Siebentes Kapitel.

Siebentes Kapitel.

Während der Prinz und dessen getreue Freunde bedacht waren, Sidonien einen neuen Schmerz zu bereiten, sah diese mit angenehmen Gefühlen der nahenden Zeit entgegen, die ihr den geliebten Freund wieder zuführen sollte.

Graf Römer hatte nämlich Aurelien mitgetheilt, daß er mit dem Beginn des Spätherbstes bei ihr einzutreffen und alsdann den Winter daselbst zu verleben hoffe. Von dieser angenehmen Gewißheit angeregt, welche ihr einen genußvollen Winter sicherte, der ihr unter anderen Verhältnissen wie gewöhnlich einförmig und traurig dahin geschlichen wäre, entwarf Sidonie mit der Freundin allerlei Pläne für diese Zeit, um auch dem Freunde angenehme Stunden zu bereiten.

Das neue Glück hatte ihrem Geist neue Spannkraft verliehen und mit dieser ihr zugleich neue Interessen zugeführt, die in dem bisherigen traurigen Dasein allmälig erstorben waren. Es war jetzt wirklich so, wie sie früher versichert, daß sie sich mit des Grafen Wiederkehr wieder frei und in dieser Freiheit und ihrer Liebe ihr Leid weniger fühlte, ja dasselbe sogar für Zeiten vergessen konnte und auch wollte. Während der Berathung gedachte sie des Beifalls, den ihr Harfenspiel früher bei dem Grafen gefunden, und sie nahm sich vor, demselben wieder mitvermehrtem Eifer obzuliegen, um den Freund dadurch wie einst zu erfreuen. Ebenso wollte sie einige berühmte Virtuosen für die Abendcirkel gewinnen, deren Ankunft man während des Winters erwartete.

In solcher Weise beriethen und sorgten die Freundinnen für die Zukunft, und die Hoffnung, den Grafen auch außer in den Gesellschaften noch in den Concerten und Theatervorstellungen bei dem Fürsten, deren es wöchentlich gewöhnlich mehre gab, zu sehen, verhieß ihnen die angenehmste Zukunft. Sidonie fühlte sich durch die näher bezeichneten Aussichten um so beglückter, da der Prinz auch trotz seiner längeren Anwesenheit sie durchaus unbeachtet ließ und auch der Fürst jede Lust verloren zu haben schien, sich irgend wie um ihre Aussöhnung zu bemühen.

Das letztere war durch einen besondern Umstand herbeigeführt worden. Der Prinz hatte nämlich seinem Oheim, als dieser sich erkundigte, wie er jetzt mit der Prinzessin stehe, erwidert, daß in ihrem gegenseitigen Verhältniß keine Aenderung eingetreten wäre, indem er zugleich als Grund dafür die ihm von Sidonien gezeigte verletzende Kälte angab, die ihn von einer Annäherung zurückgeschreckt hätte. Der Fürst schenkte seinen Worten vollen Glauben, wozu er sich durch Sidoniens bisheriges Verhalten berechtigt hielt, und die Folge davon war ein sich steigernder Unwille gegen sie. Er gab es auf, sich noch länger stets fruchtlos zu bemühen. Das war dem Prinzen sehr erwünscht, denn er hoffte, sich nun endlich in dieser Angelegenheit Ruhe verschafft zu haben, undkonnte überdies seinem näher bezeichneten Interesse um so ungestörter nachgehen.

So nahte der zum Jagdausflug bestimmte Tag, den das freundlichste Wetter begünstigte. Da das Schloß mehre Meilen entfernt war, sich die Wege dahin nicht im besten Zustande befanden, so brach der Prinz ziemlich früh auf, um zu guter Zeit daselbst anlangen zu können. Auf Mühlfels’ Vorschlag waren nur wenige Personen, darunter Henry, zu des Prinzen Begleitung bestimmt worden, ebenso hatte der Erstere diesen zu veranlassen gewußt, keinen seiner Freunde dazu einzuladen, worauf der Prinz, wie überhaupt auf diesen Ausflug, in der Voraussicht gern einging, den Aufenthalt des Mädchens und dieses selbst zu entdecken. Mühlfels verband mit dem Fernhalten der bezeichneten Personen die geheime Absicht, die Wirkung des Zusammentreffens zwischen dem Prinzen und Marianen durch die leichtfertigen und zudringlichen Freunde nicht abgeschwächt zu sehen und dadurch vielleicht gar den gewünschten Erfolg einzubüßen. Bei der besondern und reizbaren Stimmung des Prinzen mußte Alles vermieden werden, was den romantischen Charakter dieser Angelegenheit irgend beeinträchtigen konnte. Mühlfels kannte seinen Prinzen zu gut, um nicht auf alle Vorkommnisse vorbereitet zu sein, und wir werden später erfahren, mit welcher Sorgfalt er seine Maßregeln getroffen hatte, um sich den Erfolg zu sichern.

Diese neue Passion des Prinzen däuchte ihm nämlich aus dem idyllischen Liebesleben, dem sich einst Ludwig der Vierzehnte hingegeben und in dem er sich so glücklichgefühlt hatte, hervorgegangen zu sein, das der Prinz nun nachahmen wollte. Einfache Natürlichkeit, unbefangene Hingabe, mit dem Reiz des Geheimnisses und der Romantik verwoben, das war es, was er suchte und worin er Genuß zu finden hoffte.

Mühlfels täuschte sich in dieser Voraussetzung wirklich nicht; es war in der That so, was um so weniger befremden darf, da wir des Prinzen Vorliebe für starke Gegensätze kennen gelernt haben.

Das Schloß lag auf einer sanften Anhöhe, von einem alten, prächtigen Laubwalde umgeben, der das seit vielen Jahren darin gehegte Wild beherbergte. Dasselbe war von des Fürsten Vorfahren erbaut worden und hatte denselben dereinst als vorübergehender Sommeraufenthalt gedient. In der Folgezeit fand dies jedoch nicht mehr statt und das Schloß wurde von den Fürsten nur noch bei Gelegenheit der in jenen Waldungen abzuhaltenden Jagden für einige Tage besucht. Seitdem jedoch der Fürst zur Regierung gekommen war, hörten auch diese Besuche auf, da weder er noch der Prinz Geschmack an der Jagd fanden, und so geschah es, daß das Schloß allmälig dem Verfall entgegen ging, da nichts zu dessen Erhaltung geschehen war. Dieser Umstand erhöhte den einsamen, romantischen Charakter dieses Ortes wesentlich, obgleich demselben mancherlei von der Natur gebotene Schönheiten nicht mangelten. Dem durch das geräuschvolle Treiben der Städte abgespannten Ohr that die hier herrschende Ruhe wohl, und das durch Glanz und Pracht übersättigteAuge fand in den anspruchslosen Reizen der Natur, denen der nahende Herbst seinen malerischen Charakter verlieh, einen neuen, wohlthuenden Genuß. Statt der rauschenden Musik der Oper und Concerte schmeichelte sich der von den Luftwellen herüber getragene ferne Glockenton in das Ohr, gewann hier der vereinzelte Vogelgesang und das Schwirren der Insekten eine angenehme Bedeutung, denen man gern und mit Behagen lauschte.

Wir sehen, daß diesem Ort keine jener Eigenschaften mangelte, wie sie des Prinzen Stimmung verlangte; denn ein größerer Gegensatz zu seinem Wohnort konnte kaum gefunden werden.

Je mehr sie sich dem Schloß näherten, um so häufiger führte der Weg durch dichte Waldungen und einsame, nur wenig belebte Gegenden, bis sie, ungefähr eine Meile von dem Ziel ihrer Reise, der fürstliche Wald aufnahm, dessen Kühle und Schatten sie fortan begleitete. Sie genossen diese Annehmlichkeiten in dem vollsten Maß, da der nicht besonders gute Weg die Fahrt bedeutend verlangsamte. Trotzdem zeigte der Prinz keine Ungeduld, sondern schien sich ganz behaglich zu fühlen, was auch in der That der Fall war. Die erquickliche Luft, die Düfte des Waldes und die landschaftlichen Umgebungen hatten, wie das bei Naturen seiner Art zu sein pflegt, auf Körper und Seele ihre wohlthätigen Wirkungen ausgeübt.

Schon sank die Sonne, als sie den Wald verließen und dem von der Abendgluth beleuchteten alterthümlichen Gebäude nahten, das sich mit seinen abgebröckelten Mauernund verschnörkelten Zinnen, seinen verwitterten Eckthürmchen und glitzernden Fenstern von dem tiefdunkeln Walde malerisch abhob. Allerlei verwachsene Gartenanlagen, geschwärzte und mehr oder weniger zerstörte Statuen, Urnen und ähnliche von Gestrüpp umwucherte Zierrathen vor dem Schloß verriethen die demselben einst geschenkte Sorgfalt, von welcher jetzt freilich keine Spur mehr vorhanden war. Denn überall machte sich die Wildniß geltend.

»Das sieht ja wie ein verzaubertes Schloß aus, in dem man allerlei Spuck und Hexerei erwarten muß,« bemerkte der Prinz, von dem eigenthümlichen Bilde angezogen, das auf ihn einen um so größeren Eindruck ausübte, da er das erstere nur in seiner Kindheit besucht hatte und seitdem nicht wieder und daher keine Erinnerung mehr davon besaß. Auch war er damals in einer großen Gesellschaft von Hof-Cavalieren und Edelleuten hierher gekommen, die sein Interesse in Anspruch nahm und ihn daher von der näheren Betrachtung des Schlosses abgezogen hatte.

Das war jetzt anders. Er wurde nur von der Dienerschaft empfangen, befand sich in einer passenden Stimmung mit seiner Umgebung und so geschah es, daß er nach dem Verlassen des Wagens sich das Schloß und die Umgegend genau betrachtete und seinen Beifall darüber gegen Mühlfels zu erkennen gab.

»Ich werde hier eine vortreffliche Nacht haben, wie schon lange nicht, vorausgesetzt, daß mich kein loser Spuck stört,« bemerkte er in heiterer Laune, die ihn auch nichtverließ, als er später die düsteren, hohen und mit einer Menge Jagd-Embleme verzierten Gemächer betrat. Die geöffneten Bogenfenster gewährten dagegen erheiternde Fernsichten auf bewaldete Berge, einen stillen See, der das Abendgold widerspiegelte und an dessen Ufer das Auge eine Anzahl Hirsche unterschied, die daselbst in Sicherheit ihren Durst löschten.

Im Anblick dieser Naturschönheiten wurde das Souper eingenommen, das dem Prinzen nach langer Zeit, wie er gestand, wieder wirklich mundete. Gegen Ende desselben, als sich bereits tiefere Dunkelheit über die Umgegend gebreitet hatte und nur noch ein sanfter Nachschimmer im Abend sichtbar war, erklang plötzlich eine liebliche Hornmusik von dem nahen Walde her. Es waren einfache, ansprechende Melodien, die, über den See fort tönend, das Echo weckten und in dessen Nachhall erstarben.

»Vortrefflich, vortrefflich!« rief der Prinz wiederholt, den Tönen mit Aufmerksamkeit lauschend. »Es war ein kluger Gedanke von Ihnen, Mühlfels, mir diesen Ausflug vorzuschlagen; er thut bessere Wirkungen, als alle Arzneien meines Leibarztes, womit er mich so lange gequält hat. Es gefällt mir hier so gut, daß ich mehre Tage zubringen will, und ich denke, ich werde ganz gesund zurückkehren.«

»Das hoffe auch ich, mein Prinz, und bin glücklich, Sie in einer so befriedigten Stimmung zu sehen,« fiel Mühlfels ein.

»Sie irren, Mühlfels; ich fühle mich zwar ziemlichbehaglich, aber nicht befriedigt; Sie kennen den Grund. Bevor ich in den Besitz jenes reizenden Mädchens gelangt bin, kann davon nicht die Rede sein. Es ist wirklich fatal, daß Ihre Nachforschungen bisher fruchtlos gewesen sind. Doch Sie haben mir das Versprechen gegeben, mein Verlangen zu befriedigen, und ich vertraue Ihrem Wort.«

»Sie können das, mein Prinz, und ich hoffe, die Zeit ist nicht mehr fern, in welcher Sie sich des Genusses dieses Mädchens werden erfreuen können,« entgegnete der Baron, und war eben im Begriff fortzufahren, als eine silberklare weibliche Stimme ertönte, die ein heiteres Jagdlied sang.

»Hören Sie doch, mein Prinz, diese liebliche Stimme!« rief Mühlfels aufhorchend.

»In der That, ein seltener Wohllaut, der mir mehr zusagt, als das Gekreisch unserer italienischen Primadonna,« fiel der Prinz ein, von dem Gesange angezogen, und bemerkte, als dieser endete: »Der Stimme nach zu urtheilen, muß die Sängerin ein noch junges Mädchen sein. Der frische, kecke Ton gefällt mir. Es sind hier also auch Frauen?«

»Allerdings, Hoheit. Der Castellan des Schlosses ist verheirathet und wird wahrscheinlich auch Familie haben. Vielleicht ist die Sängerin seine Tochter.«

»Sie singt wie ein Waldvogel!« rief der Prinz, als der Gesang auf’s Neue ertönte, und fuhr alsdann fort: »Ich möchte das Mädchen einmal sehen, ihre Stimme übt eine angenehme Wirkung auf mich aus, und ich denke, siehat kein übles Aussehen und ihr Wesen ist so frisch wie ihr Gesang.«

»So wird es sein, und ich hoffe, Hoheit werden in Ihren Erwartungen nicht getäuscht werden.« —

»Das wäre mir lieb; denn eine pikante Waldschöne würde mir den Aufenthalt hier noch angenehmer machen. Sorgen Sie dafür, Mühlfels, daß ich morgen das Mädchen sehen, vielleicht sprechen kann, wenn es mir etwa gefallen sollte.«

»Es wird geschehen, Hoheit, und ich würde mich von Herzen freuen, wenn der Zufall mich in dem Bemühen, Hoheit ein wenig zu vergnügen, durch die Sängerin unterstützte.«

»So lassen Sie uns mit dieser angenehmen Hoffnung zu Bett gehen; denn ich fühle mich ermüdet,« sprach der Prinz und erhob sich.

Mühlfels entfernte sich und bald darauf trat Henry ein, um den Prinzen zu bedienen.

»Nun, Henry, wie gefällt es Dir hier?« fragte der Prinz.

»Sehr gut, Hoheit; denn es giebt hier ganz allerliebste Dinge,« bemerkte der Diener.

»Was meinst Du damit?«

»Haben Hoheit vielleicht den hübschen Gesang vernommen?« fragte Henry mit einem bedeutsamen Blick.

»Ja, der Gesang war hübsch.«

»Und ich versichere Eure Hoheit, die Sängerin ist noch zehnmal hübscher,« fiel Henry ein.»Du hast sie gesehen?«

»Ja, Hoheit, und ich schwöre, es ist das schönste Mädchen, das meine Augen je erblickt haben!« rief der Diener in ungewöhnlicher Erregung.

»Du bist toll oder in das Mädchen verliebt!« sprach der Prinz lachend.

»Das erstere gewiß nicht; das letztere will ich nicht abläugnen. Aber ich glaube, Hoheit, ich bin zu entschuldigen, denn ich weiß, es könnte Anderen vielleicht ebenso wie mir ergehen. Das Mädchen ist zu reizend, und man weiß nicht, soll man mehr ihre Schönheit oder ihr keckes, verführerisches Wesen loben!« betheuerte der Diener.

»Sind noch andere Mädchen oder Frauen im Schloß?« fragte der Prinz.

»Die des Castellans und des Försters; doch kein anderes Mädchen, außer Mariane, des Castellans Tochter.«

»So wirst Du wol eine schlechte Nacht haben, Henry, da Dich die Liebe prickelt,« sprach der Prinz lachend, und fügte mit einem cynischen Blick auf den Diener hinzu: »oder vielleicht nicht, wie?«

»O, daran ist bei dem Mädchen nicht zu denken! die ist spröde und scheu, wie ein Reh.«

»Du scheinst also schon Dein Glück bei ihr versucht zu haben?« fragte der Prinz.

»Nun, Hoheit wissen, ich bin gegen das schöne Geschlecht stets höflich.« —

»Aber es half Dir bei dem Mädchen nichts; Deineschönen Redensarten fanden keinen Beifall?« fiel der Prinz lachend ein.

»Ich gestehe es zu meiner Schande, Hoheit, ich bin dieses Mal total durchgefallen,« erklärte der Diener offenherzig.

Dem Prinzen schien diese Mittheilung viel Vergnügen zu bereiten, er lachte anhaltend, während er den Diener wegen seines Fiasco bespöttelte.

»Dir ist ganz Recht geschehen,« sprach er; »wie konntest Du auch vergessen, daß ein so schönes Mädchen vielleicht auch vor anderen Augen Gnade finden dürfte.«

»Sie scheint das zu wissen; denn ich versichere Eurer Hoheit, sie that so stolz wie eine Königin, so daß man sich neben ihr ganz klein vorkam und Respect vor ihr fühlte. Ich bin gewiß, die hat noch Keinem gestattet, sie anzurühren. Es ist eine starrköpfige Creatur.«

»So ist’s recht, so ist’s recht, mache Deinem Aerger Luft, damit Dich der böse Alp im Schlaf nicht drückt und Du durch Deinen Angstgeschrei die Leute hier aufweckst!« rief der Prinz, immer heftiger lachend. Mit diesen Worten begab er sich zu Bett und der Diener in das Vorgemach, woselbst er die Nacht zubringen sollte.

Die Befürchtungen des Prinzen trafen jedoch nicht ein, sondern Henry erfreute sich des gesundesten Schlafes, und das hatte seine guten Gründe, die wir später kennen lernen werden.

Sanfte Hornmusik weckte den Prinzen am nächsten Morgen, und von einem ruhigen Schlummer gestärkt,erhob er sich in der besten Laune und genoß die durch das geöffnete Fenster herein strömende frische Luft mit vollen Zügen. Im Schmuck neuer Reize schaute er die seinem Auge sich darbietende Landschaft, und wenngleich er für dergleichen Eindrücke nicht eben große Empfänglichkeit hegte, thaten sie ihm doch gut.

Er versprach sich von dem heutigen Tage wirkliches Vergnügen. Etwa um die zehnte Stunde gedachte er sich zur Jagd zu begeben, die tiefer im Walde beginnen und in der Nähe des Sees ihr Ende finden sollte. Aber er erinnerte sich sogleich der Sängerin, und kaum war Henry bei ihm eingetreten, so erkundigte er sich, ob seine Voraussetzung eingetroffen und der Schlaf des verliebten Dieners gestört worden sei.

Henry bekannte kleinlaut, daß dem wirklich so gewesen, und erregte dadurch die Lachlust des Prinzen in hohem Grade, und mit Lachen empfing der Letztere später den Baron, dem er sogleich das von seinem Diener Erfahrene mittheilte.

»Ich möchte, wenn es angeht, das Mädchen noch vor Beginn der Jagd sehen; denn ich bin in der That begierig, zu erfahren, in wie weit sich Henry’s Bericht und unsere Vermuthungen in dieser Beziehung bestätigen.« sprach der Prinz.

»Ich sah das Mädchen vorhin in den Wald gehen und bin überzeugt, wir werden es dort treffen. Ich vermuthe, sie wird in der Nähe des Weges sein, um Eure Hoheit vorüberfahren zu sehen.«»Desto besser! Dort finde ich die geeignete Gelegenheit, meine Absicht auszuführen,« meinte der Prinz und bestieg alsdann mit Mühlfels den auf ihn harrenden leichten Jagdwagen, der sie nach dem im Walde gelegenen Forsthause und von hier nach den bestimmten Standorten führen sollte.

Sie waren eine kurze Strecke auf dem Waldwege dahin gefahren, als ihnen aus dem nahen Gebüsch ein ähnlicher Gesang wie am vorigen Abend entgegen tönte.

Der Prinz vernahm denselben sogleich und rief: »Das ist sie!« Zugleich befahl er zu halten, indem er bemerkte: »Lassen Sie uns die Kleine ein wenig belauschen. Hier ist ein Fußpfad, nähern wir uns ihr auf demselben.«

Dies geschah und schon nach wenigen Augenblicken gewahrte der Prinz eine Mädchengestalt, die, zwischen niedrigem Gebüsch auf einem bemoosten Stein sitzend, einen Kranz aus Waldblumen flocht und dazu ein Volkslied sang. Ein Kranz von Epheu und Waldblumen umschlang ihre vollen dunkeln Haare, die durch ein rothes Bändchen zusammen gehalten wurden und in natürlichen Locken auf die gerundeten Schultern und den zierlichen Nacken hernieder fielen.

Das Mädchen saß von den Nahenden abgewandt, so daß man ihr Gesicht nicht sehen konnte. Sie schien die Lauscher nicht zu ahnen, flocht den Kranz emsig weiter und trillerte dazu gleich einer Lerche.»Rufen Sie sie an, Mühlfels, damit ich ihr Gesicht sehen kann,« sprach der Prinz leise und in angenehmer Erregung.

Dies geschah, indem Mühlfels ihr einen guten Morgen wünschte.

Erschreckt schnellte das Mädchen auf und wandte ihnen das tief erröthende Antlitz zu.

»Was ist das?! Das ist ja, bei Gott, die Gesuchte!« rief der Prinz in freudiger Ueberraschung, als er das Mädchen erblickte.

»Ja, mein Prinz, sie ist es!« flüsterte ihm Mühlfels im Ton hoher Befriedigung zu.

»Komm’ näher, mein Kind, komm’ näher!« sprach der Prinz und winkte Marianen mit der Hand.

»Was soll ich?« fragte diese, ohne sich jedoch von der Stelle zu bewegen.

»Wir wollen mit Dir sprechen, mein Kind.«

»Das kann der Herr auch von dort aus,« meinte Mariane keck und schalkhaft.

»Das genügt mir nicht; also komm’!«

»Ich habe keine Zeit, mit Euch zu plaudern, und muß den Kranz fertig machen,« meinte Mariane in dem obigen Ton.

»Hat es denn damit so große Eile?«

»Gewiß. Dieser Kranz ist für den schönen Prinzen bestimmt; ich will ihm denselben in den Wagen werfen, wenn er vorüber fährt.«

»So, so,« entgegnete der Prinz wohlgefällig undfügte hinzu: »Ich erspare Dir die Mühe, nach dem Wege zu gehen; Du kannst mir den Kranz hier geben.«

Mariane erschrak, ließ den Kranz sinken und schaute den Prinzen mit ihren großen dunkeln Augen an, dann aber, durch Mühlfels’ geheimen Wink bestimmt, rief sie:

»Siesind die Hoheit?!«

»Nun ja; so komm’ nur, damit ich Dich endlich in der Nähe betrachten kann!« rief der Prinz lachend.

Einen Augenblick zögerte Mariane, dann aber kam sie näher. Leicht und gefällig wand sich ihre schlanke Gestalt durch die Büsche. Mit gesenkten Blicken und tief erröthend blieb sie alsdann vor dem Prinzen stehen.

Sie bot einen überaus reizenden Anblick dar.

Die einfache ländliche Kleidung, statt ihre natürlichen Reize zu schmälern, ließ dieselben nur noch mehr hervortreten. Rascher hob sich ihr Busen, die innere Bewegung verrathend, von dem knappen, zierlichen Mieder umschlossen. Auf dem Gange hatte sich das Busentuch verschoben und gewährte den Blick auf den schöngeformten Hals und Nacken.

Mit dem höchsten Wohlgefallen ruhte des Prinzen Auge auf der reizenden Gestalt; er glaubte ein so schönes Mädchen noch nie gesehen zu haben. In Marianen däuchten ihm alle seine Wünsche verkörpert; sie nur gehörte in jene Villa, sie nur sollte seine Schäferin, die Königin seines Herzens sein.

»So komm’ nur näher, reizendes Kind, und giebmir den Kranz,« sprach der Prinz und streckte ihr die Hand entgegen.

Zögernd und nur ein klein wenig sich nähernd, bot Mariane ihm das Geschenk aus der Ferne dar, ohne jedoch das Auge zu ihm aufzuschlagen.

»Sieh’ mich doch an, damit ich Deine Augen betrachten kann!« forderte der Prinz sie auf, indem er den Kranz empfing.

Sie zögerte, seinen Wunsch zu erfüllen, versuchte es mehrmals vergeblich, bis sie endlich scheu und zugleich schalkhaft die Augen auf ihn richtete.

Wäre der Prinz nicht schon für Mariane eingenommen gewesen, so hätten es jedenfalls ihr liebreizendes Benehmen und der eigenthümliche Blick gethan, mit welchem sie ihn betrachtete.

Der Prinz war über die Maßen entzückt, ergriff rasch ihre Hand, zog sie an sich und steckte einen der kostbaren Ringe, die er trug, an ihren Finger.

»Da hast Du auch etwas für Dein Geschenk, mein lieber Waldvogel. Ich werde Dich wiedersehen, und denke nicht nur heute und morgen, sondern auch in späteren Tagen, und wir wollen gute Freunde mit einander werden. Singe heute Abend, wenn ich zurückkehre, wieder Deine Lieder, sie gefallen mir. Adieu, mein kleiner Vogel, adieu!«

Er drückte ihr wiederholt zärtlich die Hand, schaute sie eben so zärtlich an und begab sich alsdann mit dem Baron nach dem Wagen, indem er noch oft nach ihrzurück schaute. Den Kranz führte er mit sich und ließ ihn später sorgfältig aufbewahren.

Er befand sich in der angenehmsten Stimmung, und kaum hatten sie das Mädchen aus den Augen verloren, so bemerkte er mit Erregung:

»Nun, Mühlfels, ich bleibe für diese Stunde Ihr Schuldner. Sie hätten mir keine größere Freude bereiten können, als durch die heutige Ueberraschung; denn daß Sie es darauf abgesehen haben, ist mir klar. Aber es ist gut so; denn mein Genuß ist dadurch um so mehr erhöht worden. Wie reizend ist dieses Mädchen! Ich hatte bei dem Anblick jenes Bildes keine Ahnung, die Wirklichkeit könnte dasselbe übertreffen, und nun sehe ich es tausend und tausendmal übertroffen. O, hätte ich sie nur erst in der Villa! Welch ein süßes Leben werde ich mit ihr führen!«

Also erging sich der Prinz, von den angenehmsten Empfindungen erfüllt.

»Ich gestehe, mein Prinz, daß mein Vorschlag zu diesem Jagdausflug lediglich die Befriedigung Ihres Verlangens in sich schloß, nachdem ich so glücklich gewesen, Kenntniß von des Mädchens Aufenthalt zu gewinnen. Es erging mir wie Ihnen, Hoheit; meine Erwartungen wurden bei Marianens Anblick übertroffen, und um Ihnen einen ungetrübten Genuß zu verschaffen, erlaubte ich mir die heutige Ueberraschung,« entgegnete Mühlfels, über das so herrliche Gelingen seines Planes sehr erfreut.

»Ich verdanke Ihnen dadurch einen neuen Reiz zumLeben, das für mich in dem Umgang mit diesem Mädchen wieder Werth erhalten wird. Denn ich bin überzeugt, Mariane wird sich für die Folge bewähren und es verstehen, mich dauernd und angenehm zu beschäftigen. Auch wird es mir kein geringes Vergnügen bereiten, dieses Naturkind auszubilden. Sie singt gut, besitzt also musikalische Anlagen; das paßt zu meiner eigenen Vorliebe für die Musik. So kann ich das geträumte Idyll verwirklichen, und das wird mir für lange Zeit Reiz und Zerstreuung gewähren. Alles Uebrige überlasse ich Ihnen und Ihrer Mutter, Mühlfels. Besorgen Sie mir vor allen Dingen die Villa um jeden Preis, hören Sie, um jeden Preis, ja, sollte der Besitzer den Verkauf etwa verweigern, so nennen Sie ihm selbst den Käufer. Ich muß diesen reizenden Käfig für meinen Waldvogel haben. Dem Vater des Mädchens und diesem selbst sichern Sie in meinem Namen alle Forderungen zu, die etwa gethan werden sollten. Lassen Sie sich, sobald wir zurückkehren, eine Summe — zehn-, zwanzigtausend Thaler oder mehr, wie Sie wollen und es für nöthig erachten — geben und händigen Sie diese zur Ausstattung dem Mädchen oder dessen Vater ein. Ich will überdies selbst nach der Residenz und für die Kleine allerlei hübsche Sächelchen einkaufen. Sprechen Sie jedenfalls noch heute mit Robert. Meine Ungeduld ist groß, und ich will über Alles Gewißheit haben.«

Während dieser Mittheilungen hatten sie das Forsthauserreicht und der Prinz sah sich dadurch von weiteren Erörterungen abgehalten.

Die Jagd hatte längst jeden Reiz für ihn verloren; er fügte sich jedoch und spielte, so gut er es vermochte, den Schützen. Trotz der dadurch gebotenen Aufregung beschäftigte ihn jedoch fortwährend die Erinnerung an Mariane, und so war es ihm angenehm, als sie sich endlich dem See näherten, woselbst die Jagd enden sollte.

Zufälliger Weise erblickte der Prinz von seinem Standort aus das Schloß, und dieser Umstand steigerte seine Ungeduld, sich wieder in Marianens Nähe zu befinden, so sehr, daß er noch vor Beendigung der Jagd nach dem ersteren zurückkehrte.

Mit erhöhter Freude erkannte Mühlfels den Beweggrund zu dieser Eile, aus der er die Ueberzeugung von dem tiefen Eindruck schöpfte, den Mariane auf den Prinzen erzeugt hatte. Nichts hätte ihm erwünschter kommen können; denn diese Ungeduld, besonders aber die Begegnung des Prinzen mit Marianen und das vortreffliche Benehmen der Letzteren ließen ihn mit Bestimmtheit annehmen, daß es dem Mädchen gelingen würde, den Prinzen nicht nur vorübergehend an sich zu fesseln.

Welche Folgen sich an diesen Umstand knüpfen mußten, war für ihn keine Frage mehr, und er sagte sich, daß diese Liaison ihm den Weg zu Sidoniens Herzen eröffnen mußte.

Mit Genugthuung erkannte er die vortrefflichen Wirkungen seiner Rathschläge und Anordnungen, wodurcher des Prinzen romantische Stimmung zu erhalten und für die Begegnung mit Marianen vorzubereiten bedacht gewesen. Denn sowol Marianens Gesang, als auch Henry’s Bericht über sie, der lediglich erfunden war, so wie das Geschenk des Kranzes waren lediglich auf des Barons Angabe erfolgt; ja Mariane hatte sich sogar nach seiner Anweisung kleiden müssen, so wie er ihr dann auch des genauesten ihr Benehmen gegen den Prinzen vorgezeichnet hatte.

Freudig unterzog sich das Mädchen seinen Anordnungen, von dem Gedanken entzückt, sich dem Prinzen angenehm machen zu können; denn den eigentlichen Beweggrund zu den ersteren ahnte sie nicht. Des Prinzen liebreiches Benehmen und kostbares Geschenk hatten ihre Seele in den freudigsten Aufruhr versetzt.

Den blitzenden Ring fest mit der Hand bedeckend, eilte sie nach Hause, um ihren Eltern und Freunden ihr Glück zu verkünden und ihnen das prächtige Geschenk der Hoheit zu zeigen.

Was der Prinz zu ihr gesprochen, war ihr nicht erinnerlich, denn sie hatte seine Worte kaum vernommen, noch weniger deren Sinn begriffen. Denn trotz ihres hellen Verstandes war sie doch noch viel zu unerfahren, um sich des Prinzen Wohlgefallen richtig zu deuten. Sie war wirklich nichts als ein reizendes Naturkind, wenngleich ihr mancherlei Schwächen anhafteten. Wir haben dieselben bereits früher näher bezeichnet.

Sie war daher überglücklich, als ihr Vater, nachdemder Prinz das Mahl beendet hatte, sie beauftragte, die von ihr für die Hoheit gesammelten Walderdbeeren demselben zu bringen.

Sie hatte die Früchte auf Weinblätter gelegt und so in der einfachsten, jedoch zierlichsten Weise geordnet.

Wir übergehen die weiteren Vorgänge während des Prinzen Anwesenheit auf dem Schloß.

Der Letztere dehnte seinen Aufenthalt daselbst bis auf drei Tage aus, in welchen sich seine Zuneigung für Mariane nur noch steigerte, indem diese, nachdem sie die Scheu vor der Hoheit allmälig überwunden hatte, ihn durch ihren natürlichen Liebreiz und die Unbefangenheit und Besonderheit ihres Wesens noch mehr an sich fesselte und seine Ungeduld nach ihrem baldigen Besitz erhöhte.

Der Castellan war durch den Baron mit des Prinzen Wünschen bekannt gemacht worden und es darf im Hinblick auf die eigenthümlichen Verhältnisse wol kaum noch bemerkt werden, wie sehr beglückt er und seine Familie sich durch des Prinzen ihnen und ihrem Kinde erwiesene Gnade fühlten.

Nicht anders war es mit Marianen, die, ohne durch irgend welche sittlichen Bedenken beunruhigt zu werden, lediglich in dem Glück schwelgte, nicht eine Dienerin zu werden, sondern in einem schönen Hause als Herrin zu wohnen und sich bedienen zu lassen, vor Allem jedoch von dem Gedanken geschmeichelt, dem schönen Prinzen, dem ihr Herz sogleich entgegen geflogen war, so sehr gefallenzu haben und nun oft von ihm besucht zu werden. Seit dem Tage, als sie der Prinz selbst mit seinem Wunsch bekannt gemacht hatte, schwellte Glückseligkeit ihre Brust und sie bekümmerte sich wenig über die Abreise desselben. Es verstand sich von selbst, daß das strengste Geheimniß über Alles beobachtet werden mußte, damit nicht etwa durch den Fürsten eine Störung erfolgte.

Bei der Rückkehr beeilte sich Mühlfels, des Prinzen Befehl wegen des Ankaufs der Villa sofort auszuführen. Als dieser nach kurzer Zeit erfolgte, wurde das Landhaus in der prächtigsten Weise eingerichtet, während eine Vertraute des Prinzen, Madame Voisin, die Sorge für Marianens Ausstattung übernahm. Der Prinz ließ darauf ganz außerordentliche Summen verwenden, welche ihm seine Geldfreunde vorschießen mußten, da seine Mittel dazu nicht ausreichten.

Nachdem alle diese Geschäfte erledigt waren, wurde Mariane durch Madame Voisin aus ihrer Heimath abgeholt und langte mit dieser in einem schönen Reisewagen, den ihr der Prinz geschickt hatte, eines Abends in der Villa an. Mariane war gleich einer Dame gekleidet und führte den Namen eines Fräulein von Waldstein, wie es der Prinz gewünscht hatte, um ihre niedere Herkunft zu verbergen. In ihrem Namen war auch die Villa gekauft und für sie verschönert worden. Der Prinz empfing sie, und es gewährte ihm kein kleines Vergnügen, das erstaunte und befangene Mädchen als die Besitzerin des prächtigen Landhauses durch die Gemächer zu führen.Madame Voisin wurde Marianen von dem Prinzen als ihre künftige Gesellschafterin bezeichnet, doch bemerkte er zugleich, daß nur sie hier die Gebieterin wäre.

Das strengste Geheimniß sollte fortan über Alles beobachtet werden. Die Dienerschaft, nur aus den nothwendigsten Personen bestehend, war durch Madame Voisin verpflichtet worden, gegen Jedermann sowol über Marianens Anwesenheit als des Prinzen Besuche zu schweigen, um in solcher Weise jedem Verrath vorzubeugen.

Der Prinz fühlte sich in dem endlichen Besitz Marianens außerordentlich glücklich. Seine Leidenschaft für dieselbe steigerte sich mit jedem neuen Tage. Er führte fortan, wie er es gewünscht, in der That ein idyllisches Leben, und jede Stunde, die er irgend abmüßigen konnte, brachte er in der Villa zu.

Jetzt war auch für Mühlfels der Zeitpunkt gekommen, sich Sidonien zu nähern, und er konnte dies um so bequemer und häufiger thun, da der Prinz ihm die vollste Freiheit und Muße gewährte. Seine Bemühungen, durch seine Mutter unterstützt, waren wohl berechnet und verfehlten darum die beabsichtigten Wirkungen auf Sidonie nicht. Bedacht, ihr die Wünsche abzulauschen und sie durch deren Erfüllung zu überraschen, viel zu vorsichtig und geschickt, seine Absicht zu verrathen, erschien er stets als der ergebene Diener und theilnehmendste Freund der Prinzessin, dem sie ihre Dankbarkeit für seine Ergebenheit nicht versagen durfte. Seine Vorschläge für die Unterhaltungen zum nächsten Winterwaren ganz in ihrem Sinn ausgedacht und gewannen ihren Beifall, und so geschah es, daß man den Baron fortan häufiger denn sonst bei der Prinzessin sah.

Die Brust von beglückenden Hoffnungen für die Zukunft erfüllt, war Sidonie um so mehr geneigt, ihren Freunden ein vermehrtes Wohlwollen zu schenken, besonders Mühlfels, dessen Diensteifrigkeit sie zu Dank verpflichtete. Dieser Umstand war jedoch nur zu sehr geeignet, den verliebten Baron immer mehr in der Ueberzeugung der Gunst der Prinzessin zu befestigen und daran die besten Hoffnungen zu knüpfen. Ein wichtiges Mittel zur Erreichung seines Ziels sah er in des Prinzen Verhältniß zu Marianen, indem er im Hinblick auf der Prinzessin leicht verletzbaren Charakter durch den Verrath desselben die letzte Bedenklichkeit zu beseitigen hoffte, die sie etwa noch abhielt, seinen Bewerbungen Gehör zu schenken.

Ende des ersten Bandes.

Druck von G. Pätz in Naumburg a/S.


Back to IndexNext