Capitel 8.

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»Hallo, so eilig?« rief da eine lachende Stimme in deutscher Sprache hinter ihm drein, und in Holzpantoffeln schlurrte eine etwas schwerfällig aber sonst behäbig und gutmüthig genug aussehende Gestalt in gelber unten um die Knöchel gebundener, kniefettiger Lederhose, mit rother Weste auf der zwei Reihen silberner Knöpfe funkelten und in Hemdsärmeln, auf dem Kopf aber eine große unförmliche braune Pelzmütze, über den Hof, und blieb in der Stallthür stehen, neben der sich Hopfgarten eben aus dem Sattel geschwungen und den Zügel über den Kopf des Pferdes geworfen hatte, das er jetzt aus Leibeskräften, aber ebenfalls ohne den geringsten Erfolg, wieder aus dem Stall hinauszuziehen suchte.

»Laßt den Braunen nur stehn« lachte aber der Bauer, »der kennt die Krippe und hat da schon manche Metze Hafer gefressen. Guten Morgen Landsmann, Ihr seid doch ein Deutscher.«

»Allerdings, Herr Landsmann,« sagte der höfliche Hopfgarten, mit einem eben nicht ganz freundlichen Seitenblick auf den Braunen, »aber es ist doch immer fatal, wenn man nur eben da halten muß, wo es dem Pferde gerade einfällt zu bleiben.«

»Deshalb braucht Ihr Euch aber keine Sorge zu machen« sagte der Deutsche schmunzelnd — »er macht's seinem Herrn oder allen Anderen die ihn reiten, nicht besser, und seit den letzten drei Jahren kann sich Niemand rühmen aufdemPferd, ohne bei mir anzuhalten, hier vorbeigeritten zu sein. — Seid Ihr schon lang in Amerika?«

»Erst wenige Wochen.«

»Und Ihr gleichts?«

Hopfgarten wußte daß dieß der deutsch-amerikanische Ausdruck für »gefallen« sei und sagte »Sehr.«

»Nu das ist hübsch — da seid Ihr wohl Landkaufen gekommen — aber hier im Stall wollen wir doch nicht stehen bleiben« unterbrach er sich rasch, »Ihr ruht Euch nun doch schon ein halb Stündchen bei mir aus, und seht Euch einmal mein Feld und meine neue Scheune an — seid wohl kein Bauer?«

Hopfgarten mußte dieß, während der Mann einem Jungen pfiff, und ihm befahl »Bless,« (wie der Braune nach einem kleinen weißen Fleck vorn an der Stirn hieß) zu besorgen, und ihm ordentlich Futter zu geben, verneinen. Bless hatte ihm aber, durch seinen Entschluß sich hier etwas aufzuhalten, wirklich einen Gefallen gethan, denn von Hopfgarten fand bald, daß er in dem Mann gerade gefunden was er suchte: einen richtigen deutschen Bauer, der seit vier Jahren hier im Land angesiedelt war, und sich in der Zeit eine allerliebste, wohleingerichtete Farm hergestellt hatte.

Der Mann war aber entsetzlich neugierig, und er selber, ehe er irgend etwas von ihm herausbekommen konnte über sein Leben und Treiben, genöthigtihmerst Alles zu sagen was ihn selber betraf: wo er her sei, mit welchem Schiff er gekommen, wie viel Passagiere es an Bord gehabt, wo gelandet, ob Krankheiten unterwegs, ob sie gute Kost an Bord gehabt hätten, ob er nicht in New-Orleans Jemanden Namens Schmidt kennen gelernt habe, der »in der Nähe vom Wasser« wohne und einen kleinen Schenkstand oder einen Kleiderladen habe, und wasCorn(Mais) jetzt in New-Orleans koste. — Nur nach Deutschland frug er nicht, weder aus welcher Gegend der Fremde stamme, noch wie es dort aussehe jetzt, im alten Vaterland. Es waren gerade vier Jahre, daß er die Heimath verlassen, und als ihn von Hopfgarten später danach frug stellte sich heraus, daß er noch nicht ein einziges Mal an seine Verwandten drüben, Geschwister und Schwäger geschrieben habe. Die hatten zu leben, es ging ihnen gut, das wußte er, wenigstens hätten sie es ihm sonst wohl gemeldet (sie konnten nicht einmal eine Ahnung haben, wo er angesiedelt sei) und ihm selber fehlte auch Nichts; seine Farm gedieh, sein Vieh wuchs heran, seine Erndten waren vortrefflich — was hatte er da groß zu schreiben?

In der Stube d'rin bei ihm sah es genau so aus wie in den Bauerstuben daheim; das Amerikanische Kaminfeuer verschmähend, hatte er sich einen tüchtigen, ächt deutschen Ofen, dessen Tafeln jedenfalls von Europa herübergeschafft worden, eingesetzt, hinter dem die Familie in Winterszeit gewiß eben so geschmort, wie daheim. An der Seite auf dort befestigten Bretern prangten die alten deutschen irdenen Schüsseln und Teller, mit ihren frommen Sprüchen und Phantasieblumen, mit Jahreszahl und Datum, in der Ecke der Stube stand eine blaugemalte, und ebenfalls mit großen hellen, durch die Chablone gemalten Blumen verzierte Kiste, auf der noch mit weißen Buchstaben jene bedeutungsschweren Worte »Auswanderer-Gut — Cincinnati Ohio, für Johannes Rohrberger aus Sohlfeld« obgleich später einmal mit dünner blauer Farbe übermalt, doch noch deutlich sichtbar waren, und am Fenster in der Ecke saß eine alte, aber noch rüstige Frau an ihrem alten Spinnrad — jeder Zoll eine Deutsche. Der aber lag manche Frage wohl schwer auf dem Herzen, als sie den Landsmann bei sich eintreten sah; dennoch mochte sie ihn selber nicht anreden, und als die Frau des Bauers, ein hübsches rundes Weibchen, ebenfalls in ihrer heimischen Tracht mit dem mit Knöpfen und Zierrathen besetzten Mieder und dem dickgefalteten Rock, in die Stube kam, und schneeweißes Waizenbrod, und Butter mit einem Kleeblatt in der Form, und guten deutschen Käse auftrug, und ein paar blitzende Gläser daneben setzte, zu denen der Mann einen selbst gebrauten dunkelrothen Kirschschnaps aus dem kleinen Schranke holte (den Schlüssel dazu trug er selber in der Westentasche) mußte sich Hopfgarten an den Tisch setzen, und vor allen Dingen essen und trinken. Nachher wollten sie hinaus in das Feld gehn »damit der Herr auch sähe daß es bei denDeutschennicht etwa so liederlich gearbeitet würde wie bei denen Amerikanern.«

Hopfgarten sah nun dort allerdings nicht sehr viel, denn er verstand zu wenig vom Amerikanischen Ackerbau und besonders von den Schwierigkeiten, mit denen ein erster Ansiedler zu kämpfen hat, sein Land nicht allein urbar, sondern auchholzreinzu bekommen (zwei sehr von einander verschiedene Sachen) die hier gethane Arbeit gehörig würdigen zu können. Der Amerikaner nämlich — beiläufig gesagt ein furchtbarer Holzverwüster so lange ihm nur ein Stück im Wege ist — schlägt, wie bekannt, die Bäume um, rollt die kurz abgehauenen Stämme auf Haufen, brennt sie an, und läßt dabei die Stümpfe stehn, um die er indeß herumackert, und die in zehn Jahren etwa genug abfaulen mit dem Pflug stückweis herausgerissen zu werden. Die Deutschen lernen ihnen diese bequeme Art zu arbeiten bald ab; Viele aber, und besonders in der Nähe von Städten wo das Holz auch schon eher einen Werth hat, gehen sparsamer mit dem um, was ihnen Gott auf ihrem Land bis dahin hat wachsen lassen, und scheuen sich der Arbeit nicht auch das Geringste darauf zu verwerthen.

So lagen Johannes Rohrbergers Felder frei von all diesen fatalen Stümpfen, glatt und eben als ob sie schon Jahrzehnde dem Pfluge dienstbar gewesen da; keine Holzverschwendenden Zickzack- oder Wurmfenzen umgaben sie, sondern Eichen-Pfosten waren ringsum eingeschlagen und durch breite, unten dicht schließende Queerhölzer, den Ferkeln den Eintritt zu verweigern, geschlossen, und nicht weit davon aufgeschichtete, selbst gesägte Breter, Planken, Rafters und Stützen bewiesen, wie der Deutsche einen besseren Gebrauch für sein treffliches Holz gewußt habe, als es eben zu verbrennen. Hinter dem Haus lagen außerdem einige achtzig Klafter, aus dem sich im Winter guter Nutzen in der Stadt ziehen ließ, und die im Feld errichteten Getraidefeimen gaben zugleich auch Zeugniß von der Thätigkeit des Mannes nach dieser Richtung hin.

»Sie sind fleißig hier gewesen« sagte Hopfgarten, als ihn der Bauer auf das Alles aufmerksam gemacht, »und müssen jetzt wackeren Nutzen von ihrem Lande ziehen.«

»Ach ja es geht« schmunzelte der Mann; »die ersten Jahre freilich kam's mir ein Bischen hart an; ich kaufte die Farm von einem Amerikaner, der nach Arkansas übersiedeln wollte, um einen eben nicht zu hohen Preis, aber es sah auch furchtbar darauf aus — wüste holzgefüllte Felder, zerfallene Blockhäuser, von Scheunen und Ställen kein Gedanke, die Hälfte Boden noch mit Busch bewachsen. Da ging ich mit meinen drei Jungen an's Werk, und wie wir es erst einmal so weit gebracht hatten daß wir unser deutsches Handswerkszeug, was wir mitgeschleppt, wegwarfen, und uns Amerikanische Äxte und Pflüge anschafften, förderte es auch. Wir haben zwar gearbeitet wie die Pferde, das ist wahr; vor Tag heraus, und hinein bis in die späte Nacht. Die Amerikaner lachten uns dabei noch aus, und meinten daß wir es uns unnöthig schwer machten; und in mancher Hinsicht mochten sie recht haben, denn wir wußten eben noch nicht ordentlich wie wir die Sache anzufangen hatten, und mußten noch lernen. Aber schon nach zwei Jahren kriegte der Platz ein anderes Ansehn; ich nahm mir noch Amerikanische Arbeiter dazu, undwirsetzten uns ebenfalls nicht in die Stube, sondern arbeiteten tüchtig mit; da förderte es denn freilich. Nicht allein daß uns die Amerikaner, die doch wenigstens eben so zufassen mußten wie wir selber, ein ordentlich Stück Arbeit fertig machten, sondern wir lernten auch von ihnen ihre Handgriffe und ihr praktisches Wesen, denn das muß man ihnen lassen. Ich hätte sie auch gerne noch ein halb Jahr länger bei mir behalten, wäre mir meine Alte nicht in einem hin in den Ohren gelegen sie fortzuschicken. Die konnte sie nicht leiden, weil sie nicht verstand was sie sagten, und weil sie ihr die reingescheuerten Stuben überall vollspuckten — immer freilich in die Winkel hinein, wo sie vielleicht glaubten daß man nicht hinkäme, aber meine Alte kam doch hin, und es wurde nicht eher Frieden im Haus bis sie weg waren.«

»Und jetzt geht es Ihnen gut? — Sie befinden sich wohl hier?«

»Ich glaub's« sagte der Bauer schmunzelnd — »ich hatte in Deutschland ein kleines ärmliches Gütchen, das seinen Mann freilich eben nährte, aber ich mußte mich abquälen und plagen, wie ich eben nur hier die beiden ersten Jahre gearbeitet habe, ohne, was vor mich zu bringen. Mein Grundstück fiel dabei eher im Werth als daß es stieg, Abgaben und Steuern, von denen die Herren im Gericht zuletzt gar nicht mehr wußten wie viel sie fordern sollten, eine Masse unnützes Gesindel zu füttern die wir nicht brauchten, die uns aber haben mußten zum Zahlen, und dann noch holzgrob dabei waren, wuchsen von Jahr zu Jahr, und wenn's mir und der Alten auch schwer wurde von daheim fortzugehn, jetzt gereut mich's doch nimmermehr, und ich möchte nicht wieder zurück.«

»Und was haben Sie für Ihre Farm gezahlt?« frug Hopfgarten.

»Viertausend Thaler hab' ich, nach Abzug meiner Passage, mit herüber gebracht« sagte der Mann, »um zweihundert etwa hatten sie mich noch in Deutschland geprellt beim Geldwechseln, und vierhundert bin ich nachher hier an meine Landsleute losgeworden. Für die Farm, mit achtzig Acker Land, und dem Bischen Vieh was drauf war, und den Gebäuden, in denen aber ein Christenmensch gar nicht existiren konnte, zahlte ich dann dreitausend fünfhundertDollar,zweitausend gleich baar an, und das übrige in jährlichen Raten, und dabei befinde ich mich vortrefflich, denn mit noch eben so viel beinah, was ich jetzt nach und nach hineingesteckt habe, ist der Platz in der Zeit das vierfache werth geworden, und selbst dafür gäb' ich ihn jetzt nicht wieder her. Aber Land genug ist noch hier herum zu bekommen« setzte er dann rasch hinzu, »wenn Ihr Euch etwa hier ansiedeln wolltet. Die Amerikaner, mögen sie einen noch so guten Platz haben, wenn sie einen Profit bekommen, verkaufenAlleaus; einem Amerikaner ist auch Alles feil was er an sich hat. Es sind Euch närrische Kerle, sie verkaufen das Hemd vom Leibe, wenns Einer haben will, die Stiefel von den Füßen, und beim Pferdehandel betrügen sie den eigenen Vater — wenn er nicht selber klug genug ist — ohne daß sie sich gerade, was Böses dabei denken.«

»Hm hm« sagte Hopfgarten nachdenkend vor sich hin, als er mit ihm zum Haus zurückging — »Siebefinden sich nun hier so wohl, Ihnen geht es so gut, und Sie sehen dabei wie sich Alles vorwärts arbeitet und besser wird, und andere Leute klagen wieder über das Land, schimpfen darüber und warnen vor Auswanderung.«

»Das sind die Hungerleider« lachte der Bauer, »ich habe auch schon ein paar Mal solche bei mir gehabt; die kommen herüber und wollen Anstellungen haben, wo sie eben so wenig dabei zu thun brauchen wie in Deutschland, und vom Bauer dabei gefüttert werden, und wenn's damit nachher nicht geht, wenn das Geld alle ist, und die Kosthäuser nicht weiter borgen wollen, dann heißt's »wir müssen arbeiten« und dann kommen sie in Handschuhen heraus und fragen nach »Beschäftigung« wie sie's nennen. Von denen schick' ich aberkeinenfort,« schmunzelte er dabei, »die stelle ich nur an einen richtigen Baumstumpf zum Ausroden, und nach drei Stunden haben sie solche Blasen in den Händen, daß sie keine Radehacke mehr heben können. Nachher essen sie bei mir zu Mittag, ziehen ihre Handschuh wieder an, gehen nach Cincinnati zurück und schreiben Bücher über Amerika.«

»Apropos, was ich Sie fragen wollte« rief da Hopfgarten, »Sie haben doch freie Jagd hier überall — schießen Sie viel?«

»Schießen? — ich möchte wissen was« sagte der Bauer — »es giebt ja hier Nichts wie so eine kleine Art Rebhühner, ein Bischen größer wie bei uns die Wachteln, und Kaninchen und Eichkätzchen. Die Eichkätzchen thun im Felde viel Schaden und hinter die machen wir manchmal Feuer, und die Rebhühner fangen wir im Winter in Schneehauben, wie wir's in Deutschland manchmal heimlich gemacht haben; sonst sollte Einer schöne Zeit versäumen, wenn er mit der Flinte draußen herumliefe und meinen Jungen mache ich das schon gar nicht weiß. Ein Bauer der auf die Jagd geht ist immer schon ein halber Lump.«

Hopfgarten mußte noch die neuaufgeführten und in der That trefflich gebauten Scheunen und Ställe bewundern, wohin ihn Rohrberger »den nächsten Weg« über eine frisch geackerte Stürze führte, damit der Fremde doch auch sähe was er für wackere Pferde hätte, und wie brav seine Jungen ackerten, dachte aber dann auch wieder an den Aufbruch, um noch mehr vom inneren Land zu sehn, und seinen Ritt so auszudehnen, daß er wenigstens erst gegen Abend nach Cincinnati zurück kam.

Als er seinen freundlichen Wirthen für ihre Gastfreundschaft gedankt hatte, und in der Thür von ihnen Abschied nahm, kam auch die Alte hinter dem Spinnrad vor, gab ihm die Hand, sah ihm eine Weile scharf und forschend in's Gesicht und sagte dann:

»Ihr seid wohl nicht in der Gegend von Sohlfeld zu Hause?«

»Nein liebe Frau, ich weiß nicht einmal wo der Ort liegt.«

»Seid auch in Muschenberge nicht bekannt?«

»Auch nicht im mindesten.«

»Hm, hm« murmelte die Frau vor sich hin und humpelte langsam, ohne weiter ein Wort zu sagen, zu ihrem Spinnrad zurück.

Der Junge hatte »Bless« indessen wieder vorgeführt, und Rohrberger gab dem Fremden die Richtung an, die er am bequemsten nehmen könnte einen hübschen Ritt zu machen, und doch zu Abend wieder in der Stadt zu sein. Dort würde er auch unterwegs noch eine Menge deutsche Farmen und Gärten finden, und »wenn er sein Pferd am sieben Meilen-Haus vorbeibrächte« wo er aber wahrscheinlich wieder auf kurze Zeit halten müßte, des Braunen wegen, sollte er auf der nächsten Farm die rechts am Wege läge einsprechen.

Hopfgarten grüßte noch einmal freundlich zurück, und sprengte dann rasch auf seinem jetzt vollkommen zufrieden gestellten Braunen, die Straße hinauf.

Herr von Hopfgarten fühlte sich nur halb befriedigt durch seinen Ritt. Das Land selber ließ allerdings nichts zu wünschen übrig, und war in einer Art cultivirt die er »soweit westlich« wirklich kaum für möglich gehalten hatte. Reges Leben herrschte dabei auf den Straßen, Fuhrwerke gingen nach allen Richtungen, überall waren Bauten im Werk, wurden Schienenwege gelegt, das Land auch vom Strome ab in seinen Hauptplätzen mit einander zu verbinden, und ein rastlos thätiges Leben herrschte wohin das Auge traf, aber von Romantik war auch keine Spur dabei zu finden. Alles ging seinen festen praktischen Gang, Hals über Kopf zwar, aber in gleichen Bahnen fort, als ob das ganze Amerika schon ein einziger Schienenweg geworden, und selbst die Gespräche der verschiedenen Leute mit denen er verkehrte, drehten sich um Nichts anderes als Handel und Geschäfte, Preise der verschiedenen Produkte, Eisenbahnaktien, und wo wirklich einmal irgend etwas Außerordentliches, Außergewöhnliches geschehen war, so wurde der »ferne Westen« als der Ort genannt.

DerWestengenirte ihn überhaupt; nach der Landkarte hatte er sich schon Cincinnati als einen ungemeinwestlichgelegenen Punkt gedacht, einen Binnenort Amerikas, der gewissermaßen schon den Charakter der Backwoods vertreten müsse; hier angelangt fand er aber zu seinem Erstaunen, daß vonbackwoods, wie die Wälder des Westens genannt werden, auch nicht die Spur mehr zu finden sei, und selbst da wo noch Wald existirte, kleine Farmen überall hindurchgestreut lagen, und Wege ihn überall durchkreuzten.

Weiterwestlichbeschloß er also zu ziehen; der Osten interessirte ihn nicht weiter, denn um große Cultur aufzusuchen war er nicht nach Amerika gekommen; ihm lag daran, die noch wenig civilisirten Stellen kennen zu lernen, er wolltedasAmerika aufsuchen dasersich gedacht, und das fand er in und um Cincinnati und überhaupt in einem Staat nicht, wo die Cultur schon solche Fortschritte gemacht, daß es wirklich nur noch der schon fast beendeten Eisenbahnen bedurfte, sie vollkommen zu nennen.

Hierbei so wenig als möglich Zeit zu versäumen, beschloß er nach Lobensteins Farm zurückzukehren, dort seinen Koffer zu lassen den er sich, in New-Orleans wieder angekommen, jede Woche konnte nachschicken lassen, und nur seinen Reisesack mit auf die nächste Wanderung zu nehmen, wodurch er in den Stand gesetzt wurde im Wald zu Wagen oder auch zu Pferd, ja wenn es möglich war in einemCanoeseine Reise, unbehindert durch Gepäck, fortzusetzen.

Einmal einen Entschluß gefaßt, und der kleine energische Mann ließ mit der Ausführung auch nicht lange auf sich warten; Dampfboote, den Strom hinunter, gingen jetzt an jedem Tage fünf oder sechs ab, und eins derselben benutzend, landete ihn dieses bald wieder am Fuß des Grahamstown Werftes, das noch eben so still und öde in der Sonne lag, als an dem Tag wo sie es zuerst betreten.

Ezra Ludkins war aber nicht zu Hause, sondern wie man ihm eben sagte, nach St. Louis in Geschäften gegangen, er hielt sich auch deshalb gar nicht in der Stadt auf, sondern miethete nur ein Pferd, das ihn selber trug, wie einen Mann, der ihm sein Gepäck nach »Lobensteins« — oder wie sie den Platz hier schon nannten, der »deutschen Farm« hinausschaffen sollte, und galopirte bald darauf die ihm wohlbekannte Straße entlang, sein Ziel noch vor Sonnenuntergang zu erreichen.

Er fand Lobenstein's auf ihrem neuen Besitzthum, und wurde von ihnen mit einer Herzlichkeit begrüßt, als ob er selber mit zur Familie gehörte. Sie hatten sich hier schon so gut eingerichtet, wie das eben in der kurzen Zeit möglich gewesen; aber das Innere des Hauses, mit seinen kahlen, rohbehauenen Balken, der unbedeckte Erdboden, nur theilweise mit Stücken alten Teppichs belegt, die zum Umpacken gedient hatten, die noch zur Hälfte ungeöffneten Kisten, die in dem anderen Gebäude nicht hatten sämmtlich untergebracht werden können, und hier zum Theil mit zu Bettstellen benutzt wurden, sahen keineswegs wohnlich und behaglich aus. Dazu paßte der schöne Mahagony-Flügel ebenfalls nicht, der mit den Messing-Rollen in die Erde hineingegraben in der einen Ecke stand, und den knappen Raum der Wohnung nur noch mehr beengte; aber man hatte ihn nirgends anders trocken unterbringen können, und seine obere Decke mußte jetzt, wo anSpielendoch nicht gedacht werden konnte, zum Sammelplatz aller leichteren, Raum wegnehmenden Dinge, wie Hutschachteln etc. dienen, von denen ein ganzer Berg auf ihn gehäuft war.

Mit den Arbeiten ging es dagegen, wie ihn der Professor versicherte, rüstig vorwärts; er hatte außer der Weberfamilie noch acht eben von »drüben herüber« gekommene Deutsche gemiethet, ihm die nöthige Einrichtung, den nächsten Hausbau wie das Bestellen der Felder beenden zu helfen — die Leute campirten jetzt alle zusammen mit in der Hütte des Webers, dessen Frau für sie kochte — und nur das eine vermißte er bis jetzt noch, daß er kein deutsches Dienstmädchen bekommen konnte, ihnen in den Hausarbeiten, die meistentheils auf den Töchtern lasteten, beizustehn. Mit den Amerikanerinnen war Nichts anzufangen, sie machten enorme Forderungen und wollten Nichts arbeiten, und der Professor äußerte sich, daß er gesonnen sei in nächster Woche selber nach Cincinnati zu fahren, um sich von dort ein paar Dienstboten zu holen. Wenn er das vorhergewußt, hätte ihnen Herr von Hopfgarten gleich eine oder zwei von dort mitbringen können.

»Aber des Webers Frau?« —

»Lieber Gott, die hatte jetzt alle Hände voll mit Kochen und Waschen zu thun.«

»Und wo war Eduard?« Hopfgarten hatte ihn noch nicht gesehn.

»Eduard — oh, der fühlte sich ganz glücklich in diesem neuen Leben und hatte, das Land und die Umgegend ein wenig kennen zu lernen, die Doppelflinte und Botanisirtrommel auf den Rücken genommen, und war schon seit zwei Tagen 'im Innern', mußte aber jetzt jeden Augenblick zurückkommen.«

Dem Professor gefiel es ungemein hier, wo er ein ganz neues frisches Feld für seine Thätigkeit gewonnen, und in Stand gesetzt war, das, was er bis dahin in Deutschland nur theoretisch betrieben, endlich einmal im praktischen Leben ausführen zu können. Er versprach sich dabei Außerordentliches von den hier neueinzuführenden Systemen, mit denen er den Amerikanern, die nur so oberflächlich in's Blaue hineinarbeiteten, einmal beweisen wollte wie man eine solche Farm, nach allen Zweigen und Richtungen hin, ausbeuten und verwerthen könne. Er hatte großartige Pläne in dieser Mannigfaltigkeit, über die er sich aber jetzt noch nicht näher auslassen und Herrn von Hopfgarten damit überraschen wollte, wenn derselbe sie im nächsten Sommer, wie er das fest versprochen, wieder besuchen würde. Bis dahin mußte schon viel in Angriff genommen und geschehn sein.

Die Frau Professorin war leidend; sie hatte sich in dem ungewohnt luftigen Aufenthalt sehr erkältet. Dazu war der Ärger mit einem kürzlich in's Haus genommenen und gleich wieder fortgeschickten Amerikanischen Mädchen gekommen, dessen Eltern sich jetzt gekränkt glaubten, und dem Vater schon einige unangenehme Auftritte gemacht hatten; sie hütete deshalb das Bett, um sich in dem jetzt eintretenden kälteren Wetter keinem Rückfall auszusetzen.

Hopfgarten beabsichtigte, als er Cincinnati verließ, ein paar Tage bei Lobensteins zuzubringen, ehe er seine Reise fortsetze; er hatte die Familie lieb gewonnen, und nahm wirklich Theil an ihrem Wohlergehn. Wie er aber jetzt hier die Zustände fand, mit kaum Platz für sich selber die Nacht zu schlafen, hielt er es doch für besser schon am andern Tag wieder aufzubrechen, und seinen Besuch lieber das nächste Mal, wenn sie vollständig eingerichtet sein würden, länger auszudehnen.

Zu gleicher Zeit konnte er sich aber auch eines unbehaglichen Gefühles, dem er trotzdem keinen rechten Ausdruck zu geben wußte, nicht erwehren; die ganze Art, wie der Professor seine Ansiedlung in Angriff nahm, schien ihm nicht die rechte; die vielendeutschenArbeiter, die so wenig von der hiesigen Art zu bauen und Feld zu bestellen wußten, und nebenbei ein schmähliges Geld kosten mußten; dievielenPläne, die der gewiß sehr gelehrte, aber vielleicht gar nicht so praktische Mann auf einmal hatte; das Spatzierengehn des Sohnes selbst, eine Kleinigkeit an und für sich, aber doch von Bedeutung hier, wo es im Hause eben nochAlleszu thun gab — er sträubte sich gegen das Gefühl so viel er konnte, aber es war ihm immer als ob da nicht Alles so in Ordnung sei, wie z.B. bei dem deutschen Bauer Rohrberger, den er bei Cincinnati getroffen, und konnte nur jetzt hoffen daß er sich irre, und Professor Lobenstein die Sache viel besser verstehe als er es ihm, wenn er recht aufrichtig sein wollte, zutraute.

Nur Marie war heiter wie immer, lachte über die Masse von kleinen Unbequemlichkeiten die sie auszustehen hatten, und freute sich wie ein Kind auf die nächste Zeit, wo ihre Hühnerzucht heranwachsen und ihr Garten erst in Ordnung sein würde. Bis dahin hatte sie freilich noch ein wenig zu thun; aber der nächste Sommer mußte das, nach Vaters Versicherung, auch Alles beendet sehn. Wenn nur erst einmal das Haus stand, denn das war für jetzt die Hauptsache, und in der That auch der Punkt, um den sich jede weitere Hoffnung für Bequemlichkeit und Wohnlichkeit drehen mußte.

Marie hatte übrigens, trotz all dem Wirwarrr in dem sie Hopfgarten antraf, doch Zeit gefunden den versprochenen Brief an Clara Henkel zu schreiben. Eine nähere Adresse wußte sie freilich nicht darauf anzugeben, als das St. Charles Hotel, das Henkel selber dem Professor als sein nächstes Domicil, bis er eine eigene Wohnung würde in Stand gesetzt haben, bezeichnet hatte; das genügte aber auch, und war er von da wirklich schon ausgezogen, so konnte er weiter erfragt werden. Überhaupt mußte ja auch die Firma selber leicht aufgefunden werden können.

Übrigens wünschte Hopfgarten die Reise nach St. Louis nicht gern, wie er gekommen, zu Wasser fortzusetzen; es lag darin etwas gar zu monotones, und er bekam auch auf die Weise das Land wirklich gar nicht zu sehen; aber wie das anders anfangen? Reiten sagte seiner Constitution nicht besonders zu; er hatte sich an dem einen Tag bei Cincinnati schon einen solchen Denkzettel im Sattel geholt, daß er drei Tage danach nicht ordentlich gehen konnte, und war deshalb auch nicht im Stande eine längere Tour auszuhalten — zu Fuß wäre noch viel weniger möglich gewesen und Eisenbahnen existirten noch nicht; was nun anfangen? — Der Professor erzählte ihm da, daß er unter anderen Annehmlichkeiten seines Platzes auch die hätte rühmen hören, in kaum fünf Meilen von der Farm eine nach St. Louis vorbeigehende Postverbindung zu haben, die eben all die kleinen, im Inneren liegenden Orte berührte, und eigentlich nach Vincennes am Wabasch bestimmt schien, von wo aus sie dann weiter durch Illinois, gerade West nach St. Louis lief, und auch wohl, wenn er nicht sehr irre, schon theilweise mit einer Eisenbahn in Verbindung stand.

Hier war eine Aushülfe, auf einer Amerikanischen Post zu fahren überdieß schon etwas Neues und Interessantes, und ging dieselbe vielleicht gar mehrmals die Woche, konnte man auch leicht an einem, des Bleibens werthen Platz ein paar Tage anhalten, von da kleine Ausflüge in die Nachbarschaft machen, und mit der nächsten Post weiter fahren. Die nächste Poststationwar also Hollowfield, etwa fünf Meilen von Lobensteins Farm gelegen; die Postkutsche selber lief, als Speculation eines Privatunternehmers, von irgend einer kleinen Stadt am Ohio nach Vincennes hinauf, wo sie mit der Vereinigten Staaten Post, die von Cincinnati nach St. Louis ging, zusammentraf und wieder zurück fuhr, während die letztere die mitgekommenen Passagiere weiter zu befördern hatte. Sein Koffer konnte indeß, wie er sich das auch gedacht, hier stehen bleiben bis er selber wieder in New-Orleans angekommen war, die nothwendigsten Sachen hatte er auch schon in einen Reisesack gepackt, und der Professor, der ihn unter den jetzigen Umständen gar nicht nöthigen konnte länger bei ihm zu bleiben, versprach ihm am nächsten Morgen zwei Pferde mit einem Mann zu besorgen, der ihn, nebst seinem Reisesack sicher nach Hollowfield geleiten konnte.

Als Hopfgarten am nächsten Morgen nach eingenommenem Kaffee die Farm verließ, sah er die Deutschen draußen beschäftigt theils im Wald abgesägte Stämme mit Ochsen herbeizuschaffen, theils schon hergebrachte zu behauen. Er blieb, bis die Pferde gebracht wurden, bei ihnen stehn und schaute ihnen zu, aber Alles was sie anfaßten ging ihnen nur langsam von Händen; sie arbeiteten, wie es schien, sehr akkurat, aber mit keiner Idee von dem Werth der Zeit hier in Amerika. Es waren Tagelöhner, die nur eben auf anständige Weise ihren Tag von Mahlzeit zu Mahlzeit durchzuschleppen hatten, und jede Anstrengung, die sie dabei ihrem Körper ersparen konnten, galt natürlich für reinen Gewinnst; daß der Professor ihnen dabei ihrenvollenLohn bezahlte, verstand sich von selbst.

Der Weber, als auf dem Schiff gelernter Zimmermann, hatte die Leitung des Ganzen überkommen und that allerdings sein Möglichstes; der Professor hielt mit Recht große Stücken auf ihn. Dem Weber waren aber auch im Anfang die vielen verschiedenen Arbeiter nicht recht gewesen, die Einem ja, seiner Äußerung nach, »die Haare vom Kopf fräßen« — wann hätte aber da das Haus fertig werden sollen? —

Als Hopfgarten endlich im Sattel saß, und sein Führer den Eingang zur Fenz niedergelegt hatte, daß die Reiter hinauskonnten, standen Lobensteins in der Thür ihres Hauses, und winkten ihm noch ein letztes Lebewohl nach. Marie war schon an der Arbeit gewesen und stand hochaufgeschürzt, mit aufgestreiften Ärmeln, neben dem kleinen Viehhof in dem ihre Melkkühe eingesperrt waren.

»Und grüßen Sie mir Clara viel tausendmal!« rief sie ihm nach.

»Und sie soll recht, recht bald schreiben,« bat Anna noch.

»Ich werde Alles bestellen,« winkte Hopfgarten zurück, schwenkte noch einmal den Hut gegen sie, und galopirte dann, seinem Thiere die Sporen eindrückend, rasch den schmalen Weg entlang, der gen Hollowfield führte.

Der Brief Mariens, den er in seiner Brieftasche für Clara mit sich trug, lautete:

»Meine liebe gute Clara!«

»Wenn Dich diese Zeilen erreichen, hast Du Dich hoffentlich ganz wieder erholt, und bist wieder das frohe, heitere Wesen, das Du warst, als wir zusammen das Schiff betraten.«»Uns geht es hier recht gut; Vater hat eine Farm in Indiana, nur einige englische Meilen von dem schönen Fluß Ohio gekauft, und wenn wir uns auch jetzt noch ein wenig behelfen müssen, wird es später desto freundlicher werden.«»Früher hatten den Platz Amerikaner inne, aber Du glaubst gar nicht, Clara, wie ihn die zugerichtet hatten; mit Körben und Schaufeln haben wir den, überall in die Ecken gekehrten Schmutz zum Hause hinaus und auf das Feld getragen, und unter dem Dach auf den Queerbalken, wo einzelne Breter lagen, fanden wir den Staub fingerdick und schon ganz hart geworden. Vater läßt aber jetzt ein anderes bauen; von den Arbeitern, die wir angenommen haben ist Einer Maurer, und will uns das Ganze ordentlich herstellen.«»Wir besitzen jetzt schon zwei Pferde, vier Zugochsen, acht Kühe, drei Kälber, elf Hühner und vier Truthühner; Anna, die das Milchwesen überkommen, hat schon einmal gebuttert, und in vierzehn Tagen denken wir unsere erste Butter nach der Stadt — freilich ein kleines erbärmliches Nest — zu verkaufen. Wir haben zwar noch eine andere Stadt, Hollowfield — die erste heißt Grahamstown und liegt am Ohio — irgendwo im Lande drin in der Nähe, die wird aber auch nicht besser sein als die erste, und der Weg dorthin soll sehr schlecht sein. Wir arbeiten jetzt aber sehr viel; um fünf Uhr wird aufgestanden, und da haben wir vollauf zu thun bis es dunkel wird; ja die Tage vergehn uns dabei nur immer noch zu schnell. Anna hat sich hier recht erholt und ist munterer als sie auf dem Schiff war, auch Camilla wird dick und fett, und muß ebenfalls schon mit zufassen, die Hühner füttern, in der Küche mit aufwaschen helfen, und allerlei kleine Arbeiten thun. Wir haben allerdings die Webersfamilie, die zufällig auf demselben Dampfboot mit uns stromauf ging, in Dienst genommen, und auf ein Jahr engagirt, und eigentlich sollte uns die Frau die Küche besorgen; die hat aber jetzt so viel mit den Arbeitern zu thun, und mit Scheuern und Waschen, daß sie noch nicht dazu kommt. Wenn wir nur erst einmal weniger Arbeiter brauchen wird das schon besser werden.«»Eduard fühlt sich ganz glücklich hier; er ist jetzt auf einen Entdeckungszug, wie er es nennt, in das Innere; wenn er aber zurückkommt muß er auch tüchtig mit zufassen; denn faule Leute können wir hier nicht brauchen — hier muß Alles arbeiten.«»Die Lage unserer Farm ist reizend; in einem kleinen Thalkessel, von nicht sehr hohen aber dicht bewaldeten Hügeln umgeben, liegen wir wie mitten in der Wildniß, und sind doch ganz dicht an civilisirten Gegenden. Ein kleiner Bergbach mit klarem Wasser läuft kaum zwanzig Schritt am Haus vorbei. In dem allerdings sehr verwilderten Garten stehen dabei eine Menge junger Pfirsich- und Quitten- und Apfelbäume, die einmal später gute Früchte tragen werden, im Walde wachsen eine Unmasse wilder Brombeeren, und überhaupt viele andere Fruchtbäume mit wildem Wein, die ich Dir in meinem nächsten Briefe näher beschreiben werde, denn jetzt hab' ich sie selber noch nicht aufsuchen können.«»Mit unserem Englisch geht es noch sehr schwach, und die Nachbarn, der Eine in Grahamstown ausgenommen der uns den Platz verkaufte und ein Pennsylvanier ist, sprechen gar nichts Anders wie Englisch, und wir radebrechen dabei schön mit ihnen herum; da wir aber lauter deutsche Arbeiter haben, können wir das Englisch jetzt noch eine Weile entbehren.«»Mutter ist leider die letzten Tage unwohl gewesen und hat das Bett hüten müssen; das ganz neue fremde Leben hat sie auch wohl mehr angegriffen als uns, die wir noch jung sind und uns gerade keine Sorgen machen. Im Anfang hat sie sogar immer verweinte Augen gehabt — wenn sie es auch vor uns verbergen wollte, wir haben es doch gemerkt. Jetzt aber, da sie sieht daß es vorwärts geht, findet sie sich schon besser hinein, und im nächsten Jahre wird hoffentlich Alles gut sein.«»Vater ist jetzt ganz glücklich; er ist von früh auf bei der Hand, und zeichnet und mißt aus und ordnet an, und wenn er sich auch manchmal mit den Leuten zankt, die Vieles nicht so machen wollen wie er es für gut befindet, so bekommt ihm die kleine Aufregung doch ganz gut, denn er wird dick und fett dabei, und sieht wohl und munter aus.«»Aber jetzt genug von uns; mich und uns Alle drückt die Sorge wie es Dir in Deinem neuen Leben geht, mein Herz, und ob Du Dich von Deiner Krankheit vollständig erholt. Herr von Hopfgarten, der Dir viel von uns erzählen wird, hat uns freilich versprochen Dich selber aufzusuchen, und uns genauen Bericht abzustatten, aber wir möchten auch von Dir selber es schriftlich sehn daß es Dir gut geht, bis Dein lieber Mann sein Wort hält, und Dich zu uns bringt. Wir freuen uns unendlich darauf, und bis dahin sind wir auch schon besser eingerichtet als jetzt. Unsere Adresse schreibe ich Dir hier unten ganz genau. Wie geht es denn Hedwig, ist sie froh und gesund?« —»Doch ich muß jetzt schließen, draußen kommen die Leute mit der einen Kuh, die uns fortgelaufen war, und nach der sie schon den ganzen Tag gesucht haben, in der Küche ist auch so viel zu thun, daß ich nicht länger hier sitzen darf; ich wollte Dich nur wenigstens wissen lassen wie es uns geht. So lebe recht wohl, grüße Deinen lieben Mann und Hedwig recht freundlich von uns Allen, wie mir auch Alle für Dich viel tausend Grüße aufgetragen haben, und gedenke manchmal freundlich

»Wenn Dich diese Zeilen erreichen, hast Du Dich hoffentlich ganz wieder erholt, und bist wieder das frohe, heitere Wesen, das Du warst, als wir zusammen das Schiff betraten.«

»Uns geht es hier recht gut; Vater hat eine Farm in Indiana, nur einige englische Meilen von dem schönen Fluß Ohio gekauft, und wenn wir uns auch jetzt noch ein wenig behelfen müssen, wird es später desto freundlicher werden.«

»Früher hatten den Platz Amerikaner inne, aber Du glaubst gar nicht, Clara, wie ihn die zugerichtet hatten; mit Körben und Schaufeln haben wir den, überall in die Ecken gekehrten Schmutz zum Hause hinaus und auf das Feld getragen, und unter dem Dach auf den Queerbalken, wo einzelne Breter lagen, fanden wir den Staub fingerdick und schon ganz hart geworden. Vater läßt aber jetzt ein anderes bauen; von den Arbeitern, die wir angenommen haben ist Einer Maurer, und will uns das Ganze ordentlich herstellen.«

»Wir besitzen jetzt schon zwei Pferde, vier Zugochsen, acht Kühe, drei Kälber, elf Hühner und vier Truthühner; Anna, die das Milchwesen überkommen, hat schon einmal gebuttert, und in vierzehn Tagen denken wir unsere erste Butter nach der Stadt — freilich ein kleines erbärmliches Nest — zu verkaufen. Wir haben zwar noch eine andere Stadt, Hollowfield — die erste heißt Grahamstown und liegt am Ohio — irgendwo im Lande drin in der Nähe, die wird aber auch nicht besser sein als die erste, und der Weg dorthin soll sehr schlecht sein. Wir arbeiten jetzt aber sehr viel; um fünf Uhr wird aufgestanden, und da haben wir vollauf zu thun bis es dunkel wird; ja die Tage vergehn uns dabei nur immer noch zu schnell. Anna hat sich hier recht erholt und ist munterer als sie auf dem Schiff war, auch Camilla wird dick und fett, und muß ebenfalls schon mit zufassen, die Hühner füttern, in der Küche mit aufwaschen helfen, und allerlei kleine Arbeiten thun. Wir haben allerdings die Webersfamilie, die zufällig auf demselben Dampfboot mit uns stromauf ging, in Dienst genommen, und auf ein Jahr engagirt, und eigentlich sollte uns die Frau die Küche besorgen; die hat aber jetzt so viel mit den Arbeitern zu thun, und mit Scheuern und Waschen, daß sie noch nicht dazu kommt. Wenn wir nur erst einmal weniger Arbeiter brauchen wird das schon besser werden.«

»Eduard fühlt sich ganz glücklich hier; er ist jetzt auf einen Entdeckungszug, wie er es nennt, in das Innere; wenn er aber zurückkommt muß er auch tüchtig mit zufassen; denn faule Leute können wir hier nicht brauchen — hier muß Alles arbeiten.«

»Die Lage unserer Farm ist reizend; in einem kleinen Thalkessel, von nicht sehr hohen aber dicht bewaldeten Hügeln umgeben, liegen wir wie mitten in der Wildniß, und sind doch ganz dicht an civilisirten Gegenden. Ein kleiner Bergbach mit klarem Wasser läuft kaum zwanzig Schritt am Haus vorbei. In dem allerdings sehr verwilderten Garten stehen dabei eine Menge junger Pfirsich- und Quitten- und Apfelbäume, die einmal später gute Früchte tragen werden, im Walde wachsen eine Unmasse wilder Brombeeren, und überhaupt viele andere Fruchtbäume mit wildem Wein, die ich Dir in meinem nächsten Briefe näher beschreiben werde, denn jetzt hab' ich sie selber noch nicht aufsuchen können.«

»Mit unserem Englisch geht es noch sehr schwach, und die Nachbarn, der Eine in Grahamstown ausgenommen der uns den Platz verkaufte und ein Pennsylvanier ist, sprechen gar nichts Anders wie Englisch, und wir radebrechen dabei schön mit ihnen herum; da wir aber lauter deutsche Arbeiter haben, können wir das Englisch jetzt noch eine Weile entbehren.«

»Mutter ist leider die letzten Tage unwohl gewesen und hat das Bett hüten müssen; das ganz neue fremde Leben hat sie auch wohl mehr angegriffen als uns, die wir noch jung sind und uns gerade keine Sorgen machen. Im Anfang hat sie sogar immer verweinte Augen gehabt — wenn sie es auch vor uns verbergen wollte, wir haben es doch gemerkt. Jetzt aber, da sie sieht daß es vorwärts geht, findet sie sich schon besser hinein, und im nächsten Jahre wird hoffentlich Alles gut sein.«

»Vater ist jetzt ganz glücklich; er ist von früh auf bei der Hand, und zeichnet und mißt aus und ordnet an, und wenn er sich auch manchmal mit den Leuten zankt, die Vieles nicht so machen wollen wie er es für gut befindet, so bekommt ihm die kleine Aufregung doch ganz gut, denn er wird dick und fett dabei, und sieht wohl und munter aus.«

»Aber jetzt genug von uns; mich und uns Alle drückt die Sorge wie es Dir in Deinem neuen Leben geht, mein Herz, und ob Du Dich von Deiner Krankheit vollständig erholt. Herr von Hopfgarten, der Dir viel von uns erzählen wird, hat uns freilich versprochen Dich selber aufzusuchen, und uns genauen Bericht abzustatten, aber wir möchten auch von Dir selber es schriftlich sehn daß es Dir gut geht, bis Dein lieber Mann sein Wort hält, und Dich zu uns bringt. Wir freuen uns unendlich darauf, und bis dahin sind wir auch schon besser eingerichtet als jetzt. Unsere Adresse schreibe ich Dir hier unten ganz genau. Wie geht es denn Hedwig, ist sie froh und gesund?« —

»Doch ich muß jetzt schließen, draußen kommen die Leute mit der einen Kuh, die uns fortgelaufen war, und nach der sie schon den ganzen Tag gesucht haben, in der Küche ist auch so viel zu thun, daß ich nicht länger hier sitzen darf; ich wollte Dich nur wenigstens wissen lassen wie es uns geht. So lebe recht wohl, grüße Deinen lieben Mann und Hedwig recht freundlich von uns Allen, wie mir auch Alle für Dich viel tausend Grüße aufgetragen haben, und gedenke manchmal freundlich

Deiner Marie.«

Hopfgarten erreichte nach einem kurzen und nicht unangenehmen Ritt das kleine Städtchen Hollowfield, von dem er aber im Anfang wirklich glaubte er sei wieder nach Grahamstown gekommen, so glich eins dem anderen. Nur das Wirthshausschild war anders: das scheußliche Brustbild irgend einer menschlichen Figur mit großer Allongenperrücke und in eine blaue Uniform eingeknöpft, dessen Unterschrift, den innerlich gewiß sehr verehrten, hier äußerlich aber traurig mishandelten Namen »George Washington« trug.

Zur rechten Zeit war er übrigens eingetroffen, denn diemailcoachoder Postkutsche stand gerade ausgefahren vor dem »Washington Hotel«, und in ein ledernes Behältniß, das hinten an dem etwas unbehülflich aussehenden Fuhrwerk angebracht war, wie vorn in den Kasten unter dem Kutschenbock (von den EngländernStiefelgenannt) waren ein paar junge Burschen eben beschäftigt kleine Koffer, Reisesäcke, Hutschachteln und andere Passagierübliche Gegenstände einzuschieben, und — wenn sie sich nicht gutwillig dem beschränkten Raum fügen wollten — mit den Füßen hineinzutreten.

Diese Postkutsche hielt in ihrem Innern neun Personen; acht Passagiere waren schon eingeschrieben, von denen jedoch außer ihm, nur zwei bis Vincennes fuhren, und nachdem der Deutsche sein Passagegeld bezahlt, hatte er die Genugthuung seinen eigenen Reisesack auf dieselbe Art und Weise behandelt zu sehn, wie das Gepäck seiner Postgefährten.

Mit etwas mistrauischen Blicken betrachtete er übrigens gleich von Anfang an dieses ihm noch neue Amerikanische Beförderungs-Mittel, das allerdings, mit seinen Schwestern in Europa verglichen, Manches zu wünschen übrig ließ. Stark genug schien übrigens der Kasten gebaut, auch den schwersten Wechselfällen ihrer Fahrt wacker zu begegnen. Die »Federn« bestanden aus Streifen roher Haut, und die Kutsche selber hatte nur, wie Herr von Hopfgarten bei näherer Besichtigung fand, eine einzige Thüre in der linken Seite. Drei Sitze waren im Inneren angebracht, jeder für drei Personen, wobei die mittelsten Passagiere auf eine bewegliche und ebenfalls in Rohhaut hängende Bank zu sitzen kamen, und ihre Rücken gegen einen anderen breiten ledernen Riemen legen durften. Statt der Polster in den Ecken — die Thür hatte eine Glasscheibe — hingen an den Seiten lederne Gardinen herunter, die nach Gefallen der Passagiere auf- und niedergelassen werden konnten.

Soweit war Alles gut, beim Einsteigen, was natürlich für sämmtliche Passagiere nur durch die eine Thür geschah, fand sich aber daß Hopfgarten, als letzter Passagier, den mittelsten Platz auf der mittelsten Bank bekommen hatte, und dadurch natürlich jedes Anhaltepunktes für seinen Kopf beraubt war. Er mußte denselben fortwährend in der Schwebe halten, und durfte nur hoffen in eine Ecke zu kommen, wenn einige der anderen Reisenden, die nicht ganz mit bis nach Vincennes fuhren, ausstiegen. Die Pferde waren vorgespannt, die Passagiere kletterten in ihre Sitze, der Deutsche als Vorletzter, der Schlag wurde zugeworfen. »All right!« rief der Hausknecht, oder ein dem ähnliches Individuum, das sich aber sonst sehr unabhängig zu fühlen schien, die vier munteren, ziemlich gut gehaltenen Rappen zogen an, und mit einem furchtbaren Stoß, der schon die Güte des ledernen Rückbandes probte, in Gang gebracht, rasselte der Wagen plötzlich unter dem Jubel der jugendlichen Bevölkerung von Hollowfield in voller Flucht zu dem kleinen Ort hinaus und in den Wald hinein.

Dem Leser, der noch nie in einer Amerikanischen Postkutsche gefahren, auch nur einen Begriff der stoßweisen Bewegung, selbst nur stoßweise beizubringen, wäre unmöglich, und Hopfgarten dankte schon nach der ersten Viertelstunde Gott, daß ihm in Hollowfield keine Zeit gelassen worden eine ordentliche Mahlzeit zu sich zu nehmen, er hätte sonst Höllenqualen ausstehen müssen.

Einer anderen Unannehmlichkeit entging er abernicht; das Ausspucken der Amerikaner hatte er schon seit seiner ersten Dampfbootfahrt bemerkt, und es war ihm fatal gewesen, ohne daß es ihn weiter belästigte; hier aber, in dem engen Raum des Kutschkastens kam er mit den Leuten in so nahe Berührung, daß er dem ekelhaften Gebrauch nicht mehr aus dem Wege gehen konnte, und bald zu seinem Entsetzen fand, wie er sich wirklich in eine höchst fatale Lage muthwilliger Weise hineingebracht hatte. Daß die übrigen Passagiere durch das offene Fenster des Schlags ein ziemlich regelmäßiges Feuer von ausgespritztem Tabackssaft unterhielten, durfte ihn natürlich nicht in Erstaunen setzen, er war auch darauf, wenn auch nicht in dem Grade, vorbereitet gewesen. Das genirte ihn also weiter nicht, er schloß die Augen und überließ sich dabei, bis er sich etwas mehr daran gewöhnt haben würde, seinen eigenen Gedanken, aber der unglückselige Passagier zu seiner rechten, der mit ihm auf ein und demselben Bret saß, wie der in der vorderen rechten Ecke — und der letztere fast noch mehr als der erste — brachten ihn bald zur Verzweiflung. Die guten Leute nämlich, lange ungeschlachteHoosier,17die überdieß nicht wußten was sie mit ihren Beinen anfangen sollten, mußten, da das Leder an ihrer Seite niedergeschnallt war, schräg an ihm und über ihn wegspucken, das Wagenfenster zu erreichen, und wenn auch der Mittelpassagier im Anfang versuchte zwischen ihren beiden Knieen den Boden zu treffen, so war das noch eher schlimmer als das erste. Hopfgarten konnte jedoch nie den geringsten Grund zur Klage bekommen, denn auch nicht das kleinste Spritzchen traf ihn, so geschickt dirigirten die Burschen den braunen Saft wohin sie ihn wollten. Aber trotz dieser, in der nächsten Stunde vielleicht sechzig Mal gemachten Erfahrung, mußte er unwillkürlich nach jeder neuen Expectoration an sich hinunter sehn, um sich von demstatus quoseines Rockes und seiner Beinkleider zu überzeugen, bis er endlich — der Mensch stumpft zuletzt selbst gegen Tabackssaft ab — eine mitgenommene wollene Decke um sich her zog und diese preisgebend sich fest vornahm auf Nichts weiter zu achten.

Sämmtliche Passagiere schienen Farmer aus der Umgegend oder aus Vincennes zu sein — selbst ein Quäker, der sich zwischen ihnen befand — die theils zum Viehhandel, theils zu anderen derartigen Zwecken den Ohio und dessen kleine Ansiedlungen zwischen Cincinnati und der Mündung des Wabasch besucht hatten. Das Gespräch drehte sich dabei, zwischen dem Spucken und Rasseln und Schütteln des Wagens, einzig und allein um Rinder und Schweine, Maispreise und »was Mehl und Whiskey werth waren.« Die Gegend blieb sich ebenfalls ziemlich gleich, Wald wohin das Auge reichte, nur dann und wann von kleinen Ansiedlungen unterbrochen, die sich immer schon auf einige Zeit vorher durch den schlammigen Weg bemerkbar machten. Es mußte hier überhaupt mehr geregnet haben als am Fluß, oder regnete vielmehr noch, wie ihnen bald einzeln niederkommende Schauer bewiesen. Die Wege, die dann und wann über kleine offene und natürliche Wiesenflecke — erste Ausläufer der Prairieen — führten, wurden immer weicher und unwegsamer, und der rüstige Galop mit dem ihre Fahrt begonnen, schrumpfte zuletzt zu einem zähen Schritt zusammen, in dem die keuchenden Pferde das unbehülfliche Fuhrwerk durch den schweren Lehmboden fortschleppen mußten.

Hie und da hielten sie an kleinen dürftig genug aussehenden Wirthshäusern an, irgend eine Erfrischung die stets mit Brandy in allen möglichen Formen und Mischungen gewürzt wurde, zu sich zu nehmen, sonst aber ging die Fahrt ununterbrochen rasch vorwärts, und die verschiedenen Kutscher, mit stets guten Pferden, thaten wirklich ihr Möglichstes weiter zu kommen.

So brach die Nacht an; der Regen wurde stärker, die Straße unwegsamer; überall lagen dabei niedergebrochene Äste und Zweige, selbst umgeworfene Stämme, die zu umgehn es oftmals Viertelstunden kostete, kreutz und queer darüber hin, während schon die Hülfe einzelner Passagiere in Anspruch genommen werden mußte mit der, vorn im »boot« liegenden Axt, die schlimmsten Hindernisse aus dem Wege zu schlagen. Wenn sie manchmal eine tiefe Sumpfstelle in der Straße zu passiren hatten blieb ihnen sogar nichts Anderes übrig als darum hin eine neue Bahn zu haun. Hopfgarten hatte sich diesen »kleinen Hülfsleistungen« von denen die wackeren Hoosiers oft ganz durchnäßt und voll Schlamm zurückkehrten, und einen entsetzlichen Dunst im Wagen verbreiteten, bis jetzt noch immer zu entziehen gewußt, und war, trotz mehrfachen Sticheleien der Übrigen, bergauf und ab ruhig im Wagen sitzen geblieben. So lange er sich trocken erhalten konnte war die Sache auch noch zum Aushalten, und brauchten sie dann ein paar Stunden länger nach Vincennes und versäumten die Cincinnati-Post, was that's? dann blieb er einige Tage dort und besah sich die Umgegend, wie die hier beginnenden Illinois Prairieen.

Langsam rumpelte das schwerfällige Geschirr indessen, jetzt fast bei jedem Stoß von den Flüchen und Verwünschungen der ungeduldig werdenden Passagiere begleitet, durch die wilde stürmische Nacht. Der Wind heulte in den Bäumen, und der Regen schlug mit einer solchen Gewalt gegen die niedergelassenen Schutzleder an, daß selbst die Bereitwilligsten von heute den Kopf bedenklich über die Möglichkeit eines nochmaligen Aussteigens schüttelten. Wider Erwarten ging die Kutsche aber, jetzt auf besserem Wege, rasch und lebendig, dann wieder in weicheren Boden gerathend, langsam und schwer vorwärts, aber doch wenigstens vorwärts; der Wald war hier weit offener als an den Stellen, die sie am Abend passirt, und der Weg von Holz fast gänzlich frei.

So mochte es elf Uhr geworden sein; eben hatten sie wieder ein kleines Städtchen mit irgend einem großartigen Namen verlassen, und der abgehende Kutscher dem, ihnen neu überlieferten noch einige wohlmeinende Warnungen über den jetzt zu passirenden »green blossom swamp« (den grünen Blüthen-Sumpf) gegeben, als sie draußen Plätschern an den Rädern hörten. Rasch hinaussehend bemerkten sie, wie sie eben eine Reihe von Lachen oder Dümpel, die jetzt bei dem Regen einen ordentlichen kleinen See bildeten, passirten; das Land schien hier flach und eben, und die Räder schnitten tief in den schwammigen Boden ein. So fuhren sie etwa eine halbe Stunde, bis sie wieder verhältnißmäßig trockeneren Grund gewannen, das heißt Grund, der wenigstens nicht vollkommen unter Wasser stand. Hier begann auf's Neue Hügelboden, dessen ersten schlüpfrigen Hang sie sich gerade mühsam hinauf gearbeitet als der Wagen, wie sie auf der anderen Seite rascher hinunter fuhren, nach links zu auffallend tief zu gehen begann. Die von den Passagieren, die begonnen hatten ein wenig einzunicken, wurden rasch genug munter, und »Hallodriver! (Kutscher)« schrie jetzt Einer der Leute mit einer dünnen pfeifenden, näselnden Stimme — »was macht Ihr denn da draußen — Ihr werft doch nicht um? — ich habe nur noch etwa eine halbe Meile zu Wittwe Jones's zu fahren, bis dahin werdet Ihr doch den verdammten alten Kasten in Gang halten?«

»Verdamm Wittwe Jones's« lautete die eben nicht höfliche, halblaut gebrummte Antwort des Wagenlenkers, der allerdings in dem Wetter mit seinem Geschirr und den Pferden mehr zu thun hatte, als noch auf die Fracht, Koffer und Passagiere, Acht zu geben; »Wittwe Jones soll zu Grase gehn.«

»In der That Freund, der Wagen fängt an unverhältnißmäßig schräg zu gehn« sagte in diesem Augenblick der Quäker, der bis dahin, selbst an den Orten wo sie angehalten, noch keine zehn Worte gesprochen hatte, indem er sich, soweit das irgend möglich war, von der bedrohten Seite fort auf Herrn von Hopfgarten in einem unbestimmten Gefühl das Gleichgewicht wieder herzustellen, drängte — »Du wirst doch nicht umwerfen?«

Er hatte seinen Satz noch nicht ganz vollendet, als das rechte Vorderrad auf eine Erhöhung, einen Stein oder Ast, auflief; einen Moment noch rollte der Wagen, durch die rasch anziehenden Pferde fortgerissen, auf den beiden linken Rädern fort, um im nächsten Augenblick, unter dem Aufschrei sämmtlicher Insassen, schwerfällig nach links, und zwar aufdieSeite überzuschlagen an der sich die einzige Thür befand.

Die Verwirrung die jetzt im Inneren entstand war furchtbar, Alles wühlte und drängte durcheinander, nur einmal erst auf die Füße zu kommen und das Geschrei nach dem Kutscher sie »aufzuknöpfen« daß sie »zu windwärts« aus dem »verdammten Kasten« kommen könnten, übertäubte alles Andere, und ließ sie natürlich in dieser ersten Zeit gar nicht hören was draußen vorging.

Der »Driver« der sich indessen während die Pferde glücklicher Weise still standen, wieder aus dem Schlamm, in den ihn der erste Stoß geworfen, aufgelesen hatte, trat jetzt zu dem Wagen hinan, den Nothschreien der Passagiere Folge zu leisten; nicht etwa aber diesen zu Gefallen, sondern weil er ohne deren Hülfe sein Geschirr natürlich gar nicht wieder hätte aufrichten können.

»Höll und Verdammniß« fluchte er dabei laut genug in den Bart jedes Wort zu verstehen, während er in der Dunkelheit nach den Knöpfen und Schnallen der ledernen Vorhänge fühlte, diese zu öffnen und seine Passagiere in's Freie zu lassen — »muß der Mensch da so eine verwünschte Bande müßiger Tagediebe und Faullenzer in Nacht und Nebel in der Welt herumfahren, und seinen eignen Hals, wie seine Pferde riskiren — wenn sie nur der Teufel holte, den ganzen Schwamm, wie sie dadrinn hocken. — Da Herzchen« schloß er dann seine schmeichelhafte Anrede, indem er das endlich geöffnete Leder zurückwarf, und den jetzt ordentlich niederfluthendenRegen zwischen die unglücklichen Passagiere hineinließ — »jetzt könnt Ihr Euch auch eine Güte thun und einmal sehn wie's draußen ist — nun sind wir lange genug gefahren und dürfen ein Stück zu Fuße gehn.«

War der Kutscher übrigens übler Laune, so waren es die Passagiere noch mehr, und nur das Wetter und die Stockdunkelheit verhinderten vielleicht eine ernsthafte Schlägerei zwischen einem oder dem anderen der Schaar, mit dem groben Driver. Hier war aber keine Zeit zum Besinnen, denn je länger sie neben dem umgeworfenen Wagen standen, desto länger goß auch der Regen auf sie nieder und je eher sie den wieder aufhoben, desto schneller kamen sie wieder in's Trockene.

»Ungeschicktes Vieh von einem Kutscher!« schrie indessen der eine Hoosier, der letzte der im Wagen stand, und vergebens im Innern nach seinem hinuntergefallenen Hute fühlte »fährt erst in's Blau hinein, und nimmt dann auch noch das Maul voll mit Grobheiten. Wo hast Du denn Dein Fahren gelernt, Langbein, heh? — Dich möcht' ich einmal auf acht Tage unter der Hand haben.«

»Nevermind Bill« rief ihm ein Anderer zu »komm heraus aus der Falle und drück Deine Schulter hier mit unter, daß wir das verdammte Ding wieder in die Höhe bringen. So hier — hebt Jungens — ahoy-y — Sie da, kleinerDutchmanSie sind der kürzere von uns, kriechen Sie doch einmal drunter, daß er nicht wieder zurückfällt.«

Herr von Hopfgarten, dem diese gemüthliche Anrede galt, dachte aber gar nicht daran ihr Folge zu leisten, und seinen eigenen Rücken zum Ruhestuhl des ganzen Wagens herzugeben; mit anfassen mußte er aber doch, wollte er nicht die Nacht da im Schlamm halten bleiben, und den vereinten Anstrengungen der Passagiere gelang es denn auch endlich den schweren Wagen wieder auf seine Räder zu stellen und das herausgefallene Gepäck beim Schein der einen Laterne — die andere war schon vorher ausgegangen und dann auch noch zum Überfluß im Sturz gebrochen, zusammenzusuchen. Der Kutscher hatte indeß das verwickelte Geschirr der Pferde in Ordnung gebracht und kletterte, die Sorge für das Gepäck ganz den Passagieren überlassend, mit einem »Na so packt Euch wieder hinein, Alle mit einander, bis zumnächstenLoch« auf seinen Sitz zurück, von wo aus er, als das Zuschlagen der Wagenthür ihm dazu das Signal gab, mit erneuten Flüchen auf die Pferde einhieb.

Der Zustand der Passagiere im Inneren war übrigens, trotzdem daß sie jetzt wenigstens vor dem Regen geschützt saßen, ein sehr mislicher, denn naß bis auf die Haut, die Hände und Füße voll Schlamm, durften sie gar nicht daran denken sich irgend einer behaglichen Ruhe hinzugeben. Des Kutschers ominöse Worte — »sie sollten einsteigenbis zum nächsten Loch« klangen ihnen auch dabei noch immer in den Ohren, und in der That bewieß das Schleudern des Wagens, in dem sie herüber- und hinübergeworfen wurden, daß sie die schlechtesten Plätze keineswegs überstanden hatten.

Eine halbe Stunde später hielten sie allerdings bei Wittwe Jones, und konnten ihre halberstarrten Glieder — den Quäker ausgenommen, der keine Spirituosen trank — an einem nichtswürdigen Glas Cognac, halb Wasser und halb Schwefelsäure erwärmen, aber gehalten wurde hier nicht länger, und der eine Passagier der hier ausstieg rief ihnen noch lachend nach, »wenn sie gleich unten am Hügel wieder umwürfen, sollten sie nur rufen, und er wollte dann mit der Laterne hinunter kommen und sie zusammensuchen.«

Trotz der unangenehmen Fahrt übrigens, und trotz dem Regen, der immer schärfer anfing niederzupeitschen, während die Nacht dunkler und stürmischer wurde, schien der Humor in dem engen mit Menschen vollgepfropften Kasten doch endlich die Oberhand zu gewinnen; die Passagiere beschrieben untereinander die Situationen, in denen sie sich befunden als der Wagen umschlug, lachten über die einzelnen verzweifelten Ausrufe, und selbst über die unverschämte Grobheit des Kutschers, und wurden dabei bekannter zusammen, als sie es wahrscheinlich beim schönsten Wetter geworden wären. Sie fingen schon auch wirklich an sich wieder einem wohltuenden Gefühle der Sicherheit hinzugeben, als der Wagen auf's Neue einen Alles zusammenwerfenden Ruck that — und dann festsaß. Vergebens blieben alle Peitschenhiebe und Flüche des »drivers«; der Wagen stak und war nicht von der Stelle zu bringen, und die Passagiere mußten, trotz dem Wetter, noch einmal hinaus.

Hier zeigte sich nun allerdings, daß das rechte Vorderrad in eine alte Wurzel hineingefahren war, aus der es leicht wieder befreit werden konnte; als man es aber näher untersuchte, erwieß sich daß zwei Speicher gebrochen seien, die unter dem schweren Gewicht von acht Passagieren keine hundert Schritt weit mehr gehalten hätten. Das nächste ordentliche Wirthshaus war zugleich noch sieben englische Meilen entfernt, und sie sämmtlich gezwungen, wenn sie das beschädigte Rad nicht wieder zusammenflicken konnten, bis dorthin zu Fuß durch die Nacht zu laufen. Dem zu begegnen gingen die jungen Farmer und Viehhändler, die mit derartigen Sachen gut umzuspringen wußten, daran, den Schaden soviel als möglich wieder auszubessern. Auf ebener Straße hätte das Rad auch wohl die paar Meilen noch gehalten, und so versuchten sie's denn und stiegen wieder ein. Lieber Gott, der erste Baumstumpf an den sie kamen, machte die immer mehr aufgeweichten Riemen nachgeben, noch hielten die übrigen Speichen, aber nicht lang; über eine Strecke steinigen Boden dahinfahrend krachte und splitterte es wieder, und ehe die Hälfte der Passagiere hinausspringen konnte, schlug der Kasten zum zweiten Mal um.

An ein wieder einsetzen war jetzt nicht mehr zu denken; eine Stange wurde nur abgehauen, vorn befestigt und quer unter die rechte Axe gelegt, den Wagen aufrecht zu halten, und dann nach einigen Versuchen selbst das Gepäck zum großen Theil für zu schwer befunden, auf diese Weise transportirt zu werden. Der Kutscher machte nun allerdings den Vorschlag, sämmtliche Koffer und Säcke hier irgendwo unter einem Baum aufzustapeln, und Einen von ihnen als Wache dabei zurückzulassen. Hierzu aber wollte sich nicht allein Niemand verstehn, sondern auch Niemand sein Gepäck zurücklassen, und der Kutscher wurde soweit überstimmt, dem Passagiergut im Wagen so lange Raum zu gönnen, bis es effektiv nicht weiter gebracht werdenkonnte; dann wollte es Jeder tragen.

Das Gepäck war aber wirklich in dem schlammigen Weg wenn auch nicht zu schwer für das gebrochene Rad und die untergeschobene Stange, doch jedenfalls für die Pferde, die den Wagen mit dem scharfeinschneidenden Hemmschuh endlich kaum noch fortschleppen konnten. Die Amerikaner hatten zwar Stangen abgehauen, die als Hebebäume dienen mußten, den Wagen, wo er stecken blieb wieder herauszuheben, und nicht ganz auf der Straße sitzen zu bleiben, aber es ging das endlich auch nicht mehr, und das Gepäck mußte heraus und geschultert werden. Die Pferdekonntenes nicht weiter bringen. Hopfgarten wiederQuäker, die eben nur leichte Reisesäcke hatten, bekamen dazu noch eine der Stangen zu tragen, während die Amerikaner mit Axt und Hacke — Amerikanische Posten sind schon darauf eingerichtet — nebenher gingen, und dem Wagen fortwährend freie Bahn machten, Holz aus dem Weg zogen, oder auch die Hebebäume von den Schultern ihrer Leidensgefährten nahmen und die angeschleifte Stange über irgendwelche Hindernisse hinüberhoben.

Hier war es Hopfgarten, der sich zuerst widersetzte, und gegen solche Behandlung mit Erfolg Protest einlegte.

»Ich habe« sagte er zu dem erstaunt ihn ansehendendriver»meine volle Passage noch dazu bisVincennesbezahlt; ich bin jetzt, den halben Weg fast, zu Fuß gelaufen — nicht das allein, ich habe auch mein Gepäck geschleppt, und gearbeitet wie ein Pferd den verwünschten Kasten in Gang zu halten. Ich bin dabei erbötig weiter zu marschiren und mein Gepäck selber zu schultern —aber die verdammte Stange trag ich keinen Schritt mehr!« und das Holz dem Mann vor die Füße werfend, stiefelte er ruhig weiter durch den Schlamm.

Die Situation hatte viel komisches, und ein paar Leute lachten, das Wetter war aber doch zu entsetzlich irgend etwas gerade sehr spaßhaft zu finden. Die kleine Caravane hatte sich indessen eben wieder in Bewegung gesetzt, als Hopfgarten zu ihrer Linken ein Licht durch die Bäume schimmern sah, einen der Mitpassagiere darauf aufmerksam machte, und ihn frug, ob er wisse wer da wohne.

»Oh hol's der Teufel« brummte der Mann, »dortkönnen wir nicht bleiben, das ist ein wüster Ort, mit dem Niemand gern Verkehr hat.«

»Wie so?« frug rasch der Deutsche, neugierig gemacht durch die Bemerkung.

»Ein alter Jude wohnt dort mit seiner Mutter« sagte der Amerikaner, einen scheuen Blick nach dem Licht hinüberwerfend, »undhandeltam Tag in der Gegend herum; die Leute sagen auch er hätte eine Masse kostbarer Waaren bei sich aufgehäuft, wo er die aber her und womit er sie bezahlt hat weiß kein Mensch, und es mag auch Niemand seine Schwelle betreten.«

Der Mann schritt weiter; während das Wetter aber immer wüthender wurde, der Regen immer toller niederpeitschte und der Sturm in den Baumwipfeln raste, als ob er die alten Riesenkronen, die ihm Jahrhunderte getrotzt, bei dem Armvoll niederwerfen wollte, zog sich der Weg wieder in eine Niederung hinab, in der sie bis an die Knie fast in Schlamm und Morast waten mußten. Das Licht kam dabei näher, obgleich man deutlich unterscheiden konnte daß es links etwas von der Straße ab lag und Hopfgarten, an solche Beschwerden nicht gewöhnt, und mit derMöglichkeitihnen zu entgehn vor sich, beschloß endlich mit seinem Gepäck, das er ja überdieß auf dem Rücken trug, querfeldein auf das Haus zuzugehn, und die Gastfreundschaft der Leute, mochten sie sein was sie wollten, für diese Nacht in Anspruch zu nehmen. Morgen fand sich dann schon Gelegenheit weiter zu kommen, oder er gab auch seine ganze Reise nach Vincennes und von da mit der Post weiter nach St. Louis auf, und kehrte auf dem nächsten Weg nach dem Ohio zurück — er hatte das Postfahren satt bekommen.

Der eine Farmer rieth ihm allerdings, als er den Entschluß hörte gar eifrig ab, und tröstete ihn damit, daß sie höchstens noch fünf Miles bis zum nächsten Wirthshaus hätten; Hopfgarten war aber fest entschlossen seinen einmal gefaßten Plan auszuführen, unangenehmere Gesellschaft konnte er dort auch nicht finden, und da die Leute noch Licht hatten, also auch folglich noch auf waren, würden sie ihm doch wenigstens einen Platz am Feuer nicht versagen. Ohne sich also weiter an die Übrigen zu kehren, und Postkutsche nebst Passagieren ihrem Schicksal überlassend, wandte er sich links ab dem Lichte zu, und kam nach etwa viertelstündigem Wandern, wobei er die Post noch immer konnte durch den Schlamm rasseln und sogar das Fluchen der Passagiere hören, an eine niedere Fenz, die er mit einiger Mühe überkletterte. Er war durch die Anstrengungen der Nacht und die naßkalte bösartige Witterung ordentlich steif und gelenklos geworden, und konnte kaum hinüberkommen.

1: Die Amerikanische Nachtschwalbe, ihres leise klagenden Rufs wegen, der ganz diesen Worten ähnlich klingt,Whippoorwillgenannt.

2: Little Rock — kleiner Fels — die Ansiedlung bekam ihren Namen zuerst von einzelnen kleinen Felsblöcken, die hier am Ufer liegen.

3: Postreiter.

4: stehen, der deutsch-amerikanische Ausdruck vonbleibenvon dem Englischento stay.

5:To shake handsdie Hand schütteln.

6: Vereinigten Staaten.

7:racoon, der Waschbär.

8:old manundold womanwerden fast alle verheirateten Leute in den westlichen Wäldern genannt, sie mögen so jung sein wie sie wollen.

9: Alle Frauen werden dort so angeredet.

10: Macht Nichts aus

11: Keine Messer, keine Scheeren zu schleifen?

12: »Herein!«

13: Weißen Männer.

14: Methodisten und ultramontanes Blatt.

15: Gegenwärtige Gesellschaft immer ausgenommen.

16: Sie hat jetzt nahe an 130000.

17:Hoosierswerden die Bewohner Indianas scherzhafter Weise in Amerika genannt.

TRANSCRIBER'S NOTE — ZUR KENNTNISNAHME

Contemporary spellings have generally been retained even when inconsistent. A small number of obvious typographical errors have been corrected and some names regularised; missing punctuation has been silently added.

Zeitgenössische Schreibungen wurden generell beibehalten, auch wenn gelegentlich mehrere Variaten auftauchen. Einige wenige orthografische Fehler wurden korrigiert und und Namen vereinheitlicht; fehlende Zeichensetzung wurde ergänzt.

The following additional changes have been made; they can be identified in the body of the text by a grey dotted underline:

Die folgenden zusätzlichen Änderungen wurden vorgenommen und sind im Text grau unterstrichelt:


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