Ende des Registers
Fußnoten:[1]Landleuten, welche mit Taschenuhren nicht versehen sind oder mit denselben auf gespanntem Fuße stehen, rate ich immer, sie sollen auf 1 Minute 2 Vaterunser rechnen.[2]Das Gehen im nassen Grase ist bei weitem vorzuziehen dem Gehen auf nasser Erde.[3]Manche Ärzte kenne ich, welche diese Übung durchaus billigen, wenn sie nur mit der gehörigen Vorsicht geschieht. Andere, welche zum Vorwurf der Schroffheit Neigung haben, erinnere ich an die viel schroffere Verwendung des Eises.[4]Bei einem hohen Herrn bildete sich anstatt der Nägel an den Zehen nur mehr eine weiche Masse. Die Kniegüsse reichten hin, das Blut also zu treiben, daß es auch den Nägeln wieder gab, was ihnen gehörte. Sie wurden fest wie früher.[5]Unter Heublumen sind alle Abfälle von Heu und Grummet, als: Stengel, Blätter, Blüten und Samen zu verstehen, ja Heu und Grummet als solche selbst schon.[6]Wer durch Regen oder sonst etwas durchnäßt wurde, soll mit dem Wasser nichts zu tun haben; es bekäme ihm nicht gut. An dieser Stelle warne ich auch davor, nach solchem Bade irgend nasse Kleider anzuziehen. Diese müssen vollständig trocken sein.[7]Man vergleiche im dritten Teile den Aufsatz, der über den „Schweiß“ handelt.[8]Einige detaillierte Wirkungen s. im dritten Teile bei „Schweiß.“[9]D. i. man wirft soviel Wasser über die Schultern hinweg, daß es den Rücken hinunterläuft und ihn abspült.[10]Manches amüsante (heitere), auch manches recht traurige Stückchen aus so einem Badeleben ließe sich hier anfügen. Doch ich denke, besser ist schweigen als reden, wenn diese Geschichtchen auch recht viele gute Lehren enthielten. Möglich, daß ich später einmal damit dienen kann.[11]Wiederholt steht sonst an verschiedenen Stellen, daß der Kopf nicht naß werden solle. Der Hauptgrund liegt darin, daß Landleute insbesondere mit dem notwendigen Abtrocknen es nicht genau nehmen und so sich leicht ein Übel zuziehen. Im übrigen zählt gerade der besonders bei Männern jeder Witterung ausgesetzte Kopf zu den abgehärtetsten Teilen.[12]Kurze Haare haben für die Gesundheit, z. B. bei Anlage zu Kopfleiden, auch bezüglich der Kopfhautpflege, große Vorteile. Langes Haar ist ein schöner Schmuck, eine schöne Beigabe des Schöpfers; aber sie sollen recht gut gepflegt, reinlich gehalten und Haarbürste und Kamm nicht geschont werden. Die Nachteile kennt jede Hausmutter.[13]Statt der beiden Holzstäbe genügt ein in der Mitte etwas zum Auflegen der Füße bereitetes Holzstück (b,Fig. 10), dessen Enden so bearbeitet und in die Öhren eingefügt werden, daß ein Drehen des Holzstückes und ein Ausgleiten der Füße unmöglich ist. Einfacher vielleicht stellt man in das mit heißem Wasser gefüllte Gefäß ein kleines, bis zum Rande desselben reichendes Fußschemelchen.[14]Wer lange, fast bis zur Erde reichende Kleidung hat, umhülle damit das dampfende Holzgefäß. Dieses ist die einfachste und leichteste Art der Vornahme des Fußdampfes. Nur muß man sich nachher neu bekleiden.[15]An dieser Stelle muß ich doch ein Wort sagen über dasTrinken bei Tisch, hauptsächlichwährend des Mittagessens. BeiLandleutenkommt es kaum oder wenigstens nicht in ausgedehntem Maße vor. Die Sache betrifft mehr dieStadt-undHerrenleute. „Unter das Essen hineintrinken“ wie man sagt, ist nicht gut. Ich kenne manche Ärzte, besonders der älteren Schule, welche den Gesunden dieses abraten und ihren Kranken solches entschieden verbieten. Wer ein Auge hat und etwas Erfahrung, weiß, daß alle, welche während des Essens viel Wasser, Bier oder anderes genießen, mit einem Worte, daß alle Vieltrinker stets über Mangel an Verdauung klagen.Es kann gar nichts anderes sein. Wieso?Während man die Speise im Munde kaut, wird sie oder soll sie gemischt, ganz durchdrungen werden von Speichel, der ja zu diesem Zwecke von eigenen Organen, den Speicheldrüsen, bereitet wird. Es wäre unklug, irgend etwas Festes zu schlucken, d. i. es in den Magen, diese lederne Maschinerie, zu bringen, bevor jene erste wichtige Vorarbeit der Verkleinerung und Erweichung gut und recht getan ist. — Im Magen werden sodann die also vorbereiteten Speisen mit dem Magensafte getränkt.Je reiner,je besser,je ursprünglicher,d. i. je unvermischterdieser wichtige Saft, desto besser die Verdauung und ihre Resultate, d. h. desto besser auch die durch die Verdauung bereiteten und der Natur zur Ausarbeitung und Vervollkommnung der verschiedenen Bestandteile des Körpers vorgelegten Säfte und Nährstoffe.Wenn jemand nun eine Speise ißt und das Genossene mit fremder Flüssigkeit, sei es Wasser, Wein oder Bier, übergießt, so wird diese Speise schon nicht mehr von reinem Magensafte durchdrungen, sie wird, zum Teile wenigstens, durchtränkt von dem zugeschütteten Wasser, Bier und Wein.Wer während einer Mahlzeit das besagte Überschütten sechs- bis achtmal vornimmt, verdünnt einmal den Magensaft derart, daß er als Verdauungsessenz nicht mehr dient, und bewirkt sodann, daß sein Magen von einem auf sechs- bis achtfache Art gemischten Speisebräu erfüllt, vielmehr gequält ist. Wer will da noch klagen, daß der arme Magen Ach und Weh schreit; daß die Verdauung eine schlechte ist, wie so oft die Klage lautet!Wie soll man demnach sein Trinken einrichten?Wer vor dem Essen Durst hat, der trinke! Durch den Durst zeigt sich die Dürftigkeit der Säfte an; die Magensäfte sind zudem dick und erleiden eine Verdünnung.Bei Tisch soll womöglich nicht oder sehr wenig getrunken werden, damit der reinste Magensaft auch noch den letzten Bissen tränke und durchdringe.Ist eine längere Zeit nach dem Essen vorüber, verlangt der Speisebrei zu seiner weiteren Verarbeitung vom Magensafte wieder Flüssiges, mit anderen Worten, stellt sich nach 1, 2, 3 Stunden wieder Durst ein, dann kann mäßig auch wieder getrunken werden.Ich habe mit manchem tüchtigen Arzte gerade über diesen Punkt eingehend gesprochen. Alle teilten vollkommen meine Ansicht und schrieben die Unzahl der Magenleiden zum großen Teil den diesbezüglichen Überschreitungen der Menge zu.[16]Das Rezept des Ausscheidungsöles allein, welches in einzelnen Fällen zumäußerlichen(niemals innerlichen) Gebrauche angewendet wird, habe ich um Mißbräuchen vorzubeugen, mir vorbehalten. Und selbst wenn ich es bekannt geben würde, hätte davon das Volk keinen Nutzen, weil die Apotheke ohne jedesmaliges Vorlegen desselben das Öl nicht abliefern darf; und von mir kann und darf es nicht versendet werden, weil ich weder Arzt noch Apotheker bin.[17]Es gibt viele Patienten, welche meinen, recht viele Medizin und Pillen u. a. müssen gesund machen. Ich erinnere mich gut an einen sehr tüchtigen Arzt, der möglichst wenig verschrieb und oft über die Unvernunft der Leute klagte, welche trotz des ärztlichen Ausspruches stets nach Medikamenten schreien. „Wenn mir solche unausstehliche Toren kamen und nicht Ruhe gaben,“ sagte er einst, „dann gab ich ihnen Brotpillen mit einer kleinen, gleichgültigen Mischung, welche den — Apothekengeruch brachte. Sie nahmen die Pillen, und wenn ich wieder kam, so hatten diese „besten Pillen, die sie im Leben genommen,“ fast regelmäßig geholfen!“[18]Hier ein Wort über dieSüßigkeitenundSchleckereien. Wenn ich von Männern höre, die derlei Kindereien treiben, so ärgere ich mich; wenn ich von Kindern solches höre, so bemitleide ich die Armen und bedauere die Kurzsichtigkeit oder die mangelhafte Wachsamkeit der Eltern.[19]Absolut und entschieden spreche ich mich gegen all diese Schleckereien aus, mögen dieselben was immer für einen Namen und Ruf haben, aus was immer für einer Apotheke kommen und für Katarrhe, Husten, Magenleiden, alles Denkbare und Undenkbare, Mögliche und Unmögliche angepriesen werden. Man kann damitgründlichden Magen und anderes verderben.[19]Kranken derlei Zeug zu reichen, wäre ein unverantwortlicher Frevel.[20]Bei jedem einzelnen Heilmittel steht auch genau, in welchen Formen es gebraucht werden kann, ob als Extrakt, Pulver, Tee, Öl usw.[21]Sämtliche Kräuter, Beeren usw., die zu Extrakten dienen, können auch in Wein angesetzt werden, wie dieses an Ort und Stelle stets bemerkt ist. Dieser Wein dient indessen nur zum sofortigen, wenigstens ziemlich schnellen Gebrauche, nicht zum Aufbewahren.[22]Zur Erleichterung des Aufsuchens der in diesem Abschnitte aufgeführten Heilpflanzen hat die Verlagshandlung einen „Pflanzen-Atlas zu Seb. Kneipp’s Wasser-Kur“ in drei verschiedenen Ausgaben veröffentlicht: man vergleiche hierüber die bezüglichen Ankündigungen in den Prospekten und der sog. Gratis-„Kneipp-Broschüre“.[23]Patienten, die schon Wasserheilanstalten besucht haben, behaupten, man erblicke im Erscheinen eines Ausschlages ein sicheres Zeichen vom guten Gelingen der ganzen Kur.[24]Das darf nicht befremden. Bekannt ist ja auch oder dürfte es sein, daß z. B. in den Schalen (schwäbisch „Schelfen“) der Äpfel, Birnen etc. mehr Kraft steckt als in dem Fleisch der Früchte selbst. Die Essigprobe (aus den Früchten oder den Schalen) wird meine Behauptung sicherlich nicht im Stiche lassen.[25]Siehe auch „Kreidemehl“ unten Seite 140.[26]Siehe auch „Knochenmehl“ oben Seite 138.[27]Wer bei größerem Verbrauche von Kleienbrot sich eine der extra hierzu bestehendenSchrotmaschinenkaufen kann, ist am besten daran, er kann nie betrogen werden. — Ich kannte in Tirol einen Professor, welcher ein schweres Magenleiden hatte. Da er die wenigsten Speisen vertragen konnte, kamen seine Kräfte sehr herunter. Man riet ihm das Kleienbrot und eine solche kleinere Maschine. Alsbald ließ er diese von Wien kommen und machte in den Stunden der Handarbeit selbst den Müller und den Treibesel. Er hat sich sein Mehl selbst gemahlen, und seine Frau hat ihm das Brot gebacken. Er wurde so gesund und sein Magen mit ihm, daß dieser fortan bei keiner Speise mehr den Dienst verweigerte.[28]Diese Anwendungen darf sich nicht jeder zu machen erlauben, der an Atembeschwerden leidet; sie könnten manchen zu stark sein. Im allgemeinen warne ich vor zu vielen Anwendungen.[29]Dem wildesten Stier wird die Kraft gebrochen durch den kleinen Ring, den man in seine Nüstern bringt. Man kann ihn führen, wohin man will. Die gelindeste Anwendung ist der Ring, den ich der gefährlichsten Krankheit sozusagen in die Nüstern schlage.[30]DerFenchel, in Milch gesotten, wirkt außerordentlich bei Kolik und choleraartigen Anfällen; er erwärmt, leitet die Gase aus und ist zugleich Nahrungs- und Kräftigungsmittel.[31]Wer im Frühjahre oder Herbst, fast zu jeder Jahreszeit, die Zeitungen durchgeht, sieht, welche Rolle die Frühjahrs- und Herbst-Blutreinigungs-Pillen, -Kräuter usw. spielen. Nie werde ich zu so etwas raten. Wer absolut einnehmen will (es gibt einmal solche Leute), der nehme in der Woche den einen oder anderen Tag 5–6 Stunden lang jede halbe Stunde einen Eßlöffel voll frischen Brunnenwassers ein. Das unterstützt die Natur, das andere kann sie verderben.[32]Es liegt mir eben ein Brief vor, worin ein Patient klagt und die Gifte aufzählt, die er in verschiedenen Krankheiten hat verschlucken müssen. Ich will die Aufzählung auf ein andermal versparen.[33]Meine 35jährige Erfahrung und Praxis berechtigt mich zu dieser Behauptung. Jeder, der die Prießnitzschen Umschläge die ganze Nacht über liegen läßt, wird schon die unliebe Probe gemacht haben, daß am Morgen statt Besserung eine Verschlimmerung eingetreten ist. „Es war eben nicht recht zugebunden,“ lautet die fade Entschuldigung, die man gleich bei der Hand hat. Nein, der Grund ist meistens ein ganz anderer und liegt tiefer. Das Nähere lese man beim Halswickel![34]Geronnene(gestockte) Milch wird auf den warmen Herd gestellt, die Masse scheidet sich in Festes und Flüssiges. Das Flüssige bildet das Topfenwasser, das Feste den Topfen, auch Topfenkäs (Zieger) genannt.[35]„Mens sana in corpore sano“ sagten die Alten. Eingesunder Geistkannnurwohnenin einem gesunden Körper. Man mag hier beherzigen, welchen großen Einfluß das Land auf die Leute, der Palast oder die feuchte, nasse Hütte auf deren Inwohner ausübt. Sollte es bei Leib und Seele anders sein, zumal beide so innig zusammenhängen und zusammen nurein Ganzesbilden?[36]Diegleiche Torheitist es, wenn man jederzeit von Korpulenz auf das Vielessen und Vieltrinken (bekanntlich sind solche hart genug Gepeinigte die genügsamsten Menschen), wie von dem guten Aussehen geistesgestörter Individuen auf gute Beschaffenheit ihres Geistes und nur auf Gesundheitsskrupel schließen will.[37]Siehe auch „Entzündungen“ oben S. 208 ff. und „Knochengeschwüre“ unten S. 276.[38]Das Zubinden hält warm und erwärmt noch mehr. Der Blutzufluß zur entzündeten Stelle wird dadurch gefördert, und es dauert lange, bis alles sozusagen an dem Brandorte hängengebliebene Blut vereitert ist.[39]Ich gebe vierSortenan, von denen zum mindesteneinejedermann leicht zu Gebote steht.[40]Manche verstehen unter denblindenHämorrhoidendie nicht fließenden, unter densehenden die fließenden.[41]Mir ist ein Fall bekannt, in dem einem Unglücklichen die Hämorrhoiden zollweit aus dem After hingen; er mußte, um Brand zu verhüten, sie stets in kühlendes Wasser halten. Da ist freilich guter Rat teuer und kommen meine Anwendungen zu spät.[42]Was ich betreffs derVernachlässigung des Katarrhsgesagt habe, lese man in dem einleitenden Teile über die Augen.[43]Der Arme bereitet sich eine Bettflasche sehr leicht also: Er macht einenZiegelsteinheiß und wickelt ihn in eine Wolldecke oder in ein Tuch ein. — Jedermann kennt auch dieMineralwasserkrüge von Steingut(die sogenannten „steinernen Schlegel“); man fülle einen solchen mit heißem Wasser und verhülle ihn, und die vortrefflichste Wärmeflasche ist fertig.[44]AuchFichtennadelextraktwäre gut. Mir und jedem Landwirt und jedem Armen ist das naheliegende, unverkünstelte Fichtenreis selbst ganz ausreichend.[45]Zahllose Versuchehaben stets zudenselben Resultatengeführt: man kann lindern, den Zustand erleichtern, aber nicht helfen. Hier siegt immer der Sensenmann.[46]Heublumen werden mit siedendem Wasser angeschwellt, gut ausgedrückt und auf ein Tuch gebreitet; darauf legt der Patient die Hand, und diese wird so umbunden, daß sie mitten in die feuchtwarmen Heublumen zu liegen kommt.[47]Mehrere Kalender, auch Zeitungen und Zeitschriften der letzten Jahre brachten Verzeichnisse von und Warnungen vor Hunderten solcher Mittel. Viele derselben sind als Schwindel gebrandmarkt, die den Käufern beziehungsweise Betrogenen vielfach teuer zu stehen kommen an Geld und an der Gesundheit.[48]AlsHausmittelgelten Wacholderbeeren, gesotten und wie Tee getrunken. Dieser Tee wirkt gut, aber stets zu schwach. Die Wirkungen der Attichwurzel sind viel kräftiger und nachhaltiger.
Fußnoten:[1]Landleuten, welche mit Taschenuhren nicht versehen sind oder mit denselben auf gespanntem Fuße stehen, rate ich immer, sie sollen auf 1 Minute 2 Vaterunser rechnen.[2]Das Gehen im nassen Grase ist bei weitem vorzuziehen dem Gehen auf nasser Erde.[3]Manche Ärzte kenne ich, welche diese Übung durchaus billigen, wenn sie nur mit der gehörigen Vorsicht geschieht. Andere, welche zum Vorwurf der Schroffheit Neigung haben, erinnere ich an die viel schroffere Verwendung des Eises.[4]Bei einem hohen Herrn bildete sich anstatt der Nägel an den Zehen nur mehr eine weiche Masse. Die Kniegüsse reichten hin, das Blut also zu treiben, daß es auch den Nägeln wieder gab, was ihnen gehörte. Sie wurden fest wie früher.[5]Unter Heublumen sind alle Abfälle von Heu und Grummet, als: Stengel, Blätter, Blüten und Samen zu verstehen, ja Heu und Grummet als solche selbst schon.[6]Wer durch Regen oder sonst etwas durchnäßt wurde, soll mit dem Wasser nichts zu tun haben; es bekäme ihm nicht gut. An dieser Stelle warne ich auch davor, nach solchem Bade irgend nasse Kleider anzuziehen. Diese müssen vollständig trocken sein.[7]Man vergleiche im dritten Teile den Aufsatz, der über den „Schweiß“ handelt.[8]Einige detaillierte Wirkungen s. im dritten Teile bei „Schweiß.“[9]D. i. man wirft soviel Wasser über die Schultern hinweg, daß es den Rücken hinunterläuft und ihn abspült.[10]Manches amüsante (heitere), auch manches recht traurige Stückchen aus so einem Badeleben ließe sich hier anfügen. Doch ich denke, besser ist schweigen als reden, wenn diese Geschichtchen auch recht viele gute Lehren enthielten. Möglich, daß ich später einmal damit dienen kann.[11]Wiederholt steht sonst an verschiedenen Stellen, daß der Kopf nicht naß werden solle. Der Hauptgrund liegt darin, daß Landleute insbesondere mit dem notwendigen Abtrocknen es nicht genau nehmen und so sich leicht ein Übel zuziehen. Im übrigen zählt gerade der besonders bei Männern jeder Witterung ausgesetzte Kopf zu den abgehärtetsten Teilen.[12]Kurze Haare haben für die Gesundheit, z. B. bei Anlage zu Kopfleiden, auch bezüglich der Kopfhautpflege, große Vorteile. Langes Haar ist ein schöner Schmuck, eine schöne Beigabe des Schöpfers; aber sie sollen recht gut gepflegt, reinlich gehalten und Haarbürste und Kamm nicht geschont werden. Die Nachteile kennt jede Hausmutter.[13]Statt der beiden Holzstäbe genügt ein in der Mitte etwas zum Auflegen der Füße bereitetes Holzstück (b,Fig. 10), dessen Enden so bearbeitet und in die Öhren eingefügt werden, daß ein Drehen des Holzstückes und ein Ausgleiten der Füße unmöglich ist. Einfacher vielleicht stellt man in das mit heißem Wasser gefüllte Gefäß ein kleines, bis zum Rande desselben reichendes Fußschemelchen.[14]Wer lange, fast bis zur Erde reichende Kleidung hat, umhülle damit das dampfende Holzgefäß. Dieses ist die einfachste und leichteste Art der Vornahme des Fußdampfes. Nur muß man sich nachher neu bekleiden.[15]An dieser Stelle muß ich doch ein Wort sagen über dasTrinken bei Tisch, hauptsächlichwährend des Mittagessens. BeiLandleutenkommt es kaum oder wenigstens nicht in ausgedehntem Maße vor. Die Sache betrifft mehr dieStadt-undHerrenleute. „Unter das Essen hineintrinken“ wie man sagt, ist nicht gut. Ich kenne manche Ärzte, besonders der älteren Schule, welche den Gesunden dieses abraten und ihren Kranken solches entschieden verbieten. Wer ein Auge hat und etwas Erfahrung, weiß, daß alle, welche während des Essens viel Wasser, Bier oder anderes genießen, mit einem Worte, daß alle Vieltrinker stets über Mangel an Verdauung klagen.Es kann gar nichts anderes sein. Wieso?Während man die Speise im Munde kaut, wird sie oder soll sie gemischt, ganz durchdrungen werden von Speichel, der ja zu diesem Zwecke von eigenen Organen, den Speicheldrüsen, bereitet wird. Es wäre unklug, irgend etwas Festes zu schlucken, d. i. es in den Magen, diese lederne Maschinerie, zu bringen, bevor jene erste wichtige Vorarbeit der Verkleinerung und Erweichung gut und recht getan ist. — Im Magen werden sodann die also vorbereiteten Speisen mit dem Magensafte getränkt.Je reiner,je besser,je ursprünglicher,d. i. je unvermischterdieser wichtige Saft, desto besser die Verdauung und ihre Resultate, d. h. desto besser auch die durch die Verdauung bereiteten und der Natur zur Ausarbeitung und Vervollkommnung der verschiedenen Bestandteile des Körpers vorgelegten Säfte und Nährstoffe.Wenn jemand nun eine Speise ißt und das Genossene mit fremder Flüssigkeit, sei es Wasser, Wein oder Bier, übergießt, so wird diese Speise schon nicht mehr von reinem Magensafte durchdrungen, sie wird, zum Teile wenigstens, durchtränkt von dem zugeschütteten Wasser, Bier und Wein.Wer während einer Mahlzeit das besagte Überschütten sechs- bis achtmal vornimmt, verdünnt einmal den Magensaft derart, daß er als Verdauungsessenz nicht mehr dient, und bewirkt sodann, daß sein Magen von einem auf sechs- bis achtfache Art gemischten Speisebräu erfüllt, vielmehr gequält ist. Wer will da noch klagen, daß der arme Magen Ach und Weh schreit; daß die Verdauung eine schlechte ist, wie so oft die Klage lautet!Wie soll man demnach sein Trinken einrichten?Wer vor dem Essen Durst hat, der trinke! Durch den Durst zeigt sich die Dürftigkeit der Säfte an; die Magensäfte sind zudem dick und erleiden eine Verdünnung.Bei Tisch soll womöglich nicht oder sehr wenig getrunken werden, damit der reinste Magensaft auch noch den letzten Bissen tränke und durchdringe.Ist eine längere Zeit nach dem Essen vorüber, verlangt der Speisebrei zu seiner weiteren Verarbeitung vom Magensafte wieder Flüssiges, mit anderen Worten, stellt sich nach 1, 2, 3 Stunden wieder Durst ein, dann kann mäßig auch wieder getrunken werden.Ich habe mit manchem tüchtigen Arzte gerade über diesen Punkt eingehend gesprochen. Alle teilten vollkommen meine Ansicht und schrieben die Unzahl der Magenleiden zum großen Teil den diesbezüglichen Überschreitungen der Menge zu.[16]Das Rezept des Ausscheidungsöles allein, welches in einzelnen Fällen zumäußerlichen(niemals innerlichen) Gebrauche angewendet wird, habe ich um Mißbräuchen vorzubeugen, mir vorbehalten. Und selbst wenn ich es bekannt geben würde, hätte davon das Volk keinen Nutzen, weil die Apotheke ohne jedesmaliges Vorlegen desselben das Öl nicht abliefern darf; und von mir kann und darf es nicht versendet werden, weil ich weder Arzt noch Apotheker bin.[17]Es gibt viele Patienten, welche meinen, recht viele Medizin und Pillen u. a. müssen gesund machen. Ich erinnere mich gut an einen sehr tüchtigen Arzt, der möglichst wenig verschrieb und oft über die Unvernunft der Leute klagte, welche trotz des ärztlichen Ausspruches stets nach Medikamenten schreien. „Wenn mir solche unausstehliche Toren kamen und nicht Ruhe gaben,“ sagte er einst, „dann gab ich ihnen Brotpillen mit einer kleinen, gleichgültigen Mischung, welche den — Apothekengeruch brachte. Sie nahmen die Pillen, und wenn ich wieder kam, so hatten diese „besten Pillen, die sie im Leben genommen,“ fast regelmäßig geholfen!“[18]Hier ein Wort über dieSüßigkeitenundSchleckereien. Wenn ich von Männern höre, die derlei Kindereien treiben, so ärgere ich mich; wenn ich von Kindern solches höre, so bemitleide ich die Armen und bedauere die Kurzsichtigkeit oder die mangelhafte Wachsamkeit der Eltern.[19]Absolut und entschieden spreche ich mich gegen all diese Schleckereien aus, mögen dieselben was immer für einen Namen und Ruf haben, aus was immer für einer Apotheke kommen und für Katarrhe, Husten, Magenleiden, alles Denkbare und Undenkbare, Mögliche und Unmögliche angepriesen werden. Man kann damitgründlichden Magen und anderes verderben.[19]Kranken derlei Zeug zu reichen, wäre ein unverantwortlicher Frevel.[20]Bei jedem einzelnen Heilmittel steht auch genau, in welchen Formen es gebraucht werden kann, ob als Extrakt, Pulver, Tee, Öl usw.[21]Sämtliche Kräuter, Beeren usw., die zu Extrakten dienen, können auch in Wein angesetzt werden, wie dieses an Ort und Stelle stets bemerkt ist. Dieser Wein dient indessen nur zum sofortigen, wenigstens ziemlich schnellen Gebrauche, nicht zum Aufbewahren.[22]Zur Erleichterung des Aufsuchens der in diesem Abschnitte aufgeführten Heilpflanzen hat die Verlagshandlung einen „Pflanzen-Atlas zu Seb. Kneipp’s Wasser-Kur“ in drei verschiedenen Ausgaben veröffentlicht: man vergleiche hierüber die bezüglichen Ankündigungen in den Prospekten und der sog. Gratis-„Kneipp-Broschüre“.[23]Patienten, die schon Wasserheilanstalten besucht haben, behaupten, man erblicke im Erscheinen eines Ausschlages ein sicheres Zeichen vom guten Gelingen der ganzen Kur.[24]Das darf nicht befremden. Bekannt ist ja auch oder dürfte es sein, daß z. B. in den Schalen (schwäbisch „Schelfen“) der Äpfel, Birnen etc. mehr Kraft steckt als in dem Fleisch der Früchte selbst. Die Essigprobe (aus den Früchten oder den Schalen) wird meine Behauptung sicherlich nicht im Stiche lassen.[25]Siehe auch „Kreidemehl“ unten Seite 140.[26]Siehe auch „Knochenmehl“ oben Seite 138.[27]Wer bei größerem Verbrauche von Kleienbrot sich eine der extra hierzu bestehendenSchrotmaschinenkaufen kann, ist am besten daran, er kann nie betrogen werden. — Ich kannte in Tirol einen Professor, welcher ein schweres Magenleiden hatte. Da er die wenigsten Speisen vertragen konnte, kamen seine Kräfte sehr herunter. Man riet ihm das Kleienbrot und eine solche kleinere Maschine. Alsbald ließ er diese von Wien kommen und machte in den Stunden der Handarbeit selbst den Müller und den Treibesel. Er hat sich sein Mehl selbst gemahlen, und seine Frau hat ihm das Brot gebacken. Er wurde so gesund und sein Magen mit ihm, daß dieser fortan bei keiner Speise mehr den Dienst verweigerte.[28]Diese Anwendungen darf sich nicht jeder zu machen erlauben, der an Atembeschwerden leidet; sie könnten manchen zu stark sein. Im allgemeinen warne ich vor zu vielen Anwendungen.[29]Dem wildesten Stier wird die Kraft gebrochen durch den kleinen Ring, den man in seine Nüstern bringt. Man kann ihn führen, wohin man will. Die gelindeste Anwendung ist der Ring, den ich der gefährlichsten Krankheit sozusagen in die Nüstern schlage.[30]DerFenchel, in Milch gesotten, wirkt außerordentlich bei Kolik und choleraartigen Anfällen; er erwärmt, leitet die Gase aus und ist zugleich Nahrungs- und Kräftigungsmittel.[31]Wer im Frühjahre oder Herbst, fast zu jeder Jahreszeit, die Zeitungen durchgeht, sieht, welche Rolle die Frühjahrs- und Herbst-Blutreinigungs-Pillen, -Kräuter usw. spielen. Nie werde ich zu so etwas raten. Wer absolut einnehmen will (es gibt einmal solche Leute), der nehme in der Woche den einen oder anderen Tag 5–6 Stunden lang jede halbe Stunde einen Eßlöffel voll frischen Brunnenwassers ein. Das unterstützt die Natur, das andere kann sie verderben.[32]Es liegt mir eben ein Brief vor, worin ein Patient klagt und die Gifte aufzählt, die er in verschiedenen Krankheiten hat verschlucken müssen. Ich will die Aufzählung auf ein andermal versparen.[33]Meine 35jährige Erfahrung und Praxis berechtigt mich zu dieser Behauptung. Jeder, der die Prießnitzschen Umschläge die ganze Nacht über liegen läßt, wird schon die unliebe Probe gemacht haben, daß am Morgen statt Besserung eine Verschlimmerung eingetreten ist. „Es war eben nicht recht zugebunden,“ lautet die fade Entschuldigung, die man gleich bei der Hand hat. Nein, der Grund ist meistens ein ganz anderer und liegt tiefer. Das Nähere lese man beim Halswickel![34]Geronnene(gestockte) Milch wird auf den warmen Herd gestellt, die Masse scheidet sich in Festes und Flüssiges. Das Flüssige bildet das Topfenwasser, das Feste den Topfen, auch Topfenkäs (Zieger) genannt.[35]„Mens sana in corpore sano“ sagten die Alten. Eingesunder Geistkannnurwohnenin einem gesunden Körper. Man mag hier beherzigen, welchen großen Einfluß das Land auf die Leute, der Palast oder die feuchte, nasse Hütte auf deren Inwohner ausübt. Sollte es bei Leib und Seele anders sein, zumal beide so innig zusammenhängen und zusammen nurein Ganzesbilden?[36]Diegleiche Torheitist es, wenn man jederzeit von Korpulenz auf das Vielessen und Vieltrinken (bekanntlich sind solche hart genug Gepeinigte die genügsamsten Menschen), wie von dem guten Aussehen geistesgestörter Individuen auf gute Beschaffenheit ihres Geistes und nur auf Gesundheitsskrupel schließen will.[37]Siehe auch „Entzündungen“ oben S. 208 ff. und „Knochengeschwüre“ unten S. 276.[38]Das Zubinden hält warm und erwärmt noch mehr. Der Blutzufluß zur entzündeten Stelle wird dadurch gefördert, und es dauert lange, bis alles sozusagen an dem Brandorte hängengebliebene Blut vereitert ist.[39]Ich gebe vierSortenan, von denen zum mindesteneinejedermann leicht zu Gebote steht.[40]Manche verstehen unter denblindenHämorrhoidendie nicht fließenden, unter densehenden die fließenden.[41]Mir ist ein Fall bekannt, in dem einem Unglücklichen die Hämorrhoiden zollweit aus dem After hingen; er mußte, um Brand zu verhüten, sie stets in kühlendes Wasser halten. Da ist freilich guter Rat teuer und kommen meine Anwendungen zu spät.[42]Was ich betreffs derVernachlässigung des Katarrhsgesagt habe, lese man in dem einleitenden Teile über die Augen.[43]Der Arme bereitet sich eine Bettflasche sehr leicht also: Er macht einenZiegelsteinheiß und wickelt ihn in eine Wolldecke oder in ein Tuch ein. — Jedermann kennt auch dieMineralwasserkrüge von Steingut(die sogenannten „steinernen Schlegel“); man fülle einen solchen mit heißem Wasser und verhülle ihn, und die vortrefflichste Wärmeflasche ist fertig.[44]AuchFichtennadelextraktwäre gut. Mir und jedem Landwirt und jedem Armen ist das naheliegende, unverkünstelte Fichtenreis selbst ganz ausreichend.[45]Zahllose Versuchehaben stets zudenselben Resultatengeführt: man kann lindern, den Zustand erleichtern, aber nicht helfen. Hier siegt immer der Sensenmann.[46]Heublumen werden mit siedendem Wasser angeschwellt, gut ausgedrückt und auf ein Tuch gebreitet; darauf legt der Patient die Hand, und diese wird so umbunden, daß sie mitten in die feuchtwarmen Heublumen zu liegen kommt.[47]Mehrere Kalender, auch Zeitungen und Zeitschriften der letzten Jahre brachten Verzeichnisse von und Warnungen vor Hunderten solcher Mittel. Viele derselben sind als Schwindel gebrandmarkt, die den Käufern beziehungsweise Betrogenen vielfach teuer zu stehen kommen an Geld und an der Gesundheit.[48]AlsHausmittelgelten Wacholderbeeren, gesotten und wie Tee getrunken. Dieser Tee wirkt gut, aber stets zu schwach. Die Wirkungen der Attichwurzel sind viel kräftiger und nachhaltiger.
Fußnoten:
[1]Landleuten, welche mit Taschenuhren nicht versehen sind oder mit denselben auf gespanntem Fuße stehen, rate ich immer, sie sollen auf 1 Minute 2 Vaterunser rechnen.
[1]Landleuten, welche mit Taschenuhren nicht versehen sind oder mit denselben auf gespanntem Fuße stehen, rate ich immer, sie sollen auf 1 Minute 2 Vaterunser rechnen.
[2]Das Gehen im nassen Grase ist bei weitem vorzuziehen dem Gehen auf nasser Erde.
[2]Das Gehen im nassen Grase ist bei weitem vorzuziehen dem Gehen auf nasser Erde.
[3]Manche Ärzte kenne ich, welche diese Übung durchaus billigen, wenn sie nur mit der gehörigen Vorsicht geschieht. Andere, welche zum Vorwurf der Schroffheit Neigung haben, erinnere ich an die viel schroffere Verwendung des Eises.
[3]Manche Ärzte kenne ich, welche diese Übung durchaus billigen, wenn sie nur mit der gehörigen Vorsicht geschieht. Andere, welche zum Vorwurf der Schroffheit Neigung haben, erinnere ich an die viel schroffere Verwendung des Eises.
[4]Bei einem hohen Herrn bildete sich anstatt der Nägel an den Zehen nur mehr eine weiche Masse. Die Kniegüsse reichten hin, das Blut also zu treiben, daß es auch den Nägeln wieder gab, was ihnen gehörte. Sie wurden fest wie früher.
[4]Bei einem hohen Herrn bildete sich anstatt der Nägel an den Zehen nur mehr eine weiche Masse. Die Kniegüsse reichten hin, das Blut also zu treiben, daß es auch den Nägeln wieder gab, was ihnen gehörte. Sie wurden fest wie früher.
[5]Unter Heublumen sind alle Abfälle von Heu und Grummet, als: Stengel, Blätter, Blüten und Samen zu verstehen, ja Heu und Grummet als solche selbst schon.
[5]Unter Heublumen sind alle Abfälle von Heu und Grummet, als: Stengel, Blätter, Blüten und Samen zu verstehen, ja Heu und Grummet als solche selbst schon.
[6]Wer durch Regen oder sonst etwas durchnäßt wurde, soll mit dem Wasser nichts zu tun haben; es bekäme ihm nicht gut. An dieser Stelle warne ich auch davor, nach solchem Bade irgend nasse Kleider anzuziehen. Diese müssen vollständig trocken sein.
[6]Wer durch Regen oder sonst etwas durchnäßt wurde, soll mit dem Wasser nichts zu tun haben; es bekäme ihm nicht gut. An dieser Stelle warne ich auch davor, nach solchem Bade irgend nasse Kleider anzuziehen. Diese müssen vollständig trocken sein.
[7]Man vergleiche im dritten Teile den Aufsatz, der über den „Schweiß“ handelt.
[7]Man vergleiche im dritten Teile den Aufsatz, der über den „Schweiß“ handelt.
[8]Einige detaillierte Wirkungen s. im dritten Teile bei „Schweiß.“
[8]Einige detaillierte Wirkungen s. im dritten Teile bei „Schweiß.“
[9]D. i. man wirft soviel Wasser über die Schultern hinweg, daß es den Rücken hinunterläuft und ihn abspült.
[9]D. i. man wirft soviel Wasser über die Schultern hinweg, daß es den Rücken hinunterläuft und ihn abspült.
[10]Manches amüsante (heitere), auch manches recht traurige Stückchen aus so einem Badeleben ließe sich hier anfügen. Doch ich denke, besser ist schweigen als reden, wenn diese Geschichtchen auch recht viele gute Lehren enthielten. Möglich, daß ich später einmal damit dienen kann.
[10]Manches amüsante (heitere), auch manches recht traurige Stückchen aus so einem Badeleben ließe sich hier anfügen. Doch ich denke, besser ist schweigen als reden, wenn diese Geschichtchen auch recht viele gute Lehren enthielten. Möglich, daß ich später einmal damit dienen kann.
[11]Wiederholt steht sonst an verschiedenen Stellen, daß der Kopf nicht naß werden solle. Der Hauptgrund liegt darin, daß Landleute insbesondere mit dem notwendigen Abtrocknen es nicht genau nehmen und so sich leicht ein Übel zuziehen. Im übrigen zählt gerade der besonders bei Männern jeder Witterung ausgesetzte Kopf zu den abgehärtetsten Teilen.
[11]Wiederholt steht sonst an verschiedenen Stellen, daß der Kopf nicht naß werden solle. Der Hauptgrund liegt darin, daß Landleute insbesondere mit dem notwendigen Abtrocknen es nicht genau nehmen und so sich leicht ein Übel zuziehen. Im übrigen zählt gerade der besonders bei Männern jeder Witterung ausgesetzte Kopf zu den abgehärtetsten Teilen.
[12]Kurze Haare haben für die Gesundheit, z. B. bei Anlage zu Kopfleiden, auch bezüglich der Kopfhautpflege, große Vorteile. Langes Haar ist ein schöner Schmuck, eine schöne Beigabe des Schöpfers; aber sie sollen recht gut gepflegt, reinlich gehalten und Haarbürste und Kamm nicht geschont werden. Die Nachteile kennt jede Hausmutter.
[12]Kurze Haare haben für die Gesundheit, z. B. bei Anlage zu Kopfleiden, auch bezüglich der Kopfhautpflege, große Vorteile. Langes Haar ist ein schöner Schmuck, eine schöne Beigabe des Schöpfers; aber sie sollen recht gut gepflegt, reinlich gehalten und Haarbürste und Kamm nicht geschont werden. Die Nachteile kennt jede Hausmutter.
[13]Statt der beiden Holzstäbe genügt ein in der Mitte etwas zum Auflegen der Füße bereitetes Holzstück (b,Fig. 10), dessen Enden so bearbeitet und in die Öhren eingefügt werden, daß ein Drehen des Holzstückes und ein Ausgleiten der Füße unmöglich ist. Einfacher vielleicht stellt man in das mit heißem Wasser gefüllte Gefäß ein kleines, bis zum Rande desselben reichendes Fußschemelchen.
[13]Statt der beiden Holzstäbe genügt ein in der Mitte etwas zum Auflegen der Füße bereitetes Holzstück (b,Fig. 10), dessen Enden so bearbeitet und in die Öhren eingefügt werden, daß ein Drehen des Holzstückes und ein Ausgleiten der Füße unmöglich ist. Einfacher vielleicht stellt man in das mit heißem Wasser gefüllte Gefäß ein kleines, bis zum Rande desselben reichendes Fußschemelchen.
[14]Wer lange, fast bis zur Erde reichende Kleidung hat, umhülle damit das dampfende Holzgefäß. Dieses ist die einfachste und leichteste Art der Vornahme des Fußdampfes. Nur muß man sich nachher neu bekleiden.
[14]Wer lange, fast bis zur Erde reichende Kleidung hat, umhülle damit das dampfende Holzgefäß. Dieses ist die einfachste und leichteste Art der Vornahme des Fußdampfes. Nur muß man sich nachher neu bekleiden.
[15]An dieser Stelle muß ich doch ein Wort sagen über dasTrinken bei Tisch, hauptsächlichwährend des Mittagessens. BeiLandleutenkommt es kaum oder wenigstens nicht in ausgedehntem Maße vor. Die Sache betrifft mehr dieStadt-undHerrenleute. „Unter das Essen hineintrinken“ wie man sagt, ist nicht gut. Ich kenne manche Ärzte, besonders der älteren Schule, welche den Gesunden dieses abraten und ihren Kranken solches entschieden verbieten. Wer ein Auge hat und etwas Erfahrung, weiß, daß alle, welche während des Essens viel Wasser, Bier oder anderes genießen, mit einem Worte, daß alle Vieltrinker stets über Mangel an Verdauung klagen.Es kann gar nichts anderes sein. Wieso?Während man die Speise im Munde kaut, wird sie oder soll sie gemischt, ganz durchdrungen werden von Speichel, der ja zu diesem Zwecke von eigenen Organen, den Speicheldrüsen, bereitet wird. Es wäre unklug, irgend etwas Festes zu schlucken, d. i. es in den Magen, diese lederne Maschinerie, zu bringen, bevor jene erste wichtige Vorarbeit der Verkleinerung und Erweichung gut und recht getan ist. — Im Magen werden sodann die also vorbereiteten Speisen mit dem Magensafte getränkt.Je reiner,je besser,je ursprünglicher,d. i. je unvermischterdieser wichtige Saft, desto besser die Verdauung und ihre Resultate, d. h. desto besser auch die durch die Verdauung bereiteten und der Natur zur Ausarbeitung und Vervollkommnung der verschiedenen Bestandteile des Körpers vorgelegten Säfte und Nährstoffe.Wenn jemand nun eine Speise ißt und das Genossene mit fremder Flüssigkeit, sei es Wasser, Wein oder Bier, übergießt, so wird diese Speise schon nicht mehr von reinem Magensafte durchdrungen, sie wird, zum Teile wenigstens, durchtränkt von dem zugeschütteten Wasser, Bier und Wein.Wer während einer Mahlzeit das besagte Überschütten sechs- bis achtmal vornimmt, verdünnt einmal den Magensaft derart, daß er als Verdauungsessenz nicht mehr dient, und bewirkt sodann, daß sein Magen von einem auf sechs- bis achtfache Art gemischten Speisebräu erfüllt, vielmehr gequält ist. Wer will da noch klagen, daß der arme Magen Ach und Weh schreit; daß die Verdauung eine schlechte ist, wie so oft die Klage lautet!Wie soll man demnach sein Trinken einrichten?Wer vor dem Essen Durst hat, der trinke! Durch den Durst zeigt sich die Dürftigkeit der Säfte an; die Magensäfte sind zudem dick und erleiden eine Verdünnung.Bei Tisch soll womöglich nicht oder sehr wenig getrunken werden, damit der reinste Magensaft auch noch den letzten Bissen tränke und durchdringe.Ist eine längere Zeit nach dem Essen vorüber, verlangt der Speisebrei zu seiner weiteren Verarbeitung vom Magensafte wieder Flüssiges, mit anderen Worten, stellt sich nach 1, 2, 3 Stunden wieder Durst ein, dann kann mäßig auch wieder getrunken werden.Ich habe mit manchem tüchtigen Arzte gerade über diesen Punkt eingehend gesprochen. Alle teilten vollkommen meine Ansicht und schrieben die Unzahl der Magenleiden zum großen Teil den diesbezüglichen Überschreitungen der Menge zu.
[15]An dieser Stelle muß ich doch ein Wort sagen über dasTrinken bei Tisch, hauptsächlichwährend des Mittagessens. BeiLandleutenkommt es kaum oder wenigstens nicht in ausgedehntem Maße vor. Die Sache betrifft mehr dieStadt-undHerrenleute. „Unter das Essen hineintrinken“ wie man sagt, ist nicht gut. Ich kenne manche Ärzte, besonders der älteren Schule, welche den Gesunden dieses abraten und ihren Kranken solches entschieden verbieten. Wer ein Auge hat und etwas Erfahrung, weiß, daß alle, welche während des Essens viel Wasser, Bier oder anderes genießen, mit einem Worte, daß alle Vieltrinker stets über Mangel an Verdauung klagen.
Es kann gar nichts anderes sein. Wieso?
Während man die Speise im Munde kaut, wird sie oder soll sie gemischt, ganz durchdrungen werden von Speichel, der ja zu diesem Zwecke von eigenen Organen, den Speicheldrüsen, bereitet wird. Es wäre unklug, irgend etwas Festes zu schlucken, d. i. es in den Magen, diese lederne Maschinerie, zu bringen, bevor jene erste wichtige Vorarbeit der Verkleinerung und Erweichung gut und recht getan ist. — Im Magen werden sodann die also vorbereiteten Speisen mit dem Magensafte getränkt.Je reiner,je besser,je ursprünglicher,d. i. je unvermischterdieser wichtige Saft, desto besser die Verdauung und ihre Resultate, d. h. desto besser auch die durch die Verdauung bereiteten und der Natur zur Ausarbeitung und Vervollkommnung der verschiedenen Bestandteile des Körpers vorgelegten Säfte und Nährstoffe.
Wenn jemand nun eine Speise ißt und das Genossene mit fremder Flüssigkeit, sei es Wasser, Wein oder Bier, übergießt, so wird diese Speise schon nicht mehr von reinem Magensafte durchdrungen, sie wird, zum Teile wenigstens, durchtränkt von dem zugeschütteten Wasser, Bier und Wein.
Wer während einer Mahlzeit das besagte Überschütten sechs- bis achtmal vornimmt, verdünnt einmal den Magensaft derart, daß er als Verdauungsessenz nicht mehr dient, und bewirkt sodann, daß sein Magen von einem auf sechs- bis achtfache Art gemischten Speisebräu erfüllt, vielmehr gequält ist. Wer will da noch klagen, daß der arme Magen Ach und Weh schreit; daß die Verdauung eine schlechte ist, wie so oft die Klage lautet!
Wie soll man demnach sein Trinken einrichten?
Wer vor dem Essen Durst hat, der trinke! Durch den Durst zeigt sich die Dürftigkeit der Säfte an; die Magensäfte sind zudem dick und erleiden eine Verdünnung.
Bei Tisch soll womöglich nicht oder sehr wenig getrunken werden, damit der reinste Magensaft auch noch den letzten Bissen tränke und durchdringe.
Ist eine längere Zeit nach dem Essen vorüber, verlangt der Speisebrei zu seiner weiteren Verarbeitung vom Magensafte wieder Flüssiges, mit anderen Worten, stellt sich nach 1, 2, 3 Stunden wieder Durst ein, dann kann mäßig auch wieder getrunken werden.
Ich habe mit manchem tüchtigen Arzte gerade über diesen Punkt eingehend gesprochen. Alle teilten vollkommen meine Ansicht und schrieben die Unzahl der Magenleiden zum großen Teil den diesbezüglichen Überschreitungen der Menge zu.
[16]Das Rezept des Ausscheidungsöles allein, welches in einzelnen Fällen zumäußerlichen(niemals innerlichen) Gebrauche angewendet wird, habe ich um Mißbräuchen vorzubeugen, mir vorbehalten. Und selbst wenn ich es bekannt geben würde, hätte davon das Volk keinen Nutzen, weil die Apotheke ohne jedesmaliges Vorlegen desselben das Öl nicht abliefern darf; und von mir kann und darf es nicht versendet werden, weil ich weder Arzt noch Apotheker bin.
[16]Das Rezept des Ausscheidungsöles allein, welches in einzelnen Fällen zumäußerlichen(niemals innerlichen) Gebrauche angewendet wird, habe ich um Mißbräuchen vorzubeugen, mir vorbehalten. Und selbst wenn ich es bekannt geben würde, hätte davon das Volk keinen Nutzen, weil die Apotheke ohne jedesmaliges Vorlegen desselben das Öl nicht abliefern darf; und von mir kann und darf es nicht versendet werden, weil ich weder Arzt noch Apotheker bin.
[17]Es gibt viele Patienten, welche meinen, recht viele Medizin und Pillen u. a. müssen gesund machen. Ich erinnere mich gut an einen sehr tüchtigen Arzt, der möglichst wenig verschrieb und oft über die Unvernunft der Leute klagte, welche trotz des ärztlichen Ausspruches stets nach Medikamenten schreien. „Wenn mir solche unausstehliche Toren kamen und nicht Ruhe gaben,“ sagte er einst, „dann gab ich ihnen Brotpillen mit einer kleinen, gleichgültigen Mischung, welche den — Apothekengeruch brachte. Sie nahmen die Pillen, und wenn ich wieder kam, so hatten diese „besten Pillen, die sie im Leben genommen,“ fast regelmäßig geholfen!“
[17]Es gibt viele Patienten, welche meinen, recht viele Medizin und Pillen u. a. müssen gesund machen. Ich erinnere mich gut an einen sehr tüchtigen Arzt, der möglichst wenig verschrieb und oft über die Unvernunft der Leute klagte, welche trotz des ärztlichen Ausspruches stets nach Medikamenten schreien. „Wenn mir solche unausstehliche Toren kamen und nicht Ruhe gaben,“ sagte er einst, „dann gab ich ihnen Brotpillen mit einer kleinen, gleichgültigen Mischung, welche den — Apothekengeruch brachte. Sie nahmen die Pillen, und wenn ich wieder kam, so hatten diese „besten Pillen, die sie im Leben genommen,“ fast regelmäßig geholfen!“
[18]Hier ein Wort über dieSüßigkeitenundSchleckereien. Wenn ich von Männern höre, die derlei Kindereien treiben, so ärgere ich mich; wenn ich von Kindern solches höre, so bemitleide ich die Armen und bedauere die Kurzsichtigkeit oder die mangelhafte Wachsamkeit der Eltern.[19]Absolut und entschieden spreche ich mich gegen all diese Schleckereien aus, mögen dieselben was immer für einen Namen und Ruf haben, aus was immer für einer Apotheke kommen und für Katarrhe, Husten, Magenleiden, alles Denkbare und Undenkbare, Mögliche und Unmögliche angepriesen werden. Man kann damitgründlichden Magen und anderes verderben.
[18]Hier ein Wort über dieSüßigkeitenundSchleckereien. Wenn ich von Männern höre, die derlei Kindereien treiben, so ärgere ich mich; wenn ich von Kindern solches höre, so bemitleide ich die Armen und bedauere die Kurzsichtigkeit oder die mangelhafte Wachsamkeit der Eltern.[19]Absolut und entschieden spreche ich mich gegen all diese Schleckereien aus, mögen dieselben was immer für einen Namen und Ruf haben, aus was immer für einer Apotheke kommen und für Katarrhe, Husten, Magenleiden, alles Denkbare und Undenkbare, Mögliche und Unmögliche angepriesen werden. Man kann damitgründlichden Magen und anderes verderben.
[19]Kranken derlei Zeug zu reichen, wäre ein unverantwortlicher Frevel.
[19]Kranken derlei Zeug zu reichen, wäre ein unverantwortlicher Frevel.
[20]Bei jedem einzelnen Heilmittel steht auch genau, in welchen Formen es gebraucht werden kann, ob als Extrakt, Pulver, Tee, Öl usw.
[20]Bei jedem einzelnen Heilmittel steht auch genau, in welchen Formen es gebraucht werden kann, ob als Extrakt, Pulver, Tee, Öl usw.
[21]Sämtliche Kräuter, Beeren usw., die zu Extrakten dienen, können auch in Wein angesetzt werden, wie dieses an Ort und Stelle stets bemerkt ist. Dieser Wein dient indessen nur zum sofortigen, wenigstens ziemlich schnellen Gebrauche, nicht zum Aufbewahren.
[21]Sämtliche Kräuter, Beeren usw., die zu Extrakten dienen, können auch in Wein angesetzt werden, wie dieses an Ort und Stelle stets bemerkt ist. Dieser Wein dient indessen nur zum sofortigen, wenigstens ziemlich schnellen Gebrauche, nicht zum Aufbewahren.
[22]Zur Erleichterung des Aufsuchens der in diesem Abschnitte aufgeführten Heilpflanzen hat die Verlagshandlung einen „Pflanzen-Atlas zu Seb. Kneipp’s Wasser-Kur“ in drei verschiedenen Ausgaben veröffentlicht: man vergleiche hierüber die bezüglichen Ankündigungen in den Prospekten und der sog. Gratis-„Kneipp-Broschüre“.
[22]Zur Erleichterung des Aufsuchens der in diesem Abschnitte aufgeführten Heilpflanzen hat die Verlagshandlung einen „Pflanzen-Atlas zu Seb. Kneipp’s Wasser-Kur“ in drei verschiedenen Ausgaben veröffentlicht: man vergleiche hierüber die bezüglichen Ankündigungen in den Prospekten und der sog. Gratis-„Kneipp-Broschüre“.
[23]Patienten, die schon Wasserheilanstalten besucht haben, behaupten, man erblicke im Erscheinen eines Ausschlages ein sicheres Zeichen vom guten Gelingen der ganzen Kur.
[23]Patienten, die schon Wasserheilanstalten besucht haben, behaupten, man erblicke im Erscheinen eines Ausschlages ein sicheres Zeichen vom guten Gelingen der ganzen Kur.
[24]Das darf nicht befremden. Bekannt ist ja auch oder dürfte es sein, daß z. B. in den Schalen (schwäbisch „Schelfen“) der Äpfel, Birnen etc. mehr Kraft steckt als in dem Fleisch der Früchte selbst. Die Essigprobe (aus den Früchten oder den Schalen) wird meine Behauptung sicherlich nicht im Stiche lassen.
[24]Das darf nicht befremden. Bekannt ist ja auch oder dürfte es sein, daß z. B. in den Schalen (schwäbisch „Schelfen“) der Äpfel, Birnen etc. mehr Kraft steckt als in dem Fleisch der Früchte selbst. Die Essigprobe (aus den Früchten oder den Schalen) wird meine Behauptung sicherlich nicht im Stiche lassen.
[25]Siehe auch „Kreidemehl“ unten Seite 140.
[25]Siehe auch „Kreidemehl“ unten Seite 140.
[26]Siehe auch „Knochenmehl“ oben Seite 138.
[26]Siehe auch „Knochenmehl“ oben Seite 138.
[27]Wer bei größerem Verbrauche von Kleienbrot sich eine der extra hierzu bestehendenSchrotmaschinenkaufen kann, ist am besten daran, er kann nie betrogen werden. — Ich kannte in Tirol einen Professor, welcher ein schweres Magenleiden hatte. Da er die wenigsten Speisen vertragen konnte, kamen seine Kräfte sehr herunter. Man riet ihm das Kleienbrot und eine solche kleinere Maschine. Alsbald ließ er diese von Wien kommen und machte in den Stunden der Handarbeit selbst den Müller und den Treibesel. Er hat sich sein Mehl selbst gemahlen, und seine Frau hat ihm das Brot gebacken. Er wurde so gesund und sein Magen mit ihm, daß dieser fortan bei keiner Speise mehr den Dienst verweigerte.
[27]Wer bei größerem Verbrauche von Kleienbrot sich eine der extra hierzu bestehendenSchrotmaschinenkaufen kann, ist am besten daran, er kann nie betrogen werden. — Ich kannte in Tirol einen Professor, welcher ein schweres Magenleiden hatte. Da er die wenigsten Speisen vertragen konnte, kamen seine Kräfte sehr herunter. Man riet ihm das Kleienbrot und eine solche kleinere Maschine. Alsbald ließ er diese von Wien kommen und machte in den Stunden der Handarbeit selbst den Müller und den Treibesel. Er hat sich sein Mehl selbst gemahlen, und seine Frau hat ihm das Brot gebacken. Er wurde so gesund und sein Magen mit ihm, daß dieser fortan bei keiner Speise mehr den Dienst verweigerte.
[28]Diese Anwendungen darf sich nicht jeder zu machen erlauben, der an Atembeschwerden leidet; sie könnten manchen zu stark sein. Im allgemeinen warne ich vor zu vielen Anwendungen.
[28]Diese Anwendungen darf sich nicht jeder zu machen erlauben, der an Atembeschwerden leidet; sie könnten manchen zu stark sein. Im allgemeinen warne ich vor zu vielen Anwendungen.
[29]Dem wildesten Stier wird die Kraft gebrochen durch den kleinen Ring, den man in seine Nüstern bringt. Man kann ihn führen, wohin man will. Die gelindeste Anwendung ist der Ring, den ich der gefährlichsten Krankheit sozusagen in die Nüstern schlage.
[29]Dem wildesten Stier wird die Kraft gebrochen durch den kleinen Ring, den man in seine Nüstern bringt. Man kann ihn führen, wohin man will. Die gelindeste Anwendung ist der Ring, den ich der gefährlichsten Krankheit sozusagen in die Nüstern schlage.
[30]DerFenchel, in Milch gesotten, wirkt außerordentlich bei Kolik und choleraartigen Anfällen; er erwärmt, leitet die Gase aus und ist zugleich Nahrungs- und Kräftigungsmittel.
[30]DerFenchel, in Milch gesotten, wirkt außerordentlich bei Kolik und choleraartigen Anfällen; er erwärmt, leitet die Gase aus und ist zugleich Nahrungs- und Kräftigungsmittel.
[31]Wer im Frühjahre oder Herbst, fast zu jeder Jahreszeit, die Zeitungen durchgeht, sieht, welche Rolle die Frühjahrs- und Herbst-Blutreinigungs-Pillen, -Kräuter usw. spielen. Nie werde ich zu so etwas raten. Wer absolut einnehmen will (es gibt einmal solche Leute), der nehme in der Woche den einen oder anderen Tag 5–6 Stunden lang jede halbe Stunde einen Eßlöffel voll frischen Brunnenwassers ein. Das unterstützt die Natur, das andere kann sie verderben.
[31]Wer im Frühjahre oder Herbst, fast zu jeder Jahreszeit, die Zeitungen durchgeht, sieht, welche Rolle die Frühjahrs- und Herbst-Blutreinigungs-Pillen, -Kräuter usw. spielen. Nie werde ich zu so etwas raten. Wer absolut einnehmen will (es gibt einmal solche Leute), der nehme in der Woche den einen oder anderen Tag 5–6 Stunden lang jede halbe Stunde einen Eßlöffel voll frischen Brunnenwassers ein. Das unterstützt die Natur, das andere kann sie verderben.
[32]Es liegt mir eben ein Brief vor, worin ein Patient klagt und die Gifte aufzählt, die er in verschiedenen Krankheiten hat verschlucken müssen. Ich will die Aufzählung auf ein andermal versparen.
[32]Es liegt mir eben ein Brief vor, worin ein Patient klagt und die Gifte aufzählt, die er in verschiedenen Krankheiten hat verschlucken müssen. Ich will die Aufzählung auf ein andermal versparen.
[33]Meine 35jährige Erfahrung und Praxis berechtigt mich zu dieser Behauptung. Jeder, der die Prießnitzschen Umschläge die ganze Nacht über liegen läßt, wird schon die unliebe Probe gemacht haben, daß am Morgen statt Besserung eine Verschlimmerung eingetreten ist. „Es war eben nicht recht zugebunden,“ lautet die fade Entschuldigung, die man gleich bei der Hand hat. Nein, der Grund ist meistens ein ganz anderer und liegt tiefer. Das Nähere lese man beim Halswickel!
[33]Meine 35jährige Erfahrung und Praxis berechtigt mich zu dieser Behauptung. Jeder, der die Prießnitzschen Umschläge die ganze Nacht über liegen läßt, wird schon die unliebe Probe gemacht haben, daß am Morgen statt Besserung eine Verschlimmerung eingetreten ist. „Es war eben nicht recht zugebunden,“ lautet die fade Entschuldigung, die man gleich bei der Hand hat. Nein, der Grund ist meistens ein ganz anderer und liegt tiefer. Das Nähere lese man beim Halswickel!
[34]Geronnene(gestockte) Milch wird auf den warmen Herd gestellt, die Masse scheidet sich in Festes und Flüssiges. Das Flüssige bildet das Topfenwasser, das Feste den Topfen, auch Topfenkäs (Zieger) genannt.
[34]Geronnene(gestockte) Milch wird auf den warmen Herd gestellt, die Masse scheidet sich in Festes und Flüssiges. Das Flüssige bildet das Topfenwasser, das Feste den Topfen, auch Topfenkäs (Zieger) genannt.
[35]„Mens sana in corpore sano“ sagten die Alten. Eingesunder Geistkannnurwohnenin einem gesunden Körper. Man mag hier beherzigen, welchen großen Einfluß das Land auf die Leute, der Palast oder die feuchte, nasse Hütte auf deren Inwohner ausübt. Sollte es bei Leib und Seele anders sein, zumal beide so innig zusammenhängen und zusammen nurein Ganzesbilden?
[35]„Mens sana in corpore sano“ sagten die Alten. Eingesunder Geistkannnurwohnenin einem gesunden Körper. Man mag hier beherzigen, welchen großen Einfluß das Land auf die Leute, der Palast oder die feuchte, nasse Hütte auf deren Inwohner ausübt. Sollte es bei Leib und Seele anders sein, zumal beide so innig zusammenhängen und zusammen nurein Ganzesbilden?
[36]Diegleiche Torheitist es, wenn man jederzeit von Korpulenz auf das Vielessen und Vieltrinken (bekanntlich sind solche hart genug Gepeinigte die genügsamsten Menschen), wie von dem guten Aussehen geistesgestörter Individuen auf gute Beschaffenheit ihres Geistes und nur auf Gesundheitsskrupel schließen will.
[36]Diegleiche Torheitist es, wenn man jederzeit von Korpulenz auf das Vielessen und Vieltrinken (bekanntlich sind solche hart genug Gepeinigte die genügsamsten Menschen), wie von dem guten Aussehen geistesgestörter Individuen auf gute Beschaffenheit ihres Geistes und nur auf Gesundheitsskrupel schließen will.
[37]Siehe auch „Entzündungen“ oben S. 208 ff. und „Knochengeschwüre“ unten S. 276.
[37]Siehe auch „Entzündungen“ oben S. 208 ff. und „Knochengeschwüre“ unten S. 276.
[38]Das Zubinden hält warm und erwärmt noch mehr. Der Blutzufluß zur entzündeten Stelle wird dadurch gefördert, und es dauert lange, bis alles sozusagen an dem Brandorte hängengebliebene Blut vereitert ist.
[38]Das Zubinden hält warm und erwärmt noch mehr. Der Blutzufluß zur entzündeten Stelle wird dadurch gefördert, und es dauert lange, bis alles sozusagen an dem Brandorte hängengebliebene Blut vereitert ist.
[39]Ich gebe vierSortenan, von denen zum mindesteneinejedermann leicht zu Gebote steht.
[39]Ich gebe vierSortenan, von denen zum mindesteneinejedermann leicht zu Gebote steht.
[40]Manche verstehen unter denblindenHämorrhoidendie nicht fließenden, unter densehenden die fließenden.
[40]Manche verstehen unter denblindenHämorrhoidendie nicht fließenden, unter densehenden die fließenden.
[41]Mir ist ein Fall bekannt, in dem einem Unglücklichen die Hämorrhoiden zollweit aus dem After hingen; er mußte, um Brand zu verhüten, sie stets in kühlendes Wasser halten. Da ist freilich guter Rat teuer und kommen meine Anwendungen zu spät.
[41]Mir ist ein Fall bekannt, in dem einem Unglücklichen die Hämorrhoiden zollweit aus dem After hingen; er mußte, um Brand zu verhüten, sie stets in kühlendes Wasser halten. Da ist freilich guter Rat teuer und kommen meine Anwendungen zu spät.
[42]Was ich betreffs derVernachlässigung des Katarrhsgesagt habe, lese man in dem einleitenden Teile über die Augen.
[42]Was ich betreffs derVernachlässigung des Katarrhsgesagt habe, lese man in dem einleitenden Teile über die Augen.
[43]Der Arme bereitet sich eine Bettflasche sehr leicht also: Er macht einenZiegelsteinheiß und wickelt ihn in eine Wolldecke oder in ein Tuch ein. — Jedermann kennt auch dieMineralwasserkrüge von Steingut(die sogenannten „steinernen Schlegel“); man fülle einen solchen mit heißem Wasser und verhülle ihn, und die vortrefflichste Wärmeflasche ist fertig.
[43]Der Arme bereitet sich eine Bettflasche sehr leicht also: Er macht einenZiegelsteinheiß und wickelt ihn in eine Wolldecke oder in ein Tuch ein. — Jedermann kennt auch dieMineralwasserkrüge von Steingut(die sogenannten „steinernen Schlegel“); man fülle einen solchen mit heißem Wasser und verhülle ihn, und die vortrefflichste Wärmeflasche ist fertig.
[44]AuchFichtennadelextraktwäre gut. Mir und jedem Landwirt und jedem Armen ist das naheliegende, unverkünstelte Fichtenreis selbst ganz ausreichend.
[44]AuchFichtennadelextraktwäre gut. Mir und jedem Landwirt und jedem Armen ist das naheliegende, unverkünstelte Fichtenreis selbst ganz ausreichend.
[45]Zahllose Versuchehaben stets zudenselben Resultatengeführt: man kann lindern, den Zustand erleichtern, aber nicht helfen. Hier siegt immer der Sensenmann.
[45]Zahllose Versuchehaben stets zudenselben Resultatengeführt: man kann lindern, den Zustand erleichtern, aber nicht helfen. Hier siegt immer der Sensenmann.
[46]Heublumen werden mit siedendem Wasser angeschwellt, gut ausgedrückt und auf ein Tuch gebreitet; darauf legt der Patient die Hand, und diese wird so umbunden, daß sie mitten in die feuchtwarmen Heublumen zu liegen kommt.
[46]Heublumen werden mit siedendem Wasser angeschwellt, gut ausgedrückt und auf ein Tuch gebreitet; darauf legt der Patient die Hand, und diese wird so umbunden, daß sie mitten in die feuchtwarmen Heublumen zu liegen kommt.
[47]Mehrere Kalender, auch Zeitungen und Zeitschriften der letzten Jahre brachten Verzeichnisse von und Warnungen vor Hunderten solcher Mittel. Viele derselben sind als Schwindel gebrandmarkt, die den Käufern beziehungsweise Betrogenen vielfach teuer zu stehen kommen an Geld und an der Gesundheit.
[47]Mehrere Kalender, auch Zeitungen und Zeitschriften der letzten Jahre brachten Verzeichnisse von und Warnungen vor Hunderten solcher Mittel. Viele derselben sind als Schwindel gebrandmarkt, die den Käufern beziehungsweise Betrogenen vielfach teuer zu stehen kommen an Geld und an der Gesundheit.
[48]AlsHausmittelgelten Wacholderbeeren, gesotten und wie Tee getrunken. Dieser Tee wirkt gut, aber stets zu schwach. Die Wirkungen der Attichwurzel sind viel kräftiger und nachhaltiger.
[48]AlsHausmittelgelten Wacholderbeeren, gesotten und wie Tee getrunken. Dieser Tee wirkt gut, aber stets zu schwach. Die Wirkungen der Attichwurzel sind viel kräftiger und nachhaltiger.