Chapter 28

Attichwurzelhat sich mir bei derBauchwassersucht[48]wieRosmarinbei derHerz-undBrustwassersuchtals das beste innere Mittel erwiesen.

Bei derHerzwassersuchtkann als vortreffliche äußere Anwendung täglich einOber-undUnteraufschlägerangewendet werden. Nach innen gebe man täglich zwei Gläser Rosmarinwein zu trinken.

Georg, ein junger Mann von 36 Jahren, ist innerhalb acht Tagen am ganzen Körper in auffallender Weise angeschwollen, Kopf, Hals, Hände, Füße zeigen Geschwülste und unter der Haut eine Menge Wasser.Acht Tage langzog erzweimal im Tage den spanischen Mantelan, weitere 9 Tage einmal, die letzten 10 Tage nach je drei Tagen. „Ich bin ein ganzer Spanier geworden,“ scherzte der Mann. „Das Klima, wenn auch nicht gar besonders spanisch, hat mir gut getan. Ich bin wieder ganz hergestellt.“

Eine Notizdarf ich hier nicht vergessen, da gerade bei dieser Krankheit jeder Anfänger mit Wasser leicht sich und andere täuschen könnte.Bei der Wassersucht darf das Wasser nie warmangewendet werden,weder in Form von Dämpfen, noch in Form von warmen Bädern. Das Übel gewänne dadurch außerordentlichen Vorsprung, da das warme Wasser schlaff und welk macht und die Schlaffheit der Organe, die Untätigkeit derselben bei dieser Krankheit nachgerade das Hauptübel ist. Diekältesten Anwendungen sind hier die besten; nur sollen sie nie zu lange und nicht anders als vorgeschrieben gebraucht werden; bei schwachem Blute ist auch die Naturwärme eine schwache.

Ein Gastwirt, 50 Jahre alt, erzählt: „Mein ganzer Leib ist schon ziemlich stark geschwollen. Der Arzt behauptet, ich bekomme die Wassersucht. Ich habe schon viel eingenommen, es wird aber von Tag zu Tag schlimmer. Mein linker Fuß, besonders der Oberschenkel, ist sehr stark angeschwollen. Der rechte Fuß fängt auch schon an, dicker zu werden. Durst habe ich viel; beim Bier wird der Durst noch ärger; auch das Wasser hilft nichts. Muß ich sterben, oder gibt’s für mich noch eine Hilfe?“

Ich erwiderte: „Gebrauchen Sie folgendes: 1) Jeden Tag einen Oberguß und Knieguß; 2) in der Woche dreimal einen kurzen Wickel, das Tuch vier- bis sechsfach, eineinhalb Stunden lang; 3) in jeder Nacht einmal ganz waschen vom Bett, nicht abtrocknen, gleich wieder ins Bett; so drei Wochen lang, dann Bericht.“

Dieser lautete sehr günstig. Darauf verordnete ich folgende Anwendungen: 1) In jeder Woche drei Halbbäder, eine Minute lang; 2) in der Woche drei Rückengüsse; 3) zweimal den spanischen Mantel, eineinhalb Stunden lang; 4) täglich eine Tasse Tee trinken in drei Portionen von zerstoßenen Wacholderbeeren und etwas Zinnkraut, 10 Minuten lang gesotten, während des Tages zu trinken.

Nach sechs Wochen war der Kranke vollständig gesund. Es stellte sich außer Schlaf der beste Appetit und die volle Kraftwieder ein. Diese Erklärung sendete mir der Geheilte drei Monate nach der Kur.

Wirbelleiden.

Ein 16jähriger Knabe war mit Verkrümmung der Wirbelsäule behaftet. Er wurde von mehreren berühmten Ärzten als Rückenmarkleidender ohne Erfolg behandelt. Sie schickten den Kranken in eine Heilanstalt, wo ihm verschiedene Streckverbände angelegt wurden. Der Erfolg war, daß er, während er noch mit großer Mühe eine kurze Strecke in die Anstalt gehen konnte, dieselbe nach 17 Wochen mit zwei Krücken verlassen mußte mit dem Urteil der Ärzte, es lasse sich nichts Weiteres mehr machen. Ein edler Menschenfreund gab dem Vater des kranken Sohnes „Meine Wasserkur“, und aus dieser nahmen sie die Waschungen mit Wasser und Essig vor und brachten den Kranken so weit, daß derselbe mit Hilfe eines Stockes ziemlich gut gehen konnte. Hierauf brachte man ihn zu mir in der Erwartung, daß er hier vollends geheilt werde. In 17 Tagen war die Hauptkur vorüber. Der Kranke ging wie jeder andere in diesem Alter, wenn auch nicht mit derselben Kraft, so doch mit großer Sicherheit ohne Stock und ohne allen Schmerz. Die Behandlung bestand in folgendem: Aus recht grobem leinenen Stoff wurde ein Leibchen (Weste) gemacht, dieses, in Wasser getaucht, in welchem Haberstroh gesotten wurde, angezogen; über das nasse Leibchen kam ein trockenes und endlich darüber eine wollene Decke. Über Nacht wurde es liegen gelassen. So jeden zweiten, später jeden dritten Abend. Jeden Tag bekam der Kranke zwei Obergüsse und einen Knieguß oder Wassergehen und ein Halbbad. Die weiteren Anwendungen (nach den 17 Tagen) waren: In der Woche zwei Halbbäder, zwei Obergüsse und einmal das Leibchen noch anziehen.

Würmer.

Wie sich im menschlichen Körper viel Ungeziefer aufhalten und die menschliche Natur schwächen oder krank machen kann, so sind vor allem die Spulwürmer und noch andere Gattungen von Würmern dazu angetan, den Organismus in Unordnung zu bringen und zu schädigen. Schon bei den Kindern zeigen sie sich auffallend, und wenn eine Mutter nicht klug ist und beobachtet, so können sie den Kindern sehr nachteilig sein. Sie entwickeln sich im Darm; sicher, wenn etwas zu schwere Mehlkost und besonders Schwarzbrot die Hauptnahrung bildet. Die Würmer gehen gewöhnlich nach unten,aber auch nach oben ab. Die Kennzeichen sind: großer Appetit, Unbehaglichkeit und Schmerzen um die Nabelgegend. Ein Hauptzeichen ist auch, daß die Kinder meistens in der Nase bohren. Die Kinder sehen auch krankhaft aus, weil die Würmer der Natur die Nahrung entziehen.

Mittel dagegen sind: 1) Man zerschneidet eine Zwiebel, setzt sie in einem Quart Wasser an und läßt sie über Nacht stehen. Am Morgen werden die Zwiebelteilchen gut ausgepreßt und dieses Wasser nüchtern getrunken. Wendet man dieses Mittel drei bis vier Tage an, dann sind die Würmer sicher getötet und abgetrieben. 2) Man nimmt einen Löffel voll Honig und siedet ihn in einem Quart Wasser und trinkt es. Mit diesem Wasser saufen sich die Würmer voll an, und wenn man später eine Tasse Wermuttee trinkt, was ihnen Gift ist, dann werden sie getötet und gehen ab. 3) Am allerstärksten wirkt der Wurmsamen, der Samen einer Pflanze, die Wurmkraut (Wurmfarn,Aspidium Filix mas Sw.) heißt, wegen ihrer außerordentlichen Wirkung.

Einer Person kamen eines Tages drei dicke, lange Würmer aus dem Mund heraus. Sie war schon längere Zeit krank und nahm Medizin ein. Zwei Löffel voll Wurmsamen zwei Tage nacheinander eingenommen, jedesmal darnach zwei Stunden gefastet, bewirkten, daß innerhalb drei Tagen nicht weniger als 78 lange Würmer abgingen.

Der Wurmsamen ist nicht teuer, kann in jeder Apotheke gekauft werden.

Unter allen Würmern ist der nachteiligste der Bandwurm. Diesen abzutreiben hat man in neuerer Zeit ein ganz sicheres Mittel, das jede Apotheke mit Anweisung besorgen kann.

Deko zu Seite 364


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