Taf. II.Fragment vom Rahmen des Allerheiligenbildes von Albrecht Dürer.
Taf. II.Fragment vom Rahmen des Allerheiligenbildes von Albrecht Dürer.
Bis auf die einfachen gotischen Distelblattleisten ist das ganze Altarwerk, der Aufbau, der figürliche Schmuck und das Zierwerk ganz und echt Dürer.
Nürnberg.
Karl Schaefer.
WWährend die deutschen Pilgerfahrten nach dem heiligen Lande in den letzten Jahren vielfache Behandlung erfahren haben, ist den Reisen deutscher Wallfahrer nach Santiago de Compostella, dem »Jerusalem des Occidents«, bisher nicht die gleiche Beachtung zu Teil geworden. Über jene sind wir durch die Schriften von Röhricht, Meisner, Kamann u. a. gut unterrichtet, für diese fehlt zur Zeit noch eine zusammenfassende Monographie und ist auch das Material bisher nur ungenügend bekannt geworden. Und doch lassen sich aus diesen Reisen nicht minder willkommene Aufschlüsse nicht allein über geographische und kulturelle Verhältnisse, sondern hin und wieder auch in kunstgeschichtlicher Hinsicht gewinnen. Als eine der für ein so umfassendes Thema unerläßlichen Vorarbeiten zu dienen, ist der Zweck der folgenden Blätter. Die Reisebeschreibung, um deren Veröffentlichung es sich dabei vornehmlich handelt, stammt allerdings bereits aus der Periode des Übergangs vom Mittelalter zur neuen Zeit, steht aber der Sinnesart ihres Verfassers Sebald Örtel nach noch ganz auf dem Boden der alten Zeit und bietet überdies so mancherlei Interessantes von der oben angedeuteten Art, daß ein diplomatisch getreuer Abdruck des bisher ganz unbekannt gebliebenen Diariums nicht ungerechtfertigt erschien, zumal es aus jener Zeit nur wenige gleich ausführliche und genaue deutsche Reisebeschreibungen durch die Schweiz, Frankreich, Spanien und Portugal geben wird.
Bevor ich indessen zur Mitteilung dieses Tagebuches selbst übergehe, sei es gestattet, einige Bemerkungen über deutsche Heiligtumsfahrten nach Santiago de Compostella im Mittelalter überhaupt vorauszuschicken.
Obgleich schon früh von solchen berichtet wird[101], sind uns doch ausführlichere Reisebeschreibungen erst aus dem 15. Jahrhundert erhalten. Es hängt das ohne Zweifel zusammen mit dem größeren Gewicht, das seit dieser Zeit dem Sammeln von Reliquien der Heiligen beigelegt wurde und dem regen Interesse, das sich noch bis tief ins 16. Jahrhundert hinein überall dafür kund that. Zu der religiösen Verehrung gesellte sich die eben in jener Zeit erwachende Lust am Sammeln als solchem. Die Menschen von damals empfanden diesen Überresten gegenüber etwa die gleiche Pietät, wie sie heutzutage noch bei den Autographensammlern gegenüber ihren Schriftstücken besteht, oder von den Museen der verschiedensten Art durch sorgsame Aufbewahrung von Andenken an historische Persönlichkeiten, an Helden des Schwertes oder des Geistes, mit Recht genährt wird. Ja, man wird sogar behaupten dürfen, daß man die großen Sammlungen von »Heiligtümern«, wie sie zu Anfang des 16. Jahrhunderts bestanden und auch in Abbildungen ihrer bedeutendsten Stücke publiziert wurden[102], in gewissem Sinne geradezu als Vorläufer unserer heutigen Museen betrachten kann. Daß sich das Interesse eben der Gebildeten seitdem auch in katholischen Ländern in solchem Maße von den Gegenständen der Sakralgeschichte auf die der Profangeschichte zurückgezogen hat, dafür können wir eine Erklärung nur in dem so sehr veränderten Zeitgeiste finden.
Die Aufzählung von Reliquien, die man zu sehen bekam, spielt denn auch in allen diesen Reisebeschreibungen des 15. Jahrhunderts, soweit sie sich überhaupt auf Einzelheiten einlassen, eine große Rolle.
1428 pilgerte der Nürnberger Peter Rieter nach Santiago, um von dort aus über Monteserrato nach Rom zu reisen. Er hat darüber eine kurze Aufzeichnung hinterlassen, die uns in Abschriften erhalten ist[103].
1436 folgte ihm ein anderer Nürnberger Patrizier, Georg Pfintzing. WiePeter Rieter hat auch er außerdem eine Pilgerfahrt ins heilige Land unternommen. Diese wurde von ihm ausführlich beschrieben; der Reise nach »Sant Jobs« dagegen, auf der er sieben Wochen abwesend war, erwähnt er nur mit wenigen Worten[104]. Weit ausführlicher ist ohne Zweifel die Reisebeschreibung eines Augsburgers, von 1439-40, die sich in einer Handschrift des Brittischen Museums erhalten hat, über die aber meines Wissens nähere Angaben bisher nicht gemacht worden sind[105].
Peter Rieter hatte am Schluß seiner kurzen Aufzeichnung betont, daß er seine Pilgerreisen nach den heiligen Stätten auch zur Nacheiferung für seine Nachkommen unternommen habe[106]. Seine Mahnung fiel in dem Herzen seines Sohnes Sebald Rieter auf fruchtbaren Boden. Er ist nach Rom, St. Jakob und zum heiligen Grab gepilgert. Die Wallfahrt nach Santiago und zum Cap Finisterre unternahm er in Gemeinschaft mit einigen andern Pilgern im Todesjahre seines Vaters (1462), reich mit Empfehlungsbriefen (»fuderprieff«) ausgestattet, die den Wallfahrern eine freundliche, ja ehrenvolle Aufnahme bei den Königen von Spanien und Frankreich und der Herzogin von Savoyen sicherten. Herolde geleiteten sie durch die von Kriegsunruhen aufgeregten Gebiete. Im Ganzen bietet auch Sebald Rieters Reisebeschreibung[107]obgleich erheblich ausführlicher als die des Vaters, nicht eben viel des Interessanten und auch die Reiseroute ist nur in großen Zügen angegeben, nicht im Einzelnen beschrieben.
Von ungleich größerer Bedeutung sind die Beschreibungen, die uns von der Ritter-, Hof- und Pilgerreise des böhmischen Herrn Leo von Rožmital (1465-1467) erhalten geblieben sind, eine lateinische von einem unbekannten Verfasser und eine deutsche von dem Nürnberger Patrizier Gabriel Tetzel, der im Gefolge Leos an dessen Fahrt durch die Abendlande teilgenommen hatte[108]. Die Genauigkeit in der Angabe der Stationen läßt freilich auch hier hin und wieder zu wünschen übrig. Die Reiseroute stimmt auf große Strecken mit derjenigen Sebald Örtels überein[109].
Mit Übergehung der Reisen des St. Galler Bürgers Daniel Kauffmann (vor 1491)[110]und des Dominikaners Felix Fabri (vor 1492)[111]ist dann weiterhin vor allem zu nennen die Pilgerfahrt des niederrheinischen Ritters Arnold von Harff (1496-1499), die von ihm selbst ausführlich beschrieben unduns in mehreren Handschriften erhalten ist[112]. Sie hat in der Anlage und in der genauen Angabe der Meilen von Station zu Station so manche Ähnlichkeit mit dem hier zu veröffentlichenden Reisetagebuch des Sebald Örtel, daß man wohl der Ansicht zuneigen könnte, Örtel habe eine Handschrift der Reisebeschreibung des Ritters von Harff gekannt. Inhaltlich jedoch bieten beide Beschreibungen nur geringe Berührungspunkte, wie sich denn auch die von Arnold von Harff eingehaltene Reiseroute nur für wenige größere Strecken annähernd mit derjenigen Sebald Örtels deckt[113].
1506 unternahm der Breslauer Peter Rindfleisch, der schon zehn Jahre zuvor nach Jerusalem gepilgert und dort zum Ritter des heiligen Grabes geschlagen worden war, von Antwerpen aus eine neue Wallfahrt nach Santiago, wo er den Herzog Heinrich von Sachsen mit seinen Begleitern, von Colditz und Hans Roch, antraf[114]. Seine Beschreibung dieser Reise[115]kann sich an Bedeutung weder mit der des Ritters Arnold von Harff, noch mit der Sebald Örtels messen. Mit der letzteren deckt sie sich, was die innegehaltene Route betrifft, für die Strecke von Bayonne bis Santiago.
Wir wissen noch von manchen anderen Fahrten deutscher Pilger nach St. Jacob de Compostella aus dem Mittelalter und dem beginnenden 16. Jahrhundert[116], können es aber für unseren Zweck bei den oben angeführten wichtigsten derselben, von denen zumeist noch eine Beschreibung vorhanden ist, bewenden lassen.
Wie an den Pilgerfahrten nach dem heiligen Lande sind auch, wie wir gesehen haben, an den Reisen nach Santiago de Compostella Nürnberger in hervorragender Weise beteiligt gewesen, und einer alten Nürnberger Familie, die zu den Ehrbaren gerechnet wird, gehörte auch der Schreiber unseres Reisetagebuches an. Sebald Örtel, dessen Bildnis wir dieser Abhandlung beigeben[117], war als dritter von sieben Söhnen Sigmund Örtels und seiner Frau Margaretha, einer Tochter des Philipp Groß, 1494 geboren. Außer den Brüdern, unter denen ihm der im Diarium mehrfach genannte Florentius im Alter am nächsten stand, hatte er, wie aus einem Örtelschen Geschlechterbuch[118]hervorgeht, noch acht Schwestern. Die Örtel sollen namentlich einen »starken Handel mit Berkwercken getrieben« haben[119]und müssen früh zu ansehnlichem Reichtum gelangt sein. Auch Sebalds Vater, Sigmund († 1525), war sehr vermögend, er besaß zu Ausgang des 15. Jahrhunderts ein Haus in der Kotgasse, je ein weiteres in der Derrergasse, Bindergasse und unteren Schmiedgasse, sowie ein Gut zu Galgenhof, das er eben im Geburtsjahr Sebalds, 1494, von der Gerhaus Kohler gekauft hatte[120]. Über Sebald Örtel selbst erfahren wir nicht eben viel. Während einige seiner Brüder (Andreas, Florentius, Sigmund) in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts verschiedene städtische Ämter bekleidet haben[121], wird ein Gleiches von ihm nicht berichtet. Unmittelbar nach der Rückkehr von seiner weiten Reise hat er sich am 11. Februar 1522 mit der Tochter des Hans von Ploben und der Barbara Hallerin, Anna von Ploben, vermählt, die ihm drei Söhne gebar, Christoff, Abraham und Paulus[122]. 1552 ist Sebald Örtel 58 Jahre alt gestorben.
Was nun sein Reisetagbuch betrifft, so liegen uns in der Handschrift 420 (kl. 8) der im Germanischen Museum deponierten Merkelschen Sammlung,zwar kaum die Notizen vor, die er sich auf der Reise selbst gemacht haben mag — dem widerspricht die Gleichmäßigkeit und Sauberkeit der Schrift — ohne Zweifel aber haben wir es mit einer fast gleichzeitigen, wahrscheinlich von Sebald Örtel selbst bald nach seiner Rückkehr unternommenen Abschrift oder Bearbeitung seiner Reiseaufzeichnungen zu thun. Das so entstandene Werkchen umfaßt 2¾ Bogen oder 22 Blätter und ist auf starkem, nur leider etwas schlecht geleimtem und daher die Tinte durchlassendem Papier geschrieben.
Interessant ist es, zu beobachten, was den Nürnberger Kaufmannssohn auf seiner Reise vor Allem interessiert. Unternommen wurde sie, wie aus den Eingangsworten hervorgeht, in erster Linie als eine Pilgerfahrt nach Santiago und die Aufzählung kirchlich bedeutsamer Stätten, die besucht, die Beschreibung der Reliquien, die besehen und fromm verehrt wurden, nimmt einen breiten Raum in der Erzählung ein. Auch unterläßt Sebald Örtel es nie, getreulich zu berichten, wo er Messe hat lesen lassen, ein Almosen »in den Stock« gelegt hat u. s. f. Daneben aber verrät sich der Zeitgenosse und nähere Landsmann so vieler großer Künstler, eines Dürer und Peter Vischer, deutlich in dem Eindruck, den hervorragende Kunstwerke auf ihn machen, in der ausführlichen Schilderung, die er beispielsweise der berühmten Chorbühne in der nicht minder berühmten Kathedrale der heiligen Cäcilia in Albi widmet. Aus seinen Notizen wird vielleicht Manches für die lokale Kunstgeschichte zu entnehmen sein, doch muß ich die Verwertung des Tagebuchs nach dieser Richtung hin besseren Kennern der mittelalterlichen Kunst in Frankreich und Spanien überlassen.
Auch sonst bekundet Örtel in seinem Tagebuch einen offenen Blick namentlich auf praktischem Gebiete und ein vielseitiges Interesse. Wie von vornherein ein Nebenzweck seiner Reise der gewesen war, seinen in Lyon weilenden Bruder Florentius zu besuchen und später die Rückreise von Lyon aus mit ihm gemeinsam zu machen — dieser Plan hat auch seine Marschroute wesentlich beeinflußt — so verkehrt er außer zu Lyon, auch in Lissabon, Saragossa und anderen Orten mit den dort anwesenden Deutschen und läßt es sich manchen Dukaten kosten, was alles gewissenhaft verzeichnet wird. Ebenso genau wird über die bezahlten Zollgebühren Buch geführt. In Zürich zeigen ihm die Züricher Herren ihr Zeughaus, ebenso besieht er sich das königliche, reich ausgestattete Zeughaus in Lissabon; in St. Juan de Luz, Lissabon und Marseille werden die großen Schiffe, in letzterer Stadt auch die Docks in Augenschein genommen — Dinge, die den künftigen Handelsherrn, den vornehmen Städter, besonders interessieren mußten. Daneben aber versäumt er auch nicht bei St. Galmier des dort aus der Erde quellenden, »wie Wein schmeckenden« doppeltkohlensauren Wassers, oder der heißen Quellen von Dax Erwähnung zu thun, oder für die kleine spanische Stadt Tolosa sich voll Verwunderung anzumerken, daß alle Straßen mit Steinen gepflastert seien. Derartige kleine Bemerkungen, die zum Teil ein willkommenes Streiflicht auf die damaligen Verhältnisse fallen lassen, finden sich in dem Tagebuch noch manche, wie man aus der Lektüre desselben entnehmen mag.
Nur von der Natur und ihren Schönheiten, die ihm doch im südlichen Frankreich, in Spanien und Portugal auf Schritt und Tritt entgegen getreten sein müssen, findet sich in dem ganzen Büchlein auch nicht ein Sterbenswort. Als die Reisenden, d. h. Örtel und sein Diener, im herrlichen Barcelona ankommen, heißt es nur: »Da ließen wir unsere Pferd beschlagen und unsere Stiefel flicken, kostet mich 6 Real, und blieben den Christabend und den Tag auch da und besahen viele Ding«. Auch in dieser Teilnahmlosigkeit gegen die ihn umgebende Natur zeigt sich der Verfasser noch durchaus als ein Kind des Mittelalters. Weiteren Kreisen das lange nach innen gekehrte oder nur auf die Bedürfnisse des täglichen Lebens gerichtete Auge auch wieder für die Reize der Natur geöffnet und empfänglich gemacht zu haben, ist wesentlich ein Verdienst der Kunst, insbesondere der Renaissancekunst, und gewiß keines ihrer geringsten. Aber freilich: diese Entwicklung vollzog sich nur ganz allmälich und bei dem Einen später als bei dem Andern. Unser Sebald Örtel scheint 1521 von ihr noch so gut wie unberührt gewesen zu sein.
Bei dem Abdruck des Diariums, das ich nunmehr buchstabengetreu folgen lasse, glaubte ich auch die nach Schluß des eigentlichen Tagebuches noch hinzugefügten verschiedenen Marschrouten in gleicher Weise unverkürzt wiedergeben zu sollen; einmal weil unser Abdruck auch für den Forscher die Handschrift völlig zu ersetzen bezweckt, dann weil gerade auch diese Verzeichnisse noch manches Wissenswerte enthalten und die in denselben erscheinenden Ortsnamen nicht selten die oft sehr korrupte Schreibung des Tagebuches zu erklären geeignet sind.[123]Die heutigen Namen der Orte sind, soweit es nötig schien und soweit sie aus den mir zur Verfügung stehenden Landkarten und Reisebüchern zu ermitteln waren, in den Anmerkungen hinzugefügt; Abkürzungen wurden in der Regel aufgelöst.
In nomine domini Jesu Christi 1521
Item ich Sebolt Orttel reit zu Nürnperg aus gen sant Jacob an sant Bartelmes abent d. 23 august. Da nam ich mit mir ein palbirers gesellen, was bey Maister Nicklas Kun am pladenmarck, hies Christoff Melper. Sein vatter sas zu München, den verzert ich mit mir aus vnd ein, vnd gab jhm sonst nichts denn ein Rock in mein farb, vnd ich reit hie aus ein rots fuchslein, was meines bruders Florentij ꝑ 20 fl. vnd ich gab meinem diener ein clain schimle zu raiten, das kostet 14 fl. Kaufft ich es vom Endres Rechen, der was bey dem Sebastian Melpar in gesellschalft. Item so reit ich denersten tag von Nurnperg aus mit meinem knecht gen Guntzenhaussen an sant Bartolomeus abent, do lagen wir vber nacht was 6 meil da verzert ich 4½ h. gelts, darnach gen Ötting[124]was 3 meil, [1b] verzert ich 2 h. 20 ₰, von dann gen Nörling[125]was 2 meil, verzerten 28 kreutzer, von dann gen Genge[126]was 4 meil, verzerten 16 †er, von dann gen New [?] was 2 meil, verzerten 24 †er. Von dann gen Ulm was 2 meil verzerten 16 †er. Darnach rait ich gen Waltringen[127]was 3 meil, do verzert ich vber nacht 25 †er. Von dann Rait ich gen Pibrach[128]was 1 meil da regnets als sehr, daß ich den halben tag dar belieb, da verzert ich 14 †er. Von dann gen waingarten was 3½ meil, verzerten 30 †er, von dann gen Mersperg[129]was 3½ meil, verzert 16 †er. Darnach fuhr ich vber den see, gab darvon 13 †er, da lagen wir zu nacht zu Koßtznitz[130]verzert 24 †er, Darnach blieb ich den andern tag zu Koschnitz, dann wir kunten vor wasser nit auskummen, verzert 1 fl., darnach rait ich mit ietzlichen von Zürch gen sant Anna, die thutt auch große Zaichen, vnd hatt gar hübsch geschnitten [2a] altar taffel was 2 gros meil, da assen wir zu mittag, verzert ich 14 †er, von dann gen Winterdurren[131]was 2 gros meil verzert 24 †er. Von dann gen Zürch was auch 2 groß meil, verzert ich für 6 mal, vnd für 2 tag für die pferd, die ich stehn hat lassen 1 fl. vnd 3 patzen, vnd so fuhr ich mit dem Christoff den see ab piß gen [Lücke][132]verzert ich 12 †er. Darnach morgens frü an sant Egidijtag giengen wir gen einsidel was 1 meil vber ein hohen berg, da beichten wir, vnd namen da das heilig hochwirdig Sacrament, vnd befahlen vns vnsern lieben herrn, vnd assen, daselbst verzert ich 15 †er. Darnach giengen wir wider an See, vnd fuhren wider gen Zürch, da gab ich den schiffleuten ein S[avoyer] fl. zu lon. —
[2b] Da schenckten vns die Herrn von Zürch den wein, vnd liessen vns jhr Zeughaus sehen vnd jhr geschos, beweisten vns viel ehr vnd freundschafft, darnach reit ich zu mittag aus gen Lentzspurg[133]was 2 gros meil, verzert ich 24 †er: von dann gen Arburg[134]sind 2 groß meil, verzert ich 4 batzen, von dann gen Doringen [?] 2 meil verzert ich 7 batzen. Von dann gen Purtdolf[135]sind zwei gros meil verzert 4 batzen. Item von Purtdolff gen Bern 2 meil, da verzerten wir 10 batzen, von dann gen Freyburg ist 3 groß meil, da verzerten wir sieben Safoir g: von dann gen Remund[136]ist 3 meil, da verzerten wir 16 Saffoir g. Von dann gen Losanna[137]ist 5 meil, da verzerten wir 8 g., von dann gen Niß[138]4 meil, verzerten 7 g. Von dann gen Jenft[139], ist 3 meil, an vnser lieben frawen abent. Da blieb ich den Sambstag, vnd vnser lieben frawen [3a] tag zu Jenff, da verzerten wir bey dem Ulrich Embler 2 fl. Item so ritten wir den montag zu Jenff wider aus, vnd ritten gen Kolunge[140], das ist 4 meil, da verzerten wir 7 g. Von dann gen Senpermann[141]ist 3 meil, verzerten wir 15 g. mit sambt den 2 Teutschen,die lud ich zu gast, von dann gen Scherdung[142]ist 4 meil, do verzerten wir 6 g, von dann gen Samony[143]ist 3 meil, da verzerten wir 14 g. Von dann gen Mulla[144]ist 3 meil, verzerten wir 7 g., von dann gen Lion ist 3 meil verzerten wir nichts. Lagen bey meinem bruder Florentius in seiner Herbrich bey 14 tagen, da zalt er für mich. —
[3b] Item so luden mich die Teutschen zu Lion zu gast, nemlich der Sebolt Schurstab, Schlisselberger, vnd der Hans Scheiffelein, der Hans Schwab, vnd des Dürrer diener, vnd der alt Hans jr. So lud der Florentius mir zu lieb zu 2 tisch Teutsche in des Marx Rauschen Hauß. So sahen wir zu Sangust[145]2 vnschuldige kindlein vnd ein stuck von der seulen, da vnser Herr daran gegeisselt ist worden, vnd sonst viel Heilthumbs von sant Anna.
Item so ritt ich zu Lion wider aus Adj 24 september, mit des Hans Schwaben Sun, vnd sunst mit 2 Wallon, vnd ritten von Lion aus gen Jfarung[146]ist 3 meil, da verzerten wir 7 ß, van dan gen Sangervay[147]was 4 meil, da verzerten wir 14 ß, da selbens da hats ein brunnen gehabt der hat geschmeckt als wein. Darnach ritten wir gen sant bunet deschada[148], was 5 meil, da verzerten wir 7 ß, von dann gen pung [4a] deperat[149]was 3 meil, verzerten wir 14 ß, von dann gen Sassangen[150]was 5 meil, da verzerten wir 6 ß. Von dann gen allabantha [?] was 3 meil, da verzerten wir 14 ß, von dann gen sant flor[151], da verzerten wir 6 ß, was 5 meil, darnach blieben wir denselben tag dar, vnd besahen ein grosse glocken, vnd ein stuck vom heiligen †, vnd ein dorn von vnsers herrn kron, vnd 2 ohr von sant Johann vnd sunst viel Hailthumbs. Im prediger closter da verzerten wir 14 ß, von dann gen Schadesloy[152], was 4 meil, da verzerten wir 7 ß, von dann alla giola[153]was 4 meil, da verzerten wir 7 ß, darnach ritten wir gen Rodes[154]was 4 meil, da verzerten wir 22 ß. Da sahen wir in eins pfaffenhaus, das hübschst selzamst ding von bildern vnd gemelden: vnd hangen, niemands kan nit sehen war an. Darnach giengen wir, vnd besahen vnsser lieben frawen schue, [4b] vnd ein seiden das sie selber gespunnen hat, vnd 3 st. vom heiligen † vnd ein dorn von vnsers Herrn kron, vnd mehr ein gar guldene Jungfraw Maria vnd sonst viel löblichs Hailthumbs, von Rodes raiten wir alla motda [?] was 5 meil, verzerten 5 ß, von dann gen Allerung[155]was 5 meil. Item do verzerten wir 12 ß. Von dann gen Albis[156]was 3 meil verzerten wir 7 ß, da hats ein Hübsche kirchen, vnd alle gemalt vnd vergult, vnd der kohr mit hübschen gehaunen steinen, vnd man weisset vns den hohen altar, darinnen was vnssers herrn gepurt, vnd die beschneidung, vnd die vnschuldigen kindlein, vnd die flucht in Egypten, als von silbern bildern, vnd oben von sant Jorgen, von sant Nicklas von sant Marta, von sant Barbara, von sant Steffan, von sant Paul als in silber eingefast, vnd sonst 9 kopff von den 11 tausent Jungfrawen, vnd sunst viel heilthumbs. Darnach wieß man vns [5a] im Sagra viel hübsche guldene, perlene vnd sammete vnd damaskatine Meßgewant vnd 2 silberne meßbücher, vnd ein guldes † mit viel hübschen edelen steinen, vnd sunstviel silbernes gefeß, das alssams hat ein Bischoff lassen machen. Von dann ritten wir gen Gelieck[157]was 4 meil, verzerten wir 4 ß, von dann gen Bausset[158]was 4 meil, verzerten wir 7 ß, von dann gen Tolosa[159]was 4 meil, da blieben wir ij tag vnd verzerten 1 Ducaten, vnd wir besahen viel löblichs Heilthumbs, als nemlich 6 Zwelffbotten, vnd der hailig Ritter Sant Jörg, vnd sonst viel Hailthumbs, als ich auff eim Zettel getruckt hab. Mehr das buch Apocalipsis vnd ein Zan von sant Christoff, vnd ein perlemutter, darein ist gar hübsch ding geschnitten[160], vnd wir ritten Zu Tolosa wider aus am Donnerstag an sant Franciscitag [4. Oktober] Zu mittag gen Lillagordung[161]was 4 meil, verzerten wir 12 ß darnach gen Lysignan [?] was 3 meil verzerten [5b] wir 6 ß, von dann gen Asch[162]was 4 meil verzerten wir 12 ß, von dann gen Wick[163], was 4 meil verzerten wir 7 ß von dann gen naxaro[164]was 4 gr. meil, verzerten wir 18 ß von dann gen Kasaras[165]was 3 gr. meil verzerten wir 6 ß. Von dann gen Garnada[166]was ij meil, da ritten wir vber ein bruck, da must man 6 ß Zu Zol geben. Darnach ritten wir noch gen sant Sotber[167]was ij meil, verzerten wir 12 ß, von dann gen Munfort[168]was 3 meil, verzerten wir 7 ß. Von dan a Dax was 3 meil verzerten wir 14 ß, da ist ein Heiß wasser, das quilt von der erden, als sunst ein quellender prun. Von dan gen sant Winssang[169]was 3 gros meil verzerten wir 7 ß. Von dan gen Wayana[170]was 4 meil. Da blieben wir ein gantzen tag stil liegent, vnd besahen die befestigung, die der König von Franckreich lies machen mit pastey vnd groß graben vmb das schloß, mehr besahen wir wie man die grossen ancker macht, da einer 40 bis in 50 c. wigt, braucht man der fünff in ein groß schiff, vnd die Jungfrawen sind alle beschoren, daselbsten verzerten wir 40 ß. Von dann ritten wir gen sant Jangdelus[171][6a] was 3 meil, verzerten wir 6 ß, ist ein port des Meers. Da besahen wir die grossen schiff, vnd alle Zugehörung. Darnach ritten wir vber ein bruck vber das Meer, da musten wir 6 ₰ zu Zol Zalen. Darnach ritten wir noch 2 meil zu eim schloß, das ist des Königs von Spania; vnd sein Herrschafft hebt sich her genseit des wassers an, vnd man lest kain Kauffmann heraus raiten, man besucht ihn vor, daß er kein gelt mit ihm hraus fürt. Darnach ritten wir noch ein halbe meil in ein stetlein hies Dirrong[172], da verzerten wir 12 ß,von dann gen Armany[173]was 3 meil, verzerten wir 8 ß, von dann gen Dolosada[174]was 3 meil. Die Statt ist mit eitel clein steinlein gepflastert, da verzerten wir 16 ß, von dann gen Sigura[175]was 4 meil, da verzerten wir 8 ß. Ist daselbs der weg 8 meil aneinander gepflastert. Darnach ritten wir gen Sagama[176], was 1 meil. Da namen wir 2 essel oder meyler. Und ritten den berg auff der ist fast hoch, vnd heißt der berg sant Atrion[177]. Ist der weg durch ein fels gehauen wunderbarlich, da must [6b] ich 1 Real von eim Esel geben. Und lagen darnach vnten am berg in eim dorff das hies Galareda[178]. Was 2 meil, da verzerten wir 4 Reall. Darnach ritten wir gen Odygany [?] am suntag. Do hörten wir meß, was 2 meil, da verzerten wir 2 Real vnd 2 Darges, gilt ein Darges 8 Spanisch ₰. Von dann ritten wir gen Witdoria[179], was 3 meil, da beschreibt man die Roß vnd die esel, die man hinein reit, da verzerten wir 4 Real. Von dann alla punda Dormurug [?] was 4 meil, da verzerten wir 8 Dargeß, von dann gen Mermiste[180]was 4 meil, verzerten wir l Real vnd 2 Dargeß. Von dann gen Mestir Derodilla[181]was 3 meil, verzerten wir 2 Real vnd 2 Dargeß. Von dann ritten wir gen Wurges[182]was 5 meil. Do besahen wir im Augustiner Closter ein Crucifix, [7a] das Nicodemus hat gemacht, das thutt grosse Zaichen, vnd wenn man Ihm ein finger oder Zween beugt: So richt es sich wider auff; Und niemand waiß nit warvon es gemacht ist. Darnach besahen wir die grossen kirch: Und bey 3 hundert st. Heilthumb in eim altar. Und in der kirch ein fast hoch durchsichtig gewelb, vnd fast hübsch ausgehauen. Mehr besahen wir des Königs Spitall, vnd sonst viel dings. Und wir blieben iij tag dar. Verzerten wir 15 Real. Darnach ritten wir am sambstag wider aus, vnd ritten gen Hörvilles[183]was 3 meil, da verzerten wir 1 Real, von dan gen Casterseris[184], was 4 meil, da verzerten wir 2 Reall 2 dargeß, von dan gen Formestein[185]was 5 meil, verzerten wir 2 Realen [7b] Von dann gen Carion[186]was 4 meil, verzerten wir 3 Reall, von dann gen Kassadilla[187]was 4 meil, verzerten wir 6 darges, von dann gen Sagona[188], was 3 meil, verzerten wir 9 Darges. Von dann gen Gurgada [?] was 3 meil, verzerten wir 9 Darges. Von dann gen Mansille[189]was 4 meil, verzerten wir 10 Darges, von dann gen Lion[190]in Spania, was 3 meil, verzerten wir 6 Darges. Da namb ich 2 essel bis gen sant Jacob, gab ich darvon 24 Real, vnd dem Knecht 11 Real, der die essel widerholet, dann das schimela was sehr getruckt, von dann raiten wir noch gen noderdama daschaschinung [?] was 1 meil, verzerten wir 10 darges, von dan alla puntdy dorby[191]was 5 meil verzerten wir 7 darges. Von dan gen Sturges[192]was 3 meil, da besahen wir ij Zan von sant Christoff sollen wegen 10 h ¾, vnd ein st. vom heiligen †, vnd ein rören von sant Blasius, vnd ein rören vonsant Barbara. Und man weist vns wie der teuffel einen verstorbnen reichen man het aus dem grab geholet [8a] Und wir besahen die ringmauren, ist fast die best in Castillia. Von dannen ritten wir gen Spidall dowasch[193]was 2 meil, da verzerten wir 4 Reall: von dann an den berg Rafanell[194]was 4 meil. Darnach vber den halben berg gen Lassebo[195]was 3 meil, verzerten wir 2 Real, von dann gen Pungferade[196]was 3 meil, verzerten wir 4 Real, von dann a Willa franca[197]was 5 meil, verzerten wir 2 Real. Von dann auff den berg Malafaber[198]gen santa Maria[199]was 7 meil, verzerten wir 4½ Real, von dann gen Troi Castell[200]was 5 meil, verzerten wir 2 Real, von dan gen Sorge[201]was 4 meil verzerten wir 3½ Real, von dann gen Legunda[202]was 8 meil, verzerten wir 2 Real. Von dann gen Millisse[203]was 5 meil, verzerten wir 4 Real, von dann gen troy Cassa[204], was 4 meil verzerten wir ij Real. Von dan gen Compostell gen sant Jacob[205]was 3 meil, da lagen wir iij tag still, vnd am aller Hailigen [8b] tag da liessen wir vns bewaren, vnd verzerten wir 2 Ducaten. Und ich lies für 1 Ducaten meß lessen, vnd gab eim armen Teutschen Weber 1 Ducaten, daß er aus der gefengnus kem. Und ich lies des Zillers sohn, vnd den 2 Distlerren 1 Ducaten vnd gab den armen leuten in dem Spital 1 Ducaten, vnd wir besahen den gantzen Spital, ich habe kein hübschern nit gesehen. Darnach an aller seelen tag zu mittag, Zugen wir zu St. Jacob wider aus, vnd ritten gen pattron[206], was 4 meil. Da ist St. Jacobs brun, vnd sein bett, vnd der felß da Sant Jacob 3 mal durch ist krochen, da jhn die baurn gejagt haben. Da verzerten wir 3½ Real. Von dan gen Goldaß[207]was 3 meil, verzerten wir 7 Dargeß. Von dan gen Pundafedar[208]was 3 meil verzerten wir 4 Real. Von dan gen Rodinidella[209]3 meil, verzerten wir 6 Darges. Von dann gen Duya[210]was 5 meil, verzerten wir 3 Reall. Darnach am morgens früh fuhren wir vber ein wasser haist Muga[211]do ligt ein statt [9a] zunechst darbey, heist Valentie[212], vnd wir ritten gen Egalunga [?] was 3 meil, verzerten wir 2 Real 2 Darges. Von dan gen punda do limy[213]was 3 meill, da ist ein hübsche lange bruck, ist iij Hundert roßschritt lang, da verzerten wir 3 Real. Von dann gen Warsselles[214]was 5 meil, verzerten wir 60 portugal. Real, von dan in ein dorff heist gassy [?], was 3 meil, verzerten wir 80 Real, von dan gen parda portugal[215]was 4 meil, da wolten wir auf das meer sein gesessen, da war kein schiff vorhanden, das gen Lisabona gieng. Da verzerten wir 128 Real oder K. d. Und am Donnerstag ritten wir gen Riffano[216], was 5 meil, da verzertenwir 90 Real. Von dann gen Walantz [?] was 4 meil, verzerten wir 44 Real. Von dann gen Albagaria[217], was 4 meil, verzerten wir 90 Real. Von dann gen Quimer[218]was 5 meil, da verzerten wir 56 Real, da ist ein hubsch Parfusser closter mit hübschen außgehawen steinen. [9b] Von dann gen Sarnoschka[219]was 2 meil, verzerten wir 66 Real. Von dann gen Warges[220]was 4 meil verzerten wir 42 Real. Von dann in ein eintzlich Hauß was 3 meil, da verzerten wir 68 Real. Von dann gen Domner[221]was 3 meil, verzerten wir 42 Real. Von dann gen Woligany [?] was 4 meil, da verzerten wir 70 Real, da machen die bauren gar eine hübsche kirchen. Von dan gen Sant Darring[222]was 4 meil, da verzerten wir 48 Real. Von dann gen Willa longa [?], was 4 meil, verzerten wir 90 Real, von dann gen Willa noggra[?], was 5 meil, verzerten wir 48 Real. Von dann gen Lissabona[223]was 5 meil, da blieben wir 6 tag dar stilligent, vnd besahen die grossen schiff, die von Calecut kummen, vnd das ganze Haus von India, vnd des Königs Zeughauß, gar viel hübsche büchssen, vnd die Harnisch sollen sein für 40 tausent [10a] man zu fus, vnd für 10 taussent zu Roß, Und viel glocher zu den pferden, vnd ein Kalakudisch Harnisch, vnd viel seltzamer waar, vnd fuhren zu dem newen schloß, vnd zu dem newen Closter, das der König bawen lest, vnd besahen die gantz statt, was darinnen zu besehen was. Da luden vns der Hirschvogd diener, vnd der Welsser diener zu gast, vnd theten mir viel ehr vnd freundschafft, Und ich lud die andern Teutschen auch all zu gast, kostet mich das mal vnd Zerung was ich verzert hett 5 Ducaten. Darnach am Erichtag vor sant Katharina tag [19. November] 7 stund nach mittag sassen wir auff das meer, vnd fuhren vber 3 meil gen Aldegaloga[224], [10b] Da assen wir zu nacht, vnd verzerten wir da 90 Real, von dann gen Landera [?] was 5 meil verzerten wir 90 Real, von dann gen Schabarida [?] in ein eintzlich Haus, was 3 meil, verzerten wir 125 Real, von dann gen Munda mortnoua[225]was 4 meil, verzerten wir 38 Real, von dann gen Ebrach[226]wz 5 meil, was die Küng. Mt. von Portugal dar, vnd namen ein passaport vom König durch sein leut, kostet mich 1 Ducaten, vnd wir sahen den König essen, vnd die Kunigin, vnd ich redet mit der Kunigin, die fraget mich von wannen wir kemen, vnd sunst fraget sie mich von jhres bruders vnsers H. Kaysser Karols wegen. Und wir besahen des Königs seine pferd, vnd seine gärten, darinn was ein balsambaum, vnd besahen sunst viel dings, da verzerten wir 2 Ducaten. Darnach ritten wir an sant Catharina abent gen Estramos[227]was 6 [11a] meil, verzerten wir 126 Real, vnd an sant Catharina tag lies ich ein meß lessen, vnd ritten darnach gen Elssis[228]was 6 meil, verzerten wir 76 ₰, vnd wir antworten den brieff vom König, vnd sie gaben mir ein andern, darfür gab ich 4 ₰ oder Real, vnd dem auff der wart gab ich ein Wintden[229], von dann ritten wir gen Wagadoß[230], Hebt sich da Castillia an, da lies ich vnsere pferd, vnd das golt, vnd die ring beschreiben, wie daß ichs am Heraus raiten wolt verzollen. Darvon gab ich 16 Marfadiß, darnachmacht mir einer ein Zaichen darauf, darvon gab ich 12 ₰, da verzerten wir 38 ₰. Von dann gen Dallabarela[231]was 3 meil, verzerten wir 94 ₰, von dann gen alarua[232]was 4 meil, verzerten wir 42 ₰, von dann gen mereyda[233]was 2 meil, da ist ein heidnische bruck ist bey 60 joch lang, von dann gen Dorsilon [?] was 1 meil, verzerten wir 96 ₰. Von [11b] dann gen Myasogada[234]was 6 meil, verzerten wir 87 ₰. Von dann gen Grusan[235], was 7 meil, verzerten wir 53 ₰. Von dann gen Kananero[236]was 2 meil, verzerten wir 86 ₰. Von dann ritten wir gen Gardalub[237]. Da blieben wir ij tag, was 2 meil. Da besahen wir das gantz Gotzhauß, vnd alle jhren vorrath, den sie haben, gleich als wers in einer grossen Statt. Sie haben jhr aigen Spital, vnd hohe schul, vnd schier die gantz statt gehört zum closter. Da legt ich 2 Real in stock vnd gab ein Real, vnd lies meß lessen. Darfür do verzerten wir 6 Real, von dann gen aspidal dekardedial [?], was 3 meil. Da verzerten wir 78 d. Von dann gen Willa petroysy[238], was 4 meil, verzerten wir 44 ₰. Von dann gen alapunta arsabaschko[239], was 2 meil verzerten wir 65 ₰. Von dann gen Dallabero[240], was 6 meil, verzerten wir 40 ₰. Von dann gen Grussel[241], was 2 meil, verzerten wir 70 ₰. Von dann den sant Silvester [?], was 5 meil [12a] verzerten wir 45 ₰, von dan gen Kassia Roy [?], was 4 meil, da verzerten wir 80 ₰. Von dann gen Mulynes[242], was 3 meil, verzerten wir 50 ₰, von dann gen Matrill[243]was 4 meil, da verzerten wir 37 ₰, von dann gen Kallasfenodß[244], was 6 meil verzerten wir 28 ₰. Von dann gen wott de lagerra[245]was 4 meil, verzerten wir 86 ₰, Von dann gen Hytda[246], was ein hohes schloß, was 4 meil, verzerten wir 40 ₰. Von dann gen Wurgesherres [?] was 2 meil, verzerten wir 52 ₰. Von dann gen Weydes[247], was 2 meil. Da hörten wir meß an vnser lieben frawen tag [8. Dezember], verzerten wir 32 ₰. Von dann gen Siganssa[248], was 2 meil, da ist ein fast hübsche kirchen, mit eitel weis Merbelsteinen altar. Von dann gen Ißgossa [?] was 1 meil, verzerten wir 63 ₰, Von dann Modine delamunde[249]was 3 meil. Da blieben wir den halben tag, vnd fragten darnach, wie wir vns halten solten mit dem Zoll. Da verzerten wir hundert v̄ siebentzig ₰. [12b] Von dann gen Arkiß[250]was 3 meil, da ist das endt des Castillia. Da muß man die Roß, vnd gelt vnd ring verzollen. Gab ich von den 2 pferden 3 Ducaten, vnd von Ringen, vnd vom gelt 1 Ducaten, Da wurd mir mein ring gestolen, Da verzerten wir 40 ₰. Von dann gen Arrissa[251], do hebt sich Arrgon an, was dahin 4 meil verzerten wir 60 Arragonisch ₰, von dan gen Wurbicka[252]was 4 meil, verzerten wir 34 ₰. Von dan gen Kaladiff[253]was 3 meil, verzerten wir 80 ₰. Da liessen wir 10 Duckaten einschreiben, vnd 2 ringlein, darvon must ich 1 Ducaten Zolgeben, durch gantz Arragon. Von dann ritten wir gen Rigla[254], was 5 meil, verzerten wir 32 ₰. Von dann gen Molla[255], was 5 meil, da verzerten wir 68 d. Da regnets an sant Luccia abent [12. Dezember] 5 stunt nach mittag. Von dan gen Sarragossa was 4 meil, da blieben wir ij tag, vnd besahen die statt, vnd die mutter Gotts de pillerin thutt auch grosse Zeichen. Und daselbst macht man gar ein hübschen altar [13a] von eitel Allawassara, vnd der Sebastian Scheperlein lud vns zu gast vnd leih mir 12 Ducaten, als ich jhm ein schuldbrief gab, Zu Lion wider auszurichten. Da verzerten wir 8 Real. Von dan gen Otschery[256]was 3 meil, verzerten wir 28 ₰ Von dan gen Anfeda, was 3 meill. Verzerten wir 54 ₰. Von dann gen Sandalusa [?] was 3 meil, verzerten wir 2 Real. Von dan gen Pinalba[257], was 3 meil, verzerten wir 3 Real. Von dann gen fraga was 5 meil, verzerten wir 54 d. Von dann gen Durres[258]was 2 meil, verzerten wir 64 ₰. Da namen wir ein brieff, daß wir durch kein sterben waren geritten, darfür gaben wir 10 ₰. Von dann gen Gunada[259]was 3 meil groß. Da verzerten wir 34 ₰. Von dann gen Malta [?] was 2 meil, da verzerten wir 53. Da wolt man vns weder durch Gotts willen, noch von gelts wegen nit beherbrigen. Da giengen wir zu dem herrn ins schloß, vnd batten jhn daß er [13b] vns vnterhülff, da lies er dem Richter gebieten, daß er vns einhülff. Von dann gen Gumara[260], was 3 meil verzerten wir 42 ₰, da namen wir wider ein brief, daß wir durch kein sterben waren geritten, kostet 10 ₰. Von dann gen santa Kalana[261]was 2 meil, da verzerten wir 90 ₰. Von dann gen Anguleda[262], was 3 meil, verzerten wir 60 ₰. Von dann gen Munserat[263]was 3 meil, da blieben wir ij tag, vnd wir besahen auff dem berg wol 10 armittes oder einsiedel, die wonen in den felssen, gar wunderparlich ding, vnd wir besahen gar viel ding im Closter. Und die Mutter Gotts thut gar grosse Zaichen, vnd sind da viel grosse wächsine Kärtzen, die einer kaum vmbgreiffen kan, vnd wol 43 silberne lampen, die tag vnd nacht brennen, vnd sonst wol bey 100 silberne lampen, die nit brennen. Da leget ich 5 Real in den stock. Da gibt man einem jeglichen Reich oder armen brot wein [14a] öll vnd essig bevor. Aber was man für die Roß vnd essel bedarff, mus man bezallen. Da verzerten wir 8 Reall, vnd lies mess lessen für 1 Real. Und daselbst wurd mir mein 2 pferdten die schwentz abgeschnitten. Von dann ritten wir gen Sant Endres[264], was 4 meil, verzerten wir 54 ₰. Von dann gen Spidelat [?] was 2 meil, verzerten wir 74 ₰. Von dann gen Warsalona[265], was 1 meil. Da liessen wir vnsere pferd beschlagen, vnd vnsere stiffel flicken, kostet mich 6 Real, vnd blieben den Christabent vnd den tag auch dar, vnd besahen viel ding. Da verzerten wir die 3 tag dar 2 Ducaten.
[14b] Und an Sant Steffanstag [26. Dezember] ritten wir wider aus mit 4 Frantzosen, vnd ritten gen alla Rocka[266]was 4 meil, da verzerten wir 3 Real. Da wurd mir mein pferd das fuchslein kranck, da lies ich jhm diefeuffel reissen[267]. Von dann ritten wir gen Fanssaloner[268]was 3 meil, vnd da wolt mein fuchslein nimmer gehn. Ligt ein halbe meil vor der statt Und alsbald ichs in stall zug, da fiel es nider vnd starb von stund an. Da verzerten wir 5 Real. Darnach luden wir vnsere stiffel vnd claider auff das Schimelein, vnd luffen neben jhm her gen Vecacopy[269]was 3 meil. Da verzerten wir 3 Real. Von dann gen Girona[270]was 4 meil, verzerten wir 5 Real. Da namen wir 2 essel, biß gen Parpion[271], darvon gab ich 2 Ducaten. Von dem ritten wir gen Sigires[272], was 3 meil, verzerten wir 4 Real, von dann gen Wollang[273]was 4 meil, da verzerten wir 2 Real. Von dann gen Parpion was 3 meil, da kaufft ich ein Schimele [15a] pferd vmb 7 Ducaten, vnd verzerten 16 ß. Und ich namb 2 essel bis gen Narbona[274], darvon gab ich 1 Ducaten. Von dann ritten wir gen Palma[275], was 5 meil, da must ich von 2 pferden vnd 2 Esselen 4 ß Zol geben, vnd verzerten dar 12 ß. Von dann gen Willa falssa[276], was 2 meil, da must ich von 1 pferdt 1 ß Zollen, vnd von eim Esel 8 ₰. Darnach ritten wir noch folgent gen Narbona, was 2 meil. Da verzerten wir mit sambt den 2 esell 24 ß. Von dann gen sant Dobery[277]was 3 meil, verzerten wir 14 ß. Von dann gen Lopia [?], was 3 meil, verzerten wir 7 ß. Von dann gen Willa noffa[278]was 4 meil, da blieben wir 1 tag, vnd giengen alla Magalona[279]an das meer, vnd fuhren hinvber, vnd besahen das hailthumb, vnd die kirchen. Da waschen sie alle tag den Jüngern, vnd den Jacobsbrüdern jhre füß. Da fuhren wir wider vber, vnd verzerten dar 45 ß, vnd wir hatten einen man mit vns lauffen von Pardalupa[280]biß [15b] gen Willa noffa, da wurd er mir krank, gab ich jhm 2 Ducaten. Von dann gen Sanbegs[281]was 4 meil, da verzerten wir 8 ß, von dann gen Wafer[282]was 4 meil, da verzerten wir 12 ß. Von dann gen sant Gilg[283]was 4 meil da verzerten wir 8 ß. Und wir sahen ein arm vnd das Haubt von sant Gilgen, vnd das ander Heilig gebain ligt in eim sarch. Mer ein arm von sant Jorgen, vnd ein Finger von sant Johans Wathisse [Johannis Baptista], vnd sunst viel Hailthumbs. Von dann ritten wir gen sant Anthony Darles[284], was 3 meil, verzerten wir 12 ß, vnd sahen den kopff vnd das gebain als von Sant Anthony biß ohn ein arm, der ist A wino[285]. Von dann bis gen sant Marding de kraub[286]was 3 meil verzerten wir 8 ß. Von dann gen sallung[287], was 4 meil, verzerten wir 12 ß, von dann gen Laspena [?], was 5 meil, verzerten [16a] wir 19 ß. Von dann gen Marsilia[288], was 3 meil. Da lagen wir ein tag still, vnd besahen das hailthumb zu Predigern, Sant Endres bart. Und in der Pfarr St. Lasarus Haubt, vnd ein gantze Hand, vnd ein arm von sant Atrion[289], Und ein rören von Sant Victor, vnd sunst viel Hailthumbs, vnd zu sant Victor im closter sant Endres ×, vnd sant VictorsHaubt, vnd sein gebain gar hübsch in silber eingefaßt. Und dann Pabst Urbanus, der ligt noch vnerhaben, vnd sonst viel hübsch Hailthumbs als in silber eingefast, Und ist mehr ein Capellen, da rast die Mutter Gotts innen, vnd brint sunst nichts nit darvor dann wax. [16b] Und darff auch kein fraw darein gehn sie sturbe von stund an. Darnach besahen wir die grossen schiff vnd gallern, die erst vom Türcken waren kummen. Sie hatten nicht viel ehr eingelegt, waren wol bey 460 all erschlagen. Und wir sahen auch das Haus, wie man sie hinnein zeucht, da verzerten wir 35 ß. Und von dann gen Rißla [?] was 3 meil, verzerten wir 7 ß. Von dann gen alla bama[290]da Maria Magdalena gebüst hat bey 34 Jar. Was da hin 4 meil, vnd wir sahen den felß, vnd die wonung, vnd das bett, darauff sie gelegen ist ein felsstein, da haut man ein stain darvon, vnd wir besahen auch jhren brunn, vnd tropfft dz wasser vber all Hindan In jhr bett nit. Da habens die Engel alle tag zu 7 mal auff gefürt auff die Höhe des bergs. Da sang sie allweg eine der sieben freud. Und wir verzerten alla bama bey den München 14 ß, von dann ritten wir gen sant Melymy[291]was 3 meil. Da blieben wir ein tag, vnd besahen Maria Magdalena haubt, das Gott der Herr hatt angerürt im garten [17a] da er sprach: Noli me tangere. Das ist 13 Hundert Jar vnter dem ertrich gelegen, vnd ist noch vnversehrt, was die finger angerürt haben, vnd mehr das Haar, damit sie vnserm Herrn Jesu Christo die heiligen füß mit getrucknet hat, das ist als vnversehrt blieben. Vnd mehr ein arm, vnd das grab, da Maria Magdalena innen gelegen ist, vnd mehr ein gläßlein, darinnen ist ein blutstropff, den vnser Herr am stammen des Heiligen Creutz hat lassen fallen, das hatt sie mit sand vnd stein aufgehaben, das Zeugt man am Carfreytag, so wirds eben vol mit blut, bis man vnsern Herrn in das grab legt, so verbürgt es sich wider. Das Zaigt man jederman, vnd sonst fast viel Hailthumbs. Da gaben wir zu Hailhumb 6 ß, vnd wir verzerten 25 ß. Von dann gen Rossat [?], was 3 meil, verzerten wir 6 ß. Von dann gen Seyb [?] was 3 meil, Da besahen wir in einem frawen closter König Scharlamany von Franckreich seinen leib vnverwesen, vnd vnser frawen gürtel, ein [17b] fus von sant Endres, vnd ein fus von sant Dobort[292], vnd ein spindel aus dem arm Maria Magdalena, vnd 3 Zan von sant Johans, vnd sunst viel Hailthumb in silber eingefast. Da gab ich 4 ß zum Heilthumb, da verzerten wir 12 ß. Von dann gen Kasiles[293], was 3 meil, da verzerten wir 7 ß. Von dann gen Durgung[294]was 4 meil. Da verzerten wir 12 ß, von dann gen Avinung[295]was 5 meil. Da wolt man mich nit einlassen, da musten wir raiten gen pung de sorg[296], was 1 meil, verzerten wir 7 ß, von dann gen schatdea nofa de papa [?] was 1 meil, verzerten wir 2 ß. Vonn dann gen noderdame de plang [?] was 5 meil, da verzerten wir 9 ß. Thutt auch große Zaichen. Von dann gen Doßes orres[297]was 3 meil, verzerten wir 12 ß. Von dann gen Munda Linnart[298]was 2 meil verzerten wir 18 ß. Von dann gen Lonnion[299]was 4 meil verzerten wir 7 ß. Von dann gen den Gwaß[300], 3 meil [18a] verzerten wir 14 ß. Von dann gensant Rambert[301], was 4 meil, verzerten wir 14 ß. Von dann gen Wine[302], was 2 meil, da verzerten wir 8 ß. Da wurd mir mein pferd kranck. Da nam ich ein anders bis gen Lion. Darvon gab ich ihm 12 ß, Und ritten gen Lion an sant Anthony tag [17. Januar 1522] was 5 meil. Da kam mein bruder Florentius vnd der Marx von Nurnperg. Und ich vnd mein knecht kamen all vnter der thur Zusammen vor der Herbrig, vnd begerten als zu wissen. Gott hab Lob vnd Ehr.
Item so blieb ich 14 tag zu Lion, vnd wartet auff mein bruder Florentius. Und darnach ritten wir auff Sant Glado[303]zu. —
[18b] Und zu Genff kam mein Bruder wider zu mir, vnd ritten miteinander gen Nurnperg, so verzerten wir bißher 15 fl., vnd wir kamen all beed frisch vnd gesund aus vnd ein.
Gott hab lob vnd ehr.Und behut uns vor aller schwerer kranckheit, Amen, Amen, Amen.
Item hernach steht der Weg kürtzlich aufgezaichnet wie ich geritten bin, von einem halben Tag zu dem andern, wie viel meil von einander.
Item von Nürnperg aus gen[304].