Fußnoten:[1]Es kam später ein Engländer von Jerusalem über die reißenden Waldströme des Gebirges Juda mit Lebensgefahr nach Jaffa, und er erzählte mir, daß in jener Stadt ein knietiefer Schnee sich legte, welcher ihm den Besuch mancher Stellen erschwerte.[2]Markus15 K. 46 V. Es scheint diese Stelle für ein senkrecht eingehauenes Felsengrab zu sprechen, während andere Stellen und die drei übrigen Evangelisten nicht eigentlich dagegen aussagen. Man bückte sich, um genauer nachzusehen, und man ging ins Grab. Man würde heute noch in ein gewöhnliches Grab steigen, wenn ein Leichnam fehlte, um sich der erstaunlichen Erscheinung recht zu vergewissern.[3]Es macht mir Mühe, alles Obige stehen zu lassen. Nicht lange nach meiner Abreise, nämlich am Vorabende der Weihnachten, starb der liebens- und ehrwürdige Greis.[4]Zu einem Theile davon führte er mich in Begleitung eines eingebornen Ortskundigen.[5]Das Wadengeschwür, welches in Folge dieses Rittes über das Gebirge entstand, heilte erst nach Verlauf von zwei oder drei Wochen.[6]Ich besprach schon vorläufig den Vertrag mit dem Schiffshauptmanne. Er wäre unerfüllt geblieben, weil das Schiff in Kaifa Bruch litt.[7]Ich übersprang das Jahr 1828, in welchem die Pest herrschte. Sie allein raffte vom 24. Merz bis zum 30. Mai 19 Menschen hinweg.[8]Neben dem lateinischen Hospiz gegen Mittag steht, nur durch eine schmale Stiegengasse getrennt, das griechische Kloster. Von unserm Dache sah ich auf dasjenige dieses Klosters hinunter. Ich konnte die Pilger täglich beobachten, wollte sie aber zuerst nicht für Mitchristen halten, weil sie auch des Sonntags arbeiteten. Die Pilgerinnen putzten sich auf dem Dache, als sähe sie Niemand, und als hätten sie einem Lustanlasse beizuwohnen. Eine junge Griechin wollte nicht einmal so viel Rücksicht nehmen, wie die halbschwarze Egypzierin.[9]Viele wurden ehedem auf dem Landwege nach Jerusalem meuchelmörderisch überfallen. Eine Menge fand schon in dem Abgrunde des Meeres den Tod. In der letzten Sturmeszeit sollen in einem Nachbarhafen 140 Pilger um das Leben gekommen sein.[10]Es gibt benachbarte Gegenden, wo der schüchterne Jüngling mit Stockprügeln zur Lüftung des Schleiers getrieben werden muß.Risum teneatis, amici.Wie weit weg vom ritterlichen Heldenmuthe.[11]Diese Männer Gottes verdammen wahrscheinlich nach der Lehre der Schrift:Nolite judicare, ut non judicemini(Urtheilet nicht, damit ihr nicht beurtheilet werdet.)[12]Wenn man nicht lieber auf dem Dampfboote des österreichischen Lloyd reisen will, welches allemal im Anfange und in der Mitte eines Monats von Triest abfährt (1839).[13]Wer bequemer reisen will, dem kann ich nicht nachdrücklich genug empfehlen, daß er auf irgend eine Vorrichtung zum Schutze vor denStechfliegen, den Schlafräubern, denke. Ich verbrachte die erste Nacht in Alexandrien wegen der Stechfliegen sehr unangenehm. Ich betrachtete den Bettvorhang mit nordischen Augen, und glaubte, er sollte das Bett umhüllen. Ich erzählte meine Widerwärtigkeit, und da vernahm ich, daß er einFliegenvorhang(Mosquetière) sei. Ich solle, hieß es, vor dem Schlafengehen nur alle Fliegen hinausjagen, und dann das Bett mit dem Vorhang umschließen. Ich that es, und schlief ungestört. In meinem Zimmer brumsete eine solche Menge Fliegen, daß sie meinen Zucker buchstäblich schwärzte. Eine Limonade zu bereiten, kostete viel Mühe, und bei aller Vorsicht konnte ich nicht hindern, daß nicht einige Fliegen in das Getränke fielen. In Abusabel bettete man mir vortrefflich auf dem Diwane; es fehlte aber ein Fliegenvorhang; ich deckte das Gesicht mit einem Tuche; dieses hielt zu warm, und ich mußte es entfernen. Die Fliegenqual gestattete mir wenig Schlaf. Ehe ich bei meinem Freunde in Kairo einzog, machte ich darum auch Schwierigkeiten, weil er keinen Fliegenvorhang besitze. In seinem Hause seien wenig Fliegen, erwiederte er. In der That beunruhigte mich nur selten eine Fliege. Man unterscheidet in Kairo die Häuser in solche, worin es viel, und in andere, worin es wenig oder keine Fliegen gibt, je nachdem ohne Zweifel die Häuser von der Sonne mehr oder minder beschienen werden, und für jene mehr oder minder Köder enthalten. Die letzten, doch nicht viele, Stechfliegen plagten mich in Ramle. In Jaffa sollen sie selbst in der Mitte des Sommers sehr selten schwärmen. Die Bücher englischer Reisender sind überaus erbaulich, wenn sie über die Stechfliegen so gewaltig Lärm schlagen. Von Leuten, die auf eine Reisevielverwenden, sich aber wegen derwichtigen Kleinigkeitnicht vorsehen, wie leicht man sich auch vor den Fliegen schützen könnte, muß man beinahe glauben, daß sie Stoff zu Klagen lieben und suchen.[14]Die Bemerkungen über die verschiedenen Religionsbekenntnisse der Bewohner in Syrienübersetzteich während meiner Wanderung größtentheils aus der vorne [S. 5 des 1. Bandes] genannten italienischen Schrift vonFailoni.
Fußnoten:[1]Es kam später ein Engländer von Jerusalem über die reißenden Waldströme des Gebirges Juda mit Lebensgefahr nach Jaffa, und er erzählte mir, daß in jener Stadt ein knietiefer Schnee sich legte, welcher ihm den Besuch mancher Stellen erschwerte.[2]Markus15 K. 46 V. Es scheint diese Stelle für ein senkrecht eingehauenes Felsengrab zu sprechen, während andere Stellen und die drei übrigen Evangelisten nicht eigentlich dagegen aussagen. Man bückte sich, um genauer nachzusehen, und man ging ins Grab. Man würde heute noch in ein gewöhnliches Grab steigen, wenn ein Leichnam fehlte, um sich der erstaunlichen Erscheinung recht zu vergewissern.[3]Es macht mir Mühe, alles Obige stehen zu lassen. Nicht lange nach meiner Abreise, nämlich am Vorabende der Weihnachten, starb der liebens- und ehrwürdige Greis.[4]Zu einem Theile davon führte er mich in Begleitung eines eingebornen Ortskundigen.[5]Das Wadengeschwür, welches in Folge dieses Rittes über das Gebirge entstand, heilte erst nach Verlauf von zwei oder drei Wochen.[6]Ich besprach schon vorläufig den Vertrag mit dem Schiffshauptmanne. Er wäre unerfüllt geblieben, weil das Schiff in Kaifa Bruch litt.[7]Ich übersprang das Jahr 1828, in welchem die Pest herrschte. Sie allein raffte vom 24. Merz bis zum 30. Mai 19 Menschen hinweg.[8]Neben dem lateinischen Hospiz gegen Mittag steht, nur durch eine schmale Stiegengasse getrennt, das griechische Kloster. Von unserm Dache sah ich auf dasjenige dieses Klosters hinunter. Ich konnte die Pilger täglich beobachten, wollte sie aber zuerst nicht für Mitchristen halten, weil sie auch des Sonntags arbeiteten. Die Pilgerinnen putzten sich auf dem Dache, als sähe sie Niemand, und als hätten sie einem Lustanlasse beizuwohnen. Eine junge Griechin wollte nicht einmal so viel Rücksicht nehmen, wie die halbschwarze Egypzierin.[9]Viele wurden ehedem auf dem Landwege nach Jerusalem meuchelmörderisch überfallen. Eine Menge fand schon in dem Abgrunde des Meeres den Tod. In der letzten Sturmeszeit sollen in einem Nachbarhafen 140 Pilger um das Leben gekommen sein.[10]Es gibt benachbarte Gegenden, wo der schüchterne Jüngling mit Stockprügeln zur Lüftung des Schleiers getrieben werden muß.Risum teneatis, amici.Wie weit weg vom ritterlichen Heldenmuthe.[11]Diese Männer Gottes verdammen wahrscheinlich nach der Lehre der Schrift:Nolite judicare, ut non judicemini(Urtheilet nicht, damit ihr nicht beurtheilet werdet.)[12]Wenn man nicht lieber auf dem Dampfboote des österreichischen Lloyd reisen will, welches allemal im Anfange und in der Mitte eines Monats von Triest abfährt (1839).[13]Wer bequemer reisen will, dem kann ich nicht nachdrücklich genug empfehlen, daß er auf irgend eine Vorrichtung zum Schutze vor denStechfliegen, den Schlafräubern, denke. Ich verbrachte die erste Nacht in Alexandrien wegen der Stechfliegen sehr unangenehm. Ich betrachtete den Bettvorhang mit nordischen Augen, und glaubte, er sollte das Bett umhüllen. Ich erzählte meine Widerwärtigkeit, und da vernahm ich, daß er einFliegenvorhang(Mosquetière) sei. Ich solle, hieß es, vor dem Schlafengehen nur alle Fliegen hinausjagen, und dann das Bett mit dem Vorhang umschließen. Ich that es, und schlief ungestört. In meinem Zimmer brumsete eine solche Menge Fliegen, daß sie meinen Zucker buchstäblich schwärzte. Eine Limonade zu bereiten, kostete viel Mühe, und bei aller Vorsicht konnte ich nicht hindern, daß nicht einige Fliegen in das Getränke fielen. In Abusabel bettete man mir vortrefflich auf dem Diwane; es fehlte aber ein Fliegenvorhang; ich deckte das Gesicht mit einem Tuche; dieses hielt zu warm, und ich mußte es entfernen. Die Fliegenqual gestattete mir wenig Schlaf. Ehe ich bei meinem Freunde in Kairo einzog, machte ich darum auch Schwierigkeiten, weil er keinen Fliegenvorhang besitze. In seinem Hause seien wenig Fliegen, erwiederte er. In der That beunruhigte mich nur selten eine Fliege. Man unterscheidet in Kairo die Häuser in solche, worin es viel, und in andere, worin es wenig oder keine Fliegen gibt, je nachdem ohne Zweifel die Häuser von der Sonne mehr oder minder beschienen werden, und für jene mehr oder minder Köder enthalten. Die letzten, doch nicht viele, Stechfliegen plagten mich in Ramle. In Jaffa sollen sie selbst in der Mitte des Sommers sehr selten schwärmen. Die Bücher englischer Reisender sind überaus erbaulich, wenn sie über die Stechfliegen so gewaltig Lärm schlagen. Von Leuten, die auf eine Reisevielverwenden, sich aber wegen derwichtigen Kleinigkeitnicht vorsehen, wie leicht man sich auch vor den Fliegen schützen könnte, muß man beinahe glauben, daß sie Stoff zu Klagen lieben und suchen.[14]Die Bemerkungen über die verschiedenen Religionsbekenntnisse der Bewohner in Syrienübersetzteich während meiner Wanderung größtentheils aus der vorne [S. 5 des 1. Bandes] genannten italienischen Schrift vonFailoni.
Fußnoten:
[1]Es kam später ein Engländer von Jerusalem über die reißenden Waldströme des Gebirges Juda mit Lebensgefahr nach Jaffa, und er erzählte mir, daß in jener Stadt ein knietiefer Schnee sich legte, welcher ihm den Besuch mancher Stellen erschwerte.
[1]Es kam später ein Engländer von Jerusalem über die reißenden Waldströme des Gebirges Juda mit Lebensgefahr nach Jaffa, und er erzählte mir, daß in jener Stadt ein knietiefer Schnee sich legte, welcher ihm den Besuch mancher Stellen erschwerte.
[2]Markus15 K. 46 V. Es scheint diese Stelle für ein senkrecht eingehauenes Felsengrab zu sprechen, während andere Stellen und die drei übrigen Evangelisten nicht eigentlich dagegen aussagen. Man bückte sich, um genauer nachzusehen, und man ging ins Grab. Man würde heute noch in ein gewöhnliches Grab steigen, wenn ein Leichnam fehlte, um sich der erstaunlichen Erscheinung recht zu vergewissern.
[2]Markus15 K. 46 V. Es scheint diese Stelle für ein senkrecht eingehauenes Felsengrab zu sprechen, während andere Stellen und die drei übrigen Evangelisten nicht eigentlich dagegen aussagen. Man bückte sich, um genauer nachzusehen, und man ging ins Grab. Man würde heute noch in ein gewöhnliches Grab steigen, wenn ein Leichnam fehlte, um sich der erstaunlichen Erscheinung recht zu vergewissern.
[3]Es macht mir Mühe, alles Obige stehen zu lassen. Nicht lange nach meiner Abreise, nämlich am Vorabende der Weihnachten, starb der liebens- und ehrwürdige Greis.
[3]Es macht mir Mühe, alles Obige stehen zu lassen. Nicht lange nach meiner Abreise, nämlich am Vorabende der Weihnachten, starb der liebens- und ehrwürdige Greis.
[4]Zu einem Theile davon führte er mich in Begleitung eines eingebornen Ortskundigen.
[4]Zu einem Theile davon führte er mich in Begleitung eines eingebornen Ortskundigen.
[5]Das Wadengeschwür, welches in Folge dieses Rittes über das Gebirge entstand, heilte erst nach Verlauf von zwei oder drei Wochen.
[5]Das Wadengeschwür, welches in Folge dieses Rittes über das Gebirge entstand, heilte erst nach Verlauf von zwei oder drei Wochen.
[6]Ich besprach schon vorläufig den Vertrag mit dem Schiffshauptmanne. Er wäre unerfüllt geblieben, weil das Schiff in Kaifa Bruch litt.
[6]Ich besprach schon vorläufig den Vertrag mit dem Schiffshauptmanne. Er wäre unerfüllt geblieben, weil das Schiff in Kaifa Bruch litt.
[7]Ich übersprang das Jahr 1828, in welchem die Pest herrschte. Sie allein raffte vom 24. Merz bis zum 30. Mai 19 Menschen hinweg.
[7]Ich übersprang das Jahr 1828, in welchem die Pest herrschte. Sie allein raffte vom 24. Merz bis zum 30. Mai 19 Menschen hinweg.
[8]Neben dem lateinischen Hospiz gegen Mittag steht, nur durch eine schmale Stiegengasse getrennt, das griechische Kloster. Von unserm Dache sah ich auf dasjenige dieses Klosters hinunter. Ich konnte die Pilger täglich beobachten, wollte sie aber zuerst nicht für Mitchristen halten, weil sie auch des Sonntags arbeiteten. Die Pilgerinnen putzten sich auf dem Dache, als sähe sie Niemand, und als hätten sie einem Lustanlasse beizuwohnen. Eine junge Griechin wollte nicht einmal so viel Rücksicht nehmen, wie die halbschwarze Egypzierin.
[8]Neben dem lateinischen Hospiz gegen Mittag steht, nur durch eine schmale Stiegengasse getrennt, das griechische Kloster. Von unserm Dache sah ich auf dasjenige dieses Klosters hinunter. Ich konnte die Pilger täglich beobachten, wollte sie aber zuerst nicht für Mitchristen halten, weil sie auch des Sonntags arbeiteten. Die Pilgerinnen putzten sich auf dem Dache, als sähe sie Niemand, und als hätten sie einem Lustanlasse beizuwohnen. Eine junge Griechin wollte nicht einmal so viel Rücksicht nehmen, wie die halbschwarze Egypzierin.
[9]Viele wurden ehedem auf dem Landwege nach Jerusalem meuchelmörderisch überfallen. Eine Menge fand schon in dem Abgrunde des Meeres den Tod. In der letzten Sturmeszeit sollen in einem Nachbarhafen 140 Pilger um das Leben gekommen sein.
[9]Viele wurden ehedem auf dem Landwege nach Jerusalem meuchelmörderisch überfallen. Eine Menge fand schon in dem Abgrunde des Meeres den Tod. In der letzten Sturmeszeit sollen in einem Nachbarhafen 140 Pilger um das Leben gekommen sein.
[10]Es gibt benachbarte Gegenden, wo der schüchterne Jüngling mit Stockprügeln zur Lüftung des Schleiers getrieben werden muß.Risum teneatis, amici.Wie weit weg vom ritterlichen Heldenmuthe.
[10]Es gibt benachbarte Gegenden, wo der schüchterne Jüngling mit Stockprügeln zur Lüftung des Schleiers getrieben werden muß.Risum teneatis, amici.Wie weit weg vom ritterlichen Heldenmuthe.
[11]Diese Männer Gottes verdammen wahrscheinlich nach der Lehre der Schrift:Nolite judicare, ut non judicemini(Urtheilet nicht, damit ihr nicht beurtheilet werdet.)
[11]Diese Männer Gottes verdammen wahrscheinlich nach der Lehre der Schrift:Nolite judicare, ut non judicemini(Urtheilet nicht, damit ihr nicht beurtheilet werdet.)
[12]Wenn man nicht lieber auf dem Dampfboote des österreichischen Lloyd reisen will, welches allemal im Anfange und in der Mitte eines Monats von Triest abfährt (1839).
[12]Wenn man nicht lieber auf dem Dampfboote des österreichischen Lloyd reisen will, welches allemal im Anfange und in der Mitte eines Monats von Triest abfährt (1839).
[13]Wer bequemer reisen will, dem kann ich nicht nachdrücklich genug empfehlen, daß er auf irgend eine Vorrichtung zum Schutze vor denStechfliegen, den Schlafräubern, denke. Ich verbrachte die erste Nacht in Alexandrien wegen der Stechfliegen sehr unangenehm. Ich betrachtete den Bettvorhang mit nordischen Augen, und glaubte, er sollte das Bett umhüllen. Ich erzählte meine Widerwärtigkeit, und da vernahm ich, daß er einFliegenvorhang(Mosquetière) sei. Ich solle, hieß es, vor dem Schlafengehen nur alle Fliegen hinausjagen, und dann das Bett mit dem Vorhang umschließen. Ich that es, und schlief ungestört. In meinem Zimmer brumsete eine solche Menge Fliegen, daß sie meinen Zucker buchstäblich schwärzte. Eine Limonade zu bereiten, kostete viel Mühe, und bei aller Vorsicht konnte ich nicht hindern, daß nicht einige Fliegen in das Getränke fielen. In Abusabel bettete man mir vortrefflich auf dem Diwane; es fehlte aber ein Fliegenvorhang; ich deckte das Gesicht mit einem Tuche; dieses hielt zu warm, und ich mußte es entfernen. Die Fliegenqual gestattete mir wenig Schlaf. Ehe ich bei meinem Freunde in Kairo einzog, machte ich darum auch Schwierigkeiten, weil er keinen Fliegenvorhang besitze. In seinem Hause seien wenig Fliegen, erwiederte er. In der That beunruhigte mich nur selten eine Fliege. Man unterscheidet in Kairo die Häuser in solche, worin es viel, und in andere, worin es wenig oder keine Fliegen gibt, je nachdem ohne Zweifel die Häuser von der Sonne mehr oder minder beschienen werden, und für jene mehr oder minder Köder enthalten. Die letzten, doch nicht viele, Stechfliegen plagten mich in Ramle. In Jaffa sollen sie selbst in der Mitte des Sommers sehr selten schwärmen. Die Bücher englischer Reisender sind überaus erbaulich, wenn sie über die Stechfliegen so gewaltig Lärm schlagen. Von Leuten, die auf eine Reisevielverwenden, sich aber wegen derwichtigen Kleinigkeitnicht vorsehen, wie leicht man sich auch vor den Fliegen schützen könnte, muß man beinahe glauben, daß sie Stoff zu Klagen lieben und suchen.
[13]Wer bequemer reisen will, dem kann ich nicht nachdrücklich genug empfehlen, daß er auf irgend eine Vorrichtung zum Schutze vor denStechfliegen, den Schlafräubern, denke. Ich verbrachte die erste Nacht in Alexandrien wegen der Stechfliegen sehr unangenehm. Ich betrachtete den Bettvorhang mit nordischen Augen, und glaubte, er sollte das Bett umhüllen. Ich erzählte meine Widerwärtigkeit, und da vernahm ich, daß er einFliegenvorhang(Mosquetière) sei. Ich solle, hieß es, vor dem Schlafengehen nur alle Fliegen hinausjagen, und dann das Bett mit dem Vorhang umschließen. Ich that es, und schlief ungestört. In meinem Zimmer brumsete eine solche Menge Fliegen, daß sie meinen Zucker buchstäblich schwärzte. Eine Limonade zu bereiten, kostete viel Mühe, und bei aller Vorsicht konnte ich nicht hindern, daß nicht einige Fliegen in das Getränke fielen. In Abusabel bettete man mir vortrefflich auf dem Diwane; es fehlte aber ein Fliegenvorhang; ich deckte das Gesicht mit einem Tuche; dieses hielt zu warm, und ich mußte es entfernen. Die Fliegenqual gestattete mir wenig Schlaf. Ehe ich bei meinem Freunde in Kairo einzog, machte ich darum auch Schwierigkeiten, weil er keinen Fliegenvorhang besitze. In seinem Hause seien wenig Fliegen, erwiederte er. In der That beunruhigte mich nur selten eine Fliege. Man unterscheidet in Kairo die Häuser in solche, worin es viel, und in andere, worin es wenig oder keine Fliegen gibt, je nachdem ohne Zweifel die Häuser von der Sonne mehr oder minder beschienen werden, und für jene mehr oder minder Köder enthalten. Die letzten, doch nicht viele, Stechfliegen plagten mich in Ramle. In Jaffa sollen sie selbst in der Mitte des Sommers sehr selten schwärmen. Die Bücher englischer Reisender sind überaus erbaulich, wenn sie über die Stechfliegen so gewaltig Lärm schlagen. Von Leuten, die auf eine Reisevielverwenden, sich aber wegen derwichtigen Kleinigkeitnicht vorsehen, wie leicht man sich auch vor den Fliegen schützen könnte, muß man beinahe glauben, daß sie Stoff zu Klagen lieben und suchen.
[14]Die Bemerkungen über die verschiedenen Religionsbekenntnisse der Bewohner in Syrienübersetzteich während meiner Wanderung größtentheils aus der vorne [S. 5 des 1. Bandes] genannten italienischen Schrift vonFailoni.
[14]Die Bemerkungen über die verschiedenen Religionsbekenntnisse der Bewohner in Syrienübersetzteich während meiner Wanderung größtentheils aus der vorne [S. 5 des 1. Bandes] genannten italienischen Schrift vonFailoni.