103.Die erste Dampffahrt eines Kriegsschiffes.
Die Engländer verstanden es von jeher, sich alle Erfindungen zu Nutzen zu machen, die der Schiffahrt und dem Seekrieg dienen konnten.
Von besonderer Wichtigkeit mußte der englischen Flotte eine Erfindung sein, mit deren Hülfe sie ihre Kriegsschiffe bei windstillem Wetter aus oder in den Hafen bringen konnte. Auf hoher See findet sich schon ein wenig Wind, wenn es am Lande auch noch so still ist. Der Engländer Jonathan Hulls ließ sich am 21. Dezember 1736 ein Schiff patentieren, in dem ein Dampfkessel mit Dampfmaschine untergebracht waren. Die Dampfmaschine trieb ein großes an Heck liegendes Schaufelrad. Wir sehen auf unserm Bild deutlich das Rad und die dazugehörige Seiltransmission.
Ein solches Dampfschiff nahm die Fregatte ins Schlepptau. Es wird berichtet, daß die englische Admiralität mit dieser Erfindung sogleich einen Versuch anstellen ließ. Näheres ist nicht bekannt geworden, weil der Versuch, wenn er überhaupt stattgefunden hat, wahrscheinlich geheim gehalten wurde.
Schleppdampfer für Kriegsschiffe, 1736.Nach der Patentschrift von Hulls.❏GRÖSSERE ANSICHT
Schleppdampfer für Kriegsschiffe, 1736.Nach der Patentschrift von Hulls.
❏GRÖSSERE ANSICHT
Als im vergangenen Jahr unsere „Emden“ den kühnen und erfolgreichen Vorstoß gegen den Feind machte, wobei sie sich mit einem vierten Schornsteinmaskiert hatte, waren genau hundert Jahre verflossen, daß das erste durch eigne Dampfeskraft bewegte Kriegsschiff von Stapel gelaufen.