So geht es im Lande der Riesen:Da nähen die Schneider mit Spießen,Da stricken die Mädchen mit Stangen,Da füttert man Meisen mit Schlangen,Da malen mit Besen die Maler,Da macht man wie Kuchen die Taler,Da schießt man die Mücken mit Pfeilen,Da webt man die Leinwand aus Seilen.
So geht es im Lande der Riesen:Da nähen die Schneider mit Spießen,Da stricken die Mädchen mit Stangen,Da füttert man Meisen mit Schlangen,Da malen mit Besen die Maler,Da macht man wie Kuchen die Taler,Da schießt man die Mücken mit Pfeilen,Da webt man die Leinwand aus Seilen.
So geht es im Lande der Riesen:Da nähen die Schneider mit Spießen,Da stricken die Mädchen mit Stangen,Da füttert man Meisen mit Schlangen,Da malen mit Besen die Maler,Da macht man wie Kuchen die Taler,Da schießt man die Mücken mit Pfeilen,Da webt man die Leinwand aus Seilen.
So geht es im Lande der Riesen:
Da nähen die Schneider mit Spießen,
Da stricken die Mädchen mit Stangen,
Da füttert man Meisen mit Schlangen,
Da malen mit Besen die Maler,
Da macht man wie Kuchen die Taler,
Da schießt man die Mücken mit Pfeilen,
Da webt man die Leinwand aus Seilen.
Märchenszenen.Zwergenwirtschaft: Links eine Tür zur Schlafkammer der Zwerge; im Hintergrunde eine Tür und Fensteröffnung. Von außen Wald und Sonnenschein, drinnen steht ein kleiner Tisch mit sieben Schüsseln.Die sieben Zwerge(kommen singend nacheinander herein mit Kräutersäckchen auf dem Nacken, werfen die Säcke in den Winkel, treten an den Tisch und stutzen, einer nach dem andern).Zwergältester:Wer hat auf meinem Stühlchen gesessen?Zwerg 2:Wer hat von meinem Tellerlein gegessen?Zwerg 3:Wer hat von meinem Müschen gepappt?Zwerg 4:Wer hat mit meinem Gäblein zugetappt?Zwerg 5:Wer hat aus meinem Becherlein getrunken?Zwerg 6:Wer hat mein Löfflein eingetunken?Zwerg 7:(Schaut in die Nebenkammer).Wer drückt in meinem Bett das Dällchen?Zwergenältester:Wer rückt an meinem Schlafgestellchen?Zwerg 2:Wer schlief auf meinem Lagerstättchen?Zwerg 3:O weh! Liegt einer in meinem Bettchen?Zwerg 4:Ein Mägdelein!Zwerg 5, 6, 7:Laß schauen, laß sehn!Zwerg 7:Ei Gott, wie ist das Kind so schön!Zwergenältester:O, weckt sie nicht! O, schreckt sie nicht!Geschlossen ist der Aeuglein Licht,Hinabgerollt die Locken dicht;Ueber des Mieders blanke SeideGefaltet fromm die Händchen beide.Zwerg 2:Wer mag sie sein? Wo kam sie her?Der Wald wächst in die Kreuz und Quer.Zwerg 3:Wie fand das liebe TausendschönDen Weg durch Dorn und Moor und Seen?Zwerg 4:Ist alles so gar lieb und fein,So rosenrot, schneeweiß und rein!Zwergenältester:Bis sie erwacht, bleibt mäuschensacht,Das helle Glöcklein nehmt in Acht,Bleibt ruhig in den Schühlein stehn,laßt leis’ das Zünglein ummegehn!Zwerg 4:Schau, schau! Die Wimper regte sich!Zwerg 5:Das Mündlein, rot, bewegte sich!Zwerg 6:Das blonde Köpfchen reckt sich auf,Zwei blaue Aeuglein schlägt sie auf!Zwerg 7:Sie schaut sich um ein stilles Weilchen!Zwergenältester:Schweigt nun! Ihr Mühlchen, ihr Plappermäulchen!Erschreckt sie nicht, geht fein bei Seit’!Sie sah wohl Zwerglein nicht bis heut’!(Die Zwerge treten bis auf den Aeltesten an beiden Seiten zurück).Schneewittchen(erscheint scheu an der Tür).Zwergenältester:Ei, grau dich nicht, tritt nur herein;Du sollst uns fein willkommen sein,Willkommen in der Zwerge Hüttchen!Doch sprich, wie heißt du denn?Schneewittchen:Schneewittchen!So hat die Mutter mich genannt;Mein Vater ist König über dies Land.Zwergältester:Schneewittchen, Königstöchterlein,Wo ließest du die Pagen dein?Wo ließest du die Wagen und Rosse?Wie kamst du von des Königs Schlosse?Schneewittchen:Ach, ich bin kommen arm und bloß!Mütterlein schläft in Grabes Schoß;Der König freite die zweite Frau,Die schlug mich oft und schalt mich rauh;Schickte mich dann mit dem Jäger zu Walde,Sollte mich töten auf des Berges Halde,Und der Königin als ZeichenSollt er mein blutend Herze reichen;Doch ich bat ihn so lang auf den Knien —Da schoß er den Eber und ließ mich fliehen.Zwergenältester:Schneewittchen, Königstöchterlein,Wie fandest du den Weg und Steg allein?Wer zeigte dir die sieben Berge?Wie kamst du in das Reich der Zwerge?Schneewittchen:Sprangen zwei Rehlein mir voran,Sah’n mit den braunen Augen mich an;Saßen im Walde die Vöglein zu Hauf,Schwangen zwei Vöglein sich vor mir auf;Am Himmel zog ein Stern vor mir —Und wie ich folgte, so bin ich hier.Zwergenältester:Schneewittchen, Königstöchterlein,Schlag auf die blauen Aeugelein,Laß springen dein Herzlein wohlgemut,Sollst bleiben hier in unserer Hut,Im grünen Reich der sieben Berge!Schneewittchen:Wie kann ich euch danken, ihr guten Zwerge?Zwergenältester:Kannst die Wirtschaft uns versehen,Wenn wir tags in die Berge gehen,Unsern Haushalt kannst du führen!Schneewittchen:O, wie will ich mich tummeln und rühren!Bin wohl behend in allen Stücken;Sprecht nur, was soll ich immer beschicken?Zwergenältester:Morgens im DämmerscheinFegst du das Kämmerlein,Bohnest die Stühlchen,Lockerst die Pfühlchen,Schüttelst zurecht die Schlafstättchen!Zwerg 2:Und für dich selber das weichste Bettchen!Zwergenältester:Geh’n wir zu Walde, hütst du das Stübchen,Deckest das Tischchen, kochest die Süppchen!Zwerg 3:Doch von den Süppchen und von den SpeischenDas schönste für dich, Prinzeß Schneeweißchen!Zwerg 4:Schau nur, die Dornen zerrissen mein Röcklein!Zwerg 5:Streiften mir ab von dem Käppchen das Glöcklein!Zwergenältester:Besserst das Röcklein,Heftest das Glöcklein,Setzest auf JäckchenSaubere Fleckchen;Doch in das Hüttchen— bist du allein —Läßt du, Schneewittchen,Niemand herein!Schneewittchen:Aber die Rehe, die süßen Rehe!Wenn ich sie morgens durchs FensterleinDraußen, im goldnen SonnenscheinSpringen und spielen und nahen sehe?Zwergenältester:Rehlein steh’n in hohen Gnaden,Sind gar tapfre Kameraden,Kannst sie immer zu Gaste laden.Schneewittchen:Aber die Vögel, die bunten Blämmchen,Stieglitz mit dem roten Kämmchen,Ammer mit dem goldnen Latz,Und der Star, der possierliche Matz,Und vor den andern Vögeln allendie süßen Sänger, die Nachtigallen!Wenn sie draußen durch die ZweigleinSchaun mit den klugen Aeuglein;Wenn sie dann mählich näherschlüpfen,Neugierig auf die Schwelle hüpfen?Zwergenältester:Vöglein stehen in hohen Gnaden,Sind gar lust’ge Kameraden;Darfst sie immer zu Gaste laden.Schneewittchen:Aber die Sonne, der himmlische Schein!Wenn sie morgens ins FensterleinDurch die grünen funkelnden BlätterSendet das goldene Sommerwetter?Und Abends, wandert die Sonne von dannen,Der Mond steigt über die schwarzen Tannen,Der wohnt am Himmel allein nicht gern,Bringt mit sich alle die tausend Stern;Mond und Sonne und SterneleinSchauen alle zu mir herein,Wie ich die Wirtschaft mag treiben und leiten —Sie kennen mich alle seit langen Zeiten!Zwergenältester:Rehlein, laß um dich spielen und springen,Laß Mond- und Sonnenschein herein;Nur vor den Menschen hüte dich fein!(Zu den andern).Nun kommt ihr wackern Brüderlein,Drei Gänge noch fürder waldein!Dreimal noch füllt mit weichem MoosDie Säcklein aus des Waldes Schoß.Und richtet fein in unsrem HüttchenEin achtes Bettchen für Schneewittchen.Die sieben Zwerge (gehen singend ab):„Da ging die Katz’ die tripp, die trapp,Da schlug die Tür, die klipp, die klapp,Frau Füchsin, sind Sie da?Ach ja, mein Kätzchen, ja!“Schneewittchen (allein):Morgens im DämmerscheinFeg’ ich das Kämmerlein,Bohne die Stühlchen,Lockre die Pfühlchen,Mache die Bettchen,Die Schlummerstättchen,Hefte das Glöcklein,Nähe das Röcklein,Setz’ auf die JäckchenSaubere Fleckchen;Rehlein und Vögelein,Alle die TiereleinFlattern durchs Fensterlein.Schlüpfen zur Tür herein;Sonne und Mondenschein;Sternelein die hellenSind alle meine Spielgesellen.Theodor Storm.
Märchenszenen.
Zwergenwirtschaft: Links eine Tür zur Schlafkammer der Zwerge; im Hintergrunde eine Tür und Fensteröffnung. Von außen Wald und Sonnenschein, drinnen steht ein kleiner Tisch mit sieben Schüsseln.
Die sieben Zwerge
(kommen singend nacheinander herein mit Kräutersäckchen auf dem Nacken, werfen die Säcke in den Winkel, treten an den Tisch und stutzen, einer nach dem andern).
Zwergältester:
Wer hat auf meinem Stühlchen gesessen?
Wer hat auf meinem Stühlchen gesessen?
Wer hat auf meinem Stühlchen gesessen?
Zwerg 2:
Wer hat von meinem Tellerlein gegessen?
Wer hat von meinem Tellerlein gegessen?
Wer hat von meinem Tellerlein gegessen?
Zwerg 3:
Wer hat von meinem Müschen gepappt?
Wer hat von meinem Müschen gepappt?
Wer hat von meinem Müschen gepappt?
Zwerg 4:
Wer hat mit meinem Gäblein zugetappt?
Wer hat mit meinem Gäblein zugetappt?
Wer hat mit meinem Gäblein zugetappt?
Zwerg 5:
Wer hat aus meinem Becherlein getrunken?
Wer hat aus meinem Becherlein getrunken?
Wer hat aus meinem Becherlein getrunken?
Zwerg 6:
Wer hat mein Löfflein eingetunken?
Wer hat mein Löfflein eingetunken?
Wer hat mein Löfflein eingetunken?
Zwerg 7:
(Schaut in die Nebenkammer).
Wer drückt in meinem Bett das Dällchen?
Wer drückt in meinem Bett das Dällchen?
Wer drückt in meinem Bett das Dällchen?
Zwergenältester:
Wer rückt an meinem Schlafgestellchen?
Wer rückt an meinem Schlafgestellchen?
Wer rückt an meinem Schlafgestellchen?
Zwerg 2:
Wer schlief auf meinem Lagerstättchen?
Wer schlief auf meinem Lagerstättchen?
Wer schlief auf meinem Lagerstättchen?
Zwerg 3:
O weh! Liegt einer in meinem Bettchen?
O weh! Liegt einer in meinem Bettchen?
O weh! Liegt einer in meinem Bettchen?
Zwerg 4:
Ein Mägdelein!
Ein Mägdelein!
Ein Mägdelein!
Zwerg 5, 6, 7:
Laß schauen, laß sehn!
Laß schauen, laß sehn!
Laß schauen, laß sehn!
Zwerg 7:
Ei Gott, wie ist das Kind so schön!
Ei Gott, wie ist das Kind so schön!
Ei Gott, wie ist das Kind so schön!
Zwergenältester:
O, weckt sie nicht! O, schreckt sie nicht!Geschlossen ist der Aeuglein Licht,Hinabgerollt die Locken dicht;Ueber des Mieders blanke SeideGefaltet fromm die Händchen beide.
O, weckt sie nicht! O, schreckt sie nicht!Geschlossen ist der Aeuglein Licht,Hinabgerollt die Locken dicht;Ueber des Mieders blanke SeideGefaltet fromm die Händchen beide.
O, weckt sie nicht! O, schreckt sie nicht!
Geschlossen ist der Aeuglein Licht,
Hinabgerollt die Locken dicht;
Ueber des Mieders blanke Seide
Gefaltet fromm die Händchen beide.
Zwerg 2:
Wer mag sie sein? Wo kam sie her?Der Wald wächst in die Kreuz und Quer.
Wer mag sie sein? Wo kam sie her?Der Wald wächst in die Kreuz und Quer.
Wer mag sie sein? Wo kam sie her?
Der Wald wächst in die Kreuz und Quer.
Zwerg 3:
Wie fand das liebe TausendschönDen Weg durch Dorn und Moor und Seen?
Wie fand das liebe TausendschönDen Weg durch Dorn und Moor und Seen?
Wie fand das liebe Tausendschön
Den Weg durch Dorn und Moor und Seen?
Zwerg 4:
Ist alles so gar lieb und fein,So rosenrot, schneeweiß und rein!
Ist alles so gar lieb und fein,So rosenrot, schneeweiß und rein!
Ist alles so gar lieb und fein,
So rosenrot, schneeweiß und rein!
Zwergenältester:
Bis sie erwacht, bleibt mäuschensacht,Das helle Glöcklein nehmt in Acht,Bleibt ruhig in den Schühlein stehn,laßt leis’ das Zünglein ummegehn!
Bis sie erwacht, bleibt mäuschensacht,Das helle Glöcklein nehmt in Acht,Bleibt ruhig in den Schühlein stehn,laßt leis’ das Zünglein ummegehn!
Bis sie erwacht, bleibt mäuschensacht,
Das helle Glöcklein nehmt in Acht,
Bleibt ruhig in den Schühlein stehn,
laßt leis’ das Zünglein ummegehn!
Zwerg 4:
Schau, schau! Die Wimper regte sich!
Schau, schau! Die Wimper regte sich!
Schau, schau! Die Wimper regte sich!
Zwerg 5:
Das Mündlein, rot, bewegte sich!
Das Mündlein, rot, bewegte sich!
Das Mündlein, rot, bewegte sich!
Zwerg 6:
Das blonde Köpfchen reckt sich auf,Zwei blaue Aeuglein schlägt sie auf!
Das blonde Köpfchen reckt sich auf,Zwei blaue Aeuglein schlägt sie auf!
Das blonde Köpfchen reckt sich auf,
Zwei blaue Aeuglein schlägt sie auf!
Zwerg 7:
Sie schaut sich um ein stilles Weilchen!
Sie schaut sich um ein stilles Weilchen!
Sie schaut sich um ein stilles Weilchen!
Zwergenältester:
Schweigt nun! Ihr Mühlchen, ihr Plappermäulchen!Erschreckt sie nicht, geht fein bei Seit’!Sie sah wohl Zwerglein nicht bis heut’!
Schweigt nun! Ihr Mühlchen, ihr Plappermäulchen!Erschreckt sie nicht, geht fein bei Seit’!Sie sah wohl Zwerglein nicht bis heut’!
Schweigt nun! Ihr Mühlchen, ihr Plappermäulchen!
Erschreckt sie nicht, geht fein bei Seit’!
Sie sah wohl Zwerglein nicht bis heut’!
(Die Zwerge treten bis auf den Aeltesten an beiden Seiten zurück).
Schneewittchen
(erscheint scheu an der Tür).
Zwergenältester:
Ei, grau dich nicht, tritt nur herein;Du sollst uns fein willkommen sein,Willkommen in der Zwerge Hüttchen!Doch sprich, wie heißt du denn?
Ei, grau dich nicht, tritt nur herein;Du sollst uns fein willkommen sein,Willkommen in der Zwerge Hüttchen!Doch sprich, wie heißt du denn?
Ei, grau dich nicht, tritt nur herein;
Du sollst uns fein willkommen sein,
Willkommen in der Zwerge Hüttchen!
Doch sprich, wie heißt du denn?
Schneewittchen:
Schneewittchen!So hat die Mutter mich genannt;Mein Vater ist König über dies Land.
Schneewittchen!So hat die Mutter mich genannt;Mein Vater ist König über dies Land.
Schneewittchen!
So hat die Mutter mich genannt;
Mein Vater ist König über dies Land.
Zwergältester:
Schneewittchen, Königstöchterlein,Wo ließest du die Pagen dein?Wo ließest du die Wagen und Rosse?Wie kamst du von des Königs Schlosse?
Schneewittchen, Königstöchterlein,Wo ließest du die Pagen dein?Wo ließest du die Wagen und Rosse?Wie kamst du von des Königs Schlosse?
Schneewittchen, Königstöchterlein,
Wo ließest du die Pagen dein?
Wo ließest du die Wagen und Rosse?
Wie kamst du von des Königs Schlosse?
Schneewittchen:
Ach, ich bin kommen arm und bloß!Mütterlein schläft in Grabes Schoß;Der König freite die zweite Frau,Die schlug mich oft und schalt mich rauh;Schickte mich dann mit dem Jäger zu Walde,Sollte mich töten auf des Berges Halde,Und der Königin als ZeichenSollt er mein blutend Herze reichen;Doch ich bat ihn so lang auf den Knien —Da schoß er den Eber und ließ mich fliehen.
Ach, ich bin kommen arm und bloß!Mütterlein schläft in Grabes Schoß;Der König freite die zweite Frau,Die schlug mich oft und schalt mich rauh;Schickte mich dann mit dem Jäger zu Walde,Sollte mich töten auf des Berges Halde,Und der Königin als ZeichenSollt er mein blutend Herze reichen;Doch ich bat ihn so lang auf den Knien —Da schoß er den Eber und ließ mich fliehen.
Ach, ich bin kommen arm und bloß!
Mütterlein schläft in Grabes Schoß;
Der König freite die zweite Frau,
Die schlug mich oft und schalt mich rauh;
Schickte mich dann mit dem Jäger zu Walde,
Sollte mich töten auf des Berges Halde,
Und der Königin als Zeichen
Sollt er mein blutend Herze reichen;
Doch ich bat ihn so lang auf den Knien —
Da schoß er den Eber und ließ mich fliehen.
Zwergenältester:
Schneewittchen, Königstöchterlein,Wie fandest du den Weg und Steg allein?Wer zeigte dir die sieben Berge?Wie kamst du in das Reich der Zwerge?
Schneewittchen, Königstöchterlein,Wie fandest du den Weg und Steg allein?Wer zeigte dir die sieben Berge?Wie kamst du in das Reich der Zwerge?
Schneewittchen, Königstöchterlein,
Wie fandest du den Weg und Steg allein?
Wer zeigte dir die sieben Berge?
Wie kamst du in das Reich der Zwerge?
Schneewittchen:
Sprangen zwei Rehlein mir voran,Sah’n mit den braunen Augen mich an;Saßen im Walde die Vöglein zu Hauf,Schwangen zwei Vöglein sich vor mir auf;Am Himmel zog ein Stern vor mir —Und wie ich folgte, so bin ich hier.
Sprangen zwei Rehlein mir voran,Sah’n mit den braunen Augen mich an;Saßen im Walde die Vöglein zu Hauf,Schwangen zwei Vöglein sich vor mir auf;Am Himmel zog ein Stern vor mir —Und wie ich folgte, so bin ich hier.
Sprangen zwei Rehlein mir voran,
Sah’n mit den braunen Augen mich an;
Saßen im Walde die Vöglein zu Hauf,
Schwangen zwei Vöglein sich vor mir auf;
Am Himmel zog ein Stern vor mir —
Und wie ich folgte, so bin ich hier.
Zwergenältester:
Schneewittchen, Königstöchterlein,Schlag auf die blauen Aeugelein,Laß springen dein Herzlein wohlgemut,Sollst bleiben hier in unserer Hut,Im grünen Reich der sieben Berge!
Schneewittchen, Königstöchterlein,Schlag auf die blauen Aeugelein,Laß springen dein Herzlein wohlgemut,Sollst bleiben hier in unserer Hut,Im grünen Reich der sieben Berge!
Schneewittchen, Königstöchterlein,
Schlag auf die blauen Aeugelein,
Laß springen dein Herzlein wohlgemut,
Sollst bleiben hier in unserer Hut,
Im grünen Reich der sieben Berge!
Schneewittchen:
Wie kann ich euch danken, ihr guten Zwerge?
Wie kann ich euch danken, ihr guten Zwerge?
Wie kann ich euch danken, ihr guten Zwerge?
Zwergenältester:
Kannst die Wirtschaft uns versehen,Wenn wir tags in die Berge gehen,Unsern Haushalt kannst du führen!
Kannst die Wirtschaft uns versehen,Wenn wir tags in die Berge gehen,Unsern Haushalt kannst du führen!
Kannst die Wirtschaft uns versehen,
Wenn wir tags in die Berge gehen,
Unsern Haushalt kannst du führen!
Schneewittchen:
O, wie will ich mich tummeln und rühren!Bin wohl behend in allen Stücken;Sprecht nur, was soll ich immer beschicken?
O, wie will ich mich tummeln und rühren!Bin wohl behend in allen Stücken;Sprecht nur, was soll ich immer beschicken?
O, wie will ich mich tummeln und rühren!
Bin wohl behend in allen Stücken;
Sprecht nur, was soll ich immer beschicken?
Zwergenältester:
Morgens im DämmerscheinFegst du das Kämmerlein,Bohnest die Stühlchen,Lockerst die Pfühlchen,Schüttelst zurecht die Schlafstättchen!
Morgens im DämmerscheinFegst du das Kämmerlein,Bohnest die Stühlchen,Lockerst die Pfühlchen,Schüttelst zurecht die Schlafstättchen!
Morgens im Dämmerschein
Fegst du das Kämmerlein,
Bohnest die Stühlchen,
Lockerst die Pfühlchen,
Schüttelst zurecht die Schlafstättchen!
Zwerg 2:
Und für dich selber das weichste Bettchen!
Und für dich selber das weichste Bettchen!
Und für dich selber das weichste Bettchen!
Zwergenältester:
Geh’n wir zu Walde, hütst du das Stübchen,Deckest das Tischchen, kochest die Süppchen!
Geh’n wir zu Walde, hütst du das Stübchen,Deckest das Tischchen, kochest die Süppchen!
Geh’n wir zu Walde, hütst du das Stübchen,
Deckest das Tischchen, kochest die Süppchen!
Zwerg 3:
Doch von den Süppchen und von den SpeischenDas schönste für dich, Prinzeß Schneeweißchen!
Doch von den Süppchen und von den SpeischenDas schönste für dich, Prinzeß Schneeweißchen!
Doch von den Süppchen und von den Speischen
Das schönste für dich, Prinzeß Schneeweißchen!
Zwerg 4:
Schau nur, die Dornen zerrissen mein Röcklein!
Schau nur, die Dornen zerrissen mein Röcklein!
Schau nur, die Dornen zerrissen mein Röcklein!
Zwerg 5:
Streiften mir ab von dem Käppchen das Glöcklein!
Streiften mir ab von dem Käppchen das Glöcklein!
Streiften mir ab von dem Käppchen das Glöcklein!
Zwergenältester:
Besserst das Röcklein,Heftest das Glöcklein,Setzest auf JäckchenSaubere Fleckchen;Doch in das Hüttchen— bist du allein —Läßt du, Schneewittchen,Niemand herein!
Besserst das Röcklein,Heftest das Glöcklein,Setzest auf JäckchenSaubere Fleckchen;Doch in das Hüttchen— bist du allein —Läßt du, Schneewittchen,Niemand herein!
Besserst das Röcklein,
Heftest das Glöcklein,
Setzest auf Jäckchen
Saubere Fleckchen;
Doch in das Hüttchen
— bist du allein —
Läßt du, Schneewittchen,
Niemand herein!
Schneewittchen:
Aber die Rehe, die süßen Rehe!Wenn ich sie morgens durchs FensterleinDraußen, im goldnen SonnenscheinSpringen und spielen und nahen sehe?
Aber die Rehe, die süßen Rehe!Wenn ich sie morgens durchs FensterleinDraußen, im goldnen SonnenscheinSpringen und spielen und nahen sehe?
Aber die Rehe, die süßen Rehe!
Wenn ich sie morgens durchs Fensterlein
Draußen, im goldnen Sonnenschein
Springen und spielen und nahen sehe?
Zwergenältester:
Rehlein steh’n in hohen Gnaden,Sind gar tapfre Kameraden,Kannst sie immer zu Gaste laden.
Rehlein steh’n in hohen Gnaden,Sind gar tapfre Kameraden,Kannst sie immer zu Gaste laden.
Rehlein steh’n in hohen Gnaden,
Sind gar tapfre Kameraden,
Kannst sie immer zu Gaste laden.
Schneewittchen:
Aber die Vögel, die bunten Blämmchen,Stieglitz mit dem roten Kämmchen,Ammer mit dem goldnen Latz,Und der Star, der possierliche Matz,Und vor den andern Vögeln allendie süßen Sänger, die Nachtigallen!Wenn sie draußen durch die ZweigleinSchaun mit den klugen Aeuglein;Wenn sie dann mählich näherschlüpfen,Neugierig auf die Schwelle hüpfen?
Aber die Vögel, die bunten Blämmchen,Stieglitz mit dem roten Kämmchen,Ammer mit dem goldnen Latz,Und der Star, der possierliche Matz,Und vor den andern Vögeln allendie süßen Sänger, die Nachtigallen!Wenn sie draußen durch die ZweigleinSchaun mit den klugen Aeuglein;Wenn sie dann mählich näherschlüpfen,Neugierig auf die Schwelle hüpfen?
Aber die Vögel, die bunten Blämmchen,
Stieglitz mit dem roten Kämmchen,
Ammer mit dem goldnen Latz,
Und der Star, der possierliche Matz,
Und vor den andern Vögeln allen
die süßen Sänger, die Nachtigallen!
Wenn sie draußen durch die Zweiglein
Schaun mit den klugen Aeuglein;
Wenn sie dann mählich näherschlüpfen,
Neugierig auf die Schwelle hüpfen?
Zwergenältester:
Vöglein stehen in hohen Gnaden,Sind gar lust’ge Kameraden;Darfst sie immer zu Gaste laden.
Vöglein stehen in hohen Gnaden,Sind gar lust’ge Kameraden;Darfst sie immer zu Gaste laden.
Vöglein stehen in hohen Gnaden,
Sind gar lust’ge Kameraden;
Darfst sie immer zu Gaste laden.
Schneewittchen:
Aber die Sonne, der himmlische Schein!Wenn sie morgens ins FensterleinDurch die grünen funkelnden BlätterSendet das goldene Sommerwetter?Und Abends, wandert die Sonne von dannen,Der Mond steigt über die schwarzen Tannen,Der wohnt am Himmel allein nicht gern,Bringt mit sich alle die tausend Stern;Mond und Sonne und SterneleinSchauen alle zu mir herein,Wie ich die Wirtschaft mag treiben und leiten —Sie kennen mich alle seit langen Zeiten!
Aber die Sonne, der himmlische Schein!Wenn sie morgens ins FensterleinDurch die grünen funkelnden BlätterSendet das goldene Sommerwetter?Und Abends, wandert die Sonne von dannen,Der Mond steigt über die schwarzen Tannen,Der wohnt am Himmel allein nicht gern,Bringt mit sich alle die tausend Stern;Mond und Sonne und SterneleinSchauen alle zu mir herein,Wie ich die Wirtschaft mag treiben und leiten —Sie kennen mich alle seit langen Zeiten!
Aber die Sonne, der himmlische Schein!
Wenn sie morgens ins Fensterlein
Durch die grünen funkelnden Blätter
Sendet das goldene Sommerwetter?
Und Abends, wandert die Sonne von dannen,
Der Mond steigt über die schwarzen Tannen,
Der wohnt am Himmel allein nicht gern,
Bringt mit sich alle die tausend Stern;
Mond und Sonne und Sternelein
Schauen alle zu mir herein,
Wie ich die Wirtschaft mag treiben und leiten —
Sie kennen mich alle seit langen Zeiten!
Zwergenältester:
Rehlein, laß um dich spielen und springen,Laß Mond- und Sonnenschein herein;Nur vor den Menschen hüte dich fein!
Rehlein, laß um dich spielen und springen,Laß Mond- und Sonnenschein herein;Nur vor den Menschen hüte dich fein!
Rehlein, laß um dich spielen und springen,
Laß Mond- und Sonnenschein herein;
Nur vor den Menschen hüte dich fein!
(Zu den andern).
Nun kommt ihr wackern Brüderlein,Drei Gänge noch fürder waldein!Dreimal noch füllt mit weichem MoosDie Säcklein aus des Waldes Schoß.Und richtet fein in unsrem HüttchenEin achtes Bettchen für Schneewittchen.
Nun kommt ihr wackern Brüderlein,Drei Gänge noch fürder waldein!Dreimal noch füllt mit weichem MoosDie Säcklein aus des Waldes Schoß.Und richtet fein in unsrem HüttchenEin achtes Bettchen für Schneewittchen.
Nun kommt ihr wackern Brüderlein,
Drei Gänge noch fürder waldein!
Dreimal noch füllt mit weichem Moos
Die Säcklein aus des Waldes Schoß.
Und richtet fein in unsrem Hüttchen
Ein achtes Bettchen für Schneewittchen.
Die sieben Zwerge (gehen singend ab):
„Da ging die Katz’ die tripp, die trapp,Da schlug die Tür, die klipp, die klapp,Frau Füchsin, sind Sie da?Ach ja, mein Kätzchen, ja!“
„Da ging die Katz’ die tripp, die trapp,Da schlug die Tür, die klipp, die klapp,Frau Füchsin, sind Sie da?Ach ja, mein Kätzchen, ja!“
„Da ging die Katz’ die tripp, die trapp,
Da schlug die Tür, die klipp, die klapp,
Frau Füchsin, sind Sie da?
Ach ja, mein Kätzchen, ja!“
Schneewittchen (allein):
Morgens im DämmerscheinFeg’ ich das Kämmerlein,Bohne die Stühlchen,Lockre die Pfühlchen,Mache die Bettchen,Die Schlummerstättchen,Hefte das Glöcklein,Nähe das Röcklein,Setz’ auf die JäckchenSaubere Fleckchen;Rehlein und Vögelein,Alle die TiereleinFlattern durchs Fensterlein.Schlüpfen zur Tür herein;Sonne und Mondenschein;Sternelein die hellenSind alle meine Spielgesellen.
Morgens im DämmerscheinFeg’ ich das Kämmerlein,Bohne die Stühlchen,Lockre die Pfühlchen,Mache die Bettchen,Die Schlummerstättchen,Hefte das Glöcklein,Nähe das Röcklein,Setz’ auf die JäckchenSaubere Fleckchen;Rehlein und Vögelein,Alle die TiereleinFlattern durchs Fensterlein.Schlüpfen zur Tür herein;Sonne und Mondenschein;Sternelein die hellenSind alle meine Spielgesellen.
Morgens im Dämmerschein
Feg’ ich das Kämmerlein,
Bohne die Stühlchen,
Lockre die Pfühlchen,
Mache die Bettchen,
Die Schlummerstättchen,
Hefte das Glöcklein,
Nähe das Röcklein,
Setz’ auf die Jäckchen
Saubere Fleckchen;
Rehlein und Vögelein,
Alle die Tierelein
Flattern durchs Fensterlein.
Schlüpfen zur Tür herein;
Sonne und Mondenschein;
Sternelein die hellen
Sind alle meine Spielgesellen.
Theodor Storm.
Theodor Storm.
Theodor Storm.
Theodor Storm.
Ein Mädchen (Lotte) als Mutter. Ein Knabe (Fritz) als Vater. In der Mitte der Stube ein weißgedeckter Tisch. Seitwärts ein kleiner Tisch mit zwei Tellern, Messern und Gabeln. Zwei Stühle. Links ein Puppenwagen mit Puppe, daneben ein Stuhl. Ein Kleiderständer. Ein Zeitungshalter. Eine Wanduhr.Lotte(sitzt auf dem Stuhle neben dem Puppenwagen und singt die Puppe in den Schlaf):[2]Suse, kleine Suse, mach’s Aeugelein zu,Mondenschein liegt auf den Bäumen,Vögelein gingen schon lange zur Ruh’,Sitzen im Nestchen und träumen.Susala, dusala, dilili, dein,Schlafe mein Liebling, schlaf’ ein!So, endlich schläft sie. Nun ja sie nicht wecken!Will jetzt geschwinde den Mittagstisch decken.(Sie blickt nach der Wanduhr.)Was seh’ ich? Es ist schon um halb zwölf Uhr. Potz daus?Da muß ich mich sputen — mein Mann kommt nach Haus.(Sie legt zwei Teller, Messer und Gabeln auf den Tisch.)Fritz(tritt ein mit lauter Stimme):Guten Tag, liebe Frau!(Er hängt Hut und Stock auf den Kleiderständer.)Lotte(mit abwehrender Bewegung.)Pst! Nicht so laut, lieber Mann!Bin froh, daß die Kleine mal schlafen kann.Fritz(seine Stimme dämpfend):Ja so, unser Kind!(Er tritt an den Puppenwagen und schaut hinein.)Na, es schläft ja ganz süß,Da ist es zu Haus wie im Paradies.Denn schläft es, dann kann sein Geschrei mich nicht stören.Du weißt ja, ich mag das nun einmal nicht hören.Lotte(beleidigt):Ja, ja, das Kindergeschrei zu ertragen,Das will den Herrn Männern wohl nimmer behagen.Als du einst gelegen im Kinderbett,Da warst du natürlich stets artig und nett.FritzEi, Lotte, du nimmst wohl die Sache gleich krumm?Ich hab’s doch nicht bös’ gemeint; sei nicht so dumm!Ich bring’ dir auch heut’ was Besonderes mit.Lotte(neugierig):Ei, was denn?FritzVortrefflichen Appetit!LotteSpaßvogel, den bringst du doch immer nach Haus.FritzWas gibt es denn heute zum Mittagsschmaus?LotteDein Leibgericht: Erbsen und Bratwurst dazu;Nimm, bitte, nur Platz! Du bekommst es im Nu.(Sie eilt hinaus.)Fritz(setzt sich zu Tisch):Erbsen mit Bratwurst! Wie das Herz mir da lacht!Das hat sie ja wieder mal gut gemacht.Hoffentlich ist ihr auch alles geraten,Die Bratwurst recht knusprig und braun gebraten!Lotte(tritt mit einer Platte ein, auf der Schüssel und Teller stehen. Sie setzt das Essen auf den Tisch.)So, lieber Mann, und nun laß es dir schmecken!Fritz:(zu Messer und Gabel greifend):Danke dir! Gleichfalls! Was muß ich entdecken?Die Bratwurst — die ist ja hier angebrannt!Lotte:Nicht möglich! Ich hab’ sie stets umgewandt.Laß sehen! (Sie schaut nach.) Kein bißchen! Was fällt dir denn ein?Fritz:(die Erbsen kostend):Doch die Erbsen könnten noch weicher sein.Lotte:Ach, Fritz, was verstehst du von Braten und Kochen!Und kochst du die Erbsen noch sieben Wochen,Sie werden nicht weicher, verlaß dich daraufUnd hör’ nun gefälligst mit Nörgeln auf!Fritz:Na ja, liebe Lotte, ich bin ja schon still.(Sie essen beide.)Uebrigens — wie ich gestehen will —hat eine Bratwurst vergangene Nachteinen recht drolligen Traum mir gebracht.Lotte:So, so! Du träumst ja recht eigne Geschichten!Willst du mir davon nicht etwas berichten?Fritz:Sehr gern! Es war nachts um die vierte Stunde,da sah ich — oh Wonne! — vor meinem MundeEine Bratwurst schweben, ganz frei in der Luft,die lockte mich mit dem köstlichsten Duft.Sie war nicht so niedlich wie diese hier,viel länger und dicker erschien sie mir.Lotte:Und sicherlich war sie nicht angebrannt.Fritz:Bewahre! Das hab’ ich ganz deutlich erkannt.Das Wasser lief mir zusammen im Mund.Ich dachte: Hurra! Welch ein köstlicher Schmaus!und streckte nach ihr beide Hände aus.Auf einmal — o Jammer — wer hätt’ das gedacht?Da platzt sie entzwei — und ich bin erwacht.(Beide lachen.)Lotte:Ja, Fritzchen, solch Traumbild ist launenhaft.Wie gut, daß ich dafür Ersatz geschafft!Was nachts dich im Schlafe gefoppt und geneckt,heut mittag hat es dir gut geschmeckt.Fritz:Ganz recht, liebe Frau! — Aber nun bin ich satt.Jetzt gib mir mal, bitte, das Zeitungsblatt!(Er steckt sich die Pfeife an und raucht andeutungsweise.)Lotte(steht auf und nimmt die Zeitung vom Zeitungshalter):Hier ist es. Da fällt mir soeben ein,ich sah ja heut’ selber noch gar nicht hinein.Drum lies mir doch, bitte, das Neuste vor!Ich bleibe hier sitzen und bin ganz Ohr.(Sie setzt sich wieder an den Tisch und reicht ihm das Blatt.)Fritz:(schaut suchend in die Zeitung):Ja, beste Lotte, was soll ich denn lesen?Von Engländern? Russen? Franzosen? Chinesen?Von Eisenbahnzügen, die zusammengestoßen?Von schweren Gewittern mit Hageln und Schloßen?Von Schiffsunfällen auf stürmischen Meeren?Lotte:Ach, nein, ich möchte was Lustiges hören.Fritz:Was Lustiges? — Halt hier scheint was zu steh’n:Ein schnurriges Liedchen.Lotte:Wir wollen mal seh’n.Fritz(aus der Zeitung vorlesend):Vom Ritter Kunz von Flunkerflausgeb’ ich euch jetzo Kunde:Der hat im Schlaf verschluckt ’ne Maus,nachts um die zwölfte Stunde.Er lief zum Doktor Pfiffikus:„’ne Maus sitzt mir im Magen,die kneipt und macht mir viel Verdruß,kaum kann ich’s noch ertragen.“Der Doktor in den Hals ihm guckt,den Fall gleich zu studieren.„Potz, Blitz! ’ne Maus habt Ihr verschluckt?Euch will ich schon kurieren.Vernehmt, Herr Ritter, guten Rataus meiner Weisheit Schatze:Damit das Mäuslein Euch nicht schad’,verschluckt ’ne Miezekatze!“Lotte(lacht laut):Ei, Fritz, das war eine lustige Mär!Lies doch noch etwas! Ich bitte dich sehr.Fritz:(nach der Taschenuhr sehend):Ist leider nicht möglich, sonst komm’ ich zu spät.Potz tausend, wie schnell doch die Zeit vergeht!(Er steht auf und nimmt Hut und Stock.)Ich wünschte, ich könnte noch länger hier ruh’n,doch hab’ ich g’rad heute so viel noch zu tun.Drum reich mir die Hand!Lebe wohl, liebe Lotte!(Sie reichen sich die Hände.)Grüß mir das Suschen, die kleine Motte.(Er geht nach der Tür.)Lotte:Gern lieber Mann, wenn sie wieder erwacht.Wann kommst du nach Hause?Fritz:Wie immer halb acht.(An der Tür sich wendend):Nur eins noch, das hätt’ ich beinahe vergessen:Was gibt es denn heute zum Abendessen?Lotte(geheimnisvoll):Ich will dir’s verraten. Einen hochfeinen Schmaus:Schokolade und Hering!Fritz:Jetzt nehm’ ich Reißaus.(Er verschwindet schnell durch die Tür.)
Ein Mädchen (Lotte) als Mutter. Ein Knabe (Fritz) als Vater. In der Mitte der Stube ein weißgedeckter Tisch. Seitwärts ein kleiner Tisch mit zwei Tellern, Messern und Gabeln. Zwei Stühle. Links ein Puppenwagen mit Puppe, daneben ein Stuhl. Ein Kleiderständer. Ein Zeitungshalter. Eine Wanduhr.
Lotte
(sitzt auf dem Stuhle neben dem Puppenwagen und singt die Puppe in den Schlaf):[2]
Suse, kleine Suse, mach’s Aeugelein zu,Mondenschein liegt auf den Bäumen,Vögelein gingen schon lange zur Ruh’,Sitzen im Nestchen und träumen.Susala, dusala, dilili, dein,Schlafe mein Liebling, schlaf’ ein!So, endlich schläft sie. Nun ja sie nicht wecken!Will jetzt geschwinde den Mittagstisch decken.
Suse, kleine Suse, mach’s Aeugelein zu,Mondenschein liegt auf den Bäumen,Vögelein gingen schon lange zur Ruh’,Sitzen im Nestchen und träumen.Susala, dusala, dilili, dein,Schlafe mein Liebling, schlaf’ ein!So, endlich schläft sie. Nun ja sie nicht wecken!Will jetzt geschwinde den Mittagstisch decken.
Suse, kleine Suse, mach’s Aeugelein zu,
Mondenschein liegt auf den Bäumen,
Vögelein gingen schon lange zur Ruh’,
Sitzen im Nestchen und träumen.
Susala, dusala, dilili, dein,
Schlafe mein Liebling, schlaf’ ein!
So, endlich schläft sie. Nun ja sie nicht wecken!
Will jetzt geschwinde den Mittagstisch decken.
(Sie blickt nach der Wanduhr.)
Was seh’ ich? Es ist schon um halb zwölf Uhr. Potz daus?Da muß ich mich sputen — mein Mann kommt nach Haus.
Was seh’ ich? Es ist schon um halb zwölf Uhr. Potz daus?Da muß ich mich sputen — mein Mann kommt nach Haus.
Was seh’ ich? Es ist schon um halb zwölf Uhr. Potz daus?
Da muß ich mich sputen — mein Mann kommt nach Haus.
(Sie legt zwei Teller, Messer und Gabeln auf den Tisch.)
Fritz
(tritt ein mit lauter Stimme):
Guten Tag, liebe Frau!
Guten Tag, liebe Frau!
Guten Tag, liebe Frau!
(Er hängt Hut und Stock auf den Kleiderständer.)
Lotte
(mit abwehrender Bewegung.)
Pst! Nicht so laut, lieber Mann!Bin froh, daß die Kleine mal schlafen kann.
Pst! Nicht so laut, lieber Mann!Bin froh, daß die Kleine mal schlafen kann.
Pst! Nicht so laut, lieber Mann!
Bin froh, daß die Kleine mal schlafen kann.
Fritz
(seine Stimme dämpfend):
Ja so, unser Kind!
Ja so, unser Kind!
Ja so, unser Kind!
(Er tritt an den Puppenwagen und schaut hinein.)
Na, es schläft ja ganz süß,Da ist es zu Haus wie im Paradies.Denn schläft es, dann kann sein Geschrei mich nicht stören.Du weißt ja, ich mag das nun einmal nicht hören.
Na, es schläft ja ganz süß,Da ist es zu Haus wie im Paradies.Denn schläft es, dann kann sein Geschrei mich nicht stören.Du weißt ja, ich mag das nun einmal nicht hören.
Na, es schläft ja ganz süß,
Da ist es zu Haus wie im Paradies.
Denn schläft es, dann kann sein Geschrei mich nicht stören.
Du weißt ja, ich mag das nun einmal nicht hören.
Lotte
(beleidigt):
Ja, ja, das Kindergeschrei zu ertragen,Das will den Herrn Männern wohl nimmer behagen.Als du einst gelegen im Kinderbett,Da warst du natürlich stets artig und nett.
Ja, ja, das Kindergeschrei zu ertragen,Das will den Herrn Männern wohl nimmer behagen.Als du einst gelegen im Kinderbett,Da warst du natürlich stets artig und nett.
Ja, ja, das Kindergeschrei zu ertragen,
Das will den Herrn Männern wohl nimmer behagen.
Als du einst gelegen im Kinderbett,
Da warst du natürlich stets artig und nett.
Fritz
Ei, Lotte, du nimmst wohl die Sache gleich krumm?Ich hab’s doch nicht bös’ gemeint; sei nicht so dumm!Ich bring’ dir auch heut’ was Besonderes mit.
Ei, Lotte, du nimmst wohl die Sache gleich krumm?Ich hab’s doch nicht bös’ gemeint; sei nicht so dumm!Ich bring’ dir auch heut’ was Besonderes mit.
Ei, Lotte, du nimmst wohl die Sache gleich krumm?
Ich hab’s doch nicht bös’ gemeint; sei nicht so dumm!
Ich bring’ dir auch heut’ was Besonderes mit.
Lotte
(neugierig):
Ei, was denn?
Ei, was denn?
Ei, was denn?
Fritz
Vortrefflichen Appetit!
Vortrefflichen Appetit!
Vortrefflichen Appetit!
Lotte
Spaßvogel, den bringst du doch immer nach Haus.
Spaßvogel, den bringst du doch immer nach Haus.
Spaßvogel, den bringst du doch immer nach Haus.
Fritz
Was gibt es denn heute zum Mittagsschmaus?
Was gibt es denn heute zum Mittagsschmaus?
Was gibt es denn heute zum Mittagsschmaus?
Lotte
Dein Leibgericht: Erbsen und Bratwurst dazu;Nimm, bitte, nur Platz! Du bekommst es im Nu.
Dein Leibgericht: Erbsen und Bratwurst dazu;Nimm, bitte, nur Platz! Du bekommst es im Nu.
Dein Leibgericht: Erbsen und Bratwurst dazu;
Nimm, bitte, nur Platz! Du bekommst es im Nu.
(Sie eilt hinaus.)
Fritz
(setzt sich zu Tisch):
Erbsen mit Bratwurst! Wie das Herz mir da lacht!Das hat sie ja wieder mal gut gemacht.Hoffentlich ist ihr auch alles geraten,Die Bratwurst recht knusprig und braun gebraten!
Erbsen mit Bratwurst! Wie das Herz mir da lacht!Das hat sie ja wieder mal gut gemacht.Hoffentlich ist ihr auch alles geraten,Die Bratwurst recht knusprig und braun gebraten!
Erbsen mit Bratwurst! Wie das Herz mir da lacht!
Das hat sie ja wieder mal gut gemacht.
Hoffentlich ist ihr auch alles geraten,
Die Bratwurst recht knusprig und braun gebraten!
Lotte
(tritt mit einer Platte ein, auf der Schüssel und Teller stehen. Sie setzt das Essen auf den Tisch.)
So, lieber Mann, und nun laß es dir schmecken!
So, lieber Mann, und nun laß es dir schmecken!
So, lieber Mann, und nun laß es dir schmecken!
Fritz:
(zu Messer und Gabel greifend):
Danke dir! Gleichfalls! Was muß ich entdecken?Die Bratwurst — die ist ja hier angebrannt!
Danke dir! Gleichfalls! Was muß ich entdecken?Die Bratwurst — die ist ja hier angebrannt!
Danke dir! Gleichfalls! Was muß ich entdecken?
Die Bratwurst — die ist ja hier angebrannt!
Lotte:
Nicht möglich! Ich hab’ sie stets umgewandt.Laß sehen! (Sie schaut nach.) Kein bißchen! Was fällt dir denn ein?
Nicht möglich! Ich hab’ sie stets umgewandt.Laß sehen! (Sie schaut nach.) Kein bißchen! Was fällt dir denn ein?
Nicht möglich! Ich hab’ sie stets umgewandt.
Laß sehen! (Sie schaut nach.) Kein bißchen! Was fällt dir denn ein?
Fritz:
(die Erbsen kostend):
Doch die Erbsen könnten noch weicher sein.
Doch die Erbsen könnten noch weicher sein.
Doch die Erbsen könnten noch weicher sein.
Lotte:
Ach, Fritz, was verstehst du von Braten und Kochen!Und kochst du die Erbsen noch sieben Wochen,Sie werden nicht weicher, verlaß dich daraufUnd hör’ nun gefälligst mit Nörgeln auf!
Ach, Fritz, was verstehst du von Braten und Kochen!Und kochst du die Erbsen noch sieben Wochen,Sie werden nicht weicher, verlaß dich daraufUnd hör’ nun gefälligst mit Nörgeln auf!
Ach, Fritz, was verstehst du von Braten und Kochen!
Und kochst du die Erbsen noch sieben Wochen,
Sie werden nicht weicher, verlaß dich darauf
Und hör’ nun gefälligst mit Nörgeln auf!
Fritz:
Na ja, liebe Lotte, ich bin ja schon still.
Na ja, liebe Lotte, ich bin ja schon still.
Na ja, liebe Lotte, ich bin ja schon still.
(Sie essen beide.)
Uebrigens — wie ich gestehen will —hat eine Bratwurst vergangene Nachteinen recht drolligen Traum mir gebracht.
Uebrigens — wie ich gestehen will —hat eine Bratwurst vergangene Nachteinen recht drolligen Traum mir gebracht.
Uebrigens — wie ich gestehen will —
hat eine Bratwurst vergangene Nacht
einen recht drolligen Traum mir gebracht.
Lotte:
So, so! Du träumst ja recht eigne Geschichten!Willst du mir davon nicht etwas berichten?
So, so! Du träumst ja recht eigne Geschichten!Willst du mir davon nicht etwas berichten?
So, so! Du träumst ja recht eigne Geschichten!
Willst du mir davon nicht etwas berichten?
Fritz:
Sehr gern! Es war nachts um die vierte Stunde,da sah ich — oh Wonne! — vor meinem MundeEine Bratwurst schweben, ganz frei in der Luft,die lockte mich mit dem köstlichsten Duft.Sie war nicht so niedlich wie diese hier,viel länger und dicker erschien sie mir.
Sehr gern! Es war nachts um die vierte Stunde,da sah ich — oh Wonne! — vor meinem MundeEine Bratwurst schweben, ganz frei in der Luft,die lockte mich mit dem köstlichsten Duft.Sie war nicht so niedlich wie diese hier,viel länger und dicker erschien sie mir.
Sehr gern! Es war nachts um die vierte Stunde,
da sah ich — oh Wonne! — vor meinem Munde
Eine Bratwurst schweben, ganz frei in der Luft,
die lockte mich mit dem köstlichsten Duft.
Sie war nicht so niedlich wie diese hier,
viel länger und dicker erschien sie mir.
Lotte:
Und sicherlich war sie nicht angebrannt.
Und sicherlich war sie nicht angebrannt.
Und sicherlich war sie nicht angebrannt.
Fritz:
Bewahre! Das hab’ ich ganz deutlich erkannt.Das Wasser lief mir zusammen im Mund.Ich dachte: Hurra! Welch ein köstlicher Schmaus!und streckte nach ihr beide Hände aus.Auf einmal — o Jammer — wer hätt’ das gedacht?Da platzt sie entzwei — und ich bin erwacht.
Bewahre! Das hab’ ich ganz deutlich erkannt.Das Wasser lief mir zusammen im Mund.Ich dachte: Hurra! Welch ein köstlicher Schmaus!und streckte nach ihr beide Hände aus.Auf einmal — o Jammer — wer hätt’ das gedacht?Da platzt sie entzwei — und ich bin erwacht.
Bewahre! Das hab’ ich ganz deutlich erkannt.
Das Wasser lief mir zusammen im Mund.
Ich dachte: Hurra! Welch ein köstlicher Schmaus!
und streckte nach ihr beide Hände aus.
Auf einmal — o Jammer — wer hätt’ das gedacht?
Da platzt sie entzwei — und ich bin erwacht.
(Beide lachen.)
Lotte:
Ja, Fritzchen, solch Traumbild ist launenhaft.Wie gut, daß ich dafür Ersatz geschafft!Was nachts dich im Schlafe gefoppt und geneckt,heut mittag hat es dir gut geschmeckt.
Ja, Fritzchen, solch Traumbild ist launenhaft.Wie gut, daß ich dafür Ersatz geschafft!Was nachts dich im Schlafe gefoppt und geneckt,heut mittag hat es dir gut geschmeckt.
Ja, Fritzchen, solch Traumbild ist launenhaft.
Wie gut, daß ich dafür Ersatz geschafft!
Was nachts dich im Schlafe gefoppt und geneckt,
heut mittag hat es dir gut geschmeckt.
Fritz:
Ganz recht, liebe Frau! — Aber nun bin ich satt.Jetzt gib mir mal, bitte, das Zeitungsblatt!
Ganz recht, liebe Frau! — Aber nun bin ich satt.Jetzt gib mir mal, bitte, das Zeitungsblatt!
Ganz recht, liebe Frau! — Aber nun bin ich satt.
Jetzt gib mir mal, bitte, das Zeitungsblatt!
(Er steckt sich die Pfeife an und raucht andeutungsweise.)
Lotte
(steht auf und nimmt die Zeitung vom Zeitungshalter):
Hier ist es. Da fällt mir soeben ein,ich sah ja heut’ selber noch gar nicht hinein.Drum lies mir doch, bitte, das Neuste vor!Ich bleibe hier sitzen und bin ganz Ohr.
Hier ist es. Da fällt mir soeben ein,ich sah ja heut’ selber noch gar nicht hinein.Drum lies mir doch, bitte, das Neuste vor!Ich bleibe hier sitzen und bin ganz Ohr.
Hier ist es. Da fällt mir soeben ein,
ich sah ja heut’ selber noch gar nicht hinein.
Drum lies mir doch, bitte, das Neuste vor!
Ich bleibe hier sitzen und bin ganz Ohr.
(Sie setzt sich wieder an den Tisch und reicht ihm das Blatt.)
Fritz:
(schaut suchend in die Zeitung):
Ja, beste Lotte, was soll ich denn lesen?Von Engländern? Russen? Franzosen? Chinesen?Von Eisenbahnzügen, die zusammengestoßen?Von schweren Gewittern mit Hageln und Schloßen?Von Schiffsunfällen auf stürmischen Meeren?
Ja, beste Lotte, was soll ich denn lesen?Von Engländern? Russen? Franzosen? Chinesen?Von Eisenbahnzügen, die zusammengestoßen?Von schweren Gewittern mit Hageln und Schloßen?Von Schiffsunfällen auf stürmischen Meeren?
Ja, beste Lotte, was soll ich denn lesen?
Von Engländern? Russen? Franzosen? Chinesen?
Von Eisenbahnzügen, die zusammengestoßen?
Von schweren Gewittern mit Hageln und Schloßen?
Von Schiffsunfällen auf stürmischen Meeren?
Lotte:
Ach, nein, ich möchte was Lustiges hören.
Ach, nein, ich möchte was Lustiges hören.
Ach, nein, ich möchte was Lustiges hören.
Fritz:
Was Lustiges? — Halt hier scheint was zu steh’n:Ein schnurriges Liedchen.
Was Lustiges? — Halt hier scheint was zu steh’n:Ein schnurriges Liedchen.
Was Lustiges? — Halt hier scheint was zu steh’n:
Ein schnurriges Liedchen.
Lotte:
Wir wollen mal seh’n.
Wir wollen mal seh’n.
Wir wollen mal seh’n.
Fritz
(aus der Zeitung vorlesend):
Vom Ritter Kunz von Flunkerflausgeb’ ich euch jetzo Kunde:Der hat im Schlaf verschluckt ’ne Maus,nachts um die zwölfte Stunde.Er lief zum Doktor Pfiffikus:„’ne Maus sitzt mir im Magen,die kneipt und macht mir viel Verdruß,kaum kann ich’s noch ertragen.“Der Doktor in den Hals ihm guckt,den Fall gleich zu studieren.„Potz, Blitz! ’ne Maus habt Ihr verschluckt?Euch will ich schon kurieren.Vernehmt, Herr Ritter, guten Rataus meiner Weisheit Schatze:Damit das Mäuslein Euch nicht schad’,verschluckt ’ne Miezekatze!“
Vom Ritter Kunz von Flunkerflausgeb’ ich euch jetzo Kunde:Der hat im Schlaf verschluckt ’ne Maus,nachts um die zwölfte Stunde.Er lief zum Doktor Pfiffikus:„’ne Maus sitzt mir im Magen,die kneipt und macht mir viel Verdruß,kaum kann ich’s noch ertragen.“Der Doktor in den Hals ihm guckt,den Fall gleich zu studieren.„Potz, Blitz! ’ne Maus habt Ihr verschluckt?Euch will ich schon kurieren.Vernehmt, Herr Ritter, guten Rataus meiner Weisheit Schatze:Damit das Mäuslein Euch nicht schad’,verschluckt ’ne Miezekatze!“
Vom Ritter Kunz von Flunkerflaus
geb’ ich euch jetzo Kunde:
Der hat im Schlaf verschluckt ’ne Maus,
nachts um die zwölfte Stunde.
Er lief zum Doktor Pfiffikus:
„’ne Maus sitzt mir im Magen,
die kneipt und macht mir viel Verdruß,
kaum kann ich’s noch ertragen.“
Der Doktor in den Hals ihm guckt,
den Fall gleich zu studieren.
„Potz, Blitz! ’ne Maus habt Ihr verschluckt?
Euch will ich schon kurieren.
Vernehmt, Herr Ritter, guten Rat
aus meiner Weisheit Schatze:
Damit das Mäuslein Euch nicht schad’,
verschluckt ’ne Miezekatze!“
Lotte
(lacht laut):
Ei, Fritz, das war eine lustige Mär!Lies doch noch etwas! Ich bitte dich sehr.
Ei, Fritz, das war eine lustige Mär!Lies doch noch etwas! Ich bitte dich sehr.
Ei, Fritz, das war eine lustige Mär!
Lies doch noch etwas! Ich bitte dich sehr.
Fritz:
(nach der Taschenuhr sehend):
Ist leider nicht möglich, sonst komm’ ich zu spät.Potz tausend, wie schnell doch die Zeit vergeht!
Ist leider nicht möglich, sonst komm’ ich zu spät.Potz tausend, wie schnell doch die Zeit vergeht!
Ist leider nicht möglich, sonst komm’ ich zu spät.
Potz tausend, wie schnell doch die Zeit vergeht!
(Er steht auf und nimmt Hut und Stock.)
Ich wünschte, ich könnte noch länger hier ruh’n,doch hab’ ich g’rad heute so viel noch zu tun.Drum reich mir die Hand!Lebe wohl, liebe Lotte!
Ich wünschte, ich könnte noch länger hier ruh’n,doch hab’ ich g’rad heute so viel noch zu tun.Drum reich mir die Hand!Lebe wohl, liebe Lotte!
Ich wünschte, ich könnte noch länger hier ruh’n,
doch hab’ ich g’rad heute so viel noch zu tun.
Drum reich mir die Hand!
Lebe wohl, liebe Lotte!
(Sie reichen sich die Hände.)
Grüß mir das Suschen, die kleine Motte.
Grüß mir das Suschen, die kleine Motte.
Grüß mir das Suschen, die kleine Motte.
(Er geht nach der Tür.)
Lotte:
Gern lieber Mann, wenn sie wieder erwacht.Wann kommst du nach Hause?
Gern lieber Mann, wenn sie wieder erwacht.Wann kommst du nach Hause?
Gern lieber Mann, wenn sie wieder erwacht.
Wann kommst du nach Hause?
Fritz:
Wie immer halb acht.
Wie immer halb acht.
Wie immer halb acht.
(An der Tür sich wendend):
Nur eins noch, das hätt’ ich beinahe vergessen:Was gibt es denn heute zum Abendessen?
Nur eins noch, das hätt’ ich beinahe vergessen:Was gibt es denn heute zum Abendessen?
Nur eins noch, das hätt’ ich beinahe vergessen:
Was gibt es denn heute zum Abendessen?
Lotte
(geheimnisvoll):
Ich will dir’s verraten. Einen hochfeinen Schmaus:Schokolade und Hering!
Ich will dir’s verraten. Einen hochfeinen Schmaus:Schokolade und Hering!
Ich will dir’s verraten. Einen hochfeinen Schmaus:
Schokolade und Hering!
Fritz:
Jetzt nehm’ ich Reißaus.
Jetzt nehm’ ich Reißaus.
Jetzt nehm’ ich Reißaus.
(Er verschwindet schnell durch die Tür.)
[1]Kinderszenen. Kleine heitere Wechselgespräche für das darstellende Jugendspiel in Schule und Haus. Gedichtet von Alwin Freudenberg. 4. u. 5. Tausend. Verlag Alwin Huhle, Dresden.[2]Melodie hierzu: Sonnenschein. 18 Lieder des Frohsinns für ein- oder zweistimmigen Kindergesang. Von Alwin Freudenberg. 6. bis 10 Tausend. Verlag A. Huhle, Dresden.
[1]Kinderszenen. Kleine heitere Wechselgespräche für das darstellende Jugendspiel in Schule und Haus. Gedichtet von Alwin Freudenberg. 4. u. 5. Tausend. Verlag Alwin Huhle, Dresden.
[2]Melodie hierzu: Sonnenschein. 18 Lieder des Frohsinns für ein- oder zweistimmigen Kindergesang. Von Alwin Freudenberg. 6. bis 10 Tausend. Verlag A. Huhle, Dresden.
Zwei Mädchen, mit altmodischer Kopfbedeckung, einem Umhängetuch und einem Körbchen am Arm, treten von entgegengesetzten Seiten ein. Sie eilen aufeinander zu und schütteln sich lebhaft die Hände.Frau Schmidt:Guten Morgen, Frau Schulze!Frau Schulze:Guten Morgen, Frau Schmidt!Ich bringe für Sie eine Neuigkeit mit.Frau Schmidt:Das freut mich, Frau Schulze, was hat’s denn gegeben?Frau Schulze:Unglaublich, Frau Schmidt, was man heut’ kann erleben!Frau Schmidt:Sie machen mich wirklich aufs höchste gespannt.Frau Schulze:Doch sag’ ich’s nur Ihnenund ganz im Vertrau’n;ich darf wohl auf Ihre Verschwiegenheit bau’n?Frau Schmidt:Auf Ehre, Frau Schulze! Wie können Sie fragen?Ich hab’ doch nie etwas weitergetragen.Frau Schulze:Glaub’s gerne, Frau Schmidt. Also hören Sie nur,was der Nachbarin gestern für Pech widerfuhr!Sie ließ sich zum Frühstück ’ne Leberwurst holen,die hat ihr der Molli vom Tische gestohlen.Frau Schmidt:Der Molli? Gestohlen? — So mußte es kommen.Was hat sie den Racker ins Haus genommen.Frau Schulze:Zu Mittag hat sie mit vielem Geschreiden Mund sich verbrannt am Kartoffelbrei.Frau Schmidt:Ist’s möglich, Frau Schulze?Wie soll man das nennen?Grad wie ein Kind sich den Mund zu verbrennen?Frau Schulze:Und nachmittags hat sie —wie’s kam, wer kann’s wissen? —Den Topf mit dem Sirup entzweigeschmissen.Frau Schmidt:Frau Schulze, Frau Schulze,was sind das für Sachen!Soll man da weinen, soll man da lachen?Nun weiß ich doch wieder die neusten Geschichten.Die muß ich sogleich der Frau Müller berichten.(Sie trennen sich eilig mit einem Händedruck.)
Zwei Mädchen, mit altmodischer Kopfbedeckung, einem Umhängetuch und einem Körbchen am Arm, treten von entgegengesetzten Seiten ein. Sie eilen aufeinander zu und schütteln sich lebhaft die Hände.
Frau Schmidt:
Guten Morgen, Frau Schulze!
Guten Morgen, Frau Schulze!
Guten Morgen, Frau Schulze!
Frau Schulze:
Guten Morgen, Frau Schmidt!Ich bringe für Sie eine Neuigkeit mit.
Guten Morgen, Frau Schmidt!Ich bringe für Sie eine Neuigkeit mit.
Guten Morgen, Frau Schmidt!
Ich bringe für Sie eine Neuigkeit mit.
Frau Schmidt:
Das freut mich, Frau Schulze, was hat’s denn gegeben?
Das freut mich, Frau Schulze, was hat’s denn gegeben?
Das freut mich, Frau Schulze, was hat’s denn gegeben?
Frau Schulze:
Unglaublich, Frau Schmidt, was man heut’ kann erleben!
Unglaublich, Frau Schmidt, was man heut’ kann erleben!
Unglaublich, Frau Schmidt, was man heut’ kann erleben!
Frau Schmidt:
Sie machen mich wirklich aufs höchste gespannt.
Sie machen mich wirklich aufs höchste gespannt.
Sie machen mich wirklich aufs höchste gespannt.
Frau Schulze:
Doch sag’ ich’s nur Ihnenund ganz im Vertrau’n;ich darf wohl auf Ihre Verschwiegenheit bau’n?
Doch sag’ ich’s nur Ihnenund ganz im Vertrau’n;ich darf wohl auf Ihre Verschwiegenheit bau’n?
Doch sag’ ich’s nur Ihnen
und ganz im Vertrau’n;
ich darf wohl auf Ihre Verschwiegenheit bau’n?
Frau Schmidt:
Auf Ehre, Frau Schulze! Wie können Sie fragen?Ich hab’ doch nie etwas weitergetragen.
Auf Ehre, Frau Schulze! Wie können Sie fragen?Ich hab’ doch nie etwas weitergetragen.
Auf Ehre, Frau Schulze! Wie können Sie fragen?
Ich hab’ doch nie etwas weitergetragen.
Frau Schulze:
Glaub’s gerne, Frau Schmidt. Also hören Sie nur,was der Nachbarin gestern für Pech widerfuhr!Sie ließ sich zum Frühstück ’ne Leberwurst holen,die hat ihr der Molli vom Tische gestohlen.
Glaub’s gerne, Frau Schmidt. Also hören Sie nur,was der Nachbarin gestern für Pech widerfuhr!Sie ließ sich zum Frühstück ’ne Leberwurst holen,die hat ihr der Molli vom Tische gestohlen.
Glaub’s gerne, Frau Schmidt. Also hören Sie nur,
was der Nachbarin gestern für Pech widerfuhr!
Sie ließ sich zum Frühstück ’ne Leberwurst holen,
die hat ihr der Molli vom Tische gestohlen.
Frau Schmidt:
Der Molli? Gestohlen? — So mußte es kommen.Was hat sie den Racker ins Haus genommen.
Der Molli? Gestohlen? — So mußte es kommen.Was hat sie den Racker ins Haus genommen.
Der Molli? Gestohlen? — So mußte es kommen.
Was hat sie den Racker ins Haus genommen.
Frau Schulze:
Zu Mittag hat sie mit vielem Geschreiden Mund sich verbrannt am Kartoffelbrei.
Zu Mittag hat sie mit vielem Geschreiden Mund sich verbrannt am Kartoffelbrei.
Zu Mittag hat sie mit vielem Geschrei
den Mund sich verbrannt am Kartoffelbrei.
Frau Schmidt:
Ist’s möglich, Frau Schulze?Wie soll man das nennen?Grad wie ein Kind sich den Mund zu verbrennen?
Ist’s möglich, Frau Schulze?Wie soll man das nennen?Grad wie ein Kind sich den Mund zu verbrennen?
Ist’s möglich, Frau Schulze?
Wie soll man das nennen?
Grad wie ein Kind sich den Mund zu verbrennen?
Frau Schulze:
Und nachmittags hat sie —wie’s kam, wer kann’s wissen? —Den Topf mit dem Sirup entzweigeschmissen.
Und nachmittags hat sie —wie’s kam, wer kann’s wissen? —Den Topf mit dem Sirup entzweigeschmissen.
Und nachmittags hat sie —
wie’s kam, wer kann’s wissen? —
Den Topf mit dem Sirup entzweigeschmissen.
Frau Schmidt:
Frau Schulze, Frau Schulze,was sind das für Sachen!Soll man da weinen, soll man da lachen?Nun weiß ich doch wieder die neusten Geschichten.Die muß ich sogleich der Frau Müller berichten.
Frau Schulze, Frau Schulze,was sind das für Sachen!Soll man da weinen, soll man da lachen?Nun weiß ich doch wieder die neusten Geschichten.Die muß ich sogleich der Frau Müller berichten.
Frau Schulze, Frau Schulze,
was sind das für Sachen!
Soll man da weinen, soll man da lachen?
Nun weiß ich doch wieder die neusten Geschichten.
Die muß ich sogleich der Frau Müller berichten.
(Sie trennen sich eilig mit einem Händedruck.)
[3]Kinderszenen, s. S. 94.
[3]Kinderszenen, s. S. 94.
Kinderszene.Personen:Mariechen, das Puppenmütterchen, mit ihrer Puppe „Minchen“. Der Herr Hofrat.Mariechen(mit besorgter Miene)„Mein Püppchen ist krank,Macht ein wehes Gesicht,Liegt hier im BettchenUnd rührt sich nicht!Gestern noch sprang esLachend ums Haus,Wußte vor FrohsinnNicht ein und nicht aus.Heute liegt’s stilleUnd jubelt nicht mehr!Ach, und sein AtemGeht hastig und schwer!Sagt mir, ihr Leutchen,Was machen wir da?Ach, man hat SorgenAls kleine Mama!Wißt ihr, mein PüppchenIst herzig und gut,Aber die SchuleTut ihm nicht gut!Vorige Ostern,Da wurd’ es sechs Jahr,Mußt’ in die Schule. —Das ist doch klar!Aber seitdemIst es nicht mehr gesund. —Wüßt’ ich nur endlichVom Kranksein den Grund!Heute nun hab’ ichHerrn Hofrat bestellt:Der ist sehr klugUnd kuriert alle Welt.Minchen, mein Püppchen,Verzog zwar’s Gesicht,Schrie: ‚Onkel Doktor,Den mag ich nicht!‘Aber, was hilft das?Es ist ja ein Kind!Leutchen, ihr wißt ja,Wie Kinder oft sind!Ich, das Mamachen,Hab’ ängstlichen Sinn,Schickte drum hurtigZum Hofrat hin.Hoffentlich macht erMein Kindchen gesund,Das Sausewindchen,Den Plappermund! —Ach, wär’ doch endlichHerr Hofrat schon da!Ja! — Man hat SorgenAls kleine Mama!(Es klingelt und klopft gleich danach an der Tür.)Endlich! Da klingelt’s!Nun klopft es! — Herein! —Bitte, Herr Hofrat!Treten Sie ein!“ —Hofrat:„Schön’n guten Morgen,Gnädigste Frau!Seh’n Sie: ich kommeWie immer genau!“Mariechen:„Schön’n guten Morgen! —Ach welch’ Malheur!Mein Püppchen ist krankUnd fiebert gar sehr!Oh bitte, Herr Hofrat,Kurier’n Sie das Kind!Sie wissen, wie ängstlichWir Mütter mal sind!“Hofrat:„Schon wieder krank? Hm! Höchst bedenklich!Seit wann ist denn Ihr Kind so kränklich?“Mariechen:„Seit diesem Frühjahr, wissen Sie;Denn vorher kränkelte es nie!“Hofrat:„Das ist ja seltsam! Hm! Nun, nun!Wir werden sehen, was zu tun!Hat’s Appetit, Ihr Minchen klein?“Mariechen:„Oh ja! Für Obst und Schleckerei’n,Für Törtchen fein aus Butterteig!“Hofrat:„So, so! Ei, ei! Da hab’n wir’s gleich! —Ja, gnäd’ge Frau, das wird der Magenvon Ihrem Püppchen nicht vertragen!“Mariechen:„Erst dacht’ ich’s auch. Doch Sie ermessen:Es hat mit Appetit gegessenVor einer Stunde noch sein Süppchen!“Hofrat:„Hm, hm! So, so! — Mein liebes Püppchen,Zeig’ mir mal schön dein Züngchen fein! —Hm! — Das ist sauber, rot und rein!Da muß die Krankheit tiefer sitzen!“Mariechen:„Was halten Sie von tüchtig Schwitzen?“Hofrat:„Das ist veraltet, liebe Frau,Und macht das Kind nur matt und flau.Doch will ich mal den Pulsschlag zählen:Vielleicht wird’s ihm am Herzen fehlen!(Zählt mit der Uhr:)1—2—3—4, —5—6—7—8!Nein, was der Puls für Sprünge macht!Das schlägt so froh und hüpft so frisch,Als lief ein Mäuschen über’n Tisch! —Sie müssen sich nicht weiter quälen,In Herz und Magen kann’s nicht fehlen.“Mariechen:„Was mag dann nur die Krankheit sein?“Hofrat:„Hm! ’s Herz ist frisch, die Zunge rein. —Das Uebel muß noch tiefer stecken!Geduld! Ich will es schon entdecken. —Ich glaub’, es sitzt im Köpfchen da!Nun sagen Sie mir, Frau Mama,Klagt über Kopfweh gar Ihr Kleinchen?“Mariechen:„Jawohl! Und über matte Beinchen,Besonders, wenn’s zur Schule soll!“Hofrat:(plötzlich lachend):„Hahahaha! Das ist ja toll! —Nun kenn’ ich Minchens Krankheit ja!Es ist die ‚Infaulenzia‘!Die spukt im Kopf und in den BeinchenGar oft bei unsern lieben Kleinchen,Wenn sie zur Schule gehen sollenUnd lieber auf der Wiese tollen.‚Schulfieber‘ nennt man’s auch zuweilen.Das ist sehr schlimm! Ich kann’s nicht heilen.Doch das verliert sich mit der Zeit,Wenn erst Ihr Kindchen wird gescheit.Sitzt erst im Kopf das Abc,Tut auch das Köpfchen nicht mehr weh,Und sind erst gar die Ferien da,Dann schwindet die ‚Faulenzia‘! —“Mariechen:„Ja, ja! Nun ist mir alles klar,Warum mein Kind so kränklich war.Mein Püppchen, hör’, mein Plappermaul!Du bist ja bloß ein wenig faul!Am Abend ist mein PlappermundStets pudelwohl und kerngesund.Soll’s morgens dann zur Schule geh’n,Möcht’ lieber man spazieren geh’n,Und statt zu lernen und zu schreiben,Möcht’ lieber man im Garten bleiben!“Hofrat:„So ist es, liebe, gnäd’ge Frau!Nun kennen Sie Ihr Kind genau!“Mariechen:„So sagen Sie mir bitte noch:Wie heilt man diese Krankheit doch?“Hofrat:„Sehr einfach ist die ArzeneiUnd hilft dem Kindchen eins, zwei, drei:Man holt sich ein Stöckchen,Klopft ein wenig das Röckchen —Und fort wie der WindIst die Krankheit geschwind!“(Lacht.)Mariechen:„Herr Hofrat, ich danke für Ihren Rat!“Hofrat:„Ich glaube, das Mittelchen ist probat! —Ich habe die Ehre!(Verneigt sich.)Schön’n guten Morgen!Sie brauchen sich nicht mehr weiter zu sorgen.Hat’s Kindchen noch einmal ‚Faulenzia‘,So rufen Sie bitte nur seinen Papa!Der wird das Mittelchen dann probierenUnd unser Püppchen rasch kurieren! —Adieu, mein Kindchen, sei fleißig und lern’,Dann bleibt dir das Stöckchen vom Röckchen fern!“
Kinderszene.
Personen:
Mariechen, das Puppenmütterchen, mit ihrer Puppe „Minchen“. Der Herr Hofrat.
Mariechen
(mit besorgter Miene)
„Mein Püppchen ist krank,Macht ein wehes Gesicht,Liegt hier im BettchenUnd rührt sich nicht!Gestern noch sprang esLachend ums Haus,Wußte vor FrohsinnNicht ein und nicht aus.Heute liegt’s stilleUnd jubelt nicht mehr!Ach, und sein AtemGeht hastig und schwer!Sagt mir, ihr Leutchen,Was machen wir da?Ach, man hat SorgenAls kleine Mama!Wißt ihr, mein PüppchenIst herzig und gut,Aber die SchuleTut ihm nicht gut!Vorige Ostern,Da wurd’ es sechs Jahr,Mußt’ in die Schule. —Das ist doch klar!Aber seitdemIst es nicht mehr gesund. —Wüßt’ ich nur endlichVom Kranksein den Grund!Heute nun hab’ ichHerrn Hofrat bestellt:Der ist sehr klugUnd kuriert alle Welt.Minchen, mein Püppchen,Verzog zwar’s Gesicht,Schrie: ‚Onkel Doktor,Den mag ich nicht!‘Aber, was hilft das?Es ist ja ein Kind!Leutchen, ihr wißt ja,Wie Kinder oft sind!Ich, das Mamachen,Hab’ ängstlichen Sinn,Schickte drum hurtigZum Hofrat hin.Hoffentlich macht erMein Kindchen gesund,Das Sausewindchen,Den Plappermund! —Ach, wär’ doch endlichHerr Hofrat schon da!Ja! — Man hat SorgenAls kleine Mama!
„Mein Püppchen ist krank,Macht ein wehes Gesicht,Liegt hier im BettchenUnd rührt sich nicht!Gestern noch sprang esLachend ums Haus,Wußte vor FrohsinnNicht ein und nicht aus.Heute liegt’s stilleUnd jubelt nicht mehr!Ach, und sein AtemGeht hastig und schwer!Sagt mir, ihr Leutchen,Was machen wir da?Ach, man hat SorgenAls kleine Mama!Wißt ihr, mein PüppchenIst herzig und gut,Aber die SchuleTut ihm nicht gut!Vorige Ostern,Da wurd’ es sechs Jahr,Mußt’ in die Schule. —Das ist doch klar!Aber seitdemIst es nicht mehr gesund. —Wüßt’ ich nur endlichVom Kranksein den Grund!Heute nun hab’ ichHerrn Hofrat bestellt:Der ist sehr klugUnd kuriert alle Welt.Minchen, mein Püppchen,Verzog zwar’s Gesicht,Schrie: ‚Onkel Doktor,Den mag ich nicht!‘Aber, was hilft das?Es ist ja ein Kind!Leutchen, ihr wißt ja,Wie Kinder oft sind!Ich, das Mamachen,Hab’ ängstlichen Sinn,Schickte drum hurtigZum Hofrat hin.Hoffentlich macht erMein Kindchen gesund,Das Sausewindchen,Den Plappermund! —Ach, wär’ doch endlichHerr Hofrat schon da!Ja! — Man hat SorgenAls kleine Mama!
„Mein Püppchen ist krank,Macht ein wehes Gesicht,Liegt hier im BettchenUnd rührt sich nicht!Gestern noch sprang esLachend ums Haus,Wußte vor FrohsinnNicht ein und nicht aus.Heute liegt’s stilleUnd jubelt nicht mehr!Ach, und sein AtemGeht hastig und schwer!Sagt mir, ihr Leutchen,Was machen wir da?Ach, man hat SorgenAls kleine Mama!Wißt ihr, mein PüppchenIst herzig und gut,Aber die SchuleTut ihm nicht gut!Vorige Ostern,Da wurd’ es sechs Jahr,Mußt’ in die Schule. —Das ist doch klar!
„Mein Püppchen ist krank,
Macht ein wehes Gesicht,
Liegt hier im Bettchen
Und rührt sich nicht!
Gestern noch sprang es
Lachend ums Haus,
Wußte vor Frohsinn
Nicht ein und nicht aus.
Heute liegt’s stille
Und jubelt nicht mehr!
Ach, und sein Atem
Geht hastig und schwer!
Sagt mir, ihr Leutchen,
Was machen wir da?
Ach, man hat Sorgen
Als kleine Mama!
Wißt ihr, mein Püppchen
Ist herzig und gut,
Aber die Schule
Tut ihm nicht gut!
Vorige Ostern,
Da wurd’ es sechs Jahr,
Mußt’ in die Schule. —
Das ist doch klar!
Aber seitdemIst es nicht mehr gesund. —Wüßt’ ich nur endlichVom Kranksein den Grund!Heute nun hab’ ichHerrn Hofrat bestellt:Der ist sehr klugUnd kuriert alle Welt.Minchen, mein Püppchen,Verzog zwar’s Gesicht,Schrie: ‚Onkel Doktor,Den mag ich nicht!‘Aber, was hilft das?Es ist ja ein Kind!Leutchen, ihr wißt ja,Wie Kinder oft sind!Ich, das Mamachen,Hab’ ängstlichen Sinn,Schickte drum hurtigZum Hofrat hin.Hoffentlich macht erMein Kindchen gesund,Das Sausewindchen,Den Plappermund! —Ach, wär’ doch endlichHerr Hofrat schon da!Ja! — Man hat SorgenAls kleine Mama!
Aber seitdem
Ist es nicht mehr gesund. —
Wüßt’ ich nur endlich
Vom Kranksein den Grund!
Heute nun hab’ ich
Herrn Hofrat bestellt:
Der ist sehr klug
Und kuriert alle Welt.
Minchen, mein Püppchen,
Verzog zwar’s Gesicht,
Schrie: ‚Onkel Doktor,
Den mag ich nicht!‘
Aber, was hilft das?
Es ist ja ein Kind!
Leutchen, ihr wißt ja,
Wie Kinder oft sind!
Ich, das Mamachen,
Hab’ ängstlichen Sinn,
Schickte drum hurtig
Zum Hofrat hin.
Hoffentlich macht er
Mein Kindchen gesund,
Das Sausewindchen,
Den Plappermund! —
Ach, wär’ doch endlich
Herr Hofrat schon da!
Ja! — Man hat Sorgen
Als kleine Mama!
(Es klingelt und klopft gleich danach an der Tür.)
Endlich! Da klingelt’s!Nun klopft es! — Herein! —Bitte, Herr Hofrat!Treten Sie ein!“ —
Endlich! Da klingelt’s!Nun klopft es! — Herein! —Bitte, Herr Hofrat!Treten Sie ein!“ —
Endlich! Da klingelt’s!
Nun klopft es! — Herein! —
Bitte, Herr Hofrat!
Treten Sie ein!“ —
Hofrat:
„Schön’n guten Morgen,Gnädigste Frau!Seh’n Sie: ich kommeWie immer genau!“
„Schön’n guten Morgen,Gnädigste Frau!Seh’n Sie: ich kommeWie immer genau!“
„Schön’n guten Morgen,
Gnädigste Frau!
Seh’n Sie: ich komme
Wie immer genau!“
Mariechen:
„Schön’n guten Morgen! —Ach welch’ Malheur!Mein Püppchen ist krankUnd fiebert gar sehr!Oh bitte, Herr Hofrat,Kurier’n Sie das Kind!Sie wissen, wie ängstlichWir Mütter mal sind!“
„Schön’n guten Morgen! —Ach welch’ Malheur!Mein Püppchen ist krankUnd fiebert gar sehr!Oh bitte, Herr Hofrat,Kurier’n Sie das Kind!Sie wissen, wie ängstlichWir Mütter mal sind!“
„Schön’n guten Morgen! —
Ach welch’ Malheur!
Mein Püppchen ist krank
Und fiebert gar sehr!
Oh bitte, Herr Hofrat,
Kurier’n Sie das Kind!
Sie wissen, wie ängstlich
Wir Mütter mal sind!“
Hofrat:
„Schon wieder krank? Hm! Höchst bedenklich!Seit wann ist denn Ihr Kind so kränklich?“
„Schon wieder krank? Hm! Höchst bedenklich!Seit wann ist denn Ihr Kind so kränklich?“
„Schon wieder krank? Hm! Höchst bedenklich!
Seit wann ist denn Ihr Kind so kränklich?“
Mariechen:
„Seit diesem Frühjahr, wissen Sie;Denn vorher kränkelte es nie!“
„Seit diesem Frühjahr, wissen Sie;Denn vorher kränkelte es nie!“
„Seit diesem Frühjahr, wissen Sie;
Denn vorher kränkelte es nie!“
Hofrat:
„Das ist ja seltsam! Hm! Nun, nun!Wir werden sehen, was zu tun!Hat’s Appetit, Ihr Minchen klein?“
„Das ist ja seltsam! Hm! Nun, nun!Wir werden sehen, was zu tun!Hat’s Appetit, Ihr Minchen klein?“
„Das ist ja seltsam! Hm! Nun, nun!
Wir werden sehen, was zu tun!
Hat’s Appetit, Ihr Minchen klein?“
Mariechen:
„Oh ja! Für Obst und Schleckerei’n,Für Törtchen fein aus Butterteig!“
„Oh ja! Für Obst und Schleckerei’n,Für Törtchen fein aus Butterteig!“
„Oh ja! Für Obst und Schleckerei’n,
Für Törtchen fein aus Butterteig!“
Hofrat:
„So, so! Ei, ei! Da hab’n wir’s gleich! —Ja, gnäd’ge Frau, das wird der Magenvon Ihrem Püppchen nicht vertragen!“
„So, so! Ei, ei! Da hab’n wir’s gleich! —Ja, gnäd’ge Frau, das wird der Magenvon Ihrem Püppchen nicht vertragen!“
„So, so! Ei, ei! Da hab’n wir’s gleich! —
Ja, gnäd’ge Frau, das wird der Magen
von Ihrem Püppchen nicht vertragen!“
Mariechen:
„Erst dacht’ ich’s auch. Doch Sie ermessen:Es hat mit Appetit gegessenVor einer Stunde noch sein Süppchen!“
„Erst dacht’ ich’s auch. Doch Sie ermessen:Es hat mit Appetit gegessenVor einer Stunde noch sein Süppchen!“
„Erst dacht’ ich’s auch. Doch Sie ermessen:
Es hat mit Appetit gegessen
Vor einer Stunde noch sein Süppchen!“
Hofrat:
„Hm, hm! So, so! — Mein liebes Püppchen,Zeig’ mir mal schön dein Züngchen fein! —Hm! — Das ist sauber, rot und rein!Da muß die Krankheit tiefer sitzen!“
„Hm, hm! So, so! — Mein liebes Püppchen,Zeig’ mir mal schön dein Züngchen fein! —Hm! — Das ist sauber, rot und rein!Da muß die Krankheit tiefer sitzen!“
„Hm, hm! So, so! — Mein liebes Püppchen,
Zeig’ mir mal schön dein Züngchen fein! —
Hm! — Das ist sauber, rot und rein!
Da muß die Krankheit tiefer sitzen!“
Mariechen:
„Was halten Sie von tüchtig Schwitzen?“
„Was halten Sie von tüchtig Schwitzen?“
„Was halten Sie von tüchtig Schwitzen?“
Hofrat:
„Das ist veraltet, liebe Frau,Und macht das Kind nur matt und flau.Doch will ich mal den Pulsschlag zählen:Vielleicht wird’s ihm am Herzen fehlen!
„Das ist veraltet, liebe Frau,Und macht das Kind nur matt und flau.Doch will ich mal den Pulsschlag zählen:Vielleicht wird’s ihm am Herzen fehlen!
„Das ist veraltet, liebe Frau,
Und macht das Kind nur matt und flau.
Doch will ich mal den Pulsschlag zählen:
Vielleicht wird’s ihm am Herzen fehlen!
(Zählt mit der Uhr:)
1—2—3—4, —5—6—7—8!Nein, was der Puls für Sprünge macht!Das schlägt so froh und hüpft so frisch,Als lief ein Mäuschen über’n Tisch! —Sie müssen sich nicht weiter quälen,In Herz und Magen kann’s nicht fehlen.“
1—2—3—4, —5—6—7—8!Nein, was der Puls für Sprünge macht!Das schlägt so froh und hüpft so frisch,Als lief ein Mäuschen über’n Tisch! —Sie müssen sich nicht weiter quälen,In Herz und Magen kann’s nicht fehlen.“
1—2—3—4, —5—6—7—8!
Nein, was der Puls für Sprünge macht!
Das schlägt so froh und hüpft so frisch,
Als lief ein Mäuschen über’n Tisch! —
Sie müssen sich nicht weiter quälen,
In Herz und Magen kann’s nicht fehlen.“
Mariechen:
„Was mag dann nur die Krankheit sein?“
„Was mag dann nur die Krankheit sein?“
„Was mag dann nur die Krankheit sein?“
Hofrat:
„Hm! ’s Herz ist frisch, die Zunge rein. —Das Uebel muß noch tiefer stecken!Geduld! Ich will es schon entdecken. —Ich glaub’, es sitzt im Köpfchen da!Nun sagen Sie mir, Frau Mama,Klagt über Kopfweh gar Ihr Kleinchen?“
„Hm! ’s Herz ist frisch, die Zunge rein. —Das Uebel muß noch tiefer stecken!Geduld! Ich will es schon entdecken. —Ich glaub’, es sitzt im Köpfchen da!Nun sagen Sie mir, Frau Mama,Klagt über Kopfweh gar Ihr Kleinchen?“
„Hm! ’s Herz ist frisch, die Zunge rein. —
Das Uebel muß noch tiefer stecken!
Geduld! Ich will es schon entdecken. —
Ich glaub’, es sitzt im Köpfchen da!
Nun sagen Sie mir, Frau Mama,
Klagt über Kopfweh gar Ihr Kleinchen?“
Mariechen:
„Jawohl! Und über matte Beinchen,Besonders, wenn’s zur Schule soll!“
„Jawohl! Und über matte Beinchen,Besonders, wenn’s zur Schule soll!“
„Jawohl! Und über matte Beinchen,
Besonders, wenn’s zur Schule soll!“
Hofrat:
(plötzlich lachend):
„Hahahaha! Das ist ja toll! —Nun kenn’ ich Minchens Krankheit ja!Es ist die ‚Infaulenzia‘!Die spukt im Kopf und in den BeinchenGar oft bei unsern lieben Kleinchen,Wenn sie zur Schule gehen sollenUnd lieber auf der Wiese tollen.‚Schulfieber‘ nennt man’s auch zuweilen.Das ist sehr schlimm! Ich kann’s nicht heilen.Doch das verliert sich mit der Zeit,Wenn erst Ihr Kindchen wird gescheit.Sitzt erst im Kopf das Abc,Tut auch das Köpfchen nicht mehr weh,Und sind erst gar die Ferien da,Dann schwindet die ‚Faulenzia‘! —“
„Hahahaha! Das ist ja toll! —Nun kenn’ ich Minchens Krankheit ja!Es ist die ‚Infaulenzia‘!Die spukt im Kopf und in den BeinchenGar oft bei unsern lieben Kleinchen,Wenn sie zur Schule gehen sollenUnd lieber auf der Wiese tollen.‚Schulfieber‘ nennt man’s auch zuweilen.Das ist sehr schlimm! Ich kann’s nicht heilen.Doch das verliert sich mit der Zeit,Wenn erst Ihr Kindchen wird gescheit.Sitzt erst im Kopf das Abc,Tut auch das Köpfchen nicht mehr weh,Und sind erst gar die Ferien da,Dann schwindet die ‚Faulenzia‘! —“
„Hahahaha! Das ist ja toll! —
Nun kenn’ ich Minchens Krankheit ja!
Es ist die ‚Infaulenzia‘!
Die spukt im Kopf und in den Beinchen
Gar oft bei unsern lieben Kleinchen,
Wenn sie zur Schule gehen sollen
Und lieber auf der Wiese tollen.
‚Schulfieber‘ nennt man’s auch zuweilen.
Das ist sehr schlimm! Ich kann’s nicht heilen.
Doch das verliert sich mit der Zeit,
Wenn erst Ihr Kindchen wird gescheit.
Sitzt erst im Kopf das Abc,
Tut auch das Köpfchen nicht mehr weh,
Und sind erst gar die Ferien da,
Dann schwindet die ‚Faulenzia‘! —“
Mariechen:
„Ja, ja! Nun ist mir alles klar,Warum mein Kind so kränklich war.Mein Püppchen, hör’, mein Plappermaul!Du bist ja bloß ein wenig faul!Am Abend ist mein PlappermundStets pudelwohl und kerngesund.Soll’s morgens dann zur Schule geh’n,Möcht’ lieber man spazieren geh’n,Und statt zu lernen und zu schreiben,Möcht’ lieber man im Garten bleiben!“
„Ja, ja! Nun ist mir alles klar,Warum mein Kind so kränklich war.Mein Püppchen, hör’, mein Plappermaul!Du bist ja bloß ein wenig faul!Am Abend ist mein PlappermundStets pudelwohl und kerngesund.Soll’s morgens dann zur Schule geh’n,Möcht’ lieber man spazieren geh’n,Und statt zu lernen und zu schreiben,Möcht’ lieber man im Garten bleiben!“
„Ja, ja! Nun ist mir alles klar,
Warum mein Kind so kränklich war.
Mein Püppchen, hör’, mein Plappermaul!
Du bist ja bloß ein wenig faul!
Am Abend ist mein Plappermund
Stets pudelwohl und kerngesund.
Soll’s morgens dann zur Schule geh’n,
Möcht’ lieber man spazieren geh’n,
Und statt zu lernen und zu schreiben,
Möcht’ lieber man im Garten bleiben!“
Hofrat:
„So ist es, liebe, gnäd’ge Frau!Nun kennen Sie Ihr Kind genau!“
„So ist es, liebe, gnäd’ge Frau!Nun kennen Sie Ihr Kind genau!“
„So ist es, liebe, gnäd’ge Frau!
Nun kennen Sie Ihr Kind genau!“
Mariechen:
„So sagen Sie mir bitte noch:Wie heilt man diese Krankheit doch?“
„So sagen Sie mir bitte noch:Wie heilt man diese Krankheit doch?“
„So sagen Sie mir bitte noch:
Wie heilt man diese Krankheit doch?“
Hofrat:
„Sehr einfach ist die ArzeneiUnd hilft dem Kindchen eins, zwei, drei:Man holt sich ein Stöckchen,Klopft ein wenig das Röckchen —Und fort wie der WindIst die Krankheit geschwind!“
„Sehr einfach ist die ArzeneiUnd hilft dem Kindchen eins, zwei, drei:Man holt sich ein Stöckchen,Klopft ein wenig das Röckchen —Und fort wie der WindIst die Krankheit geschwind!“
„Sehr einfach ist die Arzenei
Und hilft dem Kindchen eins, zwei, drei:
Man holt sich ein Stöckchen,
Klopft ein wenig das Röckchen —
Und fort wie der Wind
Ist die Krankheit geschwind!“
(Lacht.)
Mariechen:
„Herr Hofrat, ich danke für Ihren Rat!“
„Herr Hofrat, ich danke für Ihren Rat!“
„Herr Hofrat, ich danke für Ihren Rat!“
Hofrat:
„Ich glaube, das Mittelchen ist probat! —Ich habe die Ehre!
„Ich glaube, das Mittelchen ist probat! —Ich habe die Ehre!
„Ich glaube, das Mittelchen ist probat! —
Ich habe die Ehre!
(Verneigt sich.)
Schön’n guten Morgen!Sie brauchen sich nicht mehr weiter zu sorgen.Hat’s Kindchen noch einmal ‚Faulenzia‘,So rufen Sie bitte nur seinen Papa!Der wird das Mittelchen dann probierenUnd unser Püppchen rasch kurieren! —Adieu, mein Kindchen, sei fleißig und lern’,Dann bleibt dir das Stöckchen vom Röckchen fern!“
Schön’n guten Morgen!Sie brauchen sich nicht mehr weiter zu sorgen.Hat’s Kindchen noch einmal ‚Faulenzia‘,So rufen Sie bitte nur seinen Papa!Der wird das Mittelchen dann probierenUnd unser Püppchen rasch kurieren! —Adieu, mein Kindchen, sei fleißig und lern’,Dann bleibt dir das Stöckchen vom Röckchen fern!“
Schön’n guten Morgen!
Sie brauchen sich nicht mehr weiter zu sorgen.
Hat’s Kindchen noch einmal ‚Faulenzia‘,
So rufen Sie bitte nur seinen Papa!
Der wird das Mittelchen dann probieren
Und unser Püppchen rasch kurieren! —
Adieu, mein Kindchen, sei fleißig und lern’,
Dann bleibt dir das Stöckchen vom Röckchen fern!“