Goethes BriefeanFriedrich Rochlitz.

Ein andermal schreibt sie:„Je Vous pris de ne plus me faire rougir par Vos louanges que je ne mérite en aucune façon. Si ce n'étoit pas Vous, ma chère, j'aurois été un peu piquée de ce que Vous ditez de mon extérieur, car je pourrois alors le prendre pour de la satire; mais je sais que c'est la bonté de votre cœur qui exige de Vous de me regarder ainsi. Cependant mon miroir ne me trompe pas s'il me dit que j'enlaidis à vue d'œil. Ce ne sont pas là des manières, ma chère enfant,je parle du fond du cœur et je Vous dis aussi que j'en sois quelquefois pénétrée de douleur, et que je donnerois tout au monde pour être belle.“

Sie giebt deshalb auch allen Glauben an ein Glück, das sie durch die Liebe finden könnte, auf.„Qu'en ditez Vous, ma chère, que j'ai renoncé pour jamais à l'amour. Ne riez pas, je parle sérieusement, cette passion m'a fait trop souffrir, pour que je ne lui dise pas adieu de tout mon cœur. Il y eut un tems, où remplie des idées romanesques je crus qu'un engagement ne pût être parfaitement heureux sans amour mutuel; mais je suis revenue de ces folies là.“

Noch herber und mit einer grausamen Kälte gegen sich selbst spricht sie später ihre Hoffnungslosigkeit aus:„Quel don dangereux que la beauté! je suis charmée de ne pas l'avoir, du moins je ne fais point de malheureux. C'est une sorte de consolation et cependant si je la pèse avec le plaisir d'être belle, elle perd tout son mérite. Vous aurez déja entendue que je fais grand cas des charmes extérieures, mais peutêtre que Vous ne savez pas encore que je les tiens pour absolument nécessaires au bonheur de la vie et que je crois pour cela que je ne serai jamais heureuse. Je Vous expliquerai ce que je pense sur ce sujet. Il est évident que je ne resterai pas toujours fille, aussi seroit-ce très ridicule d'en former le projet. Quoi-que j'ai depuis longtems abandonnée les pensées romanesques du mariage je n'ai jamais effacée une idée sublimede l'amour conjugal, cet amour, qui selon mon jugement peut seul rendre une union heureuse. Comment puis-je aspirer à une telle felicité ne possédant aucun charme qui pût inspirer de la tendresse. Epouserai-je un mari que je n'aime pas? Cette pensée me fait horreur et cependant ce sera le seul parti qui me reste, car où trouver un homme aimable qui pensât à moi? Ne croyez pas, ma chère, que ce soit grimace; Vous connoissez les replis de mon cœur, je ne Vous cache rien, et pourquoi le ferois-je?“

Der Anblick dieser durch eine rücksichtslose Schärfe des Verstandes über ein leidenschaftliches Herz schwer errungenen Resignation, welche die hohe Vorstellung von dem wahren Glück der Liebe in ihrer Reinheit festhält, aber aus Mißtrauen gegen sich selbst es aufgiebt, dasselbe zu erreichen, ist um so erschütternder, wenn man sich vergegenwärtigt, wie diese traurige Ahnung später an ihr in Erfüllung gegangen ist. Es wird hiedurch noch klarer, daß der Grund, weshalb sie in der Ehe mitSchlosser, dem man gewiß keine Ursache hat eine Schuld anzuweisen, keine Befriedigung fand, tief in ihrer Natur lag, und gewiß hat sie durch das fortgesetzte strenge Reflectiren über sich selbst die Fähigkeit sich unbefangen hinzugeben mehr und mehr erstickt. Übrigens tritt auch die Kränklichkeit, welche später auch ihren gemüthlichen Zustand so schwer und trübe machte,[204]schon jetzt hervor. Sieklagt wiederholt über ihre Gesundheit, sie werde hypochonder, bald heftig und leidenschaftlich, bald stumpf und gleichgültig. Die trübe Stimmung, welche der allgemeine Grundton dieser Aufzeichnungen ist, spricht sich in dem aus, was sie an ihrem Geburtstag niederschreibt.

Mercredi ce 7 Decemb. (1768)

C'est aujourd'hui le jour de ma naissance où j'ai dix-*huit ans accomplis.[205]Ce tems est écoulé comme un songe, et l'avenir passera de même, avec cette différence qu'ils me restent plus de maux à éprouver que je n'en ai senti. Je les entrevois.

Daß Cornelie ihrer Eltern nie erwähnt, ist begreiflich, da sie, wie Goethe erzählt, gegen den Vater, der sie mit seiner pedantischen Lehrhaftigkeit plagte und ihr so manche unschuldige Freude verhinderte und vergällte, die ganze Härte ihres Charakters wandte, zum großen Kummer ihrer Mutter, der sie aber, wie es scheint, auch nicht nahe stand.[206]Von dem Bruder ist dagegen, obgleich diese Aufzeichnungen größtentheils ihre eigensten Angelegenheiten berühren, oft die Rede. Er war noch leidend von Leipzig zurückgekommen und sein Zustand machte den Seinigen Sorge.[207]An ihrem Geburtstage(1768) ward er von einer heftigen Kolik befallen, so daß er die furchtbarsten Schmerzen litt, vergebens suchte man ihm einige Linderung und Ruhe zu verschaffen; sie hatte es nicht länger aushalten können, ihn in einem Zustande zu sehen, der ihr das Herz zerriß, ohne daß sie ihm helfen konnte. Zwei Tage hielt dieser schreckliche Zustand an, dann wurde er etwas besser, doch konnte er noch keine Viertelstunde sich aufrecht erhalten; indessen hofft sie, wenn nur die Schmerzen erst aufhören, werden die Kräfte sich schon wieder einstellen.[208]Sein Zustand erregt allgemeine Theilnahme, wo sie sich in Gesellschaft zeigt, drängt alles sich um sie, Freunde und Freundinnen, um von seinem Befinden Nachricht zu erhalten. Anfang Januar 1768, da er ganz wieder hergestellt ist, giebt der RathMoritz,[209]um das frohe Ereigniß zu feiern, ihm eine Gesellschaft. Allein nicht lange nachher tritt ein neuer Anfall der Krankheit ein.[210]

Wie die Geschwister alles mit einander theilten, so auch das Interesse für ihre Freunde. Cornelie theilt ihrem Bruder Briefe von Katharine Fabricius mit, welche ihm so lebhaftesInteresse einflößen, das er, ohne sie gesehen zu haben, mit ihr in einen Briefwechsel tritt und auch für Cornelie die Correspondenz übernimmt; sie überläßt ihm um so lieber die officiellen Briefe zu schreiben, da sie mit dem Tagebuch beschäftigt ist, von welchem auch er nichts weiß. Übrigens meint sie, die Freundin werde gewiß an den Briefen ihres Bruders Freude haben, und bittet sie ihm zu antworten, dem das zumal in seiner Krankheit eine angenehme Zerstreuung sei;[211]und an ihren Briefen finde er solche Gefallen, daß er ihrer jüngeren Schwester, welche ihm einen Brief von ihr gezeigt, so lange mit Bitten zugesetzt habe, bis sie ihm denselben überlassen habe. Je näher sie ihn kennen lerne und sein Betragen beobachte, desto mehr werde sie sich von seiner Aufrichtigkeit überzeugen und daß er nicht anders spreche als er denke: wie er das auch von sich selbst sagt.[212]Wiederum vertraut sie ihr auch an, daß ihr Bruder sich mit seinem FreundeMüllernicht mehr so gut stehe wie früher; ihre Grundsätze seien zu verschieden, denn die Philosophie ihres Bruders gründe sich auf Erfahrung, die seinige nur auf Lectüre. Auch habe er sich bei der Krankheit des Bruders recht kalt benommen, und sie sehe nun wohl ein, daß seine Principien für das praktische Leben und die Welt nicht passen. Man sieht daraus, daß Goethe die Erfahrung, mit welcher ihm Behrisch so viel Noth machte und um die er sichso große Mühe gab,[213]auch gegen Cornelie geltend machte, wie er sich denn auch sonst darauf nicht ohne Stolz beruft.[214]Ein eigenthümlicher Beweis von Goethes Einfluß auf seine Schwester ist ihre Handschrift. Anfangs ist sie deutlich und fest, aber sehr steif, allmälig wird sie schlanker, freier und nähert sich der seinigen immer mehr, mit der sie zuletzt die größte Ähnlichkeit hat. Von seinen Arbeiten spricht sie leider weniger als man wünschte; er zeichnet ihr allerliebste Köpfe, von welchen sie der Freundin einige zu schicken verspricht, er liest ihr alles vor, was er schreibt, und sie hört ihm mit außerordentlichem Vergnügen zu;[215]da sie schreibt (16. Nov. 1768), ist er gerade mit einer neuen Komödie beschäftigt. Ob dieMitschuldigengemeint sind, an welchen er in Frankfurt fortwährend besserte,[216]oder die oben (S. 153) erwähnte Farce, oder sonst etwas anderes — wer kann das wissen?

[176]WerkeXXI.S. 13.[177]Ihr voller Name warCornelie Friederike Christiane.[178]Vgl.S. 149.[179]Joh. Balth. Kölbele,Dr. jur.und Rechtspraktikant, auch Schriftsteller und Judenbekehrer, starb 1778.[180]WerkeXX.S. 181.[181]WerkeXX.S. 139. 143. 150.[182]Er hieß eigentlichSchubartund kam 1760 nach Paris. Bei Gerber ist sein Todesjahr falsch 1768 angegeben.[183]Eckermann Gespr.II.S. 331.[184]WerkeXXII.S. 68.[185]WerkeXXI.S. 17.[186]Es sind dieselben Mädchen aus der FamilieGerold, welche in Goethes Briefwechsel mitHel. Elis. Jacobi(S. 9. 11. 14) erwähnt werden, und von denen einige Cornelie in Emmendingen Gesellschaft zu leisten pflegten, WerkeXXII.S. 346 (wo der NameGerockein Versehen zu sein scheint.)[187]Vgl.S. 141 f.151.[188]Vgl. S.98.139.208.[189]LandgrafLudwigVIII.von Hessen-Darmstadt starb den 17. Octob. 1768 (Cornelie schreibt den 19. Oct.). Der zweite Sohn desselben war PrinzGeorg Wilhelm, geb. 1722, gest. 1782.[190]Diese BenennungMisskommt sehr häufig vor; ob sie damals durch die englischen Romane Mode geworden war, oder nur eine Liebhaberei von Cornelie, weiß ich nicht zu sagen.[191]WerkeXXI.S. 151.[192]WerkeXXI.S. 18 ff.[193]Goethe sagt von ihm: „Er war groß und wohlgebaut, wie sie, nur noch schlanker; sein Gesicht, klein und eng beisammen, hätte wirklich hübsch sein können, wäre es durch die Blattern nicht allzusehr entstellt gewesen; sein Betragen war ruhig, bestimmt, man durfte es wohl manchmal trocken und kalt nennen; aber sein Herz war voll Güte und Liebe, seine Seele voll Edelmuth und seine Neigungen so dauernd als entschieden und gelassen.“[194]Johann Georg v. Olderoggestudirte in Leipzig seit 1764, sein jüngerer BruderHeinrich Wilhelmkam ein Jahr später dahin; sie waren aus Lievland. Goethe erzählt (WerkeXXI.S. 65), daß mehrere Lievländer zu seiner Tischgesellschaft gehörten.[195]Vgl.S. 139 f.[196]WerkeXXI.S. 15 ff. vgl. Eckermann Gespr.II.S. 331 f.[197]Sie befand sich im Nachlaß vonFriederike Oeser.[198]„Es war mir fast unmöglich, bei meinen Zeichnungen ein gutes, weißes, völlig reines Papier zu gebrauchen; graue, veraltete, ja schon von einer Seite beschriebene Blätter reizten mich am meisten, eben als wenn meine Unfähigkeit sich vor dem Prufstein eines weißen Grundes gefürchtet hätte.“ WerkeXXI.S. 11.[199]In diesem Jahr erschienGötz von Berlichingen; und am 14. Novemb. 1773 reisten die kurz vorher vermähltenSchlossersvon Frankfurt ab, Goethes Briefw. m. Jacobi, S. 12.[200]WerkeXXI.S. 14.[201]Briefe an MerckI.S. 169.[202]BriefeXXII.S. 127.[203]Friedr. Sam. v. Schmidt, Herr zuRossanundHullhausen, wurde den 14. Nov. 1768 zum Residenten für Baden-Durlach ernannt (Fichard, Frankfurt. ArchivII.S. 362); der Besuch fand am 11. Dec. Statt.[204]Vergl. die Briefe von Cornelie in den Briefen an die Gr. Stolberg. S. 139 ff. an Frau v. SteinI.S. 41. 66.[205]Nicolovius giebt den 8. Decbr. als ihren Geburtstag an (J.G. Schlosser S. 36). Sie war ein Jahr jünger als Goethe, WerkeXX.S. 77.[206]WerkeXXI.S. 150.[207]Vgl. S.69.120.146.[208]„Eine gestörte und man dürfte wohl sagen für gewisse Momente vernichtete Verdauung brachte solche Symptome hervor, daß ich unter großen Beängstigungen das Leben zu verlieren glaubte und keine angewandten Mittel weiter etwas fruchten wollten.“ WerkeXXI.S. 156 f. Vgl. obenS. 76 f.[209]WerkeXX.S. 135 f.XXII.S. 229 f. Reliquien der Frl. v. Klettenberg S. 244 f.[210]Vgl. S.80.153.[211]Vgl.S. 159.[212]Vgl.S. 164.[213]WerkeXXI.S. 111 ff.[214]Vgl.S. 163.[215]WerkeXXII.S. 128. 149.[216]WerkeXXI.S. 165 f.

[176]WerkeXXI.S. 13.

[176]WerkeXXI.S. 13.

[177]Ihr voller Name warCornelie Friederike Christiane.

[177]Ihr voller Name warCornelie Friederike Christiane.

[178]Vgl.S. 149.

[178]Vgl.S. 149.

[179]Joh. Balth. Kölbele,Dr. jur.und Rechtspraktikant, auch Schriftsteller und Judenbekehrer, starb 1778.

[179]Joh. Balth. Kölbele,Dr. jur.und Rechtspraktikant, auch Schriftsteller und Judenbekehrer, starb 1778.

[180]WerkeXX.S. 181.

[180]WerkeXX.S. 181.

[181]WerkeXX.S. 139. 143. 150.

[181]WerkeXX.S. 139. 143. 150.

[182]Er hieß eigentlichSchubartund kam 1760 nach Paris. Bei Gerber ist sein Todesjahr falsch 1768 angegeben.

[182]Er hieß eigentlichSchubartund kam 1760 nach Paris. Bei Gerber ist sein Todesjahr falsch 1768 angegeben.

[183]Eckermann Gespr.II.S. 331.

[183]Eckermann Gespr.II.S. 331.

[184]WerkeXXII.S. 68.

[184]WerkeXXII.S. 68.

[185]WerkeXXI.S. 17.

[185]WerkeXXI.S. 17.

[186]Es sind dieselben Mädchen aus der FamilieGerold, welche in Goethes Briefwechsel mitHel. Elis. Jacobi(S. 9. 11. 14) erwähnt werden, und von denen einige Cornelie in Emmendingen Gesellschaft zu leisten pflegten, WerkeXXII.S. 346 (wo der NameGerockein Versehen zu sein scheint.)

[186]Es sind dieselben Mädchen aus der FamilieGerold, welche in Goethes Briefwechsel mitHel. Elis. Jacobi(S. 9. 11. 14) erwähnt werden, und von denen einige Cornelie in Emmendingen Gesellschaft zu leisten pflegten, WerkeXXII.S. 346 (wo der NameGerockein Versehen zu sein scheint.)

[187]Vgl.S. 141 f.151.

[187]Vgl.S. 141 f.151.

[188]Vgl. S.98.139.208.

[188]Vgl. S.98.139.208.

[189]LandgrafLudwigVIII.von Hessen-Darmstadt starb den 17. Octob. 1768 (Cornelie schreibt den 19. Oct.). Der zweite Sohn desselben war PrinzGeorg Wilhelm, geb. 1722, gest. 1782.

[189]LandgrafLudwigVIII.von Hessen-Darmstadt starb den 17. Octob. 1768 (Cornelie schreibt den 19. Oct.). Der zweite Sohn desselben war PrinzGeorg Wilhelm, geb. 1722, gest. 1782.

[190]Diese BenennungMisskommt sehr häufig vor; ob sie damals durch die englischen Romane Mode geworden war, oder nur eine Liebhaberei von Cornelie, weiß ich nicht zu sagen.

[190]Diese BenennungMisskommt sehr häufig vor; ob sie damals durch die englischen Romane Mode geworden war, oder nur eine Liebhaberei von Cornelie, weiß ich nicht zu sagen.

[191]WerkeXXI.S. 151.

[191]WerkeXXI.S. 151.

[192]WerkeXXI.S. 18 ff.

[192]WerkeXXI.S. 18 ff.

[193]Goethe sagt von ihm: „Er war groß und wohlgebaut, wie sie, nur noch schlanker; sein Gesicht, klein und eng beisammen, hätte wirklich hübsch sein können, wäre es durch die Blattern nicht allzusehr entstellt gewesen; sein Betragen war ruhig, bestimmt, man durfte es wohl manchmal trocken und kalt nennen; aber sein Herz war voll Güte und Liebe, seine Seele voll Edelmuth und seine Neigungen so dauernd als entschieden und gelassen.“

[193]Goethe sagt von ihm: „Er war groß und wohlgebaut, wie sie, nur noch schlanker; sein Gesicht, klein und eng beisammen, hätte wirklich hübsch sein können, wäre es durch die Blattern nicht allzusehr entstellt gewesen; sein Betragen war ruhig, bestimmt, man durfte es wohl manchmal trocken und kalt nennen; aber sein Herz war voll Güte und Liebe, seine Seele voll Edelmuth und seine Neigungen so dauernd als entschieden und gelassen.“

[194]Johann Georg v. Olderoggestudirte in Leipzig seit 1764, sein jüngerer BruderHeinrich Wilhelmkam ein Jahr später dahin; sie waren aus Lievland. Goethe erzählt (WerkeXXI.S. 65), daß mehrere Lievländer zu seiner Tischgesellschaft gehörten.

[194]Johann Georg v. Olderoggestudirte in Leipzig seit 1764, sein jüngerer BruderHeinrich Wilhelmkam ein Jahr später dahin; sie waren aus Lievland. Goethe erzählt (WerkeXXI.S. 65), daß mehrere Lievländer zu seiner Tischgesellschaft gehörten.

[195]Vgl.S. 139 f.

[195]Vgl.S. 139 f.

[196]WerkeXXI.S. 15 ff. vgl. Eckermann Gespr.II.S. 331 f.

[196]WerkeXXI.S. 15 ff. vgl. Eckermann Gespr.II.S. 331 f.

[197]Sie befand sich im Nachlaß vonFriederike Oeser.

[197]Sie befand sich im Nachlaß vonFriederike Oeser.

[198]„Es war mir fast unmöglich, bei meinen Zeichnungen ein gutes, weißes, völlig reines Papier zu gebrauchen; graue, veraltete, ja schon von einer Seite beschriebene Blätter reizten mich am meisten, eben als wenn meine Unfähigkeit sich vor dem Prufstein eines weißen Grundes gefürchtet hätte.“ WerkeXXI.S. 11.

[198]„Es war mir fast unmöglich, bei meinen Zeichnungen ein gutes, weißes, völlig reines Papier zu gebrauchen; graue, veraltete, ja schon von einer Seite beschriebene Blätter reizten mich am meisten, eben als wenn meine Unfähigkeit sich vor dem Prufstein eines weißen Grundes gefürchtet hätte.“ WerkeXXI.S. 11.

[199]In diesem Jahr erschienGötz von Berlichingen; und am 14. Novemb. 1773 reisten die kurz vorher vermähltenSchlossersvon Frankfurt ab, Goethes Briefw. m. Jacobi, S. 12.

[199]In diesem Jahr erschienGötz von Berlichingen; und am 14. Novemb. 1773 reisten die kurz vorher vermähltenSchlossersvon Frankfurt ab, Goethes Briefw. m. Jacobi, S. 12.

[200]WerkeXXI.S. 14.

[200]WerkeXXI.S. 14.

[201]Briefe an MerckI.S. 169.

[201]Briefe an MerckI.S. 169.

[202]BriefeXXII.S. 127.

[202]BriefeXXII.S. 127.

[203]Friedr. Sam. v. Schmidt, Herr zuRossanundHullhausen, wurde den 14. Nov. 1768 zum Residenten für Baden-Durlach ernannt (Fichard, Frankfurt. ArchivII.S. 362); der Besuch fand am 11. Dec. Statt.

[203]Friedr. Sam. v. Schmidt, Herr zuRossanundHullhausen, wurde den 14. Nov. 1768 zum Residenten für Baden-Durlach ernannt (Fichard, Frankfurt. ArchivII.S. 362); der Besuch fand am 11. Dec. Statt.

[204]Vergl. die Briefe von Cornelie in den Briefen an die Gr. Stolberg. S. 139 ff. an Frau v. SteinI.S. 41. 66.

[204]Vergl. die Briefe von Cornelie in den Briefen an die Gr. Stolberg. S. 139 ff. an Frau v. SteinI.S. 41. 66.

[205]Nicolovius giebt den 8. Decbr. als ihren Geburtstag an (J.G. Schlosser S. 36). Sie war ein Jahr jünger als Goethe, WerkeXX.S. 77.

[205]Nicolovius giebt den 8. Decbr. als ihren Geburtstag an (J.G. Schlosser S. 36). Sie war ein Jahr jünger als Goethe, WerkeXX.S. 77.

[206]WerkeXXI.S. 150.

[206]WerkeXXI.S. 150.

[207]Vgl. S.69.120.146.

[207]Vgl. S.69.120.146.

[208]„Eine gestörte und man dürfte wohl sagen für gewisse Momente vernichtete Verdauung brachte solche Symptome hervor, daß ich unter großen Beängstigungen das Leben zu verlieren glaubte und keine angewandten Mittel weiter etwas fruchten wollten.“ WerkeXXI.S. 156 f. Vgl. obenS. 76 f.

[208]„Eine gestörte und man dürfte wohl sagen für gewisse Momente vernichtete Verdauung brachte solche Symptome hervor, daß ich unter großen Beängstigungen das Leben zu verlieren glaubte und keine angewandten Mittel weiter etwas fruchten wollten.“ WerkeXXI.S. 156 f. Vgl. obenS. 76 f.

[209]WerkeXX.S. 135 f.XXII.S. 229 f. Reliquien der Frl. v. Klettenberg S. 244 f.

[209]WerkeXX.S. 135 f.XXII.S. 229 f. Reliquien der Frl. v. Klettenberg S. 244 f.

[210]Vgl. S.80.153.

[210]Vgl. S.80.153.

[211]Vgl.S. 159.

[211]Vgl.S. 159.

[212]Vgl.S. 164.

[212]Vgl.S. 164.

[213]WerkeXXI.S. 111 ff.

[213]WerkeXXI.S. 111 ff.

[214]Vgl.S. 163.

[214]Vgl.S. 163.

[215]WerkeXXII.S. 128. 149.

[215]WerkeXXII.S. 128. 149.

[216]WerkeXXI.S. 165 f.

[216]WerkeXXI.S. 165 f.

Sie sind überzeugt daß ich herzlichen Antheil an dem sonderbaren Glückswechsel nehme, der Sie so unvermuthet betroffen hat. Da dieser Faden gerissen ist so säumen Sie ja nicht andere wieder anzuknüpfen und wäre es auch nur zuerst sich zu zerstreuen. Mögen Sie mir manchmal schreiben, so soll es mir angenehm seyn. Ich bin zwar nicht der beste und treuste Correspondent, indessen ließe sich ja wohl manchmal etwas über dramatische Kunst verhandeln, in der Sie schon die artigen Proben gegeben haben.

In eben dem Sinn wiederhole ich meinen Wunsch daß Sie um den ausgesetzten Preis mit concurrirenmöchten.[218]Denn indem Sie das thun, regt sich denn doch eine kleine Welt in Ihrer Einbildungskraft und zieht Sie ab, von andern Gedanken, die sich Ihnen in der Zeit vielleicht aufdringen würden.

Das kleine neue Stück[219]gedenke ich, ohne Nahmen, aufführen zu lassen, nicht weil ich es für geringer halte als das vorige,[220]sondern um desto reiner zu sehen welchen Effect es thut.

Ich werde einige kleine Veränderungen daran machen und Ihnen kürzlich alsdann die Ursachen anzeigen.

Für das überschickte Geld folgt hierbey die Quittung. Unsere Canzleyleute werden sich für den reichlichen Überschuß einen guten Feyertag machen.

Manches was ich über Ihren Fall schreiben könnte weiß sich ein gebildeter Mann selbst zu sagen, einiges, das ich aus meiner langen Erfahrung wohl darüber sagen möchte, darf ich nicht schreiben. Vielleicht treffen wir bald irgend wo zusammen und mein Vertrauen soll dem Ihrigen von Herzen begegnen.

Gehen Sie, mit völlig wieder erlangter Gesundheit, ins neue Jahrhundert hinüber und nehmen Sie, wiebisher, mit Geist und Talent an demjenigen Theil was etwa den Menschen zunächst bescheert seyn mag und erhalten mir eine freundschaftliches Andenken.

Jena am 25 Dec. 1800.

Goethe

[217]Goethes Briefe an Rochlitz sind durch Vermächtniß in den Besitz des Hrn.Keilübergegangen, welcher deren Veröffentlichung gestattet hat. Es sind nur wenige von Goethe selbst geschrieben, diese sind mit einem Sternchen bezeichnet; nicht selten aber hat Goethe zum Schluß einige Worte mit eigener Hand hinzugefügt, diese sind mit gesperrter Schrift gedruckt.[218]Vgl. Schillers BriefVI.S. 54 f. an KörnerIV.S. 237 f. Goethe an Schlegel S. 45.[219]Jedem das Seine. Lustspiel in einem Aufzuge.[220]Es ist die rechte nicht. Lustspiel in 2 Akten.

[217]Goethes Briefe an Rochlitz sind durch Vermächtniß in den Besitz des Hrn.Keilübergegangen, welcher deren Veröffentlichung gestattet hat. Es sind nur wenige von Goethe selbst geschrieben, diese sind mit einem Sternchen bezeichnet; nicht selten aber hat Goethe zum Schluß einige Worte mit eigener Hand hinzugefügt, diese sind mit gesperrter Schrift gedruckt.

[217]Goethes Briefe an Rochlitz sind durch Vermächtniß in den Besitz des Hrn.Keilübergegangen, welcher deren Veröffentlichung gestattet hat. Es sind nur wenige von Goethe selbst geschrieben, diese sind mit einem Sternchen bezeichnet; nicht selten aber hat Goethe zum Schluß einige Worte mit eigener Hand hinzugefügt, diese sind mit gesperrter Schrift gedruckt.

[218]Vgl. Schillers BriefVI.S. 54 f. an KörnerIV.S. 237 f. Goethe an Schlegel S. 45.

[218]Vgl. Schillers BriefVI.S. 54 f. an KörnerIV.S. 237 f. Goethe an Schlegel S. 45.

[219]Jedem das Seine. Lustspiel in einem Aufzuge.

[219]Jedem das Seine. Lustspiel in einem Aufzuge.

[220]Es ist die rechte nicht. Lustspiel in 2 Akten.

[220]Es ist die rechte nicht. Lustspiel in 2 Akten.

Die Aufführung des kleinen Stücks ward von Zeit zu Zeit, wie es bey Theatern zu gehen pflegt, aufgeschoben; desto angenehmer ist mirs daß ich gegenwärtig von einer sehr guten Aufnahme desselben sprechen kann, ohngeachtet ich mit der Darstellung nicht ganz zufrieden war. Daß ich den Verfasser verschwieg erregte von einer Seite Neugierde und ließ von der andern den Eindruck desto unbefangner. Das nächstemal soll es noch besser werden, indessen hat doch schon eine Liebhabergesellschaft, die sich hier befindet, sich das Stück ausgebeten, welches denn auch ein gutes Zeichen ist.

Das Original sende ich mit Dank zurück. Die wenigen Veränderungen die ich gemacht habe, betreffen einige harte Worte, welche man unter Personen einer gewissen Art, besonders unter Soldaten, mit Recht vermeidet, sodann einige Scherze welche sich auf Philosophie beziehen, die ich im doppelten Sinne nicht billigenkann, weil man entweder dadurch keine Wirkung hervorbringt, oder weil man die Menge veranlaßt über etwas zu lachen das sie nicht versteht und das sie wenigstens verehren sollte.[221]

Verzeihen Sie diese Pedanterie; man weiß aber nicht eher als nach einem längern Lebenslauf was ächte Maximen, die uns über das Gemeine heben, für einen hohen Werth haben, der so selten anerkannt wird.

Darf ich Sie nun mit einigen Aufträgen beschweren?

Ich wünschte Nachricht von einem Manne, welcher sich Johann Leonhardt Hoffmann nennt, und einen Versuch einer Geschichte der Farbenharmonie 1786, in Hendels Verlag, zu Halle, herausgegeben. Die Dedication an Herrn Gottfried Winkler, in welcher sich der Verfasser einen Franken nennt, ist von Leipzig aus datirt, wo er sich eine Zeit lang aufgehalten und mit Oeser Umgang gehabt haben mag. Vielleicht haben Sie Gelegenheit etwas näheres über diesen Mann zu erfahren, der mir von gewissen Seiten interessant geworden ist.[222]

Alsdann hätten Sie wohl die Güte mir eingebundnesExemplar, von dem im October 1800 geschlossnen Jahrgang der musikalischen Zeitung zu verschaffen. Den ersten bis zum October 1799 besitze ich. Die Auslage werde ich mit Dank sogleich erstatten.

Sollte Ihnen nicht ein Liedchen bekannt geworden seyn, das von Capellmeister Himmel componirt ist, es drückt die Unruhe eines verliebten Mädchens aus, das sich seinen Zustand nicht erklären kann, jeder Vers endigt sich mit einer Partikel z. B. Ich weiß nichtwoher,wohin,warum. Es ist ein Scherz, den man in einer Gesellschaft wohl gern einmal hören mag.

Die Fragen wegen Wilhelm Meisters möchte ich am liebsten einmal mündlich beantworten. Bey solchen Werken mag der Künstler sich vornehmen was er will, so giebt es immer eine Art von Confession und zwar auf eine Weise von der er sich kaum selbst Rechenschafft zu geben versteht. Die Form behält immer etwas unreines und man kann Gott danken, wenn man im Stand war so viel Gehalt hinein zu legen, daß fühlende und denkende Menschen sich beschäfftigen mögen, ihn wieder daraus zu entwickeln. Die Recension in der allgemeinen Litteraturzeitung[223]ist freylich sehr unzulänglich, für jeden, der selbst über das Werk gedacht hat; doch ist sienicht ohne Verdienst, wenn man sie als die Meinung eines einzelnen ansieht, der seine Gedanken darüber äußert. Freylich hat man Ursache von einer Recension mehr zu verlangen, besonders von einer so späten.

Ich wünsche, daß Ihre Gesundheit wieder hergestellt seyn möge, so wie ich mich auch von den Übeln, die mich betroffen haben, nach und nach wieder erhole.[224]

Darf ich bitten mich unserm verehrten Weise bestens zu empfehlen.

Weimar d. 29 März 1801

Goethe

[221]Vgl. WerkeXXVII.S. 124.[222]Vgl.XVIII.WerkeXXXIX.S. 417 ff.[223]Jen. Allg. Litt.-Ztg. 1801,I.N 1. f.[224]WerkeXXVII.S. 75 ff. Schiller Br. an KörnerIV.S. 205. Goethe Br. an Friedr. v. Stein. S. 165 f.

[221]Vgl. WerkeXXVII.S. 124.

[221]Vgl. WerkeXXVII.S. 124.

[222]Vgl.XVIII.WerkeXXXIX.S. 417 ff.

[222]Vgl.XVIII.WerkeXXXIX.S. 417 ff.

[223]Jen. Allg. Litt.-Ztg. 1801,I.N 1. f.

[223]Jen. Allg. Litt.-Ztg. 1801,I.N 1. f.

[224]WerkeXXVII.S. 75 ff. Schiller Br. an KörnerIV.S. 205. Goethe Br. an Friedr. v. Stein. S. 165 f.

[224]WerkeXXVII.S. 75 ff. Schiller Br. an KörnerIV.S. 205. Goethe Br. an Friedr. v. Stein. S. 165 f.

Mögen Ew. Wohlgeb. mir noch bis zum neuen Jahre wegen des Stückes Frist geben so soll alsdann darüber die Schuldige Erklärung folgen. Bis jetzt hat die Beurtheilung der dießjährigen Kunstausstellung, mir und meinen Freunden viel Zeit weggenommen. Zum neuen Jahre soll der Aufsatz deshalb als Beylage der Litteraturzeitung erscheinen. Auch beym Theater haben uns einige kühne, doch glücklich vollbrachte Unternehmen, diese Zeit her, beschäftigt. Die Brüder nach Terenz von Herrn von Einsiedel und ein reducirter Nathan,[225]beydesind schon mehrmals wieder verlangt worden und sie gehen bey jeder Vorstellung besser.

Von Faust kann ich nur so viel sagen: dass in den letzten Zeiten wohl manches daran gearbeitet worden; in wie fern er sich aber seiner Vollendung, oder auch nur seiner Beendigung nahen dürfte, wüßte ich wirklich nicht zu sagen.[226]

Leben Sie recht wohl und erhalten mir ein freundschaftliches Andenken.

Weimar am 17 Dec. 1801.

Goethe

Noch einen Wunsch muß ich äussern, dessen Erfüllung ich durch Ihre Gefälligkeit hoffe. Ich besässe nämlich sehr gern, wenn die winklerische Auction vorbey sein wird, einen Katalogen derselben, wozu die Preiße geschrieben wären. Ich habe schon, bei vorhergegangenen Rostischen Versteigerungen, dem Secretair Thiele und andern ähnliche Aufträge gegeben; aber niemals, ich weiß nicht warum, zu meinem Zweck gelangen können. Vielleicht können Sie mir durch Ihre Verbindungen dazu verhelfen. Ich will sehr gern demjenigen, der die Bemühung übernimmt, was Sie für billig halten, bezahlen.

[225]Schillers Briefw. m. KörnerIV.S. 283.[226]Vgl. Schiller Br. an KörnerIV.S. 212.

[225]Schillers Briefw. m. KörnerIV.S. 283.

[225]Schillers Briefw. m. KörnerIV.S. 283.

[226]Vgl. Schiller Br. an KörnerIV.S. 212.

[226]Vgl. Schiller Br. an KörnerIV.S. 212.

Ob die Meynung, welche Sie mir über den Gegensatz der Recitation und des Gesanges, in Ihrem letzten Briefe äußern, die wahre und richtige sey, will ich nicht entscheiden; so viel aber kann ich sagen: daß sich die meinige selbst sehr dahin neigt.[227]Sobald ich mich in einer ruhigen Lage befinde, theile ich meine Gesinnungen kürzlich mit.

Heute komme ich mit einem kleinen Ansuchen und zwar folgendem:

Zu der, durch den Tod unseres Batsch, erledigten Stelle, bey dem neuen Botanischen Institut, im Fürstengarten, zu Jena, ist unter andern auch Herr DoctorSchwägrichen[228]aus Leipzig empfohlen. Von seiner litterarischen Laufbahn, so wie von seinen Reißen und andern Bemühungen, sind wir so ziemlich unterrichtet; nun möchte ich aber noch von Ihnen ein vertraulichWort, über seine Person, sein Äußeres, seine Lebensweise und seinen academischen Vortrag vernehmen.

Es ist mir bey Besetzung dieser Stelle außer dem Wohl des Ganzen auch noch mein eigenes Verhältniß vor Augen, indem das Institut seit seiner Gründung geleitet worden und meine Neigung zu diesen Kenntnissen mir einen sittlichen mittheilenden und umgänglichen Mann wünschenswerth macht.

Nächstens auch ein Wort über die Oper.

Mich zu geneigtem Andenken empfehlend.

Weimar am 6 December 1802.

Goethe

[227]Rochlitz hatte die Ansicht ausgesprochen und weiter ausgeführt, daß in der alten Tragödie nur die lyrischen Stellen gesungen worden seien, wo der Chor am Dialog Theil nehme, sei alles vom Chorführer allein gesprochen. Veranlassung dazu gab ihm das Gerücht, in Weimar solle eine alte Tragödie aufgeführt werden. Diese Briefe scheint Goethe im Sinne zu haben, WerkeXXVII.S. 120.[228]Professor der Naturwissenschaften in Leipzig.

[227]Rochlitz hatte die Ansicht ausgesprochen und weiter ausgeführt, daß in der alten Tragödie nur die lyrischen Stellen gesungen worden seien, wo der Chor am Dialog Theil nehme, sei alles vom Chorführer allein gesprochen. Veranlassung dazu gab ihm das Gerücht, in Weimar solle eine alte Tragödie aufgeführt werden. Diese Briefe scheint Goethe im Sinne zu haben, WerkeXXVII.S. 120.

[227]Rochlitz hatte die Ansicht ausgesprochen und weiter ausgeführt, daß in der alten Tragödie nur die lyrischen Stellen gesungen worden seien, wo der Chor am Dialog Theil nehme, sei alles vom Chorführer allein gesprochen. Veranlassung dazu gab ihm das Gerücht, in Weimar solle eine alte Tragödie aufgeführt werden. Diese Briefe scheint Goethe im Sinne zu haben, WerkeXXVII.S. 120.

[228]Professor der Naturwissenschaften in Leipzig.

[228]Professor der Naturwissenschaften in Leipzig.

Indem beyliegender Brief schon geschlossen[229]ist fällt mir ein dass Sie mir ein freundliches in Berlin geschriebenes Wort über die Natürliche Tochter zusagten. Lassen Sie mich solches ja nicht entbehren. Bey dem seltenen Charivari, das gleich im deutschen Publicum entsteht, wenn man vor ihm irgend eine Productionaufstellt, hat der Schrifftsteller warlich nöthig diejenigen zu vernehmen die sich einstimmend verhalten ich bitte daher um jenes Blatt um so mehr, als ich zur Fortsetzung wirklich Aufmunterung brauche.

G.

[229]Dieser Brief fehlt, er war vom Jahr 1804, in welchem „Revanche,“ ein Lustspiel in 2 Aufzügen von Rochlitz, in Weimar aufgeführt wurde, worauf Schillers Brief an Goethe (VI.S. 281) sich bezieht.

[229]Dieser Brief fehlt, er war vom Jahr 1804, in welchem „Revanche,“ ein Lustspiel in 2 Aufzügen von Rochlitz, in Weimar aufgeführt wurde, worauf Schillers Brief an Goethe (VI.S. 281) sich bezieht.

[229]Dieser Brief fehlt, er war vom Jahr 1804, in welchem „Revanche,“ ein Lustspiel in 2 Aufzügen von Rochlitz, in Weimar aufgeführt wurde, worauf Schillers Brief an Goethe (VI.S. 281) sich bezieht.

Ew. Wohlgebornen

seit langer Zeit auch wieder einmal zu schreiben veranlaßt mich die vorseyende Expedition unsres Theaters nach Leipzig, das ich Ihnen auf das beste zu empfehlen wünschte. Sie haben immer viel Güte für unsre braven Künstler gehabt, die sich gewiß viel Mühe geben, wenn ihnen auch nicht immer ihre Zwecke gelingen sollten.

Ew. Wohlgebornen werden gewiß den Vorstellungen mit Aufmerksamkeit beywohnen, und ich wünschte daß Sie Ihre Bemerkungen mir künftig mittheilten. Es ist noch manches das ich anders wünschte, und doch läßt sich theils nicht alles leisten wovon man überzeugt ist, und man gewöhnt sich auch nach und nach an Menschen und an Manieren und läßt geschehen was geschieht; Dagegen ein frischer scharfer Blick manchesentdeckt und der gute Rath eines Fremden manches leichter und wirksamer anregt als die Lehren eines lange bekannten und gewohnten Vorgesetzten.

Diesen Ihren guten Rath bitte ich unsern Schauspielern bey ihrem Aufenthalt in Leipzig nicht zu entziehen, besonders da der Übergang von einem kleinen auf ein großes Theater für die erste Zeit immer seine Schwierigkeiten hat. Dringen Sie gefälligst besonders darauf, daß man die Schauspieler an allen Ecken und Enden des Hauses verstehen müsse.

Verschiedene von Ew. Wohlgebornen Stücken sind eingelernt. Haben Sie die Güte die Proben zu besuchen, damit sie zu Ihrer Zufriedenheit mögen gegeben werden.[230]

Diesen Wünschen füge ich noch eine Empfehlung hinzu. Wahrscheinlich kommt in einiger Zeit ein Engländer derChevalier Osborn[231]nach Leipzig, ein schon bejahrter, höchst erfahrner und interessanter Mann von dem besten Charakter. Er ist Mitglied der königl. Societät zu London und wünscht den Leipziger Gelehrten aufgeführt zu werden. Sie erzeigen ihm wohl um seinet-und meinetwillen diese Gefälligkeit. Der ich mich mit vorzüglicher Hochachtung unterzeichne

Weimar den 3 April 1807.

Goethe

[230]Von Rochlitz wurde gegeben „Es ist die rechte nicht.“[231]WerkeXXVII.S. 220.

[230]Von Rochlitz wurde gegeben „Es ist die rechte nicht.“

[230]Von Rochlitz wurde gegeben „Es ist die rechte nicht.“

[231]WerkeXXVII.S. 220.

[231]WerkeXXVII.S. 220.

Ew. Wohlgebornen

empfangen meinen lebhaften Dank für Ihren vertraulichen Brief, dessen Inhalt ich bestens zu benutzen gesucht habe. Unsre Regie wird sich gleich bey ihrer Ankunft Ihren fernern gütigen Rath erbitten.

Einen Prolog habe ich nach Ihren Wünschen auch mitgegeben.[232]Wollten Sie die Gefälligkeit haben, ihn durchzusehen und zu beurtheilen ob er am Platz paßt, welches man in der Entfernung nicht so gut empfinden kann.

Da übrigens die älteren Schauspieler Ihnen schon bekannt sind und sich eher zu produciren wissen; so wollte ich Ihnen besonders unsere jüngeren empfehlen, den Nachwuchs, dessen Emporkommen uns bey der Lage unseres Theaters höchst angelegen seyn muß.

Demoisell Elsermann, ein munteres Kind, von gutem Betragen, wird Ihnen gefallen und Sie vielleichtanlocken ihr über diese oder jene Rolle etwas zu sagen. Sie hat etwas Manier von Berlin mitgebracht, worüber sie aber schon aufgeklärt ist und nur manchmal einer kleinen Erinnerung deshalb bedarf.

Die Herren Lorzing und Deny sind gute gesittete Leute, nicht ohne Talent und vom besten Willen. Da sie nun mehr in Routine kommen, so wird es auch mit ihnen vorwärts gehen.

Im Ganzen bin ich überzeugt, daß der Aufenthalt in Leipzig für unsre Gesellschaft sehr wohlthätig seyn wird, besonders wenn sich einige Kenner und Freunde zu Mittelspersonen zwischen ihr und dem Publicum machen wollen; welches höchst nothwendig ist, damit man sich bald wechselseitig befreunde und keine Mißverständnisse entstehen.

Ich wünsche, daß alles gut gehen möge, und daß Ew. Wohlgebornen zuletzt mit Zufriedenheit das Amt eines Epilogisten übernehmen möchten. Denn wenn man einen Prolog noch allenfalls in der Ferne schreiben kann, so darf der Epilog nur aus einer unmittelbaren Nähe entspringen.

Zu Ende dieses Monats geh' ich nach Carlsbad und hoffe dort für meine von Zeit zu Zeit sich wieder zeigenden Übel, wo nicht völlige Genesung, doch Linderung. Möge dieser mein Brief auch Sie von jedemAnfall befreyt antreffen. Gesundheit brauchte man wohl niemals mehr als gegenwärtig. Mich zu geneigtem Andenken empfehlend.

Weimarden 12 May 1807.

Goethe


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