Dennoch werden wir uns aber noch damit abzufinden haben, daß zwar die Tradition eines Urahnpaares und seiner Elite, in welcher Form auch immer bis heutigenTages festgehalten wurde, zugleich aber doch entschieden sehr viele solche göttlichen Paar-Individuen und solche Eliten vorhanden gewesen sind. Daß sie als solche wirklich da waren und daß sie in ihrer göttlichen Ausnahmenatur erkannt wurden, lehrt uns ja die Religionsgeschichte, und es kann also ein Zweifel an dieser Tatsache keinen Augenblick statthaft sein. Trotzdem aber: es muß ja doch alle, schlechterdings alle Bewußtheitlichkeit in ein und demselben Paar-Individuum und ein und derselben Elite verkörpert sein und sich zentral verknüpfen; wenn anders die Tatsache des einheitlichen absoluten Individuums und seiner einheitlichen absoluten Bewußtheitlichkeit zu recht bestehen soll.
Dennoch werden wir uns aber noch damit abzufinden haben, daß zwar die Tradition eines Urahnpaares und seiner Elite, in welcher Form auch immer bis heutigenTages festgehalten wurde, zugleich aber doch entschieden sehr viele solche göttlichen Paar-Individuen und solche Eliten vorhanden gewesen sind. Daß sie als solche wirklich da waren und daß sie in ihrer göttlichen Ausnahmenatur erkannt wurden, lehrt uns ja die Religionsgeschichte, und es kann also ein Zweifel an dieser Tatsache keinen Augenblick statthaft sein. Trotzdem aber: es muß ja doch alle, schlechterdings alle Bewußtheitlichkeit in ein und demselben Paar-Individuum und ein und derselben Elite verkörpert sein und sich zentral verknüpfen; wenn anders die Tatsache des einheitlichen absoluten Individuums und seiner einheitlichen absoluten Bewußtheitlichkeit zu recht bestehen soll.
Wie also ist dieser Widerspruch zu lösen?
Soviel zwar steht fest, daß man schlechterdings alle Bewußtheitlichkeit der Gattung Mensch in einem Urahnpaar und seiner Elite gar wohl sich verknüpfen und von ihm aus bis daher sich als Bewußtheitlichkeit menschlicher Gattung entwickeln und ausweiten lassen kann. Indessen wäre dabei sofort einerseits einzuwenden, daß sie sich offenbar nur für Lebzeiten des Urahnpaares und der Elite in diesen menschlich sonderpersönlich vereinte. Hernach aber sterben ja Urahnpaar und Elite. Somit war in einem unddiesemPaar unddieserElite vereinte menschliche Gesamtbewußtheitlichkeit nicht mehr solchermaßen vorhanden, sondern organisch-physisch nur in allem von da ab sich entwickelnden menschlichen Gattungsbestand indirekt und abgeleitet und direkt nur in Gestalt einer festgehaltenen geistigen Tradition und Erinnerung. Muß sie indessen nicht immer und jederzeit auch in aller Folgezeit von da an sich entwickelnder menschlicher Gattung in einem gegenwärtigen Paar und einer ihm angegliedertenElite vorhanden oder wenigstens direkt persönlich immer von neuem, wohl in den großen Hauptübergangsperioden menschlicher Entwicklung, vorhanden sein, während sie in der übrigen Zeit in Gestalt einer geistigen Tradition und Erinnerung und überdies in Gestalt einer persönlichenRepräsentanzvorhanden sein könnte? Müßte alsdann aber nicht auch dieses jeweilige Paar-Individuum und seine Elite, d. h. in den Hauptübergangsperioden, vollständig persönlich mit dem einstmals vorhanden gewesenen Urahnpaar und seiner Elite identisch sein, also direkt deren persönliche Wiedergeburt sein?
Aber ehe wir dieser Frage näher treten und sie erledigen können, ist erst noch ein anderer Einwand in Rücksicht zu ziehen. Nämlich man könnte andrerseits sagen: ist es denn wirklich möglich, anzunehmen, daß sich menschliche Gattung von einem einzigen menschlichen Urahnenpaar und seiner Elite aus entwickelt hat, also direkt von ihnen organischphysisch erzeugt wurde?
Zeigt die exakte Empirie der biologischen Entwicklungstheorie nicht vielmehr, daß es sich angesichts des Entstehens menschlicher Gattung um einen langen und allmählichen Übergang handelt? Dergestalt also, daß aus vorgeschrittensten Affenarten erst allmählich von diesen ihrem Ursprung sich noch kaum besonders unterscheidende Wesen abgeartet sind, deren Abartung alsdann allmählich dergestalt weiterging, daß endlich ein ganz entschiedenwesentlichneues Gattungsmerkmal erreicht wurde?
Ganz gewiß: so und nicht anders verhält es sich! Aber wir dürfen eins nicht vergessen: Daß nämlich die erste Abartung immerhin im Bereich der alten Art numerisch eine Minderzahl bedeutete; ferner aber, daß sie sich zu irgend einem Zeitpunkt direkt als solche ganz besondersauffallend markieren und zum deutlichsten Bewußtsein sowohl der alten wie der neuen Artgenossen gelangen mußte. Ferner: daß das Gebiet, wo dieses markante Merkmal sich zuerst zeigte, ein Gebiet einer lebhaften physischen Krisis sein mußte, die wiederum nur eine kleine Elite in ganz besonders entscheidender und neuartbestimmender Weise durchmachte! Was aber ist alsdann selbstverständlicher, als daßeinindividuelles Paar wieder im Bereich dieser kleinen Elite das neue physiologische Artmerkmal in allerdeutlichster und bedeutsamster Weise erlitt? Wie anders jedenfalls wäre wohl sonst die allgemeine und mit solcher Unausrottbarkeit bis heute festgehaltene religiöse Tradition vom Urahnenpaar und seiner Elite zu erklären? Denn wir dürfen doch ganz unmöglich dem Urmenschen eine geistig »mythenbildende« Fähigkeit zutrauen, wie sie in der späteren Antike auftauchte, wo man allerdings, wenn auch nur in Decadencezeiten, allgemeine kulturelle Neuströmungen in eine Kollektivperson dichterisch zusammentrug. Vielmehr muß ein anderes ausgeschlossen sein, als daß die Urmenschen die Erinnerung eines tatsächlich vorhanden gewesenen Urahnpaares und seiner Elite bewahrten, verehrten und weitertrugen.
Es ist nun ferner nichts sicherer, als daß tatsächlich dieses Urahnenpaar, entweder ganz allein oder mit einem kleinen Anhang, aus einem bisherigen sozialen Bestand ausgeschieden und verbannt, in einer neuen Umgebung und unter neuen Lebensverhältnissen aus sich heraus organisch-physisch ein Geschlecht zeugte, das wir, da es die neuen in wesentlichem Betracht ausschlaggebend markant gewordenen Gattungseigenschaften in reinster und fruchtbarster Weise zeigte, als den eigentlichsten AnfangmenschlicherGattung anzusprechen haben.
Und so bliebe denn die religiöse Bedeutung des Urahnpaares und seiner Elite, wie wir sie oben gekennzeichnet haben, tatsächlich zu recht bestehen. Ein einziges Urpaar und eine kleine, ihm innig organisch angegliederte Elite haben die gesamte menschliche Gattung aus sich hervor erzeugt und sich organisch zu ihr ausgeweitet!
Genau auf die gleiche Weise werden wir uns natürlich die Auslösungen auch der übrigen vorhergehenden organisch-tierischen Hauptgattungen und aller Hauptstufen der organischen Entwicklung vorzustellen haben. Und nichts weniger also ist das jedesmalige Vorhandensein dieses die eigentliche Konstituierung der neuen Gattung vollziehenden Paarindividuums und seiner Elite als ein Zufall oder eine bloße Erdichtung! Vielmehr, da die organische Entwicklung sich in Stufen und Gattungen gliedert, die sich jedesmal erst von einem Zeitpunkt an mit aller Entschiedenheit eine aus der anderen hervor entfalten, und da die organische Entwicklung als Entfaltungsprozeß des absoluten Individuums in völliger, und zwar einer absolutpersönlichenEinheit steht, ist jenes Paarindividuum und seine Elite, die wir dasmotorischeIndividuum und diemotorischeElite nennen wollen, eine in aller Entfaltung des absoluten Individuums mit dem Zeitpunkt seines Auftretens immanent fest bestimmte und enthaltene, urnotwendige Erscheinung und Tatsache!
Sie setzt sich ganz selbstverständlicherweise alsdann weiter fort zurück in die anorganische Welt hinein. Es kann sich schlechterdings nicht anders verhalten, als daß in Gestalt von chemisch-elementaren Wesenheiten dasselbe motorische Individuum und seine Elite auch die Hauptstadiender anorganisch-chemischen Entwicklung vom Urelement an auslösten; und daß das Urelement die allererste substanzielle Form des motorischen Individuums und seiner Elite war. Die allererste reine Kraft- und unsubstanzielle Atomenform aber war es in Gestalt des rotierenden zentralen Uratoms und der diesem sich anschließenden unsubstanziellen Atomenformation.
Aber es bleibt jetzt noch nachzuweisen, daß motorisches Paarindividuum und seine Elite, die die einzelnen Hauptstufen der Entfaltung des absoluten Individuums auslösen – die Neben- und Unterstufen werden nach gleichem Prinzip von stellvertretenden Paarindividuen und Eliten ausgelöst und weiter ausgebaut. Wie denn allenthalben in jeglichem sozietären Betracht alles nach Maßgabe dieses gleichen heiligen Prinzips organisiert ist, und eine Repräsentanz des motorischen Individuums bis in die politischen und in andere sozietäreUnterformenund Verbände hinein eine wichtige Rolle spielt in der Entwicklung und Ausgliederung aller Kultur – in welcher organischen oder anorganischen Gestalt auch stets das persönlich gleiche, also vom zentralen Uratom ab immer wieder hervorgebrachte, neuerzeugte, als ein und dasselbe wiedergeborene ist aus allem Zusammenhang und aller Ausweitung seiner von ihm bewirkten Entfaltung heraus.
So unmöglich eine solche Ausmachung auch der mechanistischen Wissenschaft sein muß, ja so phantastisch und ungeheuerlich sie ihr erscheinen wird, so ist sie dennoch vollständig exakt, endgültig und nachgerade sogar unschwer zu leisten!
Ich habe von alledem in meinem Buche »Das absolute Individuum und die Vollendung der Religion« (Oesterheld & Co., Berlin W.) sehr ausführlich gehandelt und dort auch das wichtigste biogenetische Gesetz formuliert, nach welchem alle Entfaltung durch ein und das gleiche motorische Individuum und seine Elite bewirkt wird. Ich darf mich hier also kurz fassen.
Unsere Ausmachung hat zunächst eine Tatsache in Rücksicht zu ziehen, die sich wieder geradezu auf der flachen Hand darbietet.
Nämlich die, daß die Erscheinung des Bewußtseins auf der Erde räumlich und auch sonst in jeder Hinsicht einen überraschend eingeschränkten organischen Bestand besitzt!
Im übrigen verhält es sich so, daß kein einziger kosmischer Körper, mit einziger Ausnahme des am edelsten entwickelten, des Zentralkörpers, der Erde, bewußtheitliches Leben trägt. Die übrigen Körper, soweit sie nächst der Erde die festesten des absoluten kosmischen Systems sind, entbehren der elementarischen Vielseitigkeit und edlen Kompliziertheit, welche dem bewußtheitlichen und organischen Leben vonnöten ist. Die übrigen Körper aber schließen organisches und bewußtheitliches Leben durch ihre gegen die kosmische Peripherie hin immer leichtere Beschaffenheit aus, anderer sehr wichtiger Gründe hier nicht zu gedenken.
Was den anorganischen Bestand anbelangt, so nimmt er als Grundlage des organischen Lebens den weitaus größten Raum ein.
Alsdann schließt sich, man darf sagen: gleichfalls noch als Grundlage des höheren organischen Lebens, der sehr mannigfaltige Formenbestand des niederen und unterbewußtheitlichen an, wozu wir auch die pflanzlich-vegetabilische Welt zu rechnen haben. Dann folgt, als ein all diesem anorganischen und organisch niederen und unterbewußten gegenüber bereits sehr eingeschränkter Kontigent, der des niederen bewußtheitlichen Lebens. In all diesem Bereich nun aber: welch eine überraschend kleine Elite des entschiedener und höher bewußtheitlichen Lebens! Und schließlich, welch kleinster Bestand die höchstbewußtheitliche Gattung Mensch!
Dabei tritt nun aber gerade, je höher die bewußtheitliche Stufe, ein außerordentlich wichtiger Umstand in Erscheinung. Nämlich eine immer mehr sich steigernde freie Bewegung und Beweglichkeit der bewußtheitlichen Kontingente. Und zugleich eine Tendenz zu überaus vielseitiger artlicher Differenzierung und Ausbreitung.
Diese Erscheinung nun aber hat sich abzufinden mit jenem ein für allemal in den engen Grenzen seines Umfanges gehaltenen Bezirk des höher- und höchstbewußtheitlichen Lebens.
Das kann aber nur auf eine ganz bestimmte Weise geschehen und geschieht, wie die Biologie ja schon längst nachgewiesen hat, freilich ohne sich der ungeheuer wichtigen Tragweite dieser Ausmachung bis jetzt auch nur im entferntesten bewußt zu werden! –, indertat so: nämlich vermöge einer Abtragung oder Resorbtion der überwundenen Gattungen und Arten, welche sich durchaus nach Maßgabe der jeweiligen Vitalität und Beweglichkeitund der Weiterentwicklung der vorgeschrittensten und höchsten Gattung vollzog und vollzieht und je nachdem, wie diese die überholten Gattungen und Arten noch als ihre Ausgliederung für ihren vorschreitenden Lebensprozeß vonnöten hat.
Diese Abtragung und Resorbtion ist eine dem organischen Leben ganz besonders eigene Funktion und Erscheinung.
In der anorganischen Welt besteht sie nicht. Denn hier wurden alle Hauptstadien der Entwicklung ein für allemal statisch festgehalten. Es blieben alle ausgewirkten Elemente bestehen. Sie verbinden sich zwar in der mannigfachsten Weise, resorbieren sich aber nicht. Auch alle sonstigen anorganischen Bildungen blieben statisch bewahrt, wie sie sich gegenseitig auch immer beeinflussen, verschieben oder umwandeln mögen.
Das wird aber sofort anders, sobald das organische Leben erreicht ist! Hier werden die früheren Arten von den späteren resorbiert; sie verschwinden und sterben hinter den letzteren aus, je mehr von ihnen aus die Entwicklung weiter geht.
Nun verhält es sich allerdings aber so, daß diese Abtragung oder Resorbtion im Bereich des sehr ausgedehnten unterbewußten organischen Lebens vorerst noch eine ganz geringfügige ist. Je edler und vorgeschrittener indessen das unterbewußte, organische Leben, um so auffallender setzt auch bereits die Abtragung und Resorbtion der Arten ein. So z. B. in der Pflanzenwelt. Die Urformen derselben gibt es heute nicht mehr; wesentlich andere sind an ihre Stelle getreten.
Sobald aber erst das bewußtheitlich organische Leben erreicht ist, wird die Abtragung und Resorbtion immerauffallender! So sind die Urwürmer, Urfische, Uramphibien, ist die Echsenwelt heute so gut wie gänzlich ausgestorben, abgetragen, resorbiert. Noch auffallender wird dann die Erscheinung in der Welt des höheren Bewußtseins. Am allerauffallendsten aber im Bereich der höheren Säugetiere und menschlicher Gattung! Wieviel Arten und Rassen sind nicht seit der Urzeit vergangen und entstanden und welche ungeheueren, rastlosen Verschiebungen, Resorbtionen und Neuentwicklungen haben sich nicht im Zeitraum der Historie vollzogen! – Ziehen wir nun noch einmal den sehr eingeschränkten Spielraum in Betracht, der dem höher- und höchstbewußtlichen Leben ein für allemal und immanent absolut eignet, ziehen wir ferner in Betracht, daß ja nichts anderes als die jeweilig dominierende vorgeschrittenste organische Formation oder Gattung selbst es ist, die sich in die nächsthöhere und neueste durch Weiterzeugung transformiert, und daß ein und der gleiche organisch-bewußtheitliche Bestand selbst es ist, der sich in immer höhere Stufen weiterzeugt; erwägen wir schließlich, daß jede Transformation nicht anders sich vollzieht als durch ein motorisches Individuum und seine Elite, so ist mit all diesen Momenten endgültig die persönliche Identität eines jeden motorischen Individuums mit allen und dem ersten, dem Urahn-Paar, gegeben! Damit ist aber die persönliche Unsterblichkeit eines jeden einzelnen Menschen ein für allemal exakt ermittelt und sichergestellt! Und zugleich die Unsterblichkeitslehren der Religionen! Dies alles aber schließt wieder ein, daß nicht nur die organisch-bewußtheitlichen Formen des motorischen Individuums und seiner Elite in der Identität eines und des gleichen Paar-Individuums stehen, sondern auch jene Formen, welche die Hauptstadien der anorganischen Entwicklungvom zentralen Uratom und seiner Atomenelite ab bewerkstelligten und eine aus der anderen hervor entfalteten! So daß also das menschliche Urahnen-Paar zugleich vollständig persönlich identisch ist mit dem zentralen Uratom, einem ersten substanziellen Verdichtungsansatz beim Entstehen des Urelementes usf. Was aber das noch heute bestehende rotierende zentrale Uratom anbetrifft, so ist zu sagen, daß es nicht nur das motorische Individuum selbst, sondern zugleich auch, indem es vormals ganz und gar dieses Individuum persönlich war, eineFormdesselben war. Als solcheFormwurde es statisch festgehalten, auch als dasmotorischeIndividuum weitergerückt und Urelement geworden war, und als solcheFormundFunktiondesselben funktioniert es auch heute noch und weiter. Das motorische Individuumselbstaber befindet sich stets in der vorgerücktesten und höchsten Form der Entwicklung; alles was es hinter sich gelassen hat, besteht als sein Sediment und Fundament weiter und hat eine Repräsentanz des motorischen Individuums; im übrigen aber ist zu sagen, daß aller Bestand der Entwicklung sich stets nur im motorischen Individuum selbst polar verknüpft, und daß nichts anderes als dieses der Schwerpunkt der ganzen Entwicklung des absoluten Individuums ist!
Da sich nun aber das absolute Individuum und das motorische Individuum absolut nicht anders bestimmen kann, als nach der Form seiner höchsten Bewußtheitlichkeit, so hat sich durch die ganze Entwicklung hindurch vom einpolaren Zustand ∞ ab schlechterdings nichts anderes entwickelt als diese Form. – Ich habe in meinem früher erwähnten Buche »Das absolute Individuum und die Vollendung der Religion« nachgewiesen, daß diese höchste bewußtheitlicheForm keine andere ist, als der Mensch. So daß also absolutes und motorisches Individuum sich endgültig und exakt bestimmt als Individuum Mensch!
So entwickelt sich denn ewig nur ein und das gleiche Individuum, nämlich dasabsolutein Gestalt einesmotorischen Individuumsund einer Elite desselben weiter; und somit entfaltet sich auch nureineGattung, als und durcheineArt,eineRasse undeineFamilie! Nur daß sie ihre überwundenen Stufen und Ausgliederungen statisch als solche festhält oder, im höher und höchstentwickelten bewußtheitlichen Leben, resorbiert, was gleichbedeutend ist mit organischer Neu-, Weiter- und Wiedergeburt!
Im übrigen wird sich das motorische Paar-Individuumpersönlichund selbst, als solches, immer da finden und wiedergebären, wo eineHauptphaseder Entfaltung erzeugt wird und sich konstituierte (im übrigen natürlichwiedererreichtwird, denn sie ist ja mit dem absoluten Individuum und all seinem Bestand und Umfang ewig und absolut an ihrer Stelle. Auch wenn sie mit allem anderen im Nu des einpolar neutralen Zustandes ∞ latent ist!). Es wird sich aber auch wiedergebären da, wo es darauf ankommt, die Hauptphasen einer bestimmten neuen Form und Gattung zu entfalten. Also wird das motorische Individuum mit seiner Elite sicherlich jeweilig z. B. jene Rasse erzeugt haben, welche der Grundstock einer der großen menschlichen Hauptkulturen war! So daß also den Göttern gewisser großer menschlicher Hauptreligionen ohne jeden Zweifel jedesmal eine menschlich persönliche Form des motorischen Individuums und seiner Elite entsprochen hat! – Z. B. steht es über jedem Zweifel, daß ein menschliches Paar einst gelebthat, dem die mythischen Vorstellungen von Osiris und Isis oder Odhin und Frigga entsprechen!
Wir sehen also, daß, wenn sich die gegenwärtige Krisis der exakten Wissenschaft dahin löst, daß die Wissenschaft die notwendigen und sich von selbst ergebenden Konsequenzen aus den beiden endgültig exakt von ihr ausgemachten Tatsachen der Entwicklung und der Einheit und Ewigkeit von Kraft und Polarität zieht, wie das nur ganz unerläßlich und unausweichlich ist, nicht nur die Wissenschaft selbst erstwirklichexakt wird und ihre Disziplinen endgültig ausbauen kann, sondern daß sich, was noch ungleich wichtiger ist, auch die gegenwärtige, so überaus brennende und bedenklichereligiöseKrisis lösen kann! Dies kann aber nur dadurch und in dem Sinne geschehen, daß Hauptprämisse und Grundtatsache der Religion, wie sie von allem Uranfang an durch im wesentlichsten Betracht unerschütterliche Tradition bis hierher sich erhalten hat, in ihrer absoluten Gültigkeit endgültig von der Wissenschaft in dem Sinne bestätigt wird, wie es in diesem unseren Zusammenhange geschehen ist, der dieendgültige exaktesteBestätigung der religiösen Haupttatsache geleistet hat!
Im näheren Betracht aber kann die Lösung der religiösen Krisis nur erreicht werden in Gestalt einer Lösung des christlichen Problemes!
Diese Lösung kann uns indessen nicht mehr schwer fallen.
Denn offenbar hat der Christus eine Hauptfunktion der Entwicklung geübt, nämlich er hat im Prinzip menschliche Gattung als solche zu ihrem umfassendsten Abschlußgebracht. Wir wissen aber, daß dies eine Funktion ist, die nur das motorische Individuum selbst und persönlich leistet. Also ist Christus, ist Jesus von Nazareth das motorische Individuum selbst gewesen! Und also hat das Dogma der christlichen Religion, welches ausspricht, daß Jesus »Gottes eingeborener Sohn« und Gott selbst in organisch-menschlicher Erscheinung ist, vollständig recht! Denn diese Fassung des Dogmas kann nichts anderes bedeuten, als daß Jesus von Nazareth, der »Christus«, die organische Erscheinung des absoluten Individuums (der »Vater«), das motorische Individuum (der »Sohn«) ist!
Wir werden, da ja das motorische Individuum Paar-Individuum ist, nach der weiblichen Ergänzung Jesu fragen? Aber es kann gar kein Zweifel bestehen, daß diese vorhanden gewesen ist! Wenn sie aber nicht als seinWeib, d. h. als seinegattlichzeugerische und gebärende Ergänzung vorhanden war, so kann das seinen Grund einzig darin haben, daß das motorische Individuum, wenn es eine organische Form, die ihre äußerste Entwicklungsmöglichkeit erreicht hat, zunächst als solcheabschließt, nicht seine Funktion als patriarchalischer Erzeuger einer neuen Gattung übt! – Aber es ist gesagt worden, daß der Christus wiederkommen wird, zu richten die Lebendigen und die Toten. Da das aber nur heißen kann, daß das motorische Individuum, Gott selbst als organisches Individuum, wiederkommen wird, und da es ferner nur heißen kann, daß, da menschliche Gattung alsdann durch das fortwirkende Prinzip des Christus wirklich vollkommen fertig geworden ist, eineneueorganische Form erzeugt wird, so wird der »Christus«, d. h. das motorische Individuum, wenn es einst persönlich wieder da sein wird, durchaus seine patriarchalische zeugerische Funktion üben.Mag sein, daß alsdann »die Toten« aller überwundene menschliche Bestand bedeutet und »die Lebendigen« die neuwerdende Gattung; denn »lebendig« im polar-zentralen Sinne ist ja stets nur die organische Form, in welcher das motorische Paar persönlich vorhanden ist und zeugend wirkt oder weiter wirkt. (Die »Himmel«- und »Hölle«-Vorstellungen der christlichenMythewerden also in ihrerWirklichkeitnicht gar so entsetzlich sein, denn einewiger»Himmel« und eineewigeSeligkeit, wie sie die christlicheMythesich vorgestellt, ist gewiß auf die Dauer kaum weniger fürchterlich als eine ewige »Hölle« und »Höllenstrafe«. Aber die große religiöse Grundtatsache hat neben allem anderen wohl auch stets so ihren »Witz«, der ganz gewiß auch seinen praktischen Wert haben wird.)
Man könnte nun aber fragen, ob es sich wirklich auch diesmal um die Erzeugung einer wesentlich neuen und höheren organischenGattunghandeln wird? Ob also wirklich der heute so viel herumspukende »Übermensch« eines Tages vorhanden sein wird?
Die Frage wäre nicht ohne Sinn und Berechtigung. Denn es ist zu bedenken, daß ja die Entwicklung und auch die des Bewußtseins einmal ein Ende nimmt, daß eine wirklichhöchstbewußtheitliche organische Gattung eines Tages dieletzteund daß der Abschluß derselben derletzteAbschluß sein wird, den das motorische Individuum vollzieht.
Es ist nun sehr bezeichnend, daß die deutsche Metaphysik in ihren äußersten Ausläufern so viel vom »letzten Ende«, vom »Unbewußten« gehandelt hat. Sehr schönist z. B. auch gelegentlich einmal von Friedrich Schlegel Novalis gegenüber die christliche Religion die »des Todes« genannt und Novalis als Jemand bezeichnet worden, der »Sinn für den Tod« hat.
Da nun aber, wie ich in meinem erwähnten Buche nachgewiesen habe, menschliche Gattung wirklich die höchste Bewußtseinsstufe des absoluten Individuums bedeutet, so ist sie auch wirklich dieletzteStufe und Gattung der Entfaltung des absoluten und motorischen Individuums und wird sich eine wesentlich neue und höhere über sie hinausnichtmehr auswirken. Hat also das motorische Individuum in Gestalt und Person Jesu des Christus menschliche Gattung zu ihrem Abschluß gebracht, so hat es, hat Jesus von Nazareth die absolute Entwicklung selbst zu ihrem Abschluß gebracht!
Man wird nun freilich einwenden wollen, daß der Mensch, dessen Weisheit und Bewußtheitlichkeit doch nachgewiesenermaßen so gar sehr »Bruchstück« gewesen ist, unmöglich die höchste Stufe absoluter Bewußtheitlichkeit bedeuten könne. Dennoch verhält sich das so! Es ist nämlich zu bedenken, daß die Menschheit je und je das absolute Wissen von der religiösen Grundtatsache gehabt hat. Nur seine höchsteFormhatte dieses Wissen bis daher noch nicht erreicht. Immer wieder traten Decadenceperioden ein, in denen eine Form dieses Wissens nicht mehr genügte und Wissen selber an seinem unveräußerlichen absoluten Gegenstand irre wurde. Dennoch restituierte sich die religiöse Grundtatsache und absolutes Wissen in einer höheren Form immer wieder und wieder und von neuem. So daß schlechterdings ausgesagt werden muß, daß die Entwicklung dieses Wissens in einem absoluten kontinuierlich aufsteigenden Zusammenhangvor sich ging. Da dieses absolute bewußtheitliche Wissen von der religiösen Grundtatsache ehemals aber überhaupt von demMenschen, dem Urmenschen, zum ersten Mal erreicht wurde, und da der Mensch es bis daher beharrlich weiter entwickelt hat, so muß es denn auch unfehlbar zu seiner höchsten, exaktesten, endgültigsten Form gelangen!
Nun, wir haben uns aber selbst unseren ganzen Zusammenhang hindurch überzeugt, daß die exakte Wissenschaft, die die letzten und unvermeidlichsten Konsequenzen ihrer beiden Hauptausmachungen, der Tatsache der Entwicklung und der ewigen einheitlichen Kraft und Polarität vollzog, wirklich diese höchste und endgültigste Form religiösen Wissens – und Wissen istnurreligiöses Wissen! – erreicht hat! – Also ist absolutes und motorisches Individuum im Menschen zu seiner höchsten gattlich-organischen Form und Selbsterfassung gelangt! Und also ist menschliche Gattung der Abschluß der Entfaltung, die von ihr an nur mehr noch die Wendung zum Unterbewußtsein und zum einpolar neutralen Urzustand ∞ hin nehmen kann!
Bedenken wir, daß der Christus bis heute und dieser Form höchsten und endgültigsten Wissens her an der Vollendung der Menschheit gewirkt hat! Tritt nun dieses heute erreichte Wissen, wie es gar nicht anders sein kann, endgültig in Kraft, so kann das schlechterdings nichts anderes bedeuten, als daß die Menschheit und menschliche Gattung endlich in ihreHöhenperiodeeingetreten ist, wo ihr die höchsten und letzten Lebenserfüllungen reifen müssen! Und dies ist der Blick indie jetzt bevorstehende Zukunft! – Sie wird die letzte und umfassendsteEinheitder Menschheit erleben und die höchsten Triumphe menschlichen Geistes, menschlichen Gattungsgefühles und menschlicher Kultur! – Sie kann nur die Periode eines allgemeinen großen Welt- und Menschheitsfriedens, eine Periode derFreudeund eines großenWeltfeierabendssein! – In ihr werden sich die gegenwärtigen Rassenbestände der Menschheit ausleben, bis zu einer Grenze hin, wo höchste Bewußtheitlichkeit anfängt sich in eineunbewußterephysiologische Sensibilität umzuwandeln. Das wird der Zeitpunkt einer endgültigen, letzten menschheitlichen Decadence bedeuten, und in dieser Zeit wird das motorische Individuum (»Wiederkunft des Christus«) wiedererscheinen, um aus menschlicher Gattung hervor eine Abart organisch auszulösen und zu konstituieren, bei welcher sich die Umwandlung höchster Bewußtheitlichkeit in eine überaus verfeinerte, neue physiologische Sensibilität endgültig vollzogen haben wird, welche Sensibilität alsdann im weiteren Verlauf zum völligen Erlöschen des Bewußtseins führen wird. – Die Erde alsdann aber alt geworden, wird ihr altes organisches Leben immer mehr eingezogen haben. (Man bedenke hier nur das zunehmende Aussterben der wilden Tiere, das befremdliche Aussterben in der Vogelwelt, das heutzutage festzustellen ist!) Nur ganz unterbewußte Überbleibsel der alten organischen Wesensreihen werden noch vorhanden sein, und soweit sie noch den letzten Untergang des Kosmos – der sich durch umfassendste Einziehung einheitlicher Polarität vollziehen wird – erleben, werden sie nichts von ihm wissen und fühlen!
Es wird also dem motorischen Individuum und seiner Elite diesmal nichts weiteres mehr übrig sein, als denÜbergang des bewußtheitlichen Lebens in das Unterbewußtsein zeugerisch zu vollziehen. Und es wird nichts weiter mehr zu tun haben, als das Grausen einer allgemeinen Katastrophe auf solche Weise zu verhüten, das für jedes bewußtheitliche Wesen unausdenkbar fürchterlich sein müßte!
Aber kehren wir wieder zu unserem eigentlicheren Zusammenhange, zur Lösung der gegenwärtigen religiösen Krisis, zurück. Man ist neuerdings geneigt zu meinen, es werde eine wesentlich neue Religionsform aus ihr hervorgehen und die christliche ersetzen. Man wird aber jetzt erkennen, daß das gänzlich ausgeschlossen ist.
Religionsform bedingt sich durch Bewußtheitlichkeit und durch bewußtheitlich-intellektuale Formulierung; da wir nun aber sahen, daß der Christus im Prinzip die höchste religiöse Stufe ausgelöst hat, so kann eine noch vollkommnere Religionsform, als die von ihm geschaffene nicht mehr möglich sein!
Es ist denn auch nur zu kennzeichnend, daß alle neusten, monistischen Versuche, zu einer neuen Religionsform zu gelangen, nichts sind als, leider aber nur zu vage, Versuche zu einem weiteren Ausbau des christlichen Prinzips!
Ist aber eine wesentlich neue Religionsform über die christliche hinaus nicht mehr möglich und denkbar, so wird allerdings nur noch eins übrig bleiben: nämlich der letzte Ausbau der christlichen Religionsform!
Wie aber wird er sich einzig vollziehen können?
Durch Anwendung der Ausmachungen über die religiöse Grundtatsache, die wir hier geboten haben!
Nach deren endgültigem und exaktem Maßgabe aber bleibt vor allem die Tatsache bestehen, daß Christus »Gottes Sohn« und Gott selbst »ins Fleisch geboren«, d. h. als menschlich organisches Individuum ist. (Was der »Monismus« von heute nicht mehr Wort haben wollte!). Ferner bleibt die Heiligkeit und Göttlichkeit seiner nächsten Elite bestehen. (Apostel und eine gewisse Anzahl von männlichen und weiblichen Märtyrern und sonstigen seitherigen großen Auswirkern christlicher Religiosität.) Auch die Vorstellung des Erlösungs- und Heilandswerkes bleibt bestehen. Denn Christus erlöste die Menschheit insofern, als er sie vollendete und einte, und damit im Prinzip den unsäglichen menschlichen Bruderzwisten der Historie ein Ende setzte.
Freilich aber wird verschiedenes aus dem Apostolikum ausgeschieden werden müssen, was veralteteethnischeVorstellungsform ist. Doch nicht die Form einerKircheselbst! Diese noch nicht! Da sie sich durchaus bedingt durch die sonstige staatliche Form der Sozietät, die zwar in Zukunft mehr und mehr ihre schroffen nationalen Gegensätze verlieren, als solche aber noch lange nicht aufhören wird.
Das alles schließt ein, daß zunächst die katholische Form, in ihren Hauptdogmen endgültig gekräftigt, ihre Bestätigung empfängt. Es ist eigentlich ihr Vorteil, daß sie die Göttlichkeit des Christus und der Heiligen am konsequentesten festgehalten hat. – Man mißverstehe mich aber nicht: ich habe durchaus keine Restituierung eines eigentlichen Heiligenkultusnun auch für den Protestantismus im Sinn! Überhaupt wird sicherlich einKultim antiken, ethnischen Sinne immer mehr in Wegfall kommen. Er wird durch eine gemeinsame religiöse Andacht und Versenkung ersetzt werden, die ja eigentlich nichts anderes sein kann als eine Selbstversenkung des weiteren organisch sozietären Bestandes des motorischen Individuums in dieses selbst (Verhältnis der Gemeinde zu Christus, ihrem Haupt) und damit in das absolute Individuum, in Gott, aus welcher Versenkung je und je und nach wie vor alle sozietäre Bestätigung und Kraft sich ergeben muß.
Obgleich nun aber die katholische Kirche die religiöse Grundtatsache am treusten festgehalten hat, und der Protestantismus ihr gegenüber nachgerade fast bis zum Unmöglichenlaugeworden ist – so bleibt der Katholizismus dennoch eineüberwundeneForm der christlichen Religion. Und zwar wegen ihrer allzuvielen ethnischen Bestandteile.
Ich weiß nicht, wieviel der Modernismus davon in Zukunft wird beseitigen können: ganz frei von ihnen wird der Katholizismus nicht zu bekommen sein. Umsoweniger, als sich sein ethnischer Charakter ja lediglich durch die Bekräftigung der Hauptdogmen auch seinerseits bekräftigen muß! Denn diese Bekräftigung erstreckt sich ja überhaupt aufjedemenschliche Religions- und Kultformderen ganzem Umfangnach. Da im übrigen jede Religionsform naturgemäß auf das engste dem sozialen, oder dem Rassebestand entspricht, der sie hervorbrachte oder der sich ihr anpaßte, so wird es alles in allem so stehen, daß die katholische Konfession sich mit den Rassenbeständen, denen sie entspricht, ruhig ausleben wird. –
Was die protestantische Konfession anbetrifft, so wird sie vor allem zu beachten haben, daß das Dogma vonder Einheit Christi mit Gott endgültig fest bleibt, und daß dies gleichbedeutend damit ist, daß Jesus von Nazareth wirklich gelebt hat und der Christus gewesen ist! (Unsere heutigen Drews, die das in Abrede stellen wollen und eine gewisse radikale Richtung der liberalen Theologie stehen vollständig und ein für allemal im Unrecht!) Im übrigen aber wird sich der Protestantismus durch eine neue und endgültige Reformation von seinen letzten ethnischen Bestandteilen befreien. Und außerdem wird sein Gottesdienst immer mehr und endgültig den Charakter einesKultusverlieren, statt dessen wird er jenen Charakter der Selbstversenkung der Gemeinde in das Wesen des Urhebers christlicher Religion und christlichen Prinzipes und damit in Gott, d. h. das absolute Individuum, annehmen, das vorhin angedeutet wurde. – Mit dieser Reformation des vorgeschrittensten christlichen Bekenntnisses wird christliche Religionsform zu ihrer letzten und endgültigen Vollendung gelangen. Sie wird die Religion der menschlichen Rassen sein, welche die Träger der künftigen Menschheitskultur sein werden.
Alle weitere Entwicklung von Religion kann nur jener dereinstigen über die heutigen menschlichen Rassen hinausgehenden Rasse entgegenführen, in deren Bezirk einstmals in einer noch fernen Zukunft das motorische Individuum entstehen wird, um die Entwicklung der Menschheit zeugerisch dem Unterbewußtsein entgegenzuführen. Diese Endgattung aller Entwicklung aber wird nicht mehr in solchen sozialen Formen leben, wie wir, sie wird die Begriffe eines Staates, einer Kirche und einer intellektuell fixierten Religionsform und Konfession nicht mehr kennen und bedürfen!
Aber das geht die Lösung der gegenwärtigen religiösenKrisis nichts an. Genug, daß wir unter allen Umständen um die einstmalige Existenz von Jesus und seiner Eigenschaft als Gottes wahrer und eingeborener Sohn endgültig nicht herumkönnen. –
Es versteht sich im übrigen von selbst, daß der konfessionelle Religionsunterricht aus der Schulenichtausgeschaltet werden kann, so wenig wie die Kirche vom Staate abgetrennt werden kann! Aber, die Hauptsache: es wird sich ja um einen Religionsunterricht handeln, dernicht, wie heute noch, mit dem exaktwissenschaftlichen in Widerspruch steht, sondern um einen, der durch die Wissenschaft lediglich endgültig bestätigt wird, selbst alskatholischerReligionsunterricht! Ein Umstand, der durchaus nicht außer Rücksicht gelassen werden darf! – Denn keine einzige christliche Konfession wird von der andern völlig ausgeschaltet werden! Vielmehr werden sie infriedlichemGleichgewicht in Zukunft nebeneinander weiterbestehen; wenn auch naturgemäß jene am erstensich selbstausschalten wird, deren tragendeRassenbeständevon der weiteren Entwicklung menschlicher Gattung am ersten abgetragen und resorbiert werden. – Das würde allerdings bereits heute den endgültigen zukünftigen »Sieg« einer vollkommen ihrem reinsten Prinzip nach ausgestalteten und reformiertenprotestantischenKonfession bedeuten! –
Druck vonGottfr. Pätz, Naumburg a. S.