Malthusianismus scheint gewiß verwerflich zusein, aber eine Propagation bis an die Grenze der von der Natur gebotenen Möglichkeit halte ich für ein Absurdum. Doch wir brauchen Erfahrungen, die unter der heutigen Weltordnung nicht gesammelt werden können.
Auch darüber hat sich Bebel in seinem Buche: “Die Frau und der Socialismus” ausgesprochen, aber seine Lehre halte ich, ichhaltesie für eine irrthümliche. Wenn er Spencer citirt, der sagte: “Immer und überall sind Vervollkommnung und Fortpflanzungsfähigkeiteinander entgegengesetzt,” so bleibt noch immer die Frage, ob Spencer nicht hätte sagen müssen: “Immer und überall sind Vervollkommnung und Fortpflanzungswilleeinander entgegengesetzt,” denn aus derthatsächlichenVermehrung eines Volkes auf dessen Fortpflanzungsfähigkeitzu schließen, ist absurd. Was bisher aber alle Sociologen übersehen zu haben scheinen, ist das, daß es sich nicht darum handelt, wieviele Menschen die Erde und, da man doch nicht die Auswanderung zur Regel machen kann, wieviele Menschen die heimathliche Erde ernähren kann. Nicht die Erde ernährt die Menschen, sondern die produktive Bevölkerung und der Mensch lebt ja nicht allein vom Brode. Die Frage ist daher, wie viele Kinder ein Erwachsener erziehen und verpflegen kann. Mit Hilfe von ausgebeuteten Lohnsklaven allerdings kann man auch zehn und zwanzig erziehen und ernähren, aber jeder für sich? Können wir, wenn die Kinder sich verdreifachen, sie erziehen und ihnen Häuser bauen?Da von sechs Kindern, die geboren werden könnten, nur eins geboren wird[S], so muß doch ein anderer Factor auf die Zahl der Geburten einwirken, als blos die Begrenztheit des natürlichen Zeugungsvermögens. Da liegt ein noch ungelöstes Räthsel und eine Seite der Frage, die noch nicht ins Auge gefaßt worden ist.
Damit widerlegt sich auch, was Bebel mit Berufung auf Liebig Seite 259 und 260 ausführt. Denn durch rasche Vermehrung der Geburten vermehren sich vorerst nur die Zehrer, aber nicht die arbeitenden Hände, und ohne diese vermehrt sich ja auch die Bodenrente nicht, noch weniger aber vermehren sich die Wohnhäuser.
Oswald Schmidt, Leipzig-Reudnitz.
Verlag von E. Pierson in Dresden und Leipzig.
Werke Oesterreichischer Autoren.
Ludwig Anzengruber.Stahl u. Stein. M. 2.—.Heimg'funden. M. 1.50.Der Fleck auf der Ehr'. M. 1.50.Herm. Bahr.Die Ueberwindung des Naturalismus. M. 4.50.Russische Reise. M. 2.—.C. Binder-Krieglstein.Vilagos. Histor. Trauerspiel. M. 2.—.Vor dreißig Jahren. M. 1.—.Geschichten zum Nachdenken. M. 3.—.M. Brée.Wo die letzten Häuser stehen. M. 3.—.Marco Brociner.Rauschgold. M. 3.—.Alex. Engel.Buch der Eva. M. 2.—.R. von Fels.Agramer Schreckenstage. Novellen. M. 3.—.Und doch — abergläubisch. M. 2.—.Das äußerste Mittel. M. 3.—.F. Flemming.Unser Hans. M. 3.—.Vier Novellen und Erzählungen. M. 3.—.Otto Fuchs.Görbersdorfer Novellen. M. 3.—.Haschisch. M. 3.—.Balduin Groller.Leichtlebiges Volk. M. 3.—.Unter vier Augen. M. 3.—.Wenn man jung ist. M. 3.—.Vom kleinen Rudi. M. 2.—.Karl Guntram.Viola Tricolor. M. 3.—.Adolf Herzog.Aus der Lebensschule. 2 Bde. M. 5.—.Theodor Hertzka.Freiland. Ein soziales Zukunftsbild. 7. Aufl. M. 2.—.Sozialdemokratie und Sozialliberalismus. M. 1.—.Rudolf Graf Hoyos.Neue Gedichte. geb. M. 3.50.Königsbrun-Schaup.Der Mond. Gedicht. M. 2.—.Tausendlust. Erzählung. M. 2.—.Gedichte. M. 2.50.M. Kolloden.Helene. Den Tod erkämpft. M. 3.—.P. M. Lacroma.Dosta von Drontheim. M. 1.50.Die Modelltini. M. 2.—.Bagatellen. M. 2.—.Herm. Loewenthal.Aquarelle aus Oesterreich. M. 2.—.Friedrich Elbogen.Das Geständnis. M. 1.—.Rudolf Lothar.Der verschleierte König. M. 1.—.Der Werth des Lebens. M. 2.—.Cäsar Borgia's Ende. M. 1.—.George May.Das Modell. M. 3.—.Gustav Morgenstern.Miza. Ein Reise- und Liebesgesang. M. 2.—.A. Müller-Guttenbrunn.Frau Dornröschen. M. 3.—.Dramaturgische Gänge. M. 3.—.Dr. Josef v. Neupauer.Oesterreich im Jahre 2020. Roman. M. 4.—.I. Graf Orsini-Rosenberg.Ein Nachkomme Gottfrieds von Bouillon. M. 2.—.Der neue Hofmeister. M. 3.—.H. Pohlidal.Psyche. Sensitive Novellen. M. 2.—.Clara Schreiber.Eva. M. 3.—.Seeger an der Lutz.Ulrich von Hutten. M. 2.—.Auf freier Flur. M. 1.50.Rudolf Sperling.Lieder eines einsamen Spatzen. Geb. M. 4.—.Vor dreitausend Jahren. M. 1.—.Donat von Stauffenburg.Lieutenants Leben und Lieben. M. 3.—.Unter dem schwarzgelben Banner. M. 2.—.A. G. von Suttner.Anderl. 2 Bde. M. 6.—.Kinder des Kaukasus. 2 Bände à M. 3.—.Um jeden Preis! M. 5.—.Bertha von Suttner.Die Waffen nieder. 2 Bde. M. 6.—.Schriftsteller-Roman. M. 3.—.Erzählte Lustspiele. M. 3.—.Dr. Hellmuts Donnerstage. M. 3.—.Verkettungen. M. 3.—.Ein Manuscript. M. 4.—.Inventarium einer Seele. M. 4.—.Eva Siebeck. M. 5.—.Die Tiefinnersten. M. 5.—.Trente-et-Quarante.M. 5.—.Oscar Teuber.Im Kreuzgang. M. 2.—.Carl Baron Torresani.Aus der schönen wilden Lieutenantszeit. M. 8.—.Schwarzgelbe Reitergeschichten. M. 4.—.Mit tausend Masten. M. 3.—.Auf gerettetem Kahn. M. 4.—.Die Juckercomtesse. M. 4.—.Der beschleunigte Fall. 2 Bde. M. 10.—.Oberlicht. M. 5.—.E. Wahlheim.Aus freier Wahl. M. 3.—.Ihr Wille. M. 3.—.W. von Wartenegg.Schloß Winikstein. M. 3.—.Julius Weißstein.Gezählt, gewogen — zu leicht befunden. M. 1.—.Oskar Welten.Nicht für Kinder. M. 3.—.J. Wintern.Wie einst im Mai. M. 2.—.Victor Wodiczka.Bellicosus. 2 Bde. M. 6.—.
Oswald Schmidt Leipzig-Reudnitz.
Fußnoten:[A]Nach dem spezifischen Gewichte des Goldes von 19,32 und dem österreichischen Gesetze vom 2. August 1892 R. G. Bl. No. 126 hat ein Cubikdecimeter puren Goldes einen Werth von 63369,60 Kronen und wurde der österreichische Finanzminister mit Gesetz vom selben Tage R. G. Bl. No. 130 ermächtigt, ein Golddarlehen von 183,456,000 alten österreichischen Goldgulden oder 4369 Millionen Kronen für Valutazwecke zu kontrahiren. Feingold in dieser Menge ergibt eine kreisrunde Säule von ein Meter Durchmesser und 9,23475 Meter Höhe.Die Zinsen des erwähnten Darlehns wurden auf neun Millionen Gulden veranschlagt und müssen durch den Export von Brodfrüchten und Schlachtvieh aufgebracht werden, entziehen daher dem Vaterlande die Nahrungsmittel für 50000 gut genährte oder 200000 kümmerlich genährte Menschen.Auch in Peru zur Zeit seiner Eroberung durch Pizarro galt das Gold für werthlos, weil es nicht zu Geld ausgemünzt wurde. Man deckte die Paläste mit Goldplatten ein und die Soldaten trugen goldene Rüstungen.[B]“Ein Rückblick aus dem Jahre 2000 auf 1887” von Bellamy, Universalbibliothek Nr. 2661, 2662, und “Ein Blick in die Zukunft” von Richard Michaelis, U.-B. Nr. 2800.[C]Matthäus 13, 52.[D]Jesaias 66, 1. Apostelgeschichte 7, 48. 49.[E]Matthäus 6, 6.[F]Matthäus 11, 14. und 17, 12.[G]Matthäus 25, 34-45.[H]Jesaias 65, 17. 20. 21. 22. 23.[I]Petrus II, 3, 13. Jesaias betrachtete die noch heute geltende Wirthschaftsordnung als eine verderbliche und solche, die auf Ausbeutung der Menschen durch die besitzenden Klassen beruht und er weissagt eine künftige andere und bessere Gesellschaftsordnung. Daraus, nämlich aus der Erkenntniß der Ungerechtigkeit der Besitzherrschaft erklärt sich der Kampf Christi gegen die Reichen und die Begriffe “diese Welt” und die “andere Welt” bezeichnen den Gegensatz der herrschenden und der künftigen Weltordnung.[J]Ein Rückblick. — Seite 104.[K]Ein Blick in die Zukunft. — Seite 27.[L]Johannes 7, 2. 3. 4. 5. 6. 7. 8. Marcus 3, 21. Matthäus 13, 57. 58., Marcus 6, 4. Matthäus 12, 46. 47. 48. 49. 50. Marcus 3, 31. 32. 33. 34. 35. Lucas 8, 19. 20. 21., besonders die Apostelgeschichte 1, 14. — Es ist merkwürdig, daß Christus nach der Hochzeit zu Kanaan und einem kurzen Besuche in Kapharnaum niemals mehr mit Maria zusammen war und diese immer mit den “ungläubigen” Brüdern ging, auch nach dem Tode Christi mit den Brüdern zugleich auftrat, und die Art, wie Christus jeder Erinnerung an Maria auswich, ist in Matthäus 12, 50. Marcus 3, 35. Lucas 8, 21. einerseits und Lucas 11, 28. andererseits in eine eigenthümlich indirecte Form gekleidet, was mit dem Satze übereinstimmt, daß ein Prophet nirgends weniger gelte, als in seinem Hause und in seiner Verwandtschaft. — Lucas 11, 28. läßt keine andere Deutung zu, als Maria könnenichtselig gepriesen werden, weil sie das Wort Gottesnichthöre und dasselbenichtbeobachte. Dann stimmt es genau mit jenem anderen Worte “wer ist mir Mutter und Brüder, nichtMariaist meine Mutter und nicht ihreBegleitersind meine Brüder, sondern jene sind es, die den Willen Gottes thun.” Siehe noch Matthäus 27, 55. 56. Marcus 15, 40. 41. Lucas 23, 49. — Dagegen muß man offenbar annehmen, daß Johannes 19, 25. 26. 27. nicht historisch richtig, sondern nur bildlich zu nehmen ist, was schon daraus hervorgeht, daß ja Johannes nach dem Zeugnisse der Synoptiker entflohen war. Matthäus 28, 10. Marcus 16, 9. Lucas 23, 55. 56. und 24, 1. 2. 9. 10. — Johannes 20, 2. 4. und 8. zeigt deutlich das Motiv, welches die abweichenden Berichte dieses Evangelisten erklärt. Siehe auch Johannes 13, 23. dann 18, 15. 16. 19, 27. al. 2, 21, 20. 23.[M]Wie aus Morgan “Die Urgesellschaft” hervorgeht, ist ursprünglich die Mutter das Haupt der Familie und die weibliche Abstammung für die Verwandtschaft entscheidend gewesen und erst mir Einführung des Sondereigenthumes wurde die Abstammung von väterlicher Seite entscheidend. Die Rückkehr zum Gesammtbesitze muß naturgemäß wieder den Einfluß der Mutter zum entscheidenden in der Familie und im Erziehungswesen machen.[N]Michaelis, Ein Blick in die Zukunft, Seite 83.[O]Die Civilliste war in Oesterreich mit einem Prozent vom Gesammtproducte oder, was dasselbe war, vom Arbeitsaufwande, durch das Volk bewilligt worden und da 55% der Bevölkerung produktiv waren, das Volk somit 22 Millionen Arbeiter stellte, war die Civilliste gleich 220 000 Arbeitsjahren, daher der gedachte Bau, dessen Herstellung sich auf drei Jahre vertheilte, nur einen geringen Theil der öffentlichen Bauten bildete, die die Civilliste auf sich nahm. Sie war für Hof und Adel ausgeworfen und diente den Volksinteressen.[P]Lucas 7, 47.[Q]Seite 41 der 10. Auflage.[R]Matthäus 6, 33.[S]Nach der Volkszählung der im Reichsrathe vertretenen Königreiche und Länder Oesterreichs betrug am 31. Dezember 1880 die Zahl der Frauenspersonen im Alter von 15 bis 45 Jahren 5 123 884 und im Jahre 1882 die Zahl der Geburten 873 522. Bliebe aber selbst dieses Geburtenprocent von nur vier zu hundert der Gesammtbevölkerung (circa 22 Millionen) constant und würde die Sterblichkeit, was erwartet werden muß, wenn eine rationelle Ernährung und Pflege aller Volksgenossen eintritt, auf 1.5 % sinken, also der Jahreszuwachs auf 2.5 % steigen, so würde sich die Bevölkerung in circa 30 Jahren verdoppeln, in 60 Jahren aber vervierfachen. Wer wird die erforderlichen Wohnhäuser bauen? Kann die Arbeit dieser Vermehrung folgen, dann allerdings wird sie zum Segen werden. Je enger wir wohnen können, um so beglückender der Communismus.
[A]Nach dem spezifischen Gewichte des Goldes von 19,32 und dem österreichischen Gesetze vom 2. August 1892 R. G. Bl. No. 126 hat ein Cubikdecimeter puren Goldes einen Werth von 63369,60 Kronen und wurde der österreichische Finanzminister mit Gesetz vom selben Tage R. G. Bl. No. 130 ermächtigt, ein Golddarlehen von 183,456,000 alten österreichischen Goldgulden oder 4369 Millionen Kronen für Valutazwecke zu kontrahiren. Feingold in dieser Menge ergibt eine kreisrunde Säule von ein Meter Durchmesser und 9,23475 Meter Höhe.Die Zinsen des erwähnten Darlehns wurden auf neun Millionen Gulden veranschlagt und müssen durch den Export von Brodfrüchten und Schlachtvieh aufgebracht werden, entziehen daher dem Vaterlande die Nahrungsmittel für 50000 gut genährte oder 200000 kümmerlich genährte Menschen.Auch in Peru zur Zeit seiner Eroberung durch Pizarro galt das Gold für werthlos, weil es nicht zu Geld ausgemünzt wurde. Man deckte die Paläste mit Goldplatten ein und die Soldaten trugen goldene Rüstungen.
[A]Nach dem spezifischen Gewichte des Goldes von 19,32 und dem österreichischen Gesetze vom 2. August 1892 R. G. Bl. No. 126 hat ein Cubikdecimeter puren Goldes einen Werth von 63369,60 Kronen und wurde der österreichische Finanzminister mit Gesetz vom selben Tage R. G. Bl. No. 130 ermächtigt, ein Golddarlehen von 183,456,000 alten österreichischen Goldgulden oder 4369 Millionen Kronen für Valutazwecke zu kontrahiren. Feingold in dieser Menge ergibt eine kreisrunde Säule von ein Meter Durchmesser und 9,23475 Meter Höhe.
Die Zinsen des erwähnten Darlehns wurden auf neun Millionen Gulden veranschlagt und müssen durch den Export von Brodfrüchten und Schlachtvieh aufgebracht werden, entziehen daher dem Vaterlande die Nahrungsmittel für 50000 gut genährte oder 200000 kümmerlich genährte Menschen.
Auch in Peru zur Zeit seiner Eroberung durch Pizarro galt das Gold für werthlos, weil es nicht zu Geld ausgemünzt wurde. Man deckte die Paläste mit Goldplatten ein und die Soldaten trugen goldene Rüstungen.
[B]“Ein Rückblick aus dem Jahre 2000 auf 1887” von Bellamy, Universalbibliothek Nr. 2661, 2662, und “Ein Blick in die Zukunft” von Richard Michaelis, U.-B. Nr. 2800.
[B]“Ein Rückblick aus dem Jahre 2000 auf 1887” von Bellamy, Universalbibliothek Nr. 2661, 2662, und “Ein Blick in die Zukunft” von Richard Michaelis, U.-B. Nr. 2800.
[C]Matthäus 13, 52.
[C]Matthäus 13, 52.
[D]Jesaias 66, 1. Apostelgeschichte 7, 48. 49.
[D]Jesaias 66, 1. Apostelgeschichte 7, 48. 49.
[E]Matthäus 6, 6.
[E]Matthäus 6, 6.
[F]Matthäus 11, 14. und 17, 12.
[F]Matthäus 11, 14. und 17, 12.
[G]Matthäus 25, 34-45.
[G]Matthäus 25, 34-45.
[H]Jesaias 65, 17. 20. 21. 22. 23.
[H]Jesaias 65, 17. 20. 21. 22. 23.
[I]Petrus II, 3, 13. Jesaias betrachtete die noch heute geltende Wirthschaftsordnung als eine verderbliche und solche, die auf Ausbeutung der Menschen durch die besitzenden Klassen beruht und er weissagt eine künftige andere und bessere Gesellschaftsordnung. Daraus, nämlich aus der Erkenntniß der Ungerechtigkeit der Besitzherrschaft erklärt sich der Kampf Christi gegen die Reichen und die Begriffe “diese Welt” und die “andere Welt” bezeichnen den Gegensatz der herrschenden und der künftigen Weltordnung.
[I]Petrus II, 3, 13. Jesaias betrachtete die noch heute geltende Wirthschaftsordnung als eine verderbliche und solche, die auf Ausbeutung der Menschen durch die besitzenden Klassen beruht und er weissagt eine künftige andere und bessere Gesellschaftsordnung. Daraus, nämlich aus der Erkenntniß der Ungerechtigkeit der Besitzherrschaft erklärt sich der Kampf Christi gegen die Reichen und die Begriffe “diese Welt” und die “andere Welt” bezeichnen den Gegensatz der herrschenden und der künftigen Weltordnung.
[J]Ein Rückblick. — Seite 104.
[J]Ein Rückblick. — Seite 104.
[K]Ein Blick in die Zukunft. — Seite 27.
[K]Ein Blick in die Zukunft. — Seite 27.
[L]Johannes 7, 2. 3. 4. 5. 6. 7. 8. Marcus 3, 21. Matthäus 13, 57. 58., Marcus 6, 4. Matthäus 12, 46. 47. 48. 49. 50. Marcus 3, 31. 32. 33. 34. 35. Lucas 8, 19. 20. 21., besonders die Apostelgeschichte 1, 14. — Es ist merkwürdig, daß Christus nach der Hochzeit zu Kanaan und einem kurzen Besuche in Kapharnaum niemals mehr mit Maria zusammen war und diese immer mit den “ungläubigen” Brüdern ging, auch nach dem Tode Christi mit den Brüdern zugleich auftrat, und die Art, wie Christus jeder Erinnerung an Maria auswich, ist in Matthäus 12, 50. Marcus 3, 35. Lucas 8, 21. einerseits und Lucas 11, 28. andererseits in eine eigenthümlich indirecte Form gekleidet, was mit dem Satze übereinstimmt, daß ein Prophet nirgends weniger gelte, als in seinem Hause und in seiner Verwandtschaft. — Lucas 11, 28. läßt keine andere Deutung zu, als Maria könnenichtselig gepriesen werden, weil sie das Wort Gottesnichthöre und dasselbenichtbeobachte. Dann stimmt es genau mit jenem anderen Worte “wer ist mir Mutter und Brüder, nichtMariaist meine Mutter und nicht ihreBegleitersind meine Brüder, sondern jene sind es, die den Willen Gottes thun.” Siehe noch Matthäus 27, 55. 56. Marcus 15, 40. 41. Lucas 23, 49. — Dagegen muß man offenbar annehmen, daß Johannes 19, 25. 26. 27. nicht historisch richtig, sondern nur bildlich zu nehmen ist, was schon daraus hervorgeht, daß ja Johannes nach dem Zeugnisse der Synoptiker entflohen war. Matthäus 28, 10. Marcus 16, 9. Lucas 23, 55. 56. und 24, 1. 2. 9. 10. — Johannes 20, 2. 4. und 8. zeigt deutlich das Motiv, welches die abweichenden Berichte dieses Evangelisten erklärt. Siehe auch Johannes 13, 23. dann 18, 15. 16. 19, 27. al. 2, 21, 20. 23.
[L]Johannes 7, 2. 3. 4. 5. 6. 7. 8. Marcus 3, 21. Matthäus 13, 57. 58., Marcus 6, 4. Matthäus 12, 46. 47. 48. 49. 50. Marcus 3, 31. 32. 33. 34. 35. Lucas 8, 19. 20. 21., besonders die Apostelgeschichte 1, 14. — Es ist merkwürdig, daß Christus nach der Hochzeit zu Kanaan und einem kurzen Besuche in Kapharnaum niemals mehr mit Maria zusammen war und diese immer mit den “ungläubigen” Brüdern ging, auch nach dem Tode Christi mit den Brüdern zugleich auftrat, und die Art, wie Christus jeder Erinnerung an Maria auswich, ist in Matthäus 12, 50. Marcus 3, 35. Lucas 8, 21. einerseits und Lucas 11, 28. andererseits in eine eigenthümlich indirecte Form gekleidet, was mit dem Satze übereinstimmt, daß ein Prophet nirgends weniger gelte, als in seinem Hause und in seiner Verwandtschaft. — Lucas 11, 28. läßt keine andere Deutung zu, als Maria könnenichtselig gepriesen werden, weil sie das Wort Gottesnichthöre und dasselbenichtbeobachte. Dann stimmt es genau mit jenem anderen Worte “wer ist mir Mutter und Brüder, nichtMariaist meine Mutter und nicht ihreBegleitersind meine Brüder, sondern jene sind es, die den Willen Gottes thun.” Siehe noch Matthäus 27, 55. 56. Marcus 15, 40. 41. Lucas 23, 49. — Dagegen muß man offenbar annehmen, daß Johannes 19, 25. 26. 27. nicht historisch richtig, sondern nur bildlich zu nehmen ist, was schon daraus hervorgeht, daß ja Johannes nach dem Zeugnisse der Synoptiker entflohen war. Matthäus 28, 10. Marcus 16, 9. Lucas 23, 55. 56. und 24, 1. 2. 9. 10. — Johannes 20, 2. 4. und 8. zeigt deutlich das Motiv, welches die abweichenden Berichte dieses Evangelisten erklärt. Siehe auch Johannes 13, 23. dann 18, 15. 16. 19, 27. al. 2, 21, 20. 23.
[M]Wie aus Morgan “Die Urgesellschaft” hervorgeht, ist ursprünglich die Mutter das Haupt der Familie und die weibliche Abstammung für die Verwandtschaft entscheidend gewesen und erst mir Einführung des Sondereigenthumes wurde die Abstammung von väterlicher Seite entscheidend. Die Rückkehr zum Gesammtbesitze muß naturgemäß wieder den Einfluß der Mutter zum entscheidenden in der Familie und im Erziehungswesen machen.
[M]Wie aus Morgan “Die Urgesellschaft” hervorgeht, ist ursprünglich die Mutter das Haupt der Familie und die weibliche Abstammung für die Verwandtschaft entscheidend gewesen und erst mir Einführung des Sondereigenthumes wurde die Abstammung von väterlicher Seite entscheidend. Die Rückkehr zum Gesammtbesitze muß naturgemäß wieder den Einfluß der Mutter zum entscheidenden in der Familie und im Erziehungswesen machen.
[N]Michaelis, Ein Blick in die Zukunft, Seite 83.
[N]Michaelis, Ein Blick in die Zukunft, Seite 83.
[O]Die Civilliste war in Oesterreich mit einem Prozent vom Gesammtproducte oder, was dasselbe war, vom Arbeitsaufwande, durch das Volk bewilligt worden und da 55% der Bevölkerung produktiv waren, das Volk somit 22 Millionen Arbeiter stellte, war die Civilliste gleich 220 000 Arbeitsjahren, daher der gedachte Bau, dessen Herstellung sich auf drei Jahre vertheilte, nur einen geringen Theil der öffentlichen Bauten bildete, die die Civilliste auf sich nahm. Sie war für Hof und Adel ausgeworfen und diente den Volksinteressen.
[O]Die Civilliste war in Oesterreich mit einem Prozent vom Gesammtproducte oder, was dasselbe war, vom Arbeitsaufwande, durch das Volk bewilligt worden und da 55% der Bevölkerung produktiv waren, das Volk somit 22 Millionen Arbeiter stellte, war die Civilliste gleich 220 000 Arbeitsjahren, daher der gedachte Bau, dessen Herstellung sich auf drei Jahre vertheilte, nur einen geringen Theil der öffentlichen Bauten bildete, die die Civilliste auf sich nahm. Sie war für Hof und Adel ausgeworfen und diente den Volksinteressen.
[P]Lucas 7, 47.
[P]Lucas 7, 47.
[Q]Seite 41 der 10. Auflage.
[Q]Seite 41 der 10. Auflage.
[R]Matthäus 6, 33.
[R]Matthäus 6, 33.
[S]Nach der Volkszählung der im Reichsrathe vertretenen Königreiche und Länder Oesterreichs betrug am 31. Dezember 1880 die Zahl der Frauenspersonen im Alter von 15 bis 45 Jahren 5 123 884 und im Jahre 1882 die Zahl der Geburten 873 522. Bliebe aber selbst dieses Geburtenprocent von nur vier zu hundert der Gesammtbevölkerung (circa 22 Millionen) constant und würde die Sterblichkeit, was erwartet werden muß, wenn eine rationelle Ernährung und Pflege aller Volksgenossen eintritt, auf 1.5 % sinken, also der Jahreszuwachs auf 2.5 % steigen, so würde sich die Bevölkerung in circa 30 Jahren verdoppeln, in 60 Jahren aber vervierfachen. Wer wird die erforderlichen Wohnhäuser bauen? Kann die Arbeit dieser Vermehrung folgen, dann allerdings wird sie zum Segen werden. Je enger wir wohnen können, um so beglückender der Communismus.
[S]Nach der Volkszählung der im Reichsrathe vertretenen Königreiche und Länder Oesterreichs betrug am 31. Dezember 1880 die Zahl der Frauenspersonen im Alter von 15 bis 45 Jahren 5 123 884 und im Jahre 1882 die Zahl der Geburten 873 522. Bliebe aber selbst dieses Geburtenprocent von nur vier zu hundert der Gesammtbevölkerung (circa 22 Millionen) constant und würde die Sterblichkeit, was erwartet werden muß, wenn eine rationelle Ernährung und Pflege aller Volksgenossen eintritt, auf 1.5 % sinken, also der Jahreszuwachs auf 2.5 % steigen, so würde sich die Bevölkerung in circa 30 Jahren verdoppeln, in 60 Jahren aber vervierfachen. Wer wird die erforderlichen Wohnhäuser bauen? Kann die Arbeit dieser Vermehrung folgen, dann allerdings wird sie zum Segen werden. Je enger wir wohnen können, um so beglückender der Communismus.
Notizen des Bearbeiters:Inhaltsverzeichnis eingefügt.Rechtschreibung und Zeichensetzung des Originals wurden nicht verändert.