Elftes Kapitel.Des alten Schulmeisters Lohn.

Hab ich dich endlich – beim allmächtgen Gott,Hiersollst Du Rede stehn – ergieb Dich, SchuftHa – was ist das? – darf ich den Augen trauen.Allein Du, Page, hier?

Hab ich dich endlich – beim allmächtgen Gott,Hiersollst Du Rede stehn – ergieb Dich, SchuftHa – was ist das? – darf ich den Augen trauen.Allein Du, Page, hier?

Hab ich dich endlich – beim allmächtgen Gott,Hiersollst Du Rede stehn – ergieb Dich, SchuftHa – was ist das? – darf ich den Augen trauen.Allein Du, Page, hier?

Hab ich dich endlich – beim allmächtgen Gott,

Hiersollst Du Rede stehn – ergieb Dich, Schuft

Ha – was ist das? – darf ich den Augen trauen.

Allein Du, Page, hier?

(Page in Todesangst):

O hoher Herr –Sie flohen durch den unterird'schen Gang!

O hoher Herr –Sie flohen durch den unterird'schen Gang!

O hoher Herr –Sie flohen durch den unterird'schen Gang!

O hoher Herr –

Sie flohen durch den unterird'schen Gang!

Der Schuster störte hier das Drama ein wenig, denn er hatte wahrscheinlich geglaubt, dies sei die Pointe des Stücks und fing wieder unmenschlich an zu lachen, so daß die Uebrigen endlich mit einstimmten.

»Ja aber, wenn Sie auch stets, und gerade an der wichtigsten Stelle unterbrechen,« sagte Strohwisch pikirt, und trank sein Bier auf einen Zug aus – »wie kann ich denn da erzählen.«

»Der Schuaster, lacht schtäte,« sagte der eine Bauer und stieß den also Erwähnten mit den Knöcheln in die Rippen – »bist doch ruhig – 's kummt ja erscht noch.«

»Ja, nun haben Sie mich ganz herausgebracht,« nahm Strohwisch die Erzählung wieder auf – »also der Ritter stürzt herein –

Ha – was ist das, darf ich den Augen trauen.Allein Du, Page, hier?

Ha – was ist das, darf ich den Augen trauen.Allein Du, Page, hier?

Ha – was ist das, darf ich den Augen trauen.Allein Du, Page, hier?

Ha – was ist das, darf ich den Augen trauen.

Allein Du, Page, hier?

(Page in Todesangst):

O hoher Herr!Sie flohen durch den unterirdschen Gang.

O hoher Herr!Sie flohen durch den unterirdschen Gang.

O hoher Herr!Sie flohen durch den unterirdschen Gang.

O hoher Herr!

Sie flohen durch den unterirdschen Gang.

Graf:

Fort, ihnen nach. –

Fort, ihnen nach. –

Fort, ihnen nach. –

Fort, ihnen nach. –

(Page todtenbleich und an allen Gliedern zitternd):

Sie haben – F – Flügel, Herr!

Sie haben – F – Flügel, Herr!

Sie haben – F – Flügel, Herr!

Sie haben – F – Flügel, Herr!

Der Burggraf stand entsetzt – das Furchtbare war geschehn, und seine Rede ihm an der Wurzel abgeschnitten – Sie habenFlügel, Herr.

›Dann hol' sie der Teufel!‹ schrie da der Graf in resignirender Wuth, stieß sein Schwert klirrend in die Scheide zurück, und verließ unter dem donnernden Bravoruf des Publicums die Bühne.«

Die Zuhörer saßen alle still und schweigend da – keiner sprach ein Wort – selbst der Schuhmacher wagte nicht zu lachen – fand auch gegenwärtig keinen Grund – nur der eine Gemeindevorstand frug nach einer ziemlich langen feierlichen Pause:

»Un wie wurd's denn nu nachens – kriggt er se?«

Die Zuhörer schienen sich besonders dafür zu interessiren. Strohwisch aber hob sein Töpfchen an die Lippen, that einen langen, langen Zug und trommelte dann, als er endlich gezwungen war, abzusetzen, einen zweihändigen Generalmarsch auf der Tischplatte. Weitere Fragen von Seiten der Gesellschaft sollten da ziemlichplötzlich durch einen Lärm von außen abgeschnitten werden. Die Thür wurde aufgerissen und einer von den Knechten des benachbarten Bauergutes steckte den Kopf herein und schrie:

»'S brännt im Gute drungen!«

Rasch schlug die Thüre wieder zu und die Gäste fuhren Alle erschreckt von ihren Sitzen auf. Nur Strohwisch und die beiden Weinreisenden blieben sitzen und meinten, es würde nicht so bedeutend sein. Da nicht Sturm geläutet wurde, schien die Sache auch nicht so gefährlich, der Gemeindevorstand mußte sich aber doch an Ort und Stelle überzeugen, ihm folgten die meisten der Anwesenden, und das Kleeblatt war auf einige Zeit fast im alleinigen Besitz der Schenke – die Wirthin hinter dem Ofen und ein alter Bauer, der an einem Tischchen in der Ecke sitzen geblieben war, natürlich nicht mitgerechnet.

Strohwisch, der sich Trost in einem frischen Töpfchen holte, recitirte:

Der Feuerlärm so in der NachtHat doch was zu bedeuten,Denn er versammelt tausendeVon –aufgewecktenLeuten – hahahaha.

Der Feuerlärm so in der NachtHat doch was zu bedeuten,Denn er versammelt tausendeVon –aufgewecktenLeuten – hahahaha.

Der Feuerlärm so in der NachtHat doch was zu bedeuten,Denn er versammelt tausendeVon –aufgewecktenLeuten – hahahaha.

Der Feuerlärm so in der Nacht

Hat doch was zu bedeuten,

Denn er versammelt tausende

Von –aufgewecktenLeuten – hahahaha.

»Nu hiaren Se, Herr Strohwisch,« sagte da der alte Bauer – »iber so'n Feier is nu gerade nich zu lachen – das missen Se nich duhn.«

»Hahaha,« lachte nichts destoweniger der Humorist, »das Feuer ist ein mir verwandter Geist, alter Freund, das sprudelt Feuerfunken, und ich sprudle Geistesfunken, und so fühle ich denn fast für jede auflodernde Gluth, die ich sehe, eine gewisse Art verwandtschaftlichen Interesses – verstanden?«

Der alte Mann schüttelte sehr bedenklich mit dem Kopf, und trank sein Bier, und Strohwisch ging mit seinen beiden neugewonnenen Bewunderern einmal vor die Schenke hinaus, um zu sehn, ob sie vielleicht von hier aus das Feuer erkennen könnten. Das war aber indessen schon wieder durch das rasche Hinzuströmen helfender Menschen unterdrückt und gelöscht worden, und als nach und nach die Leute von dem »Brande« zurückkehrten, füllte sich auch die Schenke mehr als vorher wieder, und die eben stattgefundene Brandstiftung, die hier nach all den Umständen jedenfalls vorlag, bildete natürlich die einzige Unterhaltung, so daß es Strohwisch, trotz unermüdlichen und zahlreichen Versuchen, nicht möglich fand, die Aufmerksamkeit der Versammelten wieder wie in einen Brennpunkt auf sich zu lenken.Er probirte Anekdoten – Witze – Verse – es blieb Alles gleich fruchtlos – die Männer nahmen fast gar keine Notiz von ihm, und selbst die Weinreisenden, der intelligentere Theil des Publicums, fingen an, die eingehenden Berichte interessanter zu finden, als seinen Humor.

Das war unerträglich – Strohwisch, im Begriff Horneck zu verlassen, denn der nächste Morgen war dazu bestimmt, ihn wieder der Residenz zuzuführen, sollte also unbewundert, unbeklatscht scheiden? – Nein, das ging nicht – das unselige Feuer drohte ihm allerdings die Palme des Abends streitig zu machen, noch aber gab er den Kampf gegen das Geschick nicht auf, noch gab eseinMittel, den Feind mit seinen eigenen Waffen anzugreifen, zu besiegen.

»Meine Herren!« rief er, und trat auf einen Stuhl, »meine Herren!« – der Lärm blieb noch immer ziemlich arg, nur die Gesichter der Meisten wandten sich ihm zu, und der alte Bauer, der vorher des Städters »gotteslästerliche Reden,« wie er sie nannte, mit angehört, erzählte den ihm nächst Stehenden unter vielem und bedenklichem Kopfschütteln, was der Fremde gesagt, und wie er über das Feuer im Dorfe gelacht und gespottet habe. Der affectirte Städter war im Ort überhaupt nicht beliebt, besonders hatten ihn die Bauerburschenauf dem Korn, weil er mit seinen faden und nicht selten zweideutigen Schmeicheleien ihre Mädchen verfolgte und ärgerte, und Strohwisch würde kaum mit so zuversichtlich lächelndem Angesicht auf dem Stuhl oben stehen geblieben sein, hätte er die keineswegs freundlichen Worte über sich hören können, die hier in der einen Ecke entstanden, und sich rasch von Mund zu Munde weiter pflanzten.

»Meine Herren!« rief der zähe Humorist noch einmal und mit immer gellenderer Stimme – »bitte, vergessen Sie Ihre Reden nicht – aber ich möchte nur ein paar – nur ganz wenige Worte an Sie richten – Hm – Was sind Sie so außer sich über ein Feuer? – Was liegt in einem Feuer so Entsetzliches? – Es zerstört – es vernichtet? – ja, ich gebe es zu – aber auch Zerstörung und Vernichtung ist manchmal gut, wo es gilt, das Böse von der Erde auszurotten, die Uebel mit der Wurzel zu vertilgen.«

»Nua? mer söllen uns doch de Haiser nich ibern Kopp anstäcken lassen?« sagte hier Einer – dort ein Anderer – »na, was schwätzt denn der do – der rädt den Brandschtiftern ooch wol noch das Wort?«

»Meine Herren!« rief aber Feodor, zu dem keins der drohend gemurmelten Worte drang, »meine Herren –wo es gilt der Freiheit eine hehre Bahn zu brechen, da lassen Sie uns selbst Feuer und Brand nicht scheuen, aber Sie werden verstehen, welches Feuer, welchen Brand ich meine – die Fackel des Geistes muß mit kräftiger Faust in die Gebäude der Tyrannei geschleudert werden, daß die Flamme lodernd und leuchtend zum Himmel emporglühe.«

»Wasseggt der da?« riefen die Bauern verwundert unter einander, und glaubten ihren Ohren nicht trauen zu dürfen – »in die Gebaide sullen mer Fackeln wärfen, un de Flammen sullen in de Hehe giahn? ei, den Kärl, den sull ja en Dunnerwätter in den Erdboden verschlahn; schmeißt'en doch 'naus!«

»Meine Herren!« rief aber in diesem Augenblick Feodor Strohwisch mit noch erhöhter Stimme, und suchte dabei in aller Hast wieder nach den ewig versteckten, den unentgehbaren Gedichten – die Außenwelt war für ihn todt, er jauchzte nur in triumphirendem Selbstgefühl, daß er endlich wieder das Wort erhalten, die Aufmerksamkeit der Schaar gefesselt hatte, und seines Sieges gewiß, öffnete er das glücklich gefundene Papier, das er beim Schein der dicht hinter ihm herunterhängenden Lampe recht gut lesen konnte. »Erlauben Sie mir, Ihnen ein ganz kurzes wunderhübsches Gedicht vorzulesen,das auf unseren jetzigen Zustand vollkommen paßt, und dessen Sinn Sie gewiß billigen werden – ein sehr guter Freund von mir hat es verfaßt – bitte, hören Sie.«

Die Bauern standen ganz ruhig – sie glaubten immer den »Burschen mit den langen Uahren un den Borschten,« wie er im Dorfe hieß, nicht recht verstanden zu haben, denn daß Einer hier mitten zwischen ihnen Brand und Feueranlegen predigen solle, ging ihnen doch fast über die Begriffe. – Sie wollten also noch einmal hören, was er eigentlich beabsichtige, undwenn das wirklich war– ei dann sollte ja dem »verdammten Federfuchser der Deibel das Licht halten.«

»Meine Herren!« – begann zum zehnten Mal mit einigem Räuspern der Humorist – er hielt in der linken Hand das Papier, zog den Kopf stolz zurück, streckte die rechte Hand gerade von sich, und sagte mit erhobener lebhafter Stimme –

»So werft der Freiheit FeuerbrandIn alter Herrschaft morsche Stützen,Und kehrt den wüsten, faulen TandZu Haufen – Röcke, Hosen, Mützen –In Pech und Schwefel sterbe hin,Was hier den freien Geist gehemmet,In wilder Gluth soll untergehn,Was uns den freien Will'n umdämmet.Hoch lodre zu dem HimmelsdomDie Flamme auf in lichter Lohe,Und von Kopenhagen bis nach RomVerbreit' die Nachricht sich – die frohe –In Brand und Flammengluth gestürzt,Und unter Trümmern –

»So werft der Freiheit FeuerbrandIn alter Herrschaft morsche Stützen,Und kehrt den wüsten, faulen TandZu Haufen – Röcke, Hosen, Mützen –In Pech und Schwefel sterbe hin,Was hier den freien Geist gehemmet,In wilder Gluth soll untergehn,Was uns den freien Will'n umdämmet.Hoch lodre zu dem HimmelsdomDie Flamme auf in lichter Lohe,Und von Kopenhagen bis nach RomVerbreit' die Nachricht sich – die frohe –In Brand und Flammengluth gestürzt,Und unter Trümmern –

»So werft der Freiheit FeuerbrandIn alter Herrschaft morsche Stützen,Und kehrt den wüsten, faulen TandZu Haufen – Röcke, Hosen, Mützen –

»So werft der Freiheit Feuerbrand

In alter Herrschaft morsche Stützen,

Und kehrt den wüsten, faulen Tand

Zu Haufen – Röcke, Hosen, Mützen –

In Pech und Schwefel sterbe hin,Was hier den freien Geist gehemmet,In wilder Gluth soll untergehn,Was uns den freien Will'n umdämmet.

In Pech und Schwefel sterbe hin,

Was hier den freien Geist gehemmet,

In wilder Gluth soll untergehn,

Was uns den freien Will'n umdämmet.

Hoch lodre zu dem HimmelsdomDie Flamme auf in lichter Lohe,Und von Kopenhagen bis nach RomVerbreit' die Nachricht sich – die frohe –

Hoch lodre zu dem Himmelsdom

Die Flamme auf in lichter Lohe,

Und von Kopenhagen bis nach Rom

Verbreit' die Nachricht sich – die frohe –

In Brand und Flammengluth gestürzt,Und unter Trümmern –

In Brand und Flammengluth gestürzt,

Und unter Trümmern –

»Schmeißt den Kerl doch 'naus!« unterbrach da plötzlich eine gellende Stimme den Vortrag – »'naus mit em – 'naus!« tönte es aus allen Ecken heraus, und Strohwisch sah rasch auf, wem dieser drohende Ruf eigentlich gelte.

»Naus mit dem Brandstifter!« schrien in diesem Augenblick auch die ihm näher Stehenden, und griffen ihn an Arm und Rock an –

»Hallo da, Leute – was ist das?« sagte der Humorist, mehr erstaunt als erschreckt, denn er begriff noch immer nicht, was die Menge vonihmwolle, von ihm wollenkönne.

»Naus mit 'em Hallunken – 'naus mit dem borschthärigen Dintenkleckser!«

»Aber Leute, seid Ihr denn des Teufels?« rief dersehrgute Freund des Dichters, und suchte sich den handgreiflichen Erklärungen der ihm Nächsten zu entziehen – »ich werde doch wahrhaftig« –

»Schlaht en hinger's Gehär!« schrie aus der Ecke einer vor, der sich noch die größte Mühe gab, zu dem Ziel seines Zornes hin zu gelangen – »haut en de Dohle 'nin.«

Strohwisch war von dem Stuhl getreten, und hatte seinen Hut, den er Anstands halber während er das Gedicht vorlas in der Hand gehalten, aufgesetzt – kaum hörte er den letzten Rath aber, so griff er rasch darnach, ihn wieder herab zu reißen – doch zu spät – ein kräftiger, vortrefflich gezielter Schlag trieb ihm die »Dohle,« wie sie in Horneck sagten, bis tief über Ohren und Augen, und jetzt in Stockfinsterniß von allen Seiten gestoßen und geschlagen, nicht einmal mehr im Stande sich mündlich zu vertheidigen, denn der Hut benahm ihm fast den Athem, wurde diese Parodie auf »Oeffentlichkeit und Mündlichkeit« im summarischen Gerichtsverfahren, mit abgetretenen Sporen und zerrissenem Rock zur Thür hinausgeknufft und geprügelt, und dort, als ob solch ein erbärmliches Menschenkind aus der Stadt gar keines weiteren Nachsehens werth sei, seinem Schicksal überlassen.

Was aus ihm geworden, hat man in Horneck nie erfahren – am nächsten Morgen war er spurlos verschwunden.

Papa Kleinholz hatte sich in der letzten Zeit recht gut erholt, die reine kalte Luft war ihm vortrefflich bekommen; er befand sich schon wieder wohl genug, stundenlang das Bett zu verlassen, in der Stube herum zu gehn, und dann und wann auch einen kurzen Spatziergang draußen im Freien zu machen; aber die Schwäche, die von der Krankheit zurückblieb, wollte ihn nicht verlassen, und nur auf Lieschens Arm gestützt wurde es ihm möglich, irgend wie aufrecht zu stehn.

Und wäre das anders möglich gewesen? – ließ es sich denken, daß bei solcher Nahrung, wie sie der alte Schullehrer mit den Seinen theilte, der Körper eines schon ohnedieß alterschwachen Greises gekräftigt werden konnte? – Wäre es möglich gewesen, daß diese dünnen wässrigen Gemüse, mit dem spärlichen Fleisch dannund wann die Woche, ersetzen sollten, was ihm Krankheit genommen, und woran so lange, lange Jahre hindurch Sorge und Noth gezehrt und genagt? Kräftige Fleischbrühen, Rindfleisch, gute in Fett geschmorte Gemüse und solche Sachen sollte der Reconvalescent bekommen – das hatte der Arzt, als er zum letzten Mal in der Schule war, gesagt, und dem alten Kleinholz war, als er die Dinge alle nennen hörte, das Wasser im Munde zusammengelaufen – aber wovon jetzt solche Luxusartikel, solche Delicatessen anschaffen? – Du lieber Gott, sie konnten von den paar Thalern, die sie erhielten, und da so viele Medicin gebraucht wurde, nicht einmal das Alles bezahlen, was sie nothwendig brauchten, wovon sie leben und existiren mußten, und gar noch solche extravagante Ausgaben – nein, das ging nicht an. Dem Doctor konnte man aber doch die Verhältnisse nicht so g'rad heraussagen, wie sie waren – Lieschen schämte sich wenigstens der Gemeinde wegen, dem fremden Arzt zu gestehn: wir sind nicht im Stande etwas mehr anzuschaffen, als was wir eben brauchen, um dem Verhungern zu entgehn. – Acht Menschen wollen essen, und diese acht Menschen sollten das von 50 Thalern das ganze Jahr – wären sie das im Stande? – Nein – Schulmeisters Kinder dürfen aber den weisenGeneralartikeln nach nicht betteln gehn – stehlen wollen sie nicht – was bleibt ihnen da übrig? –

Hennig that allerdings was in seinen Kräften stand, und mehr, als Tausende an seiner Stelle gethan hätten, er betrachtete seine Kasse als die des alten Lehrers, und aß was er aß, darbte wenn er darbte. Das konnte aber doch auch nicht auf die Länge der Zeit dauern, denn Hennig sollte nicht blos, wie der alte emeritirte Lehrer, vegetiren, er sollte auch lernen, um wieder lehren zu können – er mußte lesen und studieren – um das aber zu thun, hätte er einen Platz dazu und Geld zu Büchern haben müssen, und blieben die Verhältnisse so wie sie jetzt waren, so sah er keine Aussicht, wie ihm das je ermöglicht werden könne. Die Hoffnung lebt aber und stirbt mit uns – Papa Kleinholz hatte sein Bittgesuch um Zulage durch den Herrn Pastor und mit dessen Bevorwortung eingereicht, und das mußte in diesen Tagen wieder zurückkommen, nachher ließe sich, wenn von dieser Seite Hülfe wurde, schon eher ein Abkommen treffen. Daß ein Gesuch, auf solche Art an das Ministerium gebracht, abschläglich beschieden werden könnte, durfte man nicht gut erwarten, daran dachte Vater Kleinholz auch wirklich nicht einmal, denn er war so fest überzeugt, und wußte so genau, ermüsseeine Zulageund noch dazu eine ziemlich bedeutende Zulage haben, wenn er nicht effectiv und im wahren Sinne des Worts verhungern sollte, daß er auch nicht glauben konnte, die Regierung, die ja doch von allen Seiten so gerühmt ward, würde es dahin kommen lassen. Einem so rührenden Bericht, wie ihn sicherlich der Herr Pastor Scheidler eingereicht, hätte selbst das frühere Ministerium, das sich sonst nicht gerade gern auf Schulmeisterzulagen einließ, beistimmen müssen, wie viel mehr also solche Männer, die, aus der Wahl des Volkes hervorgegangen, auch für das Volk jetzt wirkten, und bis dahin noch immer gewirkt hatten, wenn sie irgend konnten, und es für nothwendig hielten – und war es hier etwanichtnothwendig?

Die Entscheidung blieb freilich recht lange – recht entsetzlich lange aus.

»Wenn es ihnen der Herr Pastor nur auch recht ordentlich an's Herz gelegt hat,« seufzte Lieschen oft, nachdem der Vater selbst schon mit seiner Riesengeduld ängstlich geworden war, und die Stunde herbeisehnte, in der er die Heil und Segen bringende Bewilligung seiner Bitte erfüllt sehen sollte. Nach solchem Zweifel richtete sich aber der alte Schulmeister in seinem Stuhle auf, und sagte:

»Laß Du nur den Herrn Pastor gehn, das ist einganzer Mann, und weiß, was er zu thun hat – dessen Versprechen habe ich, sein Möglichstes in der Sache zu thun, und was der verspricht, das hält er. Wenn sie mich armen alten Mann, was sie abernichtthun werden, wirklich abschläglich beschieden –derreiste selbst in die Residenz, und ginge sogar zum Könige, ihm die Sache vorzustellen – ich kenne doch unsern Herrn Pastor.«

Lieschen schüttelte bei solchen Worten immer das Köpfchen, und schaute nachher nur noch viel trüber und trauriger aus, denn das felsenfeste Vertrauen auf den Geistlichen konnte sie, sie mochte sich nun Mühe geben, wie sie wollte, nimmermehr theilen.

So rückte, unter Hoffen und Harren, unter frohen Erwartungen und bangen Zweifeln der Anfang Februar des Jahres 1849 heran, und die Lage des alten emeritirten Lehrers wurde mit jedem Tage trauriger. Seine Schulden in der Apotheke, denn Hennig hatte die eigene Casse schon bis auf den letzten Pfennig erschöpft – wuchsen mit jeder Woche; seine Kräfte nahmen dabei immer mehr und mehr ab, und die dunstige ungesunde Stubenluft – da ihn die strenge Kälte des Januar stets in das Haus und das verschlossene Zimmer gebannt –that wohl auch das ihrige, die zum Aeußersten zerrüttete Constitution des alten Lehrers zu untergraben.

Die Kälte hatte jetzt allerdings nachgelassen, und eine weit mildere Luft kündete, trotz der frühen Jahreszeit, den nahenden Lenz, da kam eines Morgens Hennig mit der freudigen Botschaft zu dem alten Kleinholz herüber, der Pastor habe einen Brief vom hohen Ministerium erhalten und werde am Nachmittag selber herüberkommen.

Einen Brief vom hohen Ministerium – Gott sei Dank, endlich, endlich – so hatte die Noth doch zuletzt ihr Ziel erreicht, und der alte Schullehrer konnte, wenn auch immer noch in seinen Verhältnissen gedrückt, wenigstens ohne Angst vor dem Verhungern der Zukunft entgegensehn. An dem Mittag wurde – denn für diesen Zweck war sie so lange aufgehoben, – die an Weihnachten empfangene zweite Flasche Wein angebrochen, Schulmeister Kleinholz trank ganz wider Erwarten zwei tüchtig volle Gläser davon bis auf die Nagelprobe aus, und war überhaupt heute so munter, so lebenskräftig, daß dem lieben guten Lieschen die hellen Freudenthränen in den Augen standen, wenn sie ihren Vater nur ansah. Nichts desto weniger konnte sie auch eine leise, unbestimmte Angst nicht unterdrücken, wenn sie manchmalan die Folgen dachte, die eine Täuschung – aber das war ja doch nicht möglich, also fort mit den Grillen und Sorgen; ihr alter guter Vater schien ordentlich wieder frisch aufzuleben, und da sollte sie doch wahrlich die Letzte sein, die betrübt und kleinmüthig der Zukunft entgegenschaute.

Der Nachmittag kam, die Schule war aus, die Kinder eben in jugendlichem Uebermuth den steilen Hügel hinunter gesprungen, und Lieschen hatte in aller Eile das Zimmer so weit gelüftet und aufgeräumt, wie möglich, daß ihr Vater wieder herunter konnte und der Herr Pastor nicht in das enge, unfreundliche Bodenkämmerchen hinauf zu klettern brauche.

Liebes unschuldiges Kind, das Du von klein auf gelernt hattest, zu dem geistlichen Vorgesetzten Deines Vaters mit stummer Ehrfurcht aufzuschauen, welche bittere Ironie sprachst Du – unbewußt – in den wenigen Worten »damit der Herr Pastor nicht in das enge, unfreundliche Bodenkämmerchen hinauf zu klettern braucht« – Du schämtest Dich des Platzes, nur des Herrn Pastors wegen, und wolltest ihm gern die Unbequemlichkeit ersparen, jenen unfreundlichen, traurigen Aufenthalt auch nur zu betreten – daß aber Dein armer alter Vater – der Lehrer und Erzieher fast des ganzen Dorfes,in den vier Wänden leben – existiren mußte – daß ihm ein solcher Raum zu seiner bleibenden Wohnung angewiesen worden, während der Geistliche sein behagliches geräumiges, ja kaum halb benutztes von Reben umranktes Haus da drüben stehen hatte, das fiel Dir nicht auf, das fandest Du ganz in der Ordnung – und weshalb? – Ei, das war ja der HerrPastor, und Dein Vater? –NurderSchulmeisterim Dorfe.

»Der Herr Pastor!« riefen endlich die Kinder, die schon seit peinlichen drei Viertelstunden am Fenster auf der Lauer gestanden, um die Ankunft des ehrwürdigen Herrn voraus zu verkünden, und dem alten Kleinholz flogen in seinem harten, mit Kissen aber sorgfältig ausgestopften Armstuhl, die Glieder wie Espenlaub. Aus tiefgewurzeltem Respect wollte er sich jetzt auch absolut emporrichten, um seinen gütigen Vorgesetzten stehend zu empfangen, das gab aber Hennig unter keiner Bedingung zu. Der alte Mann hätte es übrigens auch gar nicht gekonnt – wie er nur den Versuch machte, sank er gleich wieder kraftlos zurück, und so mußte es denn, »da es der Herr Pastor auch wohl seiner Schwäche zu Gute halten würde,« unterbleiben.

Die Thür ging auf, und der Geistliche trat, von den Bewohnern der Schule freundlich begrüßt, und denGruß eben so freundlich erwiedernd – o das war sicherlich ein gutes Zeichen – herein. Fast unwillkührlich machte Kleinholz einen neuen Versuch, sich emporzurichten, Hennigs Hand lag aber auf seiner Achsel, und Pastor Scheidler sagte gütig:

»Bleiben Sie sitzen, lieber Kleinholz, bleiben Sie sitzen, was wir mit einander abzumachen haben, können wir Beide sitzend abmachen,« und er ließ sich dankend auf den, ihm von Lieschen schnell herbeigetragenen Stuhl nieder, nahm aber dabei schon ein Packet oder einen großen Brief, den er in der Brieftasche gehabt, heraus, und fuhr fort: »ich will auch gleich zur Sache kommen, und Ihnen mittheilen – denn Herr Hennig wird Ihnen ja wohl schon gesagt haben, daß eine Antwort vom hohen Ministerium eingetroffen ist – was Ihnen dasselbe gnädigst bewilligt hat.«

»Bewilligt,« murmelte der alte Mann freudig und leise vor sich hin, und faltete in Dank und Jubel die bleichen, abgezehrten Hände vor der Brust.

»Es ist freilich nicht viel,« fuhr der Herr Pastor, das Papier entfaltend fort, »aber Du lieber Gott, man muß in jetziger gedrückter Zeit selbst mit Wenigem zufrieden sein, und Besseres erwarten, wozu das hohe Ministerium auch gegründete Hoffnung giebt. – Ich will Sie, lieberKleinholz nicht mit dem Vorlesen des ganzen langen Schreibens, das überdieß nur großentheils allgemeine Bemerkungen über den jetzigen Stand der Schule enthält, ermüden, sondern Ihnen nur das besonders für Sie Wichtigste daraus mittheilen.«

Der alte Schulmeister nickte nur schweigend mit dem Kopf, und schaute, todtenbleich im Gesicht, nach dem Munde des Geistlichen, aus dem ihm jetzt der so lange und heiß ersehnte Spruch des Heils – nur das Fristen seines armen, dürftigen Lebens – ertönen sollte. Auch die Blicke der Uebrigen hingen an den Lippen des Pastors, und dieser begann, nachdem er die Einleitung flüchtig und fast unverständlich vor sich hingemurmelt, dem alten, athemlos lauschenden Lehrer das Rescript des hohen Ministeriums zu eröffnen. Es war auch nicht in dem alten schwülstigen Canzleistyl abgefaßt, also der Inhalt klar und deutlich, aber – leider wenig tröstlich. Das Schreiben sprach sich zuerst in kurzen Worten über den Uebelstand aus, der allerdings in der allzugeringen Besoldung der Schullehrer liege, wie über die nothwendige Abänderung desselben, versicherte aber, in der jetzigen Krisis, wo gerade die Casse so ungemein in Anspruch genommen wäre, und Bittschreiben und Unterstützungsgesuche von allen Seiten und allen Ständeneinliefen, bedeutende Gehaltserhöhungen auf eigene Verantwortlichkeit nicht gewähren zu können, ehe die Kammern darüber entschieden haben würden. Nichts desto weniger wollten sie, da es sich hier doch nur um eine »kleine« Unterstützung handle, und der Lehrer alt sei, und wohl eine Erleichterung seiner Ausgaben verdiene, für jetzt, und bis das Pensionsverhältniß der emeritirten Lehrer regulirt sei, eine Gehaltszulage vonfünfThalern jährlich gewähren.

»Fünf Thaler?« unterbrach hier der alte Kleinholz, sich in Todesangst in seinem Stuhle aufrichtend, und immer noch in dem Glauben, er habe falsch gehört, den Geistlichen – »fünfThaler, sagten Sie, Herr Pastor – nur fünf Thaler soll ich jährlich – das ganze Jahr hindurch, Zulage bekommen?«

»Nicht für immer, lieber Kleinholz,« suchte ihn dieser zu beruhigen – »nicht für immer, nur bis zu der Zeit, wo, wie hier in dem Schreiben steht, die Kammern die Pensionate der Schullehrer festgestellt haben, dann bekommen Sie jedenfalls ziemlich bedeutend mehr – wenigstens die volle Hälfte Ihres Gehaltes – oder doch ziemlich so viel.«

»Fünf Thaler,« stöhnte der alte Mann, und stützte seine Stirn auf die fest und krampfhaft zusammengefaltetenHände, »fünf Thaler auf dreihundert und fünf und sechzig Tage – o Du mein gütiger Gott – Du mein gütiger Gott!«

»Herr Pastor,« nahm hier Hennig, der schweigend und traurig bis jetzt dabei gestanden hatte, das Wort – »dem Ministerium kann die Sache wohl nicht dringend – wohl nicht so, wie sie wirklich ist, vorgestellt sein – Sie erwähnten auch vorhin, daß es sich einem, allem Anschein citirten Ausdruck nach, hier nur um ›eine Kleinigkeit‹ handeln solle. Wenn die Worte in der Eingabe standen, so ist es kaum anders möglich, als daß das Resultat so ausfallen mußte, wie es ausgefallen ist.«

»Mein lieber Herr Hennig,« sagte Pastor Scheidler etwas pikirt – »Sie werden mir doch hoffentlich zutrauen, daß ich weiß, wie eine Eingabe an ein hohes Ministerium gemacht werden muß – es ist nicht die erste gewesen, sollte ich denken, und wird hoffentlich nicht die letzte sein – ich kann mit einem Minister nicht reden und Forderungen an ihn stellen, wie an unseres Gleichen, das werden Sie mir hoffentlich zugeben, denn so weit sind wir doch, Gott sei Dank, noch nicht mit derEmancipationgekommen, daß der Respectganzverloren gegangen, und die Achtung und Ehrerbietungvergessen wäre, die man seinen Vorgesetzten schuldig ist –«

»Dürfte ich Sie ersuchen, Herr Pastor, mir jene Schrift nur auf wenige Momente zu erlauben; ich möchte sie gern selbst einmal lesen,« sagte Hennig endlich.

Der Pastor zögerte einen Augenblick; es war fast, als ob er den Brief nicht gern aus der Hand gäbe, er konnte das Lesen desselben aber auch nicht gut verweigern, und reichte ihn endlich dem Schulmeister, der damit an das Fenster ging, und sich bald in dessen Inhalt vertiefte.

»Fünf Thaler,« wimmerte da wieder der greise Lehrer, und die hellen Thränen stürzten dem alten Mann jetzt, in nicht mehr zu dämmender Fluth über die eingefallenen Wangen nieder – »und elf Thaler sind wir in der Apotheke schuldig – drei beim Kaufmann, und jeder Tag, den ich noch lebe, muß das vermehren, bis – bis mir die Leute nichts mehr borgen – und dann muß ich armer, alter Mann, der ich sieben und vierzig Jahre das harte Brod eines Dorfschullehrers gegessen – mit meinen Kindern verhungern – o schlagt mich doch lieber todt – schlagt mich lieber gleich todt, daß ich nur vonder Erde komme, ich alter unnützer – unglückseliger Dorfschulmeister!«

Und wieder gab er sich, die Gegenwart des Geistlichen fast gar nicht mehr beachtend, seinem ganzen, ungezügelten Schmerze hin, und weinte und schluchzte wie ein Kind. Lieschen, die bis jetzt – erst in gespannter Erwartung, dann in peinlichem Schmerz an seiner Seite gestanden, und immer noch gehofft hatte, in dem starren Angesicht des Geistlichen einen Strahl von Hoffnung zu lesen, der die Unglücksbotschaft, die er brachte, Lügen strafen sollte, bog sich jetzt mit liebender Sorgfalt über den Vater nieder, und suchte den alten verzweifelnden Mann zu trösten.

»Sieh nur, Väterchen,« sagte sie schmeichelnd – »fünf Thaler sind schon eine ganz hübsche Summe, und dann gehe ich hinunter auf das Gut, und nehme den Dienst dort an, der offen ist. Jettchen hier ist allerdings noch klein, kann Dich aber doch auch schon pflegen, und Dir besorgen, was Du brauchst, und Abends komm' ich ein halb Stündchen herauf, und sehe wie Dir's geht.«

»Herr Pastor,« sagte da Hennig plötzlich – »in der Eingabe muß jedenfalls irgend etwas irrthümlich angegeben, oder oben mißverstanden sein. Der Minister sagt hier, daß er sich mit den nothwendigen Unterstützungen,um die er fortwährend angegangen würde, natürlich größtentheils auf ›Familienväter‹ beschränken müßte, und ›Schulmeister Kleinholz scheine keine Familie zu haben.‹ Seine sieben Kinder sind entweder nicht erwähnt, oder übersehen worden; wäre es da nicht besser, Sie, Herr Pastor, setzten vielleicht ein neues Gesuch auf, und schickten es, mit den genaueren Angaben und Einzelheiten noch einmal ein? – Der Fall ist dringend hier – der alte Mann kann ja beim ewigen Gott nicht warten, bis die Kammern über sein Leben oder seinen Tod einen Beschluß gefaßt haben – wir leben gegenwärtig in einer zu wichtigen Zeit – die ruhigen Reformen des inneren Staatslebens werden das Letzte sein, woran man denkt, da es jetzt ja noch das wichtigere Werk, eine Einigung Deutschlands und die Vertheidigung des Vaterlandes gegen äußere Feinde gilt. Eine richtige, einfache Darstellung dieses alten emeritirten Lehrers wird und kann nicht bei dem jetzigen liberalen Ministerium ohne Erfolg bleiben – sie dürfen den alten Mann hier doch wahrhaftig nicht auf dem Stroh verderben lassen. O wenn Sie nur einmal selbst mit dem Herrn Minister sprechen könnten –«

Kleinholz sah, als er den Vorschlag hörte, wie von einem neuen Hoffnungsstrahl durchzuckt, rasch und fragendzu dem Geistlichen auf – sein ohnedieß schon bleiches Angesicht hatte eine fahle, förmliche Todtenfarbe angenommen, und die Augen lagen ihm tief und glanzlos in den Höhlen. Der Pastor aber schüttelte mit dem Kopf –

»Das geht nicht, das geht nicht, Herr Hennig,« sagte er, »zweimal um eine und dieselbe Sache petitioniren, wenn schon gleich beim ersten Mal ein Zugeständniß gemacht wurde, und noch dazu so ganz dicht hintereinander, ist gegen allen Gebrauch, und würde höheren Ortes sehr mißliebig bemerkt werden; und was nun gar eine persönliche Audienz betrifft – ei, wo denken Sie da hin? Wie dürfte ich erstlich die mir anvertraute Gemeinde so lange allein lassen? (in seinen eigenen Angelegenheiten hatte er Horneck schon mehrere Mal, und gleich auf einige Tage verlassen.) Und dann sind die Herren Minister auch so von Besuchen überlaufen, daß ein solcher Schritt für den Mann, der ihn wagte, wohl kaum eine Empfehlung sein möchte. Ueberlassen wir der Zeit auch etwas – das Gesetz über den Gehalt der Schullehrer wird in den Kammerverhandlungen, wie mir schon versichert ist, ziemlich bald, wenn auch nicht gleich in den ersten Wochen, zur Sprache kommen, und nachher findet sich das andere, wenn mandannwiedereinmal durch eine neue Petition eine kleine Nachhülfe giebt, von selber.«

»Herr Pastor,« murmelte Kleinholz, und streckte die zitternden Hände nach ihm aus – »Herr Pastor – ich – ich –« seine Worte wurden zu einem dumpfen, unartikulirten Röcheln, er brachte kein verständliches Wort über die Zunge, und nur die Augen sprachen, zehntausendmal deutlicher als es Worte auch vermocht, die kalte lähmende, trostlose Verzweiflung aus, die sich jetzt – da alle, alle Hoffnungen miteinemSchlage vernichtet worden, seiner bemächtigt hatte.

»Lieber Kleinholz,« sagte der Pastor, und suchte so viel Trost- und Mutheinsprechendes in seine Worte zu legen, als ihm das möglich war, »verzagen Sie nicht – es kann noch Alles gut gehn – ich will mich direct an den Vater meines Schwiegersohnes wenden – es ist sehr leicht möglich, daß der im Stande ist, etwas Wesentliches für Sie zu thun; jedenfalls können wir von ihm genau erfahren, welche Schritte am Besten geschehn müssen, um Ihnen sobald als möglich eine Erleichterung zu verschaffen – sind Sie damit einverstanden?«

Kleinholz hielt den Blick noch immer still und stumm auf ihn geheftet, und der ganze Ausdruck seiner Züge schien sich nur in dem einen quälenden Gedanken zu concentriren– »also das sind Deine Versprechungen,dasist die Hülfe, die Du dem armen, bis dahin in den Staub getretenen Schulmeister werden läßt.« Der Pastor, der den vorwurfsvollen Blick aus Augen, die sonst nur in höchster Ehrfurcht und Anhänglichkeit zu ihm aufgeschaut, nicht ertragen konnte, griff fast wie unwillkührlich in die Tasche, nahm einen Thaler heraus, legte diesen, als er in den anderen mehr gesucht, keinen aber mehr gefunden hatte, auf den Tisch, und verließ hastig das Zimmer.

»Das erste Almosen,« stöhnte der alte Lehrer, und sank, sein Gesicht mit den Händen deckend, auf das Kissen, das seine rechte Stuhllehne schützte, nach vorne auf die Stirne nieder. – Hennig faltete erschüttert die Hände, und Lieschen bog sich weinend über den Greis, während die Kinder, der für sie drückenden Gegenwart des Geistlichen jetzt enthoben, laut schluchzend zu dem Vater sprangen, seine Knie umfaßten, und ihn baten, ihr guter, guter Vater zu sein, und sich nicht zu härmen und zu grämen – sie wollten ausgehn und arbeiten, Gänse hüten und Obst bewachen, kurz Alles thun, was in ihren Kräften stand, ebenfalls ihr Brod zu verdienen, und nachher würd' es schon besser – nachher würde es recht gut mit ihnen allen werden.

Vater Kleinholz rührte und regte sich nicht, und der eine Arm sank ihm über die Stuhllehne nieder.

»Lieschen – bitte Lieschen,« sagte Hennig rasch, und trat vor das Mädchen – »holen Sie mir doch ein Glas Wasser – mir ist – mir ist nicht recht wohl.«

Lieschens Blicke hafteten in stierem Entsetzen an der regungslosen Gestalt des Kranken – die Worte, die Hennig zu ihr sprach, hörte sie gar nicht.

»Thun Sie mir die Liebe, gutes Lieschen, und holen Sie mir ein Glas Wasser,« bat Hennig dringender, ergriff ihre Hand, und suchte sie von dem Stuhle fortzuführen.

»Vater!« flüsterte aber in diesem Augenblick mit leiser kaum hörbarer Stimme die Tochter – »Vater!« – Sie sprang, Hennigs Hand zurückstoßend, auf ihn zu, hob seinen Oberkörper empor, warf nur einen einzigen Blick auf die blassen, geisterhaften Züge und stürzte mit lautgellendem Schmerzensruf ohnmächtig zu Boden.

Der alte Schulmeister war todt.

Gebe Gott, daß diese Ueberschrift eine Lüge werde – daß es keinSchlußdes armen gedrückten Lehrerlebens mehr sei, wie ich es hier beschrieben, und wie es, o leider so oft, so entsetzlich oft – in unserem »gesegneten« Deutschland geschehen ist. Den Ruhm haben wir bis jetzt für uns beanspruchen wollen, das civilisirteste, das intelligenteste Volk der Erde zu sein, und die Leute, die uns allein dazu bringen könnten es zu werden – lassen wirverhungernoder ihr Leben doch wenigstens auf so traurige, elende Art dahinschleppen, daß sie an Leib und Seele – erst körperlich und dann geistig zu Grunde gehnmüssen.

Deutschland ist krankund zwei Quacksalber mühen sich ab, und ereifern sich das arme, kranke Deutschland unter dem Vorgeben, es heilen zu wollen, in sein frühes Grab zu bringen. Sie beide kehren sich keinenDeut um die wirkliche Gesundheit und Kraft, um die wirklicheGenesungdes Patienten, nur ihre eigenen selbstsüchtigen Zwecke haben sie im Auge, nur ihr eigenes Interesse ist es, das sie in geschäftiger Thätigkeit an das Lager des Leidenden treibt.

Der eine dieser Aerzte will nurRuhe– das Stöhnen, der Krampf – das wilde, unruhige Aufzucken des Kranken – seine Fieberphantasien und schlaflosen Nächte ängstigen ihn selbst, und lassenihmkeine Ruhe, also verschreibt er Opiate – immer nur Opiate, und im Fall etwas stärkerer Aufregung sogar Zwangsjacke und Ketten – »nur Ruhe, lieber Patient, nur Ruhe.« –

Der andere ist ein noch ganz junger – blutjunger Arzt – der betrachtet den Patienten mit einer gewissen Liebe und Zärtlichkeit – er nennt ihn »seinen Patienten« –seinDeutschland, und lächelt vergnügt bei dem Gedanken, daß dieß der erste ernste Fall ist, der unter seine Hände kommt. Ei was für prachtvolleExperimentekann er jetzt an dem Leidenden vornehmen – wie lacht ihm das Herz nur in der Aussicht auf all' die Amputationen und Kreuz- und Querschnitte, Sondirungen und Beobachtungen eiternder Wunden. Je toller der Kranke dabei rast und wüthet, desto lieber ist es ihm – er drückt sich dann nur rasch in die sichere Eckeund schaut aufmerksam zu, um die Wirkungen zu beobachten, die ein etwas tieferer Schnitt als gewöhnlich, oder ein neues, noch nicht erprobtes Instrument, eine selbst erfundene Medicin vielleicht, auf ihn machen. Nur wenn ihm das Toben etwas zu arg wird, wenn der Paroxismus steigt, und er doch vielleicht fürchtet, der etwas übermäßig maltraitirte Kranke möge endlich einmal den Arm nachihmausstrecken und ihn fassen, dann drückt er sich rasch zur Thür hinaus über die Grenze, und wartet draußen ruhig die Crisis ab. Er verordnet dabei fortwährend verzweifelte Mittel – indianische Schwitzbäder und halsbrechende Kuren – Medicinen, durch die er den Kranken ununterbrochen an den Rand des Grabes bringt, und freut sich dabei wie ein Kind darauf zu sehn, ob der Leidende das wirklich aushält, oder – ob er darüber zu Grunde geht.

Und Deutschland? – wird nicht eher genesen, bis es die beiden Quacksalber, den einen wie den anderen, beim Schopf nimmt, und zu Thür oder Fenster – beides gleich gut – hinausschleudert. Deutschland leidet an keinem Uebel, das durch Opiate beschwichtigt oder durch rasende Kuren, mit Biegen oder Brechen in einer Nacht geheilt werden könnte – der Sitz der Krankheit ist bei ihm im Unterleib – das ewige Stubenhocken– die dunstige Luft, in der es, o so lange, lange Jahre hinter Schloß und Riegel gehalten wurde, hat seinen ganzen Körper geschwächt und erschlafft – seinen Gliedern ihre volle Thätigkeit geraubt, und nur ein ordentlicher, verständiger Arzt, der mit Umsicht und ernstem Eifer zu Werke geht, kann hier heilbringend sein – und der Arzt ist derLehrer der Volksschulen– macht esdemerst einmal möglich, den Geist des Volkes aus seinem stumpfen Starrsinn zu wecken, und das Volk selbst zum klaren Bewußtsein seiner Lage zu bringen, und seht dann, wie schnell es den Opiumhändler und Chirurgen mit seinen Lanzetten, Sägen und Messern selbst zu Thüren und Fenstern hinaussendet.

Der Volksschullehrer ist der Mann, von dem wir wirkliches, wahres Heil für unsere lieben Kranken erwarten dürfen, und den Mann hegt und pflegt nur dafür – den Mann zieht aus dem Staub und Elend, in das er bisher durch Verhältnisse und Geistliche hineingetreten wurde, hervor, dem Manne löst die Hände und füllt den Magen, daß er nicht halb verhungert mehr, und mit gebundenen Gliedern, Eure Kinder und kommenden Geschlechter auch wirklich erziehen und zu Menschen – und nicht bloß zu Unterthanen des Staats und der Kirche – heranbilden kann, und seht dann, wenn Ihrdas keinen Augenblick mehr versäumt, sondern frisch und rasch dabei an's schöne – heilige Werk geht, welcher kräftige, herrliche Körper – welche Heldengestalt das war, die unter Perrücke und Zopf, unter dem dreieckigen Hütchen und dem bestaubten Knechtsgewand, gebückt und mit schwankenden Schritten einherging. – Nicht genug also, daß Ihr dem für sein ganzes Leben an den Felsen Geschmiedeten die Fesseln löst, und zu ihm sagt, »nun kämpfe,« Ihr müßt ihn auch erst wieder gehen, und die erstarrten Glieder gebrauchen lehren – bis dahin wird ihm die Waffe nur ein machtloses Spielwerk, er selbst aber nie im Stande sein, sie zu führen.

Bis jetzt sind wir aber noch nicht so weit – noch sterben die alten emeritirten Lehrer – die sich Menschenalter hindurch quälten und mühten, das aufwachsende Geschlecht »im Nothwendigsten« zu unterrichten, in Hunger und Kummer, und die jüngeren Lehrer – leben darin; der Mann aber, der eigentlich derersteim Staat sein sollte, ist derletzte.

Der alte Schulmeister Kleinholz war todt – auf den Acker trugen sie ihn hinüber, wohin er selber so manchen zur letzten Ruhe begleitet; –ihnaber trugen Sie nicht zurletztenRuhe hinaus – armer alter Lehrer – eswar, so alt und schwach Du geworden, DeineersteRuhe.

Der Tod des alten Lehrers ging in Horneck ziemlich spurlos vorüber – »es ist ein Glück für den alten Mann, daß er gestorben ist,« sagten die Leute – es schien sich ganz von selbst zu verstehn, daß ein alter dienstunfähiger Schulmeister doch nichts weiter mehr vom Leben, und nicht die geringsten Ansprüche auf ein ruhiges Greisenalter gehabt haben könne.

In der Pfarre wurde indessen gepackt, und unter Jammer und Thränen Vorkehrung für die Auswanderung der ältesten Tochter, der jungen Frau Doctorin Wahlert, getroffen. Wahlert selbst war schon früher, man wußte in Horneck nicht recht wohin, vorausgereist, denn eine, von Berlin aus gegen ihn anhängig gemachte Klage auf Hochverrath und Majestätsbeleidigung, bei der sich dasVolkvollkommen ruhig verhielt, und seine eigene Verhaftung auch eben so ruhig mit angesehen hätte, ließen ihn wünschen, die wirkliche Republik so bald als möglich zu erreichen, um dort, mit erneuter Thätigkeit, nicht etwa die deutsche Sache aufzugeben, sondern erst recht zu beginnen, für Deutschlands Wohl und Zukunft in dem Sinne zu wirken,den er für sein Vaterland am schnellsten zum Ziele führend, glaubte.

Hennig hatte trotz des Geistlichen Drohungen und Unwillen, seine neugegründete Zeitung nicht aufgegeben, sondern arbeitete thätig daran fort, und es war fast, als ob der Eifer seines Strebens, wenn ihm auch das schöne Zielnachdem er strebte, entrissen worden, eher vermehrt und genährt, als vermindert wäre. Für die Kinder des alten Schullehrers Kleinholz mußte jetzt freilich, da ihr Ernährer gestorben war, die Gemeinde sorgen, und sie wurden deshalb theils bei Handwerkern, theils auf Bauergütern, und zwar alle ziemlich gut untergebracht – die armen Kleinen, die noch fast keine Jugendlust gekannt, waren an Arbeit und Entbehrung gewöhnt, und fanden sich, als der erste Schmerz der Trennung von der einstigen Heimath überstanden war, leicht in ihre neue, jedenfalls körperlich verbesserte Lage. Nur Lieschen mochte nicht mehr zu fremden Leuten ziehn, und folgte gern und freudig jetzt, da ihr armer alter Vater unter der Erde ruhte, und ihrer nicht bedurfte, und sie auch alle die Geschwister besser versorgt sah, als sie selbst hätte für sie sorgen können, der Einladung, ja der Bitte Sophiens, sie über das Meer hinüber zu begleiten. Die Vergangenheit lag wie ein dunkler Schleier hinterihr, und ihrer treuen hoffenden Seele zeigte die Zukunft nur Freude, Glück und Segen.

Der alte Musikant wanderte, als er sein einziges Kind beerdigt, in die Residenz – Wahlert, der ihn nach der Tochter Tod gefunden, und ihm des Oberpostdirectors Schein überliefert hatte, sorgte auch noch weiter für ihn, und verschaffte ihm durch einen Freund dort eine zwar beschränkte, aber doch sichere Stellung, in der er sein Brod und einen Wirkungskreis für seine Thätigkeit fand.

Was jene drei, an Rang verschiedene, an Schlechtigkeit sich gleichstehende Subjecte, den Brandstifter Krautsch, den Oberpostdirector von Gaulitz und den Dieb Poller betrifft, so erhielten die beiden ersteren ihren verdienten Lohn – Krautsch wurde des Brandstiftens überwiesen, und in außergewöhnlich schneller Gerichtspflege zu zehnjähriger Zuchthausstrafe verurtheilt, und der Herr von Gaulitz, dem Poller mit dem größten Theil seines Vermögens durchgegangen war, blieb von dem Sturz gelähmt, und mußte Zeitlebens an Krücken gehn. Poller entkam, wenigstens hat man bis heute noch keine Spur von ihm gefunden, und aller Wahrscheinlichkeit nach ist es ihm gelungen, der Richtung entgegen, in der man ihn vermuthete und verfolgte, nach Stettin zu entkommen,von wo aus er leicht auf dänisches Gebiet übersetzen konnte.

Und erreichte Wahlert, nach was er strebte? – Gelang es dem Schulmeister, sein schönes Ziel zu gewinnen, und seinem Stand die Stellung zu sichern, die ihm gebührte? – fand Lieschen ihren Fritz in dem weiten Amerika, und des Pastors holdes Töchterlein das Glück, das sie an der Seite des Geliebten erwartet? – Lieber Leser, ich müßte prophezeihn können, wollte ich Dir das Alles jetzt schon verkünden – wir schreiben heute den zehnten März 1849, und dieses, wie das nächste Jahr wird Deutschlands Entwickelung bestimmen. Interessirt es Dich dann noch, so erzähle ich Dir weiter, wie es mit unseren Freunden in der neuen und alten Welt geworden, und Du folgst mir dann auch vielleicht mit mehr Ruhe und Aufmerksamkeit über das weite blaue Meer, als Du jetzt, wo Du den Kopf daheim voll Sorg' und Arbeit hast, mir folgen würdest – bis dahin also auf ein frohes, freudiges Wiedersehn.

Druck von Breitkopf und Härtel in Leipzig.

[1]: Die nachfolgenden Verse habe ich der interessanten Sammlung »humoristische Mondlichter« von Theodor Drobisch entnommen.

Das Originalbuch ist in Frakturschrift gedruckt.

Abschnitte, die abweichend in Antiqua gesetzt wurden, sind in der Transkription in kursiver Schrift dargestellt.

Der Text des Originalbuches wurde grundsätzlich beibehalten, mit folgenden Ausnahmen:

Seite4:"«" eingefügt(Hier ein Schütze – ach –«)

Seite7:"iu" geändert in "in"(da darf man nicht hineinschießen in dieHunde)

Seite11:"«" entfernt(man darf ja doch nicht zwischen sie hinein schießen.)

Seite16:"«" eingefügt(in de Residenz als en Wilddieb – verstanden?«)

Seite18:"erklärte" geändert in "erklärten"(und erklärten hier nun unverschämt genug)

Seite19:"»" eingefügt(»so können wir's ihnen nicht verwehren)

Seite19:"»" entfernt(es ist Geschmackssache und ihre eigene Schuld)

Seite32:doppeltes "und" entfernt(rasch und ungeduldig hin und wieder schritt)

Seite35:"»" entfernt(Der Oberpostdirector entfärbte sich leicht)

Seite41:"«" eingefügt(»und ich will gern Alles thun, was –«)

Seite42:"nm" geändert in "um"(Bitte um Verzeihung, Herr von Gaulitz)

Seite44:"," eingefügt(forschend an, »Mensch)

Seite47:"«" eingefügt(»Poller – Poller!« rief der Oberpostdirector)

Seite48:"," eingefügt(Wahlert aber ergriff seinen Arm, zog ihn mit sich)

Seite48:"." geändert in ":"(nach der Thür und sagte hier rasch und leise:)

Seite49:"," eingefügt(sagte Wahlert, »Sie haben keine Secunde mehr zu verlieren!«)

Seite49:"des" geändert in "das"(brachte ihn vor das Gut hinaus)

Seite72:"»" eingefügt(»Sie wissen, daß ich in früherer Zeit)

Seite73:"«" eingefügt(und thäten Sie es doch, wären Sie ungerecht.«)

Seite75:"Diaconns" geändert in "Diaconus"(was denDiaconusals unerträglich drückte)

Seite76:"." geändert in ":"(herzlich, aber dennoch mit einem leisen Vorwurf im Ton:)

Seite78:"d e" geändert in "die"(sagte Sophie, die bis dahin, dem Gespräch still aber)

Seite81:"Bilderu" geändert in "Bildern"(flog in lieblichen lockenden Bildern zauberschnell)

Seite84:"eine" geändert in "ein"(oder ob es wieder ein leiser Vorwurf sein sollte)

Seite103:"abgegewendet" geändert in "abgewendet"(Kopf auch nicht so tief gesenkt und vom Lichte abgewendet)

Seite104:"«" eingefügt(Lob jetzt und immerdar.«)

Seite105:"dem" geändert in "den"(nach den hellerleuchteten Fenstern der Uebrigen hinüberschauen)

Seite106:"," eingefügt(Lieschen trat vor die Thür, ah – jetzt hörte sie)

Seite117:"beschäftig" geändert in "beschäftigt"(mit seinen eigenen trüben Gedanken beschäftigt schien)

Seite118:"»" eingefügt(brummte der Alte, »die Nächte draußen in Kälte und Nebel)

Seite122:"»" eingefügt(und lachte dann – »was Lustiges wollen die Bauern haben)

Seite133:"stüsterte" geändert in "flüsterte"(flüsterte er mit kaum hörbarer Stimme)

Seite134:"«" eingefügt(laß die Possen – wir wollen lieber schlafen gehn.«)

Seite136:"«" entfernt(Hier ist – hier kommt die Braut!)

Seite161:"denn" geändert in "den"(so schnell er konnte, den Wagenschuppen wieder zu erreichen)

Seite169:"«" entfernt(von dem der Feuerlärm hertönte.)

Seite176:"überwundenen" geändert in "Überwundenen"(faßten ihn und warfen den Überwundenen zu Boden nieder)

Seite183:"benfalls" geändert in "ebenfalls"(wie ich Ihnen hier vorher bemerken möchte, ebenfalls so)

Seite184:"«" eingefügt(Daß man – zum Betteln sehen kann!«)

Seite185:"»" eingefügt(»Weil Siegellack so spröde ist)

Seite190:"«" eingefügt(»Ah –« schrie der Schuster und zeigte lachend)

Seite213:"abe" geändert in "aber"(aber Du lieber Gott, man muß in jetziger gedrückter Zeit)

Seite232:"," entfernt(an der Seite des Geliebten erwartet? – Lieber Leser)


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