70.Feld-Uhren.

70.Feld-Uhren.

In früheren Zeiten muß man einer richtig gehenden Uhr im Kriege keine Bedeutung beigelegt haben; denn in der Kriegsliteratur ist nur sehr selten von Uhren die Rede, und nur ein einziges Mal fand ich eine Uhr für das Feld abgebildet.

Ums Jahr 360 vor Christus sagt der griechische Kriegsschriftsteller Ainaias, man verwende einfache Wassergefäße mit einer kleinen Ausflußöffnung, um im Felde die Zeit zu messen. Je nach der Jahreszeit verstopfte man die Öffnung mehr oder weniger durch Wachs, um bei kürzeren oder längeren Nächten eine gleichmäßige Einteilung der Nachtwachen zu erhalten. Die erwähnte Abbildung einer Wasseruhr für denKrieg fand ich in dem Buch von Valle aus dem Jahre 1521.

Wasseruhr fürs Feld, Holzschnitt von 1521.

Wasseruhr fürs Feld, Holzschnitt von 1521.

Ein Wassereimer hängt an einem Seil, an dessen anderem Ende 24 Gewichte übereinander angebracht sind. Je mehr Wasser aus dem Eimer abläuft, um so leichter wird er. Mithin würde er immer schneller nach oben steigen. Nun legt sich aber in jeder Stunde eines der Gewichte auf den Fußboden, und gleicht dadurch den Gewichtsverlust an Wasser aus. Mithinbewegt sich der Zeiger am Eimer gleichmäßig über die 24 Stundenzahlen. — Ob mit genügender Genauigkeit?


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