Der Himmel war düster umwoben;Verflammt war der Bäume Zier —Verdorrt war der Bäume Zier;Es war Nacht im entlegnen OktoberEines Jahrs, das vermodert in mir;War beim düsteren See von Auber,In den nebligen Gründen von Weir —War beim dunstigen Sumpf von Auber,In dem spukhaften Waldland von Weir.Durch Zypressenallee, die titanisch,Bin ich mit meiner Seele gegangen —Bin hier einst mit Psyche gegangen —Zur Zeit, da mein Herz war vulkanischWie die schlackigen Ströme, die langen,Wie die Lavabäche, die langen,Die rastlos und schweflig den YaanekHinab bis zum Pole gelangen —Die rollend hinab den Berg YaanekZum nördlichen Pole gelangen.Unser Wort war von Dunkel umwoben,Der Gedanke verdorrt und stier —Das Gedenken verdorrt und stier;Denn wir wußten nicht, daß es Oktober,Und der Jahrnacht vergaßen wir —Der Nacht aller Jahrnächte wir!Wir vergaßen des Sees von Auber(Obgleich wir gewandert einst hier),Des dunstigen Sumpfs von AuberUnd des spukhaften Waldlands von Weir.Und nun da in alternder NachtDie Sternuhr gen Morgen sich schob —Da die Sternuhr gen Morgen sich schob —Ward am End’ unsres Pfades entfachtEin Schimmern, das Nebel umwob,Aus dem mit wachsender PrachtEin Halbmond sein Doppelhorn hob —Astartes demantene PrachtDeutlich ihr Doppelhorn hob.„Sie ist wärmer“, so sagte ich,„Als Diana: sie schwärmt durch ein MeerVon Seufzern — ein Seufzermeer;Sie sah es: die Träne wichVon diesen Wangen nicht mehr,Und vorbei am Löwenbild strichAls Lenker zu Himmeln sie her,Als Leiter zu Lethe sie her;Trotz des Löwen getraute sie sich,Uns zu leuchten so hell und so hehr —Durch sein Lager hindurch wagte sichIhre Liebe, so licht und so hehr.“Doch Psyche hob warnend die Hand:„Fürwahr, ich mißtraue dem ScheinDieses Sterns — seinem bleichen Schein.O fliehe! o halte nicht stand!Laß uns fliegen — denn, o! es muß sein!“Sprach’s entsetzt, und es sanken gebanntIhre Schwingen in schluchzender Pein —Ihre Schwingen schleiften gebanntDie Federn in Staub und Stein —Voll Kummer in Staub und Stein.Ich erwiderte: „Traum ist dies Grauen!Laß uns weiter in Lichtes Pracht —Laß uns baden in seiner Pracht!Es läßt mich die Hoffnung erschauenIn kristallener Schönheit heut nacht —Sieh! es flackert gen Himmel durch Nacht!O! man darf seinem Schimmern vertrauen,Es führt uns mit weisem Bedacht —O! man muß seinem Schimmern vertrauen,Es lenkt uns mit treuem Bedacht,Da es flackert gen Himmel durch Nacht!“Ich beruhigte Psyche und gabIhr Küsse und lockte sie vor —Aus Bedenken und Dunkel hervor;Und wir schritten den Baumgang hinab,Bis am Ende uns anhielt das TorEiner Gruft — ein märchenhaft Grab.„Schwester,“ sprach ich, „was schrieb man aufs Grab —An das Tor von dem Wundertume?“„Ulalume!“ sprach sie; „in dem GrabRuht verloren für dich Ulalume!“Und mein Herz wurde düster umwoben,Wurde dürr wie der Bäume Zier; —Wurde welk wie der Bäume Zier;Und ich schrie: „Es war sicher OktoberIn dernämlichenNacht, da ich hierIm Vorjahr gewandert — und hierEine Last hertrug, fürchterlich mir!Diese Nacht aller Jahrnächte mir,Welcher Dämon verführte mich hier?Gut kenn’ ich den See jetzt von Auber —Diese nebligen Gründe von Weir —Gut kenn’ ich den Dunstsumpf von Auber —Dieses spukhafte Waldland von Weir.“
Der Himmel war düster umwoben;Verflammt war der Bäume Zier —Verdorrt war der Bäume Zier;Es war Nacht im entlegnen OktoberEines Jahrs, das vermodert in mir;War beim düsteren See von Auber,In den nebligen Gründen von Weir —War beim dunstigen Sumpf von Auber,In dem spukhaften Waldland von Weir.Durch Zypressenallee, die titanisch,Bin ich mit meiner Seele gegangen —Bin hier einst mit Psyche gegangen —Zur Zeit, da mein Herz war vulkanischWie die schlackigen Ströme, die langen,Wie die Lavabäche, die langen,Die rastlos und schweflig den YaanekHinab bis zum Pole gelangen —Die rollend hinab den Berg YaanekZum nördlichen Pole gelangen.Unser Wort war von Dunkel umwoben,Der Gedanke verdorrt und stier —Das Gedenken verdorrt und stier;Denn wir wußten nicht, daß es Oktober,Und der Jahrnacht vergaßen wir —Der Nacht aller Jahrnächte wir!Wir vergaßen des Sees von Auber(Obgleich wir gewandert einst hier),Des dunstigen Sumpfs von AuberUnd des spukhaften Waldlands von Weir.Und nun da in alternder NachtDie Sternuhr gen Morgen sich schob —Da die Sternuhr gen Morgen sich schob —Ward am End’ unsres Pfades entfachtEin Schimmern, das Nebel umwob,Aus dem mit wachsender PrachtEin Halbmond sein Doppelhorn hob —Astartes demantene PrachtDeutlich ihr Doppelhorn hob.„Sie ist wärmer“, so sagte ich,„Als Diana: sie schwärmt durch ein MeerVon Seufzern — ein Seufzermeer;Sie sah es: die Träne wichVon diesen Wangen nicht mehr,Und vorbei am Löwenbild strichAls Lenker zu Himmeln sie her,Als Leiter zu Lethe sie her;Trotz des Löwen getraute sie sich,Uns zu leuchten so hell und so hehr —Durch sein Lager hindurch wagte sichIhre Liebe, so licht und so hehr.“Doch Psyche hob warnend die Hand:„Fürwahr, ich mißtraue dem ScheinDieses Sterns — seinem bleichen Schein.O fliehe! o halte nicht stand!Laß uns fliegen — denn, o! es muß sein!“Sprach’s entsetzt, und es sanken gebanntIhre Schwingen in schluchzender Pein —Ihre Schwingen schleiften gebanntDie Federn in Staub und Stein —Voll Kummer in Staub und Stein.Ich erwiderte: „Traum ist dies Grauen!Laß uns weiter in Lichtes Pracht —Laß uns baden in seiner Pracht!Es läßt mich die Hoffnung erschauenIn kristallener Schönheit heut nacht —Sieh! es flackert gen Himmel durch Nacht!O! man darf seinem Schimmern vertrauen,Es führt uns mit weisem Bedacht —O! man muß seinem Schimmern vertrauen,Es lenkt uns mit treuem Bedacht,Da es flackert gen Himmel durch Nacht!“Ich beruhigte Psyche und gabIhr Küsse und lockte sie vor —Aus Bedenken und Dunkel hervor;Und wir schritten den Baumgang hinab,Bis am Ende uns anhielt das TorEiner Gruft — ein märchenhaft Grab.„Schwester,“ sprach ich, „was schrieb man aufs Grab —An das Tor von dem Wundertume?“„Ulalume!“ sprach sie; „in dem GrabRuht verloren für dich Ulalume!“Und mein Herz wurde düster umwoben,Wurde dürr wie der Bäume Zier; —Wurde welk wie der Bäume Zier;Und ich schrie: „Es war sicher OktoberIn dernämlichenNacht, da ich hierIm Vorjahr gewandert — und hierEine Last hertrug, fürchterlich mir!Diese Nacht aller Jahrnächte mir,Welcher Dämon verführte mich hier?Gut kenn’ ich den See jetzt von Auber —Diese nebligen Gründe von Weir —Gut kenn’ ich den Dunstsumpf von Auber —Dieses spukhafte Waldland von Weir.“
Der Himmel war düster umwoben;Verflammt war der Bäume Zier —Verdorrt war der Bäume Zier;Es war Nacht im entlegnen OktoberEines Jahrs, das vermodert in mir;War beim düsteren See von Auber,In den nebligen Gründen von Weir —War beim dunstigen Sumpf von Auber,In dem spukhaften Waldland von Weir.
Der Himmel war düster umwoben;
Verflammt war der Bäume Zier —
Verdorrt war der Bäume Zier;
Es war Nacht im entlegnen Oktober
Eines Jahrs, das vermodert in mir;
War beim düsteren See von Auber,
In den nebligen Gründen von Weir —
War beim dunstigen Sumpf von Auber,
In dem spukhaften Waldland von Weir.
Durch Zypressenallee, die titanisch,Bin ich mit meiner Seele gegangen —Bin hier einst mit Psyche gegangen —Zur Zeit, da mein Herz war vulkanischWie die schlackigen Ströme, die langen,Wie die Lavabäche, die langen,Die rastlos und schweflig den YaanekHinab bis zum Pole gelangen —Die rollend hinab den Berg YaanekZum nördlichen Pole gelangen.
Durch Zypressenallee, die titanisch,
Bin ich mit meiner Seele gegangen —
Bin hier einst mit Psyche gegangen —
Zur Zeit, da mein Herz war vulkanisch
Wie die schlackigen Ströme, die langen,
Wie die Lavabäche, die langen,
Die rastlos und schweflig den Yaanek
Hinab bis zum Pole gelangen —
Die rollend hinab den Berg Yaanek
Zum nördlichen Pole gelangen.
Unser Wort war von Dunkel umwoben,Der Gedanke verdorrt und stier —Das Gedenken verdorrt und stier;Denn wir wußten nicht, daß es Oktober,Und der Jahrnacht vergaßen wir —Der Nacht aller Jahrnächte wir!Wir vergaßen des Sees von Auber(Obgleich wir gewandert einst hier),Des dunstigen Sumpfs von AuberUnd des spukhaften Waldlands von Weir.
Unser Wort war von Dunkel umwoben,
Der Gedanke verdorrt und stier —
Das Gedenken verdorrt und stier;
Denn wir wußten nicht, daß es Oktober,
Und der Jahrnacht vergaßen wir —
Der Nacht aller Jahrnächte wir!
Wir vergaßen des Sees von Auber
(Obgleich wir gewandert einst hier),
Des dunstigen Sumpfs von Auber
Und des spukhaften Waldlands von Weir.
Und nun da in alternder NachtDie Sternuhr gen Morgen sich schob —Da die Sternuhr gen Morgen sich schob —Ward am End’ unsres Pfades entfachtEin Schimmern, das Nebel umwob,Aus dem mit wachsender PrachtEin Halbmond sein Doppelhorn hob —Astartes demantene PrachtDeutlich ihr Doppelhorn hob.
Und nun da in alternder Nacht
Die Sternuhr gen Morgen sich schob —
Da die Sternuhr gen Morgen sich schob —
Ward am End’ unsres Pfades entfacht
Ein Schimmern, das Nebel umwob,
Aus dem mit wachsender Pracht
Ein Halbmond sein Doppelhorn hob —
Astartes demantene Pracht
Deutlich ihr Doppelhorn hob.
„Sie ist wärmer“, so sagte ich,„Als Diana: sie schwärmt durch ein MeerVon Seufzern — ein Seufzermeer;Sie sah es: die Träne wichVon diesen Wangen nicht mehr,Und vorbei am Löwenbild strichAls Lenker zu Himmeln sie her,Als Leiter zu Lethe sie her;Trotz des Löwen getraute sie sich,Uns zu leuchten so hell und so hehr —Durch sein Lager hindurch wagte sichIhre Liebe, so licht und so hehr.“
„Sie ist wärmer“, so sagte ich,
„Als Diana: sie schwärmt durch ein Meer
Von Seufzern — ein Seufzermeer;
Sie sah es: die Träne wich
Von diesen Wangen nicht mehr,
Und vorbei am Löwenbild strich
Als Lenker zu Himmeln sie her,
Als Leiter zu Lethe sie her;
Trotz des Löwen getraute sie sich,
Uns zu leuchten so hell und so hehr —
Durch sein Lager hindurch wagte sich
Ihre Liebe, so licht und so hehr.“
Doch Psyche hob warnend die Hand:„Fürwahr, ich mißtraue dem ScheinDieses Sterns — seinem bleichen Schein.O fliehe! o halte nicht stand!Laß uns fliegen — denn, o! es muß sein!“Sprach’s entsetzt, und es sanken gebanntIhre Schwingen in schluchzender Pein —Ihre Schwingen schleiften gebanntDie Federn in Staub und Stein —Voll Kummer in Staub und Stein.
Doch Psyche hob warnend die Hand:
„Fürwahr, ich mißtraue dem Schein
Dieses Sterns — seinem bleichen Schein.
O fliehe! o halte nicht stand!
Laß uns fliegen — denn, o! es muß sein!“
Sprach’s entsetzt, und es sanken gebannt
Ihre Schwingen in schluchzender Pein —
Ihre Schwingen schleiften gebannt
Die Federn in Staub und Stein —
Voll Kummer in Staub und Stein.
Ich erwiderte: „Traum ist dies Grauen!Laß uns weiter in Lichtes Pracht —Laß uns baden in seiner Pracht!Es läßt mich die Hoffnung erschauenIn kristallener Schönheit heut nacht —Sieh! es flackert gen Himmel durch Nacht!O! man darf seinem Schimmern vertrauen,Es führt uns mit weisem Bedacht —O! man muß seinem Schimmern vertrauen,Es lenkt uns mit treuem Bedacht,Da es flackert gen Himmel durch Nacht!“
Ich erwiderte: „Traum ist dies Grauen!
Laß uns weiter in Lichtes Pracht —
Laß uns baden in seiner Pracht!
Es läßt mich die Hoffnung erschauen
In kristallener Schönheit heut nacht —
Sieh! es flackert gen Himmel durch Nacht!
O! man darf seinem Schimmern vertrauen,
Es führt uns mit weisem Bedacht —
O! man muß seinem Schimmern vertrauen,
Es lenkt uns mit treuem Bedacht,
Da es flackert gen Himmel durch Nacht!“
Ich beruhigte Psyche und gabIhr Küsse und lockte sie vor —Aus Bedenken und Dunkel hervor;Und wir schritten den Baumgang hinab,Bis am Ende uns anhielt das TorEiner Gruft — ein märchenhaft Grab.„Schwester,“ sprach ich, „was schrieb man aufs Grab —An das Tor von dem Wundertume?“„Ulalume!“ sprach sie; „in dem GrabRuht verloren für dich Ulalume!“
Ich beruhigte Psyche und gab
Ihr Küsse und lockte sie vor —
Aus Bedenken und Dunkel hervor;
Und wir schritten den Baumgang hinab,
Bis am Ende uns anhielt das Tor
Einer Gruft — ein märchenhaft Grab.
„Schwester,“ sprach ich, „was schrieb man aufs Grab —
An das Tor von dem Wundertume?“
„Ulalume!“ sprach sie; „in dem Grab
Ruht verloren für dich Ulalume!“
Und mein Herz wurde düster umwoben,Wurde dürr wie der Bäume Zier; —Wurde welk wie der Bäume Zier;Und ich schrie: „Es war sicher OktoberIn dernämlichenNacht, da ich hierIm Vorjahr gewandert — und hierEine Last hertrug, fürchterlich mir!Diese Nacht aller Jahrnächte mir,Welcher Dämon verführte mich hier?Gut kenn’ ich den See jetzt von Auber —Diese nebligen Gründe von Weir —Gut kenn’ ich den Dunstsumpf von Auber —Dieses spukhafte Waldland von Weir.“
Und mein Herz wurde düster umwoben,
Wurde dürr wie der Bäume Zier; —
Wurde welk wie der Bäume Zier;
Und ich schrie: „Es war sicher Oktober
In dernämlichenNacht, da ich hier
Im Vorjahr gewandert — und hier
Eine Last hertrug, fürchterlich mir!
Diese Nacht aller Jahrnächte mir,
Welcher Dämon verführte mich hier?
Gut kenn’ ich den See jetzt von Auber —
Diese nebligen Gründe von Weir —
Gut kenn’ ich den Dunstsumpf von Auber —
Dieses spukhafte Waldland von Weir.“
Hört der Schlittenglocken Klang —Silberklang!Welche Welt von Lustigkeit verheißt ihr heller Sang!Wie sie klingen, klingen, klingenIn die Nacht voll Schnee und Eis,Während sprüh die Sterne springen,Zwinkernd sich zum Reigen schlingenIm kristallnen Himmelskreis:Halten Schritt, Schritt, Schritt,Tanzen Runenrhythmen mitZu der kleinen klaren Glocken süßem Singesang,Zu dem Klang, Klang, Klang, Klang,Klang, Klang, Klang —Zu dem Singen und dem Schwingen in dem Klang.
Hört der Schlittenglocken Klang —Silberklang!Welche Welt von Lustigkeit verheißt ihr heller Sang!Wie sie klingen, klingen, klingenIn die Nacht voll Schnee und Eis,Während sprüh die Sterne springen,Zwinkernd sich zum Reigen schlingenIm kristallnen Himmelskreis:Halten Schritt, Schritt, Schritt,Tanzen Runenrhythmen mitZu der kleinen klaren Glocken süßem Singesang,Zu dem Klang, Klang, Klang, Klang,Klang, Klang, Klang —Zu dem Singen und dem Schwingen in dem Klang.
Hört der Schlittenglocken Klang —Silberklang!Welche Welt von Lustigkeit verheißt ihr heller Sang!Wie sie klingen, klingen, klingenIn die Nacht voll Schnee und Eis,Während sprüh die Sterne springen,Zwinkernd sich zum Reigen schlingenIm kristallnen Himmelskreis:Halten Schritt, Schritt, Schritt,Tanzen Runenrhythmen mitZu der kleinen klaren Glocken süßem Singesang,Zu dem Klang, Klang, Klang, Klang,Klang, Klang, Klang —Zu dem Singen und dem Schwingen in dem Klang.
Hört der Schlittenglocken Klang —
Silberklang!
Welche Welt von Lustigkeit verheißt ihr heller Sang!
Wie sie klingen, klingen, klingen
In die Nacht voll Schnee und Eis,
Während sprüh die Sterne springen,
Zwinkernd sich zum Reigen schlingen
Im kristallnen Himmelskreis:
Halten Schritt, Schritt, Schritt,
Tanzen Runenrhythmen mit
Zu der kleinen klaren Glocken süßem Singesang,
Zu dem Klang, Klang, Klang, Klang,
Klang, Klang, Klang —
Zu dem Singen und dem Schwingen in dem Klang.
Hört der Hochzeitsglocken Klang —Goldnen Klang!Welche Welt von Seligkeit verheißt ihr voller Sang!Wie ihr Läuten lauter lachtDurch den Balsamduft der Nacht!Aus dem holden goldnen Schwall,Wie altgewohnt,Fliegen leicht die Töne allHin zur Turteltaube, die beim frohen SchallSchielt zum Mond.O wie schwillt im ÜberschwangEin Guß von hohem Feierklang so voll die Nacht entlang!Hochgesang —HoffnungssangAuf der Zukunft heitern Gang!Freude treibt zu schnellerm DrangDieses Ringen und das SchwingenIn dem Klang, Klang, Klang —In dem Klang, Klang, Klang, Klang,Klang, Klang, Klang —Dieses Quellen und das Schwellen in dem Klang.
Hört der Hochzeitsglocken Klang —Goldnen Klang!Welche Welt von Seligkeit verheißt ihr voller Sang!Wie ihr Läuten lauter lachtDurch den Balsamduft der Nacht!Aus dem holden goldnen Schwall,Wie altgewohnt,Fliegen leicht die Töne allHin zur Turteltaube, die beim frohen SchallSchielt zum Mond.O wie schwillt im ÜberschwangEin Guß von hohem Feierklang so voll die Nacht entlang!Hochgesang —HoffnungssangAuf der Zukunft heitern Gang!Freude treibt zu schnellerm DrangDieses Ringen und das SchwingenIn dem Klang, Klang, Klang —In dem Klang, Klang, Klang, Klang,Klang, Klang, Klang —Dieses Quellen und das Schwellen in dem Klang.
Hört der Hochzeitsglocken Klang —Goldnen Klang!Welche Welt von Seligkeit verheißt ihr voller Sang!Wie ihr Läuten lauter lachtDurch den Balsamduft der Nacht!Aus dem holden goldnen Schwall,Wie altgewohnt,Fliegen leicht die Töne allHin zur Turteltaube, die beim frohen SchallSchielt zum Mond.O wie schwillt im ÜberschwangEin Guß von hohem Feierklang so voll die Nacht entlang!Hochgesang —HoffnungssangAuf der Zukunft heitern Gang!Freude treibt zu schnellerm DrangDieses Ringen und das SchwingenIn dem Klang, Klang, Klang —In dem Klang, Klang, Klang, Klang,Klang, Klang, Klang —Dieses Quellen und das Schwellen in dem Klang.
Hört der Hochzeitsglocken Klang —
Goldnen Klang!
Welche Welt von Seligkeit verheißt ihr voller Sang!
Wie ihr Läuten lauter lacht
Durch den Balsamduft der Nacht!
Aus dem holden goldnen Schwall,
Wie altgewohnt,
Fliegen leicht die Töne all
Hin zur Turteltaube, die beim frohen Schall
Schielt zum Mond.
O wie schwillt im Überschwang
Ein Guß von hohem Feierklang so voll die Nacht entlang!
Hochgesang —
Hoffnungssang
Auf der Zukunft heitern Gang!
Freude treibt zu schnellerm Drang
Dieses Ringen und das Schwingen
In dem Klang, Klang, Klang —
In dem Klang, Klang, Klang, Klang,
Klang, Klang, Klang —
Dieses Quellen und das Schwellen in dem Klang.
Hört der Feuerglocken Klang —Bronznen Klang!Welch ein Aufruhr stürmt daraus so schreckenvoll und bang!Wie ihr Schreien Schreck entfachtIn durchbebter Luft der Nacht!Zu entsetzt, um klar zu sein,Können sie nur schrein, nur schrein,Ohne TaktRufen sie in lautem Lärmen um Erbarmen an das Feuer,Zanken in verrücktem Toben mit dem tollen tauben Feuer.Höher, höher, ungeheuerSpringt verlangend auf das Feuer;In verzweifeltem Bemühn,Bis zum Mond emporzusprühn,Sind die Flammen steilgezackt.O, der Klang, Klang, Klang!Wie er grauenvoll und bangAlles schreckt!Wie er schauert, schallt und braust,Daß den Lüften bangt und graust,Wie er aller Orten lähmendes Entsetzen weckt!Dennoch hört das Ohr sie gutDurch das SchallenUnd das Hallen:Ebbe der Gefahr und Flut;Dennoch nimmt das Ohr es wahrDurch das ZankenUnd das Schwanken:Flutet oder ebbt Gefahr —Durch das Stocken und das Schwellen in dem schnellenGlockenklang,In dem Klang —In dem Klang, Klang, Klang, Klang,Klang, Klang, Klang —Durch das Härmen und das Lärmen in dem Klang.
Hört der Feuerglocken Klang —Bronznen Klang!Welch ein Aufruhr stürmt daraus so schreckenvoll und bang!Wie ihr Schreien Schreck entfachtIn durchbebter Luft der Nacht!Zu entsetzt, um klar zu sein,Können sie nur schrein, nur schrein,Ohne TaktRufen sie in lautem Lärmen um Erbarmen an das Feuer,Zanken in verrücktem Toben mit dem tollen tauben Feuer.Höher, höher, ungeheuerSpringt verlangend auf das Feuer;In verzweifeltem Bemühn,Bis zum Mond emporzusprühn,Sind die Flammen steilgezackt.O, der Klang, Klang, Klang!Wie er grauenvoll und bangAlles schreckt!Wie er schauert, schallt und braust,Daß den Lüften bangt und graust,Wie er aller Orten lähmendes Entsetzen weckt!Dennoch hört das Ohr sie gutDurch das SchallenUnd das Hallen:Ebbe der Gefahr und Flut;Dennoch nimmt das Ohr es wahrDurch das ZankenUnd das Schwanken:Flutet oder ebbt Gefahr —Durch das Stocken und das Schwellen in dem schnellenGlockenklang,In dem Klang —In dem Klang, Klang, Klang, Klang,Klang, Klang, Klang —Durch das Härmen und das Lärmen in dem Klang.
Hört der Feuerglocken Klang —Bronznen Klang!Welch ein Aufruhr stürmt daraus so schreckenvoll und bang!Wie ihr Schreien Schreck entfachtIn durchbebter Luft der Nacht!Zu entsetzt, um klar zu sein,Können sie nur schrein, nur schrein,Ohne TaktRufen sie in lautem Lärmen um Erbarmen an das Feuer,Zanken in verrücktem Toben mit dem tollen tauben Feuer.Höher, höher, ungeheuerSpringt verlangend auf das Feuer;In verzweifeltem Bemühn,Bis zum Mond emporzusprühn,Sind die Flammen steilgezackt.O, der Klang, Klang, Klang!Wie er grauenvoll und bangAlles schreckt!Wie er schauert, schallt und braust,Daß den Lüften bangt und graust,Wie er aller Orten lähmendes Entsetzen weckt!Dennoch hört das Ohr sie gutDurch das SchallenUnd das Hallen:Ebbe der Gefahr und Flut;Dennoch nimmt das Ohr es wahrDurch das ZankenUnd das Schwanken:Flutet oder ebbt Gefahr —Durch das Stocken und das Schwellen in dem schnellenGlockenklang,In dem Klang —In dem Klang, Klang, Klang, Klang,Klang, Klang, Klang —Durch das Härmen und das Lärmen in dem Klang.
Hört der Feuerglocken Klang —
Bronznen Klang!
Welch ein Aufruhr stürmt daraus so schreckenvoll und bang!
Wie ihr Schreien Schreck entfacht
In durchbebter Luft der Nacht!
Zu entsetzt, um klar zu sein,
Können sie nur schrein, nur schrein,
Ohne Takt
Rufen sie in lautem Lärmen um Erbarmen an das Feuer,
Zanken in verrücktem Toben mit dem tollen tauben Feuer.
Höher, höher, ungeheuer
Springt verlangend auf das Feuer;
In verzweifeltem Bemühn,
Bis zum Mond emporzusprühn,
Sind die Flammen steilgezackt.
O, der Klang, Klang, Klang!
Wie er grauenvoll und bang
Alles schreckt!
Wie er schauert, schallt und braust,
Daß den Lüften bangt und graust,
Wie er aller Orten lähmendes Entsetzen weckt!
Dennoch hört das Ohr sie gut
Durch das Schallen
Und das Hallen:
Ebbe der Gefahr und Flut;
Dennoch nimmt das Ohr es wahr
Durch das Zanken
Und das Schwanken:
Flutet oder ebbt Gefahr —
Durch das Stocken und das Schwellen in dem schnellen
Glockenklang,
In dem Klang —
In dem Klang, Klang, Klang, Klang,
Klang, Klang, Klang —
Durch das Härmen und das Lärmen in dem Klang.
Hört der Eisenglocken Klang —Eisenklang!Welche Welt von Trauer trägt ihr monotoner Sang!In der Grabesruh der NachtWie er uns erschauern machtDurch das Trauern und das Drohen in dem Ton!Denn die Klänge, die entrollenRostigen Glockenkehlen, tollenGrollend fort.O, die Wesen, die dort obenIn dem Glockenturme toben —Einsam dortMit den monotonen Glocken —Die da tollen, tollen, tollen,Voll verschleiertem FrohlockenEinen Stein aufs Herz uns rollen —Leichenfressende DämonenSind’s, die in den Glocken wohnen,All im SoldIhres Königs, der da tollt,Der da rollt, rollt, rollt,RolltTriumph aus Glockenklang!Und sein Busen schwillt im DrangDes Triumphs aus Glockenklang.Johlend tanzt er zu dem Sang;Haltend Schritt, Schritt, SchrittTanzt er Runenrhythmen mitZum Triumph aus Glockenklang,Glockenklang.Haltend Schritt, Schritt, SchrittTanzt er Runenrhythmen mitZu dem Dröhnen in dem Klang,In dem Klang, Klang, Klang —Zu dem Stöhnen in dem Klang.Haltend Schritt, Schritt, SchrittAn der Totenglocke StrangTanzt er Runenrhythmen mitZu dem Tollen in dem Klang,In dem Klang, Klang, Klang,Zu dem Rollen in dem Klang,In dem Klang, Klang, Klang, Klang,Klang, Klang, Klang —Zu dem Trauern und dem Schauern in dem Klang.
Hört der Eisenglocken Klang —Eisenklang!Welche Welt von Trauer trägt ihr monotoner Sang!In der Grabesruh der NachtWie er uns erschauern machtDurch das Trauern und das Drohen in dem Ton!Denn die Klänge, die entrollenRostigen Glockenkehlen, tollenGrollend fort.O, die Wesen, die dort obenIn dem Glockenturme toben —Einsam dortMit den monotonen Glocken —Die da tollen, tollen, tollen,Voll verschleiertem FrohlockenEinen Stein aufs Herz uns rollen —Leichenfressende DämonenSind’s, die in den Glocken wohnen,All im SoldIhres Königs, der da tollt,Der da rollt, rollt, rollt,RolltTriumph aus Glockenklang!Und sein Busen schwillt im DrangDes Triumphs aus Glockenklang.Johlend tanzt er zu dem Sang;Haltend Schritt, Schritt, SchrittTanzt er Runenrhythmen mitZum Triumph aus Glockenklang,Glockenklang.Haltend Schritt, Schritt, SchrittTanzt er Runenrhythmen mitZu dem Dröhnen in dem Klang,In dem Klang, Klang, Klang —Zu dem Stöhnen in dem Klang.Haltend Schritt, Schritt, SchrittAn der Totenglocke StrangTanzt er Runenrhythmen mitZu dem Tollen in dem Klang,In dem Klang, Klang, Klang,Zu dem Rollen in dem Klang,In dem Klang, Klang, Klang, Klang,Klang, Klang, Klang —Zu dem Trauern und dem Schauern in dem Klang.
Hört der Eisenglocken Klang —Eisenklang!Welche Welt von Trauer trägt ihr monotoner Sang!In der Grabesruh der NachtWie er uns erschauern machtDurch das Trauern und das Drohen in dem Ton!Denn die Klänge, die entrollenRostigen Glockenkehlen, tollenGrollend fort.O, die Wesen, die dort obenIn dem Glockenturme toben —Einsam dortMit den monotonen Glocken —Die da tollen, tollen, tollen,Voll verschleiertem FrohlockenEinen Stein aufs Herz uns rollen —Leichenfressende DämonenSind’s, die in den Glocken wohnen,All im SoldIhres Königs, der da tollt,Der da rollt, rollt, rollt,RolltTriumph aus Glockenklang!Und sein Busen schwillt im DrangDes Triumphs aus Glockenklang.Johlend tanzt er zu dem Sang;Haltend Schritt, Schritt, SchrittTanzt er Runenrhythmen mitZum Triumph aus Glockenklang,Glockenklang.Haltend Schritt, Schritt, SchrittTanzt er Runenrhythmen mitZu dem Dröhnen in dem Klang,In dem Klang, Klang, Klang —Zu dem Stöhnen in dem Klang.Haltend Schritt, Schritt, SchrittAn der Totenglocke StrangTanzt er Runenrhythmen mitZu dem Tollen in dem Klang,In dem Klang, Klang, Klang,Zu dem Rollen in dem Klang,In dem Klang, Klang, Klang, Klang,Klang, Klang, Klang —Zu dem Trauern und dem Schauern in dem Klang.
Hört der Eisenglocken Klang —
Eisenklang!
Welche Welt von Trauer trägt ihr monotoner Sang!
In der Grabesruh der Nacht
Wie er uns erschauern macht
Durch das Trauern und das Drohen in dem Ton!
Denn die Klänge, die entrollen
Rostigen Glockenkehlen, tollen
Grollend fort.
O, die Wesen, die dort oben
In dem Glockenturme toben —
Einsam dort
Mit den monotonen Glocken —
Die da tollen, tollen, tollen,
Voll verschleiertem Frohlocken
Einen Stein aufs Herz uns rollen —
Leichenfressende Dämonen
Sind’s, die in den Glocken wohnen,
All im Sold
Ihres Königs, der da tollt,
Der da rollt, rollt, rollt,
Rollt
Triumph aus Glockenklang!
Und sein Busen schwillt im Drang
Des Triumphs aus Glockenklang.
Johlend tanzt er zu dem Sang;
Haltend Schritt, Schritt, Schritt
Tanzt er Runenrhythmen mit
Zum Triumph aus Glockenklang,
Glockenklang.
Haltend Schritt, Schritt, Schritt
Tanzt er Runenrhythmen mit
Zu dem Dröhnen in dem Klang,
In dem Klang, Klang, Klang —
Zu dem Stöhnen in dem Klang.
Haltend Schritt, Schritt, Schritt
An der Totenglocke Strang
Tanzt er Runenrhythmen mit
Zu dem Tollen in dem Klang,
In dem Klang, Klang, Klang,
Zu dem Rollen in dem Klang,
In dem Klang, Klang, Klang, Klang,
Klang, Klang, Klang —
Zu dem Trauern und dem Schauern in dem Klang.
Tröstlicher Sang für Mußestunden —Das, Vater, ist mein Thema nicht.Ich weiß, ich werde nie entbundenVon mehr als irdischen Hochmuts SündeDurch Erdenmacht für Sehnsucht findeIch nicht die Zeit, für Träumen nicht.Man nennt sie Hoffen — jene Glut!Nichts ist sie als Begehrens Wut!Könnteich hoffen — Gott! ja, dannHieß ich nicht Narr dich, alter Mann.Begreifst du eines Geistes Scham,Der tief gebeugt nach höchstem Flug?O schmachtend Herz! von dir bekamDein Welken ich mit all dem TrugVon Ruhmbegier, den heißen Glanz,Um meinen Thron den Strahlenkranz,Der Hölle Heiligenschein! und Not,Die nicht in Hölle heißer loht.O drängend Herz, das nach der WonneVerlorner Blumen, nach der SonneDer alten Sommerstunden schreit! —Die ewige Glocke jener Zeit,Die starb, sie singt nun ohne EndenEintönig, wie von ZauberhändenGeläutet, deiner NichtigkeitEin unsterbliches Grabgeläut.Ich war nicht immer so wie jetzt:Dies Diadem, das fiebrisch hetzt,Krönt eines Usurpators Gier.Gab gleiche feurige Erbschaft nichtDem Cäsar Rom — wie dieses mir?Das Erbe königlicher KraftUnd stolzer Mut und Zuversicht,Die alles Menschliche errafft!Auf Bergeserde ward ich Leben.Nachtnebel gossen ihren TauAufs Haupt mir aus dem dunklen Grau;Ich glaube, daß der Lüfte Weben,Zu ungestümem Sturm erregt,Durch dies mein eignes Haar gefegt.So spät vom Himmel — Tau — er fiel(In Träumen unheiliger Nacht)Auf mich herab wie Höllenspiel;Und Flammen, glühendrot entfachtAus Wolken, die gleich Bannern hingen,Erschienen halbgeschloßnem BlickAls Prunk von Herrschermacht und Glück;Und des Trompeten-Donners KlingenUmbrauste mich wie WirbelwindUnd sprach von Menschenschlacht, darinnenDiemeineStimme — dummes Kind! —(Was würde ich vor Lust beginnenBei solchem Schrei — erlebt’ ich dies!)Schlachtruf des Sieges schallen ließ.Der Regen kam herab auf meinSchutzloses Haupt, und schwerer WindMachte mich toll und taub und blind:Es mochten wohl nur Menschen sein,Die Lorbeer auf mich niederwarfen,So dachte ich; der Sturm der scharfenEisigen Luft hat in mein OhrHineingegurgelt das ZertrümmernVon Kaiserreichen — mit dem WimmernGefangener Feinde — StimmenchorDes Trosses und den SchmeicheltonRingsher um eines Herrschers Thron.Meine Gier, seit jenen Unglücksstunden,Ward Tyrannei, die ich erstrebte;Man hielt sie, seit ich Macht gefunden,Für meines Innern Grundgebot.Nun sei’s! Doch, Vater, einer lebte,Der damals — da ich jung und sieIn stärkerm Feuer noch geloht(Denn Leidenschaften sterben früh) —Derdamalsselbst gewußt, daß, ach,Dies eisern Herz in Liebe schwach.Mir fehlen Worte, um zu sagen,Wie gutes Lieben Freude flicht!Noch würde ich zu zeichnen wagenEin mehr als schönes Angesicht,Des Züge meinem Geiste sind —Schatten im unbeständigen Wind:Gleich wie mein Aug’, mein zögernd mattes,Die Lettern irgendeines BlattesUnd alle Wissenschaft darinZu Phantasien ohne SinnOft schmelzen sah — zu Nichts dahin.O, sie war all der Liebe wert!Und so der Kindheit Liebe war,Daß Engel neidvoll sie begehrt;Ihr junges Herz war der Altar,Auf dem als Weihrauch lag mein HoffenUnd Denken — damals gute Gaben,Denn kindlich waren sie und offen;Ihr Beispiel strahlte rein dem Knaben.O, warum mußte ich’s verlassen,Um im Vertrauen auf das Feuer,Das innen brannte ungeheuer,Verwegen nach dem Licht zu fassen?Wir wuchsen liebend auf — zusammen —Durch Wildnis streifend wie das Wild;In Frostzeit meine Brust ihr Schild,Ihr Schild im frohen Sommerflammen.Sie sah wohl lächelnd himmelwärts,MeinHimmel war ihr Aug’ allein.Der Liebe Lehrer ist — das Herz:Wenn mitten in dem SonnenscheinUnd jenem Lächeln — nicht etwa,Um kleine Sorgen wett zu machenNoch über Schelmerei zu lachen —Wenn mittendrin es wohl geschah,Daß ich mich warf an ihre BrustUnd daß, des Grundes kaum bewußt,Mein Geist in Tränengüssen bangte,Da tat’s nicht not, mich zu bekennen,Ihr tröstend meinen Schmerz zu nennen —Sie, die nach keinem Grund verlangte,Ließ, ohne Ängste kund zu tun,Ihr ruhiges Auge auf mir ruhn.Dennoch warmehrdenn Liebe wertMein Geist, er rang in wildem Weh,Da ihn — allein auf Bergeshöh —Der Ehrgeiz neuen Ton gelehrt;Ich lebte einzig nur in dir:Die Welt und alles, was sie hierIn Erde, Luft und Meer umfaßt —All ihre Lust — all ihre Last —Gab neue Freude; idealeTraumnächtig dunkle Nichtigkeiten —Dunklere Nichtse, doch reale(Schatten — und schattenhafteres GleitenVon Licht) auf Nebelschwingen kamenUnd wurden also, wirr vereint,Dein Bildnis und — ein Name — Name!Zwei Dinge, fremd — doch eng vereint!Ehrsüchtig, Vater, war dein Sohn.Kanntest du Leidenschaft? — Nein — nein!Ein Ärmster sann ich einen ThronDer halben Welt als mein — als mein —Noch grollend über niedres Los.Und doch, es waren Träume bloß,Die mit dem Dampf des Taus verflogenGleich jedem andern Traum, vom StrahlDer Schönheit lieblich angezogen,Der meinem Geist das Dunkel stahl.Wir schritten beide auf der KroneWeit hohen Bergs, der niederschauteAuf stolz getürmte Felsenthrone —Auf Wald, der Höhen überbaute —Auf Hügel, die sich talwärts senktenUnd tausend Quellen Leben schenkten.Ich sprach zu ihr von Ruhm und Macht,Geheimnisvoll, als sollte diesGerede zu nichts anderm taugenAls nur zum Spiel; in ihren AugenLas ich, vielleicht zu unbedacht,Ein Fühlen, das Verstehen hieß.Ihr klar Erröten schien zu schönZu kleiden königliche Höhn,Als daß es immerfort alleinLicht in der Wildnis sollte sein.Dann hüllte ich mich selbst in GlanzMit eingebildeter Krone auf —Nicht war’s, daß Phantasie alleinMich hold geschmückt mit ihrem Kranz,Nein, daß im großen MenschenhaufDer Löwe Ehrsucht lahm und kleinSich duckt vor eines Wächters Hand.Doch nicht in Wüsten, wo der Starke,Der Wilde schwört, mit ihrem MarkeZu schüren seines Feuers Brand!Blick um dich jetzt auf Samarkand!Ist sie nicht Königin der Erde?Sind alle Städte mehr denn HerdeVor ihrer hohen Herrscherhand?Steht sie erhaben nicht, allein,Im Glanz, den je die Welt gekannt?Fiel sie — könnt’ nicht ihr ärmster SteinDer Sockel eines Thrones sein? —Und wer ihr Herrscher? —Timur— er,Den das erstaunte Volk allda— Gekrönten Räuber! — stolz und hehrHin über Reiche schreiten sah!O Menschenliebe! AusgegossenAls Geist von allem, was erschlossenUns zeigen mag die Himmelswelt!Die du, wie Regen frisch bestelltSchirokko-dürres Sommerfeld,Die Seele segnend tränkst und näßtUnd doch das Herz in Wildnis läßt!Begriff, der alles rings, das lebt,Mit seltsamer Musik umschwebtUnd wunderlicher Prachtgebärde —Lebwohl! denn ich gewann die Erde.Als Adler Hoffnung hoch im FlugGen Himmel nichts mehr höher sah,Besänftigt wandte er sich da,Daß seine Schwinge heimwärts schlug.War Sonnenuntergang: wenn weitDie Sonne sinkt, kommt DüsterkeitIns Herz ihm, der noch gern erblickteDen Glanz, den Sommersonne schickte.Er wird den Duft des Abends hassen,Wird lauschend vor dem Klang erblassenDer Nacht (den Lauschern offenbar)Als einer, der in TraumesbannEntfliegenmöchte, doch nichtkann,Vor einer nahenden Gefahr.Wenn Mond, der weiße Mond, auch ganzAusschüttet seines Mittags Glanz,Seinfrostig Lächeln,seinGeleitScheint jener Zeit der DüsterkeitEin Bild aus Tagen nach dem Tod.Jugend ist eine Sommersonne,Die nichts uns läßt von Wert und Wonne,Wenn sie verschwand, nur Nichts und Not.Denn alles Wissen, dem wir lebten,Ward uns; was wir zu halten strebten,Entfloh; so laß das ErdenwallenMit seiner Mittagsschönheit fallen,Die alles ist. — Ich eilte herZu meinem Heim — mein Heim nicht mehr —Denn was es je dazu gemacht,War fort; trat ich auch sanft und sachtDurch seine moosige Tür, es drangVom Schwellenstein der Stimme KlangVon einer, die ich einst gekannt.Ich leugne, Hölle, daß dein BrandMehr Demut brennt als nun mein Herz,Mehr Wehmut kennt als nun mein Schmerz!
Tröstlicher Sang für Mußestunden —Das, Vater, ist mein Thema nicht.Ich weiß, ich werde nie entbundenVon mehr als irdischen Hochmuts SündeDurch Erdenmacht für Sehnsucht findeIch nicht die Zeit, für Träumen nicht.Man nennt sie Hoffen — jene Glut!Nichts ist sie als Begehrens Wut!Könnteich hoffen — Gott! ja, dannHieß ich nicht Narr dich, alter Mann.Begreifst du eines Geistes Scham,Der tief gebeugt nach höchstem Flug?O schmachtend Herz! von dir bekamDein Welken ich mit all dem TrugVon Ruhmbegier, den heißen Glanz,Um meinen Thron den Strahlenkranz,Der Hölle Heiligenschein! und Not,Die nicht in Hölle heißer loht.O drängend Herz, das nach der WonneVerlorner Blumen, nach der SonneDer alten Sommerstunden schreit! —Die ewige Glocke jener Zeit,Die starb, sie singt nun ohne EndenEintönig, wie von ZauberhändenGeläutet, deiner NichtigkeitEin unsterbliches Grabgeläut.Ich war nicht immer so wie jetzt:Dies Diadem, das fiebrisch hetzt,Krönt eines Usurpators Gier.Gab gleiche feurige Erbschaft nichtDem Cäsar Rom — wie dieses mir?Das Erbe königlicher KraftUnd stolzer Mut und Zuversicht,Die alles Menschliche errafft!Auf Bergeserde ward ich Leben.Nachtnebel gossen ihren TauAufs Haupt mir aus dem dunklen Grau;Ich glaube, daß der Lüfte Weben,Zu ungestümem Sturm erregt,Durch dies mein eignes Haar gefegt.So spät vom Himmel — Tau — er fiel(In Träumen unheiliger Nacht)Auf mich herab wie Höllenspiel;Und Flammen, glühendrot entfachtAus Wolken, die gleich Bannern hingen,Erschienen halbgeschloßnem BlickAls Prunk von Herrschermacht und Glück;Und des Trompeten-Donners KlingenUmbrauste mich wie WirbelwindUnd sprach von Menschenschlacht, darinnenDiemeineStimme — dummes Kind! —(Was würde ich vor Lust beginnenBei solchem Schrei — erlebt’ ich dies!)Schlachtruf des Sieges schallen ließ.Der Regen kam herab auf meinSchutzloses Haupt, und schwerer WindMachte mich toll und taub und blind:Es mochten wohl nur Menschen sein,Die Lorbeer auf mich niederwarfen,So dachte ich; der Sturm der scharfenEisigen Luft hat in mein OhrHineingegurgelt das ZertrümmernVon Kaiserreichen — mit dem WimmernGefangener Feinde — StimmenchorDes Trosses und den SchmeicheltonRingsher um eines Herrschers Thron.Meine Gier, seit jenen Unglücksstunden,Ward Tyrannei, die ich erstrebte;Man hielt sie, seit ich Macht gefunden,Für meines Innern Grundgebot.Nun sei’s! Doch, Vater, einer lebte,Der damals — da ich jung und sieIn stärkerm Feuer noch geloht(Denn Leidenschaften sterben früh) —Derdamalsselbst gewußt, daß, ach,Dies eisern Herz in Liebe schwach.Mir fehlen Worte, um zu sagen,Wie gutes Lieben Freude flicht!Noch würde ich zu zeichnen wagenEin mehr als schönes Angesicht,Des Züge meinem Geiste sind —Schatten im unbeständigen Wind:Gleich wie mein Aug’, mein zögernd mattes,Die Lettern irgendeines BlattesUnd alle Wissenschaft darinZu Phantasien ohne SinnOft schmelzen sah — zu Nichts dahin.O, sie war all der Liebe wert!Und so der Kindheit Liebe war,Daß Engel neidvoll sie begehrt;Ihr junges Herz war der Altar,Auf dem als Weihrauch lag mein HoffenUnd Denken — damals gute Gaben,Denn kindlich waren sie und offen;Ihr Beispiel strahlte rein dem Knaben.O, warum mußte ich’s verlassen,Um im Vertrauen auf das Feuer,Das innen brannte ungeheuer,Verwegen nach dem Licht zu fassen?Wir wuchsen liebend auf — zusammen —Durch Wildnis streifend wie das Wild;In Frostzeit meine Brust ihr Schild,Ihr Schild im frohen Sommerflammen.Sie sah wohl lächelnd himmelwärts,MeinHimmel war ihr Aug’ allein.Der Liebe Lehrer ist — das Herz:Wenn mitten in dem SonnenscheinUnd jenem Lächeln — nicht etwa,Um kleine Sorgen wett zu machenNoch über Schelmerei zu lachen —Wenn mittendrin es wohl geschah,Daß ich mich warf an ihre BrustUnd daß, des Grundes kaum bewußt,Mein Geist in Tränengüssen bangte,Da tat’s nicht not, mich zu bekennen,Ihr tröstend meinen Schmerz zu nennen —Sie, die nach keinem Grund verlangte,Ließ, ohne Ängste kund zu tun,Ihr ruhiges Auge auf mir ruhn.Dennoch warmehrdenn Liebe wertMein Geist, er rang in wildem Weh,Da ihn — allein auf Bergeshöh —Der Ehrgeiz neuen Ton gelehrt;Ich lebte einzig nur in dir:Die Welt und alles, was sie hierIn Erde, Luft und Meer umfaßt —All ihre Lust — all ihre Last —Gab neue Freude; idealeTraumnächtig dunkle Nichtigkeiten —Dunklere Nichtse, doch reale(Schatten — und schattenhafteres GleitenVon Licht) auf Nebelschwingen kamenUnd wurden also, wirr vereint,Dein Bildnis und — ein Name — Name!Zwei Dinge, fremd — doch eng vereint!Ehrsüchtig, Vater, war dein Sohn.Kanntest du Leidenschaft? — Nein — nein!Ein Ärmster sann ich einen ThronDer halben Welt als mein — als mein —Noch grollend über niedres Los.Und doch, es waren Träume bloß,Die mit dem Dampf des Taus verflogenGleich jedem andern Traum, vom StrahlDer Schönheit lieblich angezogen,Der meinem Geist das Dunkel stahl.Wir schritten beide auf der KroneWeit hohen Bergs, der niederschauteAuf stolz getürmte Felsenthrone —Auf Wald, der Höhen überbaute —Auf Hügel, die sich talwärts senktenUnd tausend Quellen Leben schenkten.Ich sprach zu ihr von Ruhm und Macht,Geheimnisvoll, als sollte diesGerede zu nichts anderm taugenAls nur zum Spiel; in ihren AugenLas ich, vielleicht zu unbedacht,Ein Fühlen, das Verstehen hieß.Ihr klar Erröten schien zu schönZu kleiden königliche Höhn,Als daß es immerfort alleinLicht in der Wildnis sollte sein.Dann hüllte ich mich selbst in GlanzMit eingebildeter Krone auf —Nicht war’s, daß Phantasie alleinMich hold geschmückt mit ihrem Kranz,Nein, daß im großen MenschenhaufDer Löwe Ehrsucht lahm und kleinSich duckt vor eines Wächters Hand.Doch nicht in Wüsten, wo der Starke,Der Wilde schwört, mit ihrem MarkeZu schüren seines Feuers Brand!Blick um dich jetzt auf Samarkand!Ist sie nicht Königin der Erde?Sind alle Städte mehr denn HerdeVor ihrer hohen Herrscherhand?Steht sie erhaben nicht, allein,Im Glanz, den je die Welt gekannt?Fiel sie — könnt’ nicht ihr ärmster SteinDer Sockel eines Thrones sein? —Und wer ihr Herrscher? —Timur— er,Den das erstaunte Volk allda— Gekrönten Räuber! — stolz und hehrHin über Reiche schreiten sah!O Menschenliebe! AusgegossenAls Geist von allem, was erschlossenUns zeigen mag die Himmelswelt!Die du, wie Regen frisch bestelltSchirokko-dürres Sommerfeld,Die Seele segnend tränkst und näßtUnd doch das Herz in Wildnis läßt!Begriff, der alles rings, das lebt,Mit seltsamer Musik umschwebtUnd wunderlicher Prachtgebärde —Lebwohl! denn ich gewann die Erde.Als Adler Hoffnung hoch im FlugGen Himmel nichts mehr höher sah,Besänftigt wandte er sich da,Daß seine Schwinge heimwärts schlug.War Sonnenuntergang: wenn weitDie Sonne sinkt, kommt DüsterkeitIns Herz ihm, der noch gern erblickteDen Glanz, den Sommersonne schickte.Er wird den Duft des Abends hassen,Wird lauschend vor dem Klang erblassenDer Nacht (den Lauschern offenbar)Als einer, der in TraumesbannEntfliegenmöchte, doch nichtkann,Vor einer nahenden Gefahr.Wenn Mond, der weiße Mond, auch ganzAusschüttet seines Mittags Glanz,Seinfrostig Lächeln,seinGeleitScheint jener Zeit der DüsterkeitEin Bild aus Tagen nach dem Tod.Jugend ist eine Sommersonne,Die nichts uns läßt von Wert und Wonne,Wenn sie verschwand, nur Nichts und Not.Denn alles Wissen, dem wir lebten,Ward uns; was wir zu halten strebten,Entfloh; so laß das ErdenwallenMit seiner Mittagsschönheit fallen,Die alles ist. — Ich eilte herZu meinem Heim — mein Heim nicht mehr —Denn was es je dazu gemacht,War fort; trat ich auch sanft und sachtDurch seine moosige Tür, es drangVom Schwellenstein der Stimme KlangVon einer, die ich einst gekannt.Ich leugne, Hölle, daß dein BrandMehr Demut brennt als nun mein Herz,Mehr Wehmut kennt als nun mein Schmerz!
Tröstlicher Sang für Mußestunden —Das, Vater, ist mein Thema nicht.Ich weiß, ich werde nie entbundenVon mehr als irdischen Hochmuts SündeDurch Erdenmacht für Sehnsucht findeIch nicht die Zeit, für Träumen nicht.Man nennt sie Hoffen — jene Glut!Nichts ist sie als Begehrens Wut!Könnteich hoffen — Gott! ja, dannHieß ich nicht Narr dich, alter Mann.
Tröstlicher Sang für Mußestunden —
Das, Vater, ist mein Thema nicht.
Ich weiß, ich werde nie entbunden
Von mehr als irdischen Hochmuts Sünde
Durch Erdenmacht für Sehnsucht finde
Ich nicht die Zeit, für Träumen nicht.
Man nennt sie Hoffen — jene Glut!
Nichts ist sie als Begehrens Wut!
Könnteich hoffen — Gott! ja, dann
Hieß ich nicht Narr dich, alter Mann.
Begreifst du eines Geistes Scham,Der tief gebeugt nach höchstem Flug?O schmachtend Herz! von dir bekamDein Welken ich mit all dem TrugVon Ruhmbegier, den heißen Glanz,Um meinen Thron den Strahlenkranz,Der Hölle Heiligenschein! und Not,Die nicht in Hölle heißer loht.O drängend Herz, das nach der WonneVerlorner Blumen, nach der SonneDer alten Sommerstunden schreit! —Die ewige Glocke jener Zeit,Die starb, sie singt nun ohne EndenEintönig, wie von ZauberhändenGeläutet, deiner NichtigkeitEin unsterbliches Grabgeläut.
Begreifst du eines Geistes Scham,
Der tief gebeugt nach höchstem Flug?
O schmachtend Herz! von dir bekam
Dein Welken ich mit all dem Trug
Von Ruhmbegier, den heißen Glanz,
Um meinen Thron den Strahlenkranz,
Der Hölle Heiligenschein! und Not,
Die nicht in Hölle heißer loht.
O drängend Herz, das nach der Wonne
Verlorner Blumen, nach der Sonne
Der alten Sommerstunden schreit! —
Die ewige Glocke jener Zeit,
Die starb, sie singt nun ohne Enden
Eintönig, wie von Zauberhänden
Geläutet, deiner Nichtigkeit
Ein unsterbliches Grabgeläut.
Ich war nicht immer so wie jetzt:Dies Diadem, das fiebrisch hetzt,Krönt eines Usurpators Gier.Gab gleiche feurige Erbschaft nichtDem Cäsar Rom — wie dieses mir?Das Erbe königlicher KraftUnd stolzer Mut und Zuversicht,Die alles Menschliche errafft!
Ich war nicht immer so wie jetzt:
Dies Diadem, das fiebrisch hetzt,
Krönt eines Usurpators Gier.
Gab gleiche feurige Erbschaft nicht
Dem Cäsar Rom — wie dieses mir?
Das Erbe königlicher Kraft
Und stolzer Mut und Zuversicht,
Die alles Menschliche errafft!
Auf Bergeserde ward ich Leben.Nachtnebel gossen ihren TauAufs Haupt mir aus dem dunklen Grau;Ich glaube, daß der Lüfte Weben,Zu ungestümem Sturm erregt,Durch dies mein eignes Haar gefegt.
Auf Bergeserde ward ich Leben.
Nachtnebel gossen ihren Tau
Aufs Haupt mir aus dem dunklen Grau;
Ich glaube, daß der Lüfte Weben,
Zu ungestümem Sturm erregt,
Durch dies mein eignes Haar gefegt.
So spät vom Himmel — Tau — er fiel(In Träumen unheiliger Nacht)Auf mich herab wie Höllenspiel;Und Flammen, glühendrot entfachtAus Wolken, die gleich Bannern hingen,Erschienen halbgeschloßnem BlickAls Prunk von Herrschermacht und Glück;Und des Trompeten-Donners KlingenUmbrauste mich wie WirbelwindUnd sprach von Menschenschlacht, darinnenDiemeineStimme — dummes Kind! —(Was würde ich vor Lust beginnenBei solchem Schrei — erlebt’ ich dies!)Schlachtruf des Sieges schallen ließ.
So spät vom Himmel — Tau — er fiel
(In Träumen unheiliger Nacht)
Auf mich herab wie Höllenspiel;
Und Flammen, glühendrot entfacht
Aus Wolken, die gleich Bannern hingen,
Erschienen halbgeschloßnem Blick
Als Prunk von Herrschermacht und Glück;
Und des Trompeten-Donners Klingen
Umbrauste mich wie Wirbelwind
Und sprach von Menschenschlacht, darinnen
DiemeineStimme — dummes Kind! —
(Was würde ich vor Lust beginnen
Bei solchem Schrei — erlebt’ ich dies!)
Schlachtruf des Sieges schallen ließ.
Der Regen kam herab auf meinSchutzloses Haupt, und schwerer WindMachte mich toll und taub und blind:Es mochten wohl nur Menschen sein,Die Lorbeer auf mich niederwarfen,So dachte ich; der Sturm der scharfenEisigen Luft hat in mein OhrHineingegurgelt das ZertrümmernVon Kaiserreichen — mit dem WimmernGefangener Feinde — StimmenchorDes Trosses und den SchmeicheltonRingsher um eines Herrschers Thron.
Der Regen kam herab auf mein
Schutzloses Haupt, und schwerer Wind
Machte mich toll und taub und blind:
Es mochten wohl nur Menschen sein,
Die Lorbeer auf mich niederwarfen,
So dachte ich; der Sturm der scharfen
Eisigen Luft hat in mein Ohr
Hineingegurgelt das Zertrümmern
Von Kaiserreichen — mit dem Wimmern
Gefangener Feinde — Stimmenchor
Des Trosses und den Schmeichelton
Ringsher um eines Herrschers Thron.
Meine Gier, seit jenen Unglücksstunden,Ward Tyrannei, die ich erstrebte;Man hielt sie, seit ich Macht gefunden,Für meines Innern Grundgebot.Nun sei’s! Doch, Vater, einer lebte,Der damals — da ich jung und sieIn stärkerm Feuer noch geloht(Denn Leidenschaften sterben früh) —Derdamalsselbst gewußt, daß, ach,Dies eisern Herz in Liebe schwach.
Meine Gier, seit jenen Unglücksstunden,
Ward Tyrannei, die ich erstrebte;
Man hielt sie, seit ich Macht gefunden,
Für meines Innern Grundgebot.
Nun sei’s! Doch, Vater, einer lebte,
Der damals — da ich jung und sie
In stärkerm Feuer noch geloht
(Denn Leidenschaften sterben früh) —
Derdamalsselbst gewußt, daß, ach,
Dies eisern Herz in Liebe schwach.
Mir fehlen Worte, um zu sagen,Wie gutes Lieben Freude flicht!Noch würde ich zu zeichnen wagenEin mehr als schönes Angesicht,Des Züge meinem Geiste sind —Schatten im unbeständigen Wind:Gleich wie mein Aug’, mein zögernd mattes,Die Lettern irgendeines BlattesUnd alle Wissenschaft darinZu Phantasien ohne SinnOft schmelzen sah — zu Nichts dahin.
Mir fehlen Worte, um zu sagen,
Wie gutes Lieben Freude flicht!
Noch würde ich zu zeichnen wagen
Ein mehr als schönes Angesicht,
Des Züge meinem Geiste sind —
Schatten im unbeständigen Wind:
Gleich wie mein Aug’, mein zögernd mattes,
Die Lettern irgendeines Blattes
Und alle Wissenschaft darin
Zu Phantasien ohne Sinn
Oft schmelzen sah — zu Nichts dahin.
O, sie war all der Liebe wert!Und so der Kindheit Liebe war,Daß Engel neidvoll sie begehrt;Ihr junges Herz war der Altar,Auf dem als Weihrauch lag mein HoffenUnd Denken — damals gute Gaben,Denn kindlich waren sie und offen;Ihr Beispiel strahlte rein dem Knaben.O, warum mußte ich’s verlassen,Um im Vertrauen auf das Feuer,Das innen brannte ungeheuer,Verwegen nach dem Licht zu fassen?
O, sie war all der Liebe wert!
Und so der Kindheit Liebe war,
Daß Engel neidvoll sie begehrt;
Ihr junges Herz war der Altar,
Auf dem als Weihrauch lag mein Hoffen
Und Denken — damals gute Gaben,
Denn kindlich waren sie und offen;
Ihr Beispiel strahlte rein dem Knaben.
O, warum mußte ich’s verlassen,
Um im Vertrauen auf das Feuer,
Das innen brannte ungeheuer,
Verwegen nach dem Licht zu fassen?
Wir wuchsen liebend auf — zusammen —Durch Wildnis streifend wie das Wild;In Frostzeit meine Brust ihr Schild,Ihr Schild im frohen Sommerflammen.Sie sah wohl lächelnd himmelwärts,MeinHimmel war ihr Aug’ allein.Der Liebe Lehrer ist — das Herz:Wenn mitten in dem SonnenscheinUnd jenem Lächeln — nicht etwa,Um kleine Sorgen wett zu machenNoch über Schelmerei zu lachen —Wenn mittendrin es wohl geschah,Daß ich mich warf an ihre BrustUnd daß, des Grundes kaum bewußt,Mein Geist in Tränengüssen bangte,Da tat’s nicht not, mich zu bekennen,Ihr tröstend meinen Schmerz zu nennen —Sie, die nach keinem Grund verlangte,Ließ, ohne Ängste kund zu tun,Ihr ruhiges Auge auf mir ruhn.
Wir wuchsen liebend auf — zusammen —
Durch Wildnis streifend wie das Wild;
In Frostzeit meine Brust ihr Schild,
Ihr Schild im frohen Sommerflammen.
Sie sah wohl lächelnd himmelwärts,
MeinHimmel war ihr Aug’ allein.
Der Liebe Lehrer ist — das Herz:
Wenn mitten in dem Sonnenschein
Und jenem Lächeln — nicht etwa,
Um kleine Sorgen wett zu machen
Noch über Schelmerei zu lachen —
Wenn mittendrin es wohl geschah,
Daß ich mich warf an ihre Brust
Und daß, des Grundes kaum bewußt,
Mein Geist in Tränengüssen bangte,
Da tat’s nicht not, mich zu bekennen,
Ihr tröstend meinen Schmerz zu nennen —
Sie, die nach keinem Grund verlangte,
Ließ, ohne Ängste kund zu tun,
Ihr ruhiges Auge auf mir ruhn.
Dennoch warmehrdenn Liebe wertMein Geist, er rang in wildem Weh,Da ihn — allein auf Bergeshöh —Der Ehrgeiz neuen Ton gelehrt;Ich lebte einzig nur in dir:Die Welt und alles, was sie hierIn Erde, Luft und Meer umfaßt —All ihre Lust — all ihre Last —Gab neue Freude; idealeTraumnächtig dunkle Nichtigkeiten —Dunklere Nichtse, doch reale(Schatten — und schattenhafteres GleitenVon Licht) auf Nebelschwingen kamenUnd wurden also, wirr vereint,Dein Bildnis und — ein Name — Name!Zwei Dinge, fremd — doch eng vereint!
Dennoch warmehrdenn Liebe wert
Mein Geist, er rang in wildem Weh,
Da ihn — allein auf Bergeshöh —
Der Ehrgeiz neuen Ton gelehrt;
Ich lebte einzig nur in dir:
Die Welt und alles, was sie hier
In Erde, Luft und Meer umfaßt —
All ihre Lust — all ihre Last —
Gab neue Freude; ideale
Traumnächtig dunkle Nichtigkeiten —
Dunklere Nichtse, doch reale
(Schatten — und schattenhafteres Gleiten
Von Licht) auf Nebelschwingen kamen
Und wurden also, wirr vereint,
Dein Bildnis und — ein Name — Name!
Zwei Dinge, fremd — doch eng vereint!
Ehrsüchtig, Vater, war dein Sohn.Kanntest du Leidenschaft? — Nein — nein!Ein Ärmster sann ich einen ThronDer halben Welt als mein — als mein —Noch grollend über niedres Los.Und doch, es waren Träume bloß,Die mit dem Dampf des Taus verflogenGleich jedem andern Traum, vom StrahlDer Schönheit lieblich angezogen,Der meinem Geist das Dunkel stahl.
Ehrsüchtig, Vater, war dein Sohn.
Kanntest du Leidenschaft? — Nein — nein!
Ein Ärmster sann ich einen Thron
Der halben Welt als mein — als mein —
Noch grollend über niedres Los.
Und doch, es waren Träume bloß,
Die mit dem Dampf des Taus verflogen
Gleich jedem andern Traum, vom Strahl
Der Schönheit lieblich angezogen,
Der meinem Geist das Dunkel stahl.
Wir schritten beide auf der KroneWeit hohen Bergs, der niederschauteAuf stolz getürmte Felsenthrone —Auf Wald, der Höhen überbaute —Auf Hügel, die sich talwärts senktenUnd tausend Quellen Leben schenkten.
Wir schritten beide auf der Krone
Weit hohen Bergs, der niederschaute
Auf stolz getürmte Felsenthrone —
Auf Wald, der Höhen überbaute —
Auf Hügel, die sich talwärts senkten
Und tausend Quellen Leben schenkten.
Ich sprach zu ihr von Ruhm und Macht,Geheimnisvoll, als sollte diesGerede zu nichts anderm taugenAls nur zum Spiel; in ihren AugenLas ich, vielleicht zu unbedacht,Ein Fühlen, das Verstehen hieß.Ihr klar Erröten schien zu schönZu kleiden königliche Höhn,Als daß es immerfort alleinLicht in der Wildnis sollte sein.
Ich sprach zu ihr von Ruhm und Macht,
Geheimnisvoll, als sollte dies
Gerede zu nichts anderm taugen
Als nur zum Spiel; in ihren Augen
Las ich, vielleicht zu unbedacht,
Ein Fühlen, das Verstehen hieß.
Ihr klar Erröten schien zu schön
Zu kleiden königliche Höhn,
Als daß es immerfort allein
Licht in der Wildnis sollte sein.
Dann hüllte ich mich selbst in GlanzMit eingebildeter Krone auf —Nicht war’s, daß Phantasie alleinMich hold geschmückt mit ihrem Kranz,Nein, daß im großen MenschenhaufDer Löwe Ehrsucht lahm und kleinSich duckt vor eines Wächters Hand.Doch nicht in Wüsten, wo der Starke,Der Wilde schwört, mit ihrem MarkeZu schüren seines Feuers Brand!
Dann hüllte ich mich selbst in Glanz
Mit eingebildeter Krone auf —
Nicht war’s, daß Phantasie allein
Mich hold geschmückt mit ihrem Kranz,
Nein, daß im großen Menschenhauf
Der Löwe Ehrsucht lahm und klein
Sich duckt vor eines Wächters Hand.
Doch nicht in Wüsten, wo der Starke,
Der Wilde schwört, mit ihrem Marke
Zu schüren seines Feuers Brand!
Blick um dich jetzt auf Samarkand!Ist sie nicht Königin der Erde?Sind alle Städte mehr denn HerdeVor ihrer hohen Herrscherhand?Steht sie erhaben nicht, allein,Im Glanz, den je die Welt gekannt?Fiel sie — könnt’ nicht ihr ärmster SteinDer Sockel eines Thrones sein? —Und wer ihr Herrscher? —Timur— er,Den das erstaunte Volk allda— Gekrönten Räuber! — stolz und hehrHin über Reiche schreiten sah!
Blick um dich jetzt auf Samarkand!
Ist sie nicht Königin der Erde?
Sind alle Städte mehr denn Herde
Vor ihrer hohen Herrscherhand?
Steht sie erhaben nicht, allein,
Im Glanz, den je die Welt gekannt?
Fiel sie — könnt’ nicht ihr ärmster Stein
Der Sockel eines Thrones sein? —
Und wer ihr Herrscher? —Timur— er,
Den das erstaunte Volk allda
— Gekrönten Räuber! — stolz und hehr
Hin über Reiche schreiten sah!
O Menschenliebe! AusgegossenAls Geist von allem, was erschlossenUns zeigen mag die Himmelswelt!Die du, wie Regen frisch bestelltSchirokko-dürres Sommerfeld,Die Seele segnend tränkst und näßtUnd doch das Herz in Wildnis läßt!Begriff, der alles rings, das lebt,Mit seltsamer Musik umschwebtUnd wunderlicher Prachtgebärde —Lebwohl! denn ich gewann die Erde.
O Menschenliebe! Ausgegossen
Als Geist von allem, was erschlossen
Uns zeigen mag die Himmelswelt!
Die du, wie Regen frisch bestellt
Schirokko-dürres Sommerfeld,
Die Seele segnend tränkst und näßt
Und doch das Herz in Wildnis läßt!
Begriff, der alles rings, das lebt,
Mit seltsamer Musik umschwebt
Und wunderlicher Prachtgebärde —
Lebwohl! denn ich gewann die Erde.
Als Adler Hoffnung hoch im FlugGen Himmel nichts mehr höher sah,Besänftigt wandte er sich da,Daß seine Schwinge heimwärts schlug.War Sonnenuntergang: wenn weitDie Sonne sinkt, kommt DüsterkeitIns Herz ihm, der noch gern erblickteDen Glanz, den Sommersonne schickte.Er wird den Duft des Abends hassen,Wird lauschend vor dem Klang erblassenDer Nacht (den Lauschern offenbar)Als einer, der in TraumesbannEntfliegenmöchte, doch nichtkann,Vor einer nahenden Gefahr.
Als Adler Hoffnung hoch im Flug
Gen Himmel nichts mehr höher sah,
Besänftigt wandte er sich da,
Daß seine Schwinge heimwärts schlug.
War Sonnenuntergang: wenn weit
Die Sonne sinkt, kommt Düsterkeit
Ins Herz ihm, der noch gern erblickte
Den Glanz, den Sommersonne schickte.
Er wird den Duft des Abends hassen,
Wird lauschend vor dem Klang erblassen
Der Nacht (den Lauschern offenbar)
Als einer, der in Traumesbann
Entfliegenmöchte, doch nichtkann,
Vor einer nahenden Gefahr.
Wenn Mond, der weiße Mond, auch ganzAusschüttet seines Mittags Glanz,Seinfrostig Lächeln,seinGeleitScheint jener Zeit der DüsterkeitEin Bild aus Tagen nach dem Tod.Jugend ist eine Sommersonne,Die nichts uns läßt von Wert und Wonne,Wenn sie verschwand, nur Nichts und Not.Denn alles Wissen, dem wir lebten,Ward uns; was wir zu halten strebten,Entfloh; so laß das ErdenwallenMit seiner Mittagsschönheit fallen,Die alles ist. — Ich eilte herZu meinem Heim — mein Heim nicht mehr —Denn was es je dazu gemacht,War fort; trat ich auch sanft und sachtDurch seine moosige Tür, es drangVom Schwellenstein der Stimme KlangVon einer, die ich einst gekannt.Ich leugne, Hölle, daß dein BrandMehr Demut brennt als nun mein Herz,Mehr Wehmut kennt als nun mein Schmerz!
Wenn Mond, der weiße Mond, auch ganz
Ausschüttet seines Mittags Glanz,
Seinfrostig Lächeln,seinGeleit
Scheint jener Zeit der Düsterkeit
Ein Bild aus Tagen nach dem Tod.
Jugend ist eine Sommersonne,
Die nichts uns läßt von Wert und Wonne,
Wenn sie verschwand, nur Nichts und Not.
Denn alles Wissen, dem wir lebten,
Ward uns; was wir zu halten strebten,
Entfloh; so laß das Erdenwallen
Mit seiner Mittagsschönheit fallen,
Die alles ist. — Ich eilte her
Zu meinem Heim — mein Heim nicht mehr —
Denn was es je dazu gemacht,
War fort; trat ich auch sanft und sacht
Durch seine moosige Tür, es drang
Vom Schwellenstein der Stimme Klang
Von einer, die ich einst gekannt.
Ich leugne, Hölle, daß dein Brand
Mehr Demut brennt als nun mein Herz,
Mehr Wehmut kennt als nun mein Schmerz!
Vater, ich glaube fest — ichweiß—Denn Tod, der kommt aus Segensferne,Die ohne trügerisches Hoffen,Er ließ sein eisern Tor weit offen,Und strahlend glühn der Wahrheit SterneDurch Ewigkeit und flammen heiß —Ich glaube, einen Fallstrick hatSatan auf jedem Menschenpfad;Denn wie sonst konnte dieses sein:Als ich gelebt im heiligen HainDer Göttin Liebe, die so reinAlltäglich salbt die schneeige SchwingeIm Weihrauch frommer OpferbrändeUnd andrer unbefleckten Dinge,Im Haine, dessen Dach und Wände,Wo Lücken läßt das Laubgewind,Mit Strahlen eng vergittert sind,Durch die kein Stäubchen, keine Mücke,Ausweichend ihrem Adlerblicke,Eindringen kann — wie sonst denn warDies möglich, daß nicht wahrnehmbarDie Ehrsucht dort ins Glück gedrungen,Bis dreister sie emporgesprungenHohnlachend in der Liebe Haar?
Vater, ich glaube fest — ichweiß—Denn Tod, der kommt aus Segensferne,Die ohne trügerisches Hoffen,Er ließ sein eisern Tor weit offen,Und strahlend glühn der Wahrheit SterneDurch Ewigkeit und flammen heiß —Ich glaube, einen Fallstrick hatSatan auf jedem Menschenpfad;Denn wie sonst konnte dieses sein:Als ich gelebt im heiligen HainDer Göttin Liebe, die so reinAlltäglich salbt die schneeige SchwingeIm Weihrauch frommer OpferbrändeUnd andrer unbefleckten Dinge,Im Haine, dessen Dach und Wände,Wo Lücken läßt das Laubgewind,Mit Strahlen eng vergittert sind,Durch die kein Stäubchen, keine Mücke,Ausweichend ihrem Adlerblicke,Eindringen kann — wie sonst denn warDies möglich, daß nicht wahrnehmbarDie Ehrsucht dort ins Glück gedrungen,Bis dreister sie emporgesprungenHohnlachend in der Liebe Haar?
Vater, ich glaube fest — ichweiß—Denn Tod, der kommt aus Segensferne,Die ohne trügerisches Hoffen,Er ließ sein eisern Tor weit offen,Und strahlend glühn der Wahrheit SterneDurch Ewigkeit und flammen heiß —Ich glaube, einen Fallstrick hatSatan auf jedem Menschenpfad;Denn wie sonst konnte dieses sein:Als ich gelebt im heiligen HainDer Göttin Liebe, die so reinAlltäglich salbt die schneeige SchwingeIm Weihrauch frommer OpferbrändeUnd andrer unbefleckten Dinge,Im Haine, dessen Dach und Wände,Wo Lücken läßt das Laubgewind,Mit Strahlen eng vergittert sind,Durch die kein Stäubchen, keine Mücke,Ausweichend ihrem Adlerblicke,Eindringen kann — wie sonst denn warDies möglich, daß nicht wahrnehmbarDie Ehrsucht dort ins Glück gedrungen,Bis dreister sie emporgesprungenHohnlachend in der Liebe Haar?
Vater, ich glaube fest — ichweiß—
Denn Tod, der kommt aus Segensferne,
Die ohne trügerisches Hoffen,
Er ließ sein eisern Tor weit offen,
Und strahlend glühn der Wahrheit Sterne
Durch Ewigkeit und flammen heiß —
Ich glaube, einen Fallstrick hat
Satan auf jedem Menschenpfad;
Denn wie sonst konnte dieses sein:
Als ich gelebt im heiligen Hain
Der Göttin Liebe, die so rein
Alltäglich salbt die schneeige Schwinge
Im Weihrauch frommer Opferbrände
Und andrer unbefleckten Dinge,
Im Haine, dessen Dach und Wände,
Wo Lücken läßt das Laubgewind,
Mit Strahlen eng vergittert sind,
Durch die kein Stäubchen, keine Mücke,
Ausweichend ihrem Adlerblicke,
Eindringen kann — wie sonst denn war
Dies möglich, daß nicht wahrnehmbar
Die Ehrsucht dort ins Glück gedrungen,
Bis dreister sie emporgesprungen
Hohnlachend in der Liebe Haar?
Urbild des alten Rom! ReliquienschreinFür Schaun und hohen Traum, den in die ZeitJahrhunderte von Pracht und Macht gestellt!Nun endlich — endlich — nach so vielen TagenVon Wandermüdigkeit und gierem Durst(Von Durst zum Quell des Wissens, den du birgst)Ein andrer und demütiger kniee ichIn deinem Schatten nun und trinke einDein ragend Düster, deinen Glanz und Ruhm.Unendlichkeit und Öde! Schwermut, Schweigen!Uralter Zeit Erinnern — düstere Nacht!Ich fühl euch jetzt — fühl eure ganze Wucht —O Zauber, stärker als Judäas KönigVoreinst gelehrt im Berg Gethsemane!O Wunder, machtvoller als der ChaldäerJemals verzückt aus stillen Sternen zog!Hier, wo ein Held einst stürzte, stürzt die Säule.Hier, wo ein goldner toter Adler glänzte,Hält mitternächtig Wacht die Fledermaus.Hier, wo der Damen Roms vergoldet HaarIm Winde wehte, wogt nun Ried und Distel.Hier, wo auf goldnem Thron der Herrscher lehnte,Schlüpft geisterhaft aus ihrem Marmorhaus,Vom Schein des zwiegehörnten Monds beleuchtet,Die flinke Echse schweigend über Steine.Doch halt! Die Mauern — diese Bogengänge,Hochauf von altem Efeu eingekleidet,Die schwarzen bröckeligen SäulensockelUnd düstern Schäfte, dunklen Kapitäle,Zerfallenden und fast verblaßten Friese,Zersprungnen Kranzgebälke — dieses Wrack —All diese Steine — ach, die grauen Steine —Sind sie denn alles, was der Zahn der ZeitVon all dem Ruhm und ungeheuren GlanzFür mich und für das Schicksal übrig ließ?„Nicht alles —“ geben mir die Echos Antwort —„Nicht alles, nein! Prophetische Klänge steigen —Und laute Klänge — ewig von uns auf,Von allen Trümmern zu den Weisen auf,Wie Melodie von Memnon steigt zur Sonne.Wir leiten alle riesenhaften Geister!In unumschränkter Macht beherrschen wirMit unserm Schwung die Herzen aller Großen.Wir sind nicht leblos — wir erblichnen Steine.Nicht alle Macht ist hin — nicht aller Ruhm —Nicht aller Zauber unsres hohen Rufes —Nicht all das Wunder, das uns rund umfaßt —Nicht all Geheimnis, das in uns verborgen —Nicht all Erinnern, das wie ein GewandUns rund umhängt und überall bedecktUnd das uns hüllt in mehr als Herrlichkeit!“
Urbild des alten Rom! ReliquienschreinFür Schaun und hohen Traum, den in die ZeitJahrhunderte von Pracht und Macht gestellt!Nun endlich — endlich — nach so vielen TagenVon Wandermüdigkeit und gierem Durst(Von Durst zum Quell des Wissens, den du birgst)Ein andrer und demütiger kniee ichIn deinem Schatten nun und trinke einDein ragend Düster, deinen Glanz und Ruhm.Unendlichkeit und Öde! Schwermut, Schweigen!Uralter Zeit Erinnern — düstere Nacht!Ich fühl euch jetzt — fühl eure ganze Wucht —O Zauber, stärker als Judäas KönigVoreinst gelehrt im Berg Gethsemane!O Wunder, machtvoller als der ChaldäerJemals verzückt aus stillen Sternen zog!Hier, wo ein Held einst stürzte, stürzt die Säule.Hier, wo ein goldner toter Adler glänzte,Hält mitternächtig Wacht die Fledermaus.Hier, wo der Damen Roms vergoldet HaarIm Winde wehte, wogt nun Ried und Distel.Hier, wo auf goldnem Thron der Herrscher lehnte,Schlüpft geisterhaft aus ihrem Marmorhaus,Vom Schein des zwiegehörnten Monds beleuchtet,Die flinke Echse schweigend über Steine.Doch halt! Die Mauern — diese Bogengänge,Hochauf von altem Efeu eingekleidet,Die schwarzen bröckeligen SäulensockelUnd düstern Schäfte, dunklen Kapitäle,Zerfallenden und fast verblaßten Friese,Zersprungnen Kranzgebälke — dieses Wrack —All diese Steine — ach, die grauen Steine —Sind sie denn alles, was der Zahn der ZeitVon all dem Ruhm und ungeheuren GlanzFür mich und für das Schicksal übrig ließ?„Nicht alles —“ geben mir die Echos Antwort —„Nicht alles, nein! Prophetische Klänge steigen —Und laute Klänge — ewig von uns auf,Von allen Trümmern zu den Weisen auf,Wie Melodie von Memnon steigt zur Sonne.Wir leiten alle riesenhaften Geister!In unumschränkter Macht beherrschen wirMit unserm Schwung die Herzen aller Großen.Wir sind nicht leblos — wir erblichnen Steine.Nicht alle Macht ist hin — nicht aller Ruhm —Nicht aller Zauber unsres hohen Rufes —Nicht all das Wunder, das uns rund umfaßt —Nicht all Geheimnis, das in uns verborgen —Nicht all Erinnern, das wie ein GewandUns rund umhängt und überall bedecktUnd das uns hüllt in mehr als Herrlichkeit!“
Urbild des alten Rom! ReliquienschreinFür Schaun und hohen Traum, den in die ZeitJahrhunderte von Pracht und Macht gestellt!Nun endlich — endlich — nach so vielen TagenVon Wandermüdigkeit und gierem Durst(Von Durst zum Quell des Wissens, den du birgst)Ein andrer und demütiger kniee ichIn deinem Schatten nun und trinke einDein ragend Düster, deinen Glanz und Ruhm.
Urbild des alten Rom! Reliquienschrein
Für Schaun und hohen Traum, den in die Zeit
Jahrhunderte von Pracht und Macht gestellt!
Nun endlich — endlich — nach so vielen Tagen
Von Wandermüdigkeit und gierem Durst
(Von Durst zum Quell des Wissens, den du birgst)
Ein andrer und demütiger kniee ich
In deinem Schatten nun und trinke ein
Dein ragend Düster, deinen Glanz und Ruhm.
Unendlichkeit und Öde! Schwermut, Schweigen!Uralter Zeit Erinnern — düstere Nacht!Ich fühl euch jetzt — fühl eure ganze Wucht —O Zauber, stärker als Judäas KönigVoreinst gelehrt im Berg Gethsemane!O Wunder, machtvoller als der ChaldäerJemals verzückt aus stillen Sternen zog!
Unendlichkeit und Öde! Schwermut, Schweigen!
Uralter Zeit Erinnern — düstere Nacht!
Ich fühl euch jetzt — fühl eure ganze Wucht —
O Zauber, stärker als Judäas König
Voreinst gelehrt im Berg Gethsemane!
O Wunder, machtvoller als der Chaldäer
Jemals verzückt aus stillen Sternen zog!
Hier, wo ein Held einst stürzte, stürzt die Säule.Hier, wo ein goldner toter Adler glänzte,Hält mitternächtig Wacht die Fledermaus.Hier, wo der Damen Roms vergoldet HaarIm Winde wehte, wogt nun Ried und Distel.Hier, wo auf goldnem Thron der Herrscher lehnte,Schlüpft geisterhaft aus ihrem Marmorhaus,Vom Schein des zwiegehörnten Monds beleuchtet,Die flinke Echse schweigend über Steine.
Hier, wo ein Held einst stürzte, stürzt die Säule.
Hier, wo ein goldner toter Adler glänzte,
Hält mitternächtig Wacht die Fledermaus.
Hier, wo der Damen Roms vergoldet Haar
Im Winde wehte, wogt nun Ried und Distel.
Hier, wo auf goldnem Thron der Herrscher lehnte,
Schlüpft geisterhaft aus ihrem Marmorhaus,
Vom Schein des zwiegehörnten Monds beleuchtet,
Die flinke Echse schweigend über Steine.
Doch halt! Die Mauern — diese Bogengänge,Hochauf von altem Efeu eingekleidet,Die schwarzen bröckeligen SäulensockelUnd düstern Schäfte, dunklen Kapitäle,Zerfallenden und fast verblaßten Friese,Zersprungnen Kranzgebälke — dieses Wrack —All diese Steine — ach, die grauen Steine —Sind sie denn alles, was der Zahn der ZeitVon all dem Ruhm und ungeheuren GlanzFür mich und für das Schicksal übrig ließ?
Doch halt! Die Mauern — diese Bogengänge,
Hochauf von altem Efeu eingekleidet,
Die schwarzen bröckeligen Säulensockel
Und düstern Schäfte, dunklen Kapitäle,
Zerfallenden und fast verblaßten Friese,
Zersprungnen Kranzgebälke — dieses Wrack —
All diese Steine — ach, die grauen Steine —
Sind sie denn alles, was der Zahn der Zeit
Von all dem Ruhm und ungeheuren Glanz
Für mich und für das Schicksal übrig ließ?
„Nicht alles —“ geben mir die Echos Antwort —„Nicht alles, nein! Prophetische Klänge steigen —Und laute Klänge — ewig von uns auf,Von allen Trümmern zu den Weisen auf,Wie Melodie von Memnon steigt zur Sonne.Wir leiten alle riesenhaften Geister!In unumschränkter Macht beherrschen wirMit unserm Schwung die Herzen aller Großen.
„Nicht alles —“ geben mir die Echos Antwort —
„Nicht alles, nein! Prophetische Klänge steigen —
Und laute Klänge — ewig von uns auf,
Von allen Trümmern zu den Weisen auf,
Wie Melodie von Memnon steigt zur Sonne.
Wir leiten alle riesenhaften Geister!
In unumschränkter Macht beherrschen wir
Mit unserm Schwung die Herzen aller Großen.
Wir sind nicht leblos — wir erblichnen Steine.Nicht alle Macht ist hin — nicht aller Ruhm —Nicht aller Zauber unsres hohen Rufes —Nicht all das Wunder, das uns rund umfaßt —Nicht all Geheimnis, das in uns verborgen —Nicht all Erinnern, das wie ein GewandUns rund umhängt und überall bedecktUnd das uns hüllt in mehr als Herrlichkeit!“
Wir sind nicht leblos — wir erblichnen Steine.
Nicht alle Macht ist hin — nicht aller Ruhm —
Nicht aller Zauber unsres hohen Rufes —
Nicht all das Wunder, das uns rund umfaßt —
Nicht all Geheimnis, das in uns verborgen —
Nicht all Erinnern, das wie ein Gewand
Uns rund umhängt und überall bedeckt
Und das uns hüllt in mehr als Herrlichkeit!“
Weh! wunderliche einsame Stadt,Drin Tod seinen Thron errichtet hat,Tief unter des Westens düsterer Glut,Wo Sünde bei Güte, wo Schlecht bei GutIn letzter ewiger Ruhe ruht.An Schlössern, Altären und Türmen hat(Zerfreßnen Türmen, die nicht beben!)Nichts Gleiches eine unsrige Stadt.Von Winden vergessen, die wühlen und heben,Stehn unterm Himmel die Wasser ringsum,Schwermütige Wasser, ergeben und stumm.Kein Strahlen vom Himmel kommt herabAuf jener Stadt langnächtiges Grab.Doch steigt ein Licht aus dem Meer herauf,Strömt schweigend an kühnen Zinnen hinauf,Hinauf an Türmen bis zum Knauf,Hinauf an Palästen, an Zitadellen,An Tempeln hinauf und an Babylonwällen,Hinauf an vergessenen LaubengängenMit eingemeißelten Fruchtgehängen,Hinauf an manchem Opferstein,Auf dessen Friesen zu engem VereinVerflochten Viola, Violen und Wein.Stehn unterm Himmel die Wasser ringsum,Schwermütige Wasser, ergeben und stumm.Die Mauern und Schatten wie Nebelduft —Es scheint, als hänge alles in Luft.Vom Turm, der herrschend ragt und droht,Schaut riesenhaft herab der Tod.Geöffnete Tempel und TotengrüfteGähnen auf leuchtende Meeresschlüfte.Doch nicht die blitzenden JuwelenIn goldner Götzen AugenhöhlenUnd nicht der reiche Tod verführenDie starren Wasser, sich zu rühren:Kein kleinstes Wellchen kommt in GangDie gläserne Einöde entlang,Kein Kräuseln erinnert, daß weniger leerVon Wind ist irgendein anderes Meer,Nichts sagt, daß je ein Wehen warAuf Meeren, die weniger grauenhaft klar.Doch, o — es regt sich leis wie Wind!Ein Wellen durch das Wasser rinnt —Als ob die Türme im sachten SinkenDie Flut verschöben zur Rechten und Linken —Als ob schon die Spitzen inmitten des blassenHimmels Lücken zurückgelassen.Ein roteres Glimmen steigt heran —Die Stunden halten den Atem an —Und wenn die Stadt hinab, hinabVon hinnen sinkt mit unirdischem Stöhnen,Wird ihr von eintausend Thronen herabDer Gruß der Hölle tönen.
Weh! wunderliche einsame Stadt,Drin Tod seinen Thron errichtet hat,Tief unter des Westens düsterer Glut,Wo Sünde bei Güte, wo Schlecht bei GutIn letzter ewiger Ruhe ruht.An Schlössern, Altären und Türmen hat(Zerfreßnen Türmen, die nicht beben!)Nichts Gleiches eine unsrige Stadt.Von Winden vergessen, die wühlen und heben,Stehn unterm Himmel die Wasser ringsum,Schwermütige Wasser, ergeben und stumm.Kein Strahlen vom Himmel kommt herabAuf jener Stadt langnächtiges Grab.Doch steigt ein Licht aus dem Meer herauf,Strömt schweigend an kühnen Zinnen hinauf,Hinauf an Türmen bis zum Knauf,Hinauf an Palästen, an Zitadellen,An Tempeln hinauf und an Babylonwällen,Hinauf an vergessenen LaubengängenMit eingemeißelten Fruchtgehängen,Hinauf an manchem Opferstein,Auf dessen Friesen zu engem VereinVerflochten Viola, Violen und Wein.Stehn unterm Himmel die Wasser ringsum,Schwermütige Wasser, ergeben und stumm.Die Mauern und Schatten wie Nebelduft —Es scheint, als hänge alles in Luft.Vom Turm, der herrschend ragt und droht,Schaut riesenhaft herab der Tod.Geöffnete Tempel und TotengrüfteGähnen auf leuchtende Meeresschlüfte.Doch nicht die blitzenden JuwelenIn goldner Götzen AugenhöhlenUnd nicht der reiche Tod verführenDie starren Wasser, sich zu rühren:Kein kleinstes Wellchen kommt in GangDie gläserne Einöde entlang,Kein Kräuseln erinnert, daß weniger leerVon Wind ist irgendein anderes Meer,Nichts sagt, daß je ein Wehen warAuf Meeren, die weniger grauenhaft klar.Doch, o — es regt sich leis wie Wind!Ein Wellen durch das Wasser rinnt —Als ob die Türme im sachten SinkenDie Flut verschöben zur Rechten und Linken —Als ob schon die Spitzen inmitten des blassenHimmels Lücken zurückgelassen.Ein roteres Glimmen steigt heran —Die Stunden halten den Atem an —Und wenn die Stadt hinab, hinabVon hinnen sinkt mit unirdischem Stöhnen,Wird ihr von eintausend Thronen herabDer Gruß der Hölle tönen.
Weh! wunderliche einsame Stadt,Drin Tod seinen Thron errichtet hat,Tief unter des Westens düsterer Glut,Wo Sünde bei Güte, wo Schlecht bei GutIn letzter ewiger Ruhe ruht.An Schlössern, Altären und Türmen hat(Zerfreßnen Türmen, die nicht beben!)Nichts Gleiches eine unsrige Stadt.Von Winden vergessen, die wühlen und heben,Stehn unterm Himmel die Wasser ringsum,Schwermütige Wasser, ergeben und stumm.
Weh! wunderliche einsame Stadt,
Drin Tod seinen Thron errichtet hat,
Tief unter des Westens düsterer Glut,
Wo Sünde bei Güte, wo Schlecht bei Gut
In letzter ewiger Ruhe ruht.
An Schlössern, Altären und Türmen hat
(Zerfreßnen Türmen, die nicht beben!)
Nichts Gleiches eine unsrige Stadt.
Von Winden vergessen, die wühlen und heben,
Stehn unterm Himmel die Wasser ringsum,
Schwermütige Wasser, ergeben und stumm.
Kein Strahlen vom Himmel kommt herabAuf jener Stadt langnächtiges Grab.Doch steigt ein Licht aus dem Meer herauf,Strömt schweigend an kühnen Zinnen hinauf,Hinauf an Türmen bis zum Knauf,Hinauf an Palästen, an Zitadellen,An Tempeln hinauf und an Babylonwällen,Hinauf an vergessenen LaubengängenMit eingemeißelten Fruchtgehängen,Hinauf an manchem Opferstein,Auf dessen Friesen zu engem VereinVerflochten Viola, Violen und Wein.
Kein Strahlen vom Himmel kommt herab
Auf jener Stadt langnächtiges Grab.
Doch steigt ein Licht aus dem Meer herauf,
Strömt schweigend an kühnen Zinnen hinauf,
Hinauf an Türmen bis zum Knauf,
Hinauf an Palästen, an Zitadellen,
An Tempeln hinauf und an Babylonwällen,
Hinauf an vergessenen Laubengängen
Mit eingemeißelten Fruchtgehängen,
Hinauf an manchem Opferstein,
Auf dessen Friesen zu engem Verein
Verflochten Viola, Violen und Wein.
Stehn unterm Himmel die Wasser ringsum,Schwermütige Wasser, ergeben und stumm.Die Mauern und Schatten wie Nebelduft —Es scheint, als hänge alles in Luft.Vom Turm, der herrschend ragt und droht,Schaut riesenhaft herab der Tod.
Stehn unterm Himmel die Wasser ringsum,
Schwermütige Wasser, ergeben und stumm.
Die Mauern und Schatten wie Nebelduft —
Es scheint, als hänge alles in Luft.
Vom Turm, der herrschend ragt und droht,
Schaut riesenhaft herab der Tod.
Geöffnete Tempel und TotengrüfteGähnen auf leuchtende Meeresschlüfte.Doch nicht die blitzenden JuwelenIn goldner Götzen AugenhöhlenUnd nicht der reiche Tod verführenDie starren Wasser, sich zu rühren:Kein kleinstes Wellchen kommt in GangDie gläserne Einöde entlang,Kein Kräuseln erinnert, daß weniger leerVon Wind ist irgendein anderes Meer,Nichts sagt, daß je ein Wehen warAuf Meeren, die weniger grauenhaft klar.
Geöffnete Tempel und Totengrüfte
Gähnen auf leuchtende Meeresschlüfte.
Doch nicht die blitzenden Juwelen
In goldner Götzen Augenhöhlen
Und nicht der reiche Tod verführen
Die starren Wasser, sich zu rühren:
Kein kleinstes Wellchen kommt in Gang
Die gläserne Einöde entlang,
Kein Kräuseln erinnert, daß weniger leer
Von Wind ist irgendein anderes Meer,
Nichts sagt, daß je ein Wehen war
Auf Meeren, die weniger grauenhaft klar.
Doch, o — es regt sich leis wie Wind!Ein Wellen durch das Wasser rinnt —Als ob die Türme im sachten SinkenDie Flut verschöben zur Rechten und Linken —Als ob schon die Spitzen inmitten des blassenHimmels Lücken zurückgelassen.Ein roteres Glimmen steigt heran —Die Stunden halten den Atem an —Und wenn die Stadt hinab, hinabVon hinnen sinkt mit unirdischem Stöhnen,Wird ihr von eintausend Thronen herabDer Gruß der Hölle tönen.
Doch, o — es regt sich leis wie Wind!
Ein Wellen durch das Wasser rinnt —
Als ob die Türme im sachten Sinken
Die Flut verschöben zur Rechten und Linken —
Als ob schon die Spitzen inmitten des blassen
Himmels Lücken zurückgelassen.
Ein roteres Glimmen steigt heran —
Die Stunden halten den Atem an —
Und wenn die Stadt hinab, hinab
Von hinnen sinkt mit unirdischem Stöhnen,
Wird ihr von eintausend Thronen herab
Der Gruß der Hölle tönen.
Ligeia1Berenice29Morella51Eleonora63Die Insel der Fee77Landors Landhaus87Der Herrschaftssitz Arnheim107GEDICHTEDer Rabe133Annabel Lee138Ulalume140Die Glocken146Tamerlan151Das Kolosseum163Die Stadt im Meer165
DIESES BUCH WURDE IM AUFTRAGE DES PROPYLÄEN-VERLAGS IN BERLIN IN EINER EINMALIGEN AUFLAGE VON TAUSEND IN DER PRESSE NUMERIERTEN EXEMPLAREN IN DER BUCHDRUCKEREI OTTO ELSNER IN BERLIN GEDRUCKT
EXEMPLARNr933
Anmerkungen zur TranskriptionIm Original g e s p e r r t hervorgehobener Text wurde in einemanderen Schriftstilmarkiert.Offensichtliche Druckfehler wurden korrigiert wie hier aufgeführt (vorher/nachher):... mit faltenreichemschwerenGoldstoff verhangen — demselben ...... mit faltenreichemschweremGoldstoff verhangen — demselben ...... In der Tat,nichshätte wohl einfacher — unaufdringlicher wirken ...... In der Tat,nichtshätte wohl einfacher — unaufdringlicher wirken ...... entgegen seiner eigenenAnschauug, zu Taten veranlassen. ...... entgegen seiner eigenenAnschauung, zu Taten veranlassen. ...
Anmerkungen zur Transkription
Im Original g e s p e r r t hervorgehobener Text wurde in einemanderen Schriftstilmarkiert.
Offensichtliche Druckfehler wurden korrigiert wie hier aufgeführt (vorher/nachher):