TEXTE AUF ANSICHTSKARTEN

TEXTE AUF ANSICHTSKARTEN

In dieser Zeit lebten Menschen, die vom Leben nicht wußten, wie eswirklichundeinfachist!

Sie lebten in einem »falschen Märchenlande« — —.

Denn das »echte Märchenland« ist die Romantik desKartoffelfeldesin einerwirklichenMondnacht! Solange die menschlich-kindischen Herzen noch nicht reif sind für die ernste »Romantik der Natur selbst«, schaffen sie sich »kindische Spielereien«! Aber diese »Verirrten« waren wenigstens »Wege-Sucher«, die sich nur kindischverirrten! Das wollen wir ihnen alsozugutehalten!

Schaffst du denn Symphonien, weibliches Beethoven-Antlitz?!?Du bist einWeib, kannst dich nichtaustönen!Nicht dicherlösen!EinSpiegelbild der Weltkannst du nicht sein!ZurTagestatzu groß, zurewigenzuklein!Sobleibstdu Weib und kannst’s dennoch nicht sein!!

Schaffst du denn Symphonien, weibliches Beethoven-Antlitz?!?Du bist einWeib, kannst dich nichtaustönen!Nicht dicherlösen!EinSpiegelbild der Weltkannst du nicht sein!ZurTagestatzu groß, zurewigenzuklein!Sobleibstdu Weib und kannst’s dennoch nicht sein!!

Schaffst du denn Symphonien, weibliches Beethoven-Antlitz?!?Du bist einWeib, kannst dich nichtaustönen!Nicht dicherlösen!EinSpiegelbild der Weltkannst du nicht sein!ZurTagestatzu groß, zurewigenzuklein!Sobleibstdu Weib und kannst’s dennoch nicht sein!!

Schaffst du denn Symphonien, weibliches Beethoven-Antlitz?!?

Du bist einWeib, kannst dich nichtaustönen!

Nicht dicherlösen!

EinSpiegelbild der Weltkannst du nicht sein!

ZurTagestatzu groß, zurewigenzuklein!

Sobleibstdu Weib und kannst’s dennoch nicht sein!!

»Nichtsist gekommen, nichtswird kommenfür meine Seele — — —.

Ich habegewartet,gewartet, oh,gewartet—.

Die Tage werden dahinschleichen —.

Undumsonstwehen meine aschblonden seidenen Haare um mein bleiches Antlitz — — —.«

Über die Grenzen des All blicktest du sinnend hinaus;

Hattest nie Sorge um Hof und Haus!

LebenundTraum vom Leben— — — — plötzlich ist alles aus — — —.

Über die Grenzen des All blickst du noch sinnend hinaus — — —!

Nach Jahren kommt eineunaussprechliche Dankbarkeitin uns für die Frau, die wir »unglücklich liebten« — — —. AusBürgern des strengen Tagesmachte sie uns nämlich zuweltentrückten Poeten,erschloßuns unseres eigenen Herzens Tiefen,erhöhteuns zu »inneren tragischen Helden«!Unsere Tränengab sie uns, bannte dasleere Lächeln! Sie sei also bedankt und gepriesen!

Seele, wie bist du schöner, tiefer, nachSchneestürmen— — —.

Auch du hast sie, gleich der Natur — — —.

Und über beiden liegt noch eintrüber Hauch, wenn das Gewölk sich schonverzog!

Bloß ein Feld voll Zwiebeln — — —.Stillt es dieNotdessen, der es bebaut,Stimmt esandächtigden, der es nurals Künstler beschaut!

Bloß ein Feld voll Zwiebeln — — —.Stillt es dieNotdessen, der es bebaut,Stimmt esandächtigden, der es nurals Künstler beschaut!

Bloß ein Feld voll Zwiebeln — — —.Stillt es dieNotdessen, der es bebaut,Stimmt esandächtigden, der es nurals Künstler beschaut!

Bloß ein Feld voll Zwiebeln — — —.

Stillt es dieNotdessen, der es bebaut,

Stimmt esandächtigden, der es nurals Künstler beschaut!

Gräber von berühmten Toten sollen uns streng ermahnen, den Tag und die Stunde wertvoll zu gestalten, da wirnochsind — — —!

Helle Wolken und schwarze Bäume!

Für Kinder zum Schrecken, Gespenster!

Für Dichter zum Weinen!

Und der gewöhnliche Mensch geht dran gelassen vorüber, sagt: »Das wäre etwas für Kinder zum Schrecken, und für Dichter zum Weinen!«

Ein kleines Mäderl sagte: »Onkel, aber, nicht wahr, hinten ist die böse Hexe, die die Kinder stiehlt?!« — Ich sagte: »Natürlich«; und bat denfriedevollenWald um Entschuldigung — — —. Gewisse Menschenwolleneben keinen Frieden — — —. Sie suchen selbst im Walde die böse Hexe, die die Kinder stiehlt — — —. Sonst hat er für sie gar keinen Reiz!

Geliebter verträumter verschneiter Weg! Ging ich hier mit Anita?!? Oder träumte ich nur, daß ich hier mit ihr gehen möchte?! Fußspuren im Schnee, ihr paßt nicht zu Anitas geliebten Schuhen —.

Hie und da rauschen Schneeklumpen zur Erde. Wie wenn der Frühling es versuchte, den Winter bereits abzuschütteln!

»Das Betreten der Kulturen ist strengstens untersagt« — — —; man wird es dennoch ewig tun! Betreten, zertreten! —

Zaun, wie machst du die Landschaft melancholisch! Im Grenzenlosen etwas Abgegrenztes!

Hier ist Friede — — —. Hier weine ich mich aus über alles. Hier löst sich mein unermeßliches unfaßbares Leid, das meine Seele verbrennt. Siehe, hier sind keine Menschen, keine Ansiedlungen. Hier tropft Schnee leise in Wasserlachen — — —.

Hier suchte sie die ersten Blüten, und fand nichts. Und ich sagte zu ihr: »Diese gelbgrünen feuchten Rasenflecke, die der zerrinnende Schnee bloßlegt, sind schöner als Blumen — — —.« Da sah sie hin underkannte!

Hier bleibe stehen mit deiner geliebtesten Freundin, undbelauscheihr Antlitz — — —! Fühlt siedasselbewie du, dann kannst duberuhigtmit ihr weiterschreiten, indie Gelände des Lebens!

Ich suchte eine Frau, die den Schneewirklichliebte; und ich fand keine! Siebenütztennur den Schnee, für ihre Sheerns! —

Junge Ochsen auf der Weide. Einst im Sonnenbrande, ziehend am allzu schweren Gespanne, könnt ihr euch nicht mehr der kühlen Weide erinnern. Aber in euremtraurig-dummenAuge spiegelt sich alles, und kein Gram geht verloren in der gramvollen Welt — — —.

Margeritten im hohen Grase. Alles blüht und atmet Frieden! Auf dem Boden leben aber und sterben lautlos hunderttausend Insekten. Nur der Mensch erhebt seine Stimme und beklagt sein Schicksal. Kann er es ändern?! Ja. Er kann wenigstens weinen und schreien. Und falls er es nicht kann, tun esfür ihnliebevoll dieDichter!

Manche Frauen würden nicht elende »Treuebrecherinnen«, »Ehebrecherinnen« werden, wenn sie stets imstande wären, an den Schätzen der friedevollen mysteriösen Natur ihre zerfahrenen Seelen wieder und immer wieder aufzurichten!

Natur und Frau sollten ingleicher Weisewirken, uns zu adeligen,all-verstehenden, sanftmütigenWeltgeschöpfenzu transformieren! Einer Frau diesegeniale Aufgabealssüße Pflichtbeibringen, heißt: sie glücklich machen!

Sahst du nach dem Gewitterregen den Wald?!?

Alles rastet, blinkt und ist schöner als zuvor — —.

Siehe, Fraue, auch dubrauchst Gewitterregen!

»Je suis venue pourdonner— — — prenez, prenez,prenez!!«

Unzerstörbares Antlitz; Zeit und Erlebnis versuchenes vergebens, in deinem edlen Erz sich einzugraben — — —!

»Und dein Antlitz ist die ›Materie gewordene‹ Seele selbst!!«

Geboren, einem Kaiser Kinder zu gebären und zu Fürstlichkeiten zu erziehen im Leben! Aber der Dichter erschaut in dir dennoch nur die einfache Vollkommenheit ohne Zweck und Ziel!

Umringt bist du von deinen Lieblingsblumen, hehre Fraue! Aber du blickst und stehst nicht in Frühlingsfroheit, sondern ermüdet und enttäuscht. Vier allerherrlichsten Kindern gabst du das Leben,deine eigenen Kräfte, behieltest dennoch deineheilige Mädchengestaltbei! Das Altern hat dichnichtverändern können; deshalb blickst duerstauntundwehmütig!!! Du gabst und gabst und kannst noch immer geben und um Dich herum altert die alltägliche Welt — — —!

Wohin, träumerische Fraue, wandertest du, rastlos?!?

— »Wegvon der Lüge!«

— »Wegvon der Lüge!«

— »Wegvon der Lüge!«

Kaiserin Elisabeth

Gott erschuf dich in Seiner tiefstenkünstlerischen Liebe: zuerst, in der Jugend, wie man sich auszudrücken pflegt, einwildes Füllenin Berg und Tal, mit wirren Locken; und späterhin alle Leiden tragend von enttäuschten Dichtern; dasinnere ewige Klagen, und das Erschauen, daß Gottes Reich noch nicht gekommen sei fürSeinesgleichen.

Ich hätte dich umringt mit dunklen Legföhren, Rhododendronbüschen, Edelweiß, Speik, und allen Blüten der Bergalmen!

Ich hätte die Tiere der freien Berglüfte in silbernen Käfigen um dich herum gestellt — — —. Bergdohle und Murmeltier.

Aber man stellte dich in einen Garten, gepflegt und gehegt, undwider die freie heilige Natur!!!

»Fern von der Schlacht, und dennoch mitten drinnen! So wie die Dichter!«

»Nie über einen Graben springen, eine Hürde, wenn mannichtganzgesichertist, hinüberzugelangen mitleichterAnmut!«


Back to IndexNext