Drei heilige RäumeUnter himmlischen SonnenStehen hienieden:Eine Wiege voll Träume,Ein Bett voll Wonnen,Ein Sarg voll Frieden.
Drei heilige RäumeUnter himmlischen SonnenStehen hienieden:Eine Wiege voll Träume,Ein Bett voll Wonnen,Ein Sarg voll Frieden.
Drei heilige RäumeUnter himmlischen SonnenStehen hienieden:Eine Wiege voll Träume,Ein Bett voll Wonnen,Ein Sarg voll Frieden.
Was wäre wohl mein letzter Wunsch,Wenn ich dereinst zur Grube fahr'?Auf lichter, kühler Bergeshöh'Eine traute, einsam stille Bahr'.Auf jener Höh', wo ich als KindGehört den ersten Lerchenschlag,Gesehn den reinen SonnensternAn einem süßen Maientag.Doch jenes Kreuz, das ewig klagtDie Menschheit ihres Frevels an,Mir pflanzt es nicht, weil ich am Pfahl,An dem er litt, nicht rasten kann!Mir pflanzet einen jungen Baum,Der frisch und frei gen Himmel steigt,Und der, wenn einst die Menschheit reif,Zu ihr sein Haupt in Freude neigt.Vielleicht kommt noch ein Zimmermann,Der ihn zu einer Wiege schlägt,Vielleicht kommt eine Mutter, dieIhr Kindlein in die Wiege legt.Ihr Kind, das als des Menschen SohnDie Welt erlöst ein zweites Mal,Und nicht dafür in Haß und HohnErhöhet wird zum Marterpfahl.Denn nicht, daß mein Erlöser starb,Ist meines dunkeln Grabes Licht,Doch daß er lebt und ewig lebt,Ist meiner Seele Zuversicht.
Was wäre wohl mein letzter Wunsch,Wenn ich dereinst zur Grube fahr'?Auf lichter, kühler Bergeshöh'Eine traute, einsam stille Bahr'.Auf jener Höh', wo ich als KindGehört den ersten Lerchenschlag,Gesehn den reinen SonnensternAn einem süßen Maientag.Doch jenes Kreuz, das ewig klagtDie Menschheit ihres Frevels an,Mir pflanzt es nicht, weil ich am Pfahl,An dem er litt, nicht rasten kann!Mir pflanzet einen jungen Baum,Der frisch und frei gen Himmel steigt,Und der, wenn einst die Menschheit reif,Zu ihr sein Haupt in Freude neigt.Vielleicht kommt noch ein Zimmermann,Der ihn zu einer Wiege schlägt,Vielleicht kommt eine Mutter, dieIhr Kindlein in die Wiege legt.Ihr Kind, das als des Menschen SohnDie Welt erlöst ein zweites Mal,Und nicht dafür in Haß und HohnErhöhet wird zum Marterpfahl.Denn nicht, daß mein Erlöser starb,Ist meines dunkeln Grabes Licht,Doch daß er lebt und ewig lebt,Ist meiner Seele Zuversicht.
Was wäre wohl mein letzter Wunsch,Wenn ich dereinst zur Grube fahr'?Auf lichter, kühler Bergeshöh'Eine traute, einsam stille Bahr'.Auf jener Höh', wo ich als KindGehört den ersten Lerchenschlag,Gesehn den reinen SonnensternAn einem süßen Maientag.Doch jenes Kreuz, das ewig klagtDie Menschheit ihres Frevels an,Mir pflanzt es nicht, weil ich am Pfahl,An dem er litt, nicht rasten kann!Mir pflanzet einen jungen Baum,Der frisch und frei gen Himmel steigt,Und der, wenn einst die Menschheit reif,Zu ihr sein Haupt in Freude neigt.Vielleicht kommt noch ein Zimmermann,Der ihn zu einer Wiege schlägt,Vielleicht kommt eine Mutter, dieIhr Kindlein in die Wiege legt.Ihr Kind, das als des Menschen SohnDie Welt erlöst ein zweites Mal,Und nicht dafür in Haß und HohnErhöhet wird zum Marterpfahl.Denn nicht, daß mein Erlöser starb,Ist meines dunkeln Grabes Licht,Doch daß er lebt und ewig lebt,Ist meiner Seele Zuversicht.
Die Lust wie das Leiden,Sie quälen die Seele;Sie sind wie die UnrastAuf stürmischer Welle;Sie sind eine BotschaftVom nahen Vergehen.Ein Eilen zum EndeIst alles Geschehen.Nach Rast strebt der PendelUnd jegliche Regung.Und Sehnsucht nach RuheIst alle Bewegung.Die Seele der GottheitIst ruhendes Sein,Ist wunschlos und streitlos,Ist raumlos und zeitlos,Ist Frieden allein.
Die Lust wie das Leiden,Sie quälen die Seele;Sie sind wie die UnrastAuf stürmischer Welle;Sie sind eine BotschaftVom nahen Vergehen.Ein Eilen zum EndeIst alles Geschehen.Nach Rast strebt der PendelUnd jegliche Regung.Und Sehnsucht nach RuheIst alle Bewegung.Die Seele der GottheitIst ruhendes Sein,Ist wunschlos und streitlos,Ist raumlos und zeitlos,Ist Frieden allein.
Die Lust wie das Leiden,Sie quälen die Seele;Sie sind wie die UnrastAuf stürmischer Welle;Sie sind eine BotschaftVom nahen Vergehen.Ein Eilen zum EndeIst alles Geschehen.Nach Rast strebt der PendelUnd jegliche Regung.Und Sehnsucht nach RuheIst alle Bewegung.Die Seele der GottheitIst ruhendes Sein,Ist wunschlos und streitlos,Ist raumlos und zeitlos,Ist Frieden allein.
Nahe ist Werden und Leben und Sterben beisammen,Früher die endlose Zeit — später die endlose Zeit,Kurz vor den Tagen, in welchen ich fühle und denke,War ich ein formloses Nichts, war es von Ewigkeit her.Kurz nach den Tagen, in welchen ich walte und webe,Bin ich ein formloses Nichts, werd' es in Ewigkeit sein.Wie er doch sein kann, der winzige Punkt, wo ich stehe,Wie es nur möglich, denselben zu fühlen just jetzt?War es nicht immer der gleiche, weltenumgaukelte Schwerpunkt?Wußt' ich's nicht ewig, fühl' ich's nicht ewig: Ich bin?
Nahe ist Werden und Leben und Sterben beisammen,Früher die endlose Zeit — später die endlose Zeit,Kurz vor den Tagen, in welchen ich fühle und denke,War ich ein formloses Nichts, war es von Ewigkeit her.Kurz nach den Tagen, in welchen ich walte und webe,Bin ich ein formloses Nichts, werd' es in Ewigkeit sein.Wie er doch sein kann, der winzige Punkt, wo ich stehe,Wie es nur möglich, denselben zu fühlen just jetzt?War es nicht immer der gleiche, weltenumgaukelte Schwerpunkt?Wußt' ich's nicht ewig, fühl' ich's nicht ewig: Ich bin?
Nahe ist Werden und Leben und Sterben beisammen,Früher die endlose Zeit — später die endlose Zeit,Kurz vor den Tagen, in welchen ich fühle und denke,War ich ein formloses Nichts, war es von Ewigkeit her.Kurz nach den Tagen, in welchen ich walte und webe,Bin ich ein formloses Nichts, werd' es in Ewigkeit sein.Wie er doch sein kann, der winzige Punkt, wo ich stehe,Wie es nur möglich, denselben zu fühlen just jetzt?War es nicht immer der gleiche, weltenumgaukelte Schwerpunkt?Wußt' ich's nicht ewig, fühl' ich's nicht ewig: Ich bin?
»Wer soll sich nicht heuteNoch freuen des Lichts?Wir sinken schon morgenIns ewige Nichts.«Hat je sich der GalgenfristEiner gefreut,Der unwendbar morgenDem Henker geweiht?Die Freude an heuteHat nur einen Wert,Wenn ewig und ewigSie uns wiederkehrt.Im Hasten des TagsWird das Herze bald matt,Des inneren GlücksWirst du nimmermehr satt.Das Nichtige freut sieAm flüchtigen Schein,Das Echte an dirVerlangt ewiges Sein.
»Wer soll sich nicht heuteNoch freuen des Lichts?Wir sinken schon morgenIns ewige Nichts.«Hat je sich der GalgenfristEiner gefreut,Der unwendbar morgenDem Henker geweiht?Die Freude an heuteHat nur einen Wert,Wenn ewig und ewigSie uns wiederkehrt.Im Hasten des TagsWird das Herze bald matt,Des inneren GlücksWirst du nimmermehr satt.Das Nichtige freut sieAm flüchtigen Schein,Das Echte an dirVerlangt ewiges Sein.
»Wer soll sich nicht heuteNoch freuen des Lichts?Wir sinken schon morgenIns ewige Nichts.«
Hat je sich der GalgenfristEiner gefreut,Der unwendbar morgenDem Henker geweiht?
Die Freude an heuteHat nur einen Wert,Wenn ewig und ewigSie uns wiederkehrt.
Im Hasten des TagsWird das Herze bald matt,Des inneren GlücksWirst du nimmermehr satt.
Das Nichtige freut sieAm flüchtigen Schein,Das Echte an dirVerlangt ewiges Sein.
Was die Erde mir geliehen,Fordert sie schon jetzt zurück.Naht sich, mir vom Leib zu ziehenSanft entwindend Stück für Stück.Um so mehr, als ich gelitten,Um so schöner ward die Welt.Seltsam, daß, was ich erstritten,Sachte aus der Hand mir fällt. —Um so leichter, als ich werde,Um so schwerer trag' ich mich.Kannst du mich, du reiche Erde,Nicht entbehren? frag' ich dich. —»Nein, ich kann dich nicht entbehren,Muß aus dir ein' andern bauen,Muß mit dir ein' andern nähren,Soll sich auch die Welt anschauen.Doch getröste dich in Ruh'.Auch der andre, der bist du.«
Was die Erde mir geliehen,Fordert sie schon jetzt zurück.Naht sich, mir vom Leib zu ziehenSanft entwindend Stück für Stück.Um so mehr, als ich gelitten,Um so schöner ward die Welt.Seltsam, daß, was ich erstritten,Sachte aus der Hand mir fällt. —Um so leichter, als ich werde,Um so schwerer trag' ich mich.Kannst du mich, du reiche Erde,Nicht entbehren? frag' ich dich. —»Nein, ich kann dich nicht entbehren,Muß aus dir ein' andern bauen,Muß mit dir ein' andern nähren,Soll sich auch die Welt anschauen.Doch getröste dich in Ruh'.Auch der andre, der bist du.«
Was die Erde mir geliehen,Fordert sie schon jetzt zurück.Naht sich, mir vom Leib zu ziehenSanft entwindend Stück für Stück.Um so mehr, als ich gelitten,Um so schöner ward die Welt.Seltsam, daß, was ich erstritten,Sachte aus der Hand mir fällt. —Um so leichter, als ich werde,Um so schwerer trag' ich mich.Kannst du mich, du reiche Erde,Nicht entbehren? frag' ich dich. —»Nein, ich kann dich nicht entbehren,Muß aus dir ein' andern bauen,Muß mit dir ein' andern nähren,Soll sich auch die Welt anschauen.Doch getröste dich in Ruh'.Auch der andre, der bist du.«
Wir Eintagsfliegen spielen heutGern mit dem Wörtlein: Ewigkeit.Man frägt: warum? wozu? was dann?Und manchen geht das Grausen an. —O Menschenseele, leg dich duAn Gottes Herz zur trauten Ruh'Und laß nicht kümmern deinen Sinn,Daß du nicht weißt, woher, wohin.
Wir Eintagsfliegen spielen heutGern mit dem Wörtlein: Ewigkeit.Man frägt: warum? wozu? was dann?Und manchen geht das Grausen an. —O Menschenseele, leg dich duAn Gottes Herz zur trauten Ruh'Und laß nicht kümmern deinen Sinn,Daß du nicht weißt, woher, wohin.
Wir Eintagsfliegen spielen heutGern mit dem Wörtlein: Ewigkeit.Man frägt: warum? wozu? was dann?Und manchen geht das Grausen an. —
O Menschenseele, leg dich duAn Gottes Herz zur trauten Ruh'Und laß nicht kümmern deinen Sinn,Daß du nicht weißt, woher, wohin.
Mein Leib ist schon dem Tod geweiht,Die Seele noch voll Lebensfreud'.Mein Sterben ist ein WandernEine Reis' im Kreis, von Stern zu Stern,Von euch zu euch, vom Herrn zum Herrn,Von einem Himmel zum andern.
Mein Leib ist schon dem Tod geweiht,Die Seele noch voll Lebensfreud'.Mein Sterben ist ein WandernEine Reis' im Kreis, von Stern zu Stern,Von euch zu euch, vom Herrn zum Herrn,Von einem Himmel zum andern.
Mein Leib ist schon dem Tod geweiht,Die Seele noch voll Lebensfreud'.Mein Sterben ist ein WandernEine Reis' im Kreis, von Stern zu Stern,Von euch zu euch, vom Herrn zum Herrn,Von einem Himmel zum andern.
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Tick-tack! Tick-tack!Die Stunde geht in Zickzack.In Zickzack geht die Stunde,Der Zeiger schreibt die Runde.Es nachtet und es tagt,Es wintert und es frühet,Die Zeit entfliehetUnd ist doch immer da.Der Zahn der ZeitNagt an der Zeit.Er nagt umsunst,Die Zeit, die Stund' um Stunde reiht,Ist ewige, ewige Ewigkeit.Tick-tack! Tick-tack!Das Schicksal geht in Zickzack.Ein Vorwärts und ein Rückfall,In Zickzack geht das Schicksal.Der Zahn der Zeit,Man sagt, er nagtAn meinem Sein.Er nagt schon lang,Mir ist nicht bang,Er nagt umsunst,Das Sein ist mein.Mein Sein war einst, mein Sein ist heut,Mein Sein ist ewige Ewigkeit.
Tick-tack! Tick-tack!Die Stunde geht in Zickzack.In Zickzack geht die Stunde,Der Zeiger schreibt die Runde.Es nachtet und es tagt,Es wintert und es frühet,Die Zeit entfliehetUnd ist doch immer da.Der Zahn der ZeitNagt an der Zeit.Er nagt umsunst,Die Zeit, die Stund' um Stunde reiht,Ist ewige, ewige Ewigkeit.Tick-tack! Tick-tack!Das Schicksal geht in Zickzack.Ein Vorwärts und ein Rückfall,In Zickzack geht das Schicksal.Der Zahn der Zeit,Man sagt, er nagtAn meinem Sein.Er nagt schon lang,Mir ist nicht bang,Er nagt umsunst,Das Sein ist mein.Mein Sein war einst, mein Sein ist heut,Mein Sein ist ewige Ewigkeit.
Tick-tack! Tick-tack!Die Stunde geht in Zickzack.In Zickzack geht die Stunde,Der Zeiger schreibt die Runde.Es nachtet und es tagt,Es wintert und es frühet,Die Zeit entfliehetUnd ist doch immer da.Der Zahn der ZeitNagt an der Zeit.Er nagt umsunst,Die Zeit, die Stund' um Stunde reiht,Ist ewige, ewige Ewigkeit.
Tick-tack! Tick-tack!Das Schicksal geht in Zickzack.Ein Vorwärts und ein Rückfall,In Zickzack geht das Schicksal.Der Zahn der Zeit,Man sagt, er nagtAn meinem Sein.Er nagt schon lang,Mir ist nicht bang,Er nagt umsunst,Das Sein ist mein.Mein Sein war einst, mein Sein ist heut,Mein Sein ist ewige Ewigkeit.
Eine Weihnachtsandacht.
Christkind, bist da; bist endlich nach langen traurigen Tagen wiedergekommen zu uns herab.
Ich hab' dich ersehnt als wie ein Kind; denn ich bin ein Kind mit weißen Haaren.
Nun hör' ich dich rauschen in diesen Zweigen; vor deinem süßen, warmen Odem flackern die Lichter des heiligen Weihnachtsbaums.
O, sei gegrüßt, du himmlischer Knabe, der du mit den sonnigen Äuglein die schweren Nebel durchleuchtest, die hier im Tale des Tränentaues nimmermehr wollen schwinden.
Ich möchte dich wärmen an meinem Herzen, und muß mich fürchten, der menschlichen Leidenschaft stürmische Gluten könnten versengen dein lockiges Haar. Denn du bist gewohnt des ewigen Frühlings milden Hauch; o Gotteskind, bei dir daheim muß es schön sein!
Oft hör' ich es leis in den Lüften klingen, als wie ein Läuten und Grüßen von oben.
Dann faßt mich das Heimweh, und wie ein verirrtes Kind in der Nacht ruf' ich und such' ich den Weg zu den Wohnungen Gottes.
Erzähl nun, erzähle, du holder Bote des Himmels, was waltet dein Vater, der ewige Herr?
Fast fürcht' ich, der Vater hätt' unser vergessen, denn wie den Sonnenstrahl vor Wetterstürmen, seh' ich auf Erden das Göttliche schwinden.
Gerechtigkeitsfreude ging uns verloren und reiner fröhlicher Sinn.
Die Kunst wühlt im Staube, die kindlichen Herzen verkümmern.
Wenn du, o mein süßer, heiliger Christ, von Zeit zu Zeit nicht kämest gesandt, es müßte der Pfad zwischen Himmel und Erden doch gänzlich verwildern.
Und mich verlangt es so heiß nach Kunde von oben, was all die Teueren, die uns verließen, denn machen im Lande der ewigen Liebe.
Mein Mütterlein treu; sie muß schon vor Zeiten angelangt sein auf mühevollen Krücken.
Zwar war sie fast blind, doch hat sie — das weiß ich — den Weg nicht verfehlt.
Wie geht's ihr? Singt sie noch immer die lustigen Lieder? Was werden die Engelein horchen und lachen! Was war das ein Spaß, wenn sie hat erzählt und gesungen! Und ernsthaft blieb sie dabei, denn taub war sie völlig und hat — wie ich meine — ihr fröhliches Singen und Sagen selbst nicht vernommen.
Und daß ich noch frage: Habt ihr ein Krankes im Himmel?
Wenn sie nicht Kranke kann warten, die Mutter, wachen die Nächte und sorgen und sich von dem Munde die Bissen abkargen, so ist sie nicht glücklich.
Sie wird es schon sein.
Denn sag ihr, sie hätte auf Erden jetzt Enkelein süß; dieselben, die heute, o Christkind, dein strahlendes Bäumchen umjauchzen. Und sag es der Mutter: wir lassen sie grüßen!
Dann wirst du, mein himmlischer Knabe, auch einem Frauenbild noch sein begegnet, jung wie der Mai, hold wie ein Engel; wirst es kaum glauben, daß sie auf Erden geboren.
Im Reigen der Reinsten und Seligsten, der treuen, opferfreudigen Seelen ist sie zu finden.
Du lächelst, mein Christkind, sahest sie schweben im weißen, myrtendurchwirkten Kleide.
Ein Antlitz, so zart, wie Kirschbaumblüh' — sie ist's! — und Augen, so sanft und seelentief — es muß sich darin ja Gatte und Kind noch spiegeln?
So bist ihr begegnet im himmlischen Land, wie einsam vielleicht sie gewandelt in stillen Hainen, und wartend.
Denn dann erst, wenn Gatte und Kinder bei ihr sind, will freudig sie eingehn zur Seligkeit.
Diese Frau, mein göttliches Kind, wenn du heimkehrst, wird fragen dich mit weinendem Lächeln, wie es doch war, als du den Weihnachtsbaum stelltest in das verwaiste Haus den jubelnden Kindern?
O, sag ihr, wie frisch in den jungen Gemütern die früh uns verwelkte Lust dieser Welt wieder aufblüht.
Und sage, wie selig ich bin in den Kleinen, wie heiß ich ihr danke!
Und das, wie ich immer noch weinen muß — Bote der Liebe — das sag ihr nicht.
»Aus TodesbandenIst der Sohn erstanden,Und sie, das heiligste Weib der Schmerzen,In der ewigen Jugend Strahl,Stieg empor auf RosenwolkenZum himmlischen Königssaal.« —O, Dank den Zungen,Die dies Lied gesungenDas erstemal in Glauben und Hoffen.Unser Leib sinkt der Erde zu,Doch dir, o Herz, steht im LichteHeiliger Dichtung der Himmel offen!In Lebensstürmen verlischt der Schimmer,Der kindliche Glaube vergeht wie Tau.Und kommt wie Tau. Denn eins laß ich nimmer:Das glorreiche Anbild der göttlichen Frau.Maria, Maria,Mit deinen Schmerzen,Mit deinen Freuden!In meinem HerzenBist von allenDen Idealen,Den herrlichen, süßen, lieben,Mir du noch geblieben.Deines Gedächtnisses SegenMöge uns rettenAus der Verzweiflung finsteren Wegen,Aus der Leidenschaft ehernen Ketten.— O, ewigen PreisDer Gebenedeiten,Der Gnadenreichen!Erd' und Himmel zu allen ZeitenHaben nichts, dir zu vergleichen.Die Könige ruhen zu deinen Füßen,Die Scharen der heiligen Engel küssenDen Saum deines leuchtenden Kleides;Und in den KammernDes Elendes jammernDie lichtlosen Kinder des Leides;Die Gefallenen weinenZu dir, der Reinen,Die gebrochenen Herzen,Die verlornen SeelenDürsten nach deinen labenden Quellen.Auf Schutt und TrümmernIrdischer Freuden,Auf teuren Gräbern,Unter TrauerweidenBlicken Augen tränenumhüllt,Suchen, Maria,Du Mutter der Liebe,Dein himmlisches Bild. —O, laß uns Kinder der Erde nimmerVerlieren ganz deiner Minne Schimmer.Maria, Maria, dies bitten wir!Und wenn Felsen stürzenUnd die Himmel beben,Huldreiche Frau,Laß bestehen, laß lebenIm MenschenherzenDas süße Bild von dir!
»Aus TodesbandenIst der Sohn erstanden,Und sie, das heiligste Weib der Schmerzen,In der ewigen Jugend Strahl,Stieg empor auf RosenwolkenZum himmlischen Königssaal.« —O, Dank den Zungen,Die dies Lied gesungenDas erstemal in Glauben und Hoffen.Unser Leib sinkt der Erde zu,Doch dir, o Herz, steht im LichteHeiliger Dichtung der Himmel offen!In Lebensstürmen verlischt der Schimmer,Der kindliche Glaube vergeht wie Tau.Und kommt wie Tau. Denn eins laß ich nimmer:Das glorreiche Anbild der göttlichen Frau.Maria, Maria,Mit deinen Schmerzen,Mit deinen Freuden!In meinem HerzenBist von allenDen Idealen,Den herrlichen, süßen, lieben,Mir du noch geblieben.Deines Gedächtnisses SegenMöge uns rettenAus der Verzweiflung finsteren Wegen,Aus der Leidenschaft ehernen Ketten.— O, ewigen PreisDer Gebenedeiten,Der Gnadenreichen!Erd' und Himmel zu allen ZeitenHaben nichts, dir zu vergleichen.Die Könige ruhen zu deinen Füßen,Die Scharen der heiligen Engel küssenDen Saum deines leuchtenden Kleides;Und in den KammernDes Elendes jammernDie lichtlosen Kinder des Leides;Die Gefallenen weinenZu dir, der Reinen,Die gebrochenen Herzen,Die verlornen SeelenDürsten nach deinen labenden Quellen.Auf Schutt und TrümmernIrdischer Freuden,Auf teuren Gräbern,Unter TrauerweidenBlicken Augen tränenumhüllt,Suchen, Maria,Du Mutter der Liebe,Dein himmlisches Bild. —O, laß uns Kinder der Erde nimmerVerlieren ganz deiner Minne Schimmer.Maria, Maria, dies bitten wir!Und wenn Felsen stürzenUnd die Himmel beben,Huldreiche Frau,Laß bestehen, laß lebenIm MenschenherzenDas süße Bild von dir!
»Aus TodesbandenIst der Sohn erstanden,Und sie, das heiligste Weib der Schmerzen,In der ewigen Jugend Strahl,Stieg empor auf RosenwolkenZum himmlischen Königssaal.« —O, Dank den Zungen,Die dies Lied gesungenDas erstemal in Glauben und Hoffen.Unser Leib sinkt der Erde zu,Doch dir, o Herz, steht im LichteHeiliger Dichtung der Himmel offen!In Lebensstürmen verlischt der Schimmer,Der kindliche Glaube vergeht wie Tau.Und kommt wie Tau. Denn eins laß ich nimmer:Das glorreiche Anbild der göttlichen Frau.
Maria, Maria,Mit deinen Schmerzen,Mit deinen Freuden!In meinem HerzenBist von allenDen Idealen,Den herrlichen, süßen, lieben,Mir du noch geblieben.Deines Gedächtnisses SegenMöge uns rettenAus der Verzweiflung finsteren Wegen,Aus der Leidenschaft ehernen Ketten.— O, ewigen PreisDer Gebenedeiten,Der Gnadenreichen!Erd' und Himmel zu allen ZeitenHaben nichts, dir zu vergleichen.Die Könige ruhen zu deinen Füßen,Die Scharen der heiligen Engel küssenDen Saum deines leuchtenden Kleides;Und in den KammernDes Elendes jammernDie lichtlosen Kinder des Leides;Die Gefallenen weinenZu dir, der Reinen,Die gebrochenen Herzen,Die verlornen SeelenDürsten nach deinen labenden Quellen.Auf Schutt und TrümmernIrdischer Freuden,Auf teuren Gräbern,Unter TrauerweidenBlicken Augen tränenumhüllt,Suchen, Maria,Du Mutter der Liebe,Dein himmlisches Bild. —
O, laß uns Kinder der Erde nimmerVerlieren ganz deiner Minne Schimmer.Maria, Maria, dies bitten wir!Und wenn Felsen stürzenUnd die Himmel beben,Huldreiche Frau,Laß bestehen, laß lebenIm MenschenherzenDas süße Bild von dir!
Gedanken in der Kirche zu Zell.
Bei Maria zu Zell an der heiligen Stätte, da kannst du Wunder schauen christliche Seele. Da kommen gezogen Völker aus vielen Ländern und lasten ab auf den Marmorstufen ihr schweres Herz, ihr vielfaches Leiden, und rufen in fremden Zungen des Heilands selige Mutter, und klagen und schreien mit wilden Gebärden, und führen zerrissen in Wehmut die Sprache, so alle Menschen verstehen: sie weinen.
Sie weinen, daß Trän' um Träne perlet über die Wangen — der Perlenschnüre schönste, die sie der himmlischen Frau mögen weihen. Sie weinen und beten mit hochgefalteten Händen, wie so brünstig auf keiner Stätte im irdischen Tale sonst sie können beten. Eherner Bildsäule gleich knien sie da, oder wandeln, das flackernde Licht in der Hand, wohl leichenblaß in langen Reigen den Kreuzgang dahin, oder wallen kniend im Bußgewand um den Altar, oder liegen auf kaltem Stein hingestreckt wie leblos, die Arme zum Kreuze gebreitet. Unter solchen Gebärden bangend und hoffend, schreit das zitternde Herz: »Maria! Zuflucht der Sünder, Heil der Kranken, Trost der Betrübten, Licht der Sterbenden, bitte für uns:Ora pro nobis!«
Und siehe! Vom stillen, uralten Bildnis nieder träufelt die Gnade, der Beter Gemüt ist erleichtert, wie Berghauch frisch weht Hoffnung und Zuversicht durch das schwüle Herz. Aufrecht wieder steht der irdische Leib, im Aug' die Träne der Freude: Erhört! Erhört zu Zell von Maria!
Im Schatten des Pfeilers dort steht finster und blaß ein Fremdling. Seine Zunge ist kundig der Sprachen des Erdballs — Maria hört ihn in keiner. Der Bitterkeit voll ist sein Herz, und schweres Weh schleppt er mit sich seit vielen Tagen, es fällt nicht ab an den Stufen der Gnade, es klammert sich würgend an seinen wogenden Busen, er flucht dem dunkeln Geschick, er dürstet nach Freude und Trost, verzehrt sich in lahmem Neid, daß sie dort, die Beter, vor einem geschnitzten Stück Holz erlangen, was ihm in der weiten lebendigen Welt versagt ist.
Mit starkem Mute gehen die Pilger dem Heim zu, sei es zu ferneren Widerwärtigkeiten des Lebens, sei es zur Bahre — sie gehen getrost, Maria geht ihnen zur Seite und führt sie durch Jammer und Grab als treue Mutter zum ewigen Leben.
Auch dort dem Fremdling pocht schon der Tod ans liebehaschende Weltherz. Sein Wesen schauert im Anblick der Grauen des ewigen Grabes. Einen Ruf nach Rettung erpreßt der Verzweiflung Gewalt ihm, der Schrei gellt hohl in den Hallen des Tempels, daß flattert erschreckt aus dem Nest die Schwalbe. Das uralte Holz in der Zelle ist taub.
O armes, geliebtes, von allen Himmeln verlassenes Weltkind! Das uralte Holz in der Zelle hilft niemand. Maria, des Heilands süße, barmherzige Mutter, die jene wallenden Beterlebendigim Herzen tragen, des Glaubens innere Wirklichkeit — sie wirket Wunder. Es ist keine Mär, Maria wirkt jeden Tag Wunder im Menschengemüte und übt eine göttliche Kraft, die irdischer Macht nicht vergleichbar.
O Fremdling im Schatten des Pfeilers! Wenn dir ein ernstes Geschick den kindlichen Glauben genommen und nicht mehr zurückgibt — es ist des Weltkindes Märtyrtum, trage es männlich. Doch wehe dir, wenn du ans Heiligtum tastest, das andere hegen im blutenden Herzen! Laß brennen im Menschengemüte die Ampel, die ihnen erleuchtet des Erdenlebens finstere Pfade, des Grabes Schatten mit Morgenrot hellet, und schweig in Ehrfurcht, wenn auf wildem Meere weint und schreit und betet der Menschen gläubiges:Ora pro nobis!
Lebensgenosse, verbirg mir dein Herz nicht. Ich weiß es, ich kenn' es, ich seh's an dem meinen.
Du hast dichgefürchtet. Dir graute vor Schatten; an Körpern, die sie geworfen, gingst du sorglos vorüber. Der Kindheit süßes Blut haben gesogen Vampyre der Angst in stillen Nächten. Schaudernd vor Geistern nahmst du den stärksten nicht wahr — den im eigenen Haupte. Nun ruhn die Gespenster, doch inne bist du des Weltalls Mächte, die dich im Augenblick können vernichten. Solange du nur für dich wolltest sein, war Angst dein Teil; seit du willig der Schöpfung lebst in gemeinsamer Sache, stehst du in Demut, doch furchtlos den Mächten, mit offener Stirn.
Du hastgehofft. Das Hoffen ist das beste Haben des Sterblichen. Doch der tröstenden Mutter Hoffnung boshaftes Kind heißt: Enttäuschung. Wohl dir, wenn die Hoffnung dich treu zum Grab trägt; wehe dir, wenn unterwegs sie dich fallen läßt auf sandigen Boden, wo unter Disteln und Dornen Verzweiflung wächst! Ich spotte der Hoffnung nicht, sie ist das Gedicht meiner Seele, des kindischen Herzens liebliches Spielzeug.
Du hastgehascht. Von Sinnen gestachelt wie toll gejagt nach Genüssen — nach Geld, nach Ruhm und anderen Dingen, die das Leben zieren, aber nicht erfüllen. Wie leicht ist dir manches geworden, zur Wirklichkeit wuchs der Gedanke, bevor er noch Wunsch war. Mit Schmerz und Entbehrung verglichen nur waren es Güter, nur mit dem Maßstab des Leides gemessene Freuden. Von andern beneidet, fragst du befremdet das Schicksal: Ist denn das alles? Mehr als erwartet und doch nicht befriedigt! Es muß in den prunkenden, allumworbenen Gütern der Welt etwas faul sein.
Du hastgehaßt. O nichts vergiftet das Herz mehr, als leidiges Hassen. Die Gier, sich zu rächen, verzehrt das eigene Leben. Nie geht der Herzschlag so wild, als wenn er Waffen schmiedet gegen den Feind; die lohende Esse der Brust versengt den heiteren Frieden. Ich habe die Lust zu hassen dem Teufel zurückgegeben, sie mag der Verdammten Seligkeit sein. Der Erdsohn wandelt auf Gräbern, sein Haupt reifet hehrer Vollendung entgegen im Lichte des Himmels.
Du hast dich, Lebensgenosse, derLiebeergeben. Die Lieb' zu dir selbst, mit der fing es an, und bald kam die Liebe zu zweien; diese gebar dir schmerzlich und vielfach die Lieb' zu den Kindern. Die selige, zitternde Liebe voll Glück und voll Bangen. Armes gepeinigtes Herz! Heute trotzend in Panzern von Eis, morgen fiebernd in Gluten, an solcher Liebe Glück sachte verblutend. Und das nennt man Leben! Wie du, so wir alle — lächeln nach außen und schluchzen im Innern. — Nun kommt das Erbarmen. Die selbstlose Liebe, die am Kreuz ihre Hände noch ausstreckt, die Welt zu umarmen. Liebreich und gut sein mit jedem. Gibt man dir Liebe, gib Liebe zurück. Fügt man dir Leid zu, so gib dafür Liebe. Lähme die Feinde mit Liebe, größer, gewaltiger rächt sich auch Gott nicht.
O milde Liebe! Wer anderen wohlwill und wohltut, erlöset sich selber. Der Unfried in dir geht zur Ruh, wenn du Fried' hast mit anderen. Die tiefste Wunde des eigenen Herzens vernarbt, wenn du sie anderen heilest. In deines Gemütes üppigem Garten, tief unter Unkraut keimet ein Pflänzlein; heute noch zart mit tauender Blüte, kann es bei treuer Pflege morgen ein herrlicher Baum sein. Ein Baum der wahren Erkenntnis, an welchem die Früchte reifen, nach denen wir lechzen. O haltloser Mensch, von Furcht und von Hoffnung betört, von Gier und von Haß gehetzt, müßtest du stürzen, vergehn, wie der Hirsch, das Blei in der Brust, verblutet im Moorgrund. Zur Urkraft steh! Gesell dich im Streite der göttlichen Siegerin zu. Dich rettet die Liebe.
Heiliger Gott, ich möchte beten, preisen dich in göttlicher Sprache, und jauchzen, singen, wie Engel jubeln im Schauen deiner Schönheit.
Ich möchte weinen, wie Selige schluchzen, die du aus der finsteren Drangsal der Erde in deine ewigen Himmel aufnimmst.
Nur das ist mein Schmerz, mein wonnig Verzagen, daß ich nicht kann sagen, wie glücklich ich bin. —
Ich hab' dich gefühlt am Busen der Mutter, im Auge des Freundes dein Lächeln gesehn; und als ich die einzige fand, die Geliebte, da warst du es ganz, der niederstieg und mich, den Schwachen, in Wonneschauer Bebenden, mit heißem Kuß an seine Brust gedrückt hat.
Und als ich mein Ebenbild, nein, das deine, in meinem Arm hielt, das süße Kind, da warst es du, der mit erneuter Huld im jungen Auge mich angeblickt. —
Die heißen Freuden haben mein Herz erschüttert; der Frost der Gräber hat mein Haar gebleicht.
Einsam nennen sie mich und wollen mich trösten mit ihren kleinen Gaben, die Guten, die Armen, die nicht wissen, wie reich, nicht ahnen, wie glücklich ich bin.
Denn seit die heiligen Bilder deiner persönlichen Gottheit mir verweht sind, stehst du aufgedeckt vor mir in Alleinheit deiner unendlichen Schöpfung.
O, daß ich so vergebens in deinem Reich den Namen suche, dich zu nennen, du nimmerruhender Auf- und Niedergang, im Sturm und Sonnenlächeln ewige Harmonie, aus der mir die Stimme der Mutter, der Gattin Hauch und des Kindes Lächeln treu wieder entgegengrüßt.
Was einst mich beglückt in einzelnen Wesen, in einzelnen Wünschen und Hoffen beseelt, das find' ich nun, vereint mit dir, mit mir vereinigt zum ewigen Sein.
Die Leidenschaft schweigt — gestillt ist die Sehnsucht; erlöst an dein Herz, o Natur, sink' ich hin.
Die Blumen der Erde, die Sterne des Himmels, sie mögen verkünden, wie glücklich ich bin.
Ein glücklicher Mensch steigt hier zur Ruh',Von einem Himmel zum andern;In hehren Gestalten zieht er durchs All,Wie selige Geister wandern.Er hat ein reicheres Dasein geführt,Als all ihr Schlemmer und Prasser,Er hat ein edleres Feuer genährt,Als alle die Hetzer und Hasser.Er hat das Elend in Liebe geweiht,Der Jämmerlichkeit sich verschlossen,Er hat mit dem Blut von eurem BlutEin höheres Leben genossen.Er hat genossen in fröhlicher Ruh',Was ihr selbst im Kampf nicht erjagtet!Er hat gebetet, gehofft und gejauchzt,Dieweilen ihr klagtet und zagtet.Dieweilen ihr geifernd das Leben verfluchtUnd geifernd danach habt gehastet,Hat er sich im Lichte des Himmels gesonnt,Im Schatten des Waldes gerastet.Ihm war ein heiterer Traum dieses Sein,Das euch ein drückender Alp ist;Das kommt, weil euch der Magen beschwertVom Fraße am goldenen Kalb ist.Dieweil ihr auf allen Vieren kriecht,Er fuhr auf dem Sternenwagen,Ihn hat die göttliche PhantasieDurch Ewigkeiten getragen.Ihr sinket als Aas ins finstere Grab,Als Samenkorn fällt er zur Erde. —Hab' einst ich im neuen Sein die Wahl,Mit wem ich's wohl halten werde?Ein glücklicher Mensch steigt hier zur Ruh',Von einem Himmel zum andern;In hehren Gestalten zieht er durchs All,Wie selige Geister wandern.
Ein glücklicher Mensch steigt hier zur Ruh',Von einem Himmel zum andern;In hehren Gestalten zieht er durchs All,Wie selige Geister wandern.Er hat ein reicheres Dasein geführt,Als all ihr Schlemmer und Prasser,Er hat ein edleres Feuer genährt,Als alle die Hetzer und Hasser.Er hat das Elend in Liebe geweiht,Der Jämmerlichkeit sich verschlossen,Er hat mit dem Blut von eurem BlutEin höheres Leben genossen.Er hat genossen in fröhlicher Ruh',Was ihr selbst im Kampf nicht erjagtet!Er hat gebetet, gehofft und gejauchzt,Dieweilen ihr klagtet und zagtet.Dieweilen ihr geifernd das Leben verfluchtUnd geifernd danach habt gehastet,Hat er sich im Lichte des Himmels gesonnt,Im Schatten des Waldes gerastet.Ihm war ein heiterer Traum dieses Sein,Das euch ein drückender Alp ist;Das kommt, weil euch der Magen beschwertVom Fraße am goldenen Kalb ist.Dieweil ihr auf allen Vieren kriecht,Er fuhr auf dem Sternenwagen,Ihn hat die göttliche PhantasieDurch Ewigkeiten getragen.Ihr sinket als Aas ins finstere Grab,Als Samenkorn fällt er zur Erde. —Hab' einst ich im neuen Sein die Wahl,Mit wem ich's wohl halten werde?Ein glücklicher Mensch steigt hier zur Ruh',Von einem Himmel zum andern;In hehren Gestalten zieht er durchs All,Wie selige Geister wandern.
Ein glücklicher Mensch steigt hier zur Ruh',Von einem Himmel zum andern;In hehren Gestalten zieht er durchs All,Wie selige Geister wandern.
Er hat ein reicheres Dasein geführt,Als all ihr Schlemmer und Prasser,Er hat ein edleres Feuer genährt,Als alle die Hetzer und Hasser.
Er hat das Elend in Liebe geweiht,Der Jämmerlichkeit sich verschlossen,Er hat mit dem Blut von eurem BlutEin höheres Leben genossen.
Er hat genossen in fröhlicher Ruh',Was ihr selbst im Kampf nicht erjagtet!Er hat gebetet, gehofft und gejauchzt,Dieweilen ihr klagtet und zagtet.
Dieweilen ihr geifernd das Leben verfluchtUnd geifernd danach habt gehastet,Hat er sich im Lichte des Himmels gesonnt,Im Schatten des Waldes gerastet.
Ihm war ein heiterer Traum dieses Sein,Das euch ein drückender Alp ist;Das kommt, weil euch der Magen beschwertVom Fraße am goldenen Kalb ist.
Dieweil ihr auf allen Vieren kriecht,Er fuhr auf dem Sternenwagen,Ihn hat die göttliche PhantasieDurch Ewigkeiten getragen.
Ihr sinket als Aas ins finstere Grab,Als Samenkorn fällt er zur Erde. —Hab' einst ich im neuen Sein die Wahl,Mit wem ich's wohl halten werde?
Ein glücklicher Mensch steigt hier zur Ruh',Von einem Himmel zum andern;In hehren Gestalten zieht er durchs All,Wie selige Geister wandern.
Zum Eröffungstag der Arlbergbahn.
(1884.)
Tirol, du schönes, stolzes Land,Du hüllest dich in FestgewandUnd jauchzest laut.Durch Berg und Tal der Posthornschall,Er tönet heut das letztemalSo weh und traut.Das Posthorn klingt, wie VogelsangDereinst auch an das Herz dir klangIn Sommernacht,Als es — ein sehnend Walter-Lied —Vom Liebsten, der in Treuen schied,Den Gruß gebracht.Es blies in schwer bedrängter ZeitDas Notsignal zum FreiheitsstreitVon Tal zu Tal;Und auf dem blutigen Felde klang'sErschütternd, wie des GrabgesangsPosaunenschall.Dem Spielmanns-, Senn- und JägerhornEntstammt, ward es zum heiligen BornFür Lust und Schmerz.War's Willkomm', war es Scheidens Muß,Das Horn, es hatte wilden GrußFür unser Herz.Das Lerchenlied — es ist vorbei.Doch hörst du nicht des Geiers SchreiUnd schrillen Pfiff?Ein schwarzer Drache schnaubt heran,Und Feuer speit auf eherner BahnDas Lokomotiv.Der Täler Frieden ist dahin,Und bald der Welt Parol': Gewinn!Wird herrschend sein.Doch nimmer klagt und nimmer bangt;Was eine große Zeit verlangt,Wird sie auch weihn.Solang noch Schwert und Kugel droht,Der Völkerhaß gen Himmel loht,Solang, solangDie weite Welt nicht ist befreit,Gibt's keine Rast in Einsamkeit,Trotz Lerchensang.Die neue Bahn, der weder SprungNoch hoher Berge ÜberschwungJemals gefiel:Durch Nacht und Graus, auf kühnem Steg,Geradeaus den Mittelweg,Kommt sie ans Ziel.Ans große Ziel, dem ich und duMit heißer Sehnsucht streben zu,Und weher Not:Dem Bruderbund von Hand zu Hand,Von Herz zu Herz, von Land zu Land,Das walte Gott!
Tirol, du schönes, stolzes Land,Du hüllest dich in FestgewandUnd jauchzest laut.Durch Berg und Tal der Posthornschall,Er tönet heut das letztemalSo weh und traut.Das Posthorn klingt, wie VogelsangDereinst auch an das Herz dir klangIn Sommernacht,Als es — ein sehnend Walter-Lied —Vom Liebsten, der in Treuen schied,Den Gruß gebracht.Es blies in schwer bedrängter ZeitDas Notsignal zum FreiheitsstreitVon Tal zu Tal;Und auf dem blutigen Felde klang'sErschütternd, wie des GrabgesangsPosaunenschall.Dem Spielmanns-, Senn- und JägerhornEntstammt, ward es zum heiligen BornFür Lust und Schmerz.War's Willkomm', war es Scheidens Muß,Das Horn, es hatte wilden GrußFür unser Herz.Das Lerchenlied — es ist vorbei.Doch hörst du nicht des Geiers SchreiUnd schrillen Pfiff?Ein schwarzer Drache schnaubt heran,Und Feuer speit auf eherner BahnDas Lokomotiv.Der Täler Frieden ist dahin,Und bald der Welt Parol': Gewinn!Wird herrschend sein.Doch nimmer klagt und nimmer bangt;Was eine große Zeit verlangt,Wird sie auch weihn.Solang noch Schwert und Kugel droht,Der Völkerhaß gen Himmel loht,Solang, solangDie weite Welt nicht ist befreit,Gibt's keine Rast in Einsamkeit,Trotz Lerchensang.Die neue Bahn, der weder SprungNoch hoher Berge ÜberschwungJemals gefiel:Durch Nacht und Graus, auf kühnem Steg,Geradeaus den Mittelweg,Kommt sie ans Ziel.Ans große Ziel, dem ich und duMit heißer Sehnsucht streben zu,Und weher Not:Dem Bruderbund von Hand zu Hand,Von Herz zu Herz, von Land zu Land,Das walte Gott!
Tirol, du schönes, stolzes Land,Du hüllest dich in FestgewandUnd jauchzest laut.Durch Berg und Tal der Posthornschall,Er tönet heut das letztemalSo weh und traut.
Das Posthorn klingt, wie VogelsangDereinst auch an das Herz dir klangIn Sommernacht,Als es — ein sehnend Walter-Lied —Vom Liebsten, der in Treuen schied,Den Gruß gebracht.
Es blies in schwer bedrängter ZeitDas Notsignal zum FreiheitsstreitVon Tal zu Tal;Und auf dem blutigen Felde klang'sErschütternd, wie des GrabgesangsPosaunenschall.
Dem Spielmanns-, Senn- und JägerhornEntstammt, ward es zum heiligen BornFür Lust und Schmerz.War's Willkomm', war es Scheidens Muß,Das Horn, es hatte wilden GrußFür unser Herz.
Das Lerchenlied — es ist vorbei.Doch hörst du nicht des Geiers SchreiUnd schrillen Pfiff?Ein schwarzer Drache schnaubt heran,Und Feuer speit auf eherner BahnDas Lokomotiv.
Der Täler Frieden ist dahin,Und bald der Welt Parol': Gewinn!Wird herrschend sein.Doch nimmer klagt und nimmer bangt;Was eine große Zeit verlangt,Wird sie auch weihn.
Solang noch Schwert und Kugel droht,Der Völkerhaß gen Himmel loht,Solang, solangDie weite Welt nicht ist befreit,Gibt's keine Rast in Einsamkeit,Trotz Lerchensang.
Die neue Bahn, der weder SprungNoch hoher Berge ÜberschwungJemals gefiel:Durch Nacht und Graus, auf kühnem Steg,Geradeaus den Mittelweg,Kommt sie ans Ziel.
Ans große Ziel, dem ich und duMit heißer Sehnsucht streben zu,Und weher Not:Dem Bruderbund von Hand zu Hand,Von Herz zu Herz, von Land zu Land,Das walte Gott!
in der Nacht zum 1. Mai 1885.
Der sanfte Mai! So herb an unsere MauernHat er noch nie gepocht, als diese Nacht.Aus tiefem Winterschlafe jäh erwacht,Erbebt die Erde in Empfängnisschauern?Wir fuhren auf in mitternächtigem Schrecken,An mondbestrahltem Fenster stand der MaiUnd lächelte herein: Ich war so frei,Ein wenig eure Herzen aufzuwecken,Daß hören sie, was schallt in allen Lüften,Daß sehen sie, was ich mit Blumen schrieb:Wie kurz die Lebenszeit! O habt euch lieb,Die Toten pochen laut in ihren Grüften.
Der sanfte Mai! So herb an unsere MauernHat er noch nie gepocht, als diese Nacht.Aus tiefem Winterschlafe jäh erwacht,Erbebt die Erde in Empfängnisschauern?Wir fuhren auf in mitternächtigem Schrecken,An mondbestrahltem Fenster stand der MaiUnd lächelte herein: Ich war so frei,Ein wenig eure Herzen aufzuwecken,Daß hören sie, was schallt in allen Lüften,Daß sehen sie, was ich mit Blumen schrieb:Wie kurz die Lebenszeit! O habt euch lieb,Die Toten pochen laut in ihren Grüften.
Der sanfte Mai! So herb an unsere MauernHat er noch nie gepocht, als diese Nacht.Aus tiefem Winterschlafe jäh erwacht,Erbebt die Erde in Empfängnisschauern?
Wir fuhren auf in mitternächtigem Schrecken,An mondbestrahltem Fenster stand der MaiUnd lächelte herein: Ich war so frei,Ein wenig eure Herzen aufzuwecken,
Daß hören sie, was schallt in allen Lüften,Daß sehen sie, was ich mit Blumen schrieb:Wie kurz die Lebenszeit! O habt euch lieb,Die Toten pochen laut in ihren Grüften.
(Zum Lehrertag in Graz 1888.)
Als Sparta einst ein großes Fest beging,Da kam ein Bote aus Athen gezogen,Man hieß ihn treten in der Krieger RingUnd fragte grüßend ihn mit Pfeil und Bogen:»Was ist dein Zeichen, Freund, wir wollen's sehn!«»Gesittung, Friede!« sprach der von Athen.Und so wie damals der Athener trat,Der edle Geist, ins Land der rohen Sitten,So bist auch du, mein Freund, nun in den RatDer rauhen, kampfeslustigen Zeit geschritten.Es kocht der Haß der Völker und ParteinUnd lädt zum blutigen Mahl der Rache ein.Doch du erziehst mit Mut ein neu Geschlecht,Und daß aus Wissen sein Gewissen tage,Zu messen mit Gewissen, Pflicht und Recht,Gibst du ihm in die Hand die heilige Wage.Gesittung, Friede seh' ich neu erstehn.O sei willkommen, Bürger von Athen!
Als Sparta einst ein großes Fest beging,Da kam ein Bote aus Athen gezogen,Man hieß ihn treten in der Krieger RingUnd fragte grüßend ihn mit Pfeil und Bogen:»Was ist dein Zeichen, Freund, wir wollen's sehn!«»Gesittung, Friede!« sprach der von Athen.Und so wie damals der Athener trat,Der edle Geist, ins Land der rohen Sitten,So bist auch du, mein Freund, nun in den RatDer rauhen, kampfeslustigen Zeit geschritten.Es kocht der Haß der Völker und ParteinUnd lädt zum blutigen Mahl der Rache ein.Doch du erziehst mit Mut ein neu Geschlecht,Und daß aus Wissen sein Gewissen tage,Zu messen mit Gewissen, Pflicht und Recht,Gibst du ihm in die Hand die heilige Wage.Gesittung, Friede seh' ich neu erstehn.O sei willkommen, Bürger von Athen!
Als Sparta einst ein großes Fest beging,Da kam ein Bote aus Athen gezogen,Man hieß ihn treten in der Krieger RingUnd fragte grüßend ihn mit Pfeil und Bogen:»Was ist dein Zeichen, Freund, wir wollen's sehn!«»Gesittung, Friede!« sprach der von Athen.
Und so wie damals der Athener trat,Der edle Geist, ins Land der rohen Sitten,So bist auch du, mein Freund, nun in den RatDer rauhen, kampfeslustigen Zeit geschritten.Es kocht der Haß der Völker und ParteinUnd lädt zum blutigen Mahl der Rache ein.
Doch du erziehst mit Mut ein neu Geschlecht,Und daß aus Wissen sein Gewissen tage,Zu messen mit Gewissen, Pflicht und Recht,Gibst du ihm in die Hand die heilige Wage.Gesittung, Friede seh' ich neu erstehn.O sei willkommen, Bürger von Athen!
(Zum Tode Robert Hammerlings 1889.)
Bist es du, der mich entsühnet als den Brudermörder Kain,Welcher, weil des Todes Vater, nimmer dessen Kind kann sein?Weh, das war ein banges Wandern durch die wilde, finstre Zeit,Wähnend, hastend, niemals rastend, um den Ring der Ewigkeit.Seit jedoch der göttergleichen Schönheit leuchtend GloriolAufgestellt zum Straßenzeiger, wo ich rasten darf und soll,Seitdem will ich leben, leben, maienfroh zur Lust erwacht.Liebe hat die Welt erlöset, Schönheit selig sie gemacht.Du, mein Wanderbruder, standest einsam auf des Lebens Firn,Als der Schönheit Hochpropheten einer, mit der Jovisstirn;Nun sind beide wir unsterblich, wandern durch das bunte Nichts,Ich im Schattenreich der Erde, du im Äther ew'gen Lichts.
Bist es du, der mich entsühnet als den Brudermörder Kain,Welcher, weil des Todes Vater, nimmer dessen Kind kann sein?Weh, das war ein banges Wandern durch die wilde, finstre Zeit,Wähnend, hastend, niemals rastend, um den Ring der Ewigkeit.Seit jedoch der göttergleichen Schönheit leuchtend GloriolAufgestellt zum Straßenzeiger, wo ich rasten darf und soll,Seitdem will ich leben, leben, maienfroh zur Lust erwacht.Liebe hat die Welt erlöset, Schönheit selig sie gemacht.Du, mein Wanderbruder, standest einsam auf des Lebens Firn,Als der Schönheit Hochpropheten einer, mit der Jovisstirn;Nun sind beide wir unsterblich, wandern durch das bunte Nichts,Ich im Schattenreich der Erde, du im Äther ew'gen Lichts.
Bist es du, der mich entsühnet als den Brudermörder Kain,Welcher, weil des Todes Vater, nimmer dessen Kind kann sein?Weh, das war ein banges Wandern durch die wilde, finstre Zeit,Wähnend, hastend, niemals rastend, um den Ring der Ewigkeit.
Seit jedoch der göttergleichen Schönheit leuchtend GloriolAufgestellt zum Straßenzeiger, wo ich rasten darf und soll,Seitdem will ich leben, leben, maienfroh zur Lust erwacht.Liebe hat die Welt erlöset, Schönheit selig sie gemacht.Du, mein Wanderbruder, standest einsam auf des Lebens Firn,Als der Schönheit Hochpropheten einer, mit der Jovisstirn;Nun sind beide wir unsterblich, wandern durch das bunte Nichts,Ich im Schattenreich der Erde, du im Äther ew'gen Lichts.
zur zwanzigjährigen Gründungsfeier des Lesevereines in Krieglach am 23. Juli 1893.
Es pflegen die Menschen im irdischen Tal,Die Streitenden, Hoffenden, Edlen zumalSich leuchtende Tempel zu bauen,Auf daß im alltäglichen Drang ein AsylUns winke und weise das höhere ZielZum inneren Leben und Schauen.Denn nicht in des Körpers gebrechlichen SchreinSind uns hinterlegt die Schätze allein,Und auch nicht in eisernen Truhen;Die größten, beständigsten Güter der Welt,Sie sind wohl auf Geist und Gemüt gestellt,Wo selig die Götter ruhen.Zu stärken die Kräfte, die schaffenden,Zu wecken die Götter, die schlafenden,Das war unser heiliges Streben,Als einstens, vor zweien Dezennien,Beseelt und geleitet von Genien,Dies Bündnis wir riefen ins Leben.Wir gründeten mutig den frohen VereinUnd luden die Geister des Erdkreises einIns bescheidene Dorf an der Fresen.In Büchern und Blättern sie kamen heran,Und mancher verdienst- und ruhmreiche MannIst wohl unser Gast gewesen.Wir hielten zusammen in treuer Pflicht,Wir zankten nicht viel und wankten auch nichtIn guten und schlimmen Jahren.Und hier in diesem gastlichen HausHat unser Verein jahrein und jahrausAll Schutz und Schirm erfahren.Wie mancher Gesang der Weihestund',Wie manches Lustjauchzen der Tafelrund'Hat hier gebraust und geklungen.Wie mancher Funke und BildungskeimIst siegreich aus diesem GeistesheimIns weite Tal gedrungen.So wird man dem immer noch frischen VereinDas Fest der Erinnerung gerne verzeihn,Der treuen Verharrung zum Lohne.Die Einigkeit war unser Grund und Fach,Die Einigkeit war unser Turm und Dach,Die Einigkeit sei unsre Krone.
Es pflegen die Menschen im irdischen Tal,Die Streitenden, Hoffenden, Edlen zumalSich leuchtende Tempel zu bauen,Auf daß im alltäglichen Drang ein AsylUns winke und weise das höhere ZielZum inneren Leben und Schauen.Denn nicht in des Körpers gebrechlichen SchreinSind uns hinterlegt die Schätze allein,Und auch nicht in eisernen Truhen;Die größten, beständigsten Güter der Welt,Sie sind wohl auf Geist und Gemüt gestellt,Wo selig die Götter ruhen.Zu stärken die Kräfte, die schaffenden,Zu wecken die Götter, die schlafenden,Das war unser heiliges Streben,Als einstens, vor zweien Dezennien,Beseelt und geleitet von Genien,Dies Bündnis wir riefen ins Leben.Wir gründeten mutig den frohen VereinUnd luden die Geister des Erdkreises einIns bescheidene Dorf an der Fresen.In Büchern und Blättern sie kamen heran,Und mancher verdienst- und ruhmreiche MannIst wohl unser Gast gewesen.Wir hielten zusammen in treuer Pflicht,Wir zankten nicht viel und wankten auch nichtIn guten und schlimmen Jahren.Und hier in diesem gastlichen HausHat unser Verein jahrein und jahrausAll Schutz und Schirm erfahren.Wie mancher Gesang der Weihestund',Wie manches Lustjauchzen der Tafelrund'Hat hier gebraust und geklungen.Wie mancher Funke und BildungskeimIst siegreich aus diesem GeistesheimIns weite Tal gedrungen.So wird man dem immer noch frischen VereinDas Fest der Erinnerung gerne verzeihn,Der treuen Verharrung zum Lohne.Die Einigkeit war unser Grund und Fach,Die Einigkeit war unser Turm und Dach,Die Einigkeit sei unsre Krone.
Es pflegen die Menschen im irdischen Tal,Die Streitenden, Hoffenden, Edlen zumalSich leuchtende Tempel zu bauen,Auf daß im alltäglichen Drang ein AsylUns winke und weise das höhere ZielZum inneren Leben und Schauen.
Denn nicht in des Körpers gebrechlichen SchreinSind uns hinterlegt die Schätze allein,Und auch nicht in eisernen Truhen;Die größten, beständigsten Güter der Welt,Sie sind wohl auf Geist und Gemüt gestellt,Wo selig die Götter ruhen.
Zu stärken die Kräfte, die schaffenden,Zu wecken die Götter, die schlafenden,Das war unser heiliges Streben,Als einstens, vor zweien Dezennien,Beseelt und geleitet von Genien,Dies Bündnis wir riefen ins Leben.
Wir gründeten mutig den frohen VereinUnd luden die Geister des Erdkreises einIns bescheidene Dorf an der Fresen.In Büchern und Blättern sie kamen heran,Und mancher verdienst- und ruhmreiche MannIst wohl unser Gast gewesen.
Wir hielten zusammen in treuer Pflicht,Wir zankten nicht viel und wankten auch nichtIn guten und schlimmen Jahren.Und hier in diesem gastlichen HausHat unser Verein jahrein und jahrausAll Schutz und Schirm erfahren.
Wie mancher Gesang der Weihestund',Wie manches Lustjauchzen der Tafelrund'Hat hier gebraust und geklungen.Wie mancher Funke und BildungskeimIst siegreich aus diesem GeistesheimIns weite Tal gedrungen.
So wird man dem immer noch frischen VereinDas Fest der Erinnerung gerne verzeihn,Der treuen Verharrung zum Lohne.Die Einigkeit war unser Grund und Fach,Die Einigkeit war unser Turm und Dach,Die Einigkeit sei unsre Krone.
Am Grabe Anzengrubers.
(Zur Enthüllungsfeier seines Denkmals 1895.)
Ich singe hell an seiner GruftUnd spiele froh die Leier;Am Grabe des UnsterblichenGibt's keine Todenfeier.Ihr in der Ferne seht des MeistersHerrliches Vollbringen;Ich weiß von seinem MenschentumEin rührend Lied zu singen.Sein Haupt ist schön, auch wenn ich esDes Lorbeerzweigs entblöße,Wohl, Dichterkönnen preis' ich hoch,Noch höher Menschengröße.Wir Freunde sein, wir denken stillZu dieser Stund' aufs neueAn seines Wesens schlichte Art,An seine Mannestreue.Die Wahrheit, die im Worte erGefeiert und gespiegelt,Im Leben durch WahrhaftigkeitHat er sie, traun, besiegelt.Sein Leben war ein harter Kampf,Sein plötzliches ErliegenErst hat die Welt ihm aufgeschreckt;Sein Fallen war sein Siegen.Sein Erdentag war wolkentrüb,Das lichte Ziel zu ferne,Nun leuchten, seit die Sonne sank,Die Werke hell wie Sterne,Sie leuchten über die weite Welt,Doch jetzt will ich erinnern:Sein Wiegenhaus, sein Schaffensheim,Sein Grab gehört den Wienern.An solchen Stätten blicket aufSein Volk in Stolz und Schauern;Ein Jauchzen hat es, daß er kam,Und daß er ging, ein Trauern. —O späte Liebe, die wir andersNimmer stillen können,Als daß wir dankend, sühnendSeine Lebensstätten krönen.Wir graben ein in MarmelsteinDen Namen, den wir lieben.Er selbst hat sich mit LoderbrandDem Volk ins Herz geschrieben.
Ich singe hell an seiner GruftUnd spiele froh die Leier;Am Grabe des UnsterblichenGibt's keine Todenfeier.Ihr in der Ferne seht des MeistersHerrliches Vollbringen;Ich weiß von seinem MenschentumEin rührend Lied zu singen.Sein Haupt ist schön, auch wenn ich esDes Lorbeerzweigs entblöße,Wohl, Dichterkönnen preis' ich hoch,Noch höher Menschengröße.Wir Freunde sein, wir denken stillZu dieser Stund' aufs neueAn seines Wesens schlichte Art,An seine Mannestreue.Die Wahrheit, die im Worte erGefeiert und gespiegelt,Im Leben durch WahrhaftigkeitHat er sie, traun, besiegelt.Sein Leben war ein harter Kampf,Sein plötzliches ErliegenErst hat die Welt ihm aufgeschreckt;Sein Fallen war sein Siegen.Sein Erdentag war wolkentrüb,Das lichte Ziel zu ferne,Nun leuchten, seit die Sonne sank,Die Werke hell wie Sterne,Sie leuchten über die weite Welt,Doch jetzt will ich erinnern:Sein Wiegenhaus, sein Schaffensheim,Sein Grab gehört den Wienern.An solchen Stätten blicket aufSein Volk in Stolz und Schauern;Ein Jauchzen hat es, daß er kam,Und daß er ging, ein Trauern. —O späte Liebe, die wir andersNimmer stillen können,Als daß wir dankend, sühnendSeine Lebensstätten krönen.Wir graben ein in MarmelsteinDen Namen, den wir lieben.Er selbst hat sich mit LoderbrandDem Volk ins Herz geschrieben.
Ich singe hell an seiner GruftUnd spiele froh die Leier;Am Grabe des UnsterblichenGibt's keine Todenfeier.Ihr in der Ferne seht des MeistersHerrliches Vollbringen;Ich weiß von seinem MenschentumEin rührend Lied zu singen.Sein Haupt ist schön, auch wenn ich esDes Lorbeerzweigs entblöße,Wohl, Dichterkönnen preis' ich hoch,Noch höher Menschengröße.Wir Freunde sein, wir denken stillZu dieser Stund' aufs neueAn seines Wesens schlichte Art,An seine Mannestreue.Die Wahrheit, die im Worte erGefeiert und gespiegelt,Im Leben durch WahrhaftigkeitHat er sie, traun, besiegelt.Sein Leben war ein harter Kampf,Sein plötzliches ErliegenErst hat die Welt ihm aufgeschreckt;Sein Fallen war sein Siegen.Sein Erdentag war wolkentrüb,Das lichte Ziel zu ferne,Nun leuchten, seit die Sonne sank,Die Werke hell wie Sterne,Sie leuchten über die weite Welt,Doch jetzt will ich erinnern:Sein Wiegenhaus, sein Schaffensheim,Sein Grab gehört den Wienern.An solchen Stätten blicket aufSein Volk in Stolz und Schauern;Ein Jauchzen hat es, daß er kam,Und daß er ging, ein Trauern. —O späte Liebe, die wir andersNimmer stillen können,Als daß wir dankend, sühnendSeine Lebensstätten krönen.Wir graben ein in MarmelsteinDen Namen, den wir lieben.Er selbst hat sich mit LoderbrandDem Volk ins Herz geschrieben.
1900.