DIE JUNGE FRAUUND DER EHEMANN

Die junge Frau.

Beide?

Der junge Herr.

Ja. Wundert dich das? Ich find' das so begreiflich – gerade wenn man sich liebt.

Die junge Frau.

Aber es gibt gewiß viele, die nicht weinen.

Der junge Herr(nervös).

Gewiß .... das ist ja auch ein exceptioneller Fall.

Die junge Frau.

Ah – ich dachte, Stendhal sagte, alle Kavallerieoffiziere weinen bei dieser Gelegenheit.

Der junge Herr.

Siehst du, jetzt machst du dich doch lustig.

Die junge Frau.

Aber was fällt dir ein! Sei doch nicht kindisch, Alfred!

Der junge Herr.

Es macht nun einmal nervös .... Dabei habe ich die Empfindung, daß du ununterbrochendaran denkst. Das geniert mich erst recht.

Die junge Frau.

Ich denke absolut nicht daran.

Der junge Herr.

Oh ja. Wenn ich nur überzeugt wäre, daß du mich liebst.

Die junge Frau.

Verlangst du noch mehr Beweise?

Der junge Herr.

Siehst du ... immer machst du dich lustig.

Die junge Frau.

Wieso denn? Komm', gib mir dein süßes Kopferl.

Der junge Herr.

Ach, das tut wohl.

Die junge Frau.

Hast du mich lieb?

Der junge Herr.

Oh, ich bin ja so glücklich.

Die junge Frau.

Aber du brauchst nicht auch noch zu weinen.

Der junge Herr(sich von ihr entfernend, höchst irritiert).

Wieder, wieder. Ich hab dich ja so gebeten ....

Die junge Frau.

Wenn ich dir sage, daß du nicht weinen sollst ...

Der junge Herr.

Du hast gesagt:Auchnoch zu weinen.

Die junge Frau.

Du bist nervös, mein Schatz.

Der junge Herr.

Das weiß ich.

Die junge Frau.

Aber du sollst es nicht sein. Es ist mirsogar lieb, daß es .... daß wir sozusagen als gute Kameraden...

Der junge Herr.

Schon wieder fangst du an.

Die junge Frau.

Erinnerst du dich denn nicht! Das war eines unserer ersten Gespräche. Gute Kameraden haben wir sein wollen; nichts weiter. Oh, das war schön ..... das war bei meiner Schwester, im Jänner auf dem großen Ball, während der Quadrille .... Um Gotteswillen, ich sollte ja längst fort sein .... meine Schwester erwartet mich ja – was werd' ich ihr denn sagen ....... Adieu, Alfred –

Der junge Herr.

Emma –! so willst du mich verlassen!

Die junge Frau.

Ja – so! –

Der junge Herr.

Noch fünf Minuten ....

Die junge Frau.

Gut. Noch fünf Minuten. Aber du mußt mir versprechen .... dich nicht zu rühren? ... Ja?... Ich will dir noch einen Kuß zum Abschied geben ..... Pst .... ruhig .... nicht rühren, hab ich gesagt, sonst steh ich gleich auf, du mein süßer ... süßer ...

Der junge Herr.

Emma .... meine ange........

Die junge Frau.

Mein Alfred –

Der junge Herr.

Ah, bei dir ist der Himmel.

Die junge Frau.

Aber jetzt muß ich wirklich fort.

Der junge Herr.

Ach, laß deine Schwester warten.

Die junge Frau.

NachHausmuß ich. Für meine Schwesterist's längst zu spät. Wie viel Uhr ist es denn eigentlich?

Der junge Herr.

Ja, wie soll ich das eruieren?

Die junge Frau.

Du musst eben auf die Uhr sehen.

Der junge Herr.

Meine Uhr ist in meinem Gilet.

Die junge Frau.

So hol' sie.

Der junge Herr(steht mit einem mächtigen Ruck auf).

Acht.

Die junge Frau(erhebt sich rasch).

Um Gotteswillen .... Rasch, Alfred, gib mir meine Strümpfe. Was soll ich denn nur sagen? Zu Hause wird man sicher schon auf mich warten ... acht Uhr ....

Der junge Herr.

Wann seh' ich dich denn wieder?

Die junge Frau.

Nie.

Der junge Herr.

Emma! Hast du mich denn nicht mehr lieb?

Die junge Frau.

Eben darum. Gib mir meine Schuhe.

Der junge Herr.

Niemals wieder? Hier sind die Schuhe.

Die junge Frau.

In meinem Sack ist ein Schuhknöpfler. Ich bitt' dich, rasch ....

Der junge Herr.

Hier ist der Knöpfler.

Die junge Frau.

Alfred, das kann uns beide den Hals kosten.

Der junge Herr(höchst unangenehm berührt).

Wieso?

Die junge Frau.

Ja, was soll ich denn sagen, wenn er mich fragt: Woher kommst du?

Der junge Herr.

Von der Schwester.

Die junge Frau.

Ja, wenn ich lügen könnte.

Der junge Herr.

Na, du mußt es eben tun.

Die junge Frau.

Alles für so einen Menschen. Ach, komm her .... laß dich noch einmal küssen. (Sie umarmt ihn.) – Und jetzt – – laß mich allein, geh' ins andere Zimmer. Ich kann mich nicht anziehen, wenn du dabei bist.

Der junge Herr(geht in den Salon, wo er sich ankleidet. Er ißt etwas von der Bäckerei, trinkt ein Glas Cognac).

Die junge Frau(ruft nach einer Weile).

Alfred!

Der junge Herr.

Mein Schatz.

Die junge Frau.

Es ist doch besser, daß wir nicht geweint haben.

Der junge Herr(nicht ohne Stolz lächelnd).

Wie kann man so frivol reden? –

Die junge Frau.

Wie wird das jetzt nur sein – wenn wir uns zufällig wieder einmal in Gesellschaft begegnen?

Der junge Herr.

Zufällig – einmal .... Du bist ja morgen sicher auch bei Lobheimers?

Die junge Frau.

Ja. Du auch?

Der junge Herr.

Freilich. Darf ich dich um den Kotillion bitten?

Die junge Frau.

Oh, ich werde nicht hinkommen. Was glaubst du denn? – Ich würde ja ... (sie tritt völlig angekleidet in den Salon, nimmt eine Chokoladebäckerei) in die Erde sinken.

Der junge Herr.

Also morgen bei Lobheimer, das ist schön.

Die junge Frau.

Nein, nein .... ich sage ab; bestimmt –

Der junge Herr.

Also übermorgen .... hier.

Die junge Frau.

Was fällt dir ein?

Der junge Herr.

Um sechs ....

Die junge Frau.

Hier an der Ecke stehen Wagen, nicht wahr? –

Der junge Herr.

Ja, so viel du willst. Also übermorgen hierum sechs. So sag' doch ja, mein geliebter Schatz.

Die junge Frau.

.... Das besprechen wir morgen beim Kotillion.

Der junge Herr(umarmt sie).

Mein Engel.

Die junge Frau.

Nicht wieder meine Frisur ruinieren.

Der junge Herr.

Also morgen bei Lobheimers und übermorgen in meinen Armen.

Die junge Frau.

Leb wohl ....

Der junge Herr(plötzlich wieder besorgt).

Und was wirst du –ihmheut sagen? –

Die junge Frau.

Frag' nicht .... frag' nicht .... es ist zu schrecklich. – Warum hab' ich dich solieb! – Adieu. – Wenn ich wieder Menschen auf der Stiege begegne, trifft mich der Schlag. – Pah! –

Der junge Herr(küßt ihr noch einmal die Hand).

Die junge Frau(geht).

Der junge Herr(bleibt allein zurück. Dann setzt er sich auf den Divan. Er lächelt vor sich hin und sagt zu sich selbst).

Also jetzt hab' ich ein Verhältnis mit einer anständigen Frau.

Ein behagliches Schlafgemach.Es ist halb elf Uhr Nachts. Die Frau liegt zu Bette und liest. Der Gatte tritt eben, im Schlafrock, ins Zimmer.

Ein behagliches Schlafgemach.

Es ist halb elf Uhr Nachts. Die Frau liegt zu Bette und liest. Der Gatte tritt eben, im Schlafrock, ins Zimmer.

Die junge Frau(ohne aufzuschauen).

Du arbeitest nicht mehr?

Der Gatte.

Nein. Ich bin zu müde. Und außerdem ...

Die junge Frau.

Nun? –

Der Gatte.

Ich hab' mich an meinem Schreibtisch plötzlich so einsam gefühlt. Ich habe Sehnsucht nach dir bekommen.

Die junge Frau(schaut auf).

Wirklich?

Der Gatte(setzt sich zu ihr aufs Bett).

Lies heute nicht mehr. Du wirst dir die Augen verderben.

Die junge Frau(schlägt das Buch zu).

Was hast du denn?

Der Gatte.

Nichts, mein Kind. Verliebt bin ich in dich! Das weißt du ja!

Die junge Frau.

Man könnte es manchmal fast vergessen.

Der Gatte.

Manmußes sogar manchmal vergessen.

Die junge Frau.

Warum?

Der Gatte.

Weil die Ehe sonst etwas unvollkommenes wäre. Sie würde .... wie soll ich nur sagen .... sie würde ihre Heiligkeit verlieren.

Die junge Frau.

Oh ....

Der Gatte.

Glaube mir – es ist so .... Hätten wir in den fünf Jahren, die wir jetzt miteinander verheiratet sind, nicht manchmal vergessen, daß wir ineinander verliebt sind – wir wären es wohl gar nicht mehr.

Die junge Frau.

Das ist mir zu hoch.

Der Gatte.

Die Sache ist einfach die: wir haben vielleicht schon zehn oder zwölf Liebschaften miteinander gehabt ..... Kommt es dir nicht auch so vor?

Die junge Frau.

Ich hab' nicht gezählt! –

Der Gatte.

Hätten wir gleich die erste bis zum Ende durchgekostet, hätte ich mich von Anfang an meiner Leidenschaft für dich willenloshingegeben, es wäre uns gegangen wie den Millionen von anderen Liebespaaren. Wir wären fertig miteinander.

Die junge Frau.

Ah .... so meinst du das?

Der Gatte.

Glaube mir – Emma – in den ersten Tagen unserer Ehe hatte ich Angst, daß es so kommen würde.

Die junge Frau.

Ich auch.

Der Gatte.

Siehst du? Hab' ich nicht recht gehabt? Darum ist es gut, immer wieder für einige Zeit nur in guter Freundschaft miteinander hinzuleben.

Die junge Frau.

Ach so.

Der Gatte.

Und so kommt es, daß wir immer wiederneue Flitterwochen miteinander durchleben können, da ich es nie drauf ankommen lasse, die Flitterwochen ....

Die junge Frau.

Zu Monaten auszudehnen.

Der Gatte.

Richtig.

Die junge Frau.

Und jetzt ...... scheint also wieder eine Freundschaftsperiode abgelaufen zu sein –?

Der Gatte(sie zärtlich an sich drückend).

Es dürfte so sein.

Die junge Frau.

Wenn es aber .... bei mir anders wäre.

Der Gatte.

Es ist bei dir nicht anders. Du bist ja das klügste und entzückendste Wesen, das es gibt. Ich bin sehr glücklich, daß ich dich gefunden habe.

Die junge Frau.

Das ist aber nett, wie du den Hof machen kannst – von Zeit zu Zeit.

Der Gatte(hat sich auch zu Bett begeben).

Für einen Mann, der sich ein bischen in der Welt umgesehen hat – geh', leg den Kopf an meine Schulter – der sich in der Welt umgesehen hat, bedeutet die Ehe eigentlich etwas viel geheimnisvolleres als für euch junge Mädchen aus guter Familie. Ihr tretet uns rein und .... wenigstens bis zu einem gewissen Grad unwissend entgegen, und darum habt ihr eigentlich einen viel klareren Blick für das Wesen der Liebe als wir.

Die junge Frau(lachend).

Oh!

Der Gatte.

Gewiß. Denn wir sind ganz verwirrt und unsicher geworden durch die vielfachen Erlebnisse, die wir notgedrungen vor der Ehe durchzumachen haben. Ihr hört javiel und wißt zu viel und lest ja wohl eigentlich auch zu viel, aber einen rechten Begriff von dem, was wir Männer in der Tat erleben, habt ihr ja doch nicht. Uns wird das, was man so gemeinhin die Liebe nennt, recht gründlich widerwärtig gemacht; denn was sind das schließlich für Geschöpfe, auf die wir angewiesen sind!

Die junge Frau.

Ja, was sind das für Geschöpfe?

Der Gatte(küßt sie auf die Stirn).

Sei froh, mein Kind, daß du nie einen Einblick in diese Verhältnisse erhalten hast. Es sind übrigens meist recht bedauernswerte Wesen – werfen wir keinen Stein auf sie.

Die junge Frau.

Bitt' dich – dieses Mitleid – Das kommt mir da gar nicht recht angebracht vor.

Der Gatte(mit schöner Milde).

Sie verdienen es. Ihr, die ihr junge Mädchen aus guter Familie wart, die ruhig unter Obhut euerer Eltern auf den Ehrenmann wartenkonntet, der euch zur Ehe begehrt; – ihr kennt ja das Elend nicht, das die meisten von diesen armen Geschöpfen der Sünde in die Arme treibt.

Die junge Frau.

So verkaufen sich denn alle?

Der Gatte.

Das möchte ich nicht sagen. Ich mein' ja auch nicht nur das materielle Elend. Aber es gibt auch – ich möchte sagen – ein sittliches Elend; eine mangelhafte Auffassung für das, was erlaubt, und insbesondere für das, was edel ist.

Die junge Frau.

Aber warum sind die zu bedauern? – Denen geht's ja ganz gut?

Der Gatte.

Du hast sonderbare Ansichten, mein Kind. Du darfst nicht vergessen, daß solche Wesen von Natur aus bestimmt sind, immer tiefer und tiefer zu fallen. Da gibt es kein Aufhalten.

Die junge Frau(sich an ihn schmiegend).

Offenbar fällt es sich ganz angenehm.

Der Gatte(peinlich berührt).

Wie kannst du so reden, Emma. Ich denke doch, daß es gerade für euch, anständige Frauen, nichts Widerwärtigeres geben kann, als alle diejenigen, die es nicht sind.

Die junge Frau.

Freilich, Karl, freilich. Ich hab's ja auch nur so gesagt. Geh', erzähl' weiter. Es ist so nett, wenn du so red'st. Erzähl' mir 'was.

Der Gatte.

Was denn? –

Die junge Frau.

Nun, – von diesen Geschöpfen.

Der Gatte.

Was fällt dir denn ein?

Die junge Frau.

Schau, ich hab' dich schon früher, weißt du, ganz im Anfang hab' ich dich immergebeten, du sollst mir aus deiner Jugend 'was erzählen.

Der Gatte.

Warum interessiert dich denn das?

DiejungeFrau.

Bist du denn nicht mein Mann? Und ist das nicht geradezu eine Ungerechtigkeit, daß ich von deiner Vergangenheit eigentlich gar nichts weiß? –

Der Gatte.

Du wirst mich doch nicht für so geschmacklos halten, daß ich – Genug, Emma ...... das ist ja wie eine Entweihung.

Die junge Frau.

Und doch hast du .... wer weiß wie viel andere Frauen gerade so in den Armen gehalten, wie jetzt mich.

Der Gatte.

Sag' doch nicht »Frauen«. Frau bist du.

Die junge Frau.

Aber eine Fragemußtdu mir beantworten ... sonst .... sonst .... ist's nichts mit den Flitterwochen.

Der Gatte.

Du hast eine Art, zu reden .... denk' doch, daß du Mutter bist .... daß unser Mäderl da drin liegt ...

Die junge Frau(an ihn sich schmiegend).

Aber ich möcht' auch einen Buben.

Der Gatte.

Emma!

Die junge Frau.

Geh', sei nicht so ... freilich bin ich deine Frau .... aber ich möchte auch ein bissel .... deine Geliebte sein.

Der Gatte.

Möchtest du?....

Die junge Frau.

Also – zuerst meine Frage.

Der Gatte(gefügig).

Nun?

Die junge Frau.

War .... eine verheiratete Frau – unter ihnen?

Der Gatte.

Wieso? – wie meinst du das?

Die junge Frau.

Du weißt schon.

Der Gatte(leicht beunruhigt).

Wie kommst du auf diese Frage?

Die junge Frau.

Ich möchte wissen, ob es .... das heißt – es gibt solche Frauen .... das weiß ich. Aber ob du ...

Der Gatte(ernst).

Kennst du eine solche Frau?

Die junge Frau.

Ja, ich weiß das selber nicht.

Der Gatte.

Ist unter deinen Freundinen vielleicht eine solche Frau?

Die junge Frau.

Ja wie kann ich das mit Bestimmtheit behaupten – oder verneinen?

Der Gatte.

Hat dir vielleicht einmal eine deiner Freundinen .... Man spricht über gar manches, wenn man so – die Frauen unter sich – hat dir eine gestanden –?

Die junge Frau(unsicher).

Nein.

Der Gatte.

Hast du bei irgend einer deiner Freundinen den Verdacht, daß sie ....

Die junge Frau.

Verdacht ..... oh ..... Verdacht.

Der Gatte.

Es scheint.

Die junge Frau.

Gewiß nicht Karl, sicher nicht. Wenn ich mir's so überlege – ich trau' es doch keiner zu.

Der Gatte.

Keiner?

Die junge Frau.

Von meinen Freundinen keiner.

Der Gatte.

Versprich mir etwas, Emma.

Die junge Frau.

Nun.

Der Gatte.

Daß du nie mit einer Frau verkehren wirst, bei der du auch den leisesten Verdacht hast, daß sie ...... kein ganz tadelloses Leben führt.

Die junge Frau.

Das muß ich dir erst versprechen?

Der Gatte.

Ich weiß ja, daß du den Verkehr mit solchen Frauen nicht suchen wirst. Aber der Zufall könnte es fügen, daß du ..... Ja, es ist sogar sehr häufig, daß gerade solche Frauen, deren Ruf nicht der beste ist, die Gesellschaft von anständigen Frauen suchen, teils um sich ein Relief zu geben, teils aus einem gewissen .... wie soll ich sagen ..... aus einem gewissen Heimweh nach der Tugend.

Die junge Frau.

So.

Der Gatte.

Ja. Ich glaube, daß das sehr richtig ist, was ich da gesagt habe. Heimweh nach der Tugend. Denn, daß diese Frauen alle eigentlich sehr unglücklich sind, das kannst du mir glauben.

Die junge Frau.

Warum?

Der Gatte.

Du fragst, Emma? – Wie kannst du dennnur fragen? – Stell' dir doch vor, was diese Frauen für eine Existenz führen! Voll Lüge, Tücke, Gemeinheit und voll Gefahren.

Die junge Frau.

Ja freilich. Da hast du schon Recht.

Der Gatte.

Wahrhaftig – sie bezahlen das bischen Glück ..... das bischen .....

Die junge Frau.

Vergnügen.

Der Gatte.

Warum Vergnügen? Wie kommst du darauf, das Vergnügen zu nennen?

Die junge Frau.

Nun, – etwas muß es doch sein –! Sonst täten sie's ja nicht.

Der Gatte.

Nichts ist es ..... ein Rausch.

Die junge Frau(nachdenklich).

Ein Rausch.

Der Gatte.

Nein, es ist nicht einmal ein Rausch. Wie immer – teuer bezahlt, das ist gewiß!

Die junge Frau.

Also ..... du hast das einmal mitgemacht – nicht wahr?

Der Gatte.

Ja, Emma. – Es ist meine traurigste Erinnerung.

Die junge Frau.

Wer ist's? Sag'! Kenn' ich sie?

Der Gatte.

Was fällt dir denn ein?

Die junge Frau.

Ist's lange her? War es sehr lang, bevor du mich geheiratet hast?

Der Gatte.

Frag' nicht. Ich bitt' dich, frag' nicht.

Die junge Frau.

Aber Karl!

Der Gatte.

Sie ist tot.

Die junge Frau.

Im Ernst?

Der Gatte.

Ja ..... es klingt fast lächerlich, aber ich habe die Empfindung, daß alle diese Frauen jung sterben.

Die junge Frau.

Hast du sie sehr geliebt?

Der Gatte.

Lügnerinnen liebt man nicht.

Die junge Frau.

Also warum ....

Der Gatte.

Ein Rausch ....

Die junge Frau.

Also doch?

Der Gatte.

Sprich nicht mehr davon ich bitt' dich. Alles das ist lang vorbei. Geliebt hab' ich nur eine – das bist du. Man liebt nur, wo Reinheit und Wahrheit ist.

Die junge Frau.

Karl!

Der Gatte.

Oh, wie sicher, wie wohl fühlt man sich in solchen Armen. Warum hab' ich dich nicht schon als Kind gekannt? Ich glaube, dann hätt' ich andere Frauen überhaupt nicht angesehen.

Die junge Frau.

Karl!

Der Gatte.

Und schön bist du!.... schön!.... Oh komm' .... (Er löscht das Licht aus).

Die junge Frau.

Weißt du, woran ich heute denken muß?

Der Gatte.

Woran, mein Schatz?

Die junge Frau.

An .... an .... an Venedig.

Der Gatte.

Die erste Nacht ....

Die junge Frau.

Ja .... so ....

Der Gatte.

Was denn –? So sag's doch!

Die junge Frau.

So lieb hast du mich heut'.

Der Gatte.

Ja, so lieb.

Die junge Frau.

Ah .... Wenn du immer ....

Der Gatte(in ihren Armen).

Wie?

Die junge Frau.

Mein Karl!

Der Gatte.

Was meintest du? Wenn ich immer ....

Die junge Frau.

Nun ja.

Der Gatte.

Nun, was wär' denn, wenn ich immer ...?

Die junge Frau.

Dann wüßt' ich eben immer, daß du mich lieb hast.

Der Gatte.

Ja. Du mußt es aber auch so wissen. Man ist nicht immer der liebende Mann, man muß auch zuweilen hinaus ins feindliche Leben, muß kämpfen und streben! Das vergiß nie, mein Kind! Alles hat seine Zeit in der Ehe – das ist eben das Schöne. Es gibtnicht viele, die sich noch nach fünf Jahren an – ihr Venedig erinnern.

Die junge Frau.

Freilich!

Der Gatte.

Und jetzt .... gute Nacht, mein Kind.

Die junge Frau.

Gute Nacht!

Ein Kabinet particulier im Riedhof. Behagliche, mäßige Eleganz. Der Gasofen brennt. –Der Gatte. Das süße Mädel.Auf dem Tisch sind die Reste einer Mahlzeit zu sehen; Obersschaumbaisers, Obst, Käse. In den Weingläsern ein ungarischer weißer Wein.

Ein Kabinet particulier im Riedhof. Behagliche, mäßige Eleganz. Der Gasofen brennt. –

Der Gatte. Das süße Mädel.

Auf dem Tisch sind die Reste einer Mahlzeit zu sehen; Obersschaumbaisers, Obst, Käse. In den Weingläsern ein ungarischer weißer Wein.

Der Gatte(raucht eine Havannazigarre, er lehnt in der Ecke des Divans).

Das süße Mädel(sitzt neben ihm auf dem Sessel und löffelt aus einem Baiser den Obersschaum heraus, den sie mit Behagen schlürft).

Der Gatte.

Schmeckt's?

Das süße Mädel(läßt sich nicht stören).

Oh!

Der Gatte.

Willst du noch eins?

Das süße Mädel.

Nein, ich hab' so schon zu viel gegessen.

Der Gatte.

Du hast keinen Wein mehr. (Er schenkt ein.)

Das süße Mädel.

Nein .... aber schaun' S', ich laß ihn ja eh stehen.

Der Gatte.

Schon wieder sagst duSie.

Das süße Mädel.

So? – Ja wissen S', man gewöhnt sich halt so schwer.

Der Gatte.

Weißt du.

Das süße Mädel.

Was denn?

Der Gatte.

Weißtdu, sollst du sagen; nicht wissen S'. – Komm setz' dich zu mir.

Das süße Mädel.

Gleich .... bin noch nicht fertig.

Der Gatte(steht auf, stellt sich hinter den Sessel und umarmt daß süße Mädel, indem er ihren Kopf zu sich wendet).

Das süße Mädel.

Na, was ist denn?

Der Gatte.

Einen Kuß möcht' ich haben.

Das süße Mädel(giebt ihm einen Kuß).

Sie sind .... oh pardon, du bist ein kecker Mensch.

Der Gatte.

Jetzt fällt dir das ein?

Das süße Mädel.

Ah nein, eingefallen ist es mir schon früher .... schon auf der Gassen. – Sie müssen –

Der Gatte.

Du mußt.

Das süße Mädel.

Du mußt dir eigentlich was schönes von mir denken.

Der Gatte.

Warum denn?

Das süße Mädel.

Daß ich gleich so mit Ihnen ins chambre separée gegangen bin.

Der Gatte.

Na,gleichkann man doch nicht sagen.

Das süße Mädel.

Aber Sie können halt so schön bitten.

Der Gatte.

Findest du?

Das süße Mädel.

Und schließlich, was ist denn dabei?

Der Gatte.

Freilich.

Das süße Mädel.

Ob man spazieren geht oder –

Der Gatte.

Zum spazieren gehen ist es auch viel zu kalt.

Das süße Mädel.

Natürlich ist zu kalt gewesen.

Der Gatte.

Aber da ist es angenehm warm; was? (Er hat sich wieder niedergesetzt, umschlingt das süße Mädel und zieht sie an seine Seite.)

Das süße Mädel(schwach).

Na.

Der Gatte.

Jetzt sag' einmal .... Du hast mich schon früher bemerkt gehabt, was?

Das süße Mädel.

Natürlich. Schon in der Singerstraßen.

Der Gatte.

Nicht heut, mein' ich. Auch vorgestern undvorvorgestern, wie ich dir nachgegangen bin.

Das süße Mädel.

Mir geh'n gar viele nach.

Der Gatte.

Das kann ich mir denken. Aber ob du mich bemerkt hast.

Das süße Mädel.

Wissen S' .... ah .... weißt, was mir neulich passiert ist? Da ist mir der Mann von meiner Cousine nachg'stiegen in der Dunkeln und hat mich nicht 'kennt.

Der Gatte.

Hat er dich angesprochen?

Das süße Mädel.

Aber was glaubst denn? Meinst, es ist jeder so keck wie du?

Der Gatte.

Aber es kommt doch vor.

Das süße Mädel.

Natürlich kommt's vor.

Der Gatte.

Na, was machst du da?

Das süße Mädel.

Na, nichts – Keine Antwort geb' ich halt.

Der Gatte.

Hm .... mir hast du aber eine Antwort gegeben.

Das süße Mädel.

Na sind S' vielleicht bös'?

Der Gatte(küßt sie heftig).

Deine Lippen schmecken nach dem Obersschaum.

Das süße Mädel.

Oh, die sind von Natur aus süß.

Der Gatte.

Das haben dir schon viele gesagt?

Das süße Mädel.

Viele!! Was du dir wieder einbildest!

Der Gatte.

Na, sei einmal ehrlich. Wie viele haben den Mund da schon geküßt?

Das süße Mädel.

Was fragst mich denn? Du möcht'st mir's ja doch nicht glauben, wenn ich dir's sag'!

Der Gatte.

Warum denn nicht?

Das süße Mädel.

Rat' einmal.

Der Gatte.

Na, sagen wir, – aber du darfst nicht bös' sein?

Das süße Mädel.

Warum sollt' ich denn bös' sein?

Der Gatte.

Also ich schätze .... zwanzig.

Das süße Mädel(sich von ihm losmachend).

Na – warum nicht gleich hundert?

Der Gatte.

Ja, ich hab' eben geraten.

Das süße Mädel.

Da hast du aber nicht gut geraten.

Der Gatte.

Also zehn.

Das süße Mädel(beleidigt).

Freilich. Eine, die sich auf der Gassen anreden läßt und gleich mitgeht ins chambre separée!

Der Gatte.

Sei doch nicht so kindisch. Ob man auf der Straßen herumläuft oder in einem Zimmer sitzt .... Wir sind doch da in einem Gasthaus. Jeden Moment kann der Kellner hereinkommen – da ist doch wirklich gar nichts dran ....

Das süße Mädel.

Das hab' ich mir eben auch gedacht.

Der Gatte.

Warst du schon einmal in einem chambre separée?

Das süße Mädel.

Also, wenn ich die Wahrheit sagen soll: ja.

Der Gatte.

Siehst du, das g'fallt mir, daß du doch wenigstens aufrichtig bist.

Das süße Mädel.

Aber nicht so – wie du dir's wieder denkst. Mit einer Freundin und ihrem Bräutigam bin ich im chambre separée gewesen, heuer im Fasching einmal.

Der Gatte.

Es wär' ja auch kein Malheur, wenn du einmal – mit deinem Geliebten –

Das süße Mädel.

Natürlich wär's kein Malheur. Aber ich hab' kein' Geliebten.

Der Gatte.

Na geh'.

Das süße Mädel.

Meiner Seel', ich hab' keinen.

Der Gatte.

Aber du wirst mir doch nicht einreden wollen, daß ich ....

Das süße Mädel.

Was denn?.... Ich hab' halt keinen – schon seit mehr als einem halben Jahr.

Der Gatte.

Ah so .... Aber vorher? Wer war's denn?

Das süße Mädel.

Was sind S' denn gar so neugierig?

Der Gatte.

Ich bin neugierig, weil ich dich lieb hab'.

Das süße Mädel.

Is wahr?

Der Gatte.

Freilich. Das mußt du doch merken. Erzähl' mir also. (Drückt sie fest an sich.)

Das süße Mädel.

Was soll ich dir denn erzählen?

Der Gatte.

So laß dich doch nicht so lang bitten. Wer's gewesen ist, möcht ich wissen.

Das süße Mädel(lachend).

Na ein Mann halt.

Der Gatte.

Also – also – wer war's?

Das süße Mädel.

Ein bissel ähnlich hat er dir gesehen.

Der Gatte.

So.

Das süße Mädel.

Wenn du ihm nicht so ähnlich schauen tät'st –

Der Gatte.

Was wär' dann?

Das süße Mädel.

Na also frag' nicht, wennst schon siehst, daß ....

Der Gatte(versteht).

Also darum hast du dich von mir anreden lassen.

Das süße Mädel.

Na also ja.

Der Gatte.

Jetzt weiß ich wirklich nicht, soll ich mich freuen oder soll ich mich ärgern.

Das süße Mädel.

Na, ich an deiner Stell' tät' mich freuen.

Der Gatte.

Na ja.

Das süße Mädel.

Und auch im Reden erinnerst du mich so an ihn .... und wie du einen anschaust ....

Der Gatte.

Was ist er denn gewesen?

Das süße Mädel.

Nein, die Augen –

Der Gatte.

Wie hat er denn geheißen?

Das süße Mädel.

Nein, schau mich nicht so an, ich bitt' dich.

Der Gatte(umfängt sie. Langer, heißer Kuß).

Das süße Mädel(schüttelt sich, will aufstehen).

Der Gatte.

Warum gehst du fort von mir?

Das süße Mädel.

Es wird Zeit zum Z'haus'geh'n.

Der Gatte.

Später.

Das süße Mädel.

Nein, ich muß wirklich schon zuhaus' gehen. Was glaubst denn, was die Mutter sagen wird.

Der Gatte.

Du wohnst bei deiner Mutter?

Das süße Mädel.

Natürlich wohn' ich bei meiner Mutter. Was hast denn geglaubt?

Der Gatte.

So – bei der Mutter. Wohnst du allein mit ihr?

Das süße Mädel.

Ja freilich allein! Fünf sind wir! Zwei Buben und noch zwei Mädeln.

Der Gatte.

So setz' dich doch nicht so weit fort von mir. Bist du die älteste?

Das süße Mädel.

Nein, ich bin die zweite. Zuerst kommt die Kathi; die ist im G'schäft, in einer Blumenhandlung, dann komm' ich.

Der Gatte.

Wo bist du?

Das süße Mädel.

Na ich bin z'haus'.

Der Gatte.

Immer?

Das süße Mädel.

Es muß doch eine z'haus' sein.

Der Gatte.

Freilich. Ja, – und was sagst du denn eigentlich deiner Mutter, wenn du – so spät nach Haus' kommst?

Das süße Mädel.

Das ist ja so eine Seltenheit.

Der Gatte.

Also heut' zum Beispiel. Deine Mutter fragt dich doch?

Das süße Mädel.

Natürlich fragt s' mich. Da kann ich Obacht geben so viel ich will – wenn ich nach Haus' komm', wacht s' auf.

Der Gatte.

Also was sagst du ihr da?

Das süße Mädel.

Na, im Theater werd' ich halt gewesen sein.

Der Gatte.

Und glaubt sie das?

Das süße Mädel.

Na, warum soll s' mir denn nicht glauben? Ich geh' ja oft ins Theater. Erst am Sonntag war ich in der Oper mit meiner Freundin und ihrem Bräutigam und mein' älter'n Bruder.

Der Gatte.

Woher habt ihr denn da die Karten?

Das süße Mädel.

Aber, mein Bruder ist jaFriseur.

Der Gatte.

Ja, die Friseure ...... ah, wahrscheinlich Theaterfriseur.

Das süße Mädel.

Was fragst mich denn so aus?

Der Gatte.

Es interessiert mich halt. Und was ist denn der andere Bruder?

Das süße Mädel.

Der geht noch in die Schul'. Der will ein Lehrer werden. Nein .... so 'was!

Der Gatte.

Und dann hast du noch eine kleine Schwester?

Das süße Mädel.

Ja, die ist noch ein Fratz, aber auf die muß man schon heut' so aufpassen. Hast du denn eine Idee, wie die Mädeln in der Schule verdorben werden! Was glaubst! Neulich hab' ich sie bei einem Rendezvous erwischt.

Der Gatte.

Was?

Das süße Mädel.

Ja! mit einem Buben von der Schul vis-à-vis ist sie Abends um halber acht in der Strozzigasse spazieren gegangen. So ein Fratz!

Der Gatte.

Und, was hast du da gemacht?

Das süße Mädel.

Na, Schläg' hat s' kriegt!

Der Gatte.

So streng bist du?

Das süße Mädel.

Na, wer soll's denn sein? Die ältere ist im G'schäft, die Mutter tut nichts als raunzen; – kommt immer alles auf mich.

Der Gatte.

Herrgott, bist du lieb! (Küßt sie und wird zärtlicher.) Du erinnerst mich auch an wen.

Das süße Mädel.

So – an wen denn?

Der Gatte.

An keine bestimmte .... an die Zeit .... na, halt an meine Jugend. Geh, trink', mein Kind!

Das süße Mädel.

Ja, wie alt bist du denn?.... Du .... ja ... ich weiß ja nicht einmal, wie du heißt.

Der Gatte.

Karl.

Das süße Mädel.

Ist's möglich! Karl heißt du?

Der Gatte.

Er hat auch Karl geheißen?

Das süße Mädel.

Nein, das ist aber schon das reine Wunder ... das ist ja – nein die Augen .... Das G'schau .... (schüttelt den Kopf).

Der Gatte.

Und wererwar – hast du mir noch immer nicht gesagt.

Das süße Mädel.

Ein schlechter Mensch ist er gewesen – das ist g'wiß, sonst hätt' er mich nicht sitzenlassen.

Der Gatte.

Hast ihn sehr gern g'habt?

Das süße Mädel.

Freilich hab' ich ihn gerng'habt!

Der Gatte.

Ich weiß, was er war, Lieutenant.

Das süße Mädel.

Nein, bei Militär war er nicht. Sie haben ihn nicht genommen. Sein Vater hat ein Haus in der .... aber was brauchst du das zu wissen?

Der Gatte(küßt sie).

Du hast eigentlich graue Augen, anfangs hab' ich gemeint sie sind schwarz.

Das süße Mädel.

Na sind s' dir vielleicht nicht schön genug?

Der Gatte(küßt ihre Augen).

Das süße Mädel.

Nein nein – das vertrag' ich schon garnicht .... oh bitt' dich – oh Gott .... nein, laß mich aufsteh'n .... nur für einen Moment – bitt' dich.

Der Gatte(immer zärtlicher).

Oh nein.

Das süße Mädel.

Aber ich bitt' dich, Karl ....

Der Gatte.

Wie alt bist du? – achtzehn, was?

Das süße Mädel.

Neunzehn vorbei.

Der Gatte.

Neunzehn .... und ich –

Das süße Mädel.

Du bist dreißig ....

Der Gatte.

Und einige drüber. – Reden wir nicht davon.

Das süße Mädel.

Er war auch schon zweiundreißig, wie ich ihn kennen gelernt hab'.

Der Gatte.

Wie lang ist das her?

Das süße Mädel.

Ich weiß nimmer .... Du, in dem Wein muß 'was d'rin gewesen sein.

Der Gatte.

Ja, warum denn?

Das süße Mädel.

Ich bin ganz .... weißt – mir dreht sich alles.

Der Gatte.

So halt' dich fest an mich. So .... (Er drückt sie an sich und wird immer zärtlicher, sie wehrt kaum ab.) Ich werd' dir 'was sagen, mein Schatz, wir könnten jetzt wirklich geh'n.

Das süße Mädel.

Ja .... nach Haus.

Der Gatte.

Nicht g'rad' nach Haus .....

Das süße Mädel.

Was meinst denn?... Oh nein, oh nein ... ich geh' nirgends hin, was fallt dir denn ein –

Der Gatte.

Also hör' mich nur an, mein Kind, das nächste Mal, wenn wir uns treffen, weißt du, da richten wir uns das so ein, daß ... (Er ist zu Boden gesunken, hat seinen Kopf in ihrem Schoß.) Das ist angenehm, oh, das ist angenehm.

Das süße Mädel.

Was machst denn? (Sie küßt seine Haare.) .... Du in dem Weinmuß'was drin gewesen sein – so schläfrig .... du, was g'schieht denn, wenn ich nimmer aufsteh'n kann? Aber, aber, schau, aber Karl .... und wenn wer hereinkommt .... ich bitt' dich .... der Kellner.

Der Gatte.

Da .... kommt sein Lebtag .... kein Kellner .... herein ....

Das süße Mädel(lehnt mit geschlossenen Augen in der Divanecke).

Der Gatte(geht in dem kleinen Raum auf und ab, nachdem er sich eine Zigarette angezündet).


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