Ich lese die Bibel.

Ich lese die Bibel.

Was mir ein hohes Vergnügen gewährte, war das Lesen in der Bibel, während ich eben auf dem Schauplatze stand, worauf dieselbe so oft führt; denn Joppe ward zu Judäa gezählt. Die Patres gaben mir eine Vulgata ohne irgend einen Anstand. Ich würde zwarLuthersausgezeichneter, kraftdeutschen Uebersetzung den Vorzug eingeräumt haben; allein eine solche war nicht aufzubringen, und unter den lateinischen Uebersetzungen verdient die Vulgata gewiß eine Ehrenstelle. Das Latein des ehrwürdigenHieronymuserhebt sich weit über das Mittelmäßige.

Das alte Testament enthält einen so großen Reichthuman Eigenthümlichem aus dem Leben der Israeliten, daß es ein wahres jüdisches Volksbuch ist. Es überrascht insbesondere mit der Schilderung von Sitten und Gebräuchen. Hier, wo ich als Reisender die Aufgabe, diejenigen der heutigen Einwohner im alten Lande der Juden zu beobachten, nach Maßgabe meiner Zeit und Kräfte löste, fühlte ich in mir gleichsam einen Drang, zwischen der Vergangenheit und der Gegenwart Vergleichungen anzustellen, wofür mir der süße Lohn zu Theil ward, in der Bibel so treuen Zeichnungen zu begegnen.


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