[15]Wobei weder an absolute Heniden beim Weibe noch an absolute Klärung beim Manne gedacht werden darf.
[15]Wobei weder an absolute Heniden beim Weibe noch an absolute Klärung beim Manne gedacht werden darf.
[16]Begabung(nichtTalent) undGeschlechtsind die beiden einzigen Dinge,die nicht vererbt werden, sondernunabhängigvon der »Erbmasse« sind und gleichsam spontan zu entstehen scheinen. Schon diese Tatsache läßt erwarten, daß Genialität, beziehungsweise ihr Mangel, in einem Zusammenhange mit der Männlichkeit oder Weiblichkeit eines Menschen stehen müsse.
[16]Begabung(nichtTalent) undGeschlechtsind die beiden einzigen Dinge,die nicht vererbt werden, sondernunabhängigvon der »Erbmasse« sind und gleichsam spontan zu entstehen scheinen. Schon diese Tatsache läßt erwarten, daß Genialität, beziehungsweise ihr Mangel, in einem Zusammenhange mit der Männlichkeit oder Weiblichkeit eines Menschen stehen müsse.
[17]Ich gebrauche das Wort Begabung, um dem Worte Genialität so oft als tunlich aus dem Wege zu gehen, und bezeichne mit ihm jene Veranlagung, deren höchste Steigerung Genialität ist. Begabung und Talent werden demnach hier streng auseinandergehalten.
[17]Ich gebrauche das Wort Begabung, um dem Worte Genialität so oft als tunlich aus dem Wege zu gehen, und bezeichne mit ihm jene Veranlagung, deren höchste Steigerung Genialität ist. Begabung und Talent werden demnach hier streng auseinandergehalten.
[18]Die aber mit demTalentenichts zu schaffen haben.
[18]Die aber mit demTalentenichts zu schaffen haben.
[19]Ausdruck von Herrn Dr. H.Swobodain Wien.
[19]Ausdruck von Herrn Dr. H.Swobodain Wien.
[20]Sehr wesentlich ist hingegen der genialeAugenblickvom nichtgenialen psychologisch geschieden,auch in einem und demselben Menschen.
[20]Sehr wesentlich ist hingegen der genialeAugenblickvom nichtgenialen psychologisch geschieden,auch in einem und demselben Menschen.
[21]Ich wage auch daran zu erinnern, wie häufig reine Wissenschaftler erst knapp vor dem Tode mit religiösen und metaphysischen Problemen sich beschäftigen:Newton,Gauß,Riemann, Wilh.Weber.
[21]Ich wage auch daran zu erinnern, wie häufig reine Wissenschaftler erst knapp vor dem Tode mit religiösen und metaphysischen Problemen sich beschäftigen:Newton,Gauß,Riemann, Wilh.Weber.
[22]Man ist oft erstaunt darüber, wie Menschen von ganz gewöhnlicher, ja gemeiner Natur keinerlei Furcht vor dem Tode empfinden. Aber es wird so klar:nicht die Furcht vor dem Tode schafft das Unsterblichkeitsbedürfnis, sondern das Unsterblichkeitsbedürfnis schafft die Furcht vor dem Tode.
[22]Man ist oft erstaunt darüber, wie Menschen von ganz gewöhnlicher, ja gemeiner Natur keinerlei Furcht vor dem Tode empfinden. Aber es wird so klar:nicht die Furcht vor dem Tode schafft das Unsterblichkeitsbedürfnis, sondern das Unsterblichkeitsbedürfnis schafft die Furcht vor dem Tode.
[23]Im übrigen säume ich nicht, die ManenBacosfür diese Zusammenstellung um Verzeihung zu bitten.
[23]Im übrigen säume ich nicht, die ManenBacosfür diese Zusammenstellung um Verzeihung zu bitten.
[24]Über sie handelt kurz das 13. Kapitel.
[24]Über sie handelt kurz das 13. Kapitel.
[25]Welche der sich immer verstehende Mensch ebensogut kennt wie der sich nie verstehende.
[25]Welche der sich immer verstehende Mensch ebensogut kennt wie der sich nie verstehende.
[26]Hiemit hoffe ich auch, die Kühnheit dieses gänzlich neuartigen Überganges vom Gedächtnis zur Logik gerechtfertigt zu haben.
[26]Hiemit hoffe ich auch, die Kühnheit dieses gänzlich neuartigen Überganges vom Gedächtnis zur Logik gerechtfertigt zu haben.
[27]Dieser Beweis beruht jedoch, wie zu bemerken ist, auf der Identifikation eines beliebigenlogischenA mit demerkenntnistheoretischenObjekt überhaupt; diese Identifikation läßt sich in ihrer Berechtigung selbst nicht noch dartun. VomSein überhaupt, welches aus der Gültigkeit des Identitätsprinzipes streng genommen allein gefolgert werden könnte, will ich hier jedoch aus methodischen Gründen absehen. — Übrigens würde, um den Positivismus zu widerlegen (worauf es ankam), bereits dieser Beweis eines Seinsjenseitsder Erfahrung,unabhängig von allerErfahrung, hingereicht haben. Daß dieses Sein das Sein des Ichs ist, dafür ist keine reinlogische, sondern eigentlich nur einepsychologischeBegründung aus derErfahrungstatsachemöglich, daß die logische Norm dem Menschen nicht von außen kommt, sondern vom eigenen tiefsten Wesen ihm gegeben wird. Nur darum kann dasabsolute Seinoder dasSein des Absoluten, wie es im Satze A = A sich manifestiert, mit demSein des Ichsgleichgesetzt werden: das absolute Ich ist das Absolute.
[27]Dieser Beweis beruht jedoch, wie zu bemerken ist, auf der Identifikation eines beliebigenlogischenA mit demerkenntnistheoretischenObjekt überhaupt; diese Identifikation läßt sich in ihrer Berechtigung selbst nicht noch dartun. VomSein überhaupt, welches aus der Gültigkeit des Identitätsprinzipes streng genommen allein gefolgert werden könnte, will ich hier jedoch aus methodischen Gründen absehen. — Übrigens würde, um den Positivismus zu widerlegen (worauf es ankam), bereits dieser Beweis eines Seinsjenseitsder Erfahrung,unabhängig von allerErfahrung, hingereicht haben. Daß dieses Sein das Sein des Ichs ist, dafür ist keine reinlogische, sondern eigentlich nur einepsychologischeBegründung aus derErfahrungstatsachemöglich, daß die logische Norm dem Menschen nicht von außen kommt, sondern vom eigenen tiefsten Wesen ihm gegeben wird. Nur darum kann dasabsolute Seinoder dasSein des Absoluten, wie es im Satze A = A sich manifestiert, mit demSein des Ichsgleichgesetzt werden: das absolute Ich ist das Absolute.
[28]RuftSchopenhauer, ruftWagner.
[28]RuftSchopenhauer, ruftWagner.
[29]Vgl. über sich verstehende und sich nicht verstehende MenschenS. 188.
[29]Vgl. über sich verstehende und sich nicht verstehende MenschenS. 188.
[30]Womit aber nicht gesagt ist, daß jedermann, der das Ich anerkennt, schon ein Genie sei.
[30]Womit aber nicht gesagt ist, daß jedermann, der das Ich anerkennt, schon ein Genie sei.
[31]Wie damit zusammenhängt, daß hervorragende Menschen schon sehr früh (z. B. im Alter von vier Jahren)liebenkönnen, wird später klar werden (S. 323f.).
[31]Wie damit zusammenhängt, daß hervorragende Menschen schon sehr früh (z. B. im Alter von vier Jahren)liebenkönnen, wird später klar werden (S. 323f.).
[32]Dieser Fall wird später noch einer Untersuchung bedürfen (S. 322ff.).
[32]Dieser Fall wird später noch einer Untersuchung bedürfen (S. 322ff.).
[33]Wozu also der Darwinismus und die monistischen Systeme, in deren Zentrum der »Entwicklungsgedanke« steht, nicht gehören. Die Gattungs- und Begattungsherrlichkeit unserer Zeit konnte sich nicht deutlicher offenbaren als dadurch, daß man die Descendenzlehre mit dem Worte Weltanschauung in Verbindung brachte und dem Pessimismus entgegensetzte.
[33]Wozu also der Darwinismus und die monistischen Systeme, in deren Zentrum der »Entwicklungsgedanke« steht, nicht gehören. Die Gattungs- und Begattungsherrlichkeit unserer Zeit konnte sich nicht deutlicher offenbaren als dadurch, daß man die Descendenzlehre mit dem Worte Weltanschauung in Verbindung brachte und dem Pessimismus entgegensetzte.
[34]Darum gibt esinnerhalbdes Einzelmenschen keinen Begriff desZufalls, ja es kann der Gedanke an einen solchen gar nicht auftauchen. Daß ein erwärmter Stab durch die Zufuhr thermischer Energie sich ausdehnt und nicht infolge eines gleichzeitig am Himmel sichtbaren Kometen, nehme ich an vermöge langer Erfahrung und Induktion, aber auch nur auf Grund dieser; dierichtigeBeziehung ist hier nichtsofortin einem Erlebnis schon gelegen. Wenn ich dagegen über mein eigenes Betragen in einer bestimmten Gesellschaft mich ärgere, soweißich, gesetzt auch, es geschehe zum ersten Male, und es schöben sich noch so viel andere gleichzeitige psychische Ereignisse dazwischen,unmittelbardenGrundmeiner Unzufriedenheit, und bin seiner sofort vollständig sicher, oder kann es wenigstens, wenn ich mich nicht darüber hinwegzutäuschen versuche, schon beim ersten Male werden.
[34]Darum gibt esinnerhalbdes Einzelmenschen keinen Begriff desZufalls, ja es kann der Gedanke an einen solchen gar nicht auftauchen. Daß ein erwärmter Stab durch die Zufuhr thermischer Energie sich ausdehnt und nicht infolge eines gleichzeitig am Himmel sichtbaren Kometen, nehme ich an vermöge langer Erfahrung und Induktion, aber auch nur auf Grund dieser; dierichtigeBeziehung ist hier nichtsofortin einem Erlebnis schon gelegen. Wenn ich dagegen über mein eigenes Betragen in einer bestimmten Gesellschaft mich ärgere, soweißich, gesetzt auch, es geschehe zum ersten Male, und es schöben sich noch so viel andere gleichzeitige psychische Ereignisse dazwischen,unmittelbardenGrundmeiner Unzufriedenheit, und bin seiner sofort vollständig sicher, oder kann es wenigstens, wenn ich mich nicht darüber hinwegzutäuschen versuche, schon beim ersten Male werden.
[35]Vgl. auch PredigerSalomo7, 29: »Unter Tausenden habe ich einen Menschen gefunden, aber kein Weib habe ich unter allen gefunden.«
[35]Vgl. auch PredigerSalomo7, 29: »Unter Tausenden habe ich einen Menschen gefunden, aber kein Weib habe ich unter allen gefunden.«
[36]Von der also nicht eine Philosophieausgehendarf, zu der sie nur als zu einer letzten Grenzmarkung gelangen soll.
[36]Von der also nicht eine Philosophieausgehendarf, zu der sie nur als zu einer letzten Grenzmarkung gelangen soll.
[37]Der Ausdruck stammt von Dr. Wilh.Jerusalem.
[37]Der Ausdruck stammt von Dr. Wilh.Jerusalem.
[38]Der Verbrecher fühlt sich sogar dann in seiner Weise schuldig, wenn er gerade nichts Übles getan hat. Er ist stets von anderen auf den Vorwurf des Betruges, des Diebstahls u. s. w. gefaßt, auch wenn er die Tat gar nicht begangen hat: weil er sich ihrer fähig weiß. Er fühlt sich darum auch stets ertappt, wenn irgend ein anderer Missetäter festgenommen wird.
[38]Der Verbrecher fühlt sich sogar dann in seiner Weise schuldig, wenn er gerade nichts Übles getan hat. Er ist stets von anderen auf den Vorwurf des Betruges, des Diebstahls u. s. w. gefaßt, auch wenn er die Tat gar nicht begangen hat: weil er sich ihrer fähig weiß. Er fühlt sich darum auch stets ertappt, wenn irgend ein anderer Missetäter festgenommen wird.
[39]Weil die Frau den zweiten Menschen gar nicht alsbesonderesWesen empfindet, deshalb leidet sie nie unter ihren Nächsten, und nur deshalb kann sie stets allen Menschen sichüberlegenfühlen.
[39]Weil die Frau den zweiten Menschen gar nicht alsbesonderesWesen empfindet, deshalb leidet sie nie unter ihren Nächsten, und nur deshalb kann sie stets allen Menschen sichüberlegenfühlen.
[40]Der Einwände, welche hiegegen, und der Gründe, welche für die Schamhaftigkeit des Weibes immer wieder werden geltend gemacht werden; ist diese Untersuchung durchaus gewärtig; auf sie kommt ihr zwölftes Kapitel zu sprechen.
[40]Der Einwände, welche hiegegen, und der Gründe, welche für die Schamhaftigkeit des Weibes immer wieder werden geltend gemacht werden; ist diese Untersuchung durchaus gewärtig; auf sie kommt ihr zwölftes Kapitel zu sprechen.
[41]Nota bene: Viele sogenannte »schöne Männer« sind halbe Weiber.
[41]Nota bene: Viele sogenannte »schöne Männer« sind halbe Weiber.
[42]Erst hiemit ist auch ganz klar geworden, was jener besondereWertist, der,durch Schaffung der Vergangenheit, die Zeit negiert, wie ihn das 5. Kapitel postulierte.
[42]Erst hiemit ist auch ganz klar geworden, was jener besondereWertist, der,durch Schaffung der Vergangenheit, die Zeit negiert, wie ihn das 5. Kapitel postulierte.
[43]Vgl.KlingsorsWorte anKundryinWagnersParsifal, zweiter Aufzug, zu Anfang:»Herauf! Herauf zu mir!Dein Meister ruftDich Namenlose:Ur-Teufelin! Höllenrose!Herodias warst Du, und was noch?Gundryggia dort, Kundry hier:Hieher! Hieher denn, Kundry!Zu Deinem Meister, herauf!«
[43]Vgl.KlingsorsWorte anKundryinWagnersParsifal, zweiter Aufzug, zu Anfang:
»Herauf! Herauf zu mir!Dein Meister ruftDich Namenlose:Ur-Teufelin! Höllenrose!Herodias warst Du, und was noch?Gundryggia dort, Kundry hier:Hieher! Hieher denn, Kundry!Zu Deinem Meister, herauf!«
»Herauf! Herauf zu mir!Dein Meister ruftDich Namenlose:Ur-Teufelin! Höllenrose!Herodias warst Du, und was noch?Gundryggia dort, Kundry hier:Hieher! Hieher denn, Kundry!Zu Deinem Meister, herauf!«
[44]Es ist nur zu begreiflich, daß man leicht zu einer solchen Annahme verführt werden mag. Wer hat nicht z. B. in der LektürediesesBuches beim Übergang vom ersten zum zweiten Teil das Gefühl, daß es sich in beiden um etwas ganz anderes handle! Dort um äußerliche, hier um innere Zusammenhänge.
[44]Es ist nur zu begreiflich, daß man leicht zu einer solchen Annahme verführt werden mag. Wer hat nicht z. B. in der LektürediesesBuches beim Übergang vom ersten zum zweiten Teil das Gefühl, daß es sich in beiden um etwas ganz anderes handle! Dort um äußerliche, hier um innere Zusammenhänge.
[45]Noch hat niemand von Doppelgängerinnen gehört. Man nennt die Frauen das furchtsame Geschlecht, weil man zu wenig scheidet zwischen Angst und Furcht. Es gibt eine tiefe Furcht, die nur der Mann kennt.
[45]Noch hat niemand von Doppelgängerinnen gehört. Man nennt die Frauen das furchtsame Geschlecht, weil man zu wenig scheidet zwischen Angst und Furcht. Es gibt eine tiefe Furcht, die nur der Mann kennt.
[46]Im Hinblick auf die Erörterungen des 8. Kapitels über das größere Ansehen, welches dem tieferen Blick des bedeutenden Geistes gebührt, vor dem jeweiligen Stande der Wissenschaft (S. 222).
[46]Im Hinblick auf die Erörterungen des 8. Kapitels über das größere Ansehen, welches dem tieferen Blick des bedeutenden Geistes gebührt, vor dem jeweiligen Stande der Wissenschaft (S. 222).
[47]Das die größten Dichter erkannt haben. Man denke an die Identifikation derAaseundSolveigam Schlusse vonIbsens»Peer Gynt« und an die Verknüpfung derHerzeleidemit derKundryin der Verführung desWagnerschenParsifal.
[47]Das die größten Dichter erkannt haben. Man denke an die Identifikation derAaseundSolveigam Schlusse vonIbsens»Peer Gynt« und an die Verknüpfung derHerzeleidemit derKundryin der Verführung desWagnerschenParsifal.
[48]»Ewig war ich, ewig in süß sehnender Wonne, doch ewig zu Deinem Heil« (BrünnhildezuSiegfried).
[48]»Ewig war ich, ewig in süß sehnender Wonne, doch ewig zu Deinem Heil« (BrünnhildezuSiegfried).
[49]Man vergleiche inIbsens»Peer Gynt«, 2. Akt, das Gespräch zwischen demVaterderSolveigundAase(einer der bestgezeichneten »Mütter« der schönen Literatur) auf der Suche nach ihrem Sohn:Aase: ».... Wir finden ihn!«Der Mann: »Retten die Seel'!«Aase: »Und den Leib!«
[49]Man vergleiche inIbsens»Peer Gynt«, 2. Akt, das Gespräch zwischen demVaterderSolveigundAase(einer der bestgezeichneten »Mütter« der schönen Literatur) auf der Suche nach ihrem Sohn:
Aase: ».... Wir finden ihn!«Der Mann: »Retten die Seel'!«Aase: »Und den Leib!«
[50]Ich rede natürlich, die ganze Zeit über, nicht bloß vom käuflichen Gassenmädchen.
[50]Ich rede natürlich, die ganze Zeit über, nicht bloß vom käuflichen Gassenmädchen.
[51]Hiemit dürfte es zusammenhängen, daß die Prostituierte körperlich, was manchem seltsam scheinen wird, mehr als die Mutter aufReinheitachtet.
[51]Hiemit dürfte es zusammenhängen, daß die Prostituierte körperlich, was manchem seltsam scheinen wird, mehr als die Mutter aufReinheitachtet.
[52]Seite 177 f.
[52]Seite 177 f.
[53]Dem Verfasser geht es nicht besser als seinem Leser, wenn diesen die obige Analyse der Koketterie nicht sollte befriedigt haben. Was sie aufdeckte, lag doch ziemlich an der Oberfläche. Das Rätselhafte in der Koketterie scheint mir immer mehr ein eigentümlicherAktzu sein, durch welchen die Frau sich zumObjektdes Mannes macht und sichfunktionellmit ihmverknüpft. Sie ist da ganz dem anderen weiblichen Streben vergleichbar,Gegenstand des Mitleidsder Nebenmenschen zu werden:in beiden Fällen macht sich das Subjekt zum Objekt, zur Empfindung des anderenund setzt diesen über sich als Richter ein. DieKoketterieist die spezifische Verschmolzenheit der Dirne, wie die zuerst als Schwangerschaft, später als Laktation u. s. w. auftretendeFürsorgedie Verschmolzenheit der Mutter vorstellt.
[53]Dem Verfasser geht es nicht besser als seinem Leser, wenn diesen die obige Analyse der Koketterie nicht sollte befriedigt haben. Was sie aufdeckte, lag doch ziemlich an der Oberfläche. Das Rätselhafte in der Koketterie scheint mir immer mehr ein eigentümlicherAktzu sein, durch welchen die Frau sich zumObjektdes Mannes macht und sichfunktionellmit ihmverknüpft. Sie ist da ganz dem anderen weiblichen Streben vergleichbar,Gegenstand des Mitleidsder Nebenmenschen zu werden:in beiden Fällen macht sich das Subjekt zum Objekt, zur Empfindung des anderenund setzt diesen über sich als Richter ein. DieKoketterieist die spezifische Verschmolzenheit der Dirne, wie die zuerst als Schwangerschaft, später als Laktation u. s. w. auftretendeFürsorgedie Verschmolzenheit der Mutter vorstellt.
[54]Auch ist das Motiv des tierischen Männchens keineswegs Eitelkeit als Wille zum Wert.
[54]Auch ist das Motiv des tierischen Männchens keineswegs Eitelkeit als Wille zum Wert.
[55]Wer bedenkt, wie fast alle Frauen bei ihrer heutigen großen Freiheit sich auf der Gasse bewegen, wie sie durch straffes Anziehen ihrer Kleider alle Formen sichtbar werden lassen, wie sie jedes Regenwetter zu solchem Zwecke ausnützen, der wird dies nicht übertrieben finden.
[55]Wer bedenkt, wie fast alle Frauen bei ihrer heutigen großen Freiheit sich auf der Gasse bewegen, wie sie durch straffes Anziehen ihrer Kleider alle Formen sichtbar werden lassen, wie sie jedes Regenwetter zu solchem Zwecke ausnützen, der wird dies nicht übertrieben finden.
[56]Nicht wenn erspielt(Schiller).
[56]Nicht wenn erspielt(Schiller).
[57]Vgl.S. 216.
[57]Vgl.S. 216.
[58]Beide berühren sich im Begriffe derScheu(im lateinischen:vereri).
[58]Beide berühren sich im Begriffe derScheu(im lateinischen:vereri).
[59]Die Wirkung des männlichen Bartes auf die Frau ist in einem weiteren Sinne und aus einem tieferen Grunde, als man vielleicht glaubt, psychologisch ein vollständiges, und nur in der Intensität geschwächtes,Abbildder Wirkung des männlichen Gliedes selbst. Doch kann ich dies hier nicht näher ausführen.
[59]Die Wirkung des männlichen Bartes auf die Frau ist in einem weiteren Sinne und aus einem tieferen Grunde, als man vielleicht glaubt, psychologisch ein vollständiges, und nur in der Intensität geschwächtes,Abbildder Wirkung des männlichen Gliedes selbst. Doch kann ich dies hier nicht näher ausführen.
[60]Ich verweise vor allem auf den Schluß des 9. Kapitels.
[60]Ich verweise vor allem auf den Schluß des 9. Kapitels.
[61]Kapitel 13.
[61]Kapitel 13.
[62]Dieeinescheinbare Ausnahme, die es hievon gibt, findet noch in diesem Kapitel eine gründliche Erörterung.
[62]Dieeinescheinbare Ausnahme, die es hievon gibt, findet noch in diesem Kapitel eine gründliche Erörterung.
[63]Das ruhende, träge, große Ei wird vom beweglichen, flinken, kleinen Spermatozoon aufgesucht.
[63]Das ruhende, träge, große Ei wird vom beweglichen, flinken, kleinen Spermatozoon aufgesucht.
[64]Und nurdafür, daß niemand noch ein hysterisch verändertesGewebegesehen hat.
[64]Und nurdafür, daß niemand noch ein hysterisch verändertesGewebegesehen hat.
[65]Aus diesem Grunde sind Frauen aus dem hysterischen Anfall (nachJanet) so besonders leicht in Somnambulismus überzuführen: sie stehen gerade dann bereits unter dem zwingendsten fremden Banne.
[65]Aus diesem Grunde sind Frauen aus dem hysterischen Anfall (nachJanet) so besonders leicht in Somnambulismus überzuführen: sie stehen gerade dann bereits unter dem zwingendsten fremden Banne.
[66]Ganz oberflächlich ist die alte Meinung, daß die Hysterikabewußtsimuliere und lügnerische Geschichtlein erzähle. Die Verlogenheit des Weibes liegt ganz im Unbewußten; der eigentlichen Lüge, sofern diese einen Gegensatz zur Möglichkeit der Wahrheit bildet, ist das Weib gar nicht fähig (S. 194,369und384).
[66]Ganz oberflächlich ist die alte Meinung, daß die Hysterikabewußtsimuliere und lügnerische Geschichtlein erzähle. Die Verlogenheit des Weibes liegt ganz im Unbewußten; der eigentlichen Lüge, sofern diese einen Gegensatz zur Möglichkeit der Wahrheit bildet, ist das Weib gar nicht fähig (S. 194,369und384).
[67]Auch unter den Männern finden sich hiezu Analogien: es gibt geborene Diener, es gibt aber auch männliche Megären, z. B. Polizisten. Merkwürdigerweise findet der Polizeimann im allgemeinen auch seinsexuellesKomplement im Dienstmädchen.
[67]Auch unter den Männern finden sich hiezu Analogien: es gibt geborene Diener, es gibt aber auch männliche Megären, z. B. Polizisten. Merkwürdigerweise findet der Polizeimann im allgemeinen auch seinsexuellesKomplement im Dienstmädchen.
[68]Die absolute Megäre wird ihren Mann nie fragen, was sie tun, was sie z. B. kochen soll, die Hysterika ist immer ratlos und verlangt nach der Inspiration von außen; dies sei, als ein banalstes Erkennungszeichen beider, hier angeführt.
[68]Die absolute Megäre wird ihren Mann nie fragen, was sie tun, was sie z. B. kochen soll, die Hysterika ist immer ratlos und verlangt nach der Inspiration von außen; dies sei, als ein banalstes Erkennungszeichen beider, hier angeführt.
[69]Die Magd, nicht die Megäre, ist auch jene Frau, von der man, entgegen dem elften Kapitel, glauben könnte, daß sie der Liebe fähig sei. Die Liebe dieser Frau ist aber nur der Vorgang desgeistigenErfülltwerdens von der Männlichkeit eines bestimmten Mannes, und darum nur bei der Hysterika möglich; mit eigentlicher Liebe hat sie nichts zu tun, und kann sie nichts zu tun haben. Auch in der Schamhaftigkeit des Weibes ist ein solches Besessensein von einem Manne; erst hiedurch kommt Abschließung gegen alle anderen Männer zustande.
[69]Die Magd, nicht die Megäre, ist auch jene Frau, von der man, entgegen dem elften Kapitel, glauben könnte, daß sie der Liebe fähig sei. Die Liebe dieser Frau ist aber nur der Vorgang desgeistigenErfülltwerdens von der Männlichkeit eines bestimmten Mannes, und darum nur bei der Hysterika möglich; mit eigentlicher Liebe hat sie nichts zu tun, und kann sie nichts zu tun haben. Auch in der Schamhaftigkeit des Weibes ist ein solches Besessensein von einem Manne; erst hiedurch kommt Abschließung gegen alle anderen Männer zustande.
[70]S. 184.
[70]S. 184.
[71]S. 199.
[71]S. 199.
[72]S. 315f.,330.
[72]S. 315f.,330.
[73]S. 173,224.
[73]S. 173,224.
[74]Es ließen sich die Analogien zwischen höherem und niederem Leben noch vermehren. Es ist nicht, wie man heute allgemein glaubt, nur ein oberflächlicher Fehlschluß, wenn stets und überall derAtemin eine besondere Beziehung zurSeeledes Menschen gesetzt wurde. Wie die Seele des Menschen der Mikrokosmus ist, d. h. im Zusammenhange mit dem All lebt, so ist auch der Atem, viel allgemeiner noch als die Sinnesorgane, Vermittler eines Konnexes zwischen jedem Organismus und dem Weltganzen; und wenn er erlischt, ist das niedere Leben zu Ende. Er ist das Prinzip des irdischen, wie die Seele das des ewigen Lebens.
[74]Es ließen sich die Analogien zwischen höherem und niederem Leben noch vermehren. Es ist nicht, wie man heute allgemein glaubt, nur ein oberflächlicher Fehlschluß, wenn stets und überall derAtemin eine besondere Beziehung zurSeeledes Menschen gesetzt wurde. Wie die Seele des Menschen der Mikrokosmus ist, d. h. im Zusammenhange mit dem All lebt, so ist auch der Atem, viel allgemeiner noch als die Sinnesorgane, Vermittler eines Konnexes zwischen jedem Organismus und dem Weltganzen; und wenn er erlischt, ist das niedere Leben zu Ende. Er ist das Prinzip des irdischen, wie die Seele das des ewigen Lebens.
[75]Alle Individualität ist der Gemeinschaft feind: wo sie in höchster Sichtbarkeit wirkt, wie im genialen Menschen, zeigt sich dies gerade dem Geschlechtlichen gegenüber. Nurhierauserklärt es sich, daß sicherlich alle bedeutenden Menschen, die, welche es verhüllt aussprechen können, wie die Künstler, und die, welche so unendlich viel verschweigen müssen wie die Philosophen — weshalb man sie dann für trocken und leidenschaftslos hält — daß also alle genialen Menschen ohne Ausnahme, soweit sie eine entwickelte Sexualität besitzen, an den stärksten geschlechtlichen Perversionen leiden (entweder am »Sadismus«, oder, wie zweifelsohne die größeren, am »Masochismus«). Das allen jenen Neigungen Gemeinsame ist ein instinktivesAusweichenvor der völligen körperlichen Gemeinschaft, einVorbeiwollen am Koitus. Denn einen wahrhaft bedeutenden Menschen, der im Koitus mehr sähe als einen tierischen, schweinischen, ekelhaften Akt, oder gar in ihm das tiefste, heiligste Mysterium vergötterte, wird es, kann es niemals geben.
[75]Alle Individualität ist der Gemeinschaft feind: wo sie in höchster Sichtbarkeit wirkt, wie im genialen Menschen, zeigt sich dies gerade dem Geschlechtlichen gegenüber. Nurhierauserklärt es sich, daß sicherlich alle bedeutenden Menschen, die, welche es verhüllt aussprechen können, wie die Künstler, und die, welche so unendlich viel verschweigen müssen wie die Philosophen — weshalb man sie dann für trocken und leidenschaftslos hält — daß also alle genialen Menschen ohne Ausnahme, soweit sie eine entwickelte Sexualität besitzen, an den stärksten geschlechtlichen Perversionen leiden (entweder am »Sadismus«, oder, wie zweifelsohne die größeren, am »Masochismus«). Das allen jenen Neigungen Gemeinsame ist ein instinktivesAusweichenvor der völligen körperlichen Gemeinschaft, einVorbeiwollen am Koitus. Denn einen wahrhaft bedeutenden Menschen, der im Koitus mehr sähe als einen tierischen, schweinischen, ekelhaften Akt, oder gar in ihm das tiefste, heiligste Mysterium vergötterte, wird es, kann es niemals geben.
[76]Die männliche Freundschaft scheut das Niederreißen von Mauern zwischen den Freunden. FreundinnenverlangenIntimitätenauf Grundihrer Freundschaft.
[76]Die männliche Freundschaft scheut das Niederreißen von Mauern zwischen den Freunden. FreundinnenverlangenIntimitätenauf Grundihrer Freundschaft.
[77]In solchen Fällen kommt die hübschere der weniger ansehnlichen oder weniger beachteten zweiten mit einem aus Mitleid und Verachtung gemischten Gefühl entgegen, welches, nebst dem Interesse an einer Folie für die eigenen Vorzüge, allein die längere Aufrechthaltung derartiger Beziehungen auch von ihrer Seite begünstigt.
[77]In solchen Fällen kommt die hübschere der weniger ansehnlichen oder weniger beachteten zweiten mit einem aus Mitleid und Verachtung gemischten Gefühl entgegen, welches, nebst dem Interesse an einer Folie für die eigenen Vorzüge, allein die längere Aufrechthaltung derartiger Beziehungen auch von ihrer Seite begünstigt.
[78]Man darf dies nicht verwechseln mit der Fähigkeit, die ganze Natur zu umfassen, wie sie der Mann hat, weil ernicht nurNatur ist. Die Frauen steheninder Natur als einTeilderselben, und in kausaler Wechselbeziehung zu allen anderen Teilen: von Mond und Meer, von Wetter und Gewitter, von Elektrizität und Magnetismus sind sie in einem viel weiteren Ausmaßabhängigals der Mann.
[78]Man darf dies nicht verwechseln mit der Fähigkeit, die ganze Natur zu umfassen, wie sie der Mann hat, weil ernicht nurNatur ist. Die Frauen steheninder Natur als einTeilderselben, und in kausaler Wechselbeziehung zu allen anderen Teilen: von Mond und Meer, von Wetter und Gewitter, von Elektrizität und Magnetismus sind sie in einem viel weiteren Ausmaßabhängigals der Mann.
[79]Vgl.S. 109.
[79]Vgl.S. 109.
[80]Vgl.S. 128.
[80]Vgl.S. 128.
[81]Vgl.S. 127,129.
[81]Vgl.S. 127,129.
[82]Vgl. hiezu auchS. 245.
[82]Vgl. hiezu auchS. 245.
[83]Man vergleiche den Schluß des 10. Kapitels.
[83]Man vergleiche den Schluß des 10. Kapitels.
[84]Vgl. Kapitel 11, Schluß. So auch, warum höher stehende Frauen bisexuell sein, d. h. nichtausschließlichunter dem Regiment des Phallus stehen müssen (Teil I,S. 81–82). Doch scheint in der lesbischen LiebeHysterieeine beträchtliche Rolle zu spielen.
[84]Vgl. Kapitel 11, Schluß. So auch, warum höher stehende Frauen bisexuell sein, d. h. nichtausschließlichunter dem Regiment des Phallus stehen müssen (Teil I,S. 81–82). Doch scheint in der lesbischen LiebeHysterieeine beträchtliche Rolle zu spielen.
[85]Der Verfasser hat hier zu bemerken, daß er selbst jüdischer Abstammung ist.
[85]Der Verfasser hat hier zu bemerken, daß er selbst jüdischer Abstammung ist.
[86]Ein solcher vom Judentum fast freier Mann, und darum »Philosemit«, warZola. Daß hervorragendere Menschen sonst fast stets Antisemiten waren (Tacitus,Pascal,Voltaire,Herder,Goethe,Kant,Jean Paul,Schopenhauer,Grillparzer,Wagner) geht eben darauf zurück, daß sie, die so viel mehr in sich haben als die anderen Menschen, auch das Judentum besser verstehen als diese (vgl. Kapitel 4).
[86]Ein solcher vom Judentum fast freier Mann, und darum »Philosemit«, warZola. Daß hervorragendere Menschen sonst fast stets Antisemiten waren (Tacitus,Pascal,Voltaire,Herder,Goethe,Kant,Jean Paul,Schopenhauer,Grillparzer,Wagner) geht eben darauf zurück, daß sie, die so viel mehr in sich haben als die anderen Menschen, auch das Judentum besser verstehen als diese (vgl. Kapitel 4).
[87]Vgl. Kapitel 11,S. 327.
[87]Vgl. Kapitel 11,S. 327.
[88]Vgl.S. 139f.
[88]Vgl.S. 139f.
[89]Und russisch. Die Russen aber sind bezeichnend wenig sozial veranlagt, und haben unter allen europäischen Völkern das geringste Verständnis für den Staat. Hiemit stimmt es nach dem vorigen nur überein, daß sie durchwegs Antisemiten sind.
[89]Und russisch. Die Russen aber sind bezeichnend wenig sozial veranlagt, und haben unter allen europäischen Völkern das geringste Verständnis für den Staat. Hiemit stimmt es nach dem vorigen nur überein, daß sie durchwegs Antisemiten sind.
[90]Der Glaube an Jehovah und die Lehre Mosis ist nur ein Glaube an diese jüdische Gattung und ihre Lebenskraft; Jehovah ist die personifizierte Idee des Judentums.
[90]Der Glaube an Jehovah und die Lehre Mosis ist nur ein Glaube an diese jüdische Gattung und ihre Lebenskraft; Jehovah ist die personifizierte Idee des Judentums.
[91]Hier kam es mir darauf an, den Drang der Juden zur Chemie einzuordnen. Der anderen Chemie, der Wissenschaft einesBerzelius,Liebig,van t'Hoffsoll hiemit nicht nahegetreten sein.
[91]Hier kam es mir darauf an, den Drang der Juden zur Chemie einzuordnen. Der anderen Chemie, der Wissenschaft einesBerzelius,Liebig,van t'Hoffsoll hiemit nicht nahegetreten sein.
[92]Ein Genie istSpinozanicht gewesen. Es gibt keinen gedankenärmeren und keinen phantasieloseren Philosophen unter allensingulärenGestalten der Philosophiegeschichte. Und man mißversteht den Spinozismus — durch den Gedanken anGoethegetäuscht —völlig, wenn man in ihm vielleicht den schamhaften Ausdruck eines tiefsten Verhältnisses zur Natur erblickt. Wer das All umfassen will, der kann nicht mit Definitionen beginnen.SpinozasVerhältnis zur Natur war vielmehr ein ausnehmend loses. Dazu stimmt es, daß er auf seinem ganzen Lebenswege nirgends der Kunst begegnet ist (vgl. Kapitel 11,S. 325f.).
[92]Ein Genie istSpinozanicht gewesen. Es gibt keinen gedankenärmeren und keinen phantasieloseren Philosophen unter allensingulärenGestalten der Philosophiegeschichte. Und man mißversteht den Spinozismus — durch den Gedanken anGoethegetäuscht —völlig, wenn man in ihm vielleicht den schamhaften Ausdruck eines tiefsten Verhältnisses zur Natur erblickt. Wer das All umfassen will, der kann nicht mit Definitionen beginnen.SpinozasVerhältnis zur Natur war vielmehr ein ausnehmend loses. Dazu stimmt es, daß er auf seinem ganzen Lebenswege nirgends der Kunst begegnet ist (vgl. Kapitel 11,S. 325f.).
[93]Vgl. Kapitel 12,S. 356,363.
[93]Vgl. Kapitel 12,S. 356,363.
[94]Dem hier entwickelten,umfassendenBegriff der Frömmigkeit könnten mannigfache Mißdeutungen leicht begegnen. Darum möchte ich zu seiner Erläuterung noch einiges bemerken. Frömmigkeit liegt nicht bloß imBesitz, sondern auch im Kampfe, um Besitz zuerringen: nicht bloß der überzeugteGottverkünder(wieHändel, oder wieFechner) istfromm, sondern auch der irrende, zweifelndeGottsucher(wieLenau, oder wieDürer). Frömmigkeit braucht nicht in ewiger Betrachtung vor dem Weltganzen zu stehen (so wieBachvor ihm steht); sie mag (wie beiMozart) als eine alleEinzeldingebegleitendeReligiosität sich offenbaren. Sie ist endlich nicht an das Auftreten eines Stifters gebunden: das frömmste Volk der Welt sind dieGriechengewesen, und darum war ihre Kultur die höchste unter allen bisherigen; unter ihnen aber hat es sicher nie einen überragenden Religionsstifter gegeben (dessen sie nicht bedurften; vgl.S. 440).
[94]Dem hier entwickelten,umfassendenBegriff der Frömmigkeit könnten mannigfache Mißdeutungen leicht begegnen. Darum möchte ich zu seiner Erläuterung noch einiges bemerken. Frömmigkeit liegt nicht bloß imBesitz, sondern auch im Kampfe, um Besitz zuerringen: nicht bloß der überzeugteGottverkünder(wieHändel, oder wieFechner) istfromm, sondern auch der irrende, zweifelndeGottsucher(wieLenau, oder wieDürer). Frömmigkeit braucht nicht in ewiger Betrachtung vor dem Weltganzen zu stehen (so wieBachvor ihm steht); sie mag (wie beiMozart) als eine alleEinzeldingebegleitendeReligiosität sich offenbaren. Sie ist endlich nicht an das Auftreten eines Stifters gebunden: das frömmste Volk der Welt sind dieGriechengewesen, und darum war ihre Kultur die höchste unter allen bisherigen; unter ihnen aber hat es sicher nie einen überragenden Religionsstifter gegeben (dessen sie nicht bedurften; vgl.S. 440).
[95]Hiegegen kann die jüdische Unduldsamkeit keinen Einwand bilden. Wahre Religion istimmereifrig, aberniezelotisch. Intoleranz ist vielmehr identisch mit Ungläubigkeit; wie dieMachtdas täuschendste Surrogat derFreiheitist, so entsteht Intoleranz nur aus dem Mangel anindividueller Sicherheitdes Glaubens.
[95]Hiegegen kann die jüdische Unduldsamkeit keinen Einwand bilden. Wahre Religion istimmereifrig, aberniezelotisch. Intoleranz ist vielmehr identisch mit Ungläubigkeit; wie dieMachtdas täuschendste Surrogat derFreiheitist, so entsteht Intoleranz nur aus dem Mangel anindividueller Sicherheitdes Glaubens.
[96]Hieraus erst ist wirklich die Genielosigkeit des Juden erklärbar (vgl.S. 236): nur Glaube ist schöpferisch. Und vielleicht spiegelt die geringere geschlechtliche Potenz des JudendieselbeTatsache in derniederenSphäre wieder.
[96]Hieraus erst ist wirklich die Genielosigkeit des Juden erklärbar (vgl.S. 236): nur Glaube ist schöpferisch. Und vielleicht spiegelt die geringere geschlechtliche Potenz des JudendieselbeTatsache in derniederenSphäre wieder.
[97]Der Mann erst schafft das Weib. Darum besitzen die Jüdinnen bekanntermaßen jene Einfachheit der Christinnen nicht, die sich ohne weiteres an das sexuelle Komplement hingibt.
[97]Der Mann erst schafft das Weib. Darum besitzen die Jüdinnen bekanntermaßen jene Einfachheit der Christinnen nicht, die sich ohne weiteres an das sexuelle Komplement hingibt.
[98]Dies darf man aber nicht, wieSchopenhauer, und nach ihm unter Benützung seiner mangelhaften psychologischen Distinktion, H. S.Chamberlain, als ein Überwiegen des Willens und ein abnormes Zurücktreten des Intellektes deuten. Der Jude ist gar nicht wirklich willensstark, und seine innere Unentschiedenheit könnte sogar leicht zu einerirrigenVerwechslung mit psychischem »Masochismus«, das ist Schwere und Hilflosigkeit im Augenblicke des Entschlusses, Anlaß geben.
[98]Dies darf man aber nicht, wieSchopenhauer, und nach ihm unter Benützung seiner mangelhaften psychologischen Distinktion, H. S.Chamberlain, als ein Überwiegen des Willens und ein abnormes Zurücktreten des Intellektes deuten. Der Jude ist gar nicht wirklich willensstark, und seine innere Unentschiedenheit könnte sogar leicht zu einerirrigenVerwechslung mit psychischem »Masochismus«, das ist Schwere und Hilflosigkeit im Augenblicke des Entschlusses, Anlaß geben.
[99]Hier gelangt zur Erledigung, was aus den Erörterungen des vierten bis achten Kapitels mit Absicht fern gehalten werden mußte.
[99]Hier gelangt zur Erledigung, was aus den Erörterungen des vierten bis achten Kapitels mit Absicht fern gehalten werden mußte.
[100]Man erinnert sich hier vielleicht desS. 139f. über die psychologische Bedeutung der Gegensatzpaare Bemerkten.
[100]Man erinnert sich hier vielleicht desS. 139f. über die psychologische Bedeutung der Gegensatzpaare Bemerkten.
[101]Hierin liegt auch der Unterschied und die Grenze zwischen dem Antisemitismus des Juden und dem Antisemitismus des Indogermanen begründet. Dem jüdischen Antisemiten ist der Jude nur antipathisch; der antisemitische Arier hingegen ist, wenn er auch noch so mutig den Kampf gegen das Judentum führt, im Grunde seines Herzens doch immer, was der Jude nie ist:Judaeophobe.
[101]Hierin liegt auch der Unterschied und die Grenze zwischen dem Antisemitismus des Juden und dem Antisemitismus des Indogermanen begründet. Dem jüdischen Antisemiten ist der Jude nur antipathisch; der antisemitische Arier hingegen ist, wenn er auch noch so mutig den Kampf gegen das Judentum führt, im Grunde seines Herzens doch immer, was der Jude nie ist:Judaeophobe.
[102]Vgl. Kapitel 12,S. 374f.
[102]Vgl. Kapitel 12,S. 374f.
[103]Zum Beispiel der LauraMarholm.
[103]Zum Beispiel der LauraMarholm.
[104]Über den Einfluß der Ovarienexstirpation auf Strukturveränderungen des Uterus. Archiv für Gynäkologie, 51, 1896, 286 ff.
[104]Über den Einfluß der Ovarienexstirpation auf Strukturveränderungen des Uterus. Archiv für Gynäkologie, 51, 1896, 286 ff.
[105]Man würde sich einer sehr zweischneidigen Waffe bedienen, wenn man diese Worte so auffassen wollte, als hätte Keats wie Hume erklärt, keine Seele zu besitzen, da in Wirklichkeit vielmehr die Existenz der Seele hierin ausgesprochen ist.
[105]Man würde sich einer sehr zweischneidigen Waffe bedienen, wenn man diese Worte so auffassen wollte, als hätte Keats wie Hume erklärt, keine Seele zu besitzen, da in Wirklichkeit vielmehr die Existenz der Seele hierin ausgesprochen ist.
[106]Nietzschehatte auch wohl recht, als er in ihm keinen echten Hellenen erblickte; indesPlatowieder ganz und gar Grieche ist.
[106]Nietzschehatte auch wohl recht, als er in ihm keinen echten Hellenen erblickte; indesPlatowieder ganz und gar Grieche ist.
Anmerkungen zur TranskriptionInkonsistenzen wurden beibehalten, wenn beide Schreibweisen gebräuchlich waren, wie:Abfalles -- AbfallsAlkmaion -- Alkmäonangeborene -- angeborneAssociation -- AssoziationAugenblickes -- AugenblicksDescendenzlehre -- DeszendenzlehreDetumescenz -- DetumeszenzEierstockes -- EierstocksErection -- ErektionFrauen-Emanzipation -- FrauenemanzipationGattungs-Ethik -- Gattungsethikgeborenen -- gebornenGeschlechts-Dimorphismus -- GeschlechtsdimorphismusHeniden-Theorie -- HenidentheorieHerren -- Herrnhiefür -- hierfürIch-Begriff -- IchbegriffImperatives -- ImperativsInhaltes -- InhaltsIrrtumes -- IrrtumsJudentumes -- JudentumsKantische -- kantischeL'Instinct Sexuel -- L'instinct sexuelLawn-tennis-Spiel -- LawntennisspielMateriales -- MaterialsMutter-Typus -- MuttertypusMythos -- MythusNicht-Sein -- NichtseinPlato -- PlatonSchicksales -- SchicksalsSchön-Finden -- Schönfindenstammesverwandten -- stammverwandtenSubjektes -- SubjektsSystemes -- Systemstranscendental -- transscendentalungeheuere -- ungeheureUrsprunges -- UrsprungsUrteil -- UrtheilVerkehres -- VerkehrsVermittelung -- VermittlungVirginitäts-Ideal -- Virginitätsidealweiteres -- weitersWiderspruches -- WiderspruchsFehlende Satzzeichen wurden ohne Erwähnung ergänzt. Die folgenden Korrekturen wurden vorgenommen. Sie beinhalten Teile der auf Seite 598 f. aufgeführten »Verbesserungen sinnstörender Fehler«.S. XVIII »Erkenntis« in »Erkenntnis« geändert.S. 3 »alles« in »allem« geändert (Fußnote).S. 20 »Oskar Hertwig« in »Oscar Hertwig« geändert.S. 22 »Spezifizität« in »Spezifität« geändert.S. 30 »thelyoide« in »thelyide« geändert.S. 34 « eingefügt.S. 37 »Apperceptionen«« in »Apperzeptionen«« geändert.S. 40 »bestimmer« in »bestimmter« geändert.S. 45 »andern« in »anderen« geändert.S. 48 »vertheidigen« in »verteidigen« geändert.S. 54 »Kräpelin« in »Kraepelin« geändert.S. 62 »thelyoide« in »thelyide« geändert.S. 69 »einem« in »einer« geändert.S. 85 »de la Mothe Guyon« in »de la Motte Guyon« geändert.S. 85 »Elisabeth Barrett-Browning« in »Elizabeth Barrett Browning« geändert.S. 85 »Angelika Kaufmann« in »Angelika Kauffmann« geändert.S. 85 »Etrangers« in »Étrangers« geändert.S. 85 »vorherhand« in »vorderhand« geändert.S. 114 »Intensivikationen« in »Intensifikationen« geändert.S. 121 » in « geändert.S. 126 »verschedenen« in »verschiedenen« geändert.S. 134 »; oder denke« eingefügt.S. 144 »Hero-worship« in »Hero-Worship« geändert.S. 150 »schillerndern« in »schillernden« geändert.S. 150 »Ubereinstimmung« in »Übereinstimmung« geändert.S. 169 »da« in »daß« geändert.S. 177 »Schellingens« in »Schellings« geändert.S. 189 »sprunghaften« in »sprunghaftem« geändert.S. 190 »repräsentiert« in »präsentiert« geändert.S. 194 , eingefügt.S. 216 »Intensivikationen« in »Intensifikationen« geändert.S. 220 »erw durchärmter Stab« in »erwärmter Stab durch« geändert (Fußnote).S. 237 »caeteris« in »ceteris« geändert.S. 264 »Phänome« in »Phänomene« geändert.S. 267 « eingefügt (Fußnote).S. 272 »innnere« in »innere« geändert.S. 277 »und und« in »und« geändert.S. 274 »zu« eingefügt.S. 291 »ihrer« in »seiner« geändert.S. 301 »größer« in »größere« geändert.S. 311 »zusammenhangend« in »zusammenhängend« geändert.S. 331 »der« in »des« geändert.S. 333 »unermessliche« in »unermeßliche« geändert.S. 333 »mir« in »mit« geändert.S. 333 « eingefügt.S. 345 »Gebahren« in »Gebaren« geändert.S. 356 »wie« eingefügt.S. 361 »sexuelles« in »asexuelles« geändert.S. 366 »fremde« in »fremden« geändert.S. 384 , entfernt.S. 405 »kontrolierbare« in »kontrollierbare« geändert.S. 405 »malaisch« in »malaiisch« geändert.S. 425 »sie« in »es« geändert.S. 428 »Ganze« in »Ganzes« geändert.S. 434 »den Augenblick« in »der Augenblick« geändert.S. 434 »sich Welt« in »sich die Welt« geändert.S. 440 »Jndogermanen« in »Indogermanen« geändert (Fußnote).S. 444 »von vorherein« in »von vornherein« geändert.S. 448 »anstellt« in »anstrebt« geändert.S. 449 »er geben« in »ergeben« geändert.S. 449 »veranschlägt« in »veranschlagt« geändert.S. 450 »Neu-Seeland« in »Neuseeland« geändert.S. 451 »zu« entfernt.S. 455 »Als« in »Also« geändert.S. 456 »Anwort« in »Antwort« geändert.S. 466 »Oskar Hertwig« in »Oscar Hertwig« geändert.S. 467 »Hydatride« in »Hydatide« geändert.S. 473 « eingefügt.S. 474 »S. 397-368« in »S. 367-368« geändert.S. 475 » eingefügt.S. 476 »Je était« in »Il était« geändert.S. 483 »hen-pheasants« in »Hen-Pheasants« geändert.S. 486 »Literaturausgaben« in »Literaturangaben« geändert.S. 488 »Hypospadaeus« in »Hypospadiaeus« geändert.S. 491 »dioecisch« in »diözisch« geändert.S. 494 « eingefügt.S. 494 »Phyllanthus« in »phyllanthus« geändert.S. 501 »Univeral-Bibliothek« in »Universal-Bibliothek« geändert.S. 502 « eingefügt.S. 505 »eröternde« in »erörternde« geändert.S. 505 ) eingefügt.S. 508 »Womans« in »Woman's« geändert.S. 512 »Erscheinugen« in »Erscheinungen« geändert.S. 514 »διδωσι« in »δίδωσιν« geändert.S. 517 « in » geändert.S. 517 ) eingefügt.S. 522 »Stazion« in »Station« geändert.S. 523 »Fremden« in »Fremdem« geändert.S. 525 »Mathemathik« in »Mathematik« geändert.S. 526 »he« in »the« geändert.S. 534 »Ludwig Sein« in »Ludwig Stein« geändert.S. 534 »caussa« in »causa« geändert.S. 534 »καῖ« in »καὶ« geändert.S. 534 « eingefügt.S. 536 »mosh« in »most« geändert.S. 537 »πολλὰ« in »πολλὰς« geändert.S. 540 »or« in »of« geändert.S. 545 »Halbmonatschrift« in »Halbmonatsschrift« geändert.S. 552 , entfernt.S. 554 »Peleus Tat« in »Peleus' Tat« geändert.S. 554 « eingefügt.S. 556 »Das philosophische Ehzuchtbüchlein« in »Das Philosophisch Ehezuchtbüchlin« geändert.S. 559 »Gardeners Chronicle« in »Gardeners' Chronicle« geändert.S. 561 »chesnut« in »chestnut« geändert.S. 561 »sexteenths« in »sixteenths« geändert.S. 562 »whit« in »with« geändert.S. 562 »Oskar Hertwig« in »Oscar Hertwig« geändert.S. 564 »emfangende« in »empfangende« geändert.S. 564 « entfernt.S. 565 »Ogni« in »ogni« geändert.S. 567 . in , geändert.S. 567 »συτε« in »ουτε« geändert.S. 570 »L'Etat« in »L'État« geändert.S. 571 »anquel« in »auquel« geändert.S. 572 »arriva« in »arrivait« geändert.S. 573 »idées« in »Idées« geändert.S. 577 « eingefügt.S. 577 ] eingefügt.S. 580 »entscheidensten« in »entscheidendsten« geändert.S. 580 »Ptolemaern« in »Ptolemäern« geändert.S. 581 »τε« eingefügt.S. 581 »ειστιοντων« in »εισιοντων« geändert.S. 581 »ειστιοντα« in »εισιοντα« geändert.S. 581 »δυστφραστον« in »δυσφραστον« geändert.S. 581 »εισταυθις« in »εισ αυθις« geändert.S. 582 »κάμπυλον« in »καμπύλον« geändert.S. 582 »studj« in »studi« geändert.S. 583 »esmanire« in »exinanire« geändert.S. 583 »li dei« in »gli dei« geändert.S. 590 »Tätigkeit« in »Thätigkeit« geändert.S. 595 « entfernt.