Einkehr.

Tausend Formen hast du, Menschheit,Durchgeprobt in deinem Leben.Hier in Freiheit, dort in Knechtschaft,Hier in Trägheit, dort im Streben.Hier in stolzen Waffengängen,Dort mit weichen, frommen SittenBist du kühn zugleich und zagendDurch die Nacht der Zeit geschritten.Doch, die Sterne, die da leuchten,Und die Blumen, die da sprossen,Und die Trauben, die da reifen,Hast du einst wie heut genossen.Ganz wie Adam seine EvaSich gemacht zur Herzensbeute,Ganz wie Kain erschlug den Bruder,Ganz so liebt und haßt man heute.Eins ist ewig; was du tun magst,Menschheit, streiten oder zagen,Lust und Leid, soviel in deinemBusen Platz hat, mußt du tragen.Auch der Mächtige und FreieIst die Beute eines Drachen.Und den Sklaven an der KetteKann nurLiebeselig machen.Das, was dich auf deiner WanderManchmal will zu Boden drücken:Nicht der Weg ist's, der dich schwächet,Nur die Last auf deinem Rücken.Ob der König, ob der Priester,Ob der Volksgewählte führet,Ob der Glaube, ob das Wissen,Ob die Kunst das Leben zieret,Es ist eins. Aus andern TiefenKeimen, Mensch, dir Heil und Schmerzen,Dein Geschick steigt groß und ehernEinzig nur aus deinem Herzen.

Tausend Formen hast du, Menschheit,Durchgeprobt in deinem Leben.Hier in Freiheit, dort in Knechtschaft,Hier in Trägheit, dort im Streben.Hier in stolzen Waffengängen,Dort mit weichen, frommen SittenBist du kühn zugleich und zagendDurch die Nacht der Zeit geschritten.Doch, die Sterne, die da leuchten,Und die Blumen, die da sprossen,Und die Trauben, die da reifen,Hast du einst wie heut genossen.Ganz wie Adam seine EvaSich gemacht zur Herzensbeute,Ganz wie Kain erschlug den Bruder,Ganz so liebt und haßt man heute.Eins ist ewig; was du tun magst,Menschheit, streiten oder zagen,Lust und Leid, soviel in deinemBusen Platz hat, mußt du tragen.Auch der Mächtige und FreieIst die Beute eines Drachen.Und den Sklaven an der KetteKann nurLiebeselig machen.Das, was dich auf deiner WanderManchmal will zu Boden drücken:Nicht der Weg ist's, der dich schwächet,Nur die Last auf deinem Rücken.Ob der König, ob der Priester,Ob der Volksgewählte führet,Ob der Glaube, ob das Wissen,Ob die Kunst das Leben zieret,Es ist eins. Aus andern TiefenKeimen, Mensch, dir Heil und Schmerzen,Dein Geschick steigt groß und ehernEinzig nur aus deinem Herzen.

Tausend Formen hast du, Menschheit,Durchgeprobt in deinem Leben.Hier in Freiheit, dort in Knechtschaft,Hier in Trägheit, dort im Streben.

Hier in stolzen Waffengängen,Dort mit weichen, frommen SittenBist du kühn zugleich und zagendDurch die Nacht der Zeit geschritten.

Doch, die Sterne, die da leuchten,Und die Blumen, die da sprossen,Und die Trauben, die da reifen,Hast du einst wie heut genossen.

Ganz wie Adam seine EvaSich gemacht zur Herzensbeute,Ganz wie Kain erschlug den Bruder,Ganz so liebt und haßt man heute.

Eins ist ewig; was du tun magst,Menschheit, streiten oder zagen,Lust und Leid, soviel in deinemBusen Platz hat, mußt du tragen.

Auch der Mächtige und FreieIst die Beute eines Drachen.Und den Sklaven an der KetteKann nurLiebeselig machen.

Das, was dich auf deiner WanderManchmal will zu Boden drücken:Nicht der Weg ist's, der dich schwächet,Nur die Last auf deinem Rücken.

Ob der König, ob der Priester,Ob der Volksgewählte führet,Ob der Glaube, ob das Wissen,Ob die Kunst das Leben zieret,

Es ist eins. Aus andern TiefenKeimen, Mensch, dir Heil und Schmerzen,Dein Geschick steigt groß und ehernEinzig nur aus deinem Herzen.

Vor zwei Jahren, zu Sankt Marten,Habe ich in Nachbars GartenEinen schweren Fluch gesäet.Rachedürstend wollt' ich warten,Bis er in die Halme gehtUnd im sonnenfrohen LenzeDen verhaßten Hof umkränzeStrüppedicht mit Dornenranken.Sieh, und als am MaienbronnenAlle Lebewesen tranken,Haben Blüten sich gesponnenUm das Haus des Nachbars Jocken,Der mir tat die Braut entlocken.Linde weiße, rote Blüten,An der Stirn des Hauses glühten;Rankten hold sich um die Dächer,Stiegen leis in die Gemächer,Alles zart in Blumen hüllendUnd mit süßem Hauch erfüllend —Graunerregend wonnesam! —Als die Zeit der Reife kam,Welch ein seltsam Früchteprangen!An den grünberankten Zweigen,Die sich um die Fenster neigen,Schwere goldne Äpfel hangen ...Doch, was seh' ich auf der ErdenSchlangenähnlich sich gebärden!Unheildeutend grause Zeichen!Wüste Dorngestrüppe schleichenMeinem,meinemHause zu! —Sachte wird es eingewobenVon dem Erdgeschoß bis oben,Wo der Fahne stolzer PrangGlück verkündet jahrelang.Wüst umstrickt das Haus zum HohneMit der kahlen Dornenkrone. —Als sich so das Los gewendet,Klopft es leise an der Tür,Kommt der Nachbar Jock und spendetTröstend eine Rose mir.Eine jener süßen, großenRosen, die dem Fluch entsprossen.— Ach, wie mir der Rose GlutenMeine arme Seele sengten!Und wie mir die milden, gutenWorte weh das Herz bedrängten! —Was dir, Mensch, auch mag begegnen,Nimmer sollst du Rache suchen.Bist ein Stümper doch im SegnenUnd ein größerer noch im Fluchen.

Vor zwei Jahren, zu Sankt Marten,Habe ich in Nachbars GartenEinen schweren Fluch gesäet.Rachedürstend wollt' ich warten,Bis er in die Halme gehtUnd im sonnenfrohen LenzeDen verhaßten Hof umkränzeStrüppedicht mit Dornenranken.Sieh, und als am MaienbronnenAlle Lebewesen tranken,Haben Blüten sich gesponnenUm das Haus des Nachbars Jocken,Der mir tat die Braut entlocken.Linde weiße, rote Blüten,An der Stirn des Hauses glühten;Rankten hold sich um die Dächer,Stiegen leis in die Gemächer,Alles zart in Blumen hüllendUnd mit süßem Hauch erfüllend —Graunerregend wonnesam! —Als die Zeit der Reife kam,Welch ein seltsam Früchteprangen!An den grünberankten Zweigen,Die sich um die Fenster neigen,Schwere goldne Äpfel hangen ...Doch, was seh' ich auf der ErdenSchlangenähnlich sich gebärden!Unheildeutend grause Zeichen!Wüste Dorngestrüppe schleichenMeinem,meinemHause zu! —Sachte wird es eingewobenVon dem Erdgeschoß bis oben,Wo der Fahne stolzer PrangGlück verkündet jahrelang.Wüst umstrickt das Haus zum HohneMit der kahlen Dornenkrone. —Als sich so das Los gewendet,Klopft es leise an der Tür,Kommt der Nachbar Jock und spendetTröstend eine Rose mir.Eine jener süßen, großenRosen, die dem Fluch entsprossen.— Ach, wie mir der Rose GlutenMeine arme Seele sengten!Und wie mir die milden, gutenWorte weh das Herz bedrängten! —Was dir, Mensch, auch mag begegnen,Nimmer sollst du Rache suchen.Bist ein Stümper doch im SegnenUnd ein größerer noch im Fluchen.

Vor zwei Jahren, zu Sankt Marten,Habe ich in Nachbars GartenEinen schweren Fluch gesäet.Rachedürstend wollt' ich warten,Bis er in die Halme gehtUnd im sonnenfrohen LenzeDen verhaßten Hof umkränzeStrüppedicht mit Dornenranken.Sieh, und als am MaienbronnenAlle Lebewesen tranken,Haben Blüten sich gesponnenUm das Haus des Nachbars Jocken,Der mir tat die Braut entlocken.Linde weiße, rote Blüten,An der Stirn des Hauses glühten;Rankten hold sich um die Dächer,Stiegen leis in die Gemächer,Alles zart in Blumen hüllendUnd mit süßem Hauch erfüllend —Graunerregend wonnesam! —Als die Zeit der Reife kam,Welch ein seltsam Früchteprangen!An den grünberankten Zweigen,Die sich um die Fenster neigen,Schwere goldne Äpfel hangen ...Doch, was seh' ich auf der ErdenSchlangenähnlich sich gebärden!Unheildeutend grause Zeichen!Wüste Dorngestrüppe schleichenMeinem,meinemHause zu! —Sachte wird es eingewobenVon dem Erdgeschoß bis oben,Wo der Fahne stolzer PrangGlück verkündet jahrelang.Wüst umstrickt das Haus zum HohneMit der kahlen Dornenkrone. —Als sich so das Los gewendet,Klopft es leise an der Tür,Kommt der Nachbar Jock und spendetTröstend eine Rose mir.Eine jener süßen, großenRosen, die dem Fluch entsprossen.— Ach, wie mir der Rose GlutenMeine arme Seele sengten!Und wie mir die milden, gutenWorte weh das Herz bedrängten! —Was dir, Mensch, auch mag begegnen,Nimmer sollst du Rache suchen.Bist ein Stümper doch im SegnenUnd ein größerer noch im Fluchen.

Rosen hasch' ich, Dornen faß ich, knieend dieser Welt zu Füßen,Alle Sünden, die ich tue, muß ich auf der Stelle büßen.Lüg' ich heute, daß nur kleine, enge Stiefelchen mir taugen,Kommt schon morgen so ein Wichtling, tritt mir auf die Hühneraugen.Will ich heute träge träumend unter kühlem Flieder sitzen,Muß ich morgen voll von Sorgen unter Doppellasten schwitzen.Schlürf' ich heute seliges Leben andachtsvoll aus goldnem Becher,Teil' ich morgen, ach, den Jammer wilder ausgelass'ner Zecher.Tu' ich heute einer Schönen froh mein hüpfend Herzlein leihen,Kommt sie morgen schon, mich mahnend an die Pflichten, sie zu freien.Klingen heute Hochzeitsglocken, schallt schon morgen Grabgebimmel,Doch ich hoffe, meine Seele kommt vom Mund auf in den Himmel.

Rosen hasch' ich, Dornen faß ich, knieend dieser Welt zu Füßen,Alle Sünden, die ich tue, muß ich auf der Stelle büßen.Lüg' ich heute, daß nur kleine, enge Stiefelchen mir taugen,Kommt schon morgen so ein Wichtling, tritt mir auf die Hühneraugen.Will ich heute träge träumend unter kühlem Flieder sitzen,Muß ich morgen voll von Sorgen unter Doppellasten schwitzen.Schlürf' ich heute seliges Leben andachtsvoll aus goldnem Becher,Teil' ich morgen, ach, den Jammer wilder ausgelass'ner Zecher.Tu' ich heute einer Schönen froh mein hüpfend Herzlein leihen,Kommt sie morgen schon, mich mahnend an die Pflichten, sie zu freien.Klingen heute Hochzeitsglocken, schallt schon morgen Grabgebimmel,Doch ich hoffe, meine Seele kommt vom Mund auf in den Himmel.

Rosen hasch' ich, Dornen faß ich, knieend dieser Welt zu Füßen,Alle Sünden, die ich tue, muß ich auf der Stelle büßen.

Lüg' ich heute, daß nur kleine, enge Stiefelchen mir taugen,Kommt schon morgen so ein Wichtling, tritt mir auf die Hühneraugen.

Will ich heute träge träumend unter kühlem Flieder sitzen,Muß ich morgen voll von Sorgen unter Doppellasten schwitzen.

Schlürf' ich heute seliges Leben andachtsvoll aus goldnem Becher,Teil' ich morgen, ach, den Jammer wilder ausgelass'ner Zecher.

Tu' ich heute einer Schönen froh mein hüpfend Herzlein leihen,Kommt sie morgen schon, mich mahnend an die Pflichten, sie zu freien.

Klingen heute Hochzeitsglocken, schallt schon morgen Grabgebimmel,Doch ich hoffe, meine Seele kommt vom Mund auf in den Himmel.

Der Winter, der starre,Er liegt auf der Sterbe,O lächelnder Erbe.Wie üppig du erbst!Den blühenden Frühling,Den leuchtenden Sommer,Den Kastenfüller,Den goldenen Herbst.

Der Winter, der starre,Er liegt auf der Sterbe,O lächelnder Erbe.Wie üppig du erbst!Den blühenden Frühling,Den leuchtenden Sommer,Den Kastenfüller,Den goldenen Herbst.

Der Winter, der starre,Er liegt auf der Sterbe,O lächelnder Erbe.Wie üppig du erbst!Den blühenden Frühling,Den leuchtenden Sommer,Den Kastenfüller,Den goldenen Herbst.

Nun wandle übers Morgensonnenfeld.In Ehrfurcht tritt zurück von deinem WegDie Alltagswelt.Auf allen Auen heilige Ruh,Über deinem Haupte hochEin Falter fliegt im Kreise,Die Perlen auf den Halmen zittern leise,Und Blumen neigen ihren Kelch dir zu. —O bebe, junge Brust,O bete, banges Herz, in ahnungsvoller Lust,Und laß dich weihen, laß dich segnen.— Heute wird dein Schicksal dir begegnen.

Nun wandle übers Morgensonnenfeld.In Ehrfurcht tritt zurück von deinem WegDie Alltagswelt.Auf allen Auen heilige Ruh,Über deinem Haupte hochEin Falter fliegt im Kreise,Die Perlen auf den Halmen zittern leise,Und Blumen neigen ihren Kelch dir zu. —O bebe, junge Brust,O bete, banges Herz, in ahnungsvoller Lust,Und laß dich weihen, laß dich segnen.— Heute wird dein Schicksal dir begegnen.

Nun wandle übers Morgensonnenfeld.In Ehrfurcht tritt zurück von deinem WegDie Alltagswelt.Auf allen Auen heilige Ruh,Über deinem Haupte hochEin Falter fliegt im Kreise,Die Perlen auf den Halmen zittern leise,Und Blumen neigen ihren Kelch dir zu. —O bebe, junge Brust,O bete, banges Herz, in ahnungsvoller Lust,Und laß dich weihen, laß dich segnen.— Heute wird dein Schicksal dir begegnen.

Auf Bergeshöh' im Sonnenschein,Wo Alpenrosen, rot und rein,An Lust und Liebe mahnen;Auf Bergeshöh' im SonnenscheinBin ich mit meinem Leid alleinBei Rosen und Gentianen.Die Erde, die mir das Liebste nahm,Sie schaut mich, ach, so kindlich anMit ihren Blumenaugen:»Und hab' ich dir gleich weh getan,So denk, wie muß nach Qual und WahnDie kühle Erde taugen!«

Auf Bergeshöh' im Sonnenschein,Wo Alpenrosen, rot und rein,An Lust und Liebe mahnen;Auf Bergeshöh' im SonnenscheinBin ich mit meinem Leid alleinBei Rosen und Gentianen.Die Erde, die mir das Liebste nahm,Sie schaut mich, ach, so kindlich anMit ihren Blumenaugen:»Und hab' ich dir gleich weh getan,So denk, wie muß nach Qual und WahnDie kühle Erde taugen!«

Auf Bergeshöh' im Sonnenschein,Wo Alpenrosen, rot und rein,An Lust und Liebe mahnen;Auf Bergeshöh' im SonnenscheinBin ich mit meinem Leid alleinBei Rosen und Gentianen.

Die Erde, die mir das Liebste nahm,Sie schaut mich, ach, so kindlich anMit ihren Blumenaugen:»Und hab' ich dir gleich weh getan,So denk, wie muß nach Qual und WahnDie kühle Erde taugen!«

1.

Freier Hand seit Tausenden von JahrenHat Natur an diesem KnochenkarrenMenschenleibvoll Fleiß und Kraft gebaut.Mit der Schöpfung Künsten wohl vertrautStanden alle Stoffe ihr zur WahlUnd ein Riesenarsenal.Nimmermüde schuf sie durch Äonen,Probte alle Formen, alle Zonen,Brach entzwei, was etwa doch mißlungen,Bis das Werk vollbracht, der Sieg errungen.Und in dieser herrlichen GestaltNahm dieMenschenseeleAufenthalt.Jauchzend brachte sie das Werk in Gang,Und das heiße Herz in Wonne sprang!— — Ach, wie balde hörte man im feinenBlutdurchwogten Tempel —leise weinen....

Freier Hand seit Tausenden von JahrenHat Natur an diesem KnochenkarrenMenschenleibvoll Fleiß und Kraft gebaut.Mit der Schöpfung Künsten wohl vertrautStanden alle Stoffe ihr zur WahlUnd ein Riesenarsenal.Nimmermüde schuf sie durch Äonen,Probte alle Formen, alle Zonen,Brach entzwei, was etwa doch mißlungen,Bis das Werk vollbracht, der Sieg errungen.Und in dieser herrlichen GestaltNahm dieMenschenseeleAufenthalt.Jauchzend brachte sie das Werk in Gang,Und das heiße Herz in Wonne sprang!— — Ach, wie balde hörte man im feinenBlutdurchwogten Tempel —leise weinen....

Freier Hand seit Tausenden von JahrenHat Natur an diesem KnochenkarrenMenschenleibvoll Fleiß und Kraft gebaut.Mit der Schöpfung Künsten wohl vertrautStanden alle Stoffe ihr zur WahlUnd ein Riesenarsenal.Nimmermüde schuf sie durch Äonen,Probte alle Formen, alle Zonen,Brach entzwei, was etwa doch mißlungen,Bis das Werk vollbracht, der Sieg errungen.Und in dieser herrlichen GestaltNahm dieMenschenseeleAufenthalt.Jauchzend brachte sie das Werk in Gang,Und das heiße Herz in Wonne sprang!— — Ach, wie balde hörte man im feinenBlutdurchwogten Tempel —leise weinen....

2.

Der teure KrankeRuht auf weichen Kissen,Und seine LiebenHegen und pflegenDie müden GliederIn nimmer rastender,Zarter Sorgfalt,Und scheuchen bangendTrübe SchattenEmsig davon,Und haben milde,Schmeichelnde WorteUnd frohen TrostFür sich und ihn.Und plötzlich rolltZwischen KirchhofskreuzenVon kundigen ArmenStummer MännerRasch gesenktDer Sarg zur Tiefe.Und hüllenlosIn furchtbarer Wahrheit,Die Herzen erdrückend,Wie Steine den Toten,Steht die kalte, unerbittliche,Dämonische HerrlichkeitNatur.

Der teure KrankeRuht auf weichen Kissen,Und seine LiebenHegen und pflegenDie müden GliederIn nimmer rastender,Zarter Sorgfalt,Und scheuchen bangendTrübe SchattenEmsig davon,Und haben milde,Schmeichelnde WorteUnd frohen TrostFür sich und ihn.Und plötzlich rolltZwischen KirchhofskreuzenVon kundigen ArmenStummer MännerRasch gesenktDer Sarg zur Tiefe.Und hüllenlosIn furchtbarer Wahrheit,Die Herzen erdrückend,Wie Steine den Toten,Steht die kalte, unerbittliche,Dämonische HerrlichkeitNatur.

Der teure KrankeRuht auf weichen Kissen,Und seine LiebenHegen und pflegenDie müden GliederIn nimmer rastender,Zarter Sorgfalt,Und scheuchen bangendTrübe SchattenEmsig davon,Und haben milde,Schmeichelnde WorteUnd frohen TrostFür sich und ihn.

Und plötzlich rolltZwischen KirchhofskreuzenVon kundigen ArmenStummer MännerRasch gesenktDer Sarg zur Tiefe.Und hüllenlosIn furchtbarer Wahrheit,Die Herzen erdrückend,Wie Steine den Toten,Steht die kalte, unerbittliche,Dämonische HerrlichkeitNatur.

3.

Das Leben ist ein böser Traum,Doch willst du baß erschrecken,Wenn jener mit der Hippe kommt,Dich plötzlich aufzuwecken.Und wenn der mit der Hippe kommt,Und mäht die Nesseln nieder,Gleich bittest ihn um so viel Frist,Um sie zu säen wieder.Und wenn der mit der Sanduhr kommt,Dich mahnend, nicht zu säumen,So flehst: 's ist zwar ein böser Traum,Doch laß mich weiter träumen.

Das Leben ist ein böser Traum,Doch willst du baß erschrecken,Wenn jener mit der Hippe kommt,Dich plötzlich aufzuwecken.Und wenn der mit der Hippe kommt,Und mäht die Nesseln nieder,Gleich bittest ihn um so viel Frist,Um sie zu säen wieder.Und wenn der mit der Sanduhr kommt,Dich mahnend, nicht zu säumen,So flehst: 's ist zwar ein böser Traum,Doch laß mich weiter träumen.

Das Leben ist ein böser Traum,Doch willst du baß erschrecken,Wenn jener mit der Hippe kommt,Dich plötzlich aufzuwecken.

Und wenn der mit der Hippe kommt,Und mäht die Nesseln nieder,Gleich bittest ihn um so viel Frist,Um sie zu säen wieder.

Und wenn der mit der Sanduhr kommt,Dich mahnend, nicht zu säumen,So flehst: 's ist zwar ein böser Traum,Doch laß mich weiter träumen.

4.

Wie wird unser Himmel sich gestalten?Was wird unsre Seligkeit enthalten?Nichts von allem, was wir heute lieben,Das ist endlos weit zurückgeblieben.Heiße Lust bringt immer heißes Leid.—Schmerzlos Sein allein ist Seligkeit.

Wie wird unser Himmel sich gestalten?Was wird unsre Seligkeit enthalten?Nichts von allem, was wir heute lieben,Das ist endlos weit zurückgeblieben.Heiße Lust bringt immer heißes Leid.—Schmerzlos Sein allein ist Seligkeit.

Wie wird unser Himmel sich gestalten?Was wird unsre Seligkeit enthalten?Nichts von allem, was wir heute lieben,Das ist endlos weit zurückgeblieben.Heiße Lust bringt immer heißes Leid.—Schmerzlos Sein allein ist Seligkeit.

Ach, wie ist mir wüst und wehAuf der dummen Welt!Dort, wo ich am liebsten geh',Das, was ich am liebsten seh',Ist mir längst vergällt.Nicht vom Feinde stammt mein Leid,Der macht mich nur stark.Solche, denen war geweihtTreu mein Herz zu aller Zeit,Trafen mich ins Mark.Was sie falsch mir angetan,Stumm sei's wie das Grab.Und des Grams geheimer Bann,Den mir niemand lösen kann,Drückt mich bald hinab.Sonst ein Jauchzen — jetzt ein Schrei:O du dumme Welt!Wär' ich dieses Wahnes frei,Hätt' ich nie auf Menschentreu'Herz und Glück gestellt!Hätt' ich nie auf WeibessinnNest und Not gebaut,Flög' ich vogelfröhlich hin,Freiheit wäre mein Gewinn,Freude meine Braut.Lieb' und Treue, blöder Wicht,Hast du dir gewählt.Liebe stirbt, Vertrauen bricht,Was du meinst, das gibt es nichtAuf der dummen Welt.Einst war ich so froh und rein,Wie ein Maientag,Jetzt, o Nebel, hüll mich ein,Weil ich Lust und SonnenscheinNimmer sehen mag.Wie ein blätterloser BaumSteh' ich auf der Heid',Dürres Laub vom Waldessaum,Starres Eis und FlockenflaumIst mein Hochzeitskleid.Sterben ist ein' harte Buß',Wem es nicht gefällt.Mir ist's redlich zum Verdruß,Daß ich heut nochlebenmußAuf der dummen Welt.

Ach, wie ist mir wüst und wehAuf der dummen Welt!Dort, wo ich am liebsten geh',Das, was ich am liebsten seh',Ist mir längst vergällt.Nicht vom Feinde stammt mein Leid,Der macht mich nur stark.Solche, denen war geweihtTreu mein Herz zu aller Zeit,Trafen mich ins Mark.Was sie falsch mir angetan,Stumm sei's wie das Grab.Und des Grams geheimer Bann,Den mir niemand lösen kann,Drückt mich bald hinab.Sonst ein Jauchzen — jetzt ein Schrei:O du dumme Welt!Wär' ich dieses Wahnes frei,Hätt' ich nie auf Menschentreu'Herz und Glück gestellt!Hätt' ich nie auf WeibessinnNest und Not gebaut,Flög' ich vogelfröhlich hin,Freiheit wäre mein Gewinn,Freude meine Braut.Lieb' und Treue, blöder Wicht,Hast du dir gewählt.Liebe stirbt, Vertrauen bricht,Was du meinst, das gibt es nichtAuf der dummen Welt.Einst war ich so froh und rein,Wie ein Maientag,Jetzt, o Nebel, hüll mich ein,Weil ich Lust und SonnenscheinNimmer sehen mag.Wie ein blätterloser BaumSteh' ich auf der Heid',Dürres Laub vom Waldessaum,Starres Eis und FlockenflaumIst mein Hochzeitskleid.Sterben ist ein' harte Buß',Wem es nicht gefällt.Mir ist's redlich zum Verdruß,Daß ich heut nochlebenmußAuf der dummen Welt.

Ach, wie ist mir wüst und wehAuf der dummen Welt!Dort, wo ich am liebsten geh',Das, was ich am liebsten seh',Ist mir längst vergällt.

Nicht vom Feinde stammt mein Leid,Der macht mich nur stark.Solche, denen war geweihtTreu mein Herz zu aller Zeit,Trafen mich ins Mark.

Was sie falsch mir angetan,Stumm sei's wie das Grab.Und des Grams geheimer Bann,Den mir niemand lösen kann,Drückt mich bald hinab.

Sonst ein Jauchzen — jetzt ein Schrei:O du dumme Welt!Wär' ich dieses Wahnes frei,Hätt' ich nie auf Menschentreu'Herz und Glück gestellt!

Hätt' ich nie auf WeibessinnNest und Not gebaut,Flög' ich vogelfröhlich hin,Freiheit wäre mein Gewinn,Freude meine Braut.

Lieb' und Treue, blöder Wicht,Hast du dir gewählt.Liebe stirbt, Vertrauen bricht,Was du meinst, das gibt es nichtAuf der dummen Welt.

Einst war ich so froh und rein,Wie ein Maientag,Jetzt, o Nebel, hüll mich ein,Weil ich Lust und SonnenscheinNimmer sehen mag.

Wie ein blätterloser BaumSteh' ich auf der Heid',Dürres Laub vom Waldessaum,Starres Eis und FlockenflaumIst mein Hochzeitskleid.

Sterben ist ein' harte Buß',Wem es nicht gefällt.Mir ist's redlich zum Verdruß,Daß ich heut nochlebenmußAuf der dummen Welt.

Seit vielen Jahren genieß' ich die Welt,Teils geistig und teils leiblich.Daß so viel Glück ins Herz mir fliegt,Ich kann's und kann's nicht finden, wo's liegt,Es ist ganz unbeschreiblich.Wir lieben die Lieb', wir nennen die Lieb',Ob männlich oder weiblich.Wir fühlen die Seligkeit, fühlen die Pein,Und wissen nicht ja, und wissen nicht nein,Es ist ganz unbeschreiblich.Seit vierzig Jahren sann ich und schrieb —Es war ganz unausbleiblich.Und als ich geschrieben der vierzig Jahr',Da stockt' mir das Herz, da seh' ich es klar —'s ist alles unbeschreiblich.

Seit vielen Jahren genieß' ich die Welt,Teils geistig und teils leiblich.Daß so viel Glück ins Herz mir fliegt,Ich kann's und kann's nicht finden, wo's liegt,Es ist ganz unbeschreiblich.Wir lieben die Lieb', wir nennen die Lieb',Ob männlich oder weiblich.Wir fühlen die Seligkeit, fühlen die Pein,Und wissen nicht ja, und wissen nicht nein,Es ist ganz unbeschreiblich.Seit vierzig Jahren sann ich und schrieb —Es war ganz unausbleiblich.Und als ich geschrieben der vierzig Jahr',Da stockt' mir das Herz, da seh' ich es klar —'s ist alles unbeschreiblich.

Seit vielen Jahren genieß' ich die Welt,Teils geistig und teils leiblich.Daß so viel Glück ins Herz mir fliegt,Ich kann's und kann's nicht finden, wo's liegt,Es ist ganz unbeschreiblich.

Wir lieben die Lieb', wir nennen die Lieb',Ob männlich oder weiblich.Wir fühlen die Seligkeit, fühlen die Pein,Und wissen nicht ja, und wissen nicht nein,Es ist ganz unbeschreiblich.

Seit vierzig Jahren sann ich und schrieb —Es war ganz unausbleiblich.Und als ich geschrieben der vierzig Jahr',Da stockt' mir das Herz, da seh' ich es klar —'s ist alles unbeschreiblich.

Was hab' ich dich gesucht, du Unbekanntes,Auf Erden dich gesucht und nicht gefunden.Du mir Unfaßbares und doch Verwandtes.Ich habe dich gesucht.Im Gartenzelt und in der Felsenkrone,Im engen Wald und auf den Meeresrunden.In dunklen Nächten, in des Himmels Sonne,Wie hab' ich dich gesucht!In Einsamkeit, im prunkenden Gemenge,Bei Freunden und bei Frauen tat ich fragen,In stiller Lust, in rauschendem GedrängeWie hab' ich dich gesucht!Wie grünte, blühte es in vielen Zweigen,Doch keiner hat die heilige Frucht getragen.Hier mußt' ich sinken, dort zur Höhe steigen,Ich hab' es nicht erreicht!Was war's, das ich gesucht? Ich kann's nicht sagen.Für solche Größe ist das Wort zu klein,Das Allergrößte kann die Welt nicht tragen.Wo wird es sein!Ich find' es doch, denn nichts isthalbgegeben.Wenn Sehnsucht ist, ist auch der Sehnsucht Stillung,Der demutsvollen Ahnung wird Erfüllung.Und lebe ich, so muß auchjenesleben.Ich find' es doch.

Was hab' ich dich gesucht, du Unbekanntes,Auf Erden dich gesucht und nicht gefunden.Du mir Unfaßbares und doch Verwandtes.Ich habe dich gesucht.Im Gartenzelt und in der Felsenkrone,Im engen Wald und auf den Meeresrunden.In dunklen Nächten, in des Himmels Sonne,Wie hab' ich dich gesucht!In Einsamkeit, im prunkenden Gemenge,Bei Freunden und bei Frauen tat ich fragen,In stiller Lust, in rauschendem GedrängeWie hab' ich dich gesucht!Wie grünte, blühte es in vielen Zweigen,Doch keiner hat die heilige Frucht getragen.Hier mußt' ich sinken, dort zur Höhe steigen,Ich hab' es nicht erreicht!Was war's, das ich gesucht? Ich kann's nicht sagen.Für solche Größe ist das Wort zu klein,Das Allergrößte kann die Welt nicht tragen.Wo wird es sein!Ich find' es doch, denn nichts isthalbgegeben.Wenn Sehnsucht ist, ist auch der Sehnsucht Stillung,Der demutsvollen Ahnung wird Erfüllung.Und lebe ich, so muß auchjenesleben.Ich find' es doch.

Was hab' ich dich gesucht, du Unbekanntes,Auf Erden dich gesucht und nicht gefunden.Du mir Unfaßbares und doch Verwandtes.Ich habe dich gesucht.

Im Gartenzelt und in der Felsenkrone,Im engen Wald und auf den Meeresrunden.In dunklen Nächten, in des Himmels Sonne,Wie hab' ich dich gesucht!

In Einsamkeit, im prunkenden Gemenge,Bei Freunden und bei Frauen tat ich fragen,In stiller Lust, in rauschendem GedrängeWie hab' ich dich gesucht!

Wie grünte, blühte es in vielen Zweigen,Doch keiner hat die heilige Frucht getragen.Hier mußt' ich sinken, dort zur Höhe steigen,Ich hab' es nicht erreicht!

Was war's, das ich gesucht? Ich kann's nicht sagen.Für solche Größe ist das Wort zu klein,Das Allergrößte kann die Welt nicht tragen.Wo wird es sein!

Ich find' es doch, denn nichts isthalbgegeben.Wenn Sehnsucht ist, ist auch der Sehnsucht Stillung,Der demutsvollen Ahnung wird Erfüllung.Und lebe ich, so muß auchjenesleben.Ich find' es doch.

In Gluten und Fiebern lag ich dahin,Der Doktor kam jeden Tag,Befühlte den Puls und verschrieb mir Chinin,Behorchte des Herzens Schlag.Er horchte durchs Röhrchen, er legte das OhrZur Stelle, wo's seltsamlich schlug,Es zitterte leis, und es wogte so heiß,Er wurde durchaus nicht klug.Der Muskel, er hämmert mit bräutlicher Kraft,Und doch ist's ein Todesringen!Wie läßt sich nur mit der WissenschaftDas Ding in Einklang bringen?— Und wenn ich dich soll belehren, Freund,Ich sag' es nicht zum Scherze,Was dir nur als ein Muskel erscheint:Das ist — ein Dichterherze!

In Gluten und Fiebern lag ich dahin,Der Doktor kam jeden Tag,Befühlte den Puls und verschrieb mir Chinin,Behorchte des Herzens Schlag.Er horchte durchs Röhrchen, er legte das OhrZur Stelle, wo's seltsamlich schlug,Es zitterte leis, und es wogte so heiß,Er wurde durchaus nicht klug.Der Muskel, er hämmert mit bräutlicher Kraft,Und doch ist's ein Todesringen!Wie läßt sich nur mit der WissenschaftDas Ding in Einklang bringen?— Und wenn ich dich soll belehren, Freund,Ich sag' es nicht zum Scherze,Was dir nur als ein Muskel erscheint:Das ist — ein Dichterherze!

In Gluten und Fiebern lag ich dahin,Der Doktor kam jeden Tag,Befühlte den Puls und verschrieb mir Chinin,Behorchte des Herzens Schlag.

Er horchte durchs Röhrchen, er legte das OhrZur Stelle, wo's seltsamlich schlug,Es zitterte leis, und es wogte so heiß,Er wurde durchaus nicht klug.

Der Muskel, er hämmert mit bräutlicher Kraft,Und doch ist's ein Todesringen!Wie läßt sich nur mit der WissenschaftDas Ding in Einklang bringen?

— Und wenn ich dich soll belehren, Freund,Ich sag' es nicht zum Scherze,Was dir nur als ein Muskel erscheint:Das ist — ein Dichterherze!

Der Wind vom Kirschbaum Blütenblätter streut,Der Frühling macht's dem Winter nach, es schneit,So mahnt in Wonnetagen leis das Leid. —Der Buchenwald in roten Feuern glüht.Der Spätherbst tut's dem Frühling nach, er blüht,So weht der Traum von Glück in herber Zeit.

Der Wind vom Kirschbaum Blütenblätter streut,Der Frühling macht's dem Winter nach, es schneit,So mahnt in Wonnetagen leis das Leid. —Der Buchenwald in roten Feuern glüht.Der Spätherbst tut's dem Frühling nach, er blüht,So weht der Traum von Glück in herber Zeit.

Der Wind vom Kirschbaum Blütenblätter streut,Der Frühling macht's dem Winter nach, es schneit,So mahnt in Wonnetagen leis das Leid. —Der Buchenwald in roten Feuern glüht.Der Spätherbst tut's dem Frühling nach, er blüht,So weht der Traum von Glück in herber Zeit.

Jugendsonne kehrt nicht wieder.Legst dich abends müde nieder,Stehst du morgens trübe auf.Teilnahmslos für all dein WaltenNimmt die Sonne durch den kaltenHimmel ihren trägen Lauf.

Jugendsonne kehrt nicht wieder.Legst dich abends müde nieder,Stehst du morgens trübe auf.Teilnahmslos für all dein WaltenNimmt die Sonne durch den kaltenHimmel ihren trägen Lauf.

Jugendsonne kehrt nicht wieder.Legst dich abends müde nieder,Stehst du morgens trübe auf.Teilnahmslos für all dein WaltenNimmt die Sonne durch den kaltenHimmel ihren trägen Lauf.

Der Tag, der wird schon spat,Mein Aug', das wird schon matt,All Menschentreiben ist ein Traum,Die Herrlichkeit, ich seh' sie kaum.Mein Aug', das wird schon matt.Mein Haar, das wird schon grau,Und welche Zier ich schau,Ob Lorbeerkranz, ob Dornenkron','s ist beides wohlverdienter Lohn.Mein Haar, das wird schon grau.Mein Herz, das wird schon alt,Es wird schon hart und kalt,Es fühlt nicht Nadel, fühlt nicht Speer,Fühlt eure Bosheit nimmermehr.Mein Herz, das wird schon kalt.

Der Tag, der wird schon spat,Mein Aug', das wird schon matt,All Menschentreiben ist ein Traum,Die Herrlichkeit, ich seh' sie kaum.Mein Aug', das wird schon matt.Mein Haar, das wird schon grau,Und welche Zier ich schau,Ob Lorbeerkranz, ob Dornenkron','s ist beides wohlverdienter Lohn.Mein Haar, das wird schon grau.Mein Herz, das wird schon alt,Es wird schon hart und kalt,Es fühlt nicht Nadel, fühlt nicht Speer,Fühlt eure Bosheit nimmermehr.Mein Herz, das wird schon kalt.

Der Tag, der wird schon spat,Mein Aug', das wird schon matt,All Menschentreiben ist ein Traum,Die Herrlichkeit, ich seh' sie kaum.Mein Aug', das wird schon matt.

Mein Haar, das wird schon grau,Und welche Zier ich schau,Ob Lorbeerkranz, ob Dornenkron','s ist beides wohlverdienter Lohn.Mein Haar, das wird schon grau.

Mein Herz, das wird schon alt,Es wird schon hart und kalt,Es fühlt nicht Nadel, fühlt nicht Speer,Fühlt eure Bosheit nimmermehr.Mein Herz, das wird schon kalt.

Ich bin ein sündiger Adam,Und habe vom Apfel gegessen,Und über den üppigen ApfelbaumDes Kreuzes fast vergessen.Doch als die Früchte fielen,Die Blätter sacht verschwanden,Da sind die Äste des ApfelbaumsAls kahles Kreuz gestanden.

Ich bin ein sündiger Adam,Und habe vom Apfel gegessen,Und über den üppigen ApfelbaumDes Kreuzes fast vergessen.Doch als die Früchte fielen,Die Blätter sacht verschwanden,Da sind die Äste des ApfelbaumsAls kahles Kreuz gestanden.

Ich bin ein sündiger Adam,Und habe vom Apfel gegessen,Und über den üppigen ApfelbaumDes Kreuzes fast vergessen.

Doch als die Früchte fielen,Die Blätter sacht verschwanden,Da sind die Äste des ApfelbaumsAls kahles Kreuz gestanden.

»Ich bereue nicht die Sünden, die ich je begangen,Ich bereue nur die Sünden, die nicht begangen.«Wohl, der Weltmann spricht's.Ich bereue nicht die Sünden, die ich je begangen,Ich bereue nicht die Sünden, die ich nicht begangen.Ich bereue nichts.Nur dasMußist Herr, und sein die Schuld am Irren.Erst die Reue würde mich zur Mitschuld führen.Ich bereue nichts.

»Ich bereue nicht die Sünden, die ich je begangen,Ich bereue nur die Sünden, die nicht begangen.«Wohl, der Weltmann spricht's.Ich bereue nicht die Sünden, die ich je begangen,Ich bereue nicht die Sünden, die ich nicht begangen.Ich bereue nichts.Nur dasMußist Herr, und sein die Schuld am Irren.Erst die Reue würde mich zur Mitschuld führen.Ich bereue nichts.

»Ich bereue nicht die Sünden, die ich je begangen,Ich bereue nur die Sünden, die nicht begangen.«Wohl, der Weltmann spricht's.

Ich bereue nicht die Sünden, die ich je begangen,Ich bereue nicht die Sünden, die ich nicht begangen.Ich bereue nichts.

Nur dasMußist Herr, und sein die Schuld am Irren.Erst die Reue würde mich zur Mitschuld führen.Ich bereue nichts.

Mein Herz wollt' sein ein EdelsteinUnd sich im Feuer härten.Der Edelstein kann schneiden ein,Doch nie geschnitten werden.InsharteBett wird trotzdem sichDer schlimmste Teufel legen,Ins harte Herz wird niemals sichDer Gottheit Bildnis prägen.

Mein Herz wollt' sein ein EdelsteinUnd sich im Feuer härten.Der Edelstein kann schneiden ein,Doch nie geschnitten werden.InsharteBett wird trotzdem sichDer schlimmste Teufel legen,Ins harte Herz wird niemals sichDer Gottheit Bildnis prägen.

Mein Herz wollt' sein ein EdelsteinUnd sich im Feuer härten.Der Edelstein kann schneiden ein,Doch nie geschnitten werden.

InsharteBett wird trotzdem sichDer schlimmste Teufel legen,Ins harte Herz wird niemals sichDer Gottheit Bildnis prägen.

Ich bin Mensch geworden in der weiten Welt,Keiner steht von allen, die da leben,Keiner über mir, keiner unter mir,Ich bin jedem beigegeben.Ich bin frei geworden in der weiten Welt.Fesseln, die mich an das Leiden bandenOder an der Freude, an der Hoffnung Trug,Alle schlug ich sie zuschanden.Ich bin klug geworden in der weiten Welt,Legte meine Kräfte und GebrestenZu der Menschheit ewigem Kapital — und schwieg,So fährt sich's am allerbesten.

Ich bin Mensch geworden in der weiten Welt,Keiner steht von allen, die da leben,Keiner über mir, keiner unter mir,Ich bin jedem beigegeben.Ich bin frei geworden in der weiten Welt.Fesseln, die mich an das Leiden bandenOder an der Freude, an der Hoffnung Trug,Alle schlug ich sie zuschanden.Ich bin klug geworden in der weiten Welt,Legte meine Kräfte und GebrestenZu der Menschheit ewigem Kapital — und schwieg,So fährt sich's am allerbesten.

Ich bin Mensch geworden in der weiten Welt,Keiner steht von allen, die da leben,Keiner über mir, keiner unter mir,Ich bin jedem beigegeben.

Ich bin frei geworden in der weiten Welt.Fesseln, die mich an das Leiden bandenOder an der Freude, an der Hoffnung Trug,Alle schlug ich sie zuschanden.

Ich bin klug geworden in der weiten Welt,Legte meine Kräfte und GebrestenZu der Menschheit ewigem Kapital — und schwieg,So fährt sich's am allerbesten.

Ein Traum? — Vielleicht. Was wär' sonst das?Da träume ich nun schon seit sechzig JahrenVon Torheit, Bosheit, Lug und Haß,So lebhaft schauend grell und kraß,Als hätt' ich's am eigenen Leib erfahren. —Ach, bist duwirklich, du wahnvolle Welt,Dann hast du mir das Leben scheußlich vergällt. —Wie kam ich zu dir voll Lust und Vertrauen,Wollte nur Schönes und Braves bauen.Da heucheltest du: desselben beflissen,Und hast mir all Freud' beschmutzt und zerrissen.Nun hab' ich mich reichlich matt geritten,Satt gestritten, satt gelitten. —Müd bin ich ....Vor kurzem war ich bei Göttern zu Tische.Dort läßt man schweigend von allem decken;Das Faule schiebt man beiseit', das FrischeLäßt man sich schmecken.Man kann dabei gar viel profitieren,Wie man mit feinen, noblen ManierenSich schicklich mag zu Ende führen.Kein schrilles Schreien mehr, kein grelles Lachen.Ich will es von jetzt ab besser machen,Ein Leben führen, wie es genehmer ist.Will sogar die Verse ohne Normen,Ganz nach eignen Launen formen.Weil es mir so bequemer ist.Doch was andres will ich wagenMit Verstattung noch zu sagen.Trotz des Sportes, aufzuklären,Ist es finster, bleibt es finster,Gute Lehren, Leut' bekehren,Das sind blaue Hirngespinster.Sagt's Mephisto oder Faust,Wie man auf der Erde haust,Es klingt nach in unserm Ohr,Und wir bleiben wie zuvor.Selbst Erfahrung wirkt bedingtNur so lange, als sie zwingt.Wir sind hartgesottne Sünder,Und ihr Frommen seid's nicht minder.Doch, es wird spät.Ich trinke den garstigen Trank zur Neige,Und schweige.Wie schön zu schauen auch der Götter Leben,Es ist verzweifelt schwer, ihm nachzustreben.Ich betracht' und beklag' als betrogener ZecherNoch einmal die Welt,Und schleudere den schillernden BecherAn der Ewigkeit eherne Wand,Daß er zerschellt. —Wie bin ich noch wirr, obschon aufgewacht.Ich merke wohl, der giftige TrankHat mich betäubt gemacht,Todesbetrübt und krank.Und sollte doch jauchzen, daß er endlich leer ist,Der vertrackte Humpen, und nicht mehr schwer ist.Sollte ihn mit sanft laugendem Lethe ausspülen,Ihn mit meiner eigenen Seele ausfüllen,Mit der guten und schönen,Wie sie im törichten WähnenSich selber so gerne tat nennen;Und sollt' mit solch köstlichem InhaltDen Becher stolz himmelwärts tragen! —Wer ist verwegen? Wer darf das wagen?Ich bin es nicht, kann es nicht sein.Meine Seele hat von Welt getrunkenUnd ist nicht mehr rein.Auch hat sie Liebe mit Undank betrogen,Hat Haß mit erkünstelter Sanftmut belogen,Torheit mit Torheit aufgewogen. —O meine Seele, der Abend naht.Willst du mir nicht das Scheiden verschönenMit herzfroher, tapferer Tat?Willst du dich nicht mit der Welt versöhnen?Wenn es ihr recht istUnd du ihr nicht zu schlecht bist.Im Grunde seid ihr doch einander würdigUnd ebenbürtig.Gott Vater war schalkhaft, als er euch schuf,Nun ist Irrtum und Torheit euer Beruf.Ihr krochet hervor aus Sumpf und Schlamm,Woher auch die Lotosblume kam,Und ist doch der Sonne liebstes Kind.Laßt euch nur den Spaß nicht gereuen:Verzeihen, erneuen, sich freuen!Dann seid ihr, wie die Götter sind.Nehmt nur nichts schwer und auch nichts krumm;Seid nicht zu klug und nicht zu dumm,Und bildet euch doch ja nicht ein,Das rechte so mit Klugheit zu erfragen.Ist schon die Weisheit zu erjagen,So kann's eher noch mit einer Torheit sein.Jeder forsche, was ihm tauge,Vor jeder Wahrheit, die dich quält,Verschließe ruhig Ohr und Auge,Unddichtedir die WeltWie sie dir gefällt.Und träume weiter ....

Ein Traum? — Vielleicht. Was wär' sonst das?Da träume ich nun schon seit sechzig JahrenVon Torheit, Bosheit, Lug und Haß,So lebhaft schauend grell und kraß,Als hätt' ich's am eigenen Leib erfahren. —Ach, bist duwirklich, du wahnvolle Welt,Dann hast du mir das Leben scheußlich vergällt. —Wie kam ich zu dir voll Lust und Vertrauen,Wollte nur Schönes und Braves bauen.Da heucheltest du: desselben beflissen,Und hast mir all Freud' beschmutzt und zerrissen.Nun hab' ich mich reichlich matt geritten,Satt gestritten, satt gelitten. —Müd bin ich ....Vor kurzem war ich bei Göttern zu Tische.Dort läßt man schweigend von allem decken;Das Faule schiebt man beiseit', das FrischeLäßt man sich schmecken.Man kann dabei gar viel profitieren,Wie man mit feinen, noblen ManierenSich schicklich mag zu Ende führen.Kein schrilles Schreien mehr, kein grelles Lachen.Ich will es von jetzt ab besser machen,Ein Leben führen, wie es genehmer ist.Will sogar die Verse ohne Normen,Ganz nach eignen Launen formen.Weil es mir so bequemer ist.Doch was andres will ich wagenMit Verstattung noch zu sagen.Trotz des Sportes, aufzuklären,Ist es finster, bleibt es finster,Gute Lehren, Leut' bekehren,Das sind blaue Hirngespinster.Sagt's Mephisto oder Faust,Wie man auf der Erde haust,Es klingt nach in unserm Ohr,Und wir bleiben wie zuvor.Selbst Erfahrung wirkt bedingtNur so lange, als sie zwingt.Wir sind hartgesottne Sünder,Und ihr Frommen seid's nicht minder.Doch, es wird spät.Ich trinke den garstigen Trank zur Neige,Und schweige.Wie schön zu schauen auch der Götter Leben,Es ist verzweifelt schwer, ihm nachzustreben.Ich betracht' und beklag' als betrogener ZecherNoch einmal die Welt,Und schleudere den schillernden BecherAn der Ewigkeit eherne Wand,Daß er zerschellt. —Wie bin ich noch wirr, obschon aufgewacht.Ich merke wohl, der giftige TrankHat mich betäubt gemacht,Todesbetrübt und krank.Und sollte doch jauchzen, daß er endlich leer ist,Der vertrackte Humpen, und nicht mehr schwer ist.Sollte ihn mit sanft laugendem Lethe ausspülen,Ihn mit meiner eigenen Seele ausfüllen,Mit der guten und schönen,Wie sie im törichten WähnenSich selber so gerne tat nennen;Und sollt' mit solch köstlichem InhaltDen Becher stolz himmelwärts tragen! —Wer ist verwegen? Wer darf das wagen?Ich bin es nicht, kann es nicht sein.Meine Seele hat von Welt getrunkenUnd ist nicht mehr rein.Auch hat sie Liebe mit Undank betrogen,Hat Haß mit erkünstelter Sanftmut belogen,Torheit mit Torheit aufgewogen. —O meine Seele, der Abend naht.Willst du mir nicht das Scheiden verschönenMit herzfroher, tapferer Tat?Willst du dich nicht mit der Welt versöhnen?Wenn es ihr recht istUnd du ihr nicht zu schlecht bist.Im Grunde seid ihr doch einander würdigUnd ebenbürtig.Gott Vater war schalkhaft, als er euch schuf,Nun ist Irrtum und Torheit euer Beruf.Ihr krochet hervor aus Sumpf und Schlamm,Woher auch die Lotosblume kam,Und ist doch der Sonne liebstes Kind.Laßt euch nur den Spaß nicht gereuen:Verzeihen, erneuen, sich freuen!Dann seid ihr, wie die Götter sind.Nehmt nur nichts schwer und auch nichts krumm;Seid nicht zu klug und nicht zu dumm,Und bildet euch doch ja nicht ein,Das rechte so mit Klugheit zu erfragen.Ist schon die Weisheit zu erjagen,So kann's eher noch mit einer Torheit sein.Jeder forsche, was ihm tauge,Vor jeder Wahrheit, die dich quält,Verschließe ruhig Ohr und Auge,Unddichtedir die WeltWie sie dir gefällt.Und träume weiter ....

Ein Traum? — Vielleicht. Was wär' sonst das?Da träume ich nun schon seit sechzig JahrenVon Torheit, Bosheit, Lug und Haß,So lebhaft schauend grell und kraß,Als hätt' ich's am eigenen Leib erfahren. —

Ach, bist duwirklich, du wahnvolle Welt,Dann hast du mir das Leben scheußlich vergällt. —Wie kam ich zu dir voll Lust und Vertrauen,Wollte nur Schönes und Braves bauen.Da heucheltest du: desselben beflissen,Und hast mir all Freud' beschmutzt und zerrissen.Nun hab' ich mich reichlich matt geritten,Satt gestritten, satt gelitten. —Müd bin ich ....

Vor kurzem war ich bei Göttern zu Tische.Dort läßt man schweigend von allem decken;Das Faule schiebt man beiseit', das FrischeLäßt man sich schmecken.Man kann dabei gar viel profitieren,Wie man mit feinen, noblen ManierenSich schicklich mag zu Ende führen.Kein schrilles Schreien mehr, kein grelles Lachen.Ich will es von jetzt ab besser machen,Ein Leben führen, wie es genehmer ist.Will sogar die Verse ohne Normen,Ganz nach eignen Launen formen.Weil es mir so bequemer ist.

Doch was andres will ich wagenMit Verstattung noch zu sagen.Trotz des Sportes, aufzuklären,Ist es finster, bleibt es finster,Gute Lehren, Leut' bekehren,Das sind blaue Hirngespinster.Sagt's Mephisto oder Faust,Wie man auf der Erde haust,Es klingt nach in unserm Ohr,Und wir bleiben wie zuvor.Selbst Erfahrung wirkt bedingtNur so lange, als sie zwingt.Wir sind hartgesottne Sünder,Und ihr Frommen seid's nicht minder.

Doch, es wird spät.Ich trinke den garstigen Trank zur Neige,Und schweige.Wie schön zu schauen auch der Götter Leben,Es ist verzweifelt schwer, ihm nachzustreben.Ich betracht' und beklag' als betrogener ZecherNoch einmal die Welt,Und schleudere den schillernden BecherAn der Ewigkeit eherne Wand,Daß er zerschellt. —

Wie bin ich noch wirr, obschon aufgewacht.Ich merke wohl, der giftige TrankHat mich betäubt gemacht,Todesbetrübt und krank.Und sollte doch jauchzen, daß er endlich leer ist,Der vertrackte Humpen, und nicht mehr schwer ist.Sollte ihn mit sanft laugendem Lethe ausspülen,Ihn mit meiner eigenen Seele ausfüllen,Mit der guten und schönen,Wie sie im törichten WähnenSich selber so gerne tat nennen;Und sollt' mit solch köstlichem InhaltDen Becher stolz himmelwärts tragen! —Wer ist verwegen? Wer darf das wagen?Ich bin es nicht, kann es nicht sein.Meine Seele hat von Welt getrunkenUnd ist nicht mehr rein.Auch hat sie Liebe mit Undank betrogen,Hat Haß mit erkünstelter Sanftmut belogen,Torheit mit Torheit aufgewogen. —

O meine Seele, der Abend naht.Willst du mir nicht das Scheiden verschönenMit herzfroher, tapferer Tat?Willst du dich nicht mit der Welt versöhnen?Wenn es ihr recht istUnd du ihr nicht zu schlecht bist.Im Grunde seid ihr doch einander würdigUnd ebenbürtig.Gott Vater war schalkhaft, als er euch schuf,Nun ist Irrtum und Torheit euer Beruf.Ihr krochet hervor aus Sumpf und Schlamm,Woher auch die Lotosblume kam,Und ist doch der Sonne liebstes Kind.Laßt euch nur den Spaß nicht gereuen:Verzeihen, erneuen, sich freuen!Dann seid ihr, wie die Götter sind.Nehmt nur nichts schwer und auch nichts krumm;Seid nicht zu klug und nicht zu dumm,Und bildet euch doch ja nicht ein,Das rechte so mit Klugheit zu erfragen.Ist schon die Weisheit zu erjagen,So kann's eher noch mit einer Torheit sein.Jeder forsche, was ihm tauge,Vor jeder Wahrheit, die dich quält,Verschließe ruhig Ohr und Auge,Unddichtedir die WeltWie sie dir gefällt.Und träume weiter ....

O freue dich, mein Brüderlein,An deines Lebens Sonnenschein,Doch trau ihm nicht.Es kommt dereinst ein dunkler Tag,Noch eh in unnennbarer Klag'Dein Auge bricht.Die Werke dein so stolz erstehn,Du wirst sie einst zerfallen sehnUnd sein ein Mann;Doch schläft ein treues Herz im Schrein,Dem du sein kurzes ErdenseinHast weh getan:Dann wirst du fröhlich nimmermehr,Wirst um des Toten WiederkehrVergeblich flehn.Am Grabe werden Röslein blühn,Dein armes Herz wird welken hinUnd still vergehn.

O freue dich, mein Brüderlein,An deines Lebens Sonnenschein,Doch trau ihm nicht.Es kommt dereinst ein dunkler Tag,Noch eh in unnennbarer Klag'Dein Auge bricht.Die Werke dein so stolz erstehn,Du wirst sie einst zerfallen sehnUnd sein ein Mann;Doch schläft ein treues Herz im Schrein,Dem du sein kurzes ErdenseinHast weh getan:Dann wirst du fröhlich nimmermehr,Wirst um des Toten WiederkehrVergeblich flehn.Am Grabe werden Röslein blühn,Dein armes Herz wird welken hinUnd still vergehn.

O freue dich, mein Brüderlein,An deines Lebens Sonnenschein,Doch trau ihm nicht.Es kommt dereinst ein dunkler Tag,Noch eh in unnennbarer Klag'Dein Auge bricht.

Die Werke dein so stolz erstehn,Du wirst sie einst zerfallen sehnUnd sein ein Mann;Doch schläft ein treues Herz im Schrein,Dem du sein kurzes ErdenseinHast weh getan:

Dann wirst du fröhlich nimmermehr,Wirst um des Toten WiederkehrVergeblich flehn.Am Grabe werden Röslein blühn,Dein armes Herz wird welken hinUnd still vergehn.

Grab ein, grab einIn unsrer Mutter reichen Schrein,Für alle Sorge und BeschwerdeErliegt dein Lohn in treuer Erde.Grab ein, grab ein.Grab einen SchuhMit starker Hand, so findest duDein Stücklein Brot aus Halmen sprießen,Oh, mögest fröhlich es genießen!Grab einen Schuh!Grab zwei Schuh ein,So wird dich einst ein Baum erfreun,Der hier so tief die Wurzel breitet,Und dessen Dach dir Schutz bereitet,Grab zwei Schuh ein!Grab drei Schuh ein,So sammelt sich darinen reinVielleicht die Quelle frisch und helle,Zur guten Lab' für Leib und Seele,Grab drei Schuh ein!Grab vier Schuh ein,So ist's der Grund zum ersten Stein,Wenn emsig du ein Haus dir bauestUnd hoffend in die Zukunft schauest,Grab vier Schuh ein!Grab fünf Schuh ein,So blitzt wohl gar des Silbers Schein,Und tausend goldne Fäden webenSich herrlich durch dein ganzes Leben,Grab fünf Schuh ein!Grab sechs Schuh ein,Wie leer mag da die Grube sein;Oh, nimmermehr, da findest duDas Beste, eine sanfte Ruh',Grab sechs Schuh ein!

Grab ein, grab einIn unsrer Mutter reichen Schrein,Für alle Sorge und BeschwerdeErliegt dein Lohn in treuer Erde.Grab ein, grab ein.Grab einen SchuhMit starker Hand, so findest duDein Stücklein Brot aus Halmen sprießen,Oh, mögest fröhlich es genießen!Grab einen Schuh!Grab zwei Schuh ein,So wird dich einst ein Baum erfreun,Der hier so tief die Wurzel breitet,Und dessen Dach dir Schutz bereitet,Grab zwei Schuh ein!Grab drei Schuh ein,So sammelt sich darinen reinVielleicht die Quelle frisch und helle,Zur guten Lab' für Leib und Seele,Grab drei Schuh ein!Grab vier Schuh ein,So ist's der Grund zum ersten Stein,Wenn emsig du ein Haus dir bauestUnd hoffend in die Zukunft schauest,Grab vier Schuh ein!Grab fünf Schuh ein,So blitzt wohl gar des Silbers Schein,Und tausend goldne Fäden webenSich herrlich durch dein ganzes Leben,Grab fünf Schuh ein!Grab sechs Schuh ein,Wie leer mag da die Grube sein;Oh, nimmermehr, da findest duDas Beste, eine sanfte Ruh',Grab sechs Schuh ein!

Grab ein, grab einIn unsrer Mutter reichen Schrein,Für alle Sorge und BeschwerdeErliegt dein Lohn in treuer Erde.Grab ein, grab ein.

Grab einen SchuhMit starker Hand, so findest duDein Stücklein Brot aus Halmen sprießen,Oh, mögest fröhlich es genießen!Grab einen Schuh!

Grab zwei Schuh ein,So wird dich einst ein Baum erfreun,Der hier so tief die Wurzel breitet,Und dessen Dach dir Schutz bereitet,Grab zwei Schuh ein!

Grab drei Schuh ein,So sammelt sich darinen reinVielleicht die Quelle frisch und helle,Zur guten Lab' für Leib und Seele,Grab drei Schuh ein!

Grab vier Schuh ein,So ist's der Grund zum ersten Stein,Wenn emsig du ein Haus dir bauestUnd hoffend in die Zukunft schauest,Grab vier Schuh ein!

Grab fünf Schuh ein,So blitzt wohl gar des Silbers Schein,Und tausend goldne Fäden webenSich herrlich durch dein ganzes Leben,Grab fünf Schuh ein!

Grab sechs Schuh ein,Wie leer mag da die Grube sein;Oh, nimmermehr, da findest duDas Beste, eine sanfte Ruh',Grab sechs Schuh ein!

Es springt ein guldener BronnenAus heißem Herzen auf,Und spiegelt in der SonnenDes Menschen Lebenslauf.Es steigt ein ewiges KlingenZu Gottes Himmel an,Das Höchste muß man singen,Weil man's nicht sagen kann.Kein Adler mag sich hebenSo hoch zum Himmelszelt,Als deineLustam LebenIm Jauchzen aufwärts gellt.So tief legt sich der MüdeZur letzten kühlen Rast,Als du deinLeidim LiedeZur Ruh' gebettet hast.

Es springt ein guldener BronnenAus heißem Herzen auf,Und spiegelt in der SonnenDes Menschen Lebenslauf.Es steigt ein ewiges KlingenZu Gottes Himmel an,Das Höchste muß man singen,Weil man's nicht sagen kann.Kein Adler mag sich hebenSo hoch zum Himmelszelt,Als deineLustam LebenIm Jauchzen aufwärts gellt.So tief legt sich der MüdeZur letzten kühlen Rast,Als du deinLeidim LiedeZur Ruh' gebettet hast.

Es springt ein guldener BronnenAus heißem Herzen auf,Und spiegelt in der SonnenDes Menschen Lebenslauf.

Es steigt ein ewiges KlingenZu Gottes Himmel an,Das Höchste muß man singen,Weil man's nicht sagen kann.

Kein Adler mag sich hebenSo hoch zum Himmelszelt,Als deineLustam LebenIm Jauchzen aufwärts gellt.

So tief legt sich der MüdeZur letzten kühlen Rast,Als du deinLeidim LiedeZur Ruh' gebettet hast.

Strebst du nach Ruhm, o Sänger, so reize die Mitwelt nicht.Siehe, im Fluch des Volkes welket der Lorbeerkranz.Gibst du den Lorbeer doch für des Märtyrers Palme hin,Dann erst grüß' ich dich jauchzend, Sohn der Unsterblichkeit.

Strebst du nach Ruhm, o Sänger, so reize die Mitwelt nicht.Siehe, im Fluch des Volkes welket der Lorbeerkranz.Gibst du den Lorbeer doch für des Märtyrers Palme hin,Dann erst grüß' ich dich jauchzend, Sohn der Unsterblichkeit.

Strebst du nach Ruhm, o Sänger, so reize die Mitwelt nicht.Siehe, im Fluch des Volkes welket der Lorbeerkranz.Gibst du den Lorbeer doch für des Märtyrers Palme hin,Dann erst grüß' ich dich jauchzend, Sohn der Unsterblichkeit.

Ich komme just vom Leichensaal,Dem schattengrauen, dem kalten.Dort liegen die Kadaver all,Die blassen Lehmgestalten.Die Freund und Bruder ich genanntAuf langen, fröhlichen Fahrten,Die sind mir jetzt ganz unbekannt,Wie Erde aus fremdem Garten.So wird's im dunkeln LeichenhausEin erstes Mal uns helle:DieSeelemacht den Menschen aus,Die ewige, heilige Seele. —Die Nester leer, die Seelen fortAuf unbekannten Straßen —Wohin, wohin? Kein SterbenswortSie haben sagen lassen.Ich starre in der Blumen Glut,Ich horche der Vöglein Lieder,Da wehet leis durch LebensflutEin Hauch der Toten wieder.Und während die Seelen ohne RastIch such' mit bangem Mute— Sitzen im Herzen sie mir zu GastUnd trinken von meinem Blute.

Ich komme just vom Leichensaal,Dem schattengrauen, dem kalten.Dort liegen die Kadaver all,Die blassen Lehmgestalten.Die Freund und Bruder ich genanntAuf langen, fröhlichen Fahrten,Die sind mir jetzt ganz unbekannt,Wie Erde aus fremdem Garten.So wird's im dunkeln LeichenhausEin erstes Mal uns helle:DieSeelemacht den Menschen aus,Die ewige, heilige Seele. —Die Nester leer, die Seelen fortAuf unbekannten Straßen —Wohin, wohin? Kein SterbenswortSie haben sagen lassen.Ich starre in der Blumen Glut,Ich horche der Vöglein Lieder,Da wehet leis durch LebensflutEin Hauch der Toten wieder.Und während die Seelen ohne RastIch such' mit bangem Mute— Sitzen im Herzen sie mir zu GastUnd trinken von meinem Blute.

Ich komme just vom Leichensaal,Dem schattengrauen, dem kalten.Dort liegen die Kadaver all,Die blassen Lehmgestalten.Die Freund und Bruder ich genanntAuf langen, fröhlichen Fahrten,Die sind mir jetzt ganz unbekannt,Wie Erde aus fremdem Garten.So wird's im dunkeln LeichenhausEin erstes Mal uns helle:DieSeelemacht den Menschen aus,Die ewige, heilige Seele. —Die Nester leer, die Seelen fortAuf unbekannten Straßen —Wohin, wohin? Kein SterbenswortSie haben sagen lassen.Ich starre in der Blumen Glut,Ich horche der Vöglein Lieder,Da wehet leis durch LebensflutEin Hauch der Toten wieder.Und während die Seelen ohne RastIch such' mit bangem Mute— Sitzen im Herzen sie mir zu GastUnd trinken von meinem Blute.

Immer glühen edle Herzen,Leidversunken, freudetrunken,Und selbst schnöde AlltagskerzenSprühen manchen Sternenfunken.Lasset uns mit ÄthersträngenGlocken an die Sterne hängen,Damit sie die stillen FeuerWeitersenden in Gesängen.

Immer glühen edle Herzen,Leidversunken, freudetrunken,Und selbst schnöde AlltagskerzenSprühen manchen Sternenfunken.Lasset uns mit ÄthersträngenGlocken an die Sterne hängen,Damit sie die stillen FeuerWeitersenden in Gesängen.

Immer glühen edle Herzen,Leidversunken, freudetrunken,Und selbst schnöde AlltagskerzenSprühen manchen Sternenfunken.

Lasset uns mit ÄthersträngenGlocken an die Sterne hängen,Damit sie die stillen FeuerWeitersenden in Gesängen.

Für das, was uns am höchsten steht,Für das, was uns am nächsten geht,Ward uns kein Lied zu eigen.Da hat man nur ein fromm GebetUnd — Schweigen.

Für das, was uns am höchsten steht,Für das, was uns am nächsten geht,Ward uns kein Lied zu eigen.Da hat man nur ein fromm GebetUnd — Schweigen.

Für das, was uns am höchsten steht,Für das, was uns am nächsten geht,Ward uns kein Lied zu eigen.Da hat man nur ein fromm GebetUnd — Schweigen.

Ich bin ein KindUnd bleib' ein Kind,Weil ich nur soDen Himmel find'.

Ich bin ein KindUnd bleib' ein Kind,Weil ich nur soDen Himmel find'.

Ich bin ein KindUnd bleib' ein Kind,Weil ich nur soDen Himmel find'.

Dem wahren Spaziergänger schlägt keine Uhr.Ein Glücklicher ist er im Reich der Natur.Er denkt nicht an Zeit, und er frägt nicht nach Ziel,Seine Lust ist der Weg — führt er hin, wo der Will'.

Dem wahren Spaziergänger schlägt keine Uhr.Ein Glücklicher ist er im Reich der Natur.Er denkt nicht an Zeit, und er frägt nicht nach Ziel,Seine Lust ist der Weg — führt er hin, wo der Will'.

Dem wahren Spaziergänger schlägt keine Uhr.Ein Glücklicher ist er im Reich der Natur.Er denkt nicht an Zeit, und er frägt nicht nach Ziel,Seine Lust ist der Weg — führt er hin, wo der Will'.

Durchs Kornfeld streicht der Städter,Er kann sein Aug' nicht wendenVom purpurroten Mohne.Die violette Rade,Die deutsche blaue Blume,Und all die bunten BlütenEntzücken seine Seele. —Der Bauer aber wettert:Der Teufel soll es holen,Das gottverdammte Unkraut!

Durchs Kornfeld streicht der Städter,Er kann sein Aug' nicht wendenVom purpurroten Mohne.Die violette Rade,Die deutsche blaue Blume,Und all die bunten BlütenEntzücken seine Seele. —Der Bauer aber wettert:Der Teufel soll es holen,Das gottverdammte Unkraut!

Durchs Kornfeld streicht der Städter,Er kann sein Aug' nicht wendenVom purpurroten Mohne.Die violette Rade,Die deutsche blaue Blume,Und all die bunten BlütenEntzücken seine Seele. —Der Bauer aber wettert:Der Teufel soll es holen,Das gottverdammte Unkraut!

Ich hol' mir die Ehren vom Felde!Sagt der Soldat;Da gibt es Mord und Brand.Ich hol' mir die Ähren vom Felde!Sagt der Bauer;Da gibt es Lust im Land.

Ich hol' mir die Ehren vom Felde!Sagt der Soldat;Da gibt es Mord und Brand.Ich hol' mir die Ähren vom Felde!Sagt der Bauer;Da gibt es Lust im Land.

Ich hol' mir die Ehren vom Felde!Sagt der Soldat;Da gibt es Mord und Brand.Ich hol' mir die Ähren vom Felde!Sagt der Bauer;Da gibt es Lust im Land.

Der Pflug und das Schwert sind feindliche Brüder,Die Wag' ihrer Siege geht auf und nieder.Sie hungern nach Brot, sie dürsten nach RuhmUnd tasten irrend im Kreis herum.Was ist doch des Feldes Ehrenzeichen?Sind's goldige Garben? Sind's blutige Leichen?O möchte die Menschheit sich wählen ganzZum Ehrenkranz — den Ährenkranz!

Der Pflug und das Schwert sind feindliche Brüder,Die Wag' ihrer Siege geht auf und nieder.Sie hungern nach Brot, sie dürsten nach RuhmUnd tasten irrend im Kreis herum.Was ist doch des Feldes Ehrenzeichen?Sind's goldige Garben? Sind's blutige Leichen?O möchte die Menschheit sich wählen ganzZum Ehrenkranz — den Ährenkranz!

Der Pflug und das Schwert sind feindliche Brüder,Die Wag' ihrer Siege geht auf und nieder.Sie hungern nach Brot, sie dürsten nach RuhmUnd tasten irrend im Kreis herum.Was ist doch des Feldes Ehrenzeichen?Sind's goldige Garben? Sind's blutige Leichen?O möchte die Menschheit sich wählen ganzZum Ehrenkranz — den Ährenkranz!

Tut dein Herz dir Gottes kund,Nimm ihn nicht aus fremdem Mund,Bau sein Haus auf deinem Grund.

Tut dein Herz dir Gottes kund,Nimm ihn nicht aus fremdem Mund,Bau sein Haus auf deinem Grund.

Tut dein Herz dir Gottes kund,Nimm ihn nicht aus fremdem Mund,Bau sein Haus auf deinem Grund.


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