Chapter 27

S. Fischer, Verlag, BerlinWerke von E. v. Keyserling:

S. Fischer, Verlag, Berlin

Werke von E. v. Keyserling:

Schwüle Tage

Novellen.Vierte Auflage. Geh. 2 Mark, geb. 3 Mark.

In diesem neuen Buch Graf Keyserlings stehen zwei wunderbare Novellen vom aristokratischen Leben. Das Wesen alten Adels ist darin aufgefangen, nur von ganz köstlichen, erlesenen Dingen vibrieren hier die Seelen …

(Die Zeit, Wien)

Die Erzählungen sind umsponnen von dem intimen Reiz einer hohen Geisteskultur, unter der des Autors Schöpfungen zu Kabinettstückchen werden von jener Besonderheit, wie etwa eine echte Brabanter Spitze oder ein alter Goldbrokat.

(Münchner Post)

»Dorf- und Schloßgeschichten« könnte man diese Sammlung von drei Novellen überschreiben, die zum künstlerisch Vollendetsten zählen, was die neuere Literatur hervorgebracht hat. Es ist nicht nur der Titel eines Buches der Ebner-Eschenbach, den wir ihnen geben möchten – in dieser echten Dichternatur, in ihrer vornehmen Abgeschlossenheit und dem vollendeten Ebenmaße der Darstellung, in dem fast weiblichen Takte des Empfindens liegt etwas vom Wesen unserer österreichischen Dichterin.

(Neue Freie Presse, Wien)

Das, was an den Novellen des Grafen Keyserling so wundervoll verführerisch am Werk ist, möchte ich nicht so sehr die mit slawischer Träumerei hinhauchende Melancholie dieser erlesenen Erzählungskunst nennen, als vielmehr die ganz reife, süße Kultur ihres Autors. Als Schriftsteller ist Keyserling ein brillanter Techniker, Impressionist, von einer Sicherheit, wie wir sie an deutschen Epikern überhaupt noch nicht gewohnt waren.

(Der Tag, Berlin)

Dumala

Roman.Dritte Auflage. Geh. 2 Mark, geb. 3 Mark.

Graf Keyserling, der jetzt in München lebende Kurländer, ist einer unserer kultiviertesten Prosaschriftsteller. Subtiler, feiner, innerlicher als er zeichnet heute kaum einer Gestalten, fängt kaum einer die landschaftliche Atmosphäre auf, die um den Menschen webt und sein Wesen bilden hilft. Seiner wundervollen Schloßgeschichte »Beate und Mareile«, seinem köstlichen Novellenband »Schwüle Tage« läßt er jetzt einen neuen Roman folgen: Dumala. So heißen Schloß und Ort, wo die Geschichte spielt, irgendwo in Kurland oder in Ostpreußen. Eine simple Geschichte von verbotener, sündiger Liebe, kaum eigenartig durch das Was des Erzählten, aber ganz einzig durch das persönliche Fluidum, das über dem Ganzen liegt und die intensive Stimmungskraft, die alle Einzelheiten tränkt und zu einem geschlossenen künstlerischen Organismus zusammenfaßt. Prachtvoll sind die Gestalten geschaut und in leibhafte Anschaulichkeit umgesetzt: der alte Baron, der rückenmarksleidend zu Dumala im Lehnstuhl sitzt und sich von seiner jungen Frau die erstarrten Glieder streichen läßt, der kraftvolle Pfarrer, der über seine hausbackene Ehe hinaus nach der frönen Baronin begehrt; der rücksichts- und skrupellose Nachbar, der die Einsame, nach Liebe Begehrende als willkommene Beute einfängt, ohne sie halten zu können, und dann diese Frau selbst, die den ganzen Kreis beherrscht und alle Männer unwiderstehlich in ihren Bannkreis zieht. Das »Zwischen den Menschen«, die unendlich feinen seelischen Fäden, die von einem zum anderen hinüberweben, sind hier mit erlesener Kunst fühlbar gemacht; und die Luft, in der sie atmen, wird uns vertraut. Das gibt dem Buch neben dem weltmännischen Ton und der Grazie des Stils seine Eigenart und seinen Wert.

(Königsberger Allgemeine Zeitung)


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