82.Der Mondscheintelegraph.
Im Gebirgskrieg, zumal im Kolonialkrieg, wenn die Sonne heiß und dauernd aus wolkenlosem Himmel niederstrahlt, spielt der Heliograph eine Rolle. Man fängt die Sonnenstrahlen in einem kleinen Spiegel auf, um sie so auf weite Entfernungen zum befreundeten Posten zu lenken. Der Spiegel ist beweglich, sodaß man mittels solcher Strahlenbündel längere und kürzere Zeichen geben kann, die sich zu einem telegraphischen Alphabeth vereinigen. Ehe diese Sonnentelegraphen aufkamen, hören wir aus der Geschichte, daß man mittels der Mondstrahlen einmal auf gleiche Weise telegraphiert habe. In einem Bericht über die Eroberung der ungarischen Festung Raab am 26. März 1598 heißt es, daß Kaiser Rudolph über diesen Erfolg schon genau unterrichtet war, als der Oberbefehlshaber ihm den Sieg durch einen Kurier mitteilen ließ. Der Kurier war hierüber sehr bestürzt, da „hat ihm Ihr Majest. vermelt, sie wissens durch eine Kunst.... mit zwei Spiegeln... damit man von vil Meil einander in Monschein zaichen geben kan.“ Der eine dieser Spiegel sei beim Oberkommando, der andere im kaiserlichen Lager gewesen.
Was an dieser Geschichte wahres ist, läßt sich nicht mehr nachprüfen. Die Idee der Telegraphie mit Himmelslicht ist zweifellos hier ausgesprochen.