Hedwig.Gerechter Gott! Nein! nein! es ist unmöglich!Solch teuflisch Wüthen rast in keiner Seele,Die eines Menschen glücklich Antlitz trägt!Rudolph.Bebst Du vor des Gedankens Riesenhülle,Und zweifelst Du, daß er zur Wahrheit würde? —Du kennst mich schlecht, wenn Du Dir träumst, ich könnteEinhalberTeufel sein!
Hedwig.Gerechter Gott! Nein! nein! es ist unmöglich!Solch teuflisch Wüthen rast in keiner Seele,Die eines Menschen glücklich Antlitz trägt!Rudolph.Bebst Du vor des Gedankens Riesenhülle,Und zweifelst Du, daß er zur Wahrheit würde? —Du kennst mich schlecht, wenn Du Dir träumst, ich könnteEinhalberTeufel sein!
Hedwig.Gerechter Gott! Nein! nein! es ist unmöglich!Solch teuflisch Wüthen rast in keiner Seele,Die eines Menschen glücklich Antlitz trägt!Rudolph.Bebst Du vor des Gedankens Riesenhülle,Und zweifelst Du, daß er zur Wahrheit würde? —Du kennst mich schlecht, wenn Du Dir träumst, ich könnteEinhalberTeufel sein!
Hedwig.Gerechter Gott! Nein! nein! es ist unmöglich!Solch teuflisch Wüthen rast in keiner Seele,Die eines Menschen glücklich Antlitz trägt!Rudolph.Bebst Du vor des Gedankens Riesenhülle,Und zweifelst Du, daß er zur Wahrheit würde? —Du kennst mich schlecht, wenn Du Dir träumst, ich könnteEinhalberTeufel sein!
Hedwig.Gerechter Gott! Nein! nein! es ist unmöglich!
Hedwig.
Gerechter Gott! Nein! nein! es ist unmöglich!
Solch teuflisch Wüthen rast in keiner Seele,
Solch teuflisch Wüthen rast in keiner Seele,
Die eines Menschen glücklich Antlitz trägt!
Die eines Menschen glücklich Antlitz trägt!
Rudolph.Bebst Du vor des Gedankens Riesenhülle,
Rudolph.
Bebst Du vor des Gedankens Riesenhülle,
Und zweifelst Du, daß er zur Wahrheit würde? —
Und zweifelst Du, daß er zur Wahrheit würde? —
Du kennst mich schlecht, wenn Du Dir träumst, ich könnte
Du kennst mich schlecht, wenn Du Dir träumst, ich könnte
EinhalberTeufel sein!
EinhalberTeufel sein!
Es näherte sich die Zeit, in welcher Lips Tullian wieder in die Welt und auf die ersehnte Bühne neuer Verbrechen treten wollte. Schon lange waren die Landstraßen von Streifzügen und lauernden Dienern der Gerechtigkeit leer, dagegen wurden sie täglich belebter von Oelhändlern, vacirenden Jägern, Thierärzten, Kesselflickern, Scheerenschleifern, hausirenden Krämern, abgedankten Soldaten, Korbflechtern und verschiedenen wackern Leuten, die einerhochlöblichen Polizei so weit als möglich aus dem Wege gingen.
Sarberg, Hentzschel und Eckold waren es, die seit zwei Wochen sich an die Gränzen des Landes vertheilt, dort und da noch einen alten Kameraden aufgefunden und diesen mit der Nachricht von Lips Tullians Anwesenheit und seinen künftigen Unternehmungen wieder versendet hatten, um frühere Cameraden aufzusuchen, neue zu werben, und so schnell als möglich einzeln und verkleidet in der Waldschlucht um Tullians hochgefeierte Fahne sich zu sammeln.
Mit Mariane und sechs Genossen hatte Lips Tullian die Waldschlucht betreten; an der Spitze von mehr als 200 Gefährten trat er aus des Waldes Dunkel zu neuen Schandthaten hervor.
Die Bande hieß wieder die schwarze Garde und wurde wieder in gleichen Abtheilungen den Befehlen Eckolds, Sarbergs, Hentzschels, Lehmanns, Schönecks und Schickels untergeordnet. Lips Tullian umgab sich nur mit einigen; aber diese waren Leute, die ihre Verwegenheit, im Vereine mit der feinsten Schlauheit bei jeder Gelegenheit, und ihre Treue, ihr Stillschweigen, ihre Standhaftigkeit unter den gräßlichsten Martern der Folter schon oft und auf das zuverlässigste beurkundet hatten.
Nicht in Sachsen, sondern auch über die angrenzendenLänder ergoß sich nun dieser Räuberstrom mit seinen verheerenden Fluthen.
Das Jammergeschrei der Unglücklichen aus höhern Ständen, wie unter dem Landvolke, die nicht nur beraubt, sondern oft auf den Tod mißhandelt wurden, die Klagen der Priester über die Plünderungen ihrer Kirchen ertönten von allen Seiten. Es wurde Militär ausgesandt, die Edelleute und Beamten setzten sich an die Spitze der Jäger und Bauern; das Land wimmelte von Streifen, aber auch die allerthätigsten Bemühungen führten nur höchst unbedeutende Resultate herbei, da an der Schlauheit, der Vorsicht, dem Muthe und den raschen Bewegungen der Räuber die regsten Anstrengungen der Obrigkeiten und ihrer Beistände scheiterten.
Noch waren nicht zwei Jahre seit Lips Tullians Entweichung aus der Kasematte von Dresden verflossen, als die Bande schon 43 Kirchen, 28 Edelhöfe, 62 Mühlen und Bauerhäuser, selbst 5 landesherrliche Schlösser ausgeplündert, 87 Pferde gestohlen, eine unzählige Menge von Reisenden beraubt, 4 Weiler in Asche gelegt, und mehrere Menschen mit unmenschlicher Grausamkeit gemordet hatten.
Das Entsetzen, welches diese Rotte von Bösewichternweit und breit durch das ganze schöne Sachsenland verbreitete, hatte den höchsten Grad erreicht, Niemand konnte sich mehr in seinem Hause für sicher halten, selbst nicht hinter den wohlverwahrtesten Schlössern, denn der schwarzen Bande widerstand kein Schloß, kein Riegel, kein festes Gebäude.