren des „Sohnes“ (also hier der Lunge) als widernatürliches Vorkommnis. Bezüglich der Erklärung der „Freundschaft“ und „Feindschaft“ der Organe vergl. S. 97. Die Inspektion der Farbe erfolgt hauptsächlich in jenem Teil des Kopfes und Gesichts, welcher mit dem betreffenden Organ in Korrespondenz steht. Ein solcher ist z. B. für das Herz — die Zunge. Beobachtet man also bei einer Erkrankung des Herzens, daß die normalerweise rote Zunge schwarz wird (Farbe der Niere), so bedeutet dies, daß die Niere, d. h. der Feind des Herzens, die Oberhand erlangt hat, weshalb die Prognose auf Destruktion des Herzens, also letal zu stellen ist.

Wie aus folgender Tabelle hervorgeht, entspricht jedem der Organe eine bestimmte Farbe, wobei das zugrundeliegende Element wohl den Ausschlag gibt. Im menschlichen Körper entstehen die Farben durch die in die Eingeweide eindringende Luft. Für diagnostische Zwecke wird es verwertet, daß die Organfarben aufsteigend auf dem Antlitz erscheinen. Bei krankhaften Störungen zeigt die prävalierende Farbe den Sitz der Krankheit an. Die Prognose richtet sich danach, ob der dominierende Organpuls mit der dominierenden Farbe im Einklang ist oder nicht. Im ersteren Falle steht die Prognose günstig, im letzteren hängt es davon ab, ob die Farbe einem freundlichen oder feindlichen Organ entspricht. Vergl. die Tabelle zu folgendem Beispiel: Es sei der dominierende Puls der Milzpuls, die vorherrschende Farbe gelb — Prognose günstig. Wird die Farbe rot oder schwarz, so besteht keine große Gefahr, denn dies bedeutet, daß das Herz oder die Niere prävaliert, d. h. die „Mutter“ oder der „Freund“ der Milz; wird die Farbe aber weiß oder grün, so ist die Prognose letal, denn dies bedeutet, daß Lunge oder Leber, der „Sohn“ oder der „Feind“, die Oberherrschaft erlangt hat. Das Eintreten der „Mutter“ (also hier des Herzens für die Milz) gilt nämlich als natürlicher Vorgang, hingegen das Prävalieren des „Sohnes“ (also hier der Lunge) als widernatürliches Vorkommnis. Bezüglich der Erklärung der „Freundschaft“ und „Feindschaft“ der Organe vergl. S. 97. Die Inspektion der Farbe erfolgt hauptsächlich in jenem Teil des Kopfes und Gesichts, welcher mit dem betreffenden Organ in Korrespondenz steht. Ein solcher ist z. B. für das Herz — die Zunge. Beobachtet man also bei einer Erkrankung des Herzens, daß die normalerweise rote Zunge schwarz wird (Farbe der Niere), so bedeutet dies, daß die Niere, d. h. der Feind des Herzens, die Oberhand erlangt hat, weshalb die Prognose auf Destruktion des Herzens, also letal zu stellen ist.

Krankheit ist eine Disharmonie, eine Gleichgewichtsstörung, bedingt durch das Vorherrschen des männlichen oder weiblichen Urprinzips (der Stärke oder Schwäche, Hitze oder Kälte, Trockenheit oder Feuchtigkeit). Sie äußert sich in Störungen der Zirkulation der Lebensluft und des Blutes, worunter die Organe leiden.

Eine Folge ist dasMißverhältnis der Elemente, so z. B. entsteht Schiefwerden des Mundes durch fehlerhaften Ueberschuß des Holzinhalts über den Metallinhalt, wodurch die Muskeln sich zusammenziehen.

Eine Folge ist dasMißverhältnis der Elemente, so z. B. entsteht Schiefwerden des Mundes durch fehlerhaften Ueberschuß des Holzinhalts über den Metallinhalt, wodurch die Muskeln sich zusammenziehen.

Das Verständnis der chinesischen Physiologie und Diagnostik wird durch folgende Uebersichtstabelle wesentlich erleichtert.

ElementHolzFeuerErdeMetallWasserPlanetJupiterMarsSaturnVenusMerkurHimmels- richtungOstenSüdenMitteWestenNordenAtmosphäreWindHitzeFeuchtigkeitDürreKälteJahreszeitFrühlingSommerDie letzten 18 Tage jeder JahreszeitHerbstWinterTageszeitMorgenMittagDie Zwi- schenzeitenAbendNachtHaupt- organLeberHerzMilzLungeNiereBeherr- schendes Organ MutterNiereLeberHerzMilzLungeAbhängiges OrganSohnHerzMilzLungeNiereLeberGehilfe (Bruder)Gallen- blaseDünndarmMagenDickdarmUreter und HarnblaseHat zum FreundMilzLeberNiereLeberHerzHat zum FeindLungeNiereLeberHerzMilzEinfluß- sphäreSehnen Gefäße Nägel AugenPalma Stirne ZungeFleischArmBeinMundHaut Haare Schul- ternNaseKnochen Zähne BartOhrKorrespon- dierender GesichtsteilAugenZungeLippenNaseOhrKorrespon- dierende FarbegrünrotgelbweißschwarzPulsKouān linksTsuén linksKouānrechtsTsuén rechtsTché beider- seitsAbhängigFarbenGerücheGeschmacks- artenTöne und StimmeFluidaSchall- äußerungenSeufzerLachenSingenWeinenSchluch- zenSekreteTränenSchweißSpeichelSchleim SputumHarnGeschmacksauerbittersüßscharfsalzigGeruchranzigbrenzligwohl- riechendnach frischem Fleischnach faulem FleischAppetitaufHirse Hammel- fleischReis Pferde- fleischHülsen- früchte Schweine- fleischLein- samen GeflügelWeizen Rind- fleisch

Die Pathologiebetrachtet Wind, Kälte, Trockenheit, Feuchtigkeit, Affekte und Leidenschaften,Gifte, aber auch böse Geister und imaginäre Tiere (Fuchssagen!) als Krankheitsursachen. Die Klassifikation ist nach verschiedenen Gesichtspunkten durchgeführt (z. B. je nach dem Pulse), am rationellsten ist die Einteilung in innere und äußere Affektionen oder nach den Körperregionen oder nach den Organen. Da die einzelnen Typen nur (oft vagen) Symptomenkomplexen entsprechen, und bei der oberflächlichen Beschreibung ganz verschiedenartige Prozesse zusammengeworfen werden, kann es nicht wundernehmen, daß die chinesische Pedanterie eine Menge von Unterarten, z. B. von der Dysenterie 14 Formen, unterscheidet. Immerhin findensich in der Literatur vortreffliche Beschreibungen, besonders der Infektionskrankheiten.

Das am meisten ausgebaute Gebiet der chinesischen Medizin — dieTherapie, verfügt über nicht wenige Hilfsmittel, ja der gewaltige Arzneischatz überragt an Menge den jedes anderen Volkes. Die Ueberzeugung, daß in der Natur ein Heilmittel für jedes Leiden vorhanden sein müsse, das wirksam sei, wofern nicht das menschliche Schicksal es verwehre, führte dahin, alle erdenklichen Substanzen, sowohl pflanzlicher als tierischer, in geringerem Ausmaß auch mineralischer Art, zu erproben. Mag die jahrtausendalte emsige Empirie neben wirklich heilkräftigen einen Wust von nutzlosen Dingen aufgespeichert haben, vieles bedarf noch derNachprüfung, um richtig bewertet werden zu können, und als sicher ist anzunehmen, daß eine solche Nachprüfung für die Weltmedizin von Nutzen sein wird. Nicht gar so gering ist die Zahl jener Arzneistoffe, in deren Verwendung bei gleicher Indikation die europäische Medizin mit der chinesischen übereinstimmt; zu diesen gehören z. B. Rhabarber, Granatwurzel (gegen Würmer), Kampfer, Akonit, Cannabis, Eisen (gegen Blutarmut), Arsenik (gegen Malaria und Hautleiden), Quecksilber (gegen Hautkrankheiten), Schwefel (gegen Hautleiden), Natrium- und Kupfersulfat (Brechmittel), Alaun, Salmiak, Moschus (Nervenmittel).

Den Rhabarber dankt die Heilkunde des Westens unzweifelhaft der chinesischen, er wurde durch den zentralasiatischen Handel zugeführt. Abgesehen vom Opium, nahm die chinesische Pharmakopöe nur die sehr geschätzteAsa foetida, Muskatnüsse, Zimt und Pfeffer vom Ausland auf.

Den Rhabarber dankt die Heilkunde des Westens unzweifelhaft der chinesischen, er wurde durch den zentralasiatischen Handel zugeführt. Abgesehen vom Opium, nahm die chinesische Pharmakopöe nur die sehr geschätzteAsa foetida, Muskatnüsse, Zimt und Pfeffer vom Ausland auf.

Das höchste Ansehen von allen Arzneisubstanzen genießt dieGinsengwurzel(Panax Ginseng Nees), welche wegen ihrer tonikoexzitierenden Wirkung geradezu als Panacee betrachtet und mit dem dreifachen Gewichte Goldes aufgewogen wird.

Der Name Ginseng bedeutet menschliche Kraft oder Weltwunder. Es gibt eine Menge von Ginsengpräparaten, die gewöhnlich mit Zusatz von Ingwer etc. verabreicht werden. Beim Einsammeln müssen eine Reihe von Vorschriften eingehalten werden, die teils der Erfahrung, teils dem Aberglauben entspringen. Dasselbe ist übrigens bei den meisten pflanzlichen Mitteln der Fall, da nach verbreiteter Ansicht ihre Wirksamkeit den Einflüssen des Bodens, der Sammelzeit (Jahreszeit und Tagesstunde), der Art und Weise des Trocknens (in der Sonne oder im Schatten) unterliegt. Ueber die wunderbaren Heilwirkungen der Ginsengwurzel (z. B. als Verjüngungsmittel) existiert eine ganze Literatur.

Der Name Ginseng bedeutet menschliche Kraft oder Weltwunder. Es gibt eine Menge von Ginsengpräparaten, die gewöhnlich mit Zusatz von Ingwer etc. verabreicht werden. Beim Einsammeln müssen eine Reihe von Vorschriften eingehalten werden, die teils der Erfahrung, teils dem Aberglauben entspringen. Dasselbe ist übrigens bei den meisten pflanzlichen Mitteln der Fall, da nach verbreiteter Ansicht ihre Wirksamkeit den Einflüssen des Bodens, der Sammelzeit (Jahreszeit und Tagesstunde), der Art und Weise des Trocknens (in der Sonne oder im Schatten) unterliegt. Ueber die wunderbaren Heilwirkungen der Ginsengwurzel (z. B. als Verjüngungsmittel) existiert eine ganze Literatur.

Besonderer Beliebtheit erfreuen sich auch, wie aus den Rezeptformeln hervorgeht, Pachyderma cocos, Magnolia hypoleuca, Auszug von Minzblättern (po-hô), Arumknollen, Radix Tang-kui (gegen Dysmennorrhöe), Süßholz, Bärengalle, veraschtes Haar, Realgar, Zinnober u. a. Der Zinnober, welcher in der chinesischen Alchemie die Rolle des Steins der Weisen spielte, dient zur Bereitung merkurieller Präparate und wird für die Räucherungstherapie der Syphilis benützt (man steckt eine mit Zinnober gefüllte Papierrolle in ein Nasenloch, brennt dieselbe an und läßt die Quecksilberdämpfe einatmen). Wie bei uns, ist die merkurielle Behandlung der Syphilis seit Jahrhunderten in China üblich, doch wird sie milder gehandhabt (statt mit grauer Salbe Einreibungen mit roter Quecksilberoxydsalbe; innerlich Kalomel, Sublimat, gemischt mit Kalksulfat), auch bildet sie nicht die einzige Behandlungsmethode (unter anderem werden als innere Mittel Smilax, Perlen- und Perlmutterpulver verwendet). Einer Menge von Stoffen wird eine erwärmende, kühlende, zerteilende oder blutverbessernde Wirkung beigemessen, zahlreich sind die Purgativa, Emetika, Expektorantia, und neben ihnen kommen schweiß-und harntreibende Medikamente in Betracht. Außerdem besitzt die chinesische Medizin sehr viele Emenagoga, Galaktogoga, Abortiva und Aphrodisiaka, welch letztere den Hauptbestandteil der außerordentlich verbreiteten und öffentlich angepriesenen Geheimmittel ausmachen.

Die Lehre von den Arzneimitteln ist namentlich in den zumeist illustrierten Kräuterbüchern niedergelegt, von denen das älteste, wie schon erwähnt, von dem sagenhaften Schin-nung herrühren soll. Zweifellos ist die reiche Erfahrung vieler Generationen auf diesen mythischen Urheber zurückgeführt. Ein mehrere Jahrhunderte v. Chr. verfaßtes Wörterbuch über Kräuterkunde, Rha ya, enthält zur Hälfte naturgeschichtliche Tatsachen. Von den 40 Bänden des bewährten „Führers zur ärztlichen Praxis“,Ching-che-chun-ching, behandeln acht die Pharmakologie (Luy-fang). Als maßgebendstes Werk aber wird jenes betrachtet, welches der Stadtpräfekt Li-schi-tschin um die Mitte des 16. Jahrhunderts n. Chr. unter dem Titel Pen-tsao-kang-mu abzufassen begann. Dieses aus 52 Bänden bestehende Monumentalwerk beruht auf Exzerpten aus der vorausgehenden Literatur und beschreibt über 1800 vorwiegend pflanzliche Heilstoffe hinsichtlich des Fundorts, der Zubereitung, Aufbewahrung, Anwendungs- und Wirkungsweise.

Die Lehre von den Arzneimitteln ist namentlich in den zumeist illustrierten Kräuterbüchern niedergelegt, von denen das älteste, wie schon erwähnt, von dem sagenhaften Schin-nung herrühren soll. Zweifellos ist die reiche Erfahrung vieler Generationen auf diesen mythischen Urheber zurückgeführt. Ein mehrere Jahrhunderte v. Chr. verfaßtes Wörterbuch über Kräuterkunde, Rha ya, enthält zur Hälfte naturgeschichtliche Tatsachen. Von den 40 Bänden des bewährten „Führers zur ärztlichen Praxis“,Ching-che-chun-ching, behandeln acht die Pharmakologie (Luy-fang). Als maßgebendstes Werk aber wird jenes betrachtet, welches der Stadtpräfekt Li-schi-tschin um die Mitte des 16. Jahrhunderts n. Chr. unter dem Titel Pen-tsao-kang-mu abzufassen begann. Dieses aus 52 Bänden bestehende Monumentalwerk beruht auf Exzerpten aus der vorausgehenden Literatur und beschreibt über 1800 vorwiegend pflanzliche Heilstoffe hinsichtlich des Fundorts, der Zubereitung, Aufbewahrung, Anwendungs- und Wirkungsweise.

Eine der merkwürdigsten Eigentümlichkeiten der chinesischen Arzneikunst liegt in ihrem Reichtum an SubstanzenanimalischenUrsprungs. Mystizismus, doch auch das unklare Vorgefühl jener Ideen, die bei uns in neuerer Zeit zur organotherapeutischen geleitet haben, bilden höchstwahrscheinlich das Leitmotiv, wenn z. B. Präparate aus der Leber, Lunge, Niere verschiedener Tiere gegen Leber- bezw. Lungen- und Nierenleiden verordnet werden, oder wenn man z. B. den Samen junger Männer oder Nervensubstanzen von Tieren gegen Schwächezustände, Hühnermagen gegen Magenleiden, Hoden verschiedener Tiere gegen Impotenz, Placenta zur Erleichterung der Geburt u. s. w. anwendet. Neben Substanzen solcher Art finden sich — ähnlich wie in der Pharmakopöe anderer Völker und in der europäischen Medizin verflossener Jahrhunderte — ganz absonderliche und widerwärtige Dinge (Auswurfstoffe).

Aus der Tierwelt werden unter vielem anderen verwendet: Eidechsen, Kröten, Salamander, Schlangen, Schildkröten, Skorpione, Regenwürmer, Blutegel, Seidenraupen, Tausendfüßer; Haut, Fleisch, Fett, Blut, Milch, Galle, Eingeweide, Exkremente, Knochen, Zähne etc. verschiedener Tiere. So benützt man pulverisierte Tiger- und Elefantenknochen gegen Abmagerung, Elefantenzähne gegen Epilepsie, Fischotterleber gegen Anämie, gepulverte Tieraugen mit Frauenmilch gegen Augenentzündungen, die Spitzen der Hirschhörner gegen Schwächezustände, Darmkonkremente von Antilopen als Expektorantia, Bärengalle als Purgans u. s. w.Auch der Mensch selbst wird als Heilkörper herangezogen: die Milch junger Frauen als Verjüngungsmittel, die Placenta gegen Chlorose, der Harn 3-4jähriger Kinder gegen Ohnmachten, menschliche Exkremente, Abortreste u. s. w. Das Volk schreibt demBlute Enthauptetereine besonders kräftigende Wirkung zu.

Aus der Tierwelt werden unter vielem anderen verwendet: Eidechsen, Kröten, Salamander, Schlangen, Schildkröten, Skorpione, Regenwürmer, Blutegel, Seidenraupen, Tausendfüßer; Haut, Fleisch, Fett, Blut, Milch, Galle, Eingeweide, Exkremente, Knochen, Zähne etc. verschiedener Tiere. So benützt man pulverisierte Tiger- und Elefantenknochen gegen Abmagerung, Elefantenzähne gegen Epilepsie, Fischotterleber gegen Anämie, gepulverte Tieraugen mit Frauenmilch gegen Augenentzündungen, die Spitzen der Hirschhörner gegen Schwächezustände, Darmkonkremente von Antilopen als Expektorantia, Bärengalle als Purgans u. s. w.

Auch der Mensch selbst wird als Heilkörper herangezogen: die Milch junger Frauen als Verjüngungsmittel, die Placenta gegen Chlorose, der Harn 3-4jähriger Kinder gegen Ohnmachten, menschliche Exkremente, Abortreste u. s. w. Das Volk schreibt demBlute Enthauptetereine besonders kräftigende Wirkung zu.

Zur animalischen Therapie ist auch die (wahrscheinlich aus Indien stammende) prophylaktischeInokulation der Blatternzu rechnen,welche, angeblich von einem Philosophen erfunden, mindestens seit dem 11. Jahrhundert in China geübt wird und als Vorläuferin der Serumtherapie angesehen werden kann. Man führt zu diesem Zwecke einen mit dem Inhalt einer frischen Pockenpustel getränkten Baumwollenbausch in die Nase des Impflings ein (bei Knaben ins linke, bei Mädchen ins rechte Nasenloch) oder benützt Pulver von einer getrockneten Pustel, das eingerieben oder durch eine Röhre in die Nase eingeblasen wird. Aus gewissen spekulativen Gründen darf am 11. und 15. des Monats nicht geimpft werden. (Die Vaccination wurde im letzten Jahrhundert eingeführt.) Die Klassifikation der Arzneisubstanzen, denenspezifische Beziehung zu den Organen und Krankheitenzugeschrieben wird, ist sehr subtil im Geiste des naturphilosophischen Systems durchgeführt, und namentlich spielen hierbei dieSpekulationen über die Analogien zwischen der Elementarbeschaffenheit, der Farbe, dem Geschmack und der spezifischen Wirkungsweise der Mitteleine wichtige Rolle.

So sollen die grünen Mittel und die sauer schmeckenden Arzneien vorzugsweise die Leber beeinflussen wegen des Holzes, das ihren Hauptbestandteil bilde; nach dem gleichen Prinzip wirken die roten und bitteren Mittel (Feuer) besonders auf das Herz, die gelben und süßen (Erde) auf die Milz (Magen), die weißen und scharfen (Metall) auf die Lungen, die schwarzen und salzigen (Wasser) auf die Nieren. Alle erwärmenden oder kühlenden, stark wirkenden Stoffe besitzen mehr die Eigenschaften des männlichen Urprinzips, des Yang, während die schwach schmeckenden, mit ausgesprochenem saueren, bitteren, süßen, würzigen oder salzigen Geschmacke mehr die Eigenschaften des Yin haben sollen; den Leiden der oberen Körperhälfte, wo das Yang überwiege, entsprechen die aus den oberen Pflanzenteilen (Knospen, Blüten) hergestellten Arzneien, den Krankheiten der unteren Körperhälfte hingegen die aus den Wurzeln bereiteten Mittel, weil in ihnen das Yin vorherrsche. Schließlich werden die Heilmittel sogar mit den Jahreszeiten in Analogie gesetzt, beispielsweise gleichen die mehr nach oben wirkenden den treibenden Kräften des Frühlings, die schweren, wässerigen, mehr nach unten wirkenden, dem sinkenden Streben des Herbstes u. s. w. Bei der Verordnung kommen neben der höchst anerkennenswerten jahrtausendalten Empirie die Stellung des Mittels im naturphilosophischen System, die Berücksichtigung der Jahreszeit und des Wetters, das Geschlecht des Patienten in Betracht.Bisweilen ist für die Wahl des Arzneimittels auch dieSignaturbestimmend (d. h. die Berücksichtigung der Form oder Farbe etc., welche symbolisch auf die Wirkung hindeuten sollen). Beispielsweise werden deshalb die roten Blüten von Hibiscus als Emenagogum, der Safran wegen der gelben Farbe gegen Icterus, Bohnen wegen ihrer Gestalt als Nierenmittel, Leuchtkäfer als Bestandteil von Augenwässern verwendet.

So sollen die grünen Mittel und die sauer schmeckenden Arzneien vorzugsweise die Leber beeinflussen wegen des Holzes, das ihren Hauptbestandteil bilde; nach dem gleichen Prinzip wirken die roten und bitteren Mittel (Feuer) besonders auf das Herz, die gelben und süßen (Erde) auf die Milz (Magen), die weißen und scharfen (Metall) auf die Lungen, die schwarzen und salzigen (Wasser) auf die Nieren. Alle erwärmenden oder kühlenden, stark wirkenden Stoffe besitzen mehr die Eigenschaften des männlichen Urprinzips, des Yang, während die schwach schmeckenden, mit ausgesprochenem saueren, bitteren, süßen, würzigen oder salzigen Geschmacke mehr die Eigenschaften des Yin haben sollen; den Leiden der oberen Körperhälfte, wo das Yang überwiege, entsprechen die aus den oberen Pflanzenteilen (Knospen, Blüten) hergestellten Arzneien, den Krankheiten der unteren Körperhälfte hingegen die aus den Wurzeln bereiteten Mittel, weil in ihnen das Yin vorherrsche. Schließlich werden die Heilmittel sogar mit den Jahreszeiten in Analogie gesetzt, beispielsweise gleichen die mehr nach oben wirkenden den treibenden Kräften des Frühlings, die schweren, wässerigen, mehr nach unten wirkenden, dem sinkenden Streben des Herbstes u. s. w. Bei der Verordnung kommen neben der höchst anerkennenswerten jahrtausendalten Empirie die Stellung des Mittels im naturphilosophischen System, die Berücksichtigung der Jahreszeit und des Wetters, das Geschlecht des Patienten in Betracht.

Bisweilen ist für die Wahl des Arzneimittels auch dieSignaturbestimmend (d. h. die Berücksichtigung der Form oder Farbe etc., welche symbolisch auf die Wirkung hindeuten sollen). Beispielsweise werden deshalb die roten Blüten von Hibiscus als Emenagogum, der Safran wegen der gelben Farbe gegen Icterus, Bohnen wegen ihrer Gestalt als Nierenmittel, Leuchtkäfer als Bestandteil von Augenwässern verwendet.

Die Quantität der einzelnen Arzneimischungen, welche dem Patienten zugemutet wird, ist sehr bedeutend; äußerlich sind die Präparate oft recht gefällig ausgestattet, anlockend, und die Namen, die sie führen, (z. B. das Pulver der drei Höchstweisen, das Pulver des fünffachen Ursprungs)sind geeignet, auf die Phantasie zu wirken, den Nimbus zu verstärken. Manche Aerzte bereiten die Arzneien selbst, gewöhnlich aber wandern die (auf rotes Papier geschriebenen) Rezepte in die meist luxuriös ausgestatteten, sauber gehaltenen Apotheken. Das Rezept ist in der Regel aus einer Anzahl von Drogen (selten weniger als 9 oder 10), zusammengesetzt; die Mittel werden nach ihrer Wirksamkeit in Herrscher, Minister und Subalterne — entsprechend unserem Remedium principale, R. adjuvans, R. constituens et corrigens — eingeteilt. Sowohl bei der Komposition der Rezepte wie bei der Bestimmung der Einzelgaben kommt der Zahlenglaube in Betracht; so stellt die Zahl der verordneten Substanzen häufig ein Multiplum von 5 dar, und man gibt gewöhnlich 5 Einzelgaben etc.

Gegen jede einzelne Affektion gibt es eine ganze Reihe von Mitteln, die Auswahl derselben unterliegt jedoch genau präzisierten Indikationen, welche auf den pathogenetischen Anschauungen basieren. So kommen z. B. beiBronchialkatarrh, je nachdem eine exzitierende, sedative oder expektorierende Wirkung beabsichtigt ist, folgende Arzneisubstanzen zur Anwendung: Sellerie, Ingwer, Akonit, Enzian, Zimt, Opium, Thuja, Bambus, Huflattich, Veilchen, verbrannte Schildkrötenschuppen, Krötenspeichel, Pillen aus altem Lehm u. a. Unter den Heilmitteln gegen chronische Bronchitis fällt insbesondere die Schweinslunge auf, unter jenen gegenLungenentzündung(neben Clematis und Aristolochia) mit Ammoniak versetztes Süßholz; dieses Medikament wird in der Weise bereitet, daß man Süßholz in Bambusrohre stopft, dieselben mit Wachs verschließt und eine Zeitlang in Abortgruben liegen läßt. DiePhthisiswird mit Lungensubstanz oder mit kompliziert zubereiteten Orangenrinden behandelt, oder man verwendet eine Gelatine von in Arrak gekochter Eselshaut. GegenHerzaffektionensollen, je nach der vermeintlichen Ursache, Anaphrodisiaka, kleine Dosen von Mennig, ein Infusum von Clematis, die Wurzel von Chelidonium majus, pulverisiertes Steinbockshorn gute Dienste leisten.Oedemehofft man durch Präparate aus Wasserwegerich, Smilax, Convolvulus, schwarze Bohnen u. a. zu beseitigen,Hämmorrhagiendurch Enzian, Akonit, Ingwer, Nelombo, Gips, Borax, Haarasche, Knoblauch, pulverisiertes Rhinozeroshorn oder pulverisierte „Drachenknochen“ (Reste fossiler Tierarten?); beiGebärmutterblutungenmacht man Irrigationen mit Brennesselabsud. BeiLeberkongestionenempfiehlt die chinesische Therapie neben Basilienkraut, Bambusknospen und Elefantenhaut besonders ein Extrakt von Schweinsleber, Ochsengalle oder Bärengalle mit Arrak; beiNierenkrankheitenauch Schweinenieren. Sehr ansehnlich ist die Zahl der Arzneisubstanzen gegenMagendarmleiden, hier kommen in Betracht als Stomachika z. B. Pfeffer, Gewürznelken, grüne Orangenrinde, Koriander, Magnolia hypoleuca, Kropf von jungen Hühnern u. a., als Brechmittel z. B. Betonia, als Abführmittel: Pflaumen, Tamarinden, schwefelsaures Natron, Rhabarber, Schweinegalle, Crotonharz u. a.; als Styptika z. B. Enzian oder brauner Ocker — das souveräne Mittel aber bleibt die Ginsengwurzel. Außer den einfachen Stoffen stehen aber noch vielerlei Mixturen in Gebrauch und keinesfalls wird das diätetische Regime vernachlässigt.GegenDysenterie(von der eine akute und chronische, nebstdem aber noch mehrere Arten unterschieden werden) sind zahlreiche Medikamente empfohlen, neben rationellen (Aloe, Rhabarber, Granatwurzel, Zimt, Muskat, Ginseng etc.) Fledermausexkremente, Schlangenhaut u. a. DieFettleibigkeit, welche in China nichtselten vorkommt, sucht man durch kein Mittel zu bekämpfen. DenAffektionen des Nervensystemssteht ein reicher Heilschatz gegenüber, wovon nur einiges angedeutet sein möge. Ein Lieblingsmittel gegen Migräne ist Menthaöl; gegen Kopfschmerz wird unter vielen anderen Substanzen auch das Hirn und Mark des Hirsches (bei Gehstörungen ebenfalls) verwendet; gegen Schwächezustände, die auf sexuelle Exzesse zurückgeführt werden, wirken pulverisiertes Hirschhorn und zahlreiche Aphrodisiaka; Epilepsie wird mit Seidenwürmern und Rhemaniawurzel behandelt. Lähmungszustände (von denen verschiedene Formen unterschieden sind) mit Ahornwurzeln, Strychnos, Zinnober, Tigerknochen, Moschus, Grillenbälgen u. a.; Konvulsionen mit einer Valerianaart; bei Psychosen verabreicht man mit Vorliebe das Kinthiap, d. h. Menschenkot, welcher 3 Jahre lang in einem Gefäß vergraben gelegen hat. — Die gebräuchlichsten Mittel gegenGelenkrheumatismussind: Schilfrohr, Smilax, Aristolochia, kohlensaurer Kalk; gegenWechselfieber: Magnolia hippoleuca, gekochte Schildkrötenköpfe, Büffelkäse, Eisensuperoxyd, Potensilla. Sehr umfangreich und durch eine Fülle von Indikationen geregelt ist die Therapie derBlattern(interne und externe Behandlung), dieCholerasucht man mit den oben erwähnten Darmmitteln zu bekämpfen, dieDiphtheriedurch Revulsion (künstliche Erzeugung von Ekchymosen am Halse) und Insufflation von adstringierenden Pulvern zu beheben, bei derPestverwendet man Purganzen, Diuretika, Sudorifera u. s. w. — Die Therapie derHautkrankheiten—Krätze wird auf einen Parasiten zurückgeführt— zählt unter ihren Mitteln z. B. Schwefel, Alaun, Arsenik, Quecksilber, welche äußerlich appliziert werden, doch vergißt man dabei auch die interne Medikation (besonders Abführmittel) keineswegs. Was dieFrauenkrankheitenanlangt, so unterscheiden die chinesischen (wie alle orientalischen) Aerzte eine ganze Reihe von Menstruationsstörungen als selbständige Affektionen, je nach dem abnormen Eintritt, der Dauer, nach der Farbe der Menstrualflüssigkeit, nach den ätiologischen Momenten; insbesondere die Farbe gibt dem chinesischen Arzte entsprechend dem pathologischen System die Handhabe bei der Wahl des Medikaments. Die Anzahl der verwendeten Heilmittel, insbesondere der Emenagoga, ist Legion, natürlich auch der Abortiva. Der Behandlung derKinderkrankheiten, wovon mindestens 57 verschiedene Arten differenziert werden, ist — natürlich im Geiste des spekulativen Systems — große Sorgfalt zugewendet. Die Dosierung unterliegt der folgenden Vorschrift: Ein Mittel, das Erwachsenen in der Gewichtsmenge von 12-20 g verabreicht wird, ist bis zum 7. Jahre in der Dosis von 4-6 g, in der Zeit vom 8.-13. Jahre in der Dosis von 6-8 g und in der Zeit vom 13.-18. Jahre in der Dosis von 8-12 g zu geben. Merkwürdigerweise benützt man bei Kinderkrankheiten als wichtigstes diagnostisches Zeichen die wechselnde (rote, gelbe, weiße, blaue oder schwarze) Farbe eines am Zeigefinger sichtbaren Blutgefäßes (bei Knaben an der linken, bei Mädchen an der rechten Hand).

Gegen jede einzelne Affektion gibt es eine ganze Reihe von Mitteln, die Auswahl derselben unterliegt jedoch genau präzisierten Indikationen, welche auf den pathogenetischen Anschauungen basieren. So kommen z. B. beiBronchialkatarrh, je nachdem eine exzitierende, sedative oder expektorierende Wirkung beabsichtigt ist, folgende Arzneisubstanzen zur Anwendung: Sellerie, Ingwer, Akonit, Enzian, Zimt, Opium, Thuja, Bambus, Huflattich, Veilchen, verbrannte Schildkrötenschuppen, Krötenspeichel, Pillen aus altem Lehm u. a. Unter den Heilmitteln gegen chronische Bronchitis fällt insbesondere die Schweinslunge auf, unter jenen gegenLungenentzündung(neben Clematis und Aristolochia) mit Ammoniak versetztes Süßholz; dieses Medikament wird in der Weise bereitet, daß man Süßholz in Bambusrohre stopft, dieselben mit Wachs verschließt und eine Zeitlang in Abortgruben liegen läßt. DiePhthisiswird mit Lungensubstanz oder mit kompliziert zubereiteten Orangenrinden behandelt, oder man verwendet eine Gelatine von in Arrak gekochter Eselshaut. GegenHerzaffektionensollen, je nach der vermeintlichen Ursache, Anaphrodisiaka, kleine Dosen von Mennig, ein Infusum von Clematis, die Wurzel von Chelidonium majus, pulverisiertes Steinbockshorn gute Dienste leisten.Oedemehofft man durch Präparate aus Wasserwegerich, Smilax, Convolvulus, schwarze Bohnen u. a. zu beseitigen,Hämmorrhagiendurch Enzian, Akonit, Ingwer, Nelombo, Gips, Borax, Haarasche, Knoblauch, pulverisiertes Rhinozeroshorn oder pulverisierte „Drachenknochen“ (Reste fossiler Tierarten?); beiGebärmutterblutungenmacht man Irrigationen mit Brennesselabsud. BeiLeberkongestionenempfiehlt die chinesische Therapie neben Basilienkraut, Bambusknospen und Elefantenhaut besonders ein Extrakt von Schweinsleber, Ochsengalle oder Bärengalle mit Arrak; beiNierenkrankheitenauch Schweinenieren. Sehr ansehnlich ist die Zahl der Arzneisubstanzen gegenMagendarmleiden, hier kommen in Betracht als Stomachika z. B. Pfeffer, Gewürznelken, grüne Orangenrinde, Koriander, Magnolia hypoleuca, Kropf von jungen Hühnern u. a., als Brechmittel z. B. Betonia, als Abführmittel: Pflaumen, Tamarinden, schwefelsaures Natron, Rhabarber, Schweinegalle, Crotonharz u. a.; als Styptika z. B. Enzian oder brauner Ocker — das souveräne Mittel aber bleibt die Ginsengwurzel. Außer den einfachen Stoffen stehen aber noch vielerlei Mixturen in Gebrauch und keinesfalls wird das diätetische Regime vernachlässigt.

GegenDysenterie(von der eine akute und chronische, nebstdem aber noch mehrere Arten unterschieden werden) sind zahlreiche Medikamente empfohlen, neben rationellen (Aloe, Rhabarber, Granatwurzel, Zimt, Muskat, Ginseng etc.) Fledermausexkremente, Schlangenhaut u. a. DieFettleibigkeit, welche in China nichtselten vorkommt, sucht man durch kein Mittel zu bekämpfen. DenAffektionen des Nervensystemssteht ein reicher Heilschatz gegenüber, wovon nur einiges angedeutet sein möge. Ein Lieblingsmittel gegen Migräne ist Menthaöl; gegen Kopfschmerz wird unter vielen anderen Substanzen auch das Hirn und Mark des Hirsches (bei Gehstörungen ebenfalls) verwendet; gegen Schwächezustände, die auf sexuelle Exzesse zurückgeführt werden, wirken pulverisiertes Hirschhorn und zahlreiche Aphrodisiaka; Epilepsie wird mit Seidenwürmern und Rhemaniawurzel behandelt. Lähmungszustände (von denen verschiedene Formen unterschieden sind) mit Ahornwurzeln, Strychnos, Zinnober, Tigerknochen, Moschus, Grillenbälgen u. a.; Konvulsionen mit einer Valerianaart; bei Psychosen verabreicht man mit Vorliebe das Kinthiap, d. h. Menschenkot, welcher 3 Jahre lang in einem Gefäß vergraben gelegen hat. — Die gebräuchlichsten Mittel gegenGelenkrheumatismussind: Schilfrohr, Smilax, Aristolochia, kohlensaurer Kalk; gegenWechselfieber: Magnolia hippoleuca, gekochte Schildkrötenköpfe, Büffelkäse, Eisensuperoxyd, Potensilla. Sehr umfangreich und durch eine Fülle von Indikationen geregelt ist die Therapie derBlattern(interne und externe Behandlung), dieCholerasucht man mit den oben erwähnten Darmmitteln zu bekämpfen, dieDiphtheriedurch Revulsion (künstliche Erzeugung von Ekchymosen am Halse) und Insufflation von adstringierenden Pulvern zu beheben, bei derPestverwendet man Purganzen, Diuretika, Sudorifera u. s. w. — Die Therapie derHautkrankheiten—Krätze wird auf einen Parasiten zurückgeführt— zählt unter ihren Mitteln z. B. Schwefel, Alaun, Arsenik, Quecksilber, welche äußerlich appliziert werden, doch vergißt man dabei auch die interne Medikation (besonders Abführmittel) keineswegs. Was dieFrauenkrankheitenanlangt, so unterscheiden die chinesischen (wie alle orientalischen) Aerzte eine ganze Reihe von Menstruationsstörungen als selbständige Affektionen, je nach dem abnormen Eintritt, der Dauer, nach der Farbe der Menstrualflüssigkeit, nach den ätiologischen Momenten; insbesondere die Farbe gibt dem chinesischen Arzte entsprechend dem pathologischen System die Handhabe bei der Wahl des Medikaments. Die Anzahl der verwendeten Heilmittel, insbesondere der Emenagoga, ist Legion, natürlich auch der Abortiva. Der Behandlung derKinderkrankheiten, wovon mindestens 57 verschiedene Arten differenziert werden, ist — natürlich im Geiste des spekulativen Systems — große Sorgfalt zugewendet. Die Dosierung unterliegt der folgenden Vorschrift: Ein Mittel, das Erwachsenen in der Gewichtsmenge von 12-20 g verabreicht wird, ist bis zum 7. Jahre in der Dosis von 4-6 g, in der Zeit vom 8.-13. Jahre in der Dosis von 6-8 g und in der Zeit vom 13.-18. Jahre in der Dosis von 8-12 g zu geben. Merkwürdigerweise benützt man bei Kinderkrankheiten als wichtigstes diagnostisches Zeichen die wechselnde (rote, gelbe, weiße, blaue oder schwarze) Farbe eines am Zeigefinger sichtbaren Blutgefäßes (bei Knaben an der linken, bei Mädchen an der rechten Hand).

Mit der Arzneitherapie rivalisieren die bei allen möglichen Zuständen verwendeten Behandlungsmethoden derMoxibustion und Akupunktur.

Zu den Moxen benützt man kleine Röllchen oder Kegel, die am häufigsten aus der wolligen, zunderähnlichen Masse der Artemisiablätter (aber auch aus Schwefel, ölgetränktem Binsenmark) geknetet werden; man klebt dieselben mit Speichel auf oder setzt sie mittels einer Metallplatte auf die Körperoberfläche und zündet sie an. Für die Wahl derApplikationsstelle, die Zahl und Anordnung (bei starken Personen bis 50) der Moxen, welche der gestockten Krankheitsmaterie einen Ausweg verschaffen oder sie ableiten sollen, gibt es genaue Vorschriften; bei Brustkrankheiten werden sie auf dem Rücken, bei Magenkrankheiten auf den Schultern, bei venerischen Leiden auf der Wirbelsäule appliziert. Bemerkenswerterweise dient die Moxibustion auch als vorbeugendes Mittel. Die Akupunktur, welche eine chinesische Erfindung zu sein scheint, besteht darin, daß man feine (5-22 cm lange) Nadeln aus gehärtetem Stahl, Silber oder Gold (während der Kranke hustet) durch die gespannte Haut mehr oder minder tief einsticht (oder durch einen Schlag mit einem kleinen Hammer auf den spiralig gekehlten Kopf der Nadel eintreibt) und rotierend in die Tiefe weiterführt. Nach der Entfernung der Nadel wird auf die Einstichstelle mit der Hand ein Druck ausgeübt oder eine Moxe gesetzt. Die Zahl der Nadeln, welche zur Anwendung kommen, die Richtung der Rotationsbewegung (nach links oder rechts), die Tiefe der Einführung (gewöhnlich 3-3,5 cm), die Dauer des Liegenlassens (einige Minuten) hängt von der Art und Schwere des Einzelfalles, bezw. von den Vorstellungen, welche die chinesische Krankheitstheorie damit verbindet, ab. Mit dieser im Zusammenhang steht es, daß der Wahl der Einstichstelle eine geradezu peinliche Sorgfalt zugewendet ist, wenn dabei gewiß auch die Vermeidung von Verletzungen, z. B. der Nerven, im Auge behalten wird. Es sind am ganzen Körper 388 mit Namen versehene Stellen bestimmt, wo die Akupunktur vorgenommen zu werden pflegt; die genaue Kenntnis derselben bildet für den chinesischen Arzt eine Voraussetzung und wird an mit Papier überklebten durchlöcherten Phantomen eingeübt.Der Akupunktur liegt die Idee zu Grunde, daß der Körper von einem Röhrensystem durchzogen ist, und daß durch das Verfahren schädliche Stoffe nach außen befördert, Bewegungshindernisse in der Säftezirkulation behoben, frische Lebensgeister zugeführt werden.Wenn auch vorzugsweise bei schmerzhaften oder entzündlichen Zuständen angewendet, spielt die Methode bei den mannigfachsten Leiden (namentlich Unterleibsaffektionen, Steinbeschwerden, aber auch bei Frakturen) eine Hauptrolle.

Die Vorliebe für die Moxibustion und Akupunktur erklärt es, daß die ohnedies blutscheuen chinesischen Aerzte vomAderlaßnur sehr selten Gebrauch machen; hingegen zählt dasSchröpfen(trockenes, mit kupfernen Schröpfköpfen) zu den üblichen ableitenden Methoden und kommt bei einigen Krankheiten in Betracht. Mit großer Geschicklichkeit wird dieMassage(Klopfen, Kneten etc.) zumeist von Blinden oder alten Frauen gehandhabt, und die seit uralten Zeiten bekannteHeilgymnastik— die Erfindung wird dem mythischen Tschi-sung-tin umdie Mitte des 3. Jahrtausends v. Chr. zugeschrieben — ist zu einem ganzen System ausgebildet, bestehend aus rhythmisch geordneter Ein- und Ausatmung in bestimmten Körperstellungen, Reibung des Unterleibs, Schlagen der Brust und des Rückens (mittels eines mit Kieseln gefüllten Sackes), planmäßigen Muskelübungen, Widerstandsbewegungen u. s. w. Die ganze, über Monate sich hinziehende, mit diätetischem Regime verknüpfte Kur bezweckt, die Zirkulation der Lebensluft und der Säfte zu regulieren. — Endlich wäre auch der Bäder zu gedenken, die als Mittel zur Erhaltung der Gesundheit sehr geschätzt sind, und dersuggestivenTherapie, welche in den mannigfachen Formen der Theurgie versteckt auftritt.


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